Text-, Liedvorlagen, Bibelkonkordanzen und Besetzungsangaben
zu den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs

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bach-enblem

BWV 178
BC A 112
Textdichter:
unbekannt
Textdruck:
Entstehungszeit des Textes:
vor 30. Juli 1724 (EA)

Originalpartitur (verschollen) Titelblatt
Dominica 8 post Trinitatis
Wo Gott der Herr nicht bey uns hält etc.
a
4 Voci.
2 Hautbois
2 Violino
Viola
e Continuo
di
Joh.Sebast:Bach

Originalstimmen Titelumschlag
Dominica 8. post Trinit.
Wo Gott der Herr nicht bey uns hält.
â
4. Voc.
2. Hautbois.
2. Violini.
Viola.
e
Continuo.
di Signore
J.S.Bach

Coro
Soprano e Corno,
Alto, Tenore, Basso,
Oboe I&II,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

Wo Gott der Herr nicht bei uns hält,
wenn unsre Feinde toben,
und er unsre Sach nicht zufällt,
im Himmel hoch dort oben,
wo er Israel Schutz nicht ist
und selber bricht der Feinde List,
so ists mit uns verloren.

Cantus firmus & Choraltext
Justus Jonas, 1524
1. Strophe aus
"Wo Gott, der Herr, nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Chorale e Recitativo
Alto,
Basso continuo:
Was Menschenkraft und -witz anfäht,
soll uns billig nicht schrecken

denn Gott der Höchste steht uns bei
und machet uns von ihren Stricken frei.
Er sitzet an der höchsten Stätt,
er wird ihren Rat aufdecke
n.
Die Gott im Glauben fest umfassen,
will er niemals versäumen noch verlassen
er stürzet der Verkehrten Rat
und hindert ihre böse Tat.
Wenn sies aufs klügste greifen an,
auf Schlangenlist und falsche Ränke sinnen,
der Bosheit Endzweck zu gewinnen
so geht doch Gott ein andre Bahn:
er führt die einigen mit starker Hand
durchs Kreuzesmeer in das gelobte Land,
da wird er alles Unglück wenden.
Es steht in seinen Händen.

Cantus firmus & Choraltext
Justus Jonas, 1524
2. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Aria unisoni
Aria
Basso,
Violino I e Violino II,
Basso continuo:

Gleichwie die wilden Meereswellen
mit Ungestüm ein Schiff zerschellen,
so rastet auch der Feinde Wut
und raubt das beste Seelengut.
Sie wollen Satans Reich erweitern,
und Christi Schifflein soll zerscheitern

Nachdichtung nach dem Choraltext
von Justus Jonas, 1524
3. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Chorale
Tenore,
Oboe d'amore I&II,
Basso continuo:

Sie stellen uns wie Ketzern nach,
nach unserm Blut sie trachten
noch rühmen sie sich Christen auch,
die Gott allein großachten.
Ach Gott, der teure Name dein
muß ihrer Schalkheit Deckel sein,
du wirst einmal aufwachen.

Cantus firmus & Choraltext
Justus Jonas, 1524
4. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Chorale et Recit: à tempo giusto
Chorale
Soprano, Alto, Tenore, Basso,
Basso continuo
e
Recitativo
Alto, Tenore, Basso,
Basso continuo:

Chorale

  Auf sperren sie den Rachen weit,
Basso
Nach Löwenart mit brüllendem Getöne
sie fletschen ihre Mörderzähne
Chorale
  und wollen uns verschlingen.
Tenore
Jedoch,
Chorale
  Lob und Dank sei Gott allezeit,
Tenore
Der Held aus Juda schützt uns noch,
Chorale
  es wird ihn' nicht gelingen.
Alto
Sie werden wie die Spreu vergehn,
wenn seine Gläubigen wie grüne Bäume stehn.
Chorale
  er wird ihrn Strick zerreißen gar
  und stürzen ihre falsche Lahr.

Basso
Gott wird die törichten Propheten
mit Feuer seines Zornes töten
und ihre Ketzerei verstören.
Chorale
  Sie werden Gott nicht wehren.

Cantus firmus & Choraltext
Justus Jonas, 1524
5. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Aria
Tenore,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

Schweig, schweig nur, taumelnde Vernunft!
  Sprich nicht: Die Frommen sind verlorn,
  das Kreuz hat sie nur neu geborn.
  denn denen, die auf Jesum hoffen,
  steht stets die Tür der Gnaden offen
  und wenn sie Kreuz und Trübsal drückt,
  so werden sie mit Trost erquickt.

Nachdichtung nach dem Choraltext
von Justus Jonas, 1524
6. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

Chorale
Soprano e Corno e Oboe I e Oboe II e Violino I,
Alto e Violino II,
Tenore e Viola,
Basso,
Basso continuo:

Die Feind sind all in deiner Hand,
darzu all ihr Gedanken
ihr Anschläg sind dir, Herr, bekannt,
hilf nur, daß wir nicht wanken.
Vernunft wider den Glauben ficht,
aufs Künftge will sie trauen nicht,
da du wirst selber trösten.

Den Himmel und auch die Erden
hast du, Herr Gott, gegründet
dein Licht laß uns hell werden,
das Herz uns werd entzündet
in rechter Lieb des Glaubens dein,
bis an das End beständig sein.
Die Welt laß immer murren.

Cantus firmus & Choraltext
Justus Jonas, 1524
7& 8. Strophe aus
"Wo Gott der Herr nicht bei uns hält"
(Nachdichtung von Psalm 124)

bach-enblem

Copyright © 2002 - by Jochen Grob
Alle Angaben ohne Gewähr.
Fehler und Irrtümer vorbehalten
Quellen siehe
Literaturverzeichnis