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e-Mail: ini-schalom@gmx.de   Rundbrief 48   Mai 2000   e-Mail: Webmaster
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Vorwort



Gewaltlosigkeit ist nicht Tatenlosigkeit

Gewalt.
Ein Wort wie eine Waffe. Unzählige Bilder haben wir in unseren Köpfen abgespeichert. Gewalt gegen Frauen. Gewalt gegen Kinder. Gewalt gegen die Natur.

Gewaltlos.
Klingt wie eine Utopie. Ist auch eine Utopie. Es sei denn, wir laufen wie Mahatma Gandhi mit Glöckchen um die Fußgelenke durch die Gegend, um die Ameisen zu warnen, die wir versehentlich tot treten könnten. Gandhi wird auch die eine oder andere übersehen haben.

Tat.
Der Worte sind genug gewechselt - lasst uns endlich Taten sehn. Der Tatkräftige, der Macher hat Konjunktur. Wieviel Gewalt gegen andere geht eigentlich von den Machern, von den Tätern aus?

Tatenlos.
Zurückgezogen. Eremit, Einsiedler. Ich halte mich raus. Wenn ich nichts tue, gerate ich auch nicht in Gefahr, (Gewalt-)Täter zu werden.

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Martin Luther King: Gewaltlosigkeit.
Gewaltlosigkeit ist keine Methode für Feiglinge. Sie ist eine Methode für mutige, entschlossene Leute.

Martin Luther King: Tatenlosigkeit.
Wer zum Bösen schweigt, wird ebenso schuldig wie der, der es tut.

Jesus macht es auch überdeutlich: Wer sich raushalten will um sich die Finger nicht schmutzig zu machen, ist damit nicht automatisch auf der gerechteren Seite. Wer Böses und Gewalt einfach ausgrenzt, der hat sich selbst noch nie gründlich angesehen bzw. in sich hineingesehen. Es gibt keine Gewaltlosigkeit. Gewalt gehört zu unserem Leben.

Es ist nur die Frage, was in uns wir füttern, entwickeln. Was lernen wir - was bringen wir anderen bei - welche Vorbilder sind wir?
Erschütterndes Beispiel: Kindersoldaten. Allein 5.000 davon soll es in Sierra Leone geben. Sie haben nichts anderes gelernt, als zu morden und zu verstümmeln. Ihnen ist gesagt worden, das sei in Ordnung so.

Gewalthandeln ist häufig die Folge von Gedankenlosigkeit und von mangelnder Phantasie. Aufmerksam und mit den besseren Vorbildern leben - das kann Gewalt in unserem Leben minimieren - ausgerottet werden kann Gewalt nicht. Sie gehört theologisch gesprochen zur "gefallenen Schöpfung". Gottes Schalom kommt ohne Gewalt aus. Dorthin sind wir unterwegs. Bis wir angekommen sind, können wir immer mehr einüben, was es heißt, dem Vorbild des gewaltlosen Jesus zu folgen.

Eine Beobachtung, die Hermann Hesse gemacht hat, kann uns auf diesem Weg begleiten:

Weich ist stärker als hart.
Wasser ist stärker als Fels.
Liebe ist stärker als Gewalt.

Im Namen der Initiative Schalom wünscht Ihnen gute Erfahrungen im Einüben von Gewaltlosigkeit, die nicht Tatenlosigkeit ist,

Ihr Günter Mahler