Text-, Liedvorlagen, Bibelkonkordanzen und Besetzungsangaben
zu den geistlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs

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bach-enblem

BWV 75
BC A 94
Textdichter:
unbekannt
Entstehungszeit des Textes:
vor 30. Mai 1723 (EA)
N.B.:
-
exakte Bläsermitwirkung zum Teil unsicher.

Autographe Partitur Titelblatt
Dominica 1 p Trinit:
von
J.S.B.

Autographe Partitur Kopftitel
J.J.
Concerto Dom 1. p. Trinit.

Coro
Soprano, Alto, Tenore, Basso,
Oboe I&II,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

"Die Elenden sollen essen,
daß sie satt werden,
und die nach dem Herrn fragen,
werden ihn preisen.
Euer Herz soll ewiglich leben."

Bibeltext
Psalm 22, 27

Recit. 1 . col accomp.
Recitativo
Basso,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

Was hilft des Purpurs Majestät,
da sie vergeht?
Was hilft der größte Überfluß ,
weil alles, so wir sehen,
verschwinden muß ?
Was hilft der Kützel eitler Sinnen,
denn unser Leib muß selbst von hinnen?
Ach, wie geschwind ist es geschehen,
daß Reichtum, Wollust, Pracht
den Geist zur Hölle macht!

 

Aria
Tenore,
Oboe I,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

Mein Jesus soll mein alles sein!
    Mein Purpur ist sein teures Blut,
    er selbst mein allerhöchstes Gut,
    und seines Geistes Liebesglut
    mein allrsüß 'ster Freudenwein.

 

Recitativo
Tenore,
Basso continuo:

Gott stürzet und erhöhet
in Zeit und Ewigkeit.
Wer in der Welt den Himmel sucht,
wird dort verflucht.
Wer aber hier die Hölle übersteht,
wird dort erfreut.

 

Aria
Soprano,
Oboe d'amore,
Basso continuo:

Ich nehme mein Leiden mit Freuden auf mich.
    Wer Lazarus' Plagen
    geduldig ertragen,
    den nehmen die Engel zu sich.

 

Recitativo
Soprano,
Basso continuo:

Indes schenkt Gott ein gut Gewissen,
dabei ein Christe kann
ein kleines Gut mit großer Lust genießen.
Ja, führt er auch durch lange Not
zum Tod,
so ist es doch am Ende wohlgetan.

 

Chorale
Soprano, Alto, Tenore, Basso,
Oboe I&II,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:
Was Gott tut, das ist wohlgetan
muß ich den Kelch gleich schmecken,
der bitter ist nach meinem Wahn,
laß ich mich doch nicht schrecken,
weil doch zuletzt
ich werd ergötzt
mit süßem trost im Herzen,
da weichen alle Schmerzen.

Cantus firmus & Choraltext
Samuel Rodigast, 1674
5. Strophe aus
"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

Parodiebezug
Satz 7 bzw. 14
als
BWV 100 / 6
BC A 191 / 6

übernommen

Il Fine della prima Parte

[Seconda parte]

Sinfonia
Tromba,
Oboe I& II(?),
Violino I& II (?), Viola,
Basso continuo

Cantus firmus
Samuel Rodigast, 1674
"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

Recitativo
Alto,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo
:
Nur eines kränkt
ein christliches Gemüte
wenn es an seines Geistes Armut denkt.
Es gläubt zwar Gottes Güte,
die alles neu erschafft
doch mangelt ihm die Kraft,
dem überirdischen Leben
das Wachstum und die Frucht zu geben.

 

unisoni
Aria
Alto,
Violini in unisono,
Basso continuo:

Jesus macht mich geistlich reich.
kann ich seinen Geist empfangen,
will ich weiter nichts verlangen
denn mein Leben wächst zugleich.
Jesus macht mich geistlich reich.

 

Recitativo
Basso,
Basso continuo:

Wer nur in Jesu bleibt,
die Selbstverleugnung treibt,
daß er in Gottes Liebe
sich gläubig übe,
hat, wenn das Irdische verschwunden,
sich selbst und Gott gefunden.

 

Aria
Basso,
Tromba,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

Mein Herze glaubt und liebt.
    Denn Jesu süße Flammen,
    aus den' die meinen stammen,
    gehn über mich zusammen,
    weil er sich mir ergibt.

 

Recitativo
Tenore,
Basso continuo:

O Armut, der kein Reichtum gleichet!
Wenn aus dem Herzen
die ganze Welt entweicht
und Jesus nur allein regiert.
So wird ein Christ zu Gott geführt!
Gib, Gott, daß wir es nicht verscherzen!

 

Chorale ut supra
Chorale
Soprano, Alto, Tenore, Basso,
Oboe I&II,
Violino I&II, Viola,
Basso continuo:

untextiert überliefert aber wohl die 6 . Strophe aus
"Was Gott tut, das ist wohlgetan"gemeint

Cantus firmus & Choraltext
[Samuel Rodigast, 1674
6. Strophe aus
"Was Gott tut, das ist wohlgetan"

Was Gott tut, das ist wohlgetan,
dabei will ich verbleiben.
Es mag mich auf die rauhe Bahn
Not, Tod und Elend treiben
So wird Gott mich
ganz väterlich
in seinen Armen halten
drum laß ich ihn nur walten.]

Parodiebezug
Satz 7 bzw. 14
überarbeitet in
BWV 100 / 6
BC A 191 / 6

übernommen

bach-enblem

Copyright © 2002 - by Jochen Grob
Alle Angaben ohne Gewähr.
Fehler und Irrtümer vorbehalten
Quellen siehe
Literaturverzeichnis