Lexikon
Geschichte Baden+Württemberg: Friedrich
I. u.a. (Herrscher von
Friedrich I. von Hohenstaufen bis König Friedrich von Württemberg)
| Übersicht über einige Herrscher mit Namen Friedrich im Gebiet von Baden und Württemberg, mit Links zu den Friedrich- Artikeln auf dieser Seite: | Friedrich
I. von Staufen, Herzog von Schwaben (+ 1105)
Friedrich I. Barbarossa, deutscher Kaiser (+ 1190) Friedrich II., Kaiser aus dem Haus der Staufer (+ 1250) Friedrich
V.,
Kurfürst der Pfalz (+ 1632)
Friedrich
I., Großherzog von Baden (+ 1907)
Friedrich
I., Herzog von Wirtemberg (+ 1608)
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Friedrich I. von Hohenstaufen, Herzog von Schwaben. - * um 1050, + 1105 (Grab in Lorch).. - Friedrich, dessen Vater sich noch Friedrich von Büren nannte (nach dem Herrenhof Wäschenbeuren, nördlich vom Hohenstaufen gelegen), und dessen Mutter die wohltätige Hildegard von Egisheim-Mousson war, gilt als Stammvater der Staufer. Er hat die Burg Hohenstaufen erbaut, nach dem sich die Staufer von nun an nannten, und das Kloster Lorch (gestiftet 1102) als Grablege der Staufer vorgesehen. Verheiratet war er mit Agnes (Agnes von Waiblingen), einer Tochter Kaiser Heinrichs IV, die auch Waiblingen als Hausgut zu den Staufern brachte.. 1079 wird Friedrich, der ein treuer Verbündeter Heinrichs IV. in den Kämpfen des Investiturstreit war, von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Damit beginnt der Aufstieg der Staufer zum bedeutendsten Herrschergeschlecht der nächsten 150 Jahre in Schwaben und im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Friedrich
als Herzog von Schwaben war allerdings zunächst nicht unbestritten:
Berthold II. von Zähringen beanspruchte den Titel eines Herzog von
Schwaben ebenfalls. Erst 1098 verzichtete Berthold II. von Zähringen
auf das Herzogtum Schwaben (und wurde dafür mit dem Reichslehen Zürich
und einem Herzogtitel abgefunden); seit 1098 war Friedrich von Hohenstaufen
als Herzog von Schwaben allgemein anerkannt.
. Friedrich
I.
Barbarossa,
Staufer, deutscher Kaiser. - * 1125 evtl. in Waiblingen,
+ 10.6.1190 in Kleinasien.
[Bild (Marke BRD, 1977): Stauffer-Ausstellung 1977 in Stuttgart; Barbarossakopf, Reliquar aus Cappenberg, 1165] Friedrich
Barbarossa erbt 1147 das Herzogtum Schwaben.
1152 wird Friedrich deutscher König, 1155 Kaiser .
Auf dem Miniatur aus der Welfenchronik, die dem Briefmarkenmotiv zum Reichstag von Gelnhausen zugrunde liegt, ist Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen abgebildet, er thront zwischen König (und späteren Kaiser) Heinrich VI. und Herzog Friedrich von Schwaben, beide seit 1169 im Amt. [Bild
(Marke BRD, 1980): Reichstag zu Gelnhausen 1180: Kaiser Friedrich I. mit
seinen Söhnen. Miniatur aus der Welfenchronik, 12. Jhdt.]
. Friedrich II., Kaiser aus dem Haus der Staufer, Enkel Friedrich Barbarossas. - * 26.12. 1194 in Jesi bei Ancona, + 1250 im Castel Fiorentino in Apulien (Grab in Palermo). -
[Bild (Marke BRD, 1990): 750 Jahre Privileg für Messen in Frankfurt, ausgestellt durch Kaiser Friedrich II. 1240; Abbildung des Siegels Friedrichs mit dem thronenden Kaiser] Auf Friedrichs Initiative geht die Gründung vieler Städte als Stützen der staufischen Macht oder die Übertragung von Stadtrechten zurück: z.B. Esslingen, Heilbronn, Weinsberg, Weil der Stadt, Wangen, Biberach, Rottweil. Einige Daten zur Biographie und zu wichtigen Ereignissen im dramatischen Leben Friedrichs II.: Kindheit und Jugend des Federico Secondo (1194 - 1212): 1194 wird Friedrich
in Jesi bei Ancona in Italien geboren. Er ist Sohn des Stauferkaisers Heinrich
VI. und seiner Frau Konstanze von Sizilien, Enkel Kaiser Friedrich
Barbarossas und Enkel des normannischen Königs Roger II. von Sizilien.
Seinen Namen erhält er nach den beiden Großvätern - Friedrich
Roger.
Die frühen Jahre Friedrichs
sind geprägt vom Streit um seine Anerkennung als König
und Kaiser:
1208 wird Friedrich
mündig (nach damaligem Recht mit 14 Jahren)
1211 wird Friedrich
(der vor 1212 noch nie in Deutschland war) in Nürnberg zum deutschen
König gewählt, als Gegenkönig zum Welfen Otto IV. (Papst
Innozenz III. war die treibende Kraft hinter dieser Königswahl; er
wollte damit vor allem die für Rom bedrängenden Weltherrschaftspläne
Ottos IV. verhindern.) Von allen anerkannt war Friedrich damit noch lange
nicht.
(Der eigentlich "richtige" Krönungsort, Aachen, war um diese Zeit noch unter der Herrschaft König Ottos IV., daher wich man nach Mainz aus. 1215, nachdem Otto IV. in ganz Deutschland machtlos geworden war, erfolgte dann noch eine 2. Königskrönung Friedrichs am "richtigen" Krönungsort in Aachen.) Erste Jahre Friedrichs II. in Deutschland (1212 - 1220) Die glanzvolle Regierungszeit in Deutschland ist geprägt von Ausschüttung von Privilegien und Besitztümern an die Landesfürsten, die sich Friedrich dadurch gewogen halten wollte, durch Städtegründungen u.a. Besondere Förderung erhielt der Deutschritterorden, dessen Großmeister Hermann von Salza zeitlebens ein wichtiger Vertrauter und Ratgeber war, und der Zisterzienserorden. 1220: Kaiserkrönung Friedrichs: Am 22.November 1220 wird Friedrich in Rom durch Papst Honorius III. (der 1216 Nachfolger von Papst Innozenz III. wurde) zum Kaiser gekrönt.
In den Jahren der Abwesenheit
von Italien hatten die Regionalfürsten ihre Herrschaft gefestigt und
ausgebaut. Wieder in Italien forderte Friedrich zum Teil in fast diktatorischer
Weise die Unterwerfung unter den König und Kaiser. Dabei baute er
auch eine zentralistische Verwaltung mit einem vorzüglichen Beamtenapparat
auf. Zur Landesverteidigung wurden viele Kastelle u.a. an den Rändern
des Landes gebaut.
[Bild: Karte mit dem Herrschaftsbereich der Staufer von ca. 1150 bis 1250 (Kaiser Friedrich I. Barbarossa bis Friedrich II) ][Durch Anklicken Vergrößerung der Karte (560 KB)] 1224 gründet
Friedrich die Universität Neapel; sie diente vor allem der Ausbildung
der Verwaltung- und anderen Fachleuten für Süditalien.
Kreuzzug und Krönung zum König von Jerusalem (1228 - 1229) 1225 hatte Friedrich
Isabelle von Jerusalem geheiratet; schon seitdem nannte er sich "König
von Jerusalem".
Ausbau der sizilianischen Monarchie und Gesetzgebung (ab 1230) 1231 erscheinen die "Konstitutionen von Melfi", das erste umfassende Gestzeswerk des Mittelalters und die wichtigste Gesetzeskodifizierung der Regierung Friedrichs. Diese Gesetze haben auch den Ruhm begründet dass von Friedrich einer der modernsten Staatswesen geschaffen wurde. In 229 Kapiteln sind wichtige staatliche Gesetze festgehalten.
[Bild (Marke BRD, 1991): 750 Jahre Apothekerberuf (der Apothekerberuf wurde 1241 geregelt durch Friedrich II. in einem Nachtrag zur Konstitution von Melfi); Bild nach einem in Frankreich im 13. Jhdt. entstandenen Codex] Zweiter Deutschlandaufenthalt - Revolte des Sohnes Heinrich VII. (1235/1236) 1235 heiratet Friedrich in 3. Ehe Isabella von England 1235 reist Friedrich zum zweiten (und letzten) Mal nach Deutschland. Anlass ist die Kritik an der Regierung seines Sohnes Heinrich, der von seinem Vater protegiert als König Heinrich VII in Deutschland regiert. Die Vorwürfe gegen Heinrich sollen gewesen sein: die fürstenkritische Politik Heinrichs; Heinrichs Ablehnung der willkürlichen und maßlos grausamen Ketzerverfolgung durch die Inquisition; schließlich der Versuch eines Bündnisses mit den lombardischen Städten die inzwischen zu Todfeinden Friedrichs geworden waren. - Es kam zum Zerwürfnis zwischen beiden; Heinrich wurde abgesetzt, zunächst in Wimpfen ohne Anhörung durch seinen Vater gefangengenommen, dann in einem Kastell in Venosa in Apulien eingekerkert, wo er nach einigen Jahren auf nicht ganz geklärte Weise den Tod fand. 1237 ließ dann Friedrich II. auf einem Hoftag in Wien einen seiner anderen Söhne, den damals 9- jährigen Konrad zum deutschen König und zukünftigen Kaiser wählen. Der sollte dann als Konrad IV. die Stauferdynastie fortsetzen. Friedrichs Hof in Süditalien als Kulturzentrum Friedrich war mit seinem glanzvollen Auftreten, mit seinen vielfältigen kulturellen Interessen (Dichtung, Architektur), mit seiner Kenntnis der griechischen und arabischen Philosophie, mit seiner aufklärerischen Kritik auch an den Dogmen der Kirche, mit seinem erfahrungswissenschaftlichen Denken ein "Wunder der Welt".
[Bild (Marke BRD, 1994):
800. Geburtstag von Kaiser Friedrich II.; Portrait Kaiser Friedrichs mit
einem Falken; Miniatur aus der Manfred- Ausgabe des Falkenbuches aus dem
13. Jhdt. (Vatikanische Bibliothek)]
Kampf mit den Päpsten - Krieg mit den italienischen Städten (1237 - 1250) Der Krieg mit den lombardischen Städten (vor allem Mailand) bestimmte die letzten 12 Jahre von Friedrichs Regierungszeit, mit wechselnden Erfolgen und Niederlagen: 1237 ein Sieg Friedrichs in der Schlacht bei Cortenuova; 1248 eine schwere Niederlage vor Parma, 1250 wieder Erfolge Friedrichs in Oberitalien. Vor allem eskalierte der
Streit mit den Päpsten:
Friedrichs Tod (1250) Am 13. Dezember 1250 stirbt Friedrich II an einer fiebrigen Entzündung mit 56 Jahren in seinem Jagdschloss in Fiorentino in Apulien. Er stirbt, mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen, gehüllt in die graue Kutte der Zisterziensermönches. Auch im Sterben will er deutlich machen dass er ein gläubiger Christ und ein Herrscher von Gottes Gnaden ist. - Sein Leichnam wird in einem Sarkophag in Palermo in Sizilien beigesetzt. Mit Friedrich Tod ist auch die Verkörperung der Idee des Weltreiches zu Ende. Zwar regiert noch für kurze Zeit der Staufer Konrad IV, aber nach seinem frühen Tod 1254 und der Enthauptung Konradins 1268 ist auch die Dynastie der Staufer zu Ende.. Erinnerung an Friedrich
II. in Süditalien
[Bild (Foto): Wirtshausschild in Vico del Gargano, Apulien: "lo Suevo osteria", staufischer Löwe]
[Bild (Foto): Castel del Monte in Apulien, erbaut von Kaiser Friedrich II.] Zur Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte Die Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte ist umstritten und schillernd wie bei wenigen großen Gestalten der Geschichte: Da gibt es einmal den Mythos
um Friedrich II. und seine Funktionalisierung für politische Ziele::
Der Mythos, dass Friedrich demnächst als Retter Deutschlands wiederkommt,
oder dass er im Kyffhäuser ruht bis er wiederkommt (bei der Kyffhäuser-Legende
wurde dann später Friedrich Barbarossa an die Stelle Friedrichs II.
gesetzt). -
Kritische Sichtweisen: Für manche ist er immer noch der Antichrist; andere kritisieren die messianische Anmaßung Friedrichs; andere sehen vor allem die diktatorischen und grausamen Züge bei Friedrich; andere betonen, dass Friedrich mit der Verwirklichung seiner Weltreichsidee gescheitert ist und eher die Selbständigkeit der Territorialfürsten gestärkt hat. Für viele ist Friedrich
einer der glanzvollsten Herrscher der deutschen Geschichte, das Staunen
der Welt, der erste moderne Herrscher (so Ernst Kantorowicz in seiner Biographie
"Kaiser Friedrich II." von 1927), "der erste Europäer nach meinem
Geschmack" (so Friedrich Nietzsche), ein aufgeklärter Geist, ein Brückenbauer
zwischen Orient und Okzident..
Literaturhinweise: Herbert Nette: Friedrich
II. von Hohenstaufen, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.
Knut Görich:Die Staufer
- Herrscher und Reich.
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Friedrich V., Kurfürst der Pfalz, "Winterkönig". - * 26.8.1596 in Amberg, + 29.11.1632 in Mainz. - Friedrich V. wurde als Haupt der protestantischen Union von den böhmischen Ständen zum König gewählt, verlor aber 1620 durch die Niederlage am Weißen Berge Königskrone und Kurpfalz. . Friedrich
II., König von Preußen (1740 - 1786),
* 24.1.1712 in Berlin, + 17.8.1786 in Sanssouci bei Potsdam. -
Friedrich II. von Preußen ("der Große") hat zwar nie länger in Südwestdeutschland gelebt; es gibt aber einige Beziehungen zu Süddeutschland: [Bild (Marke BRD, 1986): 200. Todestag von König Friedrich dem Großen; Portrait Friedrichs II. von Preußen, Gemälde von Anton Graff] - 1730 war Friedrich mit
seinem Vater zu Besuch in Ludwigsburg. Auf dem Rückweg unternahm Friedrich
bei Sinsheim
den Fluchtversuch, der ihm von seinem Vater Gefängnis und seinem Freund
Katte
den Tod brachte. (Hans Hermann von Katte wurde am 6.11.1730 unter den Augen
des Kronprinzen in Küstrin enthauptet.)
.
Friedrich I., Großherzog von Baden. -* 9.9.1826 in Karlsruhe, + am 28.9.1907 auf der Mainau. - Friedrich war der 2.Sohn von Großherzog Leopold von Baden. Anstelle seines älteren Bruders Ludwig, der für unheilbar geisteskrank erklärt wurde, regierte Friedrich seit 1852 als Prinzregent, seit 1856 als Großherzog Friedrich I. von Baden. Verheiratet war er mit Luise von Preußen, der Tochter des preußischen Königs und späteren Kaisers Wilhelm I. [Bild (10-Mark-Goldmünze des Deutschen Reiches, 1898): Portrait von Großherzog Friedrich I. von Baden] Friedrich
I. hat über 50 Jahre als 5. Großherzog von Baden regiert. Er
gilt als fortschrittlich und gemäßigt liberal und als Vorkämpfer
der nationalen Einheit unter preußischer Führung. In seiner
Regierungszeit, die gelegentlich als "Neue Ära" bezeichnet wird, wurden
- nach einer Amnestie für die Revolutionäre von 1848/49 - ab
1862 liberale Reformen durchgeführt (Gewerbefreiheit, Judenemanzipation,
staatliche Schulaufsicht, Simultanschule als Regelschule).
. Friedrich II., Großherzog von Baden. - * 9.7.1857 in Karlsruhe, + 9.8.1928 in Badenweiler. - Friedrich II. setzt die liberale Politik seines Vaters fort. Er regiert ab 1907 und muss 1918 auf den Thron verzichten. |
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Friedrich I., Herzog von Wirtemberg (1593 - 1608). - * 19.8.1557 in Mömpelgard, + 29.1.1608 in Stuttgart (Grab in der Stuttgarter Stiftskirche).. - Friedrich I., in Mömpelgard nahe bei Frankreich aufgewachsen und von dort durch absolutistische Vorstellungen geprägt, war ein Vertreter des Frühabsolutismus in Wirtemberg. Friedrich besuchte zur Ausbildung 1571 - 1574 die neue Akademie in Tübingen (das spätere "Collegium illustre"), ging danach standesgemäß auf Bildungsreisen, und heiratete 1581 Sibylla von Anhalt. Als Friedrich 1593 Herzog wurde kam es schon bald zum Eklat mit den wirtembergischen Ständen, der sich durch die ganze Regierungszeit Friedrichs fortsetzte: Friedrich wollte mehr Geld (das die Stände nach dem Tübinger Vertrag bewilligen mussten) für die Hofhaltung, für seine Bauten, für Zukäufe von Land, und er wollte ein Stehendes Heer für das Herzogtum. 1607 erreichte Friedrich, beraten von dem Geheimen Rat Matthäus Enzlin, der für die Stärkung der fürstlichen Macht plädierte, eine Einschränkung des Finanzrechts der Stände. Einige weitere wichtige Ereignisse in Friedrichs Regierungszeit: - Herzog Friedrich löste 1599 Wirtemberg vollends aus dem Lehnsverhältnis zu Österreich. (Im Prager Vertrag von 1599 erkaufte er die Reichsunmittelbarkeit mit einer Ablöse von 400000 Gulden von Rudolf II. von Habsburg). - Er erwarb 1595ff durch Kauf von der Markgrafschaft Baden die Ämter Altensteig, Mundelsheim, Besigheim und Liebenzell für Wirtemberg. - In Freudenstadt plante er eine neue Residenz für dasHerzogtum Wirtemberg. Heinrich Schickardt war hier Friedrichs Hofbaumeister, wie auch bei anderen Bauvorhaben Friedrichs, z.B. Schloss Hellenstein bei Heidenheim, Umbau von Schloss Hohentübingen. - Friedrich war ein Anhänger des Merkantilismus mit der staatlichen Förderung der Industrie und Wirtschaft: Er förderte z.B. Bergbau und Hüttenwesen und die Leineweberei (Leineweberkompanie in Urach). - 1603
erhielt Herzog Friedrich den bedeutenden englischen Hosenbandorden.
Er war darauf so stolz, dass er im Portal von Schloss Hohentübingen
den Orden einmeißeln ließ: "Honi soit qui mal y pense".
. Friedrich, 1. König von Württemberg. - * 6.11.1754 in Treptow in Hinterpommern, + 30.10.1816 in Stuttgart (Grab in Ludwigsburg).-
[Bild (Foto): Gemälde von Johann Baptist Seele, 1806: König Friedrich von Württemberg im Krönungsornat] Friedrich ist in Pommern
geboren, wo sein Vater als Offizier in Diensten Friedrichs des Großen
war. Seine "Jugendzeit", seine Zeit vor Wirtemberg verlief teilweise
dramatisch: Auch Friedrich wird zunächst 1774 Offizier im Preußischen
Heer, wirkt in Pommern und in Schlesien, er wist beim Bayerischen Erbfolgekrieg
eingesetzt. 1781 wechselt er in russische Dienste unter Zar Paul I. Er
macht Karriere, wird bald Generalgouverneur für den russischen Teil
von Finnland. Dann kommt seine Ehe mit Auguste Karoline von Braunschweig-Lüneburg,
die offenbar eine Katastrophe ist: Auguste Karoline will die Scheidung
und wird dabei von der Zarin Katharina unterstützt. Friedrich kann
nicht mehr in Rußland bleiben;
Friedrich zieht nach Süden und Westen: Zunächst auf sein Gut Bodenheim bei Mainz, dann besucht er Paris, er ist dort auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution (was ihn für seine spätere Ablehnung aller revolutionären Ansätze tief prägte). 1790 zieht Friedrich nach Ludwigsburg, noch ohne die Perspektive bald einmal Landesherr zu werden. - Von Ludwigsburg aus besucht Friedrich in diesen Jahren von 1790 - 1797 regelmäßig seinen Sommersitz im "Schlössle" in Schwieberdingen. 1797 stirbt Friedrichs
Vater Herzog Friedrich Eugen nach nur 2 Jahren Regierungszeit; Friedrich
wird als Herzog Friedrich II. neuer Herzog von Wirtemberg.
Friedrichs Zeit als Herzog
ist wieder - wie schon bei Herzog Friedrich I.
- geprägt vom Kampf gegen die Stände. Der Landtag wird aufgelöst,
Führer der Landstände werden verhaftet, die Verfassung wird aufgehoben.
1805 kommt es zu jener denkwürdigen Begegnung im Ludwigsburger Schloss zwischen Napoleon und Friedrich, bei dem Napoleon das Militärbündnis mit Frankreich befestigt, den Beitritt Wirtembergs zum Rheinbund erreicht und dafür weitere Vergrößerungen des Landes und die Erhebung zum Königreich zusagt. Am 1.1.1806 erfolgt im Ludwigsburger Schloss die Proklamation zum König Friedrich von Württemberg. 1813, nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig, wechselte Friedrich wieder das Lager und schloss sich der Koalition gegen Frankreich an. Die
Vergrößerung des Landes ist im Artikel über das Königreich
Württemberg genauer dargestellt.
König Friedrich regierte zentralistisch und in absolutistischer Manier. Die neuen Gebiete ("Neu-Württemberg") wurden z.T. brutal in Württemberg eingegliedert. Auch in Fragen der Religion dominierte der Rationalismus; Pietisten hatten es schwer, und es ist kein Wunder, dass manche nur in der Auswanderung eine Zukunft sahen. Die alte Verfassung, das "Alte Recht" (für das u.a. Uhland leidenschaftlich kämpfte) wurde von Friedrich außer Kraft gesetzt. Eine neue Verfassung wurde erst vom Nachfolger, König Wilhelm I., im Jahr 1819 verabschiedet. Literaturhinweis:
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