WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: Friedrich I. u.a. (Herrscher wie Herzog Friedrich I. von Staufen, Kaiser Friedrich Barbarossa, Kaiser Friedrich II., König Friedrich von Württemberg)
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Übersicht über einige Herrscher mit Namen Friedrich im Gebiet von Südwestdeutschland, mit Links zu den Friedrich- Artikeln auf dieser Seite:  BarbarossaFriedrich I. (von Staufen), Herzog von Schwaben (+ 1105)
Friedrich II. (von Staufen), Herzog von Schwaben (+ 1147)

Friedrich I. Barbarossa (Staufer), deutscher Kaiser (+ 1190)


Friedrich II., (Staufer) deutscher Kaiser  (+ 1250) Friedrich II.
 

Friedrich V., Kurfürst der Pfalz  (+ 1632)
Friedrich II, König von Preußen (+ 1786)

Friedrich I. von BadenFriedrich I., Großherzog von Baden (+ 1907)

Friedrich II., Großherzog von Baden (+ 1928)


König FriedrichFriedrich I.,  Herzog von Wirtemberg (+ 1608)

Friedrich II., Herzog von Wirtemberg, Kurfürst und als
                    Friedrich I. 1. König von Württemberg (+ 1816)

[Bilder rechts, von oben: Friedrich I. (Barbarossa); Kaiser Friedrich II.; Friedrich I. Großherzog von Baden; König Friedrich I. von Württemberg; weitere Angaben zu den Bildern unten im Text]

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Friedrich I. (von Hohenstaufen), Herzog von Schwaben. - * um 1050, + 1105 (Grab in Lorch).
Friedrich war der erste "Staufer" als Herzog von Schwaben (von 1079 - 1105).

Friedrich, dessen Vater, der wohl ab 1053 Graf im Riesgau war, sich noch Friedrich von Büren nannte (nach dem Herrenhof Wäschenbeuren, nördlich vom Hohenstaufen gelegen), und dessen Mutter eine wohltätige Hildegard von Egisheim-Mousson war, gilt als Stammvater der Staufer. Er hat die Burg Hohenstaufen erbaut, nach dem die Staufer benannt wurden, und das Kloster Lorch (gestiftet 1102) als Grablege der Staufer vorgesehen. Verheiratet war er mit Agnes (Agnes von Waiblingen), einer Tochter Kaiser Heinrichs IV, die auch Waiblingen als Hausgut zu den Staufern brachte. Aus dieser Ehe stammen Friedrich (der später Nachfolger seines Vaters und als Friedrich II. Herzog von Schwaben wurde) und Konrad (der später als Konrad III. deutscher König wurde).

(Soviel zur Herkunft, zur Genealogie, zu den verwandtschaftlichen Beziehungen, die für das Selbstbewußtsein, für den Besitz und die Macht in jener Zeit eine oft entscheidende Rolle spielten. S. auch die Artikel Herrscher in Südwestdeutschland und Stammtafel der Staufer und Welfen.)

1079 wird Friedrich, der ein treuer Verbündeter Heinrichs IV. in den Kämpfen des Investiturstreit war, von Kaiser Heinrich IV. mit dem Herzogtum Schwaben belehnt. Damit beginnt der Aufstieg der Staufer zum bedeutendsten Herrschergeschlecht der nächsten 190 Jahre in Schwaben und im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation.

Friedrich als Herzog von Schwaben war allerdings zunächst nicht unbestritten: Berthold II. von Zähringen beanspruchte den Titel eines Herzog von Schwaben ebenfalls. Erst 1098 verzichtete Berthold II. von Zähringen auf das Herzogtum Schwaben (und wurde dafür mit dem Reichslehen Zürich und einem Herzogtitel abgefunden); seit 1098 war Friedrich von Hohenstaufen als Herzog von Schwaben allgemein anerkannt.


Friedrich II. (von Hohenstaufen), Herzog von Schwaben ("der Einäugige", "Monoculos", und "der Burgenbauer" genannt). * 1090, + 1147 in Alzey. -

Friedrich II. war als Nachfolger seines Vaters Friedrich I. nach dessen Tod 1105 Herzog von Schwaben von 1105 bis 1147. Er war in 1. Ehe verheiratet mit Judith, Tochter des Welfen Heinrich der Schwarze. Aus dieser Ehe stammt Friedrich Barbarossa.

Friedrich, der wegen einer Verwundung in einer der vielen Schlachten seines späteren Lebens auch "der Einäugige" genannt wurde, wurde schon mit 15 Jahren von Kaiser Heinrich IV. zum Herzog von Schwaben ernannt. Das besondere Vertrauensverhältnis zu den Salierkaisern zeigt sich daran, dass in der Zeit der Italienzüge Heinrichs IV. (und später auch Heinrichs V. bei dessen Italienzügen ab 1116) zusammen mit seinem Bruder Konrad zum Verwalter der Königs- und der Reichsgüter, zu einer Art Reichsverweser in Deutschland, bestimmt wurde.

Schon aus jener Zeit wurde Friedrich bekannt durch das, was seinen 2. Beinamen begründete: das Burgenbauen. Er hat, wo immer es ihm möglich war, Burgen errichten lassen als die neuen Verteidigungs-, Schutz-, Macht- und Herrschaftsorte. Otto von Freising, der von Barbarossa beauftragte Historiker der Staufer, schreibt 1157 in den "Gesta Frederici": "..den Rhein abwärts ziehend zwang er bald durch den Bau einer Burg an einer passenden Stelle alles Nachbarland zur Unterwerfung, so dass es in einem Sprichwort heißt: 'Herzog Friedrich zieht am Schwanze seines Pferdes immer eine Burg nach sich'." - Südwestdeutschland wurde zum burgenreichsten Gebiet in Deutschland.

1125 stand die Wahl eines neuen Königs in Deutschland an. Friedrich sah gute Chancen, zum König gewählt zu werden: Einmal sah er sich, auch durch seine Reichsverwesertätigkeit, als Erbe der Salier; zum anderen hoffte er durch die Heirat mit der Welfentochter Judith auch die Zustimmung der Welfen zu bekommen. Doch bei der Königswahl 1125 wurde der Sachsenherzog Lothar III. von Supplinburg zum deutschen König gewählt, wobei entscheidend die Stimmen des Welfen waren. Friedrich ging leer aus. Er huldigte zwar dem neuen König, aber er weigerte sich - ebenso wie sein Bruder Konrad -, die salischen Haus- und Königsgüter herauszugeben.

 Es kam zu einem langdauernden Krieg im Reich, weil Konrad und sein Bruder Friedrich sich weigerten, salisches Haus- und Reichsgut herauszugeben. 1134 besiegten in einem Feldzug, bei dem auch die Stadt Ulm zerstört wurde, die Soldaten Lothars und des Welfenherzogs Heinrich des Stolzen die staufischen Brüder, die sich unterwerfen mussten.
1138, nach dem Tod Lothars III., wurde dann Konrad III. zum allgemein anerkannten König gewählt. Friedrich II. blieb Herzog von Schwaben.

1147, nach dem Tod Friedrichs II., wird sein Sohn Friedrich (später auch Barbarossa genannt) als Friedrich III. Herzog von Schwaben. Barbarossa wird 1152 dann auch zum deutschen König und 1155 zum Kaiser gekrönt.

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Z (von Zähringer bis Zwiefalten)
   Zeittafel zur Geschichte

 

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BarbarossaFriedrich I. gen. Barbarossa (Staufer), deutscher König und Kaiser, als Friedrich III. Herzog von Schwaben, . - * 1122 (evtl. in Waiblingen), + 10.6.1190 in Kleinasien. 

[Bild (Marke BRD, 1977): Stauffer-Ausstellung 1977 in Stuttgart; Barbarossakopf, Reliquar aus Cappenberg, 1165]

Einiges zu Friedrich Barbarossa in Kurzfassung:

Friedrich Barbarossa erbt 1147 das Herzogtum Schwaben. (als Herzog von Schwaben Friedrich III.), 1152 wird Friedrich deutscher König, 1155 Kaiser (Friedrich I.). - Der Beiname Barbarossa wurde Friedrich von den Italienern wegen seines roten Bartes gegeben. 

Einige Stichworte zu Friedrich Barbarossa: Stark betontes kaiserliches Selbstbewußtsein und Betonung der Reichseinheit des Römischen Reichs Deutscher Nation; Kampf mit den lombardischen Städten in Italien; Auseinandersetzung mit den Päpsten; Streit und Entmachtung von Heinrich dem Löwen; Aufbau der Reichsverwaltung u.a. durch die ritterlichen Ministerialen; Gründung vieler Städte (z.B.
Gmünd, Giengen, Göppingen, Ulm, Bopfingen, Breisach, Überlingen, Ravensburg); Kulturelle Hochblüte in Deutschland.
Friedrich I. zieht in den 3. Kreuzzug (1189) und ertrinkt kurz vor dem Ziel in Kleinasien im Saleph.

Gelnhausen 1180Der Reichstag von Gelnhausen zeigt Barbarossa auf dem Höhepunkt seiner Macht.

Auf dem Miniatur aus der Welfenchronik, die dem Briefmarkenmotiv zum Reichstag von Gelnhausen zugrunde liegt, ist Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen abgebildet, er thront zwischen König (und späteren Kaiser) Heinrich VI. und Herzog Friedrich von Schwaben, beide seit 1169 im Amt.

[Bild (Marke BRD, 1980): Reichstag zu Gelnhausen 1180: Kaiser Friedrich I. mit seinen Söhnen König Heinrich VI. und Herzog Friedrich von Schwaben;  Miniatur aus der Welfenchronik, 12. Jhdt.]


Überblick zur Biographie Friedrich Barbarossas und zu wichtigen Ereignissen:

I. Aufstieg Friedrichs bis zur Kaiserkrönung (1122 - 1155)

1122 (?) Friedrich wird als Sohn von Herzog Friedrich II. von Schwaben und der Welfin Judith geboren (evtl. in Waiblingen, da er sich öfter "Friedrich von Waiblingen" nannte, oder in Altdorf bei Ravensburg, dem Stammsitz seiner Mutter, der Welfin Judith)

Über die Jugend Friedrichs ist wenig bekannt Möglicherweise hat er eine ritterliche Erziehung genossen. Eine "literarische Bildung" hatte er jedenfalls nicht: Er konnte Zeit seines Lebens - wie die meisten Könige des Mittelalters - weder lateinische noch deutsche Texte lesen oder gar schreiben. Dafür waren seine Kanzler u.a. zuständig (von denen er auch entsprechen abhängig war).

1146: Friedrich wird als Friedrich III. Herzog von Schwaben. (Er ist dabei Nachfolger seines Vaters im schwäbischen Herzogamt.)

1147: Friedrich nimmt mit seinem Onkel König Konrad III. am (gescheiterten) 2. Kreuzzug teil

1152: Friedrich wird als Friedrich I. zum König gewählt. (Königswahl am 5.3.1152 in Frankfurt, Krönung in Aachen am 9.3.1152) Eine wichtige Rolle hat dabei wohl gespielt, dass die Fürsten Friedrich am ehesten eine Versöhnung mit den Welfen zutrauten und einen Erhalt des Reichsfriedens. Außerdem hat Friedrich wohl durch manche Versprechungen (z.B. an Heinrich den Löwen) seiner Wahl nachgeholfen.

1153: Im "Konstanzer Vertrag" zwischen König Friedrich und Papst Eugen III. werden die gegenseitigen Rechte und Pflichten von Kaiser und Papst, die zum Teil strittig waren, festgestellt.

1155: Friedrich I. wird im Petersdom in Rom vom Papst (jetzt Hadrian IV.) zum Kaiser des Römischen Reiches gekrönt. (18.6.1155). Kaiser Friedrich ließ dies seit 1157 "Sacrum Imperium Romanum" ( "Heiliges Römisches Reich") nennen.

1156: Kaiser Friedrich heiratet in 2. Ehe Beatrix von Burgund (glanzvolle Hochzeit mit Beatrix von Burgund im Juni 1156 in Würzburg). Aus dieser Ehe stammen u.a. der spätere Kaiser Heinrich VI. und König Philipp von Schwaben.

II. Barbarossa und die Welfen I: Befriedung des Gegensatzes (1156 ff)

1156: Barbarossas Befriedungspolitik in Deutschland: Der Welfe Heinrich der Löwe erhält das Herzogtum Bayern zurück (das Konrad III. den Welfen entzogen hatte). Gleichzeitig erhebt er die Markgrafschaft Österreich zu einem eigenständigen Herzogtum und überträgt dies zum Ausgleich dem bisherigen Bayern-Herzog dem Babenberger Heinrich Jasomirgott. Jasomirgott erhält besondere Privilegien, z.B. die weibliche Thron-Erbfolge ("Privilegium minus").

III. Streit mit den Päpsten + Kampf mit den Städten Italiens (1153 - 1177)

1157: Streit mit dem Papst um das Verhältnis von Kaiser und Papst: In einer Botschaft für den Reichstag von Besancon bezeichnet Papst Hadrian IV. die Kaiserkrone als "beneficium", was Barbarossas Kanzler Rainald von Dassel mit "Lehen" übersetzt, was für Barbarossa unerträglich war. Erst die Übersetzung von "beneficium" mit "Wohltat" durch päpstliche Gesandte glättete die Wogen.

1158: Im Jahr 1158 beginnen Friedrichs Züge nach Italien, das er wieder fest seiner Herrschaft unterstellen wollte. (Nord-Italien, das ehemalige Langobardenreich, war schon von Karl dem Großen 774 erobert worden. Seit Kaiser Otto I., 951, gehörte es zum römischen Kaiserreich, auch wenn es sich vor allem in seinen Städten relativ selbständig entwickelt hatte.) Barbarossa verbringt seitdem fast so viele Jahre in Italien wie in Deutschland.

1158 zieht Barbarossas mit einer Streitmacht nach Nord-Italien um das zu seinem Reich gehörende abtrünnige Mailand (vorerst erfolgreich) wieder seiner Herrschaft zu unterstellen. (Dabei spielen auch Auseinandersetzungen zwischen kaiserfreundlichen Städten wie Lodi und Mailand eine Rolle.)

1158: Auf dem Reichstag von Roncaglia läßt er danach die kaiserlichen Hoheitsrechte (Regalien, z.B. auch die finanziellen Verpflichtungen der großen Städte gegenüber dem Kaiser) mit Hilfe von Juristen der Universität Bologna definieren. Vor allem die Geldzuwendungen durch die wirtschaftlich und finanziell viel weiter entwickelten oberitalienischen Städte wurden für den Kaiser zunehmend wichtig.

1159: Papst-Schisma: In Rom werden nach dem Tod von Papst Hadrian IV. zwei Päpste gewählt: Alexander III., der mehr auf der Seite des normannisch beherrschten Sizilien steht, und Viktor IV. Friedrich Barbarossa setzt es mit Tricks auf einem Konzil in Pavia (1160) durch, dass Viktor IV. zum rechtmäßigen Papst erklärt wird, was in Deutschland auch akzeptiert wurde. Alexander III., der in den anderen Ländern (Frankreich, England) als rechtmäßiger Papst galt, war für Friedrich der Erzfeind (bis zur Versöhnung 1177).

1162: Nächste Belagerung Mailands. Die Stadt ergibt sich, wird aber dennoch auf Befehl Friedrichs fast vollständig und grausam zerstört.

Pontida1164/1167: Oberitalienische Städte schließen sich zunächst im Veroneser Bund, 1167 dann zum Lombardischen Bund gegen Friedrich Barbarossa zusammen. Das führende Mitglied ist darin das wieder aufgebaute Mailand.
[Dass dieser Zusammenschluss für das historische Selbstbewußtsein der italienischen Städte gegenüber den Staufern eine bleibende Bedeutung hat ist auch daran erkennbar, dass es 1967 eine italienische Briefmarke zur Erinnerung an die Verschwörung zum Lombardischen Bund 1167 gab.]

[Bild (Marke Italien, 1967): 800 Jahre Giuramento di Fontida, also: Schwur von Fontida von 1167, Verschwörung der Städte zum Lombardischen Bund gegen Friedrich Barbarossa]

1167: Friedrich Barbarossa zieht wieder mit einem großen Heer nach Italien um das Normannenreich in Sizilien zu erobern. Der Heerzug scheitert, weil das Heer Friedrichs vor Rom durch eine Seuche fast vollständig vernichtet wird. Auch der Kanzler Rainald von Dassel stirbt vor Rom. Friedrich flieht zurück über die Alpen.

Europa-Karte1174 - 1176: Friedrich Barbarossa zieht zum 5. Mal nach Italien. Die Belagerung der neu gegründeten Stadt Alessandria (schon deren Name ist für Barbarossa eine Provokation, wegen der Beziehung zu Papst Alexander III.) scheitert.

1176 erleidet Friedrich Barbarossa die schwerste Niederlage gegen das Heer des Lombardenbundes bei Legnano. [Auch diese Niederlage Barbarossas bei Legnano wird heute noch in Legnano in großen Volksfesten erinnert.] -
[Vor der Schlacht bei Legnano war das schicksalshafte Treffen von Barbarossa mit Heinrich dem Löwen in Chiavenna bei Como in Italien, bei dem Heinrich der Löwe die militärische Unterstützung für den Kampf Friedrichs verweigerte.]

[Bild: Karte mit dem Herrschaftsbereich der Staufer von ca. 1150 bis 1250 (Kaiser Friedrich I. Barbarossa bis Friedrich II. mit Angaben zu den Italienzügen Friedrich I., den Mitgliedern des Lombardischen Städtebundes, den belagerten Städten und den Schlacht-Orten)] [Durch Anklicken Vergrößerung der Karte (560 KB)]

IV. Von der Konfrontation zu Kompromiss und Zusammenarbeit (1177 ff)

1177: Friedrich beginnt eine neue Politik: Von der Konfrontation zur Zusammenarbeit (wohl auch beraten von einem neuen Kanzler nach dem Tod des Reinald von Dassel).

Im Frieden von Venedig schließt Friedrich einen Waffenstillstand mit dem Lombardischen Bund (in dessen Fortsetzung wird im Frieden von Konstanz 1183 der Lombardische Bund als eine dauerhafte Institution anerkannt, der nun für die Rechte des Kaisers in Italien eintritt.)

In einem Friedensschluss zwischen Friedrich und Papst Alexander III. anerkennt Friedrich nun, nach 18 Jahren, Alexander III. als rechtmäßigen Papst; das Schisma ist damit beendet.

Außerdem schließt Friedrich Frieden mit den Normannen in Sizilien. (Ohne diesen Frieden hätte wohl kaum Heinrich VI., der Sohn und Nachfolger Friedrich Barbarossas, 1186 die Normannin Konstanze heiraten können, wodurch später das Normannenreich an die Staufer kam.)

Friedrichs Interesse gilt jetzt mehr der Einhaltung des Reichsfriedens, der Verbesserung der Reichsverwaltung, dem Erhalt und der Mehrung des staufischen Hausgutes, der Entwicklung von Märkten und Städten (in die Zeit Friedrichs fallen z.B. die Städtegründungen Gmünd, Giengen, Göppingen, Ulm, Bopfingen, Breisach, Überlingen, Ravensburg), dem Bau von Burgen und Pfalzen, der Entwicklung einer ritterlichen Kultur.
1184: Das Mainzer Hoffest von 1184 gilt als ein Höhepunkt dieser kulturellen Entwicklung.

V. Barbarossa und die Welfen II: Prozess und Ausweisung (1179 ff)

1179 kommt es zum Prozess gegen Welfenherzog Heinrich den Löwen. Offizieller Anlass dafür waren die Beschwerden des sächsischen Adels über die rücksichtslose Machtpolitik Heinrichs des Löwen, der ja auch Herzog von Sachsen war. Friedrich Barbarossa hatte früher meist seine schützende Hand über Heinrich den Löwen gehalten; jetzt, nach Heinrichs Ablehnung der militärischen Unterstützung bei Friedrichs Italienfeldzug 1176, gab es diesen Schutz nicht mehr.
1180 wird Heinrich dem Löwen das Herzogtum Bayern abgesprochen. (Bayern kommt an die Wittelsbacher die dann in Bayern herrschen bis 1918). Außerdem verliert Heinrich der Löwe das Herzogtum Sachsen; es bleibt ihm nur das Hausgut um Braunschweig.

1181 wird Heinrich der Löwe verbannt und er geht ins Exil nach England. Als er zurückkehrt muss er sich auf sein Hausgut um Braunschweig beschränken.

VI. Friedrich Barbarossas Tod auf dem 3. Kreuzzug (1190)

1188 nimmt Friedrich Barbarossa auf dem Mainzer Hoftag das Kreuz und verpflichtet sich zum 3. Kreuzzug, trotz seiner schlechten Erfahrungen beim 2. Kreuzzug 1147. (Auslöser war die Einnahme Jerusalems durch Saladin.)

1189, nach gründlicher Vorbereitung, bricht Friedrich, inzwischen 67 Jahre alt, an der Spitze eines Kreuzfahrerheeres nach Jerusalem auf. Barbarossa wählt noch einmal den Landweg nach Konstantinopel und dann nach Jerusalem.
Auf diesem Landweg lokalisiert Ludwig Uhland sein berühmtes Gedicht:

Schwäbische Kunde (Ludwig Uhland)
Als Kaiser Rotbart lobesam 
Zum heil'gen Land gezogen kam,
Da mußt'er mit dem frommen Heer
Durch ein Gebirge wüst und leer.
Daselbst erhub sich große Not,
Viel Steine gab's und wenig Brot,
Und mancher deutsche Reitersmann
Hat dort den Trunk sich abgethan;
Den Pferden war's so schwach im Magen,
Fast mußt' der Reiter die Mähre tragen. ...

(Das ganze Gedicht ist im "Lexikon" bei Ludwig Uhland wiedergegeben.)

1190: Kurz nach dem glänzenden Sieg der Kreuzfahrer bei Ikonium in Kleinasien und kurz bevor das Heer mit Barbarossa Palästina erreicht stirbt Kaiser Friedrich I. Barbarossa in Kleinasien. Er ertrinkt im Fluss Kalykadnus (Saleph) in Kilikien / Kleinasien. Als Todestag wird angegeben: 10.6.1190: Tod von Friedrich I. Barbarossa in Kleinasien.
(Barbarossas Sohn, Herzog Friedrich VI. von Schwaben, führt einen Teil des Heeres nach Akkon, wo er 1191 stirbt.)
Als Grabstätte Friedrich I. wird angegeben (etwa bei Görich): "Grabstätten: Eingeweide in Tarsus, 'Fleisch' im Dom von Antiochia, Gebeine in Tyrus".

VII. Nach-Geschichte: Mythenbildung und Instrumentalisierung

Der merkwürdige Tod Friedrich Barbarossas auf einer heiligen Reise hat wohl die Mythenbildung und Instrumentalisierung Barbarossas durch die Nachwelt noch befördert: Barbarossa als idealer Herrscher des einigen Deutschen Reiches; oder: Barbarossa, der gar nicht tot ist, sondern der im Kyffhäuser ruht und dereinst wiederkommen wird; oder: Barbarossa als Vorläufer des Barbablanca (Kaiser Wilhelm II.); bis hin zu den Nationalsozialisten die den Krieg gegen Russland als "Unternehmen Barbarossa" bezeichneten.
Die Widersprüchlichkeiten bei Barbarossa, auch seine Grausamkeiten, seine Niederlagen, auch das Scheitern seiner Reichsidee werden dabei meist ausgeblendet.


Literaturhinweis:

Knut Görich: Die Staufer - Herrscher und Reich.
C.H.Beck Wissen, Verlag C.H.Beck, 2006

Ferdinand Opll: Friedrich Barbarossa.
Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt, 4. Aufl. 2009

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Friedrich II., Kaiser aus dem Haus der Staufer, Enkel Friedrich Barbarossas. - * 26.12. 1194 in Jesi bei Ancona, + 1250 im Castel Fiorentino in Apulien (Grab in Palermo). -

Friedrich II.Friedrich (deutscher König seit 1211 / 1215, Kaiser seit 1220), einer der großartigsten und umstrittensten Herrscher des Mittelalters, verlegt den Schwerpunkt seines Reiches nach Sizilien bzw. Unteritalien. Friedrich, das "Wunder der Welt", der vermutlich fließend sizilianisch und arabisch, aber kaum schwäbisch sprach, regierte in Schwaben wie in ganz Deutschland meist durch Stellvertreter. - 

[Bild (Marke BRD, 1990): 750 Jahre Privileg für Messen in Frankfurt, ausgestellt durch Kaiser Friedrich II. 1240; Abbildung des Siegels Friedrichs mit dem thronenden Kaiser]

Auf Friedrichs Initiative geht die Gründung vieler Städte als Stützen der staufischen Macht oder die Übertragung von Stadtrechten zurück: z.B. Esslingen, Heilbronn, Weinsberg, Weil der Stadt, Wangen, Biberach, Rottweil

Einige Daten zur Biographie und zu wichtigen Ereignissen im Leben Friedrichs II.:

Kindheit und Jugend des Federico Secondo (1194 - 1212):

1194 wird Friedrich in Jesi bei Ancona in Italien geboren. Er ist Sohn des Stauferkaisers Heinrich VI. und seiner Frau Konstanze von Sizilien, Enkel Kaiser Friedrich Barbarossas und Enkel des normannischen Königs Roger II. von Sizilien. Seinen Namen erhält er nach den beiden Großvätern - Friedrich Roger. 
Beide Eltern sterben früh: Heinrich VI. stirbt 1197, Konstanze 1198. Um die Kindheit und Jugend des elternlosen Friedrich als Straßenjunge in den Straßen von Palermo in Sizilien ranken sich viele vermutlich unzutreffende Legenden. - Zum Vormund Friedrichs bis zu dessen Mündigkeit im Jahr 1208 wird noch von seiner Mutter Konstanze der damalige Papst Innozenz III. gewählt.

Die frühen Jahre Friedrichs sind geprägt vom Streit um seine Anerkennung als König und Kaiser:
1196 wird der 2-jährige Friedrich auf Betreiben Heinrichs VI. zum deutschen König gewählt, was aber nach Heinrichs Tod in Deutschland nicht anerkannt wurde. (Deutscher König wurde 1198 Philipp von Schwaben.)
1198 wird Friedrich auf Betreiben Konstanzes zum König von Sizilien gekrönt.

1208 wird Friedrich mündig (nach damaligem Recht mit 14 Jahren)
1209 Vermählung mit Konstanze von Aragonien

1211 wird Friedrich (der vor 1212 noch nie in Deutschland war) in Nürnberg zum deutschen König gewählt, als Gegenkönig zum Welfen Otto IV. (Papst Innozenz III. war die treibende Kraft hinter dieser Königswahl; er wollte damit vor allem die für Rom bedrängenden Weltherrschaftspläne Ottos IV. verhindern.) Von allen anerkannt war Friedrich damit noch lange nicht.
[Das Verfahren der Königswahl war im Mittelalter in Deutschland noch ziemlich ungeregelt, bis 1364 in der Goldenen Bulle Kaiser Karls IV. mit der Wahl des Königs durch die 7 Kurfürsten eine eindeutige Regelung festsetzte.]
1212 reist Friedrich in einem dramatischen Zug (den vor allem die oberitalienischen Städte und Anhänger Ottos IV. zu verhindern suchten) nach Deutschland um die Anerkennung als König zu gewinnen. Im September 1212 erreicht er Konstanz; der Bischof von Konstanz öffnet ihm die Tore vor dem Kontrahenten Otto IV. Eine große Zahl vor allem der süddeutschen Fürsten unterstützen von dieser Zeit an Friedrich. Am 9.12. 1212 wird Friedrich in Mainz zum deutschen König gekrönt.

(Der eigentlich "richtige" Krönungsort, Aachen, war um diese Zeit noch unter der Herrschaft König Ottos IV., daher wich man nach Mainz aus. 1215, nachdem Otto IV. in ganz Deutschland machtlos geworden war, erfolgte dann noch eine 2. Königskrönung Friedrichs am "richtigen" Krönungsort in Aachen.)

Erste Jahre Friedrichs II. in Deutschland (1212 - 1220)

Die glanzvolle Regierungszeit in Deutschland ist geprägt von Ausschüttung von Privilegien und Besitztümern an die Landesfürsten, die sich Friedrich dadurch gewogen halten wollte, durch Städtegründungen u.a. Besondere Förderung erhielt der Deutschritterorden, dessen Großmeister Hermann von Salza zeitlebens ein wichtiger Vertrauter und Ratgeber war, und der Zisterzienserorden.

1220: Kaiserkrönung Friedrichs: Am 22.November 1220 wird Friedrich in Rom durch Papst Honorius III. (der 1216 Nachfolger von Papst Innozenz III. wurde) zum Kaiser gekrönt.

Europa-KarteGewinnung der Herrschaft über Süditalien (ab 1221)

In den Jahren der Abwesenheit von Italien hatten die Regionalfürsten ihre Herrschaft gefestigt und ausgebaut. Wieder in Italien forderte Friedrich zum Teil in fast diktatorischer Weise die Unterwerfung unter den König und Kaiser. Dabei baute er auch eine zentralistische Verwaltung mit einem vorzüglichen Beamtenapparat auf. Zur Landesverteidigung wurden viele Kastelle u.a. an den Rändern des Landes gebaut.
Das Zentrum Süditaliens verschob sich immer mehr weg von Sizilien nach Unteritalien, vor allem nach Apulien; Foggia wurde bei Friedrich ein wichtiges Zentrum.

[Bild: Karte mit dem Herrschaftsbereich der Staufer von ca. 1150 bis 1250 (Kaiser Friedrich I. Barbarossa bis Friedrich II) ][Durch Anklicken Vergrößerung der Karte (560 KB)]

1224 gründet Friedrich die Universität Neapel; sie diente vor allem der Ausbildung der Verwaltung- und anderen Fachleuten für Süditalien.
1226 wird der Deutsche Orden in der Goldenen Bulle von Rimini mit der Eroberung des heidnischen Preußen beauftragt.
1227 wird Friedrich von Papst Gregor IX. (seit 1527 Nachfolger von Papst Honorius III.) mit dem Kirchenbann belegt. Damit erreicht der Streit zwischen Friedrich und den Päpsten, der die ganzen nächsten Jahre bestimmen wird, einen ersten Höhepunkt. - Auslöser (oder: Vorwand) für den Bann des Papstes war das nicht eingelöste Versprechen Friedrichs bei seiner Königskrönung, demnächst zu einem Kreuzzug nach Jerusalem aufzubrechen. Friedrich hatte den Termin für den Aufbruch zum Kreuzzug mehrmals verschoben (u.a.aus Krankheitsgründen). Eigentliche Ursachen für die harte Gangart des neuen Papstes gegen Friedrich II. war einmal die Sorge des Papstes wegen der Einkreisung des Kirchenstaates durch das umfassende Reich Friedrichs; wichtiger war, dass der Papst ein geradezu messianischen Bewußtsein für die Weltherrschaft der Päpste hatte, was auf das immer stärker ausgeprägten ebenfalls fast messianischen Herrschaftssbewußtsein bei Friedrich II. traf.

Kreuzzug und Krönung zum König von Jerusalem (1228 - 1229)

1225 hatte Friedrich Isabelle von Jerusalem geheiratet; schon seitdem nannte er sich "König von Jerusalem".
1228 bricht Friedrich (immer noch unter dem Bann der Kirche stehend) endgültig zu dem versprochenen Kreuzzug auf. Dieser Kreuzzug verläuft ganz anders als die bisherigen Kreuzzüge:
Jerusalem wird nicht durch Kampf erobert, sondern durch Verhandlungen (die Friedrich schon von Italien aus begonnen hatte) mit dem ägyptischen Sultan Al-Kamil (wobei Friedrichs Kenntnis der arabischen Sprache und seine Hochachtung der orientalischen Kultur eine wichtige Rolle spielten). In dem Vertrag vom 18.2.1229 werden Jerusalem und andere christliche Andachtsstätten sowie ihre Verbindung zur Küste an Friedrich gegeben; ausgenommen ist nur der für die Muslime heilige Bezirk um die Moschee in Jerusalem.
1229 krönt sich Friedrich in Jerusalem zum König von Jerusalem.
1230, nach dem erfolgreichen Kreuzzug, muss der Papst den Bann gegen Friedrich aufheben; es kommt zu einem Friedensschluss mit der Kurie.

Ausbau der sizilianischen Monarchie und Gesetzgebung (ab 1230)

1231 erscheinen die "Konstitutionen von Melfi", das erste umfassende Gestzeswerk des Mittelalters und die wichtigste Gesetzeskodifizierung der Regierung Friedrichs. Diese Gesetze haben auch den Ruhm begründet dass von Friedrich einer der modernsten Staatswesen geschaffen wurde. In 229 Kapiteln sind wichtige staatliche Gesetze festgehalten.

Apotheker1241 wurden noch Nachträge zur Konstitution von Melfi veröffentlicht, u.a. zum Gesundheitswesen in Süditalien. Aus diesen Nachträgen wird hier als Beispiel der Gesetzgebung die Regelung für den Apothekerberuf dargestellt die zeigt wie hier Weichen bis in die Gegenwart gestellt wurden: 1241 gilt als Gründungsdatum für den Apothekerberuf weil hier durch Gesetz folgende Grundsätze festgelegt wurden: Trennung von Arzt und Apothekerpraxis (ein Arzt darf nicht gleichzeitig Apotheker sein), behördliche Aufsicht über Ausbildung und Berufsausübung des Apothekers, staatlich reglementierte Arzneimittelpreise.

[Bild (Marke BRD, 1991): 750 Jahre Apothekerberuf (der Apothekerberuf wurde 1241 geregelt durch Friedrich II. in einem Nachtrag zur Konstitution von Melfi); Bild nach einem in Frankreich im 13. Jhdt. entstandenen Codex]

Zweiter Deutschlandaufenthalt (1235/1236) - Revolte des Sohnes Heinrich (VII.)

1235 heiratet Friedrich in 3. Ehe Isabella von England

1235 reist Friedrich zum zweiten (und beinahe letzten) Mal nach Deutschland. Anlass ist die Kritik an der Regierung seines Sohnes Heinrich, der von seinem Vater protegiert als König Heinrich (VII.) in Deutschland regiert. Die Vorwürfe gegen Heinrich sollen gewesen sein: die fürstenkritische Politik Heinrichs; Heinrichs Ablehnung der willkürlichen und maßlos grausamen Ketzerverfolgung durch die Inquisition; schließlich der Versuch eines Bündnisses mit den lombardischen Städten die inzwischen zu Todfeinden Friedrichs geworden waren. - Es kam zum Zerwürfnis zwischen beiden; Heinrich wurde abgesetzt, zunächst in Wimpfen ohne Anhörung durch seinen Vater gefangengenommen, dann in einem Kastell in Venosa in Apulien eingekerkert, wo er nach einigen Jahren auf nicht ganz geklärte Weise den Tod fand.

Mainzer Landfrieden1235 verkündet Friedrich II beim Hoftag in Mainz den Mainzer Landfrieden.
Text auf dem nebenstehenden Gedenkumschlag zu 775 Jahren Mainzer Landfriede: "Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen setzt 1235 den Mainzer Landfrieden in Kraft und beschränkt damit Fehde und Rechtswillkür. Erstmalig wird ein solcher Gesetzestext nicht nur in lateinischer, sondern auch in deutscher Sprache verkündet."
Auszug aus dem Gesetz zum Mainzer Landfrieden auf dem nebenstehenden Blatt unter dem Zeremonienschwert (aus dem Mittelhochdeutschen übertragen): "wir setzen und gebieten, wenn jemand schaden oder belästigung zugefügt wurde, dass er dasselbe nicht selbst räche, er klage es allererst seinem richter und folge seiner klage zu ende, wie es recht ist."

[Bild (Gedenkganzsache der Deutschen Bundespost 2010): 775 Jahre Mainzer Landfrieden: Die Abbildung zeigt - neben der Briefmarke mit der Abbildung des Mainzer Doms - das Zeremonienschwert, das Friedrich II. bei seiner Kaiserkrönung 1220 als Zeichen der höchstrichterlichen Gewalt gegeben wurde, dazu ein mittel-hoch-deutscher Textauszug zum Mainzer Landfrieden von 1235]
 

1237 ließ Friedrich II. auf einem Hoftag in Wien einen seiner anderen Söhne, den damals 9- jährigen Konrad zum deutschen König und zukünftigen Kaiser wählen. Der sollte dann als Konrad IV. die Stauferdynastie fortsetzen.

Friedrichs Hof in Süditalien als Kulturzentrum

Friedrich II.Friedrich war mit seinem glanzvollen Auftreten, mit seinen vielfältigen kulturellen Interessen (Dichtung, Architektur), mit seiner Kenntnis der griechischen und arabischen Philosophie, mit seiner aufklärerischen Kritik auch an den Dogmen der Kirche, mit seinem erfahrungswissenschaftlichen Denken ein "Wunder der Welt".

Am bekanntesten sind davon seine Studien über die Vogeljagd geworden, in denen er viele seiner eigenen empirischen Beobachtungen über das Verhalten der Vögel beschreibt.
1246 ließ er das Falkenbuch auf Drängen seines Sohnes Manfred erscheinen

[Bild (Marke BRD, 1994): 800. Geburtstag von Kaiser Friedrich II.; Portrait Kaiser Friedrichs mit einem Falken; Miniatur aus der Manfred- Ausgabe des Falkenbuches aus dem 13. Jhdt. (Vatikanische Bibliothek)]

Kampf mit den Päpsten - Krieg mit den italienischen Städten (1237 - 1250)

Der Krieg mit den lombardischen Städten (vor allem Mailand) bestimmte die letzten 12 Jahre von Friedrichs Regierungszeit, mit wechselnden Erfolgen und Niederlagen: 1237 ein Sieg Friedrichs in der Schlacht bei Cortenuova; 1248 eine schwere Niederlage vor Parma, 1250 wieder Erfolge Friedrichs in Oberitalien.

Vor allem eskalierte der Streit mit den Päpsten:
1239 wird Friedrich zum zweiten Mal durch Papst Gregor IX. exkommuniziert und gebannt. Mit Bildern aus der Apokalypse wird Friedrich zum Antichrist erklärt
1244 flieht der neue Papst Innozenz IV (Papst seit 1243) nach Lyon.
1245 setzt Innozenz IV auf dem Konzil von Lyon Friedrich II. als Kaiser ab; in Deutschland werden Gegenkönige eingesetzt. Die Wirkung der Absetzung des Kaisers war begrenzt.
1246 und 1249 werden Verschwörung gegen Friedrich II. und Giftmordversuche entdeckt, hinter denen gleich der Papst vermutet wurde.

Friedrichs Tod (1250)

Am 13. Dezember 1250 stirbt Friedrich II an einer fiebrigen Entzündung mit 56 Jahren in seinem Jagdschloss in Fiorentino in Apulien. Er stirbt, mit den kirchlichen Sterbesakramenten versehen, gehüllt in die graue Kutte der Zisterziensermönches. Auch im Sterben will er deutlich machen dass er ein gläubiger Christ und ein Herrscher von Gottes Gnaden ist. - Sein Leichnam wird in einem Sarkophag in Palermo in Sizilien beigesetzt.

Mit Friedrich Tod ist auch die Verkörperung der Idee des Weltreiches zu Ende. Zwar regiert noch für kurze Zeit der Staufer Konrad IV, aber nach seinem frühen Tod 1254 und der Enthauptung Konradins 1268 ist auch die Dynastie der Staufer zu Ende..

Erinnerung an Friedrich II. in Süditalien
Osteria-Schild.
Die Erinnerung an Friedrich II. als einen der bedeutendsten Herrscher, der besonders für die Entwicklung Süditaliens viel getan hat, ist auch heute noch in Sizilien und Unteritalien lebendig:Unzählige Strassen sind nach Frederico II benannt; Gasthäuser werben möglichst in ihren Namen und Wappen mit den staufischen Löwen und dem Schwaben Friedrich. 

[Bild (Foto): Wirtshausschild in Vico del Gargano, Apulien: "lo Suevo osteria", staufischer Löwe]

Castel del Monte. Und von den vielen Kastellen und anderen Bauwerken, die Friedrich II. in Auftrag gegeben oder sogar weitgehend selbst geplant hat, ist Castel des Monte in Apulien in der Nähe von Bari eines der großartigsten und immer noch rätselhaftesten Bauten des Mittelalters. Es soll weitgehend von Kaiser Friedrich selbst geplant worden sein,
 

[Bild (Foto): Castel del Monte in Apulien, erbaut von Kaiser Friedrich II.]


Zur Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte

Die Deutung Friedrichs in der deutschen Geschichte ist umstritten und schillernd wie bei wenigen großen Gestalten der Geschichte: 

Da gibt es einmal den Mythos um Friedrich II. und seine Funktionalisierung für politische Ziele:: Der Mythos, dass Friedrich demnächst als Retter Deutschlands wiederkommt, oder dass er im Kyffhäuser ruht bis er wiederkommt (bei der Kyffhäuser-Legende wurde dann später Friedrich Barbarossa an die Stelle Friedrichs II. gesetzt). - 
Die Weltreichsidee Friedrichs war im 19. Jhdt. seit der Romantik mit ihrer Wiederentdeckung des Mittelalters ein wichtiges identitätsstiftendes Element für die deutsche Nationalbewegung, vollends nach dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation 1806. - 
Und für die Nationalsozialisten wurde Friedrich II. schnell zum Vorläufer der Diktatur Hitlers.

Kritische Sichtweisen: Für manche ist er immer noch der Antichrist; andere kritisieren die messianische Anmaßung Friedrichs; andere sehen vor allem die diktatorischen und grausamen Züge bei Friedrich; andere betonen, dass Friedrich mit der Verwirklichung seiner Weltreichsidee gescheitert ist und eher die Selbständigkeit der Territorialfürsten gestärkt hat. 

Für viele ist Friedrich einer der glanzvollsten Herrscher der deutschen Geschichte, das Staunen der Welt, der erste moderne Herrscher (so Ernst Kantorowicz in seiner Biographie "Kaiser Friedrich II." von 1927), "der erste Europäer nach meinem Geschmack" (so Friedrich Nietzsche), ein aufgeklärter Geist, ein Brückenbauer zwischen Orient und Okzident..

Literaturhinweise:

Herbert Nette: Friedrich II. von Hohenstaufen, mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten.
rororo bildmonographien, Rowohlt Taschenbuch-Verlag, 1975

Knut Görich: Die Staufer - Herrscher und Reich.
C.H.Beck Wissen, Verlag C.H.Beck, 2006

Wolfgang Stürner: Friedrich II. Primus-Verlag Darmstadt, 2008

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Friedrich V., Kurfürst der Pfalz, "Winterkönig". - * 26.8.1596 in Amberg, + 29.11.1632 in Mainz. - Friedrich V. wurde als Haupt der protestantischen Union von den böhmischen Ständen zum König gewählt, verlor aber 1620 durch die Niederlage am Weißen Berge Königskrone und Kurpfalz.

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Friedrich d.Gr.Friedrich II., König von Preußen (regiert von 1740 - 1786), * 24.1.1712 in Berlin, + 17.8.1786 in Sanssouci bei Potsdam. (Grab bis 1945 in der Garnisonkirche in Potsdam, danach in der Elisabethkirche in Marburg, seit 1952 auf der Burg Hohenzollern, seit 1991 in Sanssouci.). - 
 
[Bild (Marke BRD, 1986): 200. Todestag von König Friedrich dem Großen; Portrait Friedrichs II. von Preußen, Gemälde von Anton Graff]

Friedrich II. von Preußen ("der Große"), an dessen 300. Geburtstag im Jahr 2012 in Deutschland ausführlich gedacht wird, hat zwar nie länger in Südwestdeutschland gelebt; es gibt aber einige Beziehungen zu Süddeutschland die hier nur erwähntwerden:

- 1730 war Friedrich mit seinem Vater Friedrich Wilhelm I. auf einer Reise durch Süddeutschland (u.a. auch nach Ludwigsburg). Auf dem Rückweg unternahm Friedrich bei Sinsheim den verzweifelten Fluchtversuch, der ihm nach der Entdeckung durch den tyrannischen Vater von seinem Vater Gefängnis und seinem Freund Katte den Tod brachte. (Hans Hermann von Katte wurde am 6.11.1730 unter den Augen des Kronprinzen Friedrich in Küstrin enthauptet.)

- Ab 1741wurde Karl Eugen, der spätere Herzog von Wirtemberg, am Hofe Friedrichs in Potsdam erzogen.

- Schließlich kam der Sarg Friedrichs (und der Sarg seines Vaters) von 1952 - 1991 in die evang. Schloßkapelle auf der Burg Hohenzollern bei Hechingen, bis er 1991 (nach der Wiedervereinigung) nach Sanssouci bei Potsdam überführt wurde.


.Friedrich I. von Baden
Friedrich I., Großherzog von Baden. -* 9.9.1826 in Karlsruhe, + am 28.9.1907 auf der Mainau. - 

Friedrich war der 2.Sohn von Großherzog Leopold von Baden. Anstelle seines älteren Bruders Ludwig, der für  unheilbar geisteskrank erklärt wurde, regierte Friedrich seit 1852 als Prinzregent, seit 1856 als Großherzog Friedrich I. von Baden. Verheiratet war er mit Luise von Preußen, der Tochter des preußischen Königs und späteren Kaisers Wilhelm I. 

[Bild (10-Mark-Goldmünze des Deutschen Reiches, 1898): Portrait von Großherzog Friedrich I. von Baden]

Friedrich I. hat über 50 Jahre als 5. Großherzog von Baden regiert. Er gilt als fortschrittlich und gemäßigt liberal und als Vorkämpfer der nationalen Einheit unter preußischer Führung. In seiner Regierungszeit, die gelegentlich als "Neue Ära" bezeichnet wird, wurden - nach einer Amnestie für die Revolutionäre von 1848/49 - ab 1862 liberale Reformen durchgeführt (Gewerbefreiheit, Judenemanzipation, staatliche Schulaufsicht, Simultanschule als Regelschule).


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Friedrich II., Großherzog von Baden. - * 9.7.1857 in Karlsruhe, + 9.8.1928 in Badenweiler. - Friedrich II. setzt die liberale Politik seines Vaters fort. Er regiert ab 1907 und muss 1918 auf den Thron verzichten.
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Friedrich I., Herzog von Wirtemberg (1593 - 1608). - * 19.8.1557 in Mömpelgard, + 29.1.1608 in Stuttgart (Grab in der Stuttgarter Stiftskirche).. - 

Friedrich I., in Mömpelgard nahe bei Frankreich aufgewachsen und von dort durch absolutistische Vorstellungen geprägt, war ein Vertreter des Frühabsolutismus in Wirtemberg.

Friedrich besuchte zur Ausbildung 1571 - 1574 die neue Akademie in Tübingen (das spätere "Collegium illustre"), ging danach standesgemäß auf Bildungsreisen, und heiratete 1581 Sibylla von Anhalt.

Als Friedrich 1593 Herzog wurde kam es schon bald zum Eklat mit den wirtembergischen Ständen, der sich durch die ganze Regierungszeit Friedrichs fortsetzte: Friedrich wollte mehr Geld (das die Stände nach dem Tübinger Vertrag bewilligen mussten) für die Hofhaltung, für seine Bauten, für Zukäufe von Land, und er wollte ein Stehendes Heer für das Herzogtum. 1607 erreichte Friedrich, beraten von dem Geheimen Rat Matthäus Enzlin, der für die Stärkung der fürstlichen Macht plädierte, eine Einschränkung des Finanzrechts der Stände.

Einige weitere wichtige Ereignisse in Friedrichs Regierungszeit:

- Herzog Friedrich löste 1599 Wirtemberg vollends aus dem Lehnsverhältnis zu Österreich. (Im Prager Vertrag von 1599 erkaufte er die Reichsunmittelbarkeit mit einer Ablöse von 400000 Gulden von Rudolf II. von Habsburg). 

- Er erwarb 1595ff durch Kauf von der Markgrafschaft Baden die Ämter Altensteig, Mundelsheim, Besigheim und Liebenzell für Wirtemberg.

- In Freudenstadt plante er eine neue Residenz für dasHerzogtum Wirtemberg. Heinrich Schickardt war hier Friedrichs Hofbaumeister, wie auch bei anderen Bauvorhaben Friedrichs, z.B. Schloss Hellenstein bei Heidenheim, Umbau von Schloss Hohentübingen.

- Friedrich war ein Anhänger des Merkantilismus mit der staatlichen Förderung der Industrie und Wirtschaft: Er förderte z.B. Bergbau und Hüttenwesen und die Leineweberei (Leineweberkompanie in Urach).

- 1603 erhielt Herzog Friedrich den bedeutenden englischen Hosenbandorden. Er war darauf so stolz, dass er im Portal von Schloss Hohentübingen den Orden einmeißeln ließ: "Honi soit qui mal y pense".


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Friedrich, 1. König von Württemberg. - * 6.11.1754 in Treptow in Hinterpommern, + 30.10.1816 in Stuttgart (Grab in Ludwigsburg).-

König FriedrichFriedrich (der "Dicke Friedrich", wie er respektlos aber zutreffend oft genannt wird) war von 1797 - 1803 als Friedrich II. Herzog von Wirtemberg; 1806 wurde er 1. König des Königreichs Württemberg.

[Bild (Foto): Gemälde von Johann Baptist Seele, 1806: König Friedrich von Württemberg im Krönungsornat]

Friedrich ist in Pommern geboren, wo sein Vater als Offizier in Diensten Friedrichs des Großen war. Seine "Jugendzeit", seine Zeit vor Wirtemberg verlief teilweise dramatisch: Auch Friedrich wird zunächst 1774 Offizier im Preußischen Heer, wirkt in Pommern und in Schlesien, er wist beim Bayerischen Erbfolgekrieg eingesetzt. 1781 wechselt er in russische Dienste unter Zar Paul I. Er macht Karriere, wird bald Generalgouverneur für den russischen Teil von Finnland. Dann kommt seine Ehe mit Auguste Karoline von Braunschweig-Lüneburg, die offenbar eine Katastrophe ist: Auguste Karoline will die Scheidung und wird dabei von der Zarin Katharina unterstützt. Friedrich kann nicht mehr in Rußland bleiben; 
1786 reicht er seine Entlassung beim Russischen Heer ein.

Friedrich zieht nach Süden und Westen: Zunächst auf sein Gut Bodenheim bei Mainz, dann besucht er Paris, er ist dort auf dem Höhepunkt der Französischen Revolution (was ihn für seine spätere Ablehnung aller revolutionären Ansätze tief prägte). 1790 zieht Friedrich nach Ludwigsburg, noch ohne die Perspektive bald einmal Landesherr zu werden. - Von Ludwigsburg aus besucht Friedrich in diesen Jahren von 1790 - 1797 regelmäßig seinen Sommersitz im "Schlössle" in Schwieberdingen.

1797 stirbt Friedrichs Vater Herzog Friedrich Eugen nach nur 2 Jahren Regierungszeit; Friedrich wird als Herzog Friedrich II. neuer Herzog von Wirtemberg.
1797 heiratet Friedrich zum 2.Mal; diesmal Charlotte Auguste Mathilde von Großbritannien.

Friedrichs Zeit als Herzog ist wieder - wie schon bei Herzog Friedrich I. - geprägt vom Kampf gegen die Stände. Der Landtag wird aufgelöst, Führer der Landstände werden verhaftet, die Verfassung wird aufgehoben.
Hauptthema dieser Jahre ist aber der Kampf gegen und mit Frankreich und Napoleon: In den Koalitionskriegen kämpft Wirtemberg zunächst gegen Frankreich und verliert einen Großteil des Herzogtums. 
1803 wechselt Friedrich die Fronten und tritt auf die Seite Napoleons über. Unter der Protektion Napoleons erreicht er eine Vergrößerung des Territoriums Wirtembergs und die Erhebung  zum Kurfürstentum; von 1803 - 1806 ist er als Kurfürst Friedrich von Wirtemberg

1805 kommt es zu jener denkwürdigen Begegnung im Ludwigsburger Schloss zwischen Napoleon und Friedrich, bei dem Napoleon das Militärbündnis mit Frankreich befestigt, den Beitritt Wirtembergs zum Rheinbund erreicht und dafür weitere Vergrößerungen des Landes und die Erhebung zum Königreich zusagt. Am 1.1.1806 erfolgt im Ludwigsburger Schloss die Proklamation zum König Friedrich von Württemberg

1813, nach Napoleons Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig, wechselte Friedrich wieder das Lager und schloss sich der Koalition gegen Frankreich an.

Die Vergrößerung des Landes ist im Artikel über das Königreich Württemberg genauer dargestellt. 
Für Friedrich stellte sich jetzt die Aufgabe in diesem neuen größeren und aus sehr heterogenen Teilen zusammengesetzten Land eine einheitliche Verwaltung zu etablieren. Respekt für Friedrichs Leistung in dieser Hinsicht äußern auch seine größten Kritiker. - 

König Friedrich regierte zentralistisch und in absolutistischer Manier. Die neuen Gebiete ("Neu-Württemberg") wurden z.T. brutal in Württemberg eingegliedert. Auch in Fragen der Religion dominierte der Rationalismus; Pietisten hatten es schwer, und es ist kein Wunder, dass manche nur in der Auswanderung eine Zukunft sahen.

Die alte Verfassung, das "Alte Recht" (für das u.a. Uhland leidenschaftlich kämpfte) wurde von Friedrich außer Kraft gesetzt. Eine neue Verfassung wurde erst vom Nachfolger, König Wilhelm I., im Jahr 1819 verabschiedet.

Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Der schwäbische Zar. Friedrich, Württembergs erster König.
Deutsche-Verlags-Anstalt 1984


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: Friedrich I.u.a. / letzte Änderung: 28.12.2012

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