WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: H(Stichworte von Haag bis Husserl),
philatelistisch unterstützt.  © Manfred Ebener
zur Startseite (Übersicht)  Links zu den Lexikon- Buchstaben: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S Sch T U V W Z

H: Übersicht über die Lexikon-Stichworte
       dieser Seite/Spalte (mit Links):
      [Hinweis auf ausführlichere Artikel in stärkerer Schrift]

Haag, Anna (Schriftstellerin, Politikerin, + 1982) 
Haber, Fritz  (Chemiker, + 1934)
Hachtel (heute Teilgemeinde von Bad Mergentheim)
Haecker, Theodor (Kulturphilosoph, + 1945)
Hahn, Johann Michael (Bauer und Theosoph, + 1819)
Hahn, Kurt Martin (Pädagoge, + 1974)
Hahn, Philipp Matthäus (Pfarrer und Erfinder, + 1790)
Hahn, Wilhelm (evang.Theologe, Kultusminister, + 1996)
Hähnle, Lina (Vogelschützerin, + 1941)
Haigerloch (Stadt im Zollernalbkreis)

Hall, Schwäbisch Hall (Große Kreisstadt in Hohenlohe)

Haller, Johannes (Historiker, + 1947)
Hampe, Karl (Historiker, + 1936)
Hansjakob, Heinrich (Priester, Volksschriftsteller, + 1916)
Häring, Hugo (Architekt, + 1958)
Harnack, Adolf (evang. Theologe, + 1930)
Hartmann von Aue (mittelalterlicher Epiker, + 1220)
Haslach im Kinzigtal (Stadt im Ortenaukreis)
Hauff, Wilhelm (Dichter und Redakteur, + 1827)
Hauffe, Friederike ("Seherin von Prevorst", + 1829)
Hausenstein, Wilhelm (Kunstschriftsteller, + 1957)
Haußmann, Conrad (Politiker, + 1922)
Hayek, Friedrich August (Nationalökonom, + 1992)

Hebel, Johann Peter (Dichter und Prälat, + 1826)
Hechingen (Kreisstadt im Zollernalbkreis)
Heck, Philipp von (Jurist, + 1943)
Heckel, Erich (Maler, + 1970)
Hecker, Friedrich (Jurist und 48-er Revolutionär, + 1881)
Hedwig (auch: Hadwig) (Herzogin von Schwaben, + 994)
Hegel, Georg Friedrich (Philosoph, + 1831)
Heidegger, Martin (Philosoph, + 1976)
Heidelberg: siehe extra Seite Heidelberg
Heidenheim an der Brenz (Kreisstadt auf der Ostalb)
Heilbronn (Stadtkreis am Neckar)
Heiligenberg (Gemeinde im Bodenseekreis)
Heim, Karl (evang. Theologe, + 1958)
Heimsheim (Stadt im Enzkreis)
Heinkel, Ernst (Flugzeugbauer, + 1958)
Heinrich VI. (Staufer, König und Kaiser, + 1197)


 

H: Übersicht über die Lexikon-Stichworte
       dieser Seite/Spalte (mit Links):
      [Hinweis auf ausführlichere Artikel in stärkerer Schrift]


Heinrich (VII.) (Staufer, Herzog von Schwaben und deutscher König, + 1242)

Heinrich der Löwe (Welfenherzog, + 1195)
Heinrich von Rugge (Minnesänger, + 1210)
Heisenberg, Werner (Physiker, + 1976)
Heller (Silberpfennig)
Hellpach, Willy (Psychologe und Politiker, + 1955)
Helmholtz, Hermann von (Physiker, + 1894)
Hemmenhofen (Teilgemeinde von Gaienhofen am Bodensee)
Hemmingen (Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg)
Herberger, Joseph (gen.Sepp) (Fußballtrainer, + 1977)
Herder, Bartholomä (Verleger, + 1839)
Hermann von Sachsenheim (Dichter, + 1458)
Hermann von Reichenau, Hermann der Lahme (Gelehrter und Dichter, + 1054)
Hermaringen (Gemeinde im Landkreis Heidenheim)
Herrenalb, Bad Herrenalb (Stadt im Landkreis Calw)
Herrenberg (Stadt im Landkreis Böblingen)
Herrlingen / Blaustein (Gemeinde bei Ulm)
Herrlishöfen (Gemeinde im Landkreis Biberach)
Hertz, Heinrich (Physiker, + 1894)
Hertz, Wilhelm (Literaturhistoriker, + 1902)
Herwegh, Georg (Dichter und 48er-Revolutionär, + 1875)
Hesse, Hermann (Dichter, + 1962)
Hetsch, Philipp Friedrich (Maler + Kunstprofessor, + 1838)
Hettner, Alfred (Geograph, + 1941)
Heuglin, Theodor (Afrikaforscher, + 1876)
Heuneburg (Keltenstadt an der Donau)
Heuss, Theodor (Politiker, Bundespräsident, + 1963)
Heuss-Knapp, Elly (Politikerin, + 1952)

Hieber, Johannes (Politiker, Württ. Staatspräsident, + 1951)
Hieronymus von Prag (böhmischer Theologe, + 1416)
Hipler, Wendel (Bauernführer, + 1526)
Hirsau (Kurort und Klosterruine, Teilort von Calw)
Hirschlanden (Teilgemeinde von Ditzingen, Kr. Ludwigsburg)
Hirth, Hellmuth (Ingenieur und Motorflieger, + 1938)
Hirth, Kurt Eberhard Wolfram (Segelflieger, + 1959)

Hochberg, Markgrafen von Hochberg
Hochdorf /Eberdingen (Gemeinde im Kreis Ludwigsburg)
Hochstetter, Ferdinand von (Geologe, + 1884)
Hockenheim (Stadt im Rhein-Neckar-Kreis)
Hoelzel, Adolf (Maler, Kunstprofessor, + 1934)
Hofer, Carl (Maler, + 1955)
Hoffmann, Felix (Chemiker, + 1946)
Hoffmann, Karl-Heinz (DDR-Politiker, + 1985)
Hohebach - Dörzbach (Gemeinde im Hohenlohekreis)
Hohenasperg (Zeugenberg im Kreis Ludwigsburg)
Hohenfels (Gemeinde bei Stockach im Bodenseekreis)
Hohenheim (heute Stadtteil von Stuttgart)
Hohenheim, Franziska von Hohenheim (+ 1811)
Hohenlohe (Adelsgeschlecht; Landschaft im Norden von BW)
Hohenneuffen (Randberg der Schwäb. Alb und Burgruine)
Hohenrechberg (Zeugenberg der Alb und Burg)
Hohenstaufen (Zeugenberg der Alb, Stammburg der Staufer)
Hohentwiel (Vulkankegel und Burg im Hegau)
Hohenzollern: Burg (auf dem Zollernberg bei Hechingen)
Hohenzollern, Dynastient und Hohenzollersche Lande
Hohner, Matthias (Unternehmer mit Musikinstrumenten)
Hohner AG (Unternehmen des Musikinstrumentenbaus)
Hölderlin, Friedrich (Dichter, + 1843)
Höllental (Tal der Dreisam im Südschwarzwald)
Horb am Neckar (Große Kreisstadt im Kreis Freudenstadt)
Horkheimer, Max (Sozialphilosoph, + 1973)
Hornberg am Neckar
Hornberg im Schwarzwald (Stadt im Ortenaukreis)
Hoernle, Edwin (Pädagoge und DDR-Politiker)
Hoeß, Rudolf (Lagerkommandant in Auschwitz)

Huber, Ludwig Ferdinand ( Schriftsteller, + 1804 in Ulm)
Huber, Victor Aimée (Sozialpolitiker)
Hus, Johannes (böhmischer Reformator, + 1415)
Husserl, Edmund (Philosoph, + 1938)

Haag, Anna (geb. Schaich), Schriftstellerin, Journalistin, Politikerin, Pazifistin, Frauenrechtlerin. - * 10.7.1888 in Althütte, + 20.1.1982 in Stuttgart.-

Anna Haag (Sozialdemokratin), die nach einigen Jahren in Schlesien, Pommern, Bukarest und Nürtingen seit 1926 in Stuttgart lebte, wurde 1946 in die Verfassungsgebenden Landesversammlung für Württemberg-Baden berufen. Bekannt geworden ist sie vor allem für ihr politisches Engagement bei 2 Themen: für die Anerkennung der Hausfrauenarbeit als vollgültige Arbeit und für die Ablehnung des Kriegsdienstes mit der Waffe. "Niemand kann zum Dienst mit der Waffe gezwungen werden.": Dieser Satz in der Verfassung von Württemberg-Baden, der auf Anna Haag zurückgeht, wurde mit Modifikationen später ins Grundgesetz der BRD aufgenommen. So ist Anna Haag eine der Mütter der Wehrdienstverweigerung und des Zivildienstes.



HaberHaber, Fritz, Chemiker. - * 9.12.1868 in Breslau, + 29.1.1934 in Basel. - Haber war von 1898 - 1911 Prof. in Karlsruhe. Berühmt ist er für die Entwicklung der Ammoniak-Synthese (Haber-Bosch- Verfahren); berüchtigt für die Entwicklung chemischer Waffen im 1. Weltkrieg. - 1918 erhielt Haber den Nobelpreis für Chemie.

[Bild (Marke Berlin, 1957): Portrait des Chemikers Fritz Haber]

- Weitere Web-Informationen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HaberFritz/



Hachtel, Gemeinde in Nordwürttemberg, jetzt bei Mergentheim (PLZ: 97980)
1854 * Ottmar Mergenthaler in Hachtel geboren


Haecker, Theodor, katholischer Kulturphilosoph, Schriftsteller und Übersetzer. - * 4.6.1879 in Eberbach/Jagst, + 9.4.1945 in Ustersbach bei Augsburg. -

Theodor Haecker gilt als einer der sprachmächtigsten und radikalsten katholischen kulturphilosophischen und kulturkritischen Schriftsteller in der Zeit von 1919 bis 1945. -

Jugendzeit und erste Berufstätigkeit erlebte Haecker in Esslingen (dort u.a. als Mitarbeiter im Schreiber-Verlag); 1905 ging er zum Studium nach München, wo er bis zu seiner Ausbombung 1944 lebte.
Haecker wurde zuerst bekannt als Übersetzer von Vergil (dazu auch später sein Buch: "Vergil. Vater des Abendlands", 1931), dann von S. Kierkegaard und J.P.Newman. Unter dem Eindruck Newmans konvertierte T.Haecker 1921 zum Katholizismus. Er schrieb dann kulturkritische Essays vor dem Hintergrund katholischer Kulturphilosophie vor allem in den Zeitschriften "Brenner" und "Hochland". 
Als radikaler Kritiker des Nationalsozialismus erhielt Haecker ab 1936 Rede- und Publikationsverbot. In diesen Jahren schrieb er sein wohl wichtigstes Werk, "Tag- und Nachtbücher 1939 - 1945" (veröffentlicht erst 1947). Einige seiner Texte hat er 1941 im Kreis der "Weißen Rose" in München gelesen; Theodor Haecker hatte erheblichen Einfluss vor allem auf den Widerstand von Sophie Scholl.

In Erinnerung an Theodor Haecker wird in Esslingen seit einigen Jahren der "Theodor- Haecker- Preis für politischen Mut und Aufrichtigkeit" verliehen.

Sonst ist Theodor Haecker weitgehend vergessen. Vielleicht ist er einigen noch begegnet in Heinrich Bölls Roman "Wo warst du, Adam?" (erschienen 1951), der im 2. Weltkrieg spielt. Den Romantitel hat Böll nach einem Text aus den "Tag- und Nachtbüchern" von Theodor Haecker gewählt, den er als Motto dem Roman voranstellt:

"Eine Weltkatastrophe kann zu manchem dienen. Auch dazu, ein Alibi zu finden vor Gott. 'Wo warst du Adam?' Ich war im Weltkrieg!"

- Weitere Web-Informationen zu Theodor Haecker:
http://www.bautz.de/bbkl/h/haecker_t.shtml



Hahn, Johann Michael, Bauer und Theosoph. - * 2.2. 1758 in Altdorf bei Böblingen + 20.1.1819 in Sindlingen bei Herrenberg

Auf Michael Hahn, der seit 1795 unter dem Schutz Franziska von Hohenheims in Sindlingen lebte, führt sich die pietistische "Hahnsche Gemeinschaft" zurück. - Hahn, der von Oetinger und der Theosophie Jakob Böhmes beeinflusst war, erlebte als 20-jähriger eine tiefe Erleuchtung, die er "Zentralschau" nannte. Durch Vorträge und Versammlungen ("Stunden") wurde er zum Gründer der nach ihm benannten pietistischen Gemeinschaft.



Hahn, Kurt Martin, Pädagoge. - * 5.6.1896 in Berlin, + 14.12.1974 in Salem. - 

Hahn leitete 1920 - 1933 das Landerziehungsheim Schloß Salem, danach Gordonstown in Schottland. 1941 begründete er "Outward Bound", Vorbild für die Kurzschulen und für Erlebnispädagogik.



Hahn, Philipp Matthäus, evang. Pfarrer und Erfinder. - * 25.11.1739 in Scharnhausen (heute Ostfildern), + 1790 in Echterdingen. - 

Philipp Matthäus Hahn war von 1764 - 1770 Pfarrer in Onstmettingen, wo er nebenher viele feinmechanische Erfindungen machte: Uhren, Waagen, Barometer, astronomische Weltuhren, Rechenmaschinen. Hahn gilt vor allem mit der Konstruktion der Neigungswaage als ein Anreger der feinmechanischen Industrie im Gebiet der Zollern-Alb.
1770 wurde P.M. Hahn, der sich immer vor allem als pietistischer Pfarrer, als Prophet des Königreichs Christi, verstand, von Herzog Karl Eugen eine Pfarrei in Kornwestheim übertragen, 1781 die Pfarrei in Echterdingen.

Schuster[Bild (Marke BRD, 2001): Rechenmaschine von Johann Christoph Schuster, Schüler und Schwager von P.M. Hahn, hergestellt in der Tradition der Rechenmaschinen Hahns. Eine ähnliche Rechenmaschine Hahns von 1774 befindet sich im Württ. Landesmuseum Stuttgart. - Die abgebildete Rechenmaschine Schusters wurde in Ansbach hergestellt 1820 - 1822, angekauft 1999 von der Kulturstiftung der Länder, jetzt in der Sammlung mechanischer Rechenmaschinen im Arithmeum in Bonn]

- Weitere Web-Informationen zu P.M.Hahn:
http://www.pmhs.es.bw.schule.de/Wir/Pages/wHahn.html



Hahn, Wilhelm, evang. Theologe, Politiker (CDU). - * 14.5.1909 in Dorpat (heute Tartu/Estland), + 9.12.1996 in Heidelberg.

Wilhelm Hahn war in den besonders dramatischen Zeiten von 1964 bis 1978 Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident in den CDU- und CDU/SPD- Regierungen in Baden-Württembergs, einer der am längsten amtierenden Kultusminister in der Bundesrepublik.

Zur Biographie Wilhelm Hahns:

Wilhelm Hahn ist als Sohn des baltendeutschen lutherischen Theologieprofessors Traugott Hahn in Dorpat geboren. Anfang 1919 wurde der Vater von bolschewistischen Revolutionstruppen in Dorpat verhaftet und erschossen; die Mutter und der 10-jährige Wilhelm Hahn flohen nach Deutschland. Hahn studierte später evangelische Theologie u.a. in Tübingen, war dann u.a. Gemeindepfarrer und Superintendent in Minden.
1950 erhielt Hahn eine Professur für Homiletik an der Universität Heidelberg; in Heidelberg war Hahn auch Rektor der Universität von 1958 - 1960.
1962 - 1964 war Hahn Bundestagsabgeordneter, bis ihn K.G. Kiesinger als Kultusminister von Baden-Württemberg nach Stuttgart holte. Wilhelm Hahn war dann Kultusminister und stellvertretender Ministerpräsident von 1964 bis 1978 unter den Ministerpräsidenten Kiesinger und Filbinger. Mit dem Ende der Ära Filbinger war dann auch Hahns Zeit als Kultusminister zu Ende (s. Geschichte Baden-Württembergs von 1952 - 2006).

Als Kultusminister hat sich Hahn vor allem große Verdienste in der Schulpolitik erworben: in seine Amtszeit fällt die Durchführung der Schulentwicklungsplanungen, die Auflösung kleiner Schulen und die Bildung von Nachbarschaftsschulen, die Einführung des 9. Schuljahrs an den Hauptschulen, die Durchsetzung der christlichen Gemeinschaftsschule statt der Konfessionsschulen. Bei den Hochschulen galt sein besonderes Interesse stärker praxisbezogenen Ausbildungsgängen (Fachhochschulen, Gründung der Berufsakademien); aber auch die Neugründung von Universitäten fällt in seine Zeit (Universität Konstanz, Ulm).

Hahns konservative Grundposition zeigt sich u.a. darin, dass er einer der Hauptinitiatoren des Kongresses "Mut zur Erziehung" war, durch den konservative Gegenpositionen zur emanzipatorischen Pädagogik der Jahre nach 1968 bekräftigt werden sollten.
Für die Studentenbewegung nach 1967 war der konservative Wilhelm Hahn eine Reizfigur - auch wenn sich nicht allzuviele hinter dem Slogan aus den Sponti-Sprüchen versammelten: "Brecht dem Hahn die Gräten./ Alle Macht den Räten!" -

Nach seiner Zeit als Kultusminister war Wilhelm Hahn noch von 1979 bis 1987 Europa-Abgeordneter in Strassburg.

1993 veröffentlichte Wilhelm Hahn eine Autobiographie mit dem Titel: "Der Ruf ist immer neu. Aus 200 Jahren der baltischen Theologenfamilie Hahn." Es ist eine eindrucksvolle Erinnerung an die Geschichte und Verdienste und Mentalität der Deutschbalten.

- Weitere Web-Informationen zu Wilhelm Hahn:
http://www.bautz.de/bbkl/h/hahn_w_t.shtml

Heinrich (VII.) (Staufer), König von Sizilien (ab 1212), Herzog von Schwaben und deutscher König (1220 - 1235). - * 1211 in Sizilien, + 10.2. (?) 1242 in Mortirano in Süditalien. (Grab Heinrichs in Cosenza.)

Heinrich (VII.) ist eine der tragischsten (und auch umstrittensten) Gestalten der Staufer. Er war zwar von seinem Vater, dem (späteren) Kaiser Friedrich II., zum deutschen König befördert worden. Er regierte auch, zunächst mit unterschiedlichen Vormündern, durchaus erfolgreich auch in der Vermehrung des staufischen Hausgutes und in der Befriedung der deutschen Lande. Bis zum Jahr 1235 nahmen aber die Unstimmigkeiten und die unterschiedlichen Vorstellungen über die Königsherrschaft zwischen dem Kaiser und dem deutschen König Immer mehr zu. Im Jahr 1235 wurde dann Heinrich (VII.) von seinem Vater Friedrich II. nach Heinrichs "Rebellion" (?) als König abgesetzt. Er wurde gefangen genommen und 7 Jahre in Gefängnissen in Süditalien gefangengehalten. Gestorben ist Heinrich (VII.), erst 31 Jahre alt, aus nicht ganz geklärten Umständen, vermutlich durch Suizid, bei der Verlegung in ein anderes Gefängnis in Süditalien.

[Heinrich (VII.) wird immer mit der Klammer geschrieben, von den Historikern auch oft "Heinrich der Klammer-Siebte" genannt. Damit soll zum Ausdruck kommen, dass Heinrich, im Sinne Friedrichs II., nicht vollwertig als König in die Reihe nach Heinrich VI. gehört. Außerdem wird er damit unterschieden von dem später lebenden Luxemburger Heinrich VII., der als römischer König und Kaiser bis 1313 regierte.]

Hier noch einige Daten zur Biographie Heinrichs (VII.) und zu den wichtigsten Streitpunkten mit Friedrich II.:

1211: Heinrich wird als Sohn (des späteren Kaisers) Friedrich II. und seiner ersten Frau Konstanze von Aragon in Sizilien geboren.
1212: Heinrich wird, auch auf Wunsch des Papstes, mit 1 Jahr zum König von Sizilien gekrönt.
1216 wird Heinrich zum Herzog von Schwaben ernannt.
1222: Heinrich wird (mit 11 Jahren!) auf Wunsch Kaiser Friedrichs in Aachen zum deutschen König gekrönt. (Die Zustimmung vor allem der geistlichen Fürsten dazu erreichte Friedrich II. vor allem dadurch, dass er sie hofierte und ihre Privilegien festschrieb.)
1222 - 1225: Heinrich "regiert" unter der Obhut von Erzbischof Engelbert von Köln.
1225 - 1227: Nach dem Tod Erzbischof Engelberts wird Herzog Ludwig I. von Bayern zu Heinrichs Vormund.

1227ff regiert Heinrich als mündiger König (wenn er auch für Kaiser Friedrich II. nur ein gehorsamer Sohn und ein untergebener Handlanger sein sollte). - Er stützt sich weniger auf die geistlichen und weltlichen Fürsten des Landes, und mehr auf die Ministerialen und die Städte.
1231: Auf dem Hoftag in Worms muss Heinrich auf Befehl seines Vaters das "Statutum in favorem principum" verabschieden, das die Privilegien der Fürsten festschreibt und die Selbständigkeit der Städte und der Ministerialen einschränkt.
1232: In Cividale wird von Friedrich II. das Fürstenprivileg bestätigt.
1232: In Aquilea kommt es zum ersten Mal seit 12 Jahren zu einer Begegnung von Friedrich II mit Heinrich, den sein Vater dringend herzitiert hatte. Dabei muss Heinrich seinem Vater eidlich versichern, dass er ihm nie ungehorsam sein dürfte, oder andernfalls exkommuniziert und amtsenthoben werden könnte. - Seitdem konnten die deutschen Fürsten sich noch erfolgreicher bei Friedrich II. in Süditalien über Heinrich beschweren, wenn sie ihre Privilegien in Gefahr sahen, was sie auch öfter taten.

1233: Auf einem Hoftag in Mainz wird über die ausufernde "Ketzerverfolgung" durch den 1227 vom Papst als oberster Inquisitor beauftragten Konrad von Marburg verhandelt, wobei König Heinrich mit den anwesenden Erzbischöfen und Bischöfen einig war, dass diese brutale und ungerechte Art der Ketzerverfolgung im Reichsgebiet nicht länger möglich sein sollte.
1234: Auf einem Hoftag in Frankfurt wird von Heinrich ein Landfriedensgesetz erlassen, nach dem eine solche ungerechte Verfolgung nicht möglich ist. (Auch dieser Beschluss gefiel Kaiser Friedrich gar nicht: Er hatte, auch um dem Papst zu gefallen, die Ketzergesetze verschärft, Ketzerei als Majestätsbeleidigung gefasst, und die Todesstrafe durch Verbrennen auf dem Scheiterhaufen zur Regelstrafe gemacht.)

1234: In diesem Jahr beginnt Heinrich eine schwer erklärbare Provokation: Er verhandelt mit den lombardischen Städten um Mailand um ein Schutz- und Hilfsabkommen. (Die lombardischen Städte in Oberitalien waren die größten und schwierigsten feindlichen Mächte für Kaiser Friedrich II., mit denen er immer wieder im Krieg lag, ohne sie bisher ganz besiegen zu können.) Warum Heinrich diesen Schritt riskierte ist nicht ganz klar. Vielleicht lag ihm nur daran, dass die Städte in Oberitalien die Wege von Süditalien über die Alpen nach Deutschland sperren konnten, sodass auch Friedrich II. nicht nach Deutschland kommen könnte. (Der hatte nämlich seine Reise nach Deutschland für 1235 angekündigt.)

1235: Im April 1235 kommt Friedrich II. nach Deutschland. Einige kleine Kämpfe sollten das aufhalten, ohne Erfolg.  Als Friedrich II. in der Pfalz in Wimpfen ist eilt Heinrich nach Wimpfen, er will sich dem Kaiser zu Füßen werfen und um Gnade bitten. Aber der Kaiser empfängt ihn nicht. Er läßt ihn mitführen in seinem Tross bis Worms. In Worms kann sich Heinrich vor dem Kaiser demütigen. Als er sich weigert auf sein Königtum zu verzichten und die Königsinsignien von der Burg Trifels herauszugeben, wird er vom Kaiser vollends abgesetzt, gefangen genommen und in die Burg-Gefängnisse nach Süditalien gebracht. Dort stirbt er nach 7 Jahren Gefangenschaft.

[1235: Bald darauf setzt Friedrich II. seinen nächsten Sohn, Konrad, als Konrad III. zum Herzog von Schwaben ein.
1237 lässt Friedrich II. Konrad zum König in Deutschland wählen. Er regiert als Konrad IV. bis zu seinem Tod 1254.]

- Literaturhinweis zu Heinrich (VII.):
- C.Hillen/ W.Stürner/ P.Thorau u.a.: Der Staufer Heinrich (VII.). Ein König  im Schatten seines kaiserlichen Vaters (Schriften zur staufischen Geschichte und Kunst, Bd. 20). Göppingen 2001.
(Darin besonders W.Stürners Referat: "König Heinrich (VII.): Rebell oder Sachwalter staufischer Interessen?")


Heinrich d.LöweHeinrich der Löwe, Herzog von Bayern und Sachsen, Welfe. - * 1129 in Ravensburg, + 6.8.1195 in Braunschweig. -

[Viele der großen Dynastien deutscher Könige und Kaiser stammen aus Schwaben: Die Welfen ebenso wie die Staufer und später die Hohenzollern.  - ]

Heinrich der Löwe wurde zunächst von Kaiser Friedrich Barbarossa wieder mit Bayern und Sachsen belehnt. Er hat besonders seine Länder gefestigt (Gründung vieler Städte: München, Lübeck, Braunschweig, Schwerin) und ausgeweitet (Ostbesiedelung). 1176 verweigerte er Barbarossa die militärische Unterstützung im Kampf gegen die lombardischen Städte, was zur Niederlage Barbarossas in der Schlacht von Legnano führte. Heinrich wurde danach vor das Gericht zitiert und geächtet. 1181 ging er nach England ins Exil. Als er 1189 zurückkam mußte er sich auf den Kern seines sächsischen Besitzes um Braunschweig beschränken.

[Bild (Marke BRD 1995): 800. Todestag von Heinrich dem Löwen; Löwe, Teil einer Münze, 12. Jhdt.; Kennzeichen einiger von Heinrich gegründeten Städte]

- Weitere Web-Informationen:
http://www.peterspage.go.to/heinrich.htm


Heinrich von RuggeHeinrich von Rugge, Minnesänger. - * ca. 1170 in Blaubeuren, + ca. 1210. - 

Von dem Minnesänger Heinrich von Rugge sind außer Minneliedern auch eine "Kreuzleich" als Aufruf zum Kreuzzug nach Kaiser Friedrich Barbarossas Tod überliefert.
 

[Bild (Marke BRD, 1970): Minnesänger Heinrich von Rugge, Miniatur aus der Weingartner Liederhandschrift]



Heisenberg, Werner, Physiker. - * 5.12.1901 in Würzburg, + 1.2.1976 in München.-

HeisenbergHeisenberg, einer der Hauptvertreter der neuen Physik in Deutschland, Nobelpreisträger für Physik 1932, wirkte vor allem in München, Göttingen, Leipzig und Berlin.
Heisenbergs Beziehungen zu Württemberg rühren aus den letzten Kriegsjahren her: 1941 wurde Heisenberg Direktor des Kaiser-Wilhelm-Instituts für Physik in Berlin, dort mit besonderem Interesse an Fragen der Kernspaltung. 1943 wurde das Institut von Berlin nach Hechingen verlegt, wo die Gefahr durch Bomben nicht so groß zu sein schien. Von Hechingen aus bauten Heisenberg und andere "Mitglieder des Uranvereins" (C.F.von Weizsäcker, O. Hahn u.a.) im Schlosskeller von Haigerloch 1944/45 eine Anlage zur Kernspaltung, die allerdings nicht fertig wurde. Als die Alliierten im April 1945 nach Haigerloch kamen, nahmen sie die Mitglieder des "Uranvereins" fest in der Hoffnung - oder Befürchtung -, dass hier Experten zur Herstellung von Atombomben zu finden seien. Heisenberg, der gerade zufällig nicht in Haigerloch war, wurde später in Bayern festgenommen und in England bis 1946 interniert.

[Bild (Marke BRD, 2001): 100. Geburtstag des Physikers Werner Heisenberg; Portrait Heisenbergs, Formel der Heisenbergschen Unschärferelation]

- Weitere Web-Informationen zu W. Heisenberg:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HeisenbergWerner/

Hähnle, Lina, Vogelschützerin. - * 3.2.1851 in Sulz am Neckar, + 1.2.1941 in Giengen an der Brenz. -

Lina Hähnle, die seit ihrer Heirat mit einem der erfolgreichsten Filzfabrikanten in Giengen an der Brenz lebte, war 1899 Mitgründerin des Bundes für Vogelschutz, einem der ersten Naturschutzbünde in Deutschland, und sie war über 40 Jahre Vorsitzende des Bundes für Vogelschutz.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.geocities.com/Heartland/Acres/21619/haehnlel.htm


Haigerloch, Stadt (PLZ: 72401) im Zollernalbkreis, im tief eingeschnittenen Eyachtal; mit 10.856 Einwohnern (12/2007).
.
Haigerloch, das bis 1849 zu Hohenzollern-Sigmaringen gehörte, danach (bis 1945) zum Preußischen Hohenzollern, ist bekannt außer für seine romantische Lage für die Atomversuche im Haigerlocher Schlosskeller 1945.

1832 * Peter Lenz (Pater Desiderius Lenz) in H. geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.haigerloch.de


Hall, Schwäbisch Hall (PLZ: 74523), alte Salzsiederstadt am Kocher, Reichsstadt bis 1802, Kreisstadt des Landkreises Schwäbisch-Hall; mit 36.668 Einwohnern (12/2007). -

Michaelskirche HallHall war von 1276 bis 1802 Reichsstadt. Berühmt ist die Altstadt von Schwäbisch Hall, mit der Michaelskirche und der großen Freitreppe und dem Barocken Rathaus am Marktplatz gegenüber der Michaelskirche.

[Bild (Marke BRD, 2006): 850 Jahre Weihe der Michaelskirche Schwäbisch Hall; Bild der spätgotischen Michaelskirche mit dem romanischen Kirchturm über der großen Freitreppe, Häuser der Altstadt von Schwäbisch Hall]

Zur Geschichte Schwäbisch Halls in Mittelalter und Früher Neuzeit:

An der Geschichte von Hall lässt sich beispielhaft die Entwicklung der Städte in Südwestdeutschland in Mittelalter und Früher Neuzeit beschreiben:

- Kristallisationskern für eine Siedlung: Die Gründung einer Stadt - oder ihrer Vorformen - erfolgt oft in der Nähe einer Burg, bei einem kirchlichen Zentrum und / oder in einem verkehrsmäßig oder wirtschaftlich besonders günstigen Gebiet:

In Hall, dessen Name mit dem Salz, einem der kostbarsten Güter des Mittelalters, zusammenhängt, war die wirtschaftliche Grundlage die Salzgewinnung am Kocher. Das Salz bescherte im Mittelalter den Haller Salzsiedern und den Salzhändlern für Jahrhunderte Auskommen und Reichtum.
1090 ist der Name Hall erstmals urkundlich erwähnt (in dem gefälschten "Öhringer Stiftungsbrief", der auf 1037 datiert ist, der vermutlich erst 1090 geschrieben wurde). Der Ort dürfte aber viel älter sein.

- Vorgeschichte von Städten: Vor einer Stadtgründung gab es oft verschiedene Vorformen, z.B. die Errichtung einer Kirche und eines Marktes:

1156, mit der Weihe der Michaelskirche am 10. Februar 1156 durch den Bischof von Würzburg, wird auch der Michaelsmarkt, ein siebentägiger Markt, in Hall errichtet.

- Eine Siedlung wird gelegentlich von einer neuen Herrschaft übernommen, die einen Ort mit neuen Rechten ausstattet:

Im 12. Jahrhundert übernehmen die Staufer das Gebiet um die Salinen von den Grafen von Comburg und erweitern damit ihr Hausgut als Herzöge von Schwaben und Deutsche Könige. (Seit jener Zeit wird Hall, das in Franken liegt, als "Hall in Schwaben" oder "Schwäbisch Hall" genannt. Offiziell festgeschrieben ist dieser Name erst seit 1934.)
1189 errichten die Staufer, vermutlich durch Friedrich Barbarossa, eine königlichen Münzstätte. Hier wird der Haller Pfennig, eine kleinwertige Silbermünze, geschlagen, der als "Heller" über Jahrhunderte hinweg bekannt ist.

- Eine Stadt erhält die Stadtrechte verliehen: Eigene Gerichtsbarkeit und eigene Verwaltung, Freiheit für ihre Bürger ("Stadtluft macht frei"). Eine Stadtmauer begrenzt und schützt die Stadt:

1204 wird erstmals Hall als Stadt genannt, wohl von den Staufern zur Stadt erhoben. Eine Stadtmauer wird erst einige Jahre später gebaut. 

- Eine Stadt steht in Auseinandersetzung mit den Herrschaften der Umgebung, die die Macht über die Stadt gewinnen wollen, die möglichst die Stadt ihrem Territorium eingliedern wollen, oder denen die Stadt ein gefährlicher Konkurrent ist:

Bei Hall sind es vor allem die "Schenken von Limpurg", denen viel Land (und Wald) in der Umgebung von Hall gehört, die die Macht über die Stadt Hall gewinnen wollen. Vor allem nach dem Ende der Staufer 1268 glauben sie leichtes Spiel zu haben (auch weil die Haller fürs Salzsieden auf riesige Mengen Holz aus den Wäldern der Schenken zu Limpurg angewiesen sind).

1280 wird dieser Konflikt durch den "Wiener Schiedsspruch" des neuen Königs Rudolf von Habsburg beendet: Die Schenken von Limpurg werden abgewiesen, Hall behält seine eigenen Rechte. Hall bleibt Freie Reichsstadt bis 1802.
(Die Schenken von Limpurg verlegen einen ihrer Herrschaftszentren nach Gaildorf am Kocher.)

- Wer regiert die Stadt? Es können Vögte des Königs oder eines Fürsten sein, oder Adlige, oder die Zünfte oder alle Bürger.

In der Stadt Hall sind die Machthaber zunächst nur einige Adlige, meist Nachkommen von Ministerialen (=Dienstleuten) der Staufer. Sie wohnen meist in der Stadt, bauen auch Geschlechtertürme als Zeichen ihrer Macht in der Stadt. Aber die Bevölkerung, vor allem die reichen Bürger und die Zünfte, wollen mitbestimmen.

1340 wird in einer Verfassungsurkunde von Kaiser Ludwig dem Bayern festgelegt, dass der Rat der Stadt Hall nicht nur von Adligen besetzt werden darf, sondern von einer Mehrheit der Bürger und Handwerker gebildet wird: Zum Rat sollen 12 Adlige, 6 Mittelbürger und 8 Handwerker gehören. Seitdem ist der Rat gemischt besetzt.
1512, nach einem letzten Umsturzversuch des Adels, siegen die Bürger. Die Adligen verlassen allmählich Hall.
 

- Spätmittelalter als Hoch-Zeit vieler Städte: Viele Städte erreichten den Höhepunkt ihrer Macht, ihrer Wirtschaftskraft und auch ihrer kulturellen Blüte im Spätmittelalter und in der Frühen Neuzeit.

Schwäbisch Hall hat sich nicht auf das Kerngebiet der Stadt  beschränkt. Seit dem 14. Jahrhundert vergrößert Hall sein Territorium: Die Stadt erwirbt (kauft, erkämpft, erbt) viele Dörfer und Gebiete in seiner Umgebung.
1595 erwirbt Hall als letztes größeres Gebiet Stadt und Herrschaft Vellberg. Zu Hall gehört damit ein Territorium von 330 Quadratkilometern mit den Städten Ilshofen und Vellberg sowie etwa 100 Dörfern und insgesamt 21.000 Einwohnern.

Das Spätmittelalter bringt in Hall auch eine Hochblüte der Kunst.
Der Neubau der Michaelskirche als spätgotische Hallenkirche mit den reichen Plastiken und Malereien wird im 16. Jhdt. abgeschlossen; 
1512 ist die große Freitreppe zur Kirche fertig. 

- Einführung der Reformation in vielen Städten: Die Reformation Luthers hat sich in Südwestdeutschland zuerst in einigen Städten durchgesetzt, lange vor der Einführung in Wirtemberg oder in Baden.

1522 berief der Rat der Stadt Hall Johannes Brenz als Prediger an die Michaelskirche. Brenz führte behutsam die Reformation in Schwäbisch Hall ein. Hall wurde damit zur ersten lutherischen Stadt im Südwesten. - J. Brenz amtierte als Prediger in Hall bis 1548; zur Zeit des Interims mit seinen Rekatholisierungsversuchen musste er aus Hall fliehen. (Nach 1452 wurde Brenz dann zum Reformator Wirtembergs berufen.)

- Wohlstand und Katastrophen im 17. und 18. Jahrhundert in den Städten: Der 30-jährige Krieg (1618 - 1648) brachte Elend, Tod und Verwüstung auch über die meisten Städte.

Schwäbisch Hall kam im 30-jährigen Krieg ohne Zerstörung davon, es verlor aber ein Drittel seiner Bevölkerung.
Schwere Katastrophen für die Stadt, die auch zum wirtschaftlichen Niedergang beitrugen, waren 2 große Brände, 1680 und 1728. 
1728 wurde die alte Kernstadt Halls fast vollständig vernichtet: 400 Häuser fielen dem Brand zum Opfer.
Beim raschen Wiederaufbau nach dem Brand wurde ein neues Rathaus am Markt gegenüber der Michaelskirche gebaut: Das besonders prächtige barocke Rathaus (1735 fertiggestellt).

- Übernahme der Freien Städte durch Württemberg und Baden mit dem Reichsdeputationshauptschluss 1803: Durch den Reichsdeputationshauptschluss verloren alle Freien Reichsstädte ihre Selbständigkeit und wurden von den neuen Ländern, dem Königreich Württemberg und dem Großherzogtum Baden, übernommen.

1802 bereits marschierten Truppen aus Wirtemberg in Hall ein und annektierten es für Wirtemberg, so wie es in den Vorverträgen mit Napoleon vereinbart worden war. Damit ist die Zeit der Freien Reichsstadt Schwäbisch Hall zu Ende.
Hall wird Sitz eines Oberamtes im neuen Königreich Württemberg.
          -------------------------------------------------------
Einige VIPs mit besonderem Bezug zu Schwäbisch Hall:

1500 * Melchior Hofmann (Wiedertäufer) in Hall geboren
1522 – 1548: J. Brenz Prediger und Reformator in Hall
1563 - 1598: Sem (Simon) Schlör (Bildhauer, Schöpfer der Grafenstandbilder in der Stuttgarter Stiftskirche) arbeitet in Hall
1598 + Sem Schlör in Schwäbisch Hall gestorben (1530-1598)

1620 - 1662: Leonhard Kern (Bildschnitzer) arbeitet in Hall
1662 + Leonhard Kern (Bildschnitzer) in Hall gestorben
1673 * Johann Friedrich Ludwig /= Ludovice (bedeutender Barockbaumeister in Portugal) in Honhardt bei Hall geboren

- Weitere Web-Informationen zu Schwäbisch Hall:
http://www.schwaebischhall.de



Haller, Johannes, Historiker. - * 16.10.1865 in Keinis (Estland), + 24.12.1947 in Tübingen. - 

J. Haller, der in Dorpat und später in Heidelberg studiert hatte, war von 1913 bis zur Emeritierung 1932 Prof. für deutsche Geschichte in Tübingen. Er gilt als einer der bedeutendsten Historiker seiner Zeit.
Schwerpunkt seiner Forschungen waren Kaisertum und Papsttum im Mittelalter.

Wichtige Veröffentlichungen:
Epochen der deutschen Geschichte (1923)
Das altdeutsche Kaisertum (1926)
Das Papsttum, Idee und Wirklichkeit (1934 - 1945).

J. Hallers polemisierte neben seiner historischen Arbeit in vielen populären Vorträgen als scharfer Kritiker gegen den Versailler Vertrag und die Weimarer Republik von einer deutsch-nationalen Position aus. Seine Stellung zu Hitler und dem Nationalsozialismus war zwiespältig, eine Mischung aus Bewunderung und Ablehnung.



Hampe, Karl, Historiker. - * 3.2.1869 in Bremen, + 14.2.1936 in Heidelberg. - 

Hampe war seit 1903 Prof. für deutsche Geschichte in Heidelberg. mit dem Schwerpunkt Geschichte des Mittelalters.

Wichtige Veröffentlichungen:
Deutsche Kaisergeschichte in der Zeit der Salier und Staufer (1909)
Das Hochmittelalter. Geschichte des Abendlandes von 900 - 1250 (1932)
Herrschergestalten des deutschen Mittelalters (1933).

Hampes "Kriegstagebuch 1914 - 1919" ist eine wichtige Quelle für die Erfahrungen des Ersten Weltkriegs.



Hansjakob, Heinrich, Schwarzwälder Volksschriftsteller, katholischer Priester, Politiker. - * 19.8.1837 in Haslach im Kinzigtal, + 23.6.1916 in Haslach. - 

Hansjakob (Pseudonym Hans am See) war im 19. Jahrhundert nach J.P. Hebel der populärste Volksschriftsteller Badens, dessen Erzählungen vom Alltag der Schwarzwälder noch heute eine wichtige Quelle für Historiker und Volkskundler darstellen. Dabei war er auch ein "Rebell im Priesterrock", der für seine kritischen Äußerungen mehrfach im Gefängnis war.

Hansjakob war nach dem Studium der katholischen Theologie in Freiburg und Tübingen Gymnasiallehrer in Donaueschingen und Waldshut (1865 - 1868); 1868 wurde er entlassen, weil er sich während des badischen Kulturkampfes auf die Seite der katholischen Kirche stellte: Wegen "staatsfeindlicher Äußerungen" erhielt er dafür auch 4 Wochen Haft in der Festung Rastatt. 
Er war dann Pfarrer in Hagnau (1869 - 1884), wo er nebenbei die 1.badische Winzergenossenschaft gründete. Von 1871 - 1881 war er auch badischer Abgeordneter der "katholischen Volkspartei" (Vorläufer der Zentrumspartei); allerdings distanzierte er sich immer mehr von dieser Partei, die ihm zu konservativ und zu wenig freiheitlich gesinnt war. (Hansjakob war stark geprägt von der badischen Revolution von 1848/1849, die er als 12-jähriger Junge mit großer Begeisterung miterlebt hatte.) - 1873 erhielt Hansjakob noch einmal eine Gefängnisstrafe: 6 Wochen Haft wegen Beleidigung von Staatsbeamten musste er in Radolfzell absitzen.

Von 1884 - 1913 war Hansjakob Priester in Freiburg; in seiner "Klause" in Freiburg entstanden auch die meisten seiner Schriften. 

Veröffentlichungen Hansjakobs:
Heinrich Hansjakob veröffentlichte über 70 Bücher u.a. Auf der Web-Site der Hansjakob-Gesellschaft sind die meisten aufgeführt:
- Wissenschaftliche Werke
- Politische Schriften
- Reiseerinnerungen
- Erzählungen (z.B. "Wilde Kirschen", 1888)
- Erinnerungen (z.B. "Aus meiner Jugendzeit", 1880)
- Tagebücher (z.B. "Auf der Festung", (1870)
- Predigtwerke.

- Weitere Web-Informationen zu Dr.H.Hansjakob::
http://www.heinrich-hansjakob-gesellschaft.de
http://www.bautz.de/bbkl/h/hansjakob_h.shtml



Häring, Hugo, Architekt. - * 19.5.1882 in Biberach, + 17.5.1958 in Göppingen. - Häring, der in Stuttgart bei Theodor Fischer studiert hatte, ist einer der Theoretiker und Praktiker der "organischen Architektur".

- Weitere Web-Informationen:
http://www.adk.de/hugohaering/bio1.html



HarnackHarnack, Adolf von, evang. Theologe. - * 7.5.1851 in Dorpat (heute Tartu, Estland), + 10.6.1930 in Heidelberg

[Bild (Marke DDR, 1950): 250 Jahre Akademie der Wissenschaften Berlin; Portrait Adolf von Harnacks]

Adolf von Harnack, Sohn des berühmten Dorpater Theologieprofessors Theodosius Harnack, war nach dem Theologiestudium in Dorpat und Leipzig Theologieprofessor in Leipzig, Gießen und Marburg, seit 1888 Prof. für Kirchengeschichte in Berlin. Er war einer der bedeutendsten historisch orientierten Theologen der Jahrhundertwende - und einer der umstrittensten. "Das Wesen des Christentums" (erschienen 1899) ist eines seiner bekanntesten Publikationen gewesen. 
Von 1911 - 1921 war Harnack auch Präsident der von ihm initiierten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Berlin. 
Harnack starb 1930 auf einer Reise zur Einweihung eines neuen Instituts der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Heidelberg.



HartmannHartmann von Aue, einer der  großen Epiker der Stauferzeit (neben Wolfram von Eschenbach und Gottfried von Straßburg). - * um 1165 in Au im Breisgau (oder in Obernau bei Rottenburg), + um 1220. - Von Hartmann von Aue stammt u.a. "Erec" (das erste mittelhochdeutsche Epos um König Artus) und "Der arme Heinrich". 

[Bild (Marke Liechtenstein, 1963): Minnesänger Hartmann von Aue, aus der Manessischen Liederhandschrift]

- Weitere Web-Informationen zu Hartmann von Aue:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hvonaue.htm



Haslach im Kinzigtal, Stadt im Ortenaukreis (PLZ: 77716), mit  7.006 Einwohnern (12/2007)..

1837 * Heinrich Hansjakob in Haslach geboren
1916 + H. Hansjakob in Haslach gestorben



HauffHauff, Wilhelm, Schriftsteller und Redakteur. - * 29.11.1802 in Stuttgart, + 18.11.1827 in Stuttgart (Grab auf dem Hoppenlaufriedhof). 
Wilhelm Hauff besuchte 1817 - 1820 das Seminar in Blaubeuren, studierte 1820 - 1824 Theologie als Student des Tübinger Stift, war 1825 - 1826 Hauslehrer bei der Familie des Freiherrn von Hügel in Stuttgart (mit ihr verbrachte er den Sommer 1825 auf Schloss Guttenberg bei Haßmersheim am Neckar), machte 1826 Bildungsreisen nach Westeuropa und Norddeutschland und erhielt 1827 eine Anstellung als Redakteur von Cottas "Morgenblatt für die gebildeten Stände". Hauff starb kurz vor seinem 25. Geburtstag im November 1827 an einem Nervenfieber.

[Bild (Marke BRD, 1977): 150. Todestag von Hauff; Portrait Wilhelm Hauff]

In seinem kurzen Leben edierte Hauff schwäbische Volkslieder, schrieb Gedichte, verfaßte Novellen, Erzählungen und Märchen ("Das Wirtshaus im Spessart", "Das kalte Herz", "Kalif Storch", "Zwerg Nase", u.a.). Angeregt durch Walter Scotts historische Romane schrieb Hauff den Roman "Lichtenstein" (1826) mit der Geschichte Herzog Ulrichs von Wirtemberg, womit er die Gattung des historischen Romans in Deutschland begründete. Das  Schloss Lichtenstein wurde nach diesem Roman romantisierend neu aufgebaut (1840).

Hauff[Bild (Postkarte zur NAPOSTA 1997 in Stuttgart): Wilhelm Hauff: Portrait, Bilder zu seinen Werken: Die Geschichte vom kleinen Muck; Schloß Lichtenstein]

- Hauff wird literaturgeschichtlich unterschiedlich eingeordnet: einmal als trivialer Unterhaltungsschriftsteller, dann als Dichter zwischen Romantik und Realismus, schließlich als früher Vertreter der Schwäbischen Dichterschule.

- Weitere Web-Informationen zu Wilhelm Hauff, mit Text von Hauffs "Lichtenstein": http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hauff.htm
- Weitere Web-Informationen zu Hauffs Biographie:
http://www.xlibris.de/Autoren/Hauff/HaBio01.htm



Hauffe, Friederike, die "Seherin von Prevorst". - * 23.9.1801 in Prevorst, + 5.8.1829 in Löwenstein. - Die "Seherin von Prevorst" ist durch die Untersuchungen und Veröffentlichungen J. Kerners bekannt geworden.


Hausenstein, Wilhelm, Kunstschriftsteller. - * 17.6.1882 in Hornberg, + 3.6.1957 in München.


Haußmann, Conrad, Jurist und Politiker. - * 8.2.1857 in Stuttgart, + 11.2.1922 in Stuttgart. - Haußmann war Mitbegründer der DVP.


Hayek, Friedrich August, britischer Nationalökonom österreichischer Herkunft. - * 8.5.1899 in Wien, + 23.2.1992 in Freiburg. - Hayek, Vertreter des Neoliberalismus, war von 1962 - 1968 Prof. in Freiburg. Er erhielt den Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften 1974.


Hebel, Johann Peter, Dichter, Lehrer, Theologe und Prälat. - * 10.5.1760 in Basel, + 22.9.1826 in Schwetzingen.
Hebel ist vor allem bekannt geworden als Dichter der "Allemannischen Gedichte" und der "Kalendergeschichten".

[Bild (Marke Baden 1947): Portrait des Dichters Johann Peter Hebel]

Zur Biographie:
Johann Peter Hebel wurde als Kind einfacher und armer Webersleute geboren, und zwar in Basel, wo seine Eltern in den Sommermonaten in einem Patrizierhaushalt arbeiteten. In den Wintermonaten zog die Familie jeweils in die Heimat der Mutter nach Hausen im Wiesental im Südschwarzwald; dort arbeiteten die Eltern als Weber. So lebte auch der kleine Johann Peter Hebel immer abwechselnd ein halbes Jahr in Basel (wo er später auch zur Schule ging) und ein halbes Jahr in Hausen im Wiesental (wo er dann auch die Schule besuchte). Den Vater verlor Hebel schon mit einem Jahr, die Mutter als er 13 Jahre alt war. (Das Gedicht "Vergänglichkeit..." erinnert daran). 1769 kam Hebel auf die Lateinschule in Schopfheim, 1774 ermöglichte dann dem Waisen ein Förderer den Besuch des Karlsruher Gymnasium illustre.
1780 studierte Hebel evang. Theologie in Erlangen, danach war er Pfarrhelfer und Lehrer in Hertringen und Lörrach.
1791 kam Hebel ans Gymnasium nach Karlsruhe: zunächst als Lehrer für verschiedene Unterrichtsfächer, dann als Professor, schließlich (1808) als Direktor des Gymnasiums (bis 1814).
1814 wurde Hebel zum Ministerialdirektor berufen, 1819 zum Prälaten der lutherischen Landeskirche im Großherzogtum Baden (und damit auch zum Mitglied der 1. Kammer des Badischen Landtages).
Hebel, der die erste Hälfte seines Lebens vor allem in Südbaden, in den Dörfern und Städtchen des Markgräfler Landes, zugebracht hatte, lebte seit 1791 überwiegend in Karlsruhe. Er starb 1826 auf einer Dienstreise in Schwetzingen wo er auch begraben wurde.

Zu den bedeutenden Werken Hebels:

Hebel ist vor allem bekannt geworden als der Dichter der "Alemannischen Gedichte" und durch die Erzählungen der "Kalendergeschichten".

1803 erschienen in einer Karlsruher Hofbuchhandlung ein Bändchen "Allemannische Gedichte. Für Freunde ländlicher Natur und Sitten". Hebel veröffentlichte sie in der ersten Auflage anonym - wohl auch aus der Sorge, dass die ländlichen Themen der Gedichte und vor allem der Dialekt in dem er sie geschrieben hatte seinem Ruf schaden könnte; erst die 2. Auflage der Gedichte (die nach der großen Resonanz bald nötig wurde) erschien mit seinem Namen. Die Gedichte handeln von der Natur, vom Tageslauf im dörflichen Leben, von Grundfragen des menschlichen Lebens und auch von Sagen Südbadens.

Revolutionär war dass Hebel die Gedichte nicht auf hochdeutsch schrieb sondern in dem Dialekt, der in seiner Heimat Hausen im Wiesental gesprochen wurde (und der für ihn z.T. Ähnlichkeit mit der Sprache der Minnesänger hatte). Er nannte diesen Dialekt "Allemannisch", und er begründete mit seinen Allemannischen Gedichten das Bewußtsein für eine bedeutenden und eigenen "Mundart" die in Baden zu Hause ist (aber auch darüber hinaus in der Schweiz, auch im Elsaß und in Vorarlberg).
Die Gedichte wurden ein großer Erfolg, auch bei den Dichtergrößen seiner Zeit. Goethe schrieb in einer Rezension 1805 sehr anerkennend: Hebel hat "auf die naivste, mutigste Weise durchaus das Universum verbauert". Und Hebel hat später über seine mutige Dialekt-Dichtung geschrieben: Es ist mir gelungen, "unsere sonst so verachtete und lächerlich gemachte Sprache klassisch zu machen und ihr solch eine Zelebrität zu erringen. Sie ist nun gekannt, wird geliebt und studiert."

Als Beispiel eines der Allemannischen Gedichte ist hier der Anfang von Hebels Gedicht "Die Vergänglichkeit" wiedergegeben. Das Gedicht ist als Gespräch zwischen dem Jungen und seinem Großvater (dem Aetti) stilisiert und zwar als Gespräch an einer für Hebel ganz entscheidenden Stelle: auf der Straße nach Basel zwischen Steinen und Brombach. (Genau an dieser Stelle hat der 13-jährige Hebel erlebt wie seine Mutter gestorben ist.)

 Die Vergänglichkeit
(aus den Allemannischen Gedichten von J.P.Hebel)


(Gespräch auf der Straße nach Basel 
zwischen Steinen und Brombach,
in der Nacht)

Der Bueb seit zum Aetti:

Fast allmol, Aetti, wenn mer's Röttler Schloß
so vor den Auge stoht, se denki dra,
obs üsem Hus echt au e mol so goht.
Stohts denn nit dort, so schudrig, wie der Tod
im Basler Todtetanz? Es gruset eim,
wie länger äs me's bschaut. Und üser Hus,
es sitzt io wie ne Chilchli uffem Berg,
und d'Fenster glitzeren, es isch e Staat.
Schwetz, Aetti, gohts em echterst au no so?
I mein emol, es chönn schier gar nit sy.

 
Der Aetti seit:
 
Du guete Bursch, 's cha frili sy, was meinsch?
's chunnt alles jung und neu, und alles schliicht
sim Alter zu, und alles nimmt en End,
und nüt stoht still. Hörsch nit, wie 's Wasser ruuscht,
und siehsch am Himmel obe Stern an Stern?
Me meint, vo alle rühr si kein, und doch
ruckt alles witers, alles chunnt und goht.
Je, 's isch nit anderst, lueg mi a, wie d'witt.
De bisch no iung; närsch, i bi au so gsi,
iez würds mer änderst, 's Alter, 's Alter chunnt,
und woni gang, go Gresgen oder Wies,
in Feld und Wald, go Basel oder heim,
's isch einerley, i gang im Chilchhof zu,
-briegg, alder nit! - und bis de bisch wien ich,
e gstandne Ma, se bini nümme do,
und d'Schof und Geiße weide uf mi'm Grab.
Jo wegerli, und 's Hus wird alt und wüst;
der Rege wäscht der's wüster alli Nacht,
und d'Sunne bleicht der's schwärzer alli Tag,
und im Vertäfer popperet der Wurm.
Es regnet no dur d'Bühne ab, es pfift
der Wind dur d'Chlimse. Drüber thuesch du au
no d'Auge zu: es chomme Chindes-Chind,
und pletze dra. Z'lezt fuults im Fundement,
und 's hilft nüt meh. Und wemme nootno gar
zweytusig zehlt, isch alles z'semme g'keit.
Und 's Dörfli sinkt no selber in si Grab.
Wo d'Chilche stoht, wo 's Vogts und 's Here Hus,
goht mit der Zit der Pflug....

- Weitere Web-Informationen mit dem vollständigen Gedicht "Die Vergänglichkeit" und mit dem Text der anderen 44 Allemannischen Gedichten:
http://www.hausen-im-wiesental.de/jphebel/gedichte/ heblgedverzw.htm

HebelDas andere bekannte Werk J.P. Hebels sind seine humorvollen und belehrenden und aufklärerischen Erzählungen, die als "Kalendergeschichten" den Weg in viele deutsche Lesebücher gefunden haben (z.B. "Kannitverstan"; "Der kluge Richter"; "Der schlaue Husar"; "Unverhofftes Wiedersehen"; u.v.a.)

[Bild (Marke BRD 1985): 225. Geburtstag von J.P. Hebel; Johann Peter Hebel und Markgräflerin, Markgräfler Land]  

Entstanden sind die Kalendergeschichten vor allem zwischen 1807 und 1815. Damals gab Hebel den "Rheinländischen Hausfreund" heraus, für den er jährlich etwa 30 Kurzgeschichten beisteuerte. 1811 erschien eine Auswahl von Kalendergeschichten mit dem Titel "Schatzkästlein des Rheinischen Hausfreundes", das zum Volksbuch wurde.
.
Auch die Kalendergeschichten sind nicht so schlicht und bieder und harmlos wie sie manchmal angesehen werden. Goethe, Jean Paul, Hermann Hesse und Ernst Bloch z.B. haben sie als dichterische Werke sehr geschätzt. Und Ernst Bloch schreibt in seiner Auswahl der Kalendergeschichten Hebels: "Seine Kalendergeschichten sind geschrieben von einem Anwalt der Armen und Verleumdeten, einem Freund der Französischen Revolution und der Aufklärung. Wenn die Romantik ... die Nacht erneut mit Gepenstern bevölkerte, setzte Hebels Kalender auf Verstand contra verdummende Fratzen."

- Weitere Web-Informationen zu Johann Peter Hebel: 
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hebel.htm



Hechingen, Stadt (PLZ 72 379), Kreisstadt im Zollernalbkreis, am Nordrand der Schwäbischen Alb, am Fuß von Berg und Burg Hohenzollern; mit 19.371 Einwohnern (12/2007).. - 

Hechingen/HohenzollernHechingen war von 1576 - 1849 Sitz der Grafen bzw. Fürsten von Hohenzollern- Hechingen, von 1849 - 1945 preußisch.

[Bild (Stempel 2006, anläßlich einer Hohenzollern-Ausstellung in Hechingen zum 250. Jahrestag der "Eröffnung Kayserlicher Reichsposthalterey" 1756 in Hechingen, durch die Hechingen  postalisch an die alte Schweizerstraße angeschlossen wurde): Postkutsche vor der Burg Hohenzollern]

1764 – 1776: Friedrich W. von Steuben Hofmeister in H.
1757 - 1809: Karoline (Chaile) Kaulla wohnt in Hechingen

1809 + Karoline (Chaile) Kaulla in Hechingen gestorben
1874 * Walter F. Otto in Hechingen geboren

1921 - 1926: Friedrich Wolf als Arzt + Dichter in Hechingen
1942 - 1945: W. Heisenberg mit Physik-Institut in H.
1951 + Kronprinz Wilhelm in Hechingen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.hechingen.de



Heck, Philipp von, Jurist. - * 1858 in Petersburg, + 1943 in Tübingen.

HeckelHeckel, Erich, Maler, Mibegründer der "Brücke". - * 31.7.1883 in Döbeln (Sachsen), + 27.1.1970 in Hemmenhofen. -

Heckel, einer der Mitbegründer der expressionistischen Malergruppe der "Brücke" in Dresden, lebte am Bodensee seit 1944. Von 1949 - 1955 war Heckel Prof. an der Kunsthochschule in Karlsruhe.

 

[Bild (Marke BRD, 1974): Erich Heckel: "Schlafender Pechstein", 1910]



Hecker, Friedrich, Jurist. - * 28.9.1811 in Eichtersheim / Angelbachtal, + 24.3.1881 in St. Louis. - 
Hecker
Hecker organisierte mit G. Struve den Badischen Aufstand 1848. Nach dessen Scheitern emigrierte er über die Schweiz nach USA.

 


[Bild (Sonderstempel 1998): Portrait Friedrich Hecker]


Hedwig (auch: Hadwig), Herzogin von Schwaben seit 955. - * um 938, + 28.8.994 vermutlich auf dem Hohentwiel. - 

Hedwig war eine Tochter des Herzogs Heinrich von Bayern, und sie war eine Nichte von Kaiser Otto I. Sie heiratete 955 Herzog Burkhard II. von Schwaben. Nach dessen Tod 973 behielt sie den Güterbesitz am Bodensee, u.a. den Hohentwiel, wo sie bis zu ihrem Tod 955 residierte. - Scheffel hat Hedwig und Ekkehart zum Mittelpunkt seines Romans "Ekkehart" gemacht.



HegelHegel, Georg Wilhelm Friedrich, Philosoph. - * 27.8.1770 in Stuttgart, + 14.11.1831 in Berlin. - Hegel studierte 1788 - 1792 im Tübinger Stift, zusammen mit Hölderlin und Schelling. Er wurde 1816 Prof. in Heidelberg, seit 1818 Prof. in Berlin. Hauptvertreter des Idealismus.

[Bild (Marke BRD, 1970): 200. Geburtstag von G. W. Hegel; Portrait Georg Wilhelm Friedrich Hegel]

- Weitere Web-Informationen zu G.W.F. Hegel: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hegel.htm



Heidegger, Martin, Philosoph. - * 26.9.1889 in Meßkirch, + 26.5.1976 in Freiburg. - Heidegger, Mitbegründer der "Existenzphilosophie" und dem Nationalsozialismus zeitweise zugeneigt, war von 1928 - 1945 Prof. in Freiburg. Die meiste Zeit wohnte und philosophierte er dabei in Todtnauberg.

- Weitere Web-Informationen zu Heidegger: http://www.heidegger.org



Heidelberg: s. extra Seite: Heidelberg


Heidenheim an der Brenz (PLZ: 89518 bis 89522), Kreisstadt des Landkreises Heidenheim, gelegen auf der Ostalb; mit  48.995 Einwohnern (12/2007).

1803 * Johann Matthäus Voith in Heidenheim geboren
1867 Voith- Werke in Heidenheim gegründet
1867 * Heinrich Maier in Heidenheim geboren
1874 Johann Matthäus Voith in Heidenheim gestorben
1891 * Erwin Rommel in Heidenheim geboren

1959 + Walther Bauersfeld in Heidenheim gestorben
1990 + Helmut Bornefeld in Heidenheim gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.heidenheim.de



Heilbronn (PLZ: 74072 bis 74081), Kreisfreie Stadt am Neckar, mit Verwaltungssitz des Landkreises Heilbronn; mit Teilorten Böckingen u.a.; Großstadt mit 121.627 Einwohnern (12/2007)..

Heilbronn, 747 erstmals genannt, war bis 1803 Freie Reichsstadt. - Die gotische Kilianskirche (mit dem Hauptaltar von H. Seyfer) erhielt im 16. Jahrhundert einen Hauptturm im Stil der Renaissance, eines der ersten bedeutenden Renaissance-Werke nördlich der Alpen.

Einige Personen mit besonderem Bezug zu Heilbronn:

1485 – 1490: Anton Pilgram vermutlich in Heilbronn
1509 + Hans Seyfer in Heilbronn gestorben

1751 * Heinrich Füger in Heilbronn geboren
1755 * Otto H. Freiherr von Gemmingen in H. geboren

1804 * Wilhelm Waiblinger in Heilbronn geboren
1810: "Käthchen von Heilbronn" von Kleist erschienen
1814 * J.R. von Mayer in Heilbronn geboren
1815 * Ernst Jakob Renz in H.-Böckingen geboren
1825 * Adolf Cluss (dt.-amerikanischer Architekt) in H.geboren
1838 * Gustav von Schmoller in Heilbronn geboren
1846 * Wilhelm Maybach in Heilbronn geboren
1878 + J.R. von Mayer in Heilbronn gestorben
1886 * Hellmuth Hirth in Heilbronn geboren
1899: Firma C. H. Knorr in Heilbronn gegründet

1904 * Otto Rombach in Heilbronn geboren
1912 - 1919: Theodor Heuss als Journalist in Heilbronn

- Weitere Web-Informationen: http://www.heilbronn.de



Heiligenberg (PLZ: 88633), Gemeinde im Bodenseekreis, Kurort nördlich von Meersburg, mit 2.863 Einwohnern (12/2007).
.
Größte Sehenswürdigkeit in Heiligenberg ist das Schloss der Fürsten von Fürstenberg von 1590.

1547 * Gebhard Truchseß von Waldburg in Heiligenberg geboren
1626 * Franz Egon von Fürstenberg in Heiligenberg geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.Heiligenberg.de


Heim, Karl, evang. Theologe. - * 20.1.1874 in Frauenzimmern, + 30.8.1958 in Tübingen. - Heim war seit 1920 Prof. in Tübingen.


Heimsheim (PLZ: 71296), Stadt im Enzkreis, im Heckengäu, mit 5.214 Einwohnern (inklusive ca. 470 Insassen der Justizvollzugsanstalt) (12/2007).

Heimsheim ist als Schleglerstadt bekannt: In Heimsheim wurde 1395 der Ritterbund der Schlegler von Graf Eberhard III. besiegt. Darauf bezieht sich das Gedicht von Ludwig Uhland "Die drei Könige zu Heimsen", dessen Anfang hier wiedergegeben ist:

Drei Könige zu Heimsen, wer hätt' es je gedacht,
Mit Rittern und mit Rossen, in Herrlichkeit und Pracht!
Es sind die hohen Häupter der Schlegelbrüderschaft:
Sich Könige zu nennen, das gibt der Sache Kraft. ...

(Uhland hat irrtümlich die Ereignisse in die Zeit von Graf Eberhard II. etwa um 1367 verlegt.)

In Heimsheim steht heute noch ein gewaltiger mittelalterlicher Bau, der Schleglerburg oder Schleglerkasten genannt wird. Lange Zeit hielt man ihn für die alte Burg der Schlegler. Inzwischen hat man bei der Renovierung des Schleglerkastens festgestellt, dass der Bau erst 1415 von den Herren von Gemmingen als Wohn- und Wehrburg errichtet wurde. -.Die ursprüngliche Schleglerburg befand sich wohl einige Meter neben dem heutigen Schleglerkasten, dort wo heute das um 1730 von Reichsgraf Friedrich Wilhelm von Graevenitz durch Paolo Retti erbaute Grävenitzsche Schloss steht (heute Rathaus von Heimsheim).

- Weitere Web-Informationen: http://www.heimsheim.de.


Heinkel, Ernst, Flugzeugbauer. - * 24.1. 1888 in Grunbach, + 30.1.1958 in Stuttgart. - Heinkel gründete 1922 die Heinkel- Flugzeugwerke in Warnemünde. 1950 begann er in Stuttgart neu mit Motorenwerken.


Heinrich VI. (Staufer), deutscher König (ab 1169 - 1197) und Kaiser (1191 - 1197), König von Sizilien (seit 1194). - * 1165, + 28.9.1197 in Messina (vermutlich gestorben an der Malaria oder Ruhr) (Grab Heinrichs im Dom von Palermo).

Gelnhausen 1180Auf dem Miniatur aus der Welfenchronik, die dem Briefmarkenmotiv zum Reichstag von Gelnhausen zugrunde liegt, ist Friedrich Barbarossa mit seinen Söhnen abgebildet, er thront zwischen König (und späteren Kaiser) Heinrich VI. und Herzog Friedrich von Schwaben, beide seit 1169 im Amt.

[Bild (Marke BRD, 1980): Reichstag zu Gelnhausen 1180: Kaiser Friedrich I. mit seinen Söhnen Heinrich und Friedrich. Miniatur aus der Welfenchronik, 12. Jhdt.]

Einige Ereignisse aus der kurzen Regierungszeit Heinrich VI.:

- Heinrich, der Sohn und Nachfolger Friedrich Barbarossas, war seit 1186 verheiratet mit Konstanze von Sizilien, der Tochter des Normannen Roger II. Durch diese Heirat kam Sizilien zum Reich der Staufer: 1194, nach dem Tod von Roger II. (der kinderlos starb) wurde Heinrich VI. zum König von Sizilien gekrönt.
Der spätere Kaiser Friedrich II. ist der Sohn Heinrichs VI und der Konstanze von Sizilien.

- Heinrich erreichte 1192 die Aussöhnung mit Heinrich dem Löwen, der aus dem englischen Exil nach Braunschweig zurückgekehrt war.

- Heinrich VI. hielt 1193 - 1194 Richard Löwenherz  (vermutlich) auf Burg Trifels gefangen und ließ ihn erst nach Bezahlung eines astronomisch hohen Lösegelds durch England wieder frei. (Der englische König Richard Löwenherz war auf dem Rückweg vom 3. Kreuzzug mit dem Schiff in Aquileja gestrandet, er wollte sich dann inkognito nach England durchschlagen, wurde in Österreich aber erkannt und von seinem Feind Herzog Leopold von Österreich, den er vor Akko schwer beleidigt hatte gefangen genommen und an Heinrich VI. ausgeliefert. Heinrich war mit Richard Löwenherz verfeindet, weil der den sizilianischen Herrscher Tancred von Lecce gegen seine Ansprüche unterstützte. Das hohe Lösegeld benötigte Heinrich zur Finanzierung seines Italienzuges 1194 bei dem er seine Krönung zum König von Sizilien durchsetzte.)

- Bekannt ist Heinrich VI., der insgesamt als sehr schwieriger Herrscher gilt, für seine besonderen Grausamkeiten gegen Gegner, Gefangene, - und z.T. auch Verbündete.

- Um die Kontinuität der Erbfolge seines Geschlechts zu sichern verfolgte Heinrich die Etablierung eines Erbreichplanes, nach dem das Wahlkönigtum durch das Erbkönigtum abgelöst werden sollte. Diesen Plan konnte er nicht mehr durchsetzen.

Heinrich starb, mit 32 Jahren, während der Vorbereitung auf einen neuen Kreuzzug vermutlich in Messina an Malaria oder Ruhr.

 


Heller, auch Haller oder Häller, Silberpfennig, benannt seit dem 12. Jhdt. nach dem Prägeort Schwäb. Hall.

Hellpach, Willy, Psychologe und Politiker. - * 26.2.1877 in Öls (Schlesien), + 6.7.1955 in Heidelberg. - Hellpach war seit 1911 Prof. in Karlsruhe, seit 1926 Prof. in Heidelberg, seit 1949 wieder in Karlsruhe. 1922 - 1925 war Hellpach badischer Kultusminister, 1924/25 badischer Staatspräsident.


Helmholtz, Hermann von, Physiologe und Physiker. - 31.8.1821 in Potsdam, + 8.9.1894 in Charlottenburg. - Helmholtz war seit 1845 Prof. in Heidelberg

[Bild zu Helmholtz: s. bei Heidelberg]


Hemmenhofen (PLZ 78 343), Gemeinde am Bodensee, Teilort von Gaienhofen, im Landkreis Konstanz.

1936 - 1969: Otto Dix lebt in Hemmenhofen
1970 + Erich Heckel in Hemmenhofen gestorben


Hemmingen, Gemeinde, Strohgäugemeinde im Landkreis Ludwigsburg (PLZ: 71282), mit 7.409 Einwohnern (12/2007).:

1649: J.Konrad Varnbüler wird mit Hemmingen belehnt

1809: F.Karl G. Varnbüler in Hemmingen geboren
1832: Grab von K.Eberhard F. Varnbüler in Hemmingen
1889: Grab von F.Karl G. Varnbüler in Hemmingen

1901 * Walter Erich Schäfer in Hemmingen geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.hemmingen.de.


HerbergerHerberger, Joseph (Sepp), Fußballtrainer. - * 28.3.1897 in Mannheim, + 1977 in Weinheim

Sepp Herberger war Nationaltrainer der Deutschen Fußballnationalmannschaft von 1936 - 1964.

 

[Bild (Marke BRD, 1997): 100. Geburtstag von Joseph Herberger; Foto von Sepp Herberger; Fußballfeld]


Herder, Bartholomä, Verleger. - * 1774 in Rottweil, + 1839 in Freiburg. - Herder gründete 1801 in Meersburg die Herdersche Buchhandlung, Vorläufer des Herder- Verlags in Freiburg.


Hermann von Sachsenheim, Dichter ("der letzte Minnesänger"). - * 1366 in Sachsenheim, + 29.5.1458 in Konstanz  (Grabmal in der Stiftskirche in Stuttgart). -

Hermann von Sachsenheim war in seinen letzten Lebensjahren Hofdichter am Musenhof der Mechthild von der Pfalz in Rottenburg. Von ihr angeregt dichtete er auch sein bekanntestes Epos "Die Mörin", eine Parodie auf die spätmittelalterlichen Minnedichtungen.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.Hermann-von-Sachsenheim.de


Hermann von Reichenau (auch Hermann Contractus, Hermann der Lahme genannt), Universalgelehrter: Naturwissenschaftler, Astronom, Schriftsteller, Historiker, Musiker). - * 18.7.1013 in Altshausen (vermutlich), + 24.9.1054 auf der Reichenau.

Hermann, der als Sohn eines Grafen von Altshausen geboren wurde, war von Geburt an gelähmt und auch sprachbehindert. Diese Einschränkungen hinderten ihn nicht daran ein unglaublich produktiver Universalgelehrter im Mittelalter zu werden. Er ist auch ein gutes Beispiel für die Leistungen der Klosterschulen im Mittelalter, ihre gründliche Ausbildung, auch ihre Weite und Offenheit.

Hermann wurde mit 7 Jahren von seinen Eltern in die Klosterschule des Klosters Reichenau gebracht. Er blieb dann sein ganzes Leben auf der Reichenau: als Schüler, später als Mönch, dann als Lehrer und Gelehrter.

Als Gelehrter verfasste Hermann Schriften zur Mathematik, zur Astronomie und zur Zeitrechnung. Er erfand eine Säulchen-Sonnenuhr, eine tragbare Uhr, auf der sogar die jahreszeitlichen Schwankungen der Sonnenhöhe berücksichtigt werden können. Um die kirchlichen Feiertage genauer berechnen zu können machte er umfangreiche Vermessungen des Fixsternhimmels. Er konstruierte dafür ein Astrolabium (ein Sternen-Vermessungs-Gerät). Die genaue Beobachtung der Natur war ihm wichtiger als alle Bücherweisheit, auch die der Bibel.

Hermann war auch ein Dichter und Schriftsteller. Seine umfangreiche Lyrik hatte meist Heiligenlegenden zum Thema. Einiges davon hat Hermann selbst vertont, und er entwickelte dafür eine eigene Notenschrift.
Als Historiker schrieb Hermann eine Weltchronik von den Anfängen des Christentums bis zum Jahr 1054. Auch hier war ihm eine möglichst genaue Datierung besonders wichtig.

Die Weltchronik wurde von Berthold von Reichenau, einem Schüler Hermanns, fortgesetzt. Von Berthold stammt auch eine Vita (Lebensbeschreibung) Hermanns.


Hermaringen (PLZ: 89568) , Gemeinde im Landkreis Heidenheim, mit 2.309 Einwohnern (12/2007).

1903 * Georg Elser in Hermaringen geboren


Herrenalb, Bad Herrenalb (PLZ: 76332), Stadt im Landkreis Calw, im Albtal im Nordschwarzwald, mit 7.423 Einwohnern (12/2007)..

1920 + Hermann von Struve in Herrenalb gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.badherrenalb.de


Herrenberg (PLZ: 71083), Stadt im Landkreis Böblingen, am Rande des Schönbuch, mit Sindlingen u.a.; insgesamt 31.377 Einwohner (12/2007)..

Herrenberg wurde im 13. Jhdt. von den Pfalzgrafen von Tübingen gegründet; seit 1382 ist sie wirtembergische Amtsstadt. - Über den Fachwerkbauten der Altstadt thront die mächtige spätgotische Stiftskirche mit der barocken Kuppelhaube. Der Herrenberger Altar von Jerg Ratgeb, einst Hochaltar in der Kirche, steht heute in der Stuttgarter Staatsgalerie.

1558 * Heinrich Schickardt in Herrenberg geboren
1586 * Johann Valentin Andreä in Herrenberg geboren
1592 * Wilhelm Schickardt in Herrenberg geboren
1634 + Heinrich Schickardt d.J. in H. gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.herrenberg.de


Herrlingen/ Blaustein bei Ulm (PLZ: 89134):
1944 + Erwin Rommel in Herrlingen gestorben.


Herrlishöfen, Gemeinde (PLZ: 88447) bei Warthausen im Landkreis Biberach.
1901 * Karl Arnold in Herrlishöfen geboren


Hertz, Heinrich, Physiker. - * 22.2.1857 in Hamburg, + 1.1.1894 in Bonn. - 

Hertz war 1885 - 1889 Prof. in Karlsruhe. 1886 machte er hier die für die Radiotechnik grundlegenden Entdeckungen der Rundfunkwellen.
[Bild zu Heinrich Hertz siehe bei Karlsruhe]


Hertz, Wilhelm, Literaturhistoriker. - * 1835 in Stuttgart, + 1902 in München.


HerweghHerwegh, Georg, politischer Dichter. - * 31.5.1817 in Stuttgart, + 7.4.1875 in Lichtenthal bei Baden-Baden (Grab in Liestal bei Basel). - 

[Bild (Marke DDR, 1967): 150. Geburtstag von Georg Herwegh; Portrait des Dichters Georg Herwegh]

Herwegh, nach Schulzeit im Seminar in Maulbronn, war zunächst 1835 für kurze Zeit Theologiestudent im Tübinger Stift (das er wegen Repetentenbeleidigung verlassen musste), lebte später als Schriftsteller in Paris. Mit seinen "Gedichten eines Lebendigen", die 1841 erschienen, wurde er ein Wegbereiter der Revolution von 1848. Er stellte sich auch selbst mit seiner Frau Emma an die Spitze eines Revolutionstrupps, der am 27.4.1848 bei Schopfheim geschlagen wurde. Herwegh lebte dann in Paris und Zürich im Exil, ehe er 1866 nach einer Amnestie wieder nach Deutschland einreisen konnte. Auf der Flucht vor Gläubigern zogen sich die Herweghs nach Baden-Baden zurück, wo Georg Herwegh 1875 starb. Begraben werden wollte Herwegh unbedingt in der Schweiz, in der er so lange Heimat gefunden hatte.

1863 war Georg Herwegh von Lasalle zum Bevollmächtigten des neu gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins für die Schweiz bestimmt worden. Damals schrieb er das "Bundeslied" für den Arbeiterverein mit den berühmten Zeilen:

"Mann der Arbeit, aufgewacht / und erkenne deine Macht: //
Alle Räder stehen still / wenn dein starker Arm es will.".

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bad-bad.de/gesch/herwegh.htm


HesseHesse, Hermann, Dichter. - * 2.7.1877 in Calw, + 9.8.1962 in Montagnola. -

[Bild (Marke BRD, 2002): 125. Geburtstag von Hermann Hesse; Portrait des Dichters mit Lebensdaten]

Hesse, 1891 Seminarist in Maulbronn, war 1895 Buchhändlerlehrling in Tübingen, lebte von 1904 an auf der Höri bei Gaienhofen am Bodensee, danach, als Schweizer Bürger, in Bern und im Tessin. 1946 erhielt er den Literatur- Nobelpreis. Seine große Popularität als einer der meistgelesenen Dichter des Jahrhunderts begann erst am Ende seines Lebens und in den Jahren nach seinem Tod.

- Weitere Web-Informationen zu Hesse und zum Jubiläum 2002:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hesse.htm
http://www.hesse2002.de



Hetsch, Philipp Friedrich, Maler des Klassizismus und Kunstprofessor an der Hohen Karlsschule. - * 10.9.1758 in Stuttgart, + 31.12.1838 in Stuttgart. - 

Hetsch war seit 1771 zunächst Schüler der Karlsschule in Stuttgart. 1780 wurde er zum Hofmaler ernannt und 1787 zum Professor für Historienmalerei und Zeichnen nach der Natur an der Hohen Karlsschule. Nach der Schließung der Karlsschule 1794 war Hetsch einige Jahre Galeriedirektor Herzog Friedrichs. 1816 legt er dies Amt und auch sein Amt als Hofmaler nieder; es war zu einem Zerwürfnis mit dem Hof wegen eines Bildes von Königin Katharina gekommen. Die letzten Jahre in Stuttgart waren für Hetsch offenbar ziemlich betrüblich.
Hetsch gilt als bedeutender klassizistischer Portraitist seiner Zeit in Südwestdeutschland.



Hettner, Alfred, Geograph. - * 6.8.1859 in Dresden, + 31.8.1941 in Heidelberg.


Heuglin, Theodor, Afrikaforscher. - * 20.3.1824 in Hirschlanden, + 5.11.1876 in Stuttgart. - 

Heuglin machte von 1852 - 1862 mehrere Forschungsreisen (eine davon mit A. Brehm) in verschiedene Gebiete Afrikas. Seine Publikationen etwa zur Vogelwelt Afrikas hatten große Bedeutung.

- Weitere Web-Informationen zu Theodor Heuglin: http://www.lb.shuttle.de/lb/hila/unserort/hheuglin.htm



Heuneburg, Ruinen einer keltischen Siedlung bei Hundersingen (PLZ: 88518) an der Donau.

- Weitere Web-Informationen zum Heuneberg-Museum: http://www.dhm.de/museen/heuneburg



HeussHeuss, Theodor, Politiker (FDP). - * 31.1.1884 in Brackenheim, + 12.12.1963 in Stuttgart. - Theodor Heuss, der 1905 eine Doktorarbeit über Weinbau und Weingärtner in Heilbronn geschrieben hatte, war ab 1912 Redakteur in Heilbronn. Politisch geprägt von der Begegnung mit Friedrich Naumann, war Heuss von 1920 - 1933 Dozent an der Hochschule für Politik in Berlin. 
1945/1946 wurde Heuss Kultusminister des von den Besatzungsmächten neu gebildeten Landes Württemberg-Baden. Er war Mitbegründer der FDP. Erster Bundespräsident der BRD war Heuss von 1949 - 1959.

[Bild (Marke BRD, 1982): Bundespräsidenten: Portrait Theodor Heuss]

- Weitere Web-Informationen zu Theodor Heuss: 
http://www.stiftung-heuss-haus.de/



Heuss-KnappHeuss-Knapp, Elly. - * 25.1.1881 in Straßburg, + 19.7.1952 in Bonn. - 

Die Frau von Theodor Heuss (seit 1908), lebte seit 1945 in Stuttgart. Sie war 1946 - 1949 Abgeordnete im Landtag von Württemberg-Baden. 1950 gründete sie das Deutsche Müttergenesungswerk. Ihr Grab ist auf dem Waldfriedhof in Stuttgart

[Bild (Marke Berlin, 1957): Elly Heuss-Knapp; ausruhende Mütter, Müttergenesungswerk]



Hieber, Johannes von, liberaler Politiker und Staatspräsident in Württemberg. - * 25.6.1862 in Waldhausen /Lorch, + 7.11.1951 in Uhingen (Grab auf dem Waldfriedhof in Stuttgart-Degeloch).. - 

J. Hieber war evangelischer Pfarrer (Theologiestudium im Evangelischen Stift in Tübingen von 1881 - 1885), seit 1898 Mitglied im Reichstag in Berlin und im Landtag in Stuttgart. 1910 wurde er Direktor  des Königl. Württ. Evang. Oberschulamts. In der 1. Regierung im Volksstaat Württemberg unter W. Blos war Hieber Kultusminister. 
1920 - 1924 war Hieber als Nachfolger des Sozialdemokraten W. Blos der 2. Staatspräsident Württembergs und Chef einer Regierung aus Mitgliedern der katholischen Zentrumspartei und der Demokratischen Partei, zu der auch Hieber sich rechnete. Hieber regierte mit einer schwachen Mehrheit in besonders turbulenten und schwierigen Zeiten (Nachkriegszeit, Folgen des Versailler Vertrags, Reparationen, wirtschaftliche Schwierigkeiten, Kritik an der Weimarer Demokratie und an der Demokratie überhaupt, Putsch und politische Morde, Inflation).
Eine bleibende Spur in der politischen Geschichte Württembergs hat Hieber zumindest dadurch hinterlassen, dass er 1922 die Villa Reitzenstein auf der Höhe Stuttgarts von einer Freifrau von Reitzenstein für den Staat gekauft hat; die Villa Reitzenstein ist heute Sitz des Staatsministeriums und des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg.


Hieronymus von Prag, Theologe und Freund von Johannes Hus. - * 1365 in Prag geboren, + 30.5.1416 in Konstanz. - Hieronymus wurde ein Jahr später als Jan Hus beim Konzil zu Konstanz als Ketzer verbrannt.


Hipler, Wendel, Bauernführer. - * um 1465 in Neuenstein (Hohenlohe), + 1526 in Heidelberg (in Haft). - 

Hipler wollte im Bauernkrieg der Bauernschaft ein Programm geben. Er bewirkte die Wahl Götz von Berlichingens zum Bauernführer. Nach der Schlacht bei Königshofen am 2.6.1525 wurde Hipler gefangengenommen. Er starb in der Haft.



Hirsau (PLZ: 75365), Kurort im Nordschwarzwald, jetzt zu Calw gehörend. 

Das Kloster Hirsau wurde 1059 - 1071 erneuert, neu erbaut bis 1091. Kloster Hirsau war Zentrum der cluniazensischen Reform im 12. Jhdt. in Deutschland. Die Hirsauer Klosterreform wirkte sich besonders im Kirchenbau aus. - 1692 wurde das Kloster von den Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört.

- Weitere Web-Informationen zu Hirsau:
http://www.schwarzaufweiss.de/schwarzwald/hirsau.htm



Hirschlanden, jetzt Teilgemeinde von Ditzingen (PLZ: 71254). - Bei Hirschlanden wurden Keltengrabhügel aus dem 6. Jhdt. vor Christus gefunden.

1824 * Theodor Heuglin in Hirschlanden geboren



Hirth, Hellmuth, Ingenieur und Motorflieger. - * 24.4.1886 in Heilbronn, + 1.7.1938 in Karlsbad. - Hirth gründete 1927 in Stuttgart die Hirth-Motoren-GmbH.


Hirth, Kurt Eberhard Wolfram, Segelflieger. - * 28.2.1900 in Stuttgart, + 25.7.1959 bei Dettingen (Flugzeugabsturz.).


Hochberg, Markgrafen von Hochberg, Nebenlinie der badischen Zähringer, nach Schloß Hochberg bei Freiburg.


Hochdorf, Ort in der Gemeinde Eberdingen im Kreis Ludwigsburg (PLZ: 71735). - 

In Hochdorf, in Sichtweite zum Hohenasperg, wurde um 1978 das gut erhaltene Grab eines "Keltenfürsten von Hochdorf" aus den 6. Jahrhundert vor Christus und eine keltische Siedlung ausgegraben. Es sind wohl die bedeutendsten Ausgrabungen eines keltischen Fürstensitzes nördlich der Alpen.

Literaturhinweis:
Landesdenkmalamt Baden-Württemberg (Hrsg.): Der Keltenfürst von Hochdorf. Methoden und Ergebnisse der Landesarchäologie. Ausstellungskatalog, Stuttgart 1985

- Weitere Web-Informationen auch zum Keltenmuseum:
http://www.keltenmuseum.de



Hochstetter, Ferdinand von, Geologe, Mineraloge und Erforscher Neuseelands. - * 30.4.1829 in Esslingen, + 18.7.1884 in (Wien-Oberdöbling. -
Hochstetter, der Schüler im Seminar in Maulbronn und seit 1847 Student im Tübinger Stift war, habilitierte sich 1856 an der Universität Wien für Geologie. 1857 - 1859 war er einer der wissenschaftlichen Leiter der österreichischen Novara-Expedition nach Ozeanien, von der aus er die erste geologische Untersuchung Neuseelands durchführte. Ab 1860 war Hochstetter berühmter Professor an Wiener Hochschulen und Direktor des Naturhistorischen Museums In Wien.


Hockenheim (PLZ: 68766), Stadt im Rhein- Neckar- Kreis in Nordbaden, mit 21.031 Einwohnern (12/2007).
.
Bei Hockenheim liegt der Hockenheimring, eine der größten deutschen Automobil- und Motorradrennstrecken.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.hockenheimring.de



Hoelzel, Adolf, Maler, Farbtheoretiker, Kunstpädagoge. - * 13.5.1853 in Olmütz (Mähren), + 17.10.1934 in Stuttgart (Grab auf dem Waldfriedhof). - 
HoelzelAdolf Hoelzel hat als Maler verschiedene Stile praktiziert: Nach seiner künstlerischen Ausbildung an den Akademien in Wien und München war er 1888 Mitbegründer der Dachauer Malerschule, die zunächst eine realistisch-spätromantische Malweise à la Leibl bevorzugte, ehe Hoelzel nach einen Studienaufenthalt in Paris die Malweise der Impressionisten aufnahm, später auch Elemente des Jugendstils. - Bahnbrechend für die moderne Malerei in Deutschland, vor allem für die abstrakte Malerei, wurde Hoelzel seit seiner Zeit als Prof. an der Kunstakademie Stuttgart im Jahre 1905. Hier entwickelte Hoelzel, ausgehend von Goethes Farbenlehre, eine künstlerische Farbtheorie und er begann bereits 1905 mit abstrakten Gemälden.- Von den Werken Hoelzels sind heute vor allem einige Gemälde in Pastell, Wandgemälde und großflächige (und großartige) Glasmalereien bekannt. -
Besonders einflußreich war Hoelzel als Lehrer an der Kunstakademie Stuttgart. Zum "Hoelzel-Kreis" seiner Schüler gehörten hier Max Ackermann, Willi Baumeister, Johannes Itten, Ida Kerkovius, Oskar Schlemmer, Theodor Werner. - Von großer Wirkung war auch das pädagogische Konzept Hoelzels: Die Einführung in künstlerisches Arbeiten, wie sie Hölzel in Stuttgart entwickelte und lehrte, wurde, von Johannes Itten am Bauhaus in Dessau weitergeführt, zum bildnerischen Elementarunterricht an vielen modernen Kunsthochschulen praktiziert.

[Bild (Marke BRD, 2003): Malerei des 20. Jahrhunderts: Adolf Hoelzel: Gemälde "Komposition" (1930)]

-Weitere Web-Informationen:
http://www.stuttgart.de/sde/item/gen/46248.htm



HoferHofer, Carl, Maler. - * 11.10.1878 in Karlsruhe, + 3.4.1955 in Berlin.
Hofer, der seit 1920 in Berlin lebte, entwickelte einen Malstil zwischen Expressionismus und zeitweise monumentalem Klassizismus.

[Bild (Marke Berlin, 1978): 100. Geburtstag von C. Hofer; Carl Hofer: "Das Boot", 1922]



Hoffmann, Felix, Chemiker. - * 1868 in Ludwigsburg, + 8.2.1946 in der Schweiz. - 

Hoffmann kam als Chemiker 1894 zu Bayer nach Leverkusen. Dort gelang ihm als erster die synthetische Herstellung von Acetylsalicylsäure, ein Wirkstoff, der dann 1899 im Medikament Aspirin markengeschützt wurde, das zu einem der weltweit wichtigsten Medikamente gegen Schmerzen, Fieber u.a.wurde.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.aspirin.com/pioneers_de.html



Hoffmann, Karl-Heinz, Politiker. - * 28.11.1910 in Mannheim, + 2.12.1985 in Berlin. - Hoffmann war seit 1960 Verteidigungsminister der DDR.


Hohebach – Dörzbach (PLZ: 74677), Gemeinde im Hohenlohekreis.
:
1858 * K.L. Cranz in Hohebach geboren


Hohenasperg, Zeugenberg bei Asperg (PLZ: 71679) im Kreis Ludwigsburg, 356 m ü.M., 90 m hoch über der Ebene.

Der Asperg war vermutlich um 500 vor Christus ein wichtiger keltischer Fürstensitz, auf den auch die keltischen Fürstengräber von Hochdorf u.a. bezogen waren.

Im Mittelalter entstand auf dem Asperg eine Siedlung: schon im 9. Jahrhundert gab es auf dem Asperg 2 Kirchen und einen Herrenhof. Nach den Grafen von Ingersheim und den Pfalzgrafen von Tübingen als Besitzer kam 1308 die Siedlung an die Grafen von Wirtemberg. 1510 erhielt die gut befestigte Siedlung auf dem Hohenasperg Stadtrecht.

HohenaspergDie Stadt auf dem Hohenasperg um 1519 ist auf einer Federzeichnung zu erkennen die Albrecht Dürer 1519 anfertigte. Dürer machte 1519 auf einer Reise in die Schweiz in Möglingen bei Asperg Station und skizzierte die Belagerung des Asperg durch die Truppen des schwäbischen Bundes. (Der schwäbische Bund belagerte im Mai 1519, als Herzog Ulrich noch Herzog von Wirtemberg war, den Asperg mit vermutlich 20000 Mann, konnte die befestigte Stadt aber nicht einnehmen.)

[Bild (Federzeichnung von Albrecht Dürer, 1519): Belagerung des Hohenasperg durch Truppen des Schwäbischen Bundes, 1519][Vergrößerung des Bildes durch Anklicken]

1535, nach der Rückkehr Herzog Ulrichs nach Wirtemberg, wurde der Hohenasperg als Festung noch einmal stark ausgebaut. 

Die Stadt auf dem Berge musste 1535 weichen und wurde als Unterasperg, Asperg im Tal neben dem Hohenasperg neu gegründet.

Vom 18. Jhdt. an wurde der Hohenasperg Staatsgefängnis

SchubartProminente Gefangene auf dem Hohenasperg: 

1737 - 1738: J. Süß Oppenheimer Gefangener auf dem Hohenasperg
1777 – 1787: C. F. D. Schubart 10 Jahre Gefangener auf dem Asperg

[Bild (Sonderstempel BRD, 1991): 200. Todestag F.D. Schubarts; Portrait Schubarts, Hohenasperg, 10 Jahre Kerker 1777 - 1787]

1822: Friedrich List für 10 Monate auf dem Asperg gefangen
1833: Jakob Friedrich Kammerer wegen demokratischer Äußerungen auf dem Asperg gefangen
1836: Berthold Auerbach wegen radikaler burschenschaftlicher Umtriebe für 2 Monate Festungshaft auf dem Asperg

1848/1849 war der Asperg Elitegefängnis für liberale und revolutionäre Kritiker: Auf dem "Demokratenbuckel" waren z.B. gefangen
1848: Theobald Kerner
1848: Gottfried Rau

Seit 1948 war auf dem Hohenasperg eine Landesstrafanstalt und der Sitz der Strafvollzugsschule, später Gefängniskrankenhaus. Heute heisst das "Sozialtherapeutische Anstalt im Justizvollzug Baden-Württemberg".

Literatur: Paul Sauer:
Der Hohenasperg. Fürstensitz - Höhenburg - Bollwerk der Landesverteidigung. DRW-Verlag 2004

- Weitere Web-Informationen zu Hohenasperg und Asperg:
http://www.asperg.de



Hohenfels (PLZ: 78355) bei Sipplingen im Bodenseekreis.

1216 * Burkhart von Hohenfels auf Burg Hohenfels geboren



Hohenheim, jetzt Stadtteil von Stuttgart (PLZ: 70599), mit einem 1785 von Herzog Karl Eugen erbauten Schloß, darin heute die 1818 gegründete Landwirtschaftliche Hochschule.

1793 + Karl Eugen, Herzog von Württemberg, in H. gestorben
1872 * Karl Voßlerin Hohenheim geboren

- Weitere Web-Informationen:
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/st/st_ho/st_ho.php



Hohenheim, Franziska von, seit 1770 bzw. 1785 Lebensgefährtin von Herzog Karl Eugen. - * 10.1.1748 in Adelmannsfelden, + 1811 in Kirchheim. - 

Franziska von Bernerdin, verheiratete Leutrum, war seit 1770 Geliebte von Karl Eugen; 1774 wurde sie Reichsgräfin von Hohenheim; 1785 heiratete sie Karl Eugen; 1791 war sie als Herzogin von Wirtemberg anerkannt. - Franziska von Hohenheim hatte einen erstaunlichen Einfluss auf Karl Eugen; manche sehen bei ihr die den Hauptgrund für die Wandlungen des Herzogs vom absolutistischen Herrscher zum Landesvater. - Nach Karl Eugens Tod lebte Franziska auf ihrem Witwensitz in Kirchheim/ Teck, wo sie 1811 starb.



Hohenlohe, fränkisches Adelsgeschlecht, in viele Nebenlinien verzweigt in der Landschaft Hohenlohe ansässig. - Hohenlohe kam nach 1806 zu Württemberg.


Hohenneuffen, Randberg der Schwäbischen Alb bei Neuffen (PLZ: 72639); die Burg, im 16. Jahrhundert stark befestigt, diente später als Staatsgefängnis.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/hn/hnth.php



Hohenrechberg, Randberg der Schwäb. Alb bei Schwäb. Gmünd (PLZ: 73529). - Anders als beim Hohenstaufen ist die Burg der Grafen von Rechberg noch als großartige Burgruine erhalten, mit Bauelementen aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Die Burg, die um 1200 begründet wurde, war seit der Stauferzeit unzerstört erhalten geblieben, bis sie 1864/1865 ein Wintergewitter in Schutt und Asche legte.

1817 * Johannes Scherr auf Hohenrechberg geboren



Hohenstaufen, Randberg der Schwäb. Alb, und Dorf bei Göppingen (PLZ: 73037). Die Stammburg der Staufer, um 1100 von Friedrich I, Herzog von Schwaben erbaut, wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört.

1208 + Irene von Byzanz stirbt auf Burg Hohenstaufen

1994 +- Manfred Wörner: Grab beim Ort Hohenstaufen

- Weitere Web-Informationen:
http://www.goeppingen.de/kultur/dokstaufen.htm



HohentwielHohentwiel, Vulkankegel bei Singen im Hegau (PLZ: 78224), mit Kloster- und Festungsruine. - Der Hohentwiel war vom 9. - 11.Jhdt. schwäbischer Herzogsitz.
960 war der Mönch Ekkehart II Lehrer der Herzogin Hedwig von Schwaben auf dem Hohentwiel. 

[Bild (Marke DR, 1939): Hohentwiel bei Singen]

- Weitere Web-Informationen zum Hohentwiel: 
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/ht/htth.php



Hohenzollern, Burg auf dem Kegel des 855 m hohen Zollernberges am Albrand bei Hechingen.
(Geologisch ist der markante Bergkegel des Zollernbergs kein Vulkankegel sondern ein Zeugenberg, bzw. ein Auslieger am Albrand, an dem die Juraschichten der umgebenden Albhochfläche zu finden sind. Er liegt im Erdbebengebiet des Hohenzollern-Grabens.)
Der Zollern ist Namensgeber für das Geschlecht der Hohenzollern und für das Fürstentum Hohenzollern. 

HohenzollernDie erste Burg auf dem Hohenzollern wurde im 11. Jhdt. gebaut, eine 2. Burg im 15. Jhdt., die nach 1771 verfiel. Die jetzige Burg stammt aus den Jahren 1850 - 1867. Sie wurde von Preußen aufgebaut, nachdem 1849 Hohenzollern an Preußen gekommen war: König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen ließ durch seinen Hofbaumeister A. Stüler die Burg in der jetzigen Form in neugotischem Stil errichten.

[Bild (personalisierte Marke Österreich 2006, ediert anlässlich einer Hohenzollern-Ausstellung in Hechingen): Burg Hohenzollern]

1952 - 1991 war die Burg Hohenzollern auch Grabstätte für die preußischen Könige Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II.: Deren Särge standen in der Burgkapelle des Hohenzollern, bis sie 1991 wieder nach Potsdam überführt wurden.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.burghohenzollern.de



Hohenzollern, deutsches Fürstengeschlecht aus Schwaben, aus dem auch die Herrscher von Brandenburg und Preußen und die Kaiser des deutschen Reiches seit 1871 stammen:

Die Grafen von Zollern sind 1061 zum ersten Mal in Schwaben um den Hohenzollern erwähnt. Dann gibt es einige entscheidende Weichenstellungen: 1191 erhält Graf Friedrich III. von Zollern die Burggrafschaft von Nürnberg. Die Zollern teilen sich danach in eine fränkische und eine schwäbische Linie.
Die fränkische Linie baut ihre Herrschaft aus und gewinnt Gebiete um Ansbach, Bayreuth, Fürth, Kulmbach und Hof dazu. Diese Gebiete bleiben bis 1791 bei Nebenlinien der fränkischen Hohenzollern.
1415/ 1417 erhält Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg (Hohenzoller) von Kaiser Sigismund die Markgrafschaft Brandenburg und die Kurwürde und regiert als Kurfürst Friedrich I. Achilles. Seitdem regieren die Hohenzollern ununterbrochen in Brandenburg, Preußen und später als Kaiser des Deutschen Reiches bis 1918.

Die schwäbische Linie der Hohenzollern erlebt auch einige Teilungen: 1575 teilen sich Hohenzollern- Hechingen, Hohenzollern- Sigmaringen und Hohenzollern- Haigerloch (bis 1634). Die schwäbischen Hohenzollern sind seit 1623 Reichsfürsten. 
1803, beim Reichsdeputationshauptschluss, werden die Hohenzollern als einzige Fürstenhäuser in Württemberg nicht mediatisiert (wegen guter verwandschaftlicher Beziehungen zu Napoleon); ihr Gebiet wird sogar noch erheblich vergrößert: Sie erhalten die Klöster Beuron und Inzigkofen, Meßkirch und Gammertingen, die Herrschaften Glatt und Hohenfels u.a. (siehe die Karten VII und VI).

1849 kommen die gesamten Hohenzollerschen Lande  an Preußen: Die Revolution von 1848 und wirtschaftliche Schwierigkeiten veranlassen die Fürsten Karl Anton von Sigmaringen und Friedrich Wilhelm Konstantin von Hechingen, ihre Lande an Preußen abzutreten. Die Hohenzollerschen Lande werden der Rheinprovinz eingegliedert, Sigmaringen wird Sitz eines preußischen Regierungspräsidiums. (Immerhin wird Fürst Karl Anton von 1858 - 1862 preußischer Ministerpräsident, unmittelbarer Vorgänger Bismarcks.)

1945 wurde Hohenzollern durch die französische Besatzungsmacht mit Südwürttemberg zum Land Württemberg- Hohenzollern vereinigt, das 1952 zum Land Baden- Württemberg kam.



Hohner, Matthias, Uhrmacher und Unternehmer. - * 1833 in Trossingen, + 11.12.1902 in Trossingen. -

Matthias Hohner begann 1857 mit der Herstellung von Mundharmonikas in Trossingen und legte damit den Grundstein für die Musikinstrumentherstellung der Hohner AG.



Hohner AG, Großunternehmen des Musikinstrumentenbaus, gegründet 1857 durch Matthias Hohner in Trossingen. Begonnen hatte die Firma mit Herstellung von Mundharmonikas, die ab 1880 in Massenproduktion gefertigt wurden. Weitere Produktschwerpunkte waren Handharmonikas (ab 1903) und später Musikinstrumente aller Art bis zu den aktuellen elektronischen Instrumenten. Der angeschlossene Hohner-Verlag, die Hohner-Fachhochschule, das Hohner-Museum machten Trossingen zu einem weltweit bekannten Musikzentrum.

- Weitere Web-Informationen zu Hohner: http://www.hohner.de



HölderlinHölderlin, Friedrich, Dichter. -
* 20.3.1770 in
Lauffen am Neckar, + 7.6.1843 in Tübingen.
 

 

 

[Bild (Marke BRD, 1993): 150. Todestag von Hölderlin; Portrait Friedrich Hölderlin, nach einem Gemälde Hiemers von 1795 (Schiller- Nationalmuseum Marbach)]

Friedrich Hölderlin ist in Lauffen am Neckar geboren. Dort steht im ehemaligen Klosterhof, in dem Hölderlins Geburtshaus stand, ein Hölderlin-Denkmal.

Hölderlin-DenkmalAuf dem Denkmal sind 4 Zeilen aus einem frühen Landschaftsgedicht Hölderlins wiedergegeben, eine eindrückliche Beschreibung des Neckartals um Lauffen, geschrieben schon in der für Hölderlin typischen lyrischen und bildhaften Sprache, im Versmaß von Distichen (Hexametern und Pentametern):

"Seliges Land! Kein Hügel in Dir wächst ohne den Weinstock.
Nieder ins schwellende Gras regnet im Herbste das Obst.
Fröhlich baden im Strome den Fuss die glühenden Berge.
Kränze von Zweigen und Moos kühlen ihr sonniges Haupt."

[Bild (Foto Ebener): Hölderlin- Denkmal im ehemaligen Klosterhof in Lauffen am Neckar, in dem früher das Geburtshaus Hölderlins stand. Eingraviert sind auf dem Denkmal einige Zeilen des Gedichts "Seliges Land..."]

Hölderlin zog nach dem Tod des Vaters mit seiner Mutter bald nach Nürtingen, war 1786 - 1788 Schüler im Seminar Maulbronn und studierte 1788 - 1792 evangelische Theologie im Tübinger Stift (zusammen mit Hegel und Schelling), wo er mit anderen Stiftlern sich für die Freiheitsbewegung der Französischen Revolution ab 1789 begeisterte.
Hölderlin war dann Hauslehrer an verschiedenen Orten, wobei die nachhaltigsten auch literarischen Wirkungen seine Hauslehrerstelle bei Susette Gontard in Frankfurt war, der Diotima eines der wichtigsten Werke Hölderlins. 1802 machte Hölderlin eine spektakuläre Fuß- Reise bis nach Bordeaux. Als er zurückkam zeigten sich schon Zeichen von geistiger und psychischer Verwirrung (wobei die Art seiner Erkrankung bis heute umstritten ist).

1806 kam Hölderlin in die Klinik in Tübingen, wo er 1807 als unheilbar entlassen wurde. Seit 1807 lebte er in psychiatrischer Familienpflege, versorgt von der Familie des Schreiners Zimmer, bis zu seinem Tod 1843 im Hölderlinturm in Tübingen

[Bild (Marke Württemberg-Hohenzollern, 1947): Portrait Friedrich Hölderlins, im Hintergrund der Hölderlinturm am Neckarufer]


- Weitere Web-Informationen zu Hölderlin:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/hoelderl.htm



HöllentalHöllental, Tal der oberen Dreisam im südlichen Schwarzwald (PLZ: 79256), von der Höllentalbahn (Freiburg- Donaueschingen) durchfahren.

[Bild (Marke Baden, 1947): Höllental im Schwarzwald]



Horb am Neckar (PLZ: 72160), Große Kreisstadt im Landkreis Freudenstadt, gelegen im Oberen Gäu, mit Teilorten Nordstetten u.a.; mit insgesamt 26.142 Einwohnern (12/2007).

Horb erhielt im 13. Jhdt. Stadtrecht. Horb gehörte von 1381 - 1805 zum habsburgischen Vorderösterreich, danach kam es zu Württemberg.

1440 * Veit Stoß (Bildschnitzer und Maler) in Horb geboren
1490 * Sebastian Lotzer (Verfasser der "12 Artikel") in H.geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.horb.de



Horkheimer, Max, Sozialphilosoph der Kritischen Theorie. - * 14.2.1895 in Stuttgart, + 7.7.1973 in Nürnberg.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/HorkheimerMax



Hornberg, Burg am Neckar bei Neckarzimmern (PLZ 74865).

1562 + Götz von Berlichingen in Hornberg gestorben



Hornberg im Schwarzwald (PLZ: 78132), Stadt im Gutachtal im Ortenaukreis, mit 4.403 Einwohnern (12/2007).. - 

Die Redewendung vom "Hornberger Schießen" geht auf ein ergebnisloses Gefecht bei Hornberg 1519 zurück.

1882 * Wilhelm Hausenstein in Hornberg geboren



HoernleHoernle, Edwin, Pädagoge und KP- Politiker. - * 21.7.1883 in Cannstatt, + 21.7.1952 in Bad Liebenstein.
Edwin Hoernle studiert im Tübinger Stift evang.Theologie von 1902 - 1907; nach kurzer Vikariatszeit trennt er sich von der Kirche. Er tritt 1910, beeindruckt von Clara Zetkin, in die SPD ein, fördert die proletarische Jugendbewegung und arbeitet als Redakteur für die "Schwäbische Tagwacht" und andere Zeitungen der SPD.
1919 übernimmt Hoernle eine Spitzenfunktion in der neu gegründeten KPD und ist zuständig für den Aufbau der Kinder- und Jugendarbeit. 1929 veröffentlicht er sein Buch "Grundfragen der proletarischen Erziehung".
1933 emigriert Hoernle über die Schweiz nach Moskau.
1945 kehrt er nach Deutschland zurück und geht nach Ost- Berlin. Er arbeitet als Fachmann für Agrarfragen und ist Mitorganisator der Bodenreform in der SBZ und später der DDR.

[Bild (Marke DDR, 1973) Portrait Edwin Hoernle]



Hoeß, Rudolf, Kommandant des Konzentrationslagers Auschwitz. - * 25.11.1900 in Baden-Baden, + 16.4.1947 in Auschwitz (hingerichtet). - 

Hoeß war seit 1934 Blockführer im KZ Dachau, seit 1938 im KZ Sachsenhausen. Von 1940 - 1944 war er Lagerkommandant in Auschwitz, das er zum Vernichtungslager ausbaute.



Huber, Ludwig Ferdinand, Schriftsteller. - * 1764 in Paris, + 1804 in Ulm.


Huber, Victor Aimée, Sozialpolitiker. - * 10.3.1800 in Stuttgart, + 19.7.1869 in Nöschenrode bei Wernigerode. - Huber war ein starker Vertreter der Konsumgenossenschaften.


HusHus, Johannes, böhmischer Reformator. - * 1370 in Husinec (Südböhmen), + 6.7.1415 in Konstanz. -

Hus, der in Prag seit 1402 mit einer radikal kirchenkritischen und reformatorischen Verkündigung, orientiert an der Theologie von John Wiclif, eine große Volksbewegung ausgelöst hatte, wurde beim Konstanzer Konzil trotz der Zusage freien Geleits durch König Sigismund als "Ketzer" verbrannt. 
 
[Bild (Marke CSFR, 1952): Erste Verkündigung der Hussitenlehre vor 550 Jahren in Prag; Portrait Johannes Hus]



Husserl, Edmund, Philosoph. - * 8.4.1859 in Proßnitz (Mähren), + 26.4.1938 in Freiburg. - Husserl, von 1916 - 1928 Prof. in Freiburg, entwickelte die Phänomenologie. Er war wichtiger Lehrer Heideggers. Assistentinnen bei ihm waren E. Stein und H. Arendt.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.ub.uni-freiburg.de/referate/02/husserl/husserl1.htm


zum Seitenanfang
zur Startseite (Übersicht)  Links zu den Lexikon- Buchstaben: A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S Sch T U V W Z
© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: H / letzte Änderung: 23.11.2012

Free counter and web stats partnersuche-vergleich.eu