WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: Friedrich I. u.a. (Herrscher von Friedrich I. von Hohenstaufen bis König Friedrich von Württemberg)
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Übersicht über einige Herrscher mit Namen Friedrich im Gebiet von Baden und Württemberg, mit Links zu den Friedrich- Artikeln auf dieser Seite:  Friedrich I. von Staufen, Herzog von Schwaben (+ 1105)
Friedrich I. Barbarossa, deutscher Kaiser (+ 1190)
Friedrich II., Kaiser aus dem Haus der Staufer (+ 1250)

Friedrich V., Kurfürst der Pfalz  (+ 1632)
Friedrich II, König von Preußen (+ 1786)

Friedrich I., Großherzog von Baden (+ 1907)
Friedrich II., Großherzog von Baden (+ 1928)

Friedrich I., Herzog von Wirtemberg (+ 1608)
Friedrich II., Herzog von Wirtemberg, Kurfürst und 1. König von Württemberg (+ 1816)

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Friedrich I. von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben. - * um 1050, + 1105 (Grab in Lorch).. - Friedrich, dessen Vater sich noch Friedrich von Büren nannte (nach dem Herrenhof Wäschenbeuren, nördlich vom Hohenstaufen gelegen), und dessen Mutter die wohltätige Hildegard von Egisheim-Mousson war, gilt als Stammvater der Staufer. Er hat die Burg Hohenstaufen erbaut, nach dem sich die Staufer von nun an nannten, und das Kloster Lorch (gestiftet 1102) als Grablege der Staufer vorgesehen. Verheiratet war er mit Agnes (Agnes von Waiblingen), einer Tochter Kaiser Heinrichs IV, die auch Waiblingen als Hausgut zu den Staufern brachte..

1079 wird Friedrich, der ein treuer Verbündeter Heinrichs IV. in den Kämpfen des Investiturstreit war, von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Damit beginnt der Aufstieg der Staufer zum bedeutendsten Herrschergeschlecht der nächsten 150 Jahre in Schwaben und im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Friedrich als Herzog von Schwaben war allerdings zunächst nicht unbestritten: Berthold II. von Zähringen beanspruchte den Titel eines Herzog von Schwaben ebenfalls. Erst 1098 verzichtete Berthold II. von Zähringen auf das Herzogtum Schwaben (und wurde dafür mit dem Reichslehen Zürich und einem Herzogtitel abgefunden); seit 1098 war Friedrich von Hohenstaufen als Herzog von Schwaben allgemein anerkannt.


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BarbarossaFriedrich I. Barbarossa, Staufer, deutscher Kaiser. - * 1125 evtl. in Waiblingen, + 10.6.1190 in Kleinasien. 

[Bild (Marke BRD, 1977): Stauffer-Ausstellung 1977 in Stuttgart; Barbarossakopf, Reliquar aus Cappenberg, 1165]

Friedrich Barbarossa erbt 1147 das Herzogtum Schwaben. 1152 wird Friedrich deutscher König, 1155 Kaiser . 
Einige Ereignisse in Kurzfassung: Kampf mit den lombardischen Städten in Italien; Streit und Entmachtung von Heinrich dem Löwen; Aufbau der Reichsverwaltung durch die ritterlichen Ministerialen; Gründung vieler Städte (z.B. Gmünd, Giengen, Göppingen, Ulm, Bopfingen, Breisach, Überlingen, Ravensburg). Friedrich I. zieht in den 3. Kreuzzug (1189) und ertrinkt kurz vor dem Ziel in Kleinasien im Saleph.

Reichstag 1180Der Reichstag von Gelnhausen zeigt Barbarossa auf dem Höhepunkt seiner Macht.

Auf dem Miniatur aus der Welfenchronik, die dem Briefmarkenmotiv zum Reichstag von Gelnhausen zugrunde liegt, ist Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen abgebildet, er thront zwischen König (und späteren Kaiser) Heinrich VI. und Herzog Friedrich von Schwaben, beide seit 1169 im Amt.

[Bild (Marke BRD, 1980): Reichstag zu Gelnhausen 1180: Kaiser Friedrich I. mit seinen Söhnen. Miniatur aus der Welfenchronik, 12. Jhdt.]


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Friedrich II., Kaiser aus dem Haus der Staufer, Enkel Friedrich Barbarossas. - * 26.12. 1194 in Jesi bei Ancona, + 1250 im Castel Fiorentino in Apulien (Grab in Palermo). -

Friedrich II.Friedrich (deutscher König seit 1211 / 1215, Kaiser seit 1220), einer der großartigsten und umstrittensten Herrscher des Mittelalters, verlegt den Schwerpunkt seines Reiches nach Sizilien bzw. Unteritalien. Friedrich, das "Wunder der Welt", der vermutlich fließend sizilianisch und arabisch, aber kaum schwäbisch sprach, regierte in Schwaben wie in ganz Deutschland meist durch Stellvertreter. - 

[Bild (Marke BRD, 1990): 750 Jahre Privileg für Messen in Frankfurt, ausgestellt durch Kaiser Friedrich II. 1240; Abbildung des Siegels Friedrichs mit dem thronenden Kaiser]

Auf Friedrichs Initiative geht die Gründung vieler Städte als Stützen der staufischen Macht oder die Übertragung von Stadtrechten zurück: z.B. Esslingen, Heilbronn, Weinsberg, Weil der Stadt, Wangen, Biberach, Rottweil

Einige Daten zur Biographie und zu wichtigen Ereignissen im dramatischen Leben Friedrichs II.:

Kindheit und Jugend des Federico Secondo (1194 - 1212):

1194 wird Friedrich in Jesi bei Ancona in Italien geboren. Er ist Sohn des Stauferkaisers Heinrich VI. und seiner Frau Konstanze von Sizilien, Enkel Kaiser Friedrich Barbarossas und Enkel des normannischen Königs Roger II. von Sizilien. Seinen Namen erhält er nach den beiden Großvätern - Friedrich Roger. 
Beide Eltern sterben früh: Heinrich VI. stirbt 1197, Konstanze 1198. Um die Kindheit und Jugend des elternlosen Friedrich als Straßenjunge in den Straßen von Palermo in Sizilien ranken sich viele vermutlich unzutreffende Legenden. - Zum Vormund Friedrichs bis zu dessen Mündigkeit im Jahr 1208 wird noch von seiner Mutter Konstanze der damalige Papst Innozenz III. gewählt.

Die frühen Jahre Friedrichs sind geprägt vom Streit um seine Anerkennung als König und Kaiser:
1196 wird der 2-jährige Friedrich auf Betreiben Heinrichs VI. zum deutschen König gewählt, was aber nach Heinrichs Tod in Deutschland nicht anerkannt wurde. (Deutscher König wurde 1198 Philipp von Schwaben.)
1198 wird Friedrich auf Betreiben Konstanzes zum König von Sizilien gekrönt.

1208 wird Friedrich mündig (nach damaligem Recht mit 14 Jahren)
1209 Vermählung mit Konstanze von Aragonien

1211 wird Friedrich (der vor 1212 noch nie in Deutschland war) in Nürnberg zum deutschen König gewählt, als Gegenkönig zum Welfen Otto IV. (Papst Innozenz III. war die treibende Kraft hinter dieser Königswahl; er wollte damit vor allem die für Rom bedrängenden Weltherrschaftspläne Ottos IV. verhindern.) Von allen anerkannt war Friedrich damit noch lange nicht.
[Das Verfahren der Königswahl war im Mittelalter in Deutschland noch ziemlich ungeregelt, bis 1364 in der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. mit der Wahl des Königs durch die 7 Kurfürsten eine eindeutige Regelung festsetzte.]
1212 reist Friedrich in einem dramatischen Zug (den vor allem die oberitalienischen Städte und Anhänger Ottos IV. zu verhindern suchten) nach Deutschland um die Anerkennung als König zu gewinnen. Im September 1212 erreicht er Konstanz; der Bischof von Konstanz öffnet ihm die Tore vor dem Kontrahenten Otto IV. Eine große Zahl vor allem der süddeutschen Fürsten unterstützen von dieser Zeit an Friedrich. Am 9.12. 1212 wird Friedrich in Mainz zum deutschen König gekrönt.

(Der eigentlich "richtige" Krönungsort, Aachen, war um diese Zeit noch unter der Herrschaft König Ottos IV., daher wich man nach Mainz aus. 1215, nachdem Otto IV. in ganz Deutschland machtlos geworden war, erfolgte dann noch eine 2. Königskrönung Friedrichs am "richtigen" Krönungsort in Aachen.)

Erste Jahre Friedrichs II. in Deutschland (1212 - 1220)

Die glanzvolle Regierungszeit in Deutschland ist geprägt von Ausschüttung von Privilegien und Besitztümern an die Landesfürsten, die sich Friedrich dadurch gewogen halten wollte, durch Städtegründungen u.a. Besondere Förderung erhielt der Deutschritterorden, dessen Großmeister Hermann von Salza zeitlebens ein wichtiger Vertrauter und Ratgeber war, und der Zisterzienserorden.

1220: Kaiserkrönung Friedrichs: Am 22.November 1220 wird Friedrich in Rom durch Papst Honorius III. (der 1216 Nachfolger von Papst Innozenz III. wurde) zum Kaiser gekrönt.

Europa-KarteGewinnung der Herrschaft über Süditalien (ab 1221)

In den Jahren der Abwesenheit von Italien hatten die Regionalfürsten ihre Herrschaft gefestigt und ausgebaut. Wieder in Italien forderte Friedrich zum Teil in fast diktatorischer Weise die Unterwerfung unter den König und Kaiser. Dabei baute er auch eine zentralistische Verwaltung mit einem vorzüglichen Beamtenapparat auf. Zur Landesverteidigung wurden viele Kastelle u.a. an den Rändern des Landes gebaut.
Das Zentrum Süditaliens verschob sich immer mehr weg von Sizilien nach Unteritalien, vor allem nach Apulien; Foggia wurde bei Friedrich ein wichtiges Zentrum.

[Bild: Karte mit dem Herrschaftsbereich der Staufer von ca. 1150 bis 1250 (Kaiser Friedrich I. Barbarossa bis Friedrich II) ][Durch Anklicken Vergrößerung der Karte (560 KB)]

1224 gründet Friedrich die Universität Neapel; sie diente vor allem der Ausbildung der Verwaltung- und anderen Fachleuten für Süditalien.
1226 wird der Deutsche Orden in der Goldenen Bulle von Rimini mit der Eroberung des heidnischen Preußen beauftragt.
1227 wird Friedrich von Papst Gregor IX. (seit 1527 Nachfolger von Papst Honorius III.) mit dem Kirchenbann belegt. Damit erreicht der Streit zwischen Friedrich und den Päpsten, der die ganzen nächsten Jahre bestimmen wird, einen ersten Höhepunkt. - Auslöser (oder: Vorwand) für den Bann des Papstes war das nicht eingelöste Versprechen Friedrichs bei seiner Königskrönung, demnächst zu einem Kreuzzug nach Jerusalem aufzubrechen. Friedrich hatte den Termin für den Aufbruch zum Kreuzzug mehrmals verschoben (u.a.aus Krankheitsgründen). Eigentliche Ursachen für die harte Gangart des neuen Papstes gegen Friedrich II. war einmal die Sorge des Papstes wegen der Einkreisung des Kirchenstaates durch das umfassende Reich Friedrichs; wichtiger war, dass der Papst ein geradezu messianischen Bewußtsein für die Weltherrschaft der Päpste hatte, was auf das immer stärker ausgeprägten ebenfalls fast messianischen Herrschaftssbewußtsein bei Friedrich II. traf.

Kreuzzug und Krönung zum König von Jerusalem (1228 - 1229)

1225 hatte Friedrich Isabelle von Jerusalem geheiratet; schon seitdem nannte er sich "König von Jerusalem".
1228 bricht Friedrich (immer noch unter dem Bann der Kirche stehend) endgültig zu dem versprochenen Kreuzzug auf. Dieser Kreuzzug verläuft ganz anders als die bisherigen Kreuzzüge:
Jerusalem wird nicht durch Kampf erobert, sondern durch Verhandlungen (die Friedrich schon von Italien aus begonnen hatte) mit dem ägyptischen Sultan Al-Kamil (wobei Friedrichs Kenntnis der arabischen Sprache und seine Hochachtung der orientalischen Kultur eine wichtige Rolle spielten). In dem Vertrag vom 18.2.1229 werden Jerusalem und andere christliche Andachtsstätten sowie ihre Verbindung zur Küste an Friedrich gegeben; ausgenommen ist nur der für die Muslime heilige Bezirk um die Moschee in Jerusalem.
1229 krönt sich Friedrich in Jerusalem zum König von Jerusalem.
1230, nach dem erfolgreichen Kreuzzug, muss der Papst den Bann gegen Friedrich aufheben; es kommt zu einem Friedensschluss mit der Kurie.

Ausbau der sizilianischen Monarchie und Gesetzgebung (ab 1230)

1231 erscheinen die "Konstitutionen von Melfi", das erste umfassende Gestzeswerk des Mittelalters und die wichtigste Gesetzeskodifizierung der Regierung Friedrichs. Diese Gesetze haben auch den Ruhm begründet dass von Friedrich einer der modernsten Staatswesen geschaffen wurde. In 229 Kapiteln sind wichtige staatliche Gesetze festgehalten.

Apotheker1241 wurden noch Nachträge zur Konstitution von Melfi veröffentlicht, u.a. zum Gesundheitswesen in Süditalien. Aus diesen Nachträgen wird hier als Beispiel der Gesetzgebung die Regelung für den Apothekerberuf dargestellt die zeigt wie hier Weichen bis in die Gegenwart gestellt wurden: 1241 gilt als Gründungsdatum für den Apothekerberuf weil hier durch Gesetz folgende Grundsätze festgelegt wurden: Trennung von Arzt und Apothekerpraxis (ein Arzt darf nicht gleichzeitig Apotheker sein), behördliche Aufsicht über Ausbildung und Berufsausübung des Apothekers, staatlich reglementierte Arzneimittelpreise.Ausbau der sizilianischen Monarchie und Gesetzgebung (ab 1230)

[Bild (Marke BRD, 1991): 750 Jahre Apothekerberuf (der Apothekerberuf wurde 1241 geregelt durch Friedrich II. in einem Nachtrag zur Konstitution von Melfi); Bild nach einem in Frankreich im 13. Jhdt. entstandenen Codex]

Zweiter Deutschlandaufenthalt - Revolte des Sohnes Heinrich VII. (1235/1236)

1235 heiratet Friedrich in 3. Ehe Isabella von England

1235 reist Friedrich zum zweiten (und letzten) Mal nach Deutschland. Anlass ist die Kritik an der Regierung seines Sohnes Heinrich, der von seinem Vater protegiert als König Heinrich VII in Deutschland regiert. Die Vorwürfe gegen Heinrich sollen gewesen sein: die fürstenkritische Politik Heinrichs; Heinrichs Ablehnung der willkürlichen und maßlos grausamen Ketzerverfolgung durch die Inquisition; schließlich der Versuch eines Bündnisses mit den lombardischen Städten die inzwischen zu Todfeinden Friedrichs geworden waren. - Es kam zum Zerwürfnis zwischen beiden; Heinrich wurde abgesetzt, zunächst in Wimpfen ohne Anhörung durch seinen Vater gefangengenommen, dann in einem Kastell in Venosa in Apulien eingekerkert, wo er nach einigen Jahren auf nicht ganz geklärte Weise den Tod fand.

1237 ließ dann Friedrich II. auf einem Hoftag in Wien einen seiner anderen Söhne, den damals 9- jährigen Konrad zum deutschen König und zukünftigen Kaiser wählen. Der sollte dann als Konrad IV. die Stauferdynastie fortsetzen.

Friedrichs Hof in Süditalien als Kulturzentrum

Friedrich war mit seinem glanzvollen Auftreten, mit seinen vielfältigen kulturellen Interessen (Dichtung, Architektur), mit seiner Kenntnis der griechischen und arabischen Philosophie, mit seiner aufklärerischen Kritik auch an den Dogmen der Kirche, mit seinem erfahrungswissenschaftlichen Denken ein "Wunder der Welt".

Friedrich II.Am bekanntesten sind davon seine Studien über die Vogeljagd geworden, in denen er viele seiner eigenen empirischen Beobachtungen über das Verhalten der Vögel beschreibt.
1246 ließ er das Falkenbuch auf Drängen seines Sohnes Manfred erscheinen

[Bild (Marke BRD, 1994): 800. Geburtstag von Kaiser Friedrich II.; Portrait Kaiser Friedrichs mit einem Falken; Miniatur aus der Manfred- Ausgabe des Falkenbuches aus dem 13. Jhdt. (Vatikanische Bibliothek)]
 

Kampf mit den Päpsten - Krieg mit den italienischen Städten (1237 - 1250)

Der Krieg mit den lombardischen Städten (vor allem Mailand) bestimmte die letzten 12 Jahre von Friedrichs Regierungszeit, mit wechselnden Erfolgen und Niederlagen: 1237 ein Sieg Friedrichs in der Schlacht bei Cortenuova; 1248 eine schwere Niederlage vor Parma, 1250 wieder Erfolge Friedrichs in Oberitalien.

Vor allem eskalierte der Streit mit den Päpsten:
1239 wird Friedrich zum zweiten Mal durch Papst Gregor IX. exkommuniziert und gebannt. Mit Bildern aus der Apokalypse wird Friedrich zum Antichrist erklärt
1244 flieht der neue Papst Innozenz IV (Papst seit 1243) nach Lyon.
1245 setzt Innozenz IV auf dem Konzil von Lyon Friedrich II. als Kaiser ab; in Deutschland werden Gegenkönige eingesetzt. Die Wirkung der Absetzung des Kaisers war begrenzt.
1246 und 1249 werden Verschwörung gegen Friedrich II. und Giftmordversuche entdeckt, hinter denen gleich der Papst vermutet wurde.

Friedrichs Tod (1250)

Am 13. Dezember 1250 stirbt Friedrich II an einer fiebrigen Entzündung mit 56 Jahren in seinem Jagdschloss in Fiorentino in Apulien. Er stirbt, mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen, gehüllt in die graue Kutte der Zisterziensermönches. Auch im Sterben will er deutlich machen dass er ein gläubiger Christ und ein Herrscher von Gottes Gnaden ist. - Sein Leichnam wird in einem Sarkophag in Palermo in Sizilien beigesetzt.

Mit Friedrich Tod ist auch die Verkörperung der Idee des Weltreiches zu Ende. Zwar regiert noch für kurze Zeit der Staufer Konrad IV, aber nach seinem frühen Tod 1254 und der Enthauptung Konradins 1268 ist auch die Dynastie der Staufer zu Ende..

Erinnerung an Friedrich II. in Süditalien
Osteria-Schild.
Die Erinnerung an Friedrich II. als einen der bedeutendsten Herrscher, der besonders für die Entwicklung Süditaliens viel getan hat, ist auch heute noch in Sizilien und Unteritalien lebendig:Unzählige Strassen sind nach Frederico II benannt; Gasthäuser werben möglichst in ihren Namen und Wappen mit den staufischen Löwen und dem Schwaben Friedrich. 

[Bild (Foto): Wirtshausschild in Vico del Gargano, Apulien: "lo Suevo osteria", staufischer Löwe]

Castel del Monte.
Und von den vielen Kastellen und anderen Bauwerken, die Friedrich II. in Auftrag gegeben oder sogar weitgehend selbst geplant hat, ist Castel des Monte in Apulien in der Nähe von Bari eines der großartigsten und immer noch rätselhaftesten Bauten des Mittelalters. Es soll weitgehend von Kaiser Friedrich selbst geplant worden sein,

[Bild (Foto): Castel del Monte in Apulien, erbaut von Kaiser Friedrich II.]

Zur Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte

Die Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte ist umstritten und schillernd wie bei wenigen großen Gestalten der Geschichte: 

Da gibt es einmal den Mythos um Friedrich II. und seine Funktionalisierung für politische Ziele:: Der Mythos, dass Friedrich demnächst als Retter Deutschlands wiederkommt, oder dass er im Kyffhäuser ruht bis er wiederkommt (bei der Kyffhäuser-Legende wurde dann später Friedrich Barbarossa an die Stelle Friedrichs II. gesetzt). - 
Die Weltreichsidee Friedrichs war im 19. Jhdt. seit der Romantik mit ihrer Wiederentdeckung des Mittelalters ein wichtiges identitätsstiftendes Element für die deutsche Nationalbewegung, vollends nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1906. - 
Und für die Nationalsozialisten wurde Friedrich II. schnell zum Vorläufer der Diktatur Hitlers.

Kritische Sichtweisen: Für manche ist er immer noch der Antichrist; andere kritisieren die messianische Anmaßung Friedrichs; andere sehen vor allem die diktatorischen und grausamen Züge bei Friedrich; andere betonen, dass Friedrich mit der Verwirklichung seiner Weltreichsidee gescheitert ist und eher die Selbständigkeit der Territorialfürsten gestärkt hat. 

Für viele ist Friedrich einer der glanzvollsten Herrscher der deutschen Geschichte, das Staunen der Welt, der erste moderne Herrscher (so Ernst Kantorowicz in seiner Biographie "Kaiser Friedrich II." von 1927), "der erste Europäer nach meinem Geschmack" (so Friedrich Nietzsche), ein aufgeklärter Geist, ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident..
 

Literaturhinweise:

Herbert Nette: Friedrich II. von Hohenstaufen, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.
rororo bildmonographien, Rowohlt Taschenbuch-Verlag, 1975

Knut Görich:Die Staufer - Herrscher und Reich.
C.H.Beck Wissen, Verlag C.H.Beck, 2006

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Friedrich V., Kurfürst der Pfalz, "Winterkönig". - * 26.8.1596 in Amberg, + 29.11.1632 in Mainz. - Friedrich V. wurde als Haupt der protestantischen Union von den böhmischen Ständen zum König gewählt, verlor aber 1620 durch die Niederlage am Weißen Berge Königskrone und Kurpfalz.

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Friedrich d.Gr.Friedrich II., König von Preußen (1740 - 1786), * 24.1.1712 in Berlin, + 17.8.1786 in Sanssouci bei Potsdam. - 
Friedrich II. von Preußen ("der Große") hat zwar nie länger in Südwestdeutschland gelebt; es gibt aber einige Beziehungen zu Süddeutschland:

[Bild (Marke BRD, 1986): 200. Todestag von König Friedrich dem Großen; Portrait Friedrichs II. von Preußen, Gemälde von Anton Graff]

- 1730 war Friedrich mit seinem Vater zu Besuch in Ludwigsburg. Auf dem Rückweg unternahm Friedrich bei Sinsheim den Fluchtversuch, der ihm von seinem Vater Gefängnis und seinem Freund Katte den Tod brachte. (Hans Hermann von Katte wurde am 6.11.1730 unter den Augen des Kronprinzen in Küstrin enthauptet.)
- Ab 1741wurde Karl Eugen, der spätere Herzog von Wirtemberg, am Hofe Friedrichs in Potsdam erzogen.
- Schließlich stand der Sarg Friedrichs (und der Sarg seines Vaters) von 1950 - 1990 in der evang. Schloßkapelle auf dem Hohenzollern bei Hechingen.


.Friedrich I. von Baden
Friedrich I., Großherzog von Baden. -* 9.9.1826 in Karlsruhe, + am 28.9.1907 auf der Mainau. - 

Friedrich war der 2.Sohn von Großherzog Leopold von Baden. Anstelle seines älteren Bruders Ludwig, der für  unheilbar geisteskrank erklärt wurde, regierte Friedrich seit 1852 als Prinzregent, seit 1856 als Großherzog Friedrich I. von Baden. Verheiratet war er mit Luise von Preußen, der Tochter des preußischen Königs und späteren Kaisers Wilhelm I. 

[Bild (10-Mark-Goldmünze des Deutschen Reiches, 1898): Portrait von Großherzog Friedrich I. von Baden]

Friedrich I. hat über 50 Jahre als 5. Großherzog von Baden regiert. Er gilt als fortschrittlich und gemäßigt liberal und als Vorkämpfer der nationalen Einheit unter preußischer Führung. In seiner Regierungszeit, die gelegentlich als "Neue Ära" bezeichnet wird, wurden - nach einer Amnestie für die Revolutionäre von 1848/49 - ab 1862 liberale Reformen durchgeführt (Gewerbefreiheit, Judenemanzipation, staatliche Schulaufsicht, Simultanschule als Regelschule).


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Friedrich II., Großherzog von Baden. - * 9.7.1857 in Karlsruhe, + 9.8.1928 in Badenweiler. - Friedrich II. setzt die liberale Politik seines Vaters fort. Er regiert ab 1907 und muss 1918 auf den Thron verzichten.
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Friedrich I., Herzog von Wirtemberg (1593 - 1608). - * 19.8.1557 in Mömpelgard, + 29.1.1608 in Stuttgart (Grab in der Stuttgarter Stiftskirche).. - 

Friedrich I., in Mömpelgard nahe bei Frankreich aufgewachsen und von dort durch absolutistische Vorstellungen geprägt, war ein Vertreter des Frühabsolutismus in Wirtemberg.

Friedrich besuchte zur Ausbildung 1571 - 1574 die neue Akademie in Tübingen (das spätere "Collegium illustre"), ging danach standesgemäß auf Bildungsreisen, und heiratete 1581 Sibylla von Anhalt.

Als Friedrich 1593 Herzog wurde kam es schon bald zum Eklat mit den wirtembergischen Ständen, der sich durch die ganze Regierungszeit Friedrichs fortsetzte: Friedrich wollte mehr Geld (das die Stände nach dem Tübinger Vertrag bewilligen mussten) für die Hofhaltung, für seine Bauten, für Zukäufe von Land, und er wollte ein Stehendes Heer für das Herzogtum. 1607 erreichte Friedrich, beraten von dem Geheimen Rat Matthäus Enzlin, der für die Stärkung der fürstlichen Macht plädierte, eine Einschränkung des Finanzrechts der Stände.

Einige weitere wichtige Ereignisse in Friedrichs Regierungszeit:

- Herzog Friedrich löste 1599 Wirtemberg vollends aus dem Lehnsverhältnis zu Österreich. (Im Prager Vertrag von 1599 erkaufte er die Reichsunmittelbarkeit mit einer Ablöse von 400000 Gulden von Rudolf II. von Habsburg). 

- Er erwarb 1595ff durch Kauf von der Markgrafschaft Baden die Ämter Altensteig, Mundelsheim, Besigheim und Liebenzell für Wirtemberg.

- In Freudenstadt plante er eine neue Residenz für dasHerzogtum Wirtemberg. Heinrich Schickardt war hier Friedrichs Hofbaumeister, wie auch bei anderen Bauvorhaben Friedrichs, z.B. Schloss Hellenstein bei Heidenheim, Umbau von Schloss Hohentübingen.

- Friedrich war ein Anhänger des Merkantilismus mit der staatlichen Förderung der Industrie und Wirtschaft: Er förderte z.B. Bergbau und Hüttenwesen und die Leineweberei (Leineweberkompanie in Urach).

- 1603 erhielt Herzog Friedrich den bedeutenden englischen Hosenbandorden. Er war darauf so stolz, dass er im Portal von Schloss Hohentübingen den Orden einmeißeln ließ: "Honi soit qui mal y pense".


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Friedrich, 1. König von Württemberg. - * 6.11.1754 in Treptow in Hinterpommern, + 30.10.1816 in Stuttgart (Grab in Ludwigsburg).-

König FriedrichFriedrich (der "Dicke Friedrich", wie er respektlos aber zutreffend oft genannt wird) war von 1797 - 1803 als Friedrich II. Herzog von Wirtemberg; 1806 wurde er 1. König des Königreichs Württemberg.

[Bild (Foto): Gemälde von Johann Baptist Seele, 1806: König Friedrich von Württemberg im Krönungsornat]

Friedrich ist in Pommern geboren, wo sein Vater als Offizier in Diensten Friedrichs des Großen war. Seine "Jugendzeit", seine Zeit vor Wirtemberg verlief teilweise dramatisch: Auch Friedrich wird zunächst 1774 Offizier im Preußischen Heer, wirkt in Pommern und in Schlesien, er wist beim Bayerischen Erbfolgekrieg eingesetzt. 1781 wechselt er in russische Dienste unter Zar Paul I. Er macht Karriere, wird bald Generalgouverneur für den russischen Teil von Finnland. Dann kommt seine Ehe mit Auguste Karoline von Braunschweig-Lüneburg, die offenbar eine Katastrophe ist: Auguste Karoline will die Scheidung und wird dabei von der Zarin Katharina unterstützt. Friedrich kann nicht mehr in Rußland bleiben; 
1786 reicht er seine Entlassung beim Russischen Heer ein.

Friedrich zieht nach Süden und Westen: Zunächst auf sein Gut Bodenheim bei Mainz, dann besucht er Paris, er ist dort auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution (was ihn für seine spätere Ablehnung aller revolutionären Ansätze tief prägte). 1790 zieht Friedrich nach Ludwigsburg, noch ohne die Perspektive bald einmal Landesherr zu werden. - Von Ludwigsburg aus besucht Friedrich in diesen Jahren von 1790 - 1797 regelmäßig seinen Sommersitz im "Schlössle" in Schwieberdingen.

1797 stirbt Friedrichs Vater Herzog Friedrich Eugen nach nur 2 Jahren Regierungszeit; Friedrich wird als Herzog Friedrich II. neuer Herzog von Wirtemberg.
1797 heiratet Friedrich zum 2.Mal; diesmal Charlotte Auguste Mathilde von Großbritannien.

Friedrichs Zeit als Herzog ist wieder - wie schon bei Herzog Friedrich I. - geprägt vom Kampf gegen die Stände. Der Landtag wird aufgelöst, Führer der Landstände werden verhaftet, die Verfassung wird aufgehoben.
Hauptthema dieser Jahre ist aber der Kampf gegen und mit Frankreich und Napoleon: In den Koalitionskriegen kämpft Wirtemberg zunächst gegen Frankreich und verliert einen Großteil des Herzogtums. 
1803 wechselt Friedrich die Fronten und tritt auf die Seite Napoleons über. Unter der Protektion Napoleons erreicht er eine Vergrößerung des Territoriums Wirtembergs und die Erhebung  zum Kurfürstentum; von 1803 - 1806 ist er als Kurfürst Friedrich von Wirtemberg

1805 kommt es zu jener denkwürdigen Begegnung im Ludwigsburger Schloss zwischen Napoleon und Friedrich, bei dem Napoleon das Militärbündnis mit Frankreich befestigt, den Beitritt Wirtembergs zum Rheinbund erreicht und dafür weitere Vergrößerungen des Landes und die Erhebung zum Königreich zusagt. Am 1.1.1806 erfolgt im Ludwigsburger Schloss die Proklamation zum König Friedrich von Württemberg

1813, nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig, wechselte Friedrich wieder das Lager und schloss sich der Koalition gegen Frankreich an.

Die Vergrößerung des Landes ist im Artikel über das Königreich Württemberg genauer dargestellt. 
Für Friedrich stellte sich jetzt die Aufgabe in diesem neuen größeren und aus sehr heterogenen Teilen zusammengesetzten Land eine einheitliche Verwaltung zu etablieren. Respekt für Friedrichs Leistung in dieser Hinsicht äußern auch seine größten Kritiker. - 

König Friedrich regierte zentralistisch und in absolutistischer Manier. Die neuen Gebiete ("Neu-Württemberg") wurden z.T. brutal in Württemberg eingegliedert. Auch in Fragen der Religion dominierte der Rationalismus; Pietisten hatten es schwer, und es ist kein Wunder, dass manche nur in der Auswanderung eine Zukunft sahen.

Die alte Verfassung, das "Alte Recht" (für das u.a. Uhland leidenschaftlich kämpfte) wurde von Friedrich außer Kraft gesetzt. Eine neue Verfassung wurde erst vom Nachfolger, König Wilhelm I., im Jahr 1819 verabschiedet.

Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Der schwäbische Zar. Friedrich, Württembergs erster König.
Deutsche-Verlags-Anstalt 1984


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: Friedrich I.u.a. / letzte Änderung: 25.6.2009