WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: G (Stichworte von Gaggenau bis Gutach),
philatelistisch unterstützt.  © Manfred Ebener
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G: Übersicht über die Lexikon-Stichworte mit G
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       [Hinweis auf ausführlichere Artikel in stärkerer Schrift]

Gaggenau (Stadt im Landkreis Rastatt)
Gaienhofen (Gemeinde am Bodensee)
Gaildorf (Stadt am Kocher im Kreis Schwäbisch Hall)
Gaiser, Gerd (Kunsthistoriker und Schriftsteller, + 1976)
Gall, Franz Joseph (Mediziner, + 1828)
Gall, Joseph Anton (Schulreformer und Bischof, + 1807)
Ganzhorn, Wilhelm (Jurist und Dichter, + 1880)

Gebhard, Heiliger (Bischof von Konstanz, + 995)
Gebhard Truchsess von Waldburg (Erzbischof von Köln, + 1601)
Geislingen an der Steige (Stadt im Landkreis Göppingen)
Geiß, Anton (SPD-Politiker, Staatspräsident Badens, + 1944)
Gelb, Melchior (Goldschmied und Bildhauer, + 1654)
Gemmingen, Otto Heinrich Freiherr von (Schriftsteller, + 1836)
Gengenbach (Stadt im Ortenaukreis)
Gennep, Arnold van (Ethnologe, + 1957)
Gerlachsheim (Gemeinde, Teil von Lauda-Königshofen)
Gerlingen (Stadt im Landkreis Ludwigsburg)
Gernsbach (Stadt im Landkreis Rastatt)
Gerok, Karl (Pfarrer und Liederdichter, + 1890)
Gerstenmaier, Eugen (Evang.Theologe und Politiker, + 1986)
Gervinus, Georg G. (Literaturhistoriker und Politiker, + 1871)
Gerwig, Robert (Bauingenieur, + 1885)
Gessler, Otto (Politiker, Reichswehrminister, + 1955)

Giengen an der Brenz (Stadt im Kreis Heidenheim)
Gissigheim (Gemeinde von Königheim, Main-Tauber-Kreis)

Glasenapp, Helmut von (Indologe, + 1963)

Gmelin, Leopold (Chemiker und Mediziner, + 1853)
Gmelin, Otto (Erzähler, + 1940)
Gmünd, Schwäbisch Gmünd (Kreisstadt im Ostalbkreis)

Goes, Albrecht (Evang. Pfarrer und Schriftsteller, + 2000)

G: Übersicht über die Lexikon-Stichworte mit G
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Goethe, Johann Wolfgang von und Südwestdeutschland
Goldschmidt, Hans (Chemiker, + 1923)
Golther, Wolfgang (Germanist, + 1945)
Gomaringen (Gemeinde im Landkreis Tübingen)
Gontard, Karl Philipp von (Baumeister, + 1791)
Göppingen (Kreisstadt)
Götz von Berlichingen: siehe bei Berlichingen

Graben / Neudorf , Gemeinde bei Karlsruhe
Grabenstetten (Gemeinde auf der Alb, Landkreis Esslingen)
Gradmann, Robert (Pfarrer, Landeskundler, + 1950)
Grashof, Franz (Ingenieur, + 1893)
Grävenitz, Wilhelmine Gräfin von (Mätresse, + 1744)
Grieshaber, Helmut Andreas Paul (HAP) (Graphiker, + 1981)
Grimm, Friedrich (Jurist, + 1959)
Grimmelshausen, H. J. Christoffel von (Soldat, Dichter, + 1676)
Groener, Wilhelm (General und Reichsminister, + 1939)
Gross, Johann Adam (Landbaumeister, + 1757)
Grote, Louis Ratcliff (Mediziner, + 1960)
Grunbach im Remstal, jetzt zu Remshalden
Grüninger, Hans (Buchdrucker, + 1533)

Guardini, Romano (Religionsphilosoph, + 1968)
Güde, Max (Jurist, Generalbundesanwalt, + 1961)
Guibal, Nicolas (Maler + Baumeister, + 1725)
Gundelsheim (Stadt am Neckar im Landkreis Heilbronn)
Günderode, Karoline von (Dichterin, + 1807)
Guelfen und Ghibellinen (Parteien in Oberitalien)
Gundolf, Friedrich (Literaturhistoriker, + 1931)
Günther, Agnes (Schriftstellerin, + 1911)
Gurlitt, Ludwig (Reformpädagoge, + 1991)
Gurlitt, Willibald (Musikwissenschaftler, + 1963)
Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus (Diakonie-Einrichtung)
Gutach im Gutachtal (Gemeinde im Ortenaukreis)
Gutach im Breisgau (Gemeinde im Landkreis Emmendingen)
Gutach (Fluss im Südschwarzwald, Nebenfluss der Kinzig)

Gaggenau (PLZ: 76571) Stadt im Landkreis Rastatt an der Murg im nördlichen Schwarzwald, mit ca. 29.600 Einwohnern (2006).. 


Gaienhofen, Gemeinde (PLZ: 78343) am Bodensee im Landkreis Konstanz, mit Teilort Hemmenhofen, mit ca. 3.250 Einwohnern (2006).

1904 - 1912: H. Hesse lebt auf der Höri bei Gaienhofen
1964 + Ludwig Finckh in Gaienhofen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.gaienhofen.de



Gaildorf (PLZ: 74405), Stadt am Kocher im Landkreis Schwäbisch Hall, mit ca. 12.550 Einwohnern (2006).
In Gaildorf steht das ehemalige Wasserschloss der Schenken von Limpurg.

GaildorfZur Geschichte Gaildorfs
1399 wurde ein Vertrag geschlossen zwischen dem Schenken zu Limpurg und der Stadt Hall: In dem Vertrag wird erstmals das Alte Schloss in Gaildorf erwähnt, und es wurde in dem Vertrag die Holzflößerei auf dem Kocher zu den Salzsiedern nach Hall geregelt: Von daher ist das Floß ins Wappen Gaildorfs gekommen.
1404, im Juli 1404, wurde Gaildorf von Kaiser Ruprecht I. zur Stadt erhoben.

[Bild (Sonderstempel zum Jubiläum Gaildorfs 2004): 600 Jahre Stadtrecht Gaildorfs, Flößer auf dem Kocher, Stadtwappen]

Bekannte Personen o.ä. aus/in Gaildorf:

1815 - 1819: Justinus Kerner lebt als Amtsarzt in Gaildorf 
           (hier soll er die "schwäbische Nationalhymne" "Preisend mit 
           viel schönen Reden..." gedichtet haben)
1817 * Theobald Kerner (Arzt und Dichter) in Gaildorf geboren
1843 - 1848: Gottlieb Rau (Revolutionär) Glasfabrikant in G.
1851 * Hermann Frasch in Oberrot bei Gaildorf geboren

1914 Grab (Mausoleum) von Hermann Frasch in Gaildorf

- Weitere Web-Informationen: http://www.gaildorf.de



Gaiser, Gerd, Kunsthistoriker und Erzähler. - * 15.9.1908 in Oberriexingen, + 9.6.1976 in Reutlingen (Grab in Tübingen). – 

Gaiser, aus einem württembergischen Pfarrhaus stammend, war ab 1922 Seminarist in Urach und Schöntal und studierte danach Kunstgeschichte an verschiedenen Universitäten. Ab 1949 war Gaiser Zeichenlehrer in Reutlingen; 1962 wurde Gaiser Prof. für Kunsterziehung an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen. - 

Nach seinen Kriegsromanen wurde Gaiser besonders durch seine Nachkriegserzählung "Schlussball" (1958) bekannt, die in einer Kleinstadt (Reutlingen als "Neu-Spuhl") spielt.



Gall, Franz Joseph, Anatom und Arzt. - * 9.3.1758 in Tiefenbronn, + 22.8.1828 in Montrouge bei Paris. - 
Gall ist der Begründer der Gallschen Schädellehre, nach der aus der Form des Schädels auf geistige, seelische und sittliche Anlagen geschlossen werden kann.


Gall, Joseph Anton, Schulreformer in Österreich und Bischof von Linz - * 27.03.1748 in Weil der Stadt, + 18.06 1807 in Linz.

Der spätere Schulreformer Joseph Anton Gall erhielt seine entscheidende Prägung im Priesterseminar zu Bruchsal, das zu jener Zeit Residenz der Fürstbischöfe von Speyer war. Hier machte er erste Bekanntschaft mit den neuen Unterrichtsmethoden des katholischen Schulreformers Johannes Ignaz von Felbiger..
Gall wurde 1780 Oberaufseher der deutschen Schulen in Niederösterreich, die er in der Folgezeit zu reformieren versuchte. Dass bei den Ursulinerinnen damals ein ‚Mädchen- Erziehungsinstitut’ errichtet wurde, ging gleichfalls auf die Bemühungen Galls zurück. Wegen seiner Verdienste um die Lehrerbildung, die Priesterausbildung und die Seelsorge ernannte ihn Kaiser Joseph II. 1788 zum Bischof von Linz. 

(Dr. Gerhard Eberle)



Ganzhorn, Wilhelm, poetischer Schöngeist und Jurist - * 14.01.1818 in Böblingen, + 09.09.1880 in Stuttgart-Bad Cannstatt.

Während seiner Studienzeit schon lernte Ganzhorn den auch politisch engagierten Dichter Ferdinand Freiligrath kennen, woraus sich eine lebenslang dauernde Freundschaft entwickeln sollte. 
G. kam 1844 als Gerichtsaktuar nach Neuenbürg. Er hatte sich selbst auch zu einem durchaus politisch liberal denkenden Juristen entwickelt und nahm dort aktiv an den Geschehnissen vor und während 1848 teil. Nachhaltigen Einfluss hatte er bei der Nominierung – und dann auch Wahl - des badischen Ausländers Karl Mathy für die Frankfurter Nationalversammlung. Obwohl sein politisches Engagement G. erhebliche Schwierigkeiten für sein weiteres Fortkommen eingetragen hatte, wurde er – nach einer Treueerklärung zur Monarchie – 1854 zum Oberamtrichter in Aalen ernannt. Damals war er schon mit Luise Alber verlobt -  einer Wirtstochter aus Conweiler bei Neuenbürg -  mit der er sich 1855 dann auch verheiratete. Es war dies die Zeit, in der G. ein Gedicht mit 13 Strophen zu Papier brachte, das die Überschrift „Das stille Tal“ trug. Es sollte zu der Melodie des Liedes „Drei Lilien, drei Lilien, die pflanzt ich auf mein Grab“ gesungen werden. In einer gekürzten Fassung ist G. Gedicht dann – seit 1876 überschrieben mit „Im schönsten Wiesengrunde“ – zu einem der bekanntesten deutschen Volkslieder geworden. In Geburtsort Luise Albers und weit darüber hinaus ist man sich sicher, dass der Dichter mit dem „schönsten Wiesengrund“ ein Tal bei Conweiler – heute ein Ortsteil von Straubenhardt – gemeint hat.
1860 hatte G. die Leitung des Oberamtsgerichts Neckarsulm übernommen. Der ’trinkbare Mann’ erreichte in der Region einen großen Beliebtheitsgrad. G. Eingebundensein in das kulturelle Leben und sein damit verbundenes Engagement setzte sich bis hin zur Stuttgarter Kulturszene fort, als er 1878 die Leitung des Oberamtsgerichts Cannstatt übernahm. Seine letzte Ruhestätte fand er dort auf dem Uffkirchhof – unweit des Grabes von Freiligrath.

(Dr. Gerhard Eberle)



Gebhard, Heiliger (auch: Bischof Gebhard von Konstanz). - * 949 in Konstanz oder auf Hohenbregenz, + 27.8.995 in Konstanz (Grab im Kloster Petershausen/Konstanz). 

Gebhard wurde 949 als jüngster Sohn des Grafen Ulrich VI. aus dem bedeutenden alemannischen Geschlecht der Udalrichinger geboren. Nach seiner Ausbildung an der Konstanzer Domschule und der Priesterweihe durch seinen Onkel Konrad von Konstanz (dem später heiliggesprochenen Bischof Konrad I.) erhielt er mit 30 Jahren die Bischofsweihe und wurde mit Einwilligung von Kaiser Otto II. 979 zum Bischof von Konstanz.
Als Bischof soll er sich vor allem um die Armen der Diözese gekümmert haben. 983 gründete er das Benediktinerkloster Petershausen bei Konstanz, das er mit seinen Erbgütern ausstattete. Nach seinem Tod und dem Grab im Kloster Petershausen wurden bald Wunder an seinem Grab berichtet, das Grab wurde zum Wallfahrtsort (wie auch der Gebhardsberg bei Bregenz). - Gebhard wurde Patron der Diözese Feldkirch und 2. Landespatron von Vorarlberg.

GebhardAbgebildet ist Gebhard meist auf charakteristische Weise: Er wird als Bischof mit Stab und Kirchenmodell dargestellt (wohl ein Hinweis auf die Klosterkirche Petershausen) und mit einem Totenkopf mit Tiara im Arm. Dieser Totenkopf soll auf die wertvolle Reliquie hinweisen, die Bischof Gebhard zur Einweihung der Klosterkirche vom Papst geschenkt bekam: angeblich eine Kopfreliquie von Papst Gregor I.
 

[Bild (Marke Österreich, 1995): 1000. Todestag des Hl. Gebhard; Buntglasfenster: Portrait des Hl. Gebhard (979 - 995), Bischof von Konstanz, Patron der Diözese Feldkirch; Abbildung in Bischofstracht mit der Kopfreliquie von Papst Gregor I. im Arm.]

Goethe, Johann Wolfgang von, Dichter, Politiker, Naturforscher. - * 28.8.1749 in Frankfurt, + 22.3.1832 in Weimar.

GoetheGoethe war nie länger, nur gelegentlich auf der Durchreise in Baden oder Württemberg, etwa bei seiner Reise in die Schweiz 1797, mit Besuchen in Mannheim, Heidelberg, Heilbronn, Ludwigsburg, Stuttgart und dann bei seinem Verleger Cotta in Tübingen, worüber  Goethe in seiner "Reise in die Schweiz" schreibt. - Auffällig ist, daß einigen wichtigen Werken Goethes als Helden Personen aus Württemberg zugrunde liegen: So im Drama "Götz von Berlichingen" oder beim "Faust". Und bei "Hermann und Dorothea" soll das Lokalkolorit von Emmendingen stammen, wo Goethe seine Schwester gelegentlich besuchte.

[Bild (Marke BRD, 1982): 150. Todestag Goethes; Portrait J. W. von Goethes, mit Scherenschnitt]



Goldschmidt, Hans, Chemiker und Industrieller. - * 18.1.1861 in Berlin, + 21.5.1923 in Baden-Baden.
Goldschmidt entwickelte ein Verfahren zur Erzeugung sehr hoher Temperaturen und führte 1894 das "aluminothermische Schweißen" (Thermitschweißen) ein, das z.B. beim Schweißen von Eisenbahnschienen wichtig wurde.



Golther, Wolfgang, Germanist und Literaturhistoriker. - * 25.5.1863 in Stuttgart, + 4.12.1945 in Rostock.
Forschungsschwerpunkte Golthers waren die germanische Mythologie und die deutsche Dichtung des Mittelalters. Er gilt als Mitbegründer der Wagner-Philologie.



Gomaringen (PLZ: 72810), Gemeinde im Landkreis Tübingen, mit ca. 8.600 Einwohnern (2006).

1837 - 1841: Gustav Schwab wohnt als Pfarrer im Schloss in Gomaringen (das seit dem 19. Jhdt. als Pfarrhaus dient)



GontardGontard, Karl Philipp von, Baumeister. - * 13.1. 1731 in Mannheim, + am 23.9.1791 in Grüneiche bei Breslau. 
Gontard war seit 1765 Baumeister Friedrichs des Großen in Potsdam und Berlin. Zu seinen zwischen Barock und Klassizismus angesiedelten Werken gehören die Kuppeltürme auf den beiden Domen am Gendarmenmarkt in Berlin.

[Bild (Marke Berlin, 1981): 250. Geburtstag von Gontard; Königskolonnaden am Kleistpark in Berlin, erbaut von Gontard; Portrait von Gontard]



Göppingen (PLZ: 73033 bis 73037), Kreisstadt des Landkreises Göppingen, gelegen an der Fils, am Fuße des Hohenstaufen, mit den Stadtteilen Hohenstaufen, Faurndau u.a.; mit ca. 57.600 Einwohnern (2006).

Die Stadt ist Verwaltungsmittelpunkt und industrielles Zentrum des Filstals (besonders bekannt: Spielwarenindustrie, Märklin). 
Sehenswert ist die von H.Schickardt erbaute Stadtkirche von 1618/1619; die spätgotische Oberhofenkirche (erbaut ab 1436), in der ein Fresko von 1470 die damals noch unzerstörte Burg Hohenstaufen zeigt; und das Renaissance- Schloss von 1556 - 1565, in dem heute die Stadtverwaltung residiert. 
In Göppingen- Faurndau ist aus der Stauferzeit die spätromanische Pfarrkirche (als Basilika erbaut um 1220) weitgehend erhalten. Sie ist einer der eindrucksvollsten Zeugen romanischer Kirchenbaukunst im Land der Staufer.

Zur Geschichte: Göppingen entstand um 1130; erste urkundliche Erwähnung in einer Urkunde des Stauferkaisers Friedrich Barbarossa 1154. 1319 erwarb es Graf Eberhard I. für Wirtemberg; seitdem gehört Göppingen als Oberamtsstadt u.ä. zu Wirtemberg/Württemberg.

Personen u.a. mit besonderem Bezug zu Göppingen:

1550 * Michael Mästlin (Astronom) in Göppingen geboren

1702 * Friedrich C. Oetinger (Theologe) in G. geboren

1859: Fa. Märklin (Modellbahnen) in Göppingen gegründet
1866: + Wilhelm Märklin in Göppingen gestorben

1956 + Walther Schoenichen in Göppingen gestorben.
1958 + Hugo Häring (Architekt) in Göppingen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.goeppingen.de



Götz von Berlichingen: siehe Berlichingen


Graben-Neudorf, Gemeinde (PLZ: 76676) im Landkreis Karlsruhe, mit ca. 11.700 Einwohnern (2006).
1822 * Adolf Kußmaul (Mediziner) in Graben geboren



Grabenstetten Gemeinde (PLZ: 72582) auf der Schwäbischen Alb im Landkreis Esslingen, mit ca. 1.600 Einwohnern (2006). 
In der Nähe von Grabenstetten verläuft der keltische "Heidengraben":

1829 * Christoph D. F. Weinland in Grabenstetten geboren



Gradmann, Robert, Pfarrer, Geograph, Botaniker, Landeskundler. - * 18.7.1865 in Lauffen, + 16.9.1950 in Sindelfingen (Grab Stadtfriedhof Tübingen). - 

Gradmann war Pfarrer in Forchtenberg und forschte dort nebenher über das "Pflanzenleben der Schwäbischen Alb". Von 1901 - 1919 war er Direktor der Universitätsbibliothek Tübingen und danach Professor in Erlangen. Sein landeskundliches Werk "Süddeutschland" erschien 1931.



Grashof, Franz, Ingenieur. - * 11.7.1826 in Düsseldorf, + 26.10.1893 in Karlsruhe. - Grashof, Prof. an der TH Karlsruhe seit 1863, war einer der Begründer des wissenschaftlichen Maschinenbaus und des Verbandes Deutscher Ingenieure (VDI).



Grävenitz, Wilhelmine Gräfin von, Mätresse von Herzog Eberhard Ludwig seit 1706. - * 4.2.1686 in Schwerin, + 21.10.1744 in Berlin. - 

Die bei der frommen und armen Bevölkerung verhaßte "Landverderberin" Grävenitz regte den prunkvollen Bau von Schloß Ludwigsburg und der Stadt Ludwigsburg ("Lumpenburg") an. 1727 wurde sie zur Reichsgräfin von Freudental ernannt und ließ das Schloss in Freudental erbauen. 1731 fiel die Grävenitz  in Ungnade und musste das Land verlassen.



Griesbach, Bad Peterstal - Griesbach (PLZ: 77740), Kurort im Ortenaukreis, mit ca. 2.850 Einwohnern (2006).

1921 wurde bei Bad Griesbach M. Erzberger ermordet

Gebhard Truchseß von Waldburg, Kurfürst und Erzbischof von Köln. - * 10.11.1547 in Heiligenberg, + 31.5.1601 in Straßburg. - 
Gebhard war Kurfürst und Erzbischof von Köln von 1577 - 1583. Als er zum reformierten Bekenntnis konvertierte, wurde er als Bischof abgesetzt.

Geislingen an der Steige (PLZ: 73312), Stadt im Landkreis Göppingen,
gelegen am Nordrand der Schwäbischen Alb; mit ca. 27.5000 Einwohnern (2006).

1763 - 1769: F.D. Schubart Organist u.a. in Geislingen

1847 - 1850: Bau der bis dahin steilsten Eisenbahn- Bergstrecke zur Alb- Überquerung für die Strecke Stuttgart- Ulm bei Geislingen, der "Geislinger Steige"
1853 WMF in Geislingen gegründet

- Weitere Web-Informationen: http://www.geislingen.de



Geiß, Anton, Politiker (SPD). - * 11.8.1858 in Rettenbach, + 3.3.1944 in Schriesheim (bei Heidelberg).

Anton Geiß, geboren in Rettenbach im Ostallgäu in Bayern, von Beruf Schreiner, lebte seit 1891 in Mannheim. Ab 1895 war er SPD- Abgeordneter im badischen Landtag; seit 1908 war er Landesvorsitzender der SPD in Baden.
Die größte Bedeutung hatte Geiß beim Übergang vom Großherzogtum Baden zum Freistaat Baden 1918: Nach der Novemberrevolution in Deutschland war er es der in Baden nach dem 10. Novwember 1918 Großherzog Friedrich II. zur Abdankung bewog. Geiß wurde im neuen Freistaat Baden Vorsitzender der Provisorischen Regierung, dann von 1919 bis 1920 Staatspräsident in Baden. (1920 wurde dann vom badischen Landtag als neuer Staatspräsident der Zentrumsabgeordnete und Justizminister Trunk gewählt.)
Anton Geiß lebte seit 1933 bis zu seinem Tod 1944 in Schriesheim.


GelbGelb, Melchior, Goldschmied und Bildhauer. - * 1581 in Ulm, + 1654 in Augsburg.

[Bild (Marke BRD, 2000): "Silberner Tischbrunnen", mit Neptun und Bacchus, Skulptur von Melchior Gelb, 1652, erworben von der Kulturstiftung der Länder für die Staatlichen Museen Kassel]



Gemmingen, Otto Heinrich Freiherr von, Schriftsteller. - * 8.11.1755 in Heilbronn, + 15.5.1836 in Heidelberg. - Gemmingens Familiengemälde "Der deutsche Hausvater" hatte Einfluß auf Schillers "Kabale und Liebe".


Gengenbach, Stadt im Ortenaukreis, im Kinzigtal (PLZ: 77723), mit Benediktinerkloster aus dem 8. Jhdt; mit ca. 11.100 Einwohnern (2006).

- Weitere Web-Informationen: http://www.badenpage.de/gengenbach



Gennep, Arnold van, französischer Ethnologe. - * 23.4.1873 in Ludwigsburg, + 1957 in Bourg-la-Reine. - 

Van Gennep hat in seinem berühmten Werk "Les Rites de Passage" (1909, dt. 1986) das Konzept der Übergänge und der Übergangsriten im Lebenslauf in die Volkskunde eingeführt.



Gerlachsheim / Lauda- Königshofen (PLZ: 97922)
1879 * Fritz Stein in Gerlachsheim geboren


Gerlingen (PLZ: 70839), südlichste Stadt im Landkreis Ludwigsburg, nahe bei Schloss Solitude; mit ca. 19.000 Einwohnern (2006).

Die erste urkundliche Erwähnung Gerlingens stammt aus dem Jahr 797. - Das Gebiet, auf dem im 18. Jahrhundert von Herzog Karl Eugen das Schloss Solitude erbaut wurde, gehörte zum Dorf Gerlingen. - Zur Stadt erhoben wurde Gerlingen 1958.
Von den vielfältigen Industrieansiedlungen ist die Hauptverwaltung und das Forschungszentrum der Robert Bosch GmbH (seit 1969 in Gerlingen) am bekanntesten.

1796 + Schillers Vater und Schillers Schwester Nanette sind in Gerlingen begraben

1820 * Johannes Rebmann (Missionar, Afrikaforscher) in 
          G. geboren 
1825 * Johannes Zimmermann (Missionar und Sprachforscher
          an 
der Goldküste /Ghana) in Gerlingen geboren

- Weitere Web-Informationen zu Gerlingen:
http://www.gerlingen.de



Gernsbach, Stadt (PLZ: 76593) im Landkreis Rastatt, mit ca. 14.600 Einwohnern (2006)..


Gerok, Karl, Pfarrer und Liederdichter. - * 30.1.1815 in Vaihingen / Enz, + 14.1.1890 in Stuttgart. - 
Gerok ist besonders bekannt geworden durch die "Palmblätter", eine Sammlung von geistlichen Liedern, die erstmals 1857 erschien.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.bautz.de/bbkl/g/gerok_k.shtml



Gerstenmaier, Eugen, evangelischer Theologe und CDU - Politiker. - * 25.8.1906 in Kirchheim u. Teck, + 13.3.1986 in Remagen. - 
Gerstenmaier, der erst spät evangelische Theologie studieren konnte, war während der Zeit der Nationalsozialisten als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Kirchlichen Außenamt angestellt. Seit 1939 wurde - auch durch Gerstenmaiers Kontakte zum Kreisauer Kreis - seine Einstellung zu Hitler immer kritischer. Nach dem 20. Juli 1944 wurde Gerstenmaier wegen Teilnahme an der Widerstandsbewegung zu 7 Jahren Haft verurteilt; bei Kriegsende wurde er im April 1945 aus der Haft befreit.

Bereits vor Kriegsende hatte Gerstenmaier Pläne zur Errichtung eines Hilfswerks zur Unterstützung des deutschen Wiederaufbaus gemacht. Im Herbst 1945 wurde auf seine Initiative das "Hilfswerk der Evangelischen Kirchen in Deutschland" gegründet. Gerstenmaier wurde der Leiter des Evangelischen Hilfswerks in Stuttgart (ab 1955 mit der "Inneren Mission" zum Diakonisches Werk vereinigt) und war dessen Leiter von 1945 bis 1951. 

1949 kandidierte Gerstenmaier für die neu gegründete CDU für den Deutschen Bundestag; er war MdB bis 1969. Von 1954 - 1969 war Gerstenmaier Bundestagspräsident, bekleidete also 14 Jahre lang das nominell zweithöchste Staatsamt in Deutschland.

Die politische Karriere endete 1968/1969: Hintergrund war eine Wiedergutmachungszahlung in Höhe von 280.000 DM für das während des Nationalsozialismus erlittene Unrecht, die Gerstenmaier erhielt und auch beanspruchte. Über die Rechtmäßigkeit und Angemessenheit dieser Zahlung wurde heftig gestritten; bald galt Gerstenmaier politisch als nicht mehr tragbar. Am 31. Januar 1969 trat er von seinem Amt als Bundestagspräsident zurück.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/GerstenmaierEugen/



Gervinus, Georg Gottfried, Literaturhistoriker und Politiker. - * 20.5.1805 in Darmstadt, + 18.3.1871 in Heidelberg. - 
Gervinus wurde 1837 als einer der "Göttinger Sieben" amtsenthoben, 1844 wieder Prof. in Heidelberg, 1853 entlassen und danach Privatgelehrter. Gervinus war auch Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung 1848.


Gerwig, Robert, Bauingenieur. - * 2.5.1820 in Karlsruhe, + 6.12.1885 in Karlsruhe.
Robert Gerwig war der bedeutendste Bauingenieur für Verkehrsbauten in Baden im 19. Jahrhundert: Straßen, Brücken, Eisenbahnstrecken und Tunellbauten. Seine Spezialität waren dabei die Eisenbahnstrecken in bergigen und unwegsamen Geländen. Dabei war er ein genialer Universalist, der auch noch Naturforscher, Geologe, Schuldirektor und Politiker war. 

Einige Stationen seiner Biographie: Robert Gerwig machte seine Ausbildung zum Bauingenieur ab 1834 an der Badischen Polytechnischen Schule in Karlsruhe. Danach war er vor allem im Straßenbau, in der Planung schwieriger Straßenführungen, tätig.
1850 - 1857 war er Direktor der Uhrmacherschule Furtwangen wo er durch seine Sammlungen auch den Grundstein für das Uhrenmuseum Furtwangen legte.
Nach der Zeit in Furtwangen baute Gerwig vor allem große Verkehrsprojekte im Großherzogtum Baden, z.B.:
die erste Brücke über den Rhein bei Waldshut (1859);
die Rheintalbahn Waldshut - Konstanz (1860 - 1863);
die Schwarzwaldbahn Offenburg - Singen (1865 - 1873).

1872 arbeitete Gerwig für 3 Jahre als Planer für die Gotthard-Bahn in der Schweiz. - 1875 kam Gerwig wieder zurück nach Baden; er wurde Leiter der Bauabteilung des Großherzogtums und Generaldirektor der Badischen Staatseisenbahnen.
Sein bekanntestes Werk ist die Planung der Höllentalbahn von Freiburg nach Neustadt, (eine der steilsten Eisenbahnstrecken in Deutschland; sie konnte anfangs auch nur mit Zahnrad-Unterstützung befahren werden )mit dem berühmten Ravenna-Viadukt (1884 - 1887); die Vollendung dieser Bahnstrecke hat Robert Gerwig nicht mehr erlebt.

Nebenbei war Gerwig lange Jahre Landtagsabgeordneter in Baden und (ab 1878) Abgeordneter im Reichstag für Baden.

- Weitere Web-Informationen zu Robert Gerwig:
http://www.rgs.vs.bw.schule.de/schule/gerwig.php



Gessler, Otto, Politiker. - * 6.2.1875 in Ludwigsburg, + 24.3.1955 in Lindenberg (Allgäu). - 
Gessler war 1914 - 1919 Oberbürgermeister von Nürnberg, 1920 - 1928 Reichswehrminister. 1944 war er zeitweilig verhaftet im KZ Ravensbrück. 1950 - 1952 war Gessler Präsident des Deutschen Roten Kreuzes.


Giengen an der Brenz (PLZ: 89537), Stadt im Landkreis Heidenheim, mit ca. 20.000 Einwohnern (2006).

Giengen erhielt 1171 vom Staufer Friedrich Barbarossa Stadtrecht, war bis 1803 Freie Reichsstadt.

1847 * Margarethe Steiff in Giengen geboren
1877 Gründung des Filz-Näh-Geschäfts Margarethe Steiff
1871 - 1941: Lina Hähnle (Vogelschützerin) lebt in Giengen

1909 + Margarethe Steiff in Giengen gestorben
1941 + Lina Hähnle in Giengen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.giengen.de



Gissigheim/ Königheim (Baden), Gemeinde im Main- Tauber- Kreis bei Tauberbischofsheim (PLZ: 97953)..

1862 * Wilhelm Weigand in Gissigheim geboren
1949: Grab von Wilhelm Weigand in Gissigheim



Glasenapp, Helmut von, Indologe. - * 8.9.1891 in Berlin, + 25.6.1963 in Tübingen. - Glasenapp war seit 1946 Prof. in Tübingen.


GmelinGmelin, Leopold, Chemiker und Mediziner. - * 2.8.1788 in Göttingen, + 13.4.1853 in Heidelberg. - Gmelin gilt als einer der Begründer der physiologischen Chemie. Berühmt wurde er durch verschiedene Lehr- und Handbücher der Chemie. Seit 1813 war er Prof. für Chemie in Heidelberg.
 

[Bild (Marke BRD, 1988): 200. Geburtstag von L. Gmelin; Portrait Leopold Gmelin]



Gmelin, Otto, Erzähler. - * 17.9.1886 in Karlsruhe, + 22.11.1940 in Bensberg- Neufrankenforst bei Köln (Grab in Karlsruhe).


Gmünd, Schwäbisch Gmünd (PLZ: 73525 bis 73529), Große Kreisstadt im Ostalbkreis, Stadt an der Rems, mit Teilgemeinden Rechberg u.a.; mit ca. 61.200 Einwohnern (2006). - 

Gmünd wurde 1160 von den Staufern zur Stadt erhoben. Es ist die erste Stadtgründung der Staufer. Es war freie Reichsstadt bis 1803. - 
Neben vielen anderen mittelalterlichen Bauwerken sind besonders die romanische Johanniskirche (13. Jhdt.) und das Heiligkreuzmünster, die älteste Hallenkirche in Süddeutschland (14. Jhdt.), auch historische bedeutend.

1300 * Heinrich Parler d.Ä. (vermutl.) in Gmünd geboren
1330 * Peter Parler in Gmünd geboren
1351: H. Parler baut den Hallenchor der Kreuzkirche in G.
1370 + Heinrich Parler d.Ä. (vermutlich) in Gmünd gestorben

Baldung1480 * Jerg Ratgeb in Gmünd (oder Herrenberg) geboren
1484 * Hans Baldung Grien (Maler) in Gmünd geboren

1816 * Emanuel Leutze (Maler) in Gmünd geboren

[Bild (Marke Baden, 1947): Portrait Hans Baldung Grien]

- Weitere Web-Informationen zu Schwäbisch Gmünd: 
http://www.schwaebisch-gmuend.de



Goes, Albrecht, Pfarrer und Schriftsteller. - * 22.3.1908 in Langenbeutingen (heute Langenbrettach, Kreis Heilbronn), + 23.2.2000 in Stuttgart (Grab Pragfriedhof). -

Goes, der aus einem evang. Pfarrhaus stammt, verbrachte seine Schulzeit in Berlin (von 1915 - 1919), Göppingen (bis 1922) und in den Seminaren Schöntal und Urach. Seit 1927 studierte er evang. Theologie im Tübinger Stift. Von 1930 an war er Vikar und Pfarrer in verschiedenen Gemeinden in Württemberg, seit 1938 in Gebersheim bei Leonberg. Von 1940 bis 1945 war er beim Militär, zuletzt in Kriegsgefangenschaft. - Nach 1945 war er neben dem Pfarramt immer mehr literarisch tätig, seit 1953 lebte er als freier Schriftsteller, meist in Stuttgart.
Nach dem Krieg ist Goes vor allem bekannt geworden durch die Erzählung "Unruhige Nacht" (1949) und durch die Novelle "Das Brandopfer" (1954). Er schrieb vor allem Gedichte in der Tradition seiner schwäbischen Heimat (mit Mörike verbindet Goes ja auch biographisch einiges), dazu Erzählungen, Biographien, Essays, Laienspiele, Predigten.



Beigabe: Gedicht von Albrecht Goes

Sieben Leben

Sieben Leben möcht ich haben:
Eins dem Geiste ganz ergeben,
So dem Zeichen, so der Schrift.
Eins den Wäldern, den Gestirnen
Angelobt, dem großen Schweigen.
Nackt am Meer zu liegen eines,
Jetzt im weißen Schaum der Wellen,
Jetzt im Sand, im Dünengrase.
Eins für Mozart, für die milden,
Für die wilden Spiele eines.
Und für alles Erdenherzleid
Eines ganz, und ich habe -
Sieben Leben möcht ich haben!
Hab ein einzig Leben nur.

Grieshaber, Helmut Andreas Paul (HAP), Graphiker, Holzschneider. - * 15.2.1909 in Rot an der Rot, + 12.5.1981 an der Achalm bei Reutlingen (Grab in Eningen). - 

GrieshaberHAP Grieshaber ist besonders berühmt geworden durch seine Weiterentwicklung des Farbholzschnitts zu großformatigen Plakat- und Wandbildern mit großflächigen kräftigen Farben. Seine Bilder haben häufig mythologische, religiöse oder politische Inhalte, daneben entstanden Landschaftsbilder vor allem von der schwäbischen Alb. Als ein Hauptwerk gilt der Zyklus "Totentanz von Basel" (1966).

[Bild (Foto Ebener): HAP Grieshaber: Plakatentwurf 1973 als Signet für die 500-Jahr-Feier der Gründung der Universität Tübingen: Holzschnitt mit der Palme, dem persönlichen Wappenzeichen Graf Eberhards im Bart, und dem Wahlspruch "Attempto" (= "ich wag's").. - Das Plakat Grieshabers wurde auch gewählt als Signet der Universitätszeitschrift und als Logo des Attempto-Verlages Tübingen]

Zur Biographie:
Grieshaber, geboren in Rot an der Rot in Oberschwaben, kam schon in jungen Jahren nach Reutlingen, wo er zunächst eine Schriftsetzerlehre machte. Nach einem Studium an der Kunstgewerbeschule und einer Schule für Kalligraphie in Stuttgart verbrachte Grieshaber einige Studienjahre im Ausland, besonders in London, Ägypten und Griechenland. Als er 1933 wieder nach Deutschland zurückkam wurde er sofort von den Nationalsozialisten mit totalem Berufsverbot belegt: In dieser Zeit lebte er als Hilfsarbeiter in Reutlingen. 1940 wurde Grieshaber als Soldat zur Wehrmacht eingezogen. Nach einjähriger Kriegsgefangenschaft kam Grieshaber zurück nach Reutlingen.
In Reutlingen lebte Grieshaber seitdem in seinem Atelierhaus am Fuße der Achalm. Hier entstanden die meisten seiner großen Werke.
Grieshaber erhielt nun - neben vielen Preisen für sein Werk - auch mehrere Lehraufträge; 1955 - 1960 lehrte er als Nachfolger Erich Heckels an der Kunsthochschule in Karlsruhe und auch in Berlin..
Grieshaber starb 1981 in seinem Haus an der Achalm bei Reutlingen..
HAP Grieshaber
[Bild (Marke BRD, 2009): Briefmarke zum 100. Geburtstag von HAP Grieshaber. - Abbildung: Kostüm-Entwurf Grieshabers für eine Heidelberger Ballettaufführung des "Feuervogel" von 1960; links im Berliner Ersttagsstempel zur Briefmarke die Wiedergabe eines Selbstbildnisses Grieshabers von 1970.]

- Weitere Web-Informationen:
http://www.artnews.de/kuenstler/grieshaber_hap.htm



GriesingerGriesinger, Wilhelm, Psychiater und Neurologe. - * 29.7.1817 in Stuttgart, + 26.10.1868 in Berlin. - 
Griesinger, lange Zeit Klinikdirektor in Tübingen, danach an der Charité in Berlin, gilt als einer der Begründer der neueren Psychiatrie.

[Bild (Marke DDR, 1960): 250 Jahre Charité Berlin; Portrait Wilhelm Griesinger]



Grimm, Friedrich, Rechtsanwalt. - * 17.6.1888 in Düsseldorf, + 16.5.1959 in Freiburg.


GrimmelshaufenGrimmelshausen, Hans Jakob Christoffel von, Soldat, Schultheiß, Dichter. - * um 1621 in Gelnhausen, + 17.8.1676 in Renchen. - 
Grimmelshausen, von 1639 - 1649 Regimentsschreiber in Offenburg, von 1649 - 1666 Burgvogt auf der Schauenburg u.a. bei Oberkirch, seit 1667 Schultheiß in Renchen, ist mit seinem Roman "Der abenteuerliche Simplicissimus" der Chronist des 30-jährigen Krieges. Er gilt als größter deutscher Erzähler des 17. Jahrhunderts. 

[Bild (Marke BRD, 1976): 300. Todestag von H.J.C. Grimmelshausen; Titelblatt der ersten Ausgabe des "Simplicissimus" von 1669]

- Weitere Web-Informationen zu Grimmelshausen: http://gutenberg.spiegel2000.de/autoren/grimmels.htm



Groener, Wilhelm, General und Minister. - * 22.11.1867 in Ludwigsburg, + 3.5.1939 in Bornstedt (Potsdam). - 
Groener leitete 1918/19 als Nachfolger Ludendorffs den deutschen Rückmarsch. 1920 - 1923 war er Reichsverkehrsminister, 1928 - 1932 Reichswehrminister.


Gross, Johann Adam d.Ä., Landbaumeister. - * 11.12.1697 in Winnenden, + 2.10.1757. - 
Gross war fürstlicher wirtembergischer Landbaumeister zur Zeit von Herzog Karl Eugen; ebenso wie später Johann Adam Gross d.J. (* 27.9.1728 in Winnenden, + 26.6.1794).


Grote, Louis Ratcliff, Internist. - * 19.4.1886 in Bremen, + 15.3.1960 in Freiburg.


HeinkelGrunbach im Remstal, jetzt zu Remshalden (PLZ: 73630), Gemeinde im Rems- Murr- Kreis; mit ca. 13.600 Einwohnern.

1888 * E. Heinkel, Flugzeugbauer,  in Grunbach geboren

[Bild (Marke BRD, 1979): Schnellverkehrsflugzeug Heinkel HE 70, 1932]



Grüninger, Hans (Johann Reinhard, der sich nach seiner Heimatstadt "Grüninger" nannte), Buchdrucker. - * 1455 in Grüningen / Markgröningen, + 1533 in Straßburg. - 
Johann Reinhard alias Grüninger, der in der Oberen Mühle in Markgröningen geboren wurde, gründete nach Ausbildungsjahren in Venedig und Straßburg um 1482 seine eigene Druckerwerkstatt in Straßburg. In Straßburg arbeitete er als weltbekannter Buchdrucker bis zu seinem Tod 1533.
In seiner Zeit in Strassburg druckte er ca. 300 größere Werke, die er oft auch verlegte: Volksbücher, Legenden, Romane, Wörterbücher, wissenschaftliche Werke, geographische Werke und geistliche Schriften. Der Reformation trat er nicht bei; er druckte Schriften für und gegen Luther. 
Seine oft von ihm selbst geschnittenen Lettern waren geschätzt wegen ihrer Deutlichkeit, seine Bücher auch wegen der Illustrationen. Bekannte Künstler wie Albrecht Dürer und Hans Baldung Grien arbeiteten für ihn. 
Einige besonders bedeutende Drucke aus der Werkstatt Grüningers:
- Die "Grüninger-Bibel", die erste gedruckte Bibel in Hand-Text (1485);
- die von Grüninger gedruckte Vergilausgabe des Straßburger Stadtschreibers Sebastian Brant (1502); 
- auch die "Mörin", ein Werk des Hermann von Sachsenheim, erschien bei Hans Grüninger (1512).

Eulenspiegel- In die Literaturgeschichte eingeschrieben hat sich Hans Grüninger durch den Erstdruck und die Herausgabe des Volksbuches über Till Eulenspiegel. Das Buch erschien 1511 anonym bei Hans Grüninger und wurde zu einem der beliebtesten Long-Seller der Weltliteratur. (Als Verfasser des Volksbuches Till Eulenspiegel wird heute meist ein Hermann Bote vermutet, der Zollschreiber in Braunschweig war.)

[Bild (Marke BRD, 1977): Till Eulenspiegel; Vier Szenen der Streiche des Schalksnarren und Helden des Volksbuches Till Eulenspiegel; die Bilder sind spätmittelalterlichen Graphiken nachempfunden, sie sind aber nicht aus dem Erstdruck Hans Grüningers]

Nach dem Tod von Hans Grüninger wurde die Werkstatt in Straßburg von den beiden Söhnen Christoph und Bartholomäus weitergeführt.

- Weitere Web-Informationen vom Hans-Grüninger-Gymnasium: 
http://www.hgg-markgroeningen.de/hans.html



GuardiniGuardini, Romano, kathol. Religionsphilosoph. - * 17.2.1885 in Verona, + 1.10.1968 in München. - Guardini war 1945 - 1948 Prof. in Tübingen.
 
 

[Bild (Marke BRD, 1985): 100. Geburtstag von R. Guardini; Portrait Romano Guardini]



Güde, Max, Jurist. - * 6.1.1902 in Donaueschingen, + 29.1.1984 in Werl. - Güde war 1957 - 1961 Generalbundesanwalt.


Guibal, Nicolas, Maler, Bildhauer, Baumeister. - * 29.11.1725 in Lunéville, + 29.11.1725 in Stuttgart. - 

Guibal war seit 1749 im Dienst des Herzogs Karl Eugen in Stuttgart und Ludwigsburg: zunächst als Theatermaler, dann als Gallerie-Direktor der Bildergalerie in Ludwigsburg, schließlich seit 1770 vor allem als führender Kunstpädagoge und Professor an der Karlsschule auf der Solitude und in Stuttgart. Er war der wichtige Lehrer und Vermittler des Klassizismus für die Maler, Bildhauer und Architekten wie P.F. Hetsch, J.A. Dannecker, N.F. Thouret, L. Simanowiz, H.F. Füger.



Gundelsheim (PLZ: 74831), Stadt im Landkreis Heilbronn, am Neckar, mit Deutschordens- Schloss (dem größten Neckarschloss nach Heidelberg); mit ca. 7.500 Einwohnern (2006).

1920 + Cäsar Flaischlen in Gundelsheim gestorben.
1985 + Ernst Brüche in Gundelsheim gestorben



Günderode, Karoline von, Dichterin der Romantik. - * 11.2.1780 in Karlsruhe, + 26.7.1807 in Winkel am Rhein (Suizid). - 
Karoline von Günderode lebte seit 1797 als Stiftsdame in Frankfurt am Main. Sie war befreundet mit Clemens Brentano und dessen Schwester Bettina. Ihre romantischen Gedichte und poetischen Texte veröffentlichte sie zuerst nur unter einem Decknamen. - Sie nahm sich aus unglücklicher Liebe zu dem Heidelberger Philologie-Professor F. Creuzer das Leben.

- Weitere Web-Informationen zu Karoline von Günderode: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/guendero.htm



Guelfen und Ghibellinen: Bezeichnung für 2 Parteien, die sich in Oberitalien bildeten nach den rivalisierenden Parteien der Stauferzeit: die Guelfen führen den Namen auf die Welfen zurück und sie stehen für die papsttreue und kaiserkritische Partei, die Ghibellinen führen ihren Namen auf die Waiblinger (d.h. die Staufer) zurück und stehen für die kaisertreue und papstkritische Partei.


Gundolf, Friedrich (eig. Gundelfinger), Literaturhistoriker. - * 20.6.1880 in Darmstadt, + 12.7.1931 in Heidelberg. - Gundolf, Prof. in Heidelberg, gehörte zum Kreis um Stefan George.


Günther, Agnes (geb. Breuning), Erzählerin. - * 21.7. 1863 in Stuttgart, + 16.2.1911 in Marburg. - 

A. Günther lebte von 1891 - 1906 als Ehefrau des dortigen Dekans in Langenburg. In dieser Zeit, angeregt durch die Chronik ihres Mannes "Kirchliches Leben in L." und angeregt durch die dortige Landschaft mit den hohenlohischen Schlössern und Burgen, schrieb Agnes Günther in Langenburg den Roman "Die Heilige und ihr Narr", ein Melodram von Liebe und Leben der Fürstentochter (und Halbwaisen) Rosmarie. Dieser Roman erschien erst 1913; es wurde einer der größten Bestseller am Anfang des 20. Jhdt: Heiß geliebt, zu vielen Tränen rührend, und von anderen als schwärmerisch-sentimentaler Kitsch geschmäht.



Gurlitt, Ludwig, Reformpädagoge. - * 31.5.1855 in Wien, + 12.7.1931 in Freudenstadt. - 
L. Gurlitt vertrat innerhalb der pädagogischen Reformbewegung der Jahrhundertwende Ideen einer freiheitlichen und künstlerisch geprägten Schule; als Gymnasiallehrer am Steglitzer Gymnasium in Berlin förderte er seit 1902 den "Wandervogel" der damaligen Jugendbewegung.


Gurlitt, Willibald, Musikwissenschaftler. - * 1.3.1889 in Dresden, + 15.12.1963 in Freiburg. - 
Gurlitt war Professor in Freiburg. Er setzte sich für die Wiederbelebung alter Musik und für die Pflege historischer Instrumente ein. 1921 rekonstruierte er - zusammen mit dem Orgelbauer Oscar Walcker - in Freiburg die Praetorius- Orgel. Er gilt als Initiator einer neueren Orgelbewegung.


Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus mit Hauptsitz in Reutlingen, Einrichtung der Diakonie mit Schwerpunkten in der Altenhilfe, Behindertenhilfe, Jugendhilfe und Sozialpsychiatrie, mit Teileinrichtungen in ganz Württemberg. - 

WernerDie Einrichtung geht auf Gustav Werner zurück, der 1840 nach Reutlingen kam und dort mit der Gründung eines Waisenhauses begann, dem viele weitere Einrichtungen und auch der Aufbau christlicher Fabriken folgten. -

[Bild (Marke Französische Zone Württemberg, 1949): 100 Jahre Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus; Portraitbüste von Gustav Werner]

Übrigens spielen diese Fabriken Gustav Werners auch für die Entwicklung des Automobils eine wichtige Rolle: 1865 bis 1869 war Gottlieb Daimler Leiter der Maschinenfabrik in Reutlingen. Er lernte hier W. Maybach kennen, den Gustav Werner als Waise in Reutlingen aufgenommen hatte. Seitdem arbeiteten Maybach und Daimler eng zusammen und entwickelten auch das Automobil gemeinsam. -

2004 fusionierte die Gustav-Werner-Stiftung mit einer anderen diakonischen Großeinrichtung in Württemberg, der "Haus am Berg GmbH" mit Sitz in Urach. Seitdem firmiert die neue Gesamteinrichtung als 
"bruderhausDIAKONIE Stiftung Gustav Werner und Haus am Berg".

- Weitere Web-Informationen: http://www.bruderhausdiakonie.de



Gutach im Gutachtal (PLZ: 77793), an der Schwarzwaldbahn; Gemeinde im Ortenaukreis, mit ca. 2.250 Einwohnern (2006)..

SchwarzwaldhausGutach und das Gutachtal geben für viele die typischen Schwarzwald- Bilder ab:
Bei Gutach liegt das Freilichtmuseum mit dem Vogtsbauernhof, dem ältesten noch bestehenden Schwarzwaldhof von 1570.

[Bild (Marke BRD, 1996): Vogtsbauernhof von 1570, Freilichtmuseum Gutach]

Schwarzwald-TanzpaarDas Gutachtal ist bekannt für seine Frauentracht, besonders die roten "Bollenhüte", die seit dem 19. Jhdt. getragen werden.
 

[Bild (marke BRD, 1981): Folklore: Tanzpaar in Schwarzwälder Tracht; Frau mit dem roten "Bollenhut" der Gutacher Tracht]



Gutach im Breisgau (PLZ: 79261), Gemeinde im Elztal, im Landkreis Emmendingen, mit ca. 4.500 Einwohnern (2006).


Gutach, linker Nebenfluss der Kinzig im Mittleren Schwarzwald: Die Gutach entspringt südlich von Triberg, bildet die Triberger Wasserfälle, fließt durch das Gutachtal (durch das die Schwarzwaldbahn geführt wurde), an Hornberg und Gutach im Gutachtal vorbei, und mündet bei Hausach in die Kinzig.
(Zum anderen Gutach- Fluss im Südschwarzwald: siehe bei  Wutach.)

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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: G / letzte Änderung: 18.9.2012

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