WappenLexikon Geschichte Baden+WürttembergK(Stichworte von Kaminski bis Kyber)
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K: Übersicht über die Lexikon-Stichworte mit K
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       [Hinweis auf ausführlichere Artikel in stärkerer Schrift]

Kaminski, Heinrich (Komponist, + 1946)
Kammerer, Jakob Friedrich (Zündholzerfinder, + 1857)
Kandern (Stadt im Landkreis Lörrach)
Kanoldt, Alexander (Maler, + 1939)
Kapfenburg (Deutschordensschloss bei Lauchheim)

Karl I., Karl "der Große" (König der Franken und Römischer Kaiser, + 814)
Karl, König Karl (König von Württemberg, + 1891)
Karl I. (Carol), König (König von Rumänien (+ 1914)
Karl Alexander, Herzog (Herzog von Wirtemberg, + 1737)
Karl Eugen, Herzog (Herzog von Wirtemberg, + 1793)
Karl Friedrich, Markgraf (Markgraf von Baden, + 1811)
Karl Philipp von der Pfalz: s. bei Carl Philipp
Karl Theodor, Kurfürst (Kurfürst von Pfalz+Bayern, + 1799)

Karlsruhe: siehe extra Artikel Karlsruhe
Karlsschule, Hohe Karlsschule (bei/in Stuttgart, gegr. 1770)
Kasack, Hermann (Schriftsteller, + 1966)
Kaschnitz, Marie Luise (Dichterin, + 1974)
Käsemann, Ernst (evang. Theologe, + 1998)
Katharina, Königin (Königin von Württemberg, + 1819)
Kaulla, Karoline (Chaile) (Hoffaktorin, Bankerin, + 1809)
Käthchen von Heilbronn
Kazanzakis, Nikolaos (griechischer Schriftsteller, + 1957)

Kehl (Große Kreisstadt im Ortenaukreis)
Keil, Wilhelm (SPD-Politiker, + 1986)
Keilberth, Joseph (Dirigent, + 1968)
Keller, Gottfried (schweizer Dichter, + 1890)
Kelten (indogermanische Volkergruppe)
Kempff, Wilhelm (Pianist und Komponist, + 1991)
Kennenburg /Esslingen
Kepler, Johannes (Astronom, + 1630)
Kerkovius, Ida (Malerin, + 1970)
Kern, Leonhard (Bildhauer, + 1662)
Kerner-Wein (Weinsorte)
Kerner, Justinus (Arzt und Dichter, + 1862)
Kerner, Theobald (Arzt, Revolutionär, Schriftsteller, + 1907)
Kessler, Emil (Eisenbahn-Ingenieur, + 1867)
Kessler, Georg Christian (Sektkellerei-Gründer, + 1842)

 

K: Übersicht über die Lexikon-Stichworte mit K
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Kienzle (Uhrenfabriken)
Kiesinger, Kurt Georg (Politiker, Bundeskanzler,+ 1985)

Kinzig (Schwarzwaldfluss, Nebenfluss des Rheins)
Kirchberg (Jagst) (Stadt im Landkreis Schwäb. Hall)
Kirchheim unter Teck (Große Kreisstadt im Kreis Esslingen)
Kirchhoff, Robert (Physiker, + 1887)
Kittel, Gerhard (evang. Theologe, + 1948)

Kleinbottwar /Steinheim a.d. Murr (Gem.im Kreis Ludwigsburg)
Kleinglattbach (Gemeindeteil von Vaihingen/Enz)
Klettgau (geschichtliche Landschaft am Hochrhein)
Klimsch, Fritz (Bildhauer, + 1960)
Klöpfer, Eugen (Schauspiel-Intendant, + 1950)
Klopstock, Friedrich Gottlieb (Dichter, + 1803)
Klose, Friedrich (schweizer Komponist, + 1942)
Klöster: s. extra Artikel Klöster, Abteien und Ordensleute
Klosterplan St. Gallen: s. extra Seite: Klosterplan von 820
Kluckhuhn, Paul (Literaturhistoriker, + 1957)
Kluge, Friedrich (Germanist, + 1926)
Klute, Fritz (Geograph, + 1952)

Knapp, Albert (evang.Pfarrer, Liederdichter, + 1864)
Knecht, Justin Heinrich (Komponist, + 1817)
Knef, Hildegard (Schauspielerin, Sängerin, + 2002)
Kniebis (Berg und Gemeinde im Nordschwarzwald)
Knies, Karl (Volkswirtschaftler, + 1898)
Knittlingen (Stadt im Enzkreis)
Knorr (Firma der Nahrumgsmittelindustrie)

Kobell, Ferdinand (Maler, + 1799)
Kobell, Wilhelm von (Maler, + 1853)
Koch, Joseph Anton (Maler, + 1839)
Koch, Julius Ludwig August (Irrenarzt, + 1908)
Koch, Robert (Bakteriologe, + 1910)
Kochem, Martin (kathol. Prediger, Schriftsteller, + 1712)
Kocher (rechter Nebenfluss des Neckars in Hohenlohe)
Kohler, Joseph Jurist, + 1919)
Köhler, Walter (evang. Kirchenhistoriker, + 1946)
Komburg (Kloster bei Schwäbisch Hall)
Kommerell, Max (Literaturhistoriker, + 1944)
Königsfeld (Gemeinde im Schwarzwald-Baar-Kreis)
Konrad III., deutscher König (Staufer, + 1152)
Konrad IV., deutscher König (Staufer, + 1254)

Konradin, Herzog von Schwaben (Staufer, + 1268)
Konstanz (Stadt am Bodensee)
Konstanzer Konzil von 1414 - 1418: s.extra Artikel Konstanzer Konzil/ Konzilgeschichte
Korntal (jetzt Stadt Korntal-Münchingen im Kreis Ludwigsburg)
Kornwestheim (Stadt im Kreis Ludwigsburg)
Kossel, Albrecht (Chemiker, + 1927)
Kotzebue, August von (Dichter, + 1819)

Kraichgau (Landschaft zwischen Schwarzwald und Odenwald)
Krapf, Johann Ludwig (Missionar + Afrikaforscher, + 1881)
Krauchenwies (Stadt im Landkreis Sigmaringen)
Kreenheinstetten /Leibertingen (Gemeinde in Baden)
Kretschmer, Ernst (Psychiater, + 1964)
Kreutzer, Conradin (Komponist, + 1849)
Kreuzzüge: siehe extra Artikel Kreuzzüge im Mittelalter  
Krieck, Ernst (Pädagoge, + 1947)
Kröner, Adolf von (Verlagsbuchhändler, + 1911)
Kropp, Georg (Bausparkassen-Gründer, + 1943)

Kühn, Alfred (Zoologe, + 1968)
Kunstgeschichte: siehe extra Seiten Kunstgeschichte I-III
Kurz, Hermann (Schriftsteller, + 1873)
Kurz, Isolde (Schriftstellerin, + 1944)
Kußmaul, Adolf (Mediziner und Parodist, + 1902)
Kyber, Manfred (Erzähler und Lyriker, + 1933)

Kaminski, Heinrich, Komponist. - * 4.7.1886 in Tiengen, + 21.6.1946 in Ried (Oberbayern).



Kammerer, Jakob Friedrich, Zündholzerfinder. - * 24.2.1796 in Ehningen bei Böblingen, + 23.10.1857 in Ludwigsburg. - 
Kammerer lebt seit 1810 in Ludwigsburg, wo er zunächst eine Hutmacherei, seit 1830 eine Fabrik zu Herstellung und Verkauf von Zündhölzern betreibt. Umstritten ist, ob er wirklich als erster Phosphor- Reibezündhölzer erfunden hat; jedenfalls vertreibt er sie. Er gilt als Begründer der Schweizer Zündholzindustrie nach 1838.
Kammerer wird 1833 wegen demokratischer Äußerungen verhaftet und auf den Hohenasperg in Untersuchungshaft gebracht. 1838 emigriert er in die Schweiz. In Zürich im "Deutschen Haus" Kammerers finden 1848 viele namhafte aus Deutschland geflüchtete Revolutionäre Unterkunft, z.B. G. Herwegh, Struve, Fröbel.
Kammerer kehrt 1849 aus der Schweiz nach Ludwigsburg zurück. Er kommt wegen "geistiger Umnachtung" für kurze Zeit in die Irrenanstalt nach Winnenden; 1857 stirbt er in Ludwigsburg.. -
Übrigens war der Dichter Frank Wedekind ein Enkel J.F. Kammerers.


Kandern (PLZ: 79400), Stadt in Südbaden im Landkreis Lörrach, mit 8.120 Einwohnern (12/2007).

1803 * Johann August Sutter in Kandern geboren
1848: Friedrich Hecker und seine "Armee" wird 
         bei Kandern geschlagen [siehe bei 1848/ 1849]



Kanoldt, Alexander, Maler (Neue Sachlichkeit). - * 1881 in Karlsruhe, + 1939 in Berlin.


Kapfenburg, ehemaliges Deutschordensschloss auf einem Kapf über der Jagst bei Lauchheim (PLZ: 73466).

- Weitere Web-Informationen: http://www.kapfenburg.de
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/kb/kbth.php



Karl I., Karl "der Große", König des Frankenreichs (768 - 814) und Römischer Kaiser (seit 800).

Karl I. (* 748, 747 oder 742, + 814 in Aachen), ein Sohn Pippins des Jüngeren (aus dem Geschlecht der Arnulfinger, das später nach ihm Karolinger benannt wurde) ist wohl der bedeutendste Herrscher des Frühen Mittelalters.

Karl d.Gr.Einige seiner Verdienste und seiner Grausamkeiten sind an anderer Stelle in diesem Lexikon kurz beschrieben (s, in der Zeittafel zum Mittelalter: Karl der Große):
- Die ungeheure Expansion des Frankenreiches bis nach Südfrankreich, Italien, Nord-Spanien und nach Südosten und Osten;
- die Unterwerfung und Zwangs-Missionierung der Sachsen im Norden;
- der Aufbau einer effektiven Reichsverwaltung und von Friedens- und Sozialordnungen in den Ländern;
- die Bildungsreform vom Hofe Karls aus ("Karolingische Renaissance");
- die Kaiserkrönung zum Römischen Kaiser durch Papst Leo III. im Jahr 800.

[Bild (BRM BRD 2000): 1200 Jahre Kaiserkrönung Karls d.Gr.; Kaiserbüste und Grundriß der Aachener Pfalzkapelle /des Aachener Doms]

Hier noch kurze Anmerkungen zur Beziehung Karls zu "Südwestdeutschland", dem damaligen Alamannien:
Karl ist wohl im damaligen Kernland des Frankenreichs in Nordfrankreich geboren und er hat dort wohl auch seine Kindheit verbracht. Als er 768 König wurde gehörte Alamannien selbstverständlich zum Frankenreich, wenn auch die Beziehungen zwischen Alamannen und Franken zumindest seit dem grausamen "Bluttag von Cannstatt", bei dem im Jahr 746 durch Karlmann alle Großen der Alamannen getötet worden waren, sehr schwierig waren.

771 heiratet Karl die damals vermutlich 12-jährige Hildegard, die Tochter  eines alamannischen/ schwäbischen Adelsgeschlechts. (Es war übrigens schon die 3. "Ehe" die Karl einging, und 2 weitere sollten nach dem Tod der Hildegard nach ihrer 9. Schwangerschaft 783 noch folgen.)
Karl scheint Hildegard geschätzt und vielleicht auch geliebt zu haben. Sie begleitete ihn auch auf vielen seiner vielen Reisen, auch wenn sie wieder einmal hochschwanger war. Ein Indiz für die gute Beziehung zu Hildegard ist wohl auch, dass Karl einen Sohn aus ihrer Ehebeziehung, Ludwig "den Frommen", zu seinem Nachfolger krönen ließ.
Dennoch dürfte die Ehe mit einer Alamannischen Adligen auch politisch-taktisch motiviert gewesen sein: Als Möglichkeit der Verbesserung der Beziehungen zu den Alamannen und zur engeren Bindung der Alamannen an das Frankenreich.

Alemannien blieb aber ein Randgebiet im Frankenreich Karls. Karl hat z.B. keine Pfalzen in Alamannien errichten lassen oder besucht.

Literaturhinweis:

Karl der Grosse. Der mächtigste Kaiser des Mittelalters.
Der Spiegel Geschichte, Heft Nr. 6, 2012


Karl, König von Württemberg (1864 - 1891). - * 1823 in Stuttgart, + 1891 in Stuttgart.. - 

Karl, der Sohn von König Wilhelm I. von Württemberg, verheiratet mit Olga, regierte seit 1864. Er ließ 1866 an der Seite Österreichs gegen Preußen kämpfen; dabei belagerten die Württemberger auch den Hohenzollern und das Gebiet Hohenzollerns, das seit 1849 zu Preußen gehörte. Leitender Minister war damals Karl Freiherr von Varnbühler. Der bereitete danach auch den Wechsel zum Norddeutschen Bund und zu Preußen vor, wofür er allerdings von Karl 1870 entlassen wurde. Nachfolger als Ministerpräsident wurde Hermann Mittnacht. 1870 im Deutsch- Französischen Krieg wechselte unter König Karl und Minister Mittnacht Württemberg vollends zu Preußen und den anderen deutschen Staaten über. Mit der Reichsgründung 1871 wurde Württemberg ein Bundesstaat des Deutschen Reiches. -

König Karl gilt als nicht besonders tatkräftiger König auf Württembergs Thron. Ein sicher etwas übertriebenes Bild davon zeichnet ein Königs-Geburtstags-Choral, der zu Karls Geburtstag in den evangelischen Kirchen Württembergs gesungen wurde:

"Wenn wir uns König Karl betrachten 
so sitzt er still auf seinem Thron.
Er tat sich nicht hervor in Schlachten
Wie Kaiser Wilhelm und sein Sohn.
Was wir daran erkennen, ist,
dass er ein Mann des Friedens ist."

Literaturhinweis:
Paul Sauer: Regent mit mildem Zepter. König Karl von Württemberg. Stuttgart 1999



Karl (Carol) I.,Fürst und König von Rumänien. - * 20. 4. 1839 in Sigmaringen, + 10.10. 1914 in Sinaia. - 

Karl aus dem Haus der Sigmaringer Hohenzollern wurde 1866 zum Fürsten von Rumänien gewählt, 1881 nahm er den Königstitel an.



Karl Alexander (Carl Alexander), Herzog von Wirtemberg. - * 24.1.1684 in Stuttgart, + 12.3. 1737 in Ludwigsburg (Grab in der Gruft der Schlosskirche Ludwigsburg). 

Karl Alexander, der 1733 überraschend Herzog von Wirtemberg wurde, war der erste Katholik unter den Herzögen seit 1550. Er regierte als absolutistischer Herrscher über Wirtemberg von 1733 - 1737. Bekannt wurde er besonders durch seine Zusammenarbeit mit dem jüdischen Hoffaktor und Finanzrat Josef Süß-Oppenheimer.

Karl Alexander stammte aus der wirtembergischen Seitenlinie Winnental; er war Sohn von Friedrich Karl zu Winnental (s. Stammtafel der Wirtemberger). Er wurde Soldat, kämpfte unter Prinz Eugen von Savoyen in den Türkenkriegen, wurde zum kaiserlicher Generalfeldmarschall ernannt, war dann 14 Jahre lang in Belgrad Generalgubernator Serbiens. In der Zeit in Habsburger Diensten konvertierte er 1712 zum Katholizismus. 1727 heiratete er Maria Augusta von Thurn und Taxis. Ihr ältester Sohn war der spätere Herzog Karl Eugen.

1733 starb Herzog Eberhard Ludwig ohne männliche Erben. So wurde sein Vetter Karl Alexander als nächster Verwandter zum Herzog von Wirtemberg erhoben.

Herzog Karl Alexander versuchte Wirtemberg als absolutistischer Herrscher zu regieren. Die seit dem Tübinger Vertrag verbrieften Rechte der Landstände vor allem zur Mitbestimmung in Finanzfragen versuchte er zu umgehen. Die enormen Geldmittel für eine standesgemäße Hofhaltung und möglichst für ein starkes Heer sollte ihm vor allem der "Hoffaktor" und Finanzrat Josef Süß-Oppenheimer beschaffen.
Karl Alexander regierte nur 4 Jahre (von denen er die ersten beiden fast noch auf verschiedenen Kriegsschauplätzen verbrachte). Er starb bei einem Festbankett im März 1737 in Ludwigsburg unter nicht ganz geklärten Umständen (Schlaganfall? oder vielleicht doch Mord?). Der Hass der Bevölkerung und der Landstände richtete sich danach auf Josef Süß Oppenheimer.



Karl Eugen, Herzog von Wirtemberg. - * 11.2.1728 in Brüssel, 11.2. 1793 in Stuttgart- Hohenheim (Grab in Ludwigsburg).

Karl Eugen, einer der glanzvollsten und grausamsten Herrscher des Landes, regiert Wirtemberg absolutistisch von 1737/1744 bis 1793 teils von Stuttgart aus, teils von der Residenz Ludwigsburg.
Karl Eugen ist mit  9 Jahren noch unmündig, als sein Vater Herzog Karl Alexander stirbt. Er wird von 1741 an am Hofe Friedrichs II. von Preußen in Potsdam erzogen. Administrator bis zur Mündigerklärung Karl Eugens im Jahr 1744 ist seit 1738 Herzog Karl Friedrich von Wirtemberg-Oels.

Bayreuth1748 wird Karl Eugen mit Friederike von Brandenburg-Bayreuth vermählt. Bleibendes Zeichen dieser Verbindung, die nicht sehr glücklich war, ist das Markgräfliche Opernhaus in Bayreuth: Es wurde extra zur glanzvollen Hochzeitsfeier in Bayreuth im Jahr 1748 erbaut und es spiegelt etwas von der barocken Pracht wider, die der Herzog in seinem weiteren Leben liebte.

[Bild (Marke BRD, 1998): 250 Jahre Markgräfliches Hoftheater Bayreuth, erbaut 1748 zur Feier der Hochzeit Herzog Karl Eugens mit Friederike von Brandenburg-Bayreuth]

Größere Bedeutung als die erste Ehe bekommt für Karl Eugen die Beziehung zu Franziska von Hohenheim, die er 1783 bzw. 1785 auch offiziell heiratet.

Von 1744 bis etwa 1770 ist Karl Eugen ein überwiegend tyrannischer absolutistischer Herrscher (Opponenten werden ins Gefängnis verbracht, wie J.J. Moser auf den Hohentwiel und Schubart auf den Hohenasperg). 
Er ist auch ein großer Bauherr (Schloß Solitude, Neues Schloss in Stuttgart, Schloss Hohenheim, Schloß Monrepos bei Ludwigsburg, Jagdschloss Grafeneck bei Münsingen). 
Die merkantilistischen Interessen zeigen sich etwa in der Unterstützung der Porzellanmanufaktur in Ludwigsburg.

1770 ist so etwas wie ein Wendejahr: Im Erbvergleich von 1770 wird ein Ausgleich mit den Landständen Wirtembergs geschlossen. Karl Eugen verlegt die Residenz wieder von Ludwigsburg nach Stuttgart zurück. Nach 1770, vermutlich auch unter dem Einfluss der Franziska von Hohenheim, ist Karl Eugen auch ein fürsorglicher Landesvater. 1778, zu seinem 50. Geburtstag, lässt Karl Eugen ein Edikt von allen Kanzeln verlesen, in dem er von "Neugeburt" und "Umkehr" reden lässt, - durchaus ungewöhnlich für einen absolutistischen Herrscher.

Karl EugenEines seiner Lieblingsprojekte ist die Gründung der Hohen Karlsschule zur Bildung von militärischem, politischem, künstlerischem u.a. Nachwuchs. Friedrich Schiller ist einer ihrer prominentesten Schüler. 

[Bild (Foto einer Plastik in der Ausstellung "Schiller in Stuttgart"): Denkmal / Plastik von Herzog Karl Eugen, eine stilisierte Darstellung des Herzogs im Stil der Zeit, geschaffen 1778 von Pierre Francois Lejeune, damals 'Premier Sculpteur' am Hof Karl Eugens. Diese Plastik hatte Karl Eugen in "seiner" Karlsschule aufstellen lassen.]

Schiller hat unter dem Herzog gelitten, und der Kampf gegen die absolutistischen Herrscher spielt in vielen Werken Schillers eine große Rolle. Von Schiller stammt aber auch ein Wort nach dem Begräbnis von Herzog Karl Eugen:  "Er hatte große Fehler als Regent, größere als Mensch; aber die erstern wurden von seinen großen Eigenschaften weit überwogen, und das Andenken an die letzern muß mit dem Toten begraben werden..."

Kienzle, Uhrenfabriken in Schwenningen, gegründet 1822.

KiesingerKiesinger, Kurt Georg, Jurist und Politiker, 3. Ministerpräsident von Baden- Württemberg und 3. Bundeskanzler der BRD. - * 6.4.1904 in Ebingen (heute Stadtteil von Albstadt), + 9.3.1985 in Bebenhausen / Tübingen (Grab in Tübingen). -

[Bild (Marke BRD, 2004): 100. Geburtstag von Kurt Georg Kiesinger; Portrait des CDU- Politikers, der von 1958 - 1966 Ministerpräsident von Baden-Württemberg war]

Kiesinger studierte 1925 zunächst in Tübingen, von 1926 - 1931 studierte er Jura und Staatswissenschaften in Berlin. - 
Besonders umstritten ist Kiesingers Tätigkeit zur Zeit der Nationalsozialisten: Kiesinger, der bereits seit 1933 Mitglied der NSDAP war, arbeitete nach dem Jura-Studium von 1935 - 1939 als Rechtsanwalt beim Kammergericht in Berlin; 1940 - 1945 war er wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt, dabei von 1943 - 1945 stellvertretender Referatsleiter der für Propaganda zuständigen Rundfunkabteilung. - 1945 - 1947 war Kiesinger von den Amerikanern wegen dieser Tätigkeiten in einem Internierungslager in Ludwigsburg interniert.1948 wurde er durch ein Spruchkammergericht entlastet.

Nach 1945 schloss sich Kiesinger der CDU an. Er war zunächst Landesgeschäftsführer der CDU für Südwürttemberg- Hohenzollern. Von 1949 - 1958 war Kiesinger Abgeordneter im deutschen Bundestag mit den Schwerpunkten Außenpolitik und Europapolitik.
1958 wurde Kiesinger als Nachfolger von Gebhard Müller zum Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg gewählt (amtierend bis 1966; siehe Baden-Württemberg 1952 - 2002), wo er besonders Schwerpunkte in der Bildungs- und Kulturpolitik setzte (Gründung der Universität Konstanz).

Am 1.12.1966 wählte der Bundestag in Bonn Kurt-Georg Kiesinger als Nachfolger Ludwig Erhards zum Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Nach dem Ende der kleinen Koalition von CDU/CSU und FDP unter Erhard war Kiesinger der erste Kanzler einer grossen Koalition aus CDU/CSU und SPD. Es war eine der schwierigsten Aufgaben in einer besonders kritischen Zeit: Es ging um die Vermittlung der Politikansätze der CDU mit denen der Sozialdemokraten (zum Beispiel in der Ostpolitik mit den Vorhaben des Außenministers und Vizekanzlers Willy Brandt; oder in der Wirtschafts- und Finanzpolitik in einer Zeit der Rezession die Politik von F.J. Strauß und K. Schiller). Es war die Zeit, in der die umstrittenen Notstandsgesetze verabschiedet wurden. Und es war die Zeit der Studentenbewegung und der Außerparlamentarischen Opposition.
Kiesingers Zeit als Bundeskanzler des Übergangs endete 1969. Bei den Wahlen zum Bundestag war die CDU/CSU zwar die stärkste Partei geblieben; es reichte aber nicht zum Regieren, da die neue sozialliberale Koalition (mit W. Brandt als Kanzler und W.Scheel als Vizekanzler) die Mehrheit erreichte.

Weitere Web-Informationen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/KiesingerKurtGeorg/


Kinzig: Nebenfluß des Rheins, entspringt im östlichen Schwarzwald und mündet bei Kehl in den Rhein.


Kirchberg (Jagst) (PLZ: 74592), Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall, mit 4.403 Einwohnern (12/2007).

1735 * A. L. v. Schlözer in Gaggstadt bei Kirchberg geboren

- Weitere Web- Informationen: 

http://www.kirchberg-jagst.de



Kirchheim unter Teck (PLZ: 73230), Große Kreisstadt im Landkreis Esslingen, am Fuße der Schwäbischen Alb, mit 39.877 Einwohnern (12/2007).
.
Kirchheim wurde um 1220 von den Herzögen von Teck zur Stadt erhoben. Im 14. Jahrhundert kam die Stadt zu Wirtemberg und wurde wirtembergische Amtsstadt. 1538 - 1543 wurde das mächtige Renaissanceschloss erbaut. Hier regierte sogar für kurze Zeit Herzog Friedrich I. von Wirtemberg, als 1594 in Stuttgart die Pest ausgebrochen war und der Hof eine Ersatzresidenz suchte. Später diente das Schloss den Herzoginnen als Witwensitz (z.B. für Franziska von Hohenheim).
1690 wurde bei einem großen Stadtbrand fast die gesamte Stadt zerstört. Die Fachwerkhäuser, die das Stadtbild prägen, wurden danach neu aufgebaut; das mächtige Fachwerk-Rathaus entstand 1724.

Wichtige Personen mit Bezug zu Kirchheim:

1667 + Conrad Widerholt (Oberst, Verteidiger des Hohentwiel ab 1634) in Kirchheim gestorben (Grabmal in der Evang. Stadtkirche)

1811 + Franziska von Hohenheim in Kirchheim gestorben
1836 * Max Eyth in Kirchheim geboren
1852 + A.K.A. Eschenmayer (Mediziner) in Kirchheim gestorben

1906 * Eugen Gerstenmaier in Kirchheim geboren
1943 - 1946: Hans Bethge in Kirchheim
1946: Grab von Hans Bethge auf dem Alten Friedhof in Kirchheim

- Weitere Web-Informationen: http://www.kirchheim-teck.de



KirchhoffKirchhoff, Robert, Physiker. - * 12.3.1824 in Königsberg, + 17.10.1887 in Berlin. -

Kirchhoff war von 1854 - 1875 Professor in
Heidelberg, wo er 1859 mit Bunsen die Spektralanalyse entdeckte. 

 

[Bild (Marke Berlin, 1974): 150. Geburtstag von R. Kirchhoff; Portrait Robert Kirchhoff; Formel für die Berechnung von vermaschten Stromkreisen]



Kittel, Gerhard, evang. Theologe. - * 23.9.1888 in Breslau, + 11.7.1948 in Tübingen.

Gerhard Kittel, Sohn des Alttestamentlers Rudolf Kittel (* 1853 in Eningen/Württ., + 1924 in Leipzig), war Professor für Neues Testament in Kiel, Leipzig, Greifswald und seit 1926 in Tübingen (dazwischen 1939 - 1943 in Wien). Wichtig waren ihm bei seinen Forschungen zum Neuen Testament vor allem die alttestamentlich- jüdischen Wurzeln des Christentums und der Zusammenhang von antikem Judentum und Urgemeinde. Das von ihm begründete 'Theologische Wörterbuch zum Neuen Testament', lange Zeit ein Standardwerk für Theologen, wurde meist nur als "Kittelsches Wörterbuch" bezeichnet.

Zur Einstellung Gerhard Kittels zum Nationalsozialismus schreibt ein Theologie-Lexikon von 1959 (RGG, 3. Aufl., Artikel zu Kittel) noch eher zurückhaltend: "Grundsätzlich konservativ, auch lutherisch bestimmt, bejahte Kittel im Nationalsozialismus die völkische Erneuerung, die er in bedenklicher Weise mit einem 'christlichen' Antisemitismus verband." 
Sehr viel deutlicher wird Kittels Antisemitismus, der zur Rechtfertigung des Holocaust brauchbar war, in Kittels Schrift "Die Judenfrage" (1933), an die der Arbeitskreis "Universität Tübingen im Nationalsozialismus"  2006 erinnert hat: Kittel meinte, das Reich werde wohl alle Juden umbringen müssen, sollte eine Rassentrennung nicht gelingen.

- Weitere Web-Informationen des AK "Uni Tübingen im Nat.soz.":
http://www.uni-tuebingen.de/uni/qvo/pm/pm2006/pm-06-05.html



Kleinbottwar / Steinheim an der Murr (PLZ: 71711), Gemeinde im Landkreis Ludwigsburg.

1814 * Eduard Zeller in Kleinbottwar geboren



Kleinglattbach, Gemeindeteil von Vaihingen / Enz im Kreis Luwigsburg (PLZ: 71665).

1873 * Konstantin Freiherr von Neurath in K. geboren



Klettgau, geschichtliche Landschaft zwischen Schaffhausen und dem Schwarzwald, kam 1687 an den Fürsten von Schwarzenberg, 1812 an Baden.


Klimsch, Fritz, Bildhauer. - * 10.2.1870 in Frankfurt, + 30.3.1960 in Freiburg.


Klöpfer, Eugen, Schauspieler und Intendant. - * 10.3.1886 in Talheim- Rauenstich, + 3.3.1950 in Wiesbaden.


Klopstock, Friedrich Gottlieb, Dichter. - * 2.7.1724 in Quedlinburg, + 14.3.1803 in Hamburg. - 

Klopstock, der Dichter des "Messias", war 1774 von Markgraf Karl Friedrich von Baden an den Musenhof nach Karlsruhe berufen worden. Er verließ Karlsruhe zwar schon 1775 wieder, erhielt aber eine lebenslange Rente vom badischen Markgrafen.



Klose, Friedrich, Schweizer neuromantischer Komponist. - 29.11.1862 in Karlsruhe, + 24.12.1942 in Ruvigliana bei Lugano.


Klöster in Südwestdeutschland vom Mittelalter bis zur Neuzeit: s. extra Artikel Klöster, Abteien und Ordensleute

KlosterplanKlosterplan von 820, "Sankt Galler Klosterplan":

Vergrößerung des Bildes vom St. Galler Klosterplan, mit einer vereinfachten "Übersetzung" des Plans mit deutschen Bezeichnungen und Erläuterungen zur Bedeutung: s. extra Seite "Klosterplan von 820".

 

[Bild (Abbildung aus dem St.Galler Stadtführer von 2007): Sankt Galler Klosterplan von 820 ]


Kluckhohn, Paul, Literaturhistoriker. - * 10.4.1886 in Göttingen geboren, + 24.5.1957 in Tübingen.


Kluge, Friedrich, Germanist. - *21.6.1856 in Köln, + 21.5.1926 in Freiburg.


Klute, Fritz, Geograph (Eiszeitforscher). - * 29.1.1885 in Freiburg, + 7.2.1952 in Mainz.


Knapp, Albert, evang. Pfarrer, Liederdichter. - * 25.7.1798 in Tübingen, + 18.6.1864 in Stuttgart.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/k/Knapp_a.shtml


Knecht, Justin Heinrich, Komponist und Musikdirektor. - * 30.9.1752 in Biberach, + 1.12.1817 in Biberach. - 

Knecht, der in seiner Jugend mit Wieland und Schubart befreundet war, lebte seit 1771 als Musikdirektor in Biberach. 1806 - 1808 war er 2. Musikdirektor am Stuttgarter Hof, danach lebte er wieder in Biberach. - Knecht schrieb Singspiele und Opern. Besondere Bedeutung hatte er als Kirchenmusiker. Von ihm stammen die Melodien zu einigen evangelischen Kirchenliedern ("Wie groß ist des Allmächt'gen Güte" und "Das walte Gott, der helfen kann"). 1799 gab er das 1. Choralbuch zum Württembergischen Gesangbuch von 1791 heraus.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/k/Knecht_j_h.shtml

Karl Friedrich, Markgraf von Baden. - * 22.11. 1728 in Karlsruhe, + 10.6.1811 in Karlsruhe, Grab in Pforzheim. - 

Karl Friedrich regierte ab 1738 als Markgraf von Baden- Durlach, er erbte 1771 auch Baden-Baden. 1803 - 1806 wurde Karl Friedrich Kurfürst, ab 1806 Großherzog des neuen sehr vergrößerten Baden. 

Pforzheimer SchmuckKarl Friedrich gilt als Musterbeispiel eines aufgeklärten absolutistischen Herrschers. Er förderte in seiner langen Regierungszeit Schulen und Universitäten, Rechtssprechung, Verwaltung, Wirtschaft, Kultur, Städtebau (s. bei Karlsruhe).

Durch ein Edikt des Markgrafen Karl Friedrich von Baden wurde z.B. 1767 die Schmuck- und Uhrenindustrie Pforzheim gegründet. 

[Bild (Marke BRD, 1992): 225 Jahre Schmuck- und Uhrenindustrie Pforzheim; Anhänger (1890), Uhr (1990)]



Karl Philipp von der Pfalz: siehe bei Carl Philipp


Karl Theodor (Carl Theodor), Kurfürst der Pfalz und (ab 1778) von Bayern. – * 11.12.1724 auf Schloss Drogenbosch bei Brüssel, + 16.2.1799 in München. – 

Karl (auch: Carl) Theodor residiert ab 1743 als Kurfürst von der Pfalz in Mannheim, das er zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum macht.
Bedeutende Künstler sind zur Zeit Karl Theodors in Mannheim tätig: Alessandro Galli da Bibiena (1687 - 1769) ist kurpfälzischer Hofarchitekt in Mannheim. Als Maler für die Ausgestaltung der Jesuitenkirche wirkt (und stirbt) E.Q. Asam in Mannheim; C.D. Asam arbeitet an der Ausgestaltung des Schlosses. In der Musik ist die Mannheimer Schule bahnbrechend. 1763 wird eine kurpfälzische Akademie der Wissenschaften gegründet. Zur "Kurfürstlichen Deutschen Gesellschaft" gehören als prominente Mitglieder Klopstock, S. de La Roche, Lessing, Wieland. Das Mannheimer Nationaltheater, 1777 gegründet, ist lange Zeit eine wichtige deutsche Bühne, auf der z.B. Schillers "Räuber" 1782 uraufgeführt werden.
1778 beerbt Karl Theodor die Wittelsbacher und verlegt die Residenz nach München. Er stirbt 1799 im Schloss Nymphenburg/München.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.ub.uni-heidelberg.de/helios/fachinfo/www/gesch/CarlTheo.htm




Karlsruhe siehe extra  Seite: Karlsruhe


Karlsschule, Hohe Karlsschule in Stuttgart: 1770 gründete Herzog Karl Eugen von Wirtemberg auf der Solitude bei Stuttgart zunächst ein Militärwaisenhaus, das 1771 zur Militär-Pflanzschule und 1773 zur Herzoglichen Militärakademie erweitert wurde, geplant als Eliteschule für den militärischen Nachwuchs. 1774 wurde der Akademie eine juristische Fakultät angegliedert, 1775 auch eine medizinische Fakultät. - 

Die Karlsschule wurde von Herzog Karl Eugen als diktatorisch- patriarchalischem "Vater" seiner Zöglinge geleitet; von Schubart stammt das Etikett "Sklavenplantage". Aus der Biographie Friedrich Schillers, der von 1773 bis 1780 Karlsschüler war, ist viel über den Drill, die Atmosphäre an der Schule und die absolute Unterordnung unter den Herzog bekannt (wobei dies vermutlich nicht schlimmer als in anderen Ausbildungsstätten jener Zeit war.). - Nicht vergessen werden sollte aber auch, dass es eine in ihrer Zeit sehr moderne Ausbildung mit hervorragenden Lehrern und Professoren war, auch in Philosophie und Kunst. Allgemeine Hochschule. 

1775 wurde die Karlsschule nach Stuttgart verlegt. Der große kasernenartige Komplex der Internatsschule lag neben dem Neuen Schloss im Zentrum Stuttgarts; die große Gartenanlage, die zur Karlsschule gehörte, war an dem Platz des heutigen Landtagsgebäudes. Die Gebäude der Karlsschule wurden im 2. Weltkrieg zerstört.

1781 wurde die Karlsschule zur Allgemeinen Hochschule erhoben, mit allen Fakultäten außer Theologie und Alten Sprachen. Die Hohe Karlsschule war eine der bedeutendsten Hochschulen ihrer Zeit geworden. (Für die Universität Tübingen, die sich in dieser Zeit in einer kritischen Phase befand, war die Karlsschule eine bedrohliche Konkurrenz.)
1794, nach dem Tod von Herzog Karl Eugen, wurde die Hohe Karlsschule aufgelöst. - 

Einige bedeutende Schüler der Hohen Karlsschule, die teilweise gleichzeitig mit Schiller auf der Schule waren, sind in verschiedenen Bereichen bekannt geworden:
- als Dichter, Historiker und Philosoph Friedrich  Schiller;
- als Musiker A. Streicher, J.R. Zumsteeg;
- als bildende Künstler: P.H. Hetsch, J.A. Dannecker,
  J. A. Koch, G. Schick, N. Thouret;
- als Mediziner Friedrich Schiller, Ferdinand von Autenrieth
  Adolph K.A. Eschenmayer;
- als Politiker: Philipp C.F. Normann-Ehrenfels.

- Weitere Web-Informationen zur Karlsschule:
http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/Schwaben/museen/wlb/



Kasack, Hermann, Schriftsteller. - * 24.7.1896 in Potsdam, + 10.1.1966 in Stuttgart. - 

Kasack verarbeitete seine innere Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus in seinem bekanntesten Roman "Die Stadt hinter dem Strom" (1947). Kasack lebte seit 1949 als Freier Schriftsteller in Stuttgart.



Kaschnitz, Marie Luise, Dichterin. - * 31.1.1901 in Karlsruhe, + 10.10.1974 in Rom (Grab in Bollschweil). 

Marie-Luise Kaschnitz war eine der bedeutendsten deutschen Dichterinnen des 20. Jahrhunderts.
Geboren in Karlsruhe als Freifrau von Holzing-Berstett, wuchs sie in Berlin und Potsdam auf, arbeitete dann als Buchhändlerin in Weimar, München und Rom. 1925 heiratete sie in Rom den Archäologen Guido von Kaschnitz-Weinberg, mit dem sie in Rom, Königsberg, Marburg und Frankfurt lebte. Nach dem Tod ihres Mannes 1958 lebte Marie Luise Kaschnitz auch immer wieder auf dem Familiensitz der Holzing-Berstetts im Dorf Bollschweil im Breisgau. In Bollschweil (von dem die 1965 entstandene "Beschreibung eines Dorfes" handelt) ist Marie-Luise Kaschnitz in einem Ehrengrab begraben.
Das dichterische Werk von Marie Luise Kaschnitz umfasst meist autobiographisch geprägte Romane, Erzählungen, Hörspiele, Essays, Tagebuchaufzeichungen, Erinnerungen und Gedichte. 
Hier 2 Texte, beide nach 1960 geschrieben:

Anders (1962)

Will sich nicht mehr behaupten
Armes Haupt.
Fällt in den Nacken
Zählt das Schilf am Himmel
Und die Fischerlichter die Sterne.
Sinkt auf die Brust
Da ticken die Warnsignale
Eine bündige Sprache.

Wer endete seine Musik
Noch mit vollem Akkord
Oder gar mit Posaunen?

Wir haben gesungen
Die Katze hat uns geholt.
Jetzt singen wir wieder
Sagen noch manchmal
Du Meer
Du Liebe
Aber anders
Mit kleinerem Atem.

Steht noch dahin (1970)

Ob wir davonkommen ohne gefoltert zu werden, ob wir eines natürlichen Todes sterben, ob wir nicht wieder hungern, die Abfalleimer nach Kartoffelschalen durchsuchen, ob wir getrieben werden in Rudeln, wir haben's gesehen. Ob wir nicht noch die Zellenklopfsprache lernen, den Nächsten belauern, vom Nächsten belauert werden, und bei dem Wort Freiheit weinen müssen. Ob wir uns fortstehlen rechtzeitig auf ein weißes Bett oder zugrunde gehen am hundertfachen Atomblitz, ob wir es fertig bringen mit einer Hoffnung zu sterben, steht noch dahin, steht alles noch dahin.

- Weitere Web-Informationen zu M.L. Kaschnitz:
http://www.bautz.de/bbkl/k/Kaschnitz.shtml



Käsemann, Ernst, evangelischer Theologe. - * 12.7.1906 in Bochum - Dahlhausen, + 17.2.1998 in Tübingen. - Käsemann war von 1959 - 1971 Prof. für Neues Testament in Tübingen.


Katharina von Rußland, Königin von Württemberg. - * 1788 in Zarskoje Selo, + 1819 in Stuttgart (Grab auf dem Rotenberg bei Untertürkheim/Stuttgart).

Katharina ist eine Tochter des russischen Zaren Paul I. und seiner Ehefrau Sophie Dorothee von Württemberg. In 2. Ehe heiratet sie 1816 in Petersburg König Wilhelm I. von Württemberg, ihren Vetter.
Als Königin ist sie in Württemberg sehr populär geworden, besonders wegen ihres sozialen Engagements: Die Gründung des Katharinenstifts in Stuttgart geht auf sie zurück, ebenso das Katharinenhospital, Kinderanstalten, die erste württembergische Sparkasse u.a. Das alles in nur knapp 3 Jahren, die Katharina Königin war, und das meiste mit nachhaltigen Wirkungen für Württemberg. - Die Popularität Katharinas spiegelt sich auch in den häufig nach ihr benannten Katharinenlinden u.a. Katharinen-denkmalen.
Katharina stirbt 1819 überraschend und rätselhaft an einer an sich harmlosen Erkältung. Die Trauer des Königs über den Tod seiner geliebten Frau sei grenzenlos gewesen, heißt es offiziell. Er ließ für sie an der Stelle des alten Stammschlosses der Württemberger auf dem Rotenberg das Mausoleum als Grabkapelle erbauen, wo sie 1824 beigesetzt wird. (Nicht offiziell bestätigt wurde die Behauptung, dass Katharina sich so schlimm erkältet hatte, als sie ihrem ungetreuen Ehemann heimlich und ungenügend bekleidet nachgestiegen war, und dass sie dann auch an Herzeleid gestorben sei.)



Kaulla, Karoline (Chaile), Hoffaktorin, Bankerin. - * 1739 in Buchau, + am 18.3.1809 in Hechingen. -

Madame Kaulla ist die erste bedeutende Unternehmerin, Kauffrau und Bankerin im Südwesten, die bekannt ist. - Geboren als Tochter des Vorstehers der jüdischen Gemeinde in Buchau, der Hoffaktor (d.h. Hoflieferant und Hofbankier) in Sigmaringen und Hechingen war, tritt sie nach ihrer Heirat mit Akiba Auerbach in Hechingen in die Fußstapfen des Vaters: sie wird Hofjüdin, oder Hoffaktorin zunächst der Fürsten von Fürstenberg in Donaueschingen. Ab 1770 wird sie herzoglich-württembergische Hoffaktorin bei Herzog Karl Eugen in Stuttgart. (Als Jüdin konnte sie allerdings nicht in Württemberg wohnen; erst 1800 erhielt sie ein Ausnahmerecht zum Aufenthalt in Stuttgart.) - Über die Firma Kaulla wurden viele Kriegslieferungen zur Zeit der napoleonischen Kriege abgewickelt; Kaullas waren Kriegsgewinnler in großem Stil. - 1802 gründeten Kaullas zusammen mit dem Herzog die Württembergische Hofbank in Stuttgart. - Der Reichtum und Einfluss Kaullas (wobei Madame Kaulla die bestimmende Person war) soll durchaus der der Familie Rothschild vergleichbar gewesen sein.

1809 stirbt Madame Kaulla in Hechingen, wo sie die meiste Zeit gewohnt hat. Auf ihrem Grabstein in Hechingen steht (übersetzt): "Hier liegt geborgen ein seltenes, reines Weib. Als Vorbild ihres Stammes wurde sie betrachtet. Eine vornehme Frau, die nach Gerechtigkeit strebte. Unter Königen erwarb sie sich einen guten Namen. An Weisheit, an Rat war sie bedeutender als jeder Mann. Ihr Haus zierte sie mit einem guten Namen. Einen guten Namen für die Ewigkeit hat sie vererbt." Und in der Anzeige ihres Todes 1809 wird noch auf die Wohltäterin Madame Kaulla hingewiesen: "Einen großen Teil des Segens, den ihr die Vorsehung zuwies, verwendete die Verewigte zum Wohltun. Sie war die Stütze der Notleidenden ohne Unterschied der Religion, und tausend Tränen der Armen hier und anderwärts fließen auf ihr Grab."

-Weitere Web-Informationen (Rundfunksendung zu M. Kaulla):
http://www.swr.de/swr2/sendungen/wissen-aula/archiv/2005/02/11

Literaturhinweis:
Gabriele Katz: Madame Kaulla (1789 - 1806). Die erste Unternehmerin Süddeutschlands und die reichste Frau ihrer Zeit.
Markstein-Verlag Filderstadt, 2006



Käthchen von Heilbronn, Ritterschauspiel von H. v. Kleist (1810)


KazantzakisKazantzakis, Nikolaos, griechischer Schriftsteller. - * 18.2.1885 in Heraklion/ Kreta, + 26.10.1957 in Freiburg. - Kazantzakis wurde weltberühmt durch seinen Roman "Alexis Sorbas" (1946).

 

 

[Bild (Marke Griechenland, 1983): 100. Geburtstag von Nikos Kazantzakis; Portrait von N. Kazanzakis] 



Kehl (PLZ: 77694), Große Kreisstadt im Ortenaukreis, Stadt in Südbaden am Rhein, gegenüber Straßburg; mit 34.747 Einwohnern (12/2007).. 


Keil, Wilhelm, SPD- Politiker. - * 24.7.1870 in Helsa (bei Kassel), + 5.4.1968 in Ludwigsburg.
Keil war einer der großen alten Männer der Sozialdemokratie in Württemberg. - Gelernter Drechsler, war er von 1896 - 1930 Redakteur und Leiter der SPD- Zeitung "Schwäbische Tagwacht" in Stuttgart. Von 1910 bis 1932 saß er auch als SPD- Abgeordneter im Reichstag.
1900 - 1933 war W. Keil Abgeordneter im Landtag von Württemberg. 
Zur Zeit der Weimarer Republik wurde er im Januar 1919 Präsident der Verfassunggebenden Landesversammlung Württembergs; 1921 - 1923 war er Minister für Arbeit und Ernährung im Kabinett Hieber.
Von 1933 - 1945 blieb er im Land.
1946 - 1952 wurde er - mit 76 Jahren - noch einmal politisch aktiv: Er war Präsident des Landtags von Württemberg- Baden..


Keilberth, Joseph, Dirigent. - * 19.4.1908 in Karlsruhe, + 20.7. 1968 in München. - Keilberth war von 1925 - 1940 Musikdirektor in Karlsruhe.


Keller, Gottfried, Schweizer Dichter. - * 19.7.1819 in Zürich, + 15.7.1890 in Zürich. 
G. KellerKeller gilt als einer der wichtigsten deutschsprachigen Erzähler des 19. Jahrhunderts, vor allem als Meister der Novelle, als Vertreter eines "poetischen Realismus". 

[Bild (Marke Schweiz, 1940): 50. Todestag Gottfried Kellers, Portrait des Dichters]

Gottfried Keller, in Zürich in bescheidenen Verhältnissen geboren, wollte zunächst Maler werden (Studienversuch in München ab 1840), beteiligte sich dann an den politischen Kämpfen in der Schweiz (1844), schrieb Gedichte im Stil der Schweizer Emigranten Herwegh und Freiligrath ("Gedichte", 1846 erschienen), die ihm ein Studienstipendium einbrachten. Keller ging damit 1848 - 1850 als Student der Philosophie, Geschichte und Literaturwissenschaft nach Heidelberg, wo ihn besonders die Begegnung mit dem atheistischen Philosophen Ludwig Feuerbach stark beeinflusste. Keller setzte sein Studium in Berlin fort (1850 - 1855) und schrieb in dieser Zeit den "Grünen Heinrich" und die ersten Novellen. Von 1861 - 1876 war Keller Stadtschreiber von Zürich; sonst lebte er als freier Schriftsteller in der Schweiz.

Wichtige Werke Gottfried Kellers:
- "Gedichte" (1846; 1851 ff)
- "Der grüne Heinrich" (1855; 1879f) (Bildungsroman in der Nachfolge von Goethes "Wilhelm Meister")
- "Die Leute von Seldwyla" (1856ff) (Novellensammlung zum kleinstädtischen Leben in der Schweiz; darin die schulbekannte Erzählung "Kleider machen Leute"; auch "Die drei gerechten Kammacher", "Romeo und Julia auf dem Lande")
- "Sieben Legenden" (1872)
- "Züricher Novellen" (1878) (Historische Erzählungen)
- "Martin Salander" (1886).

Als Beilage ein Gedicht Gottfried Kellers, das er 1849 in Heidelberg schrieb, in dem sich der Einfluss Ludwig Feuerbachs widerspiegelt: 

Ich hab in kalten Wintertagen

Ich hab in kalten Wintertagen,
In dunkler, hoffnungsarmer Zeit
Ganz aus dem Sinne dich geschlagen,
O Trugbild der Unsterblichkeit.

Nun, da der Sommer glüht und glänzet,
Nun seh ich, daß ich wohlgetan;
Ich habe neu das Herz umkränzet,
Im Grabe aber ruht der Wahn.

Ich fahre auf dem klaren Strome,
Er rinnt mir kühlend durch die Hand;
Ich schau hinauf zum blauen Dome -
Und such kein bessres Vaterland.

Nun erst versteh ich, die da blühet,
O Lilie, deinen stillen Gruß,
Ich weiß, wie hell die Flamme glühet,
Daß ich gleich dir vergehen muß.

Weitere Web-Informationen und Texte zu Gottfried Keller:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/keller.htm



Kelten, indogermanische Völkergruppe, die etwa ab 800 v.Chr. in der späten Eisenzeit in Süddeutschland siedelte, bis sie von den Germanen, dann den Römern und den Alemannen verdrängt wurden. -

Zur Geschichte der Kelten in Südwestdeutschland:

Ab ca. 800 v.Chr.:Die Kelten, evtl. aus Osteuropa eingewanderte Indogermanen der West-indogermanischen Sprachengruppe, siedeln in Südwestdeutschland und darüber hinaus.
Um 500 v.Chr.: die Fürstensitze, z.B. auf dem Hohenasperg, und die großartigen keltischen Fürstengrabhügel und die Fürstengräber (z.B. in Hochdorf)
zeigen die Organisation der Keltenstämme in einer Art Fürstentümer und eine hochentwickelte Kultur, die auch lebhaften Austausch mit den mediterranen Kulturen erkennen lässt.
Keltische Viereckschanzen, deren Reste noch an vielen Orten in Südwestdeutschland zu finden sind, waren wohl kultische, heilige Orte für die Kelten.

Um 400 v.Chr.: die Kelten gehen auf weite Wanderungen und siedeln in fast allen Ländern Europas (und auch in Kleinasien, wo sie "Galater" genannt werden). Am stärksten vertreten sind sie in Frankreich (dort von den Römern Gallier genannt) und in Britannien.

387/386 v.Chr.: Keltische Stämme vernichten ein römisches Heer an der Allia in der Nähe des Tiber und erobern und plündern Rom.

Um 150 v.Chr.: Die Zeit der Fürstensitze und der Fürstengrabhügel ist wohl schon seit etwa 450 v.Chr. vorbei. Dafür werden jetzt - neben den Dörfern - gut befestigte stadtähnliche Gemeinwesen errichtet, die nach Caesar "oppidum" genannt werden. Das größte dieser Oppida in Südwestdeutschland entstand auf der Schwäbischen Alb bei Grabenstetten, wo mit dem "Heidengraben" noch heute Reste der Befestigung erkennbar sind. Diese Stadt soll um 100 v.Chr. von helvetischen Kelten angelegt worden sein.

Um 120 v.Chr.: Die germanischen Cimbern, Teutonen, Sueben u.a. ziehen auch durch das Land der Kelten in Südwestdeutschland und bringen die Kelten in Bedrängnis.

Um 50 v.Chr.: Als Caesar (60-44 v. Chr.) Gallien für die Römer eroberte blieb der Rhein noch, von 2 Stippvisiten Caesars nach Germanien abgesehen, Westgrenze des römischen Reiches zu den Kelten und zu Germanien.

- 15 v.Chr.: Im Auftrag des Augustus unterwerfen Tiberius und Drusus für die Römer die Alpenvölker (keltische Helvetier) bis zur oberen Donau.
[Weiteres: s.extra Artikel: Die Römer in Südwestdeutschland (ca 50 - 260 n.Chr.)]

Wichtige Kelten- Ausgrabungen und Orte:

Keltenfürst vom GlaubergDie letzte wichtige Ausgrabung eines Keltischen Fürstengrabes in Deutschland wurde erst 1994 in Hessen gemacht. Die Steinfigur des Keltenfürsts vom Glauberg, die wohl um 500 v.Chr. entstand, ist davon das bekannteste Fundstück.
 

[Bild (Marke BRD 2005): Keltenfürst vom Glauberg, Steinfigur aus der Zeit um 500 v.Chr., mit einer für Kelten typischen Mistelhaube]


TrichtingenBedeutende Fürstengräber der Kelten in Südwestdeutschland wurden in Hirschlanden, Hochdorf und Trichtingen gefunden.

[Bild (Marke BRD, 1976): Silberner Halsring von Trichtingen, Abzeichen eines keltischen Fürsten]

Bedeutende keltische Befestigungen und Städte liegen bei der Heuneburg und auf der Schwäbischen Alb, z.B. bei Grabenstetten.

Literaturhinweis zu den Kelten:

- D.Ade, T.Hoppe, A.Wilmy: Latènezeit: Die Kelten kommen. Im Artikel "Bronzezeit und Eisenzeit" (S. 49 ff) im Katalog des Landesmuseums Württemberg, Stuttgart, zur Neupräsentation 2012: Legendäre Meisterwerke. Kulturgeschichte(n) aus Württemberg. Theiss-Verlag 2012

- Dorothee Ade/ Andreas Wilmy: Die Kelten. Theiss Wissen Kompakt, Theiss- Verlag 2007



Kempff,Wilhelm, Pianist und Komponist. - * 25.11. 1895 in Jüterbog, + 23.5.1991 in Positano. - W. Kempff war von 1924 - 1930 Direktor der Musikhochschule Stuttgart.


Kennenburg / Esslingen (PLZ: 73732):
1945 + Carl Ludwig  Cranz in Kennenburg gestorben


Kepler2Kepler, Johannes, Astronom. - * 27.12.1571 in Weil der Stadt, + 15.11.1630 in Regensburg.- 

Kepler wäre, nach Schulzeiten im Seminar Maulbronn (1586), Studium im Tübinger Stift (1589) und bei dem bedeutenden Astronomen Mästlin in Tübingen, gern Professor für Astronomie in Tübingen geworden; aus Konfessionsgründen war das nicht möglich (s. dazu bei Württembergs Geschichte). 1594 wird Kepler Prof. für Mathematik an der Landschaftsschule in Graz , seit 1601 Astronom und Hof-Mathematiker bei Kaiser Rudolf II. in Prag (als Nachfolger Tycho Brahes, der 1601 gestorben war) und von 1612 - 1626 Prof. in Linz. 1626, mitten im Dreißigjährigen Krieg, muss der Protestant Kepler unter dem Druck der Gegenreformation Linz verlassen; bis 1628 folgen unruhige Wanderjahre, in denen Kepler u.a. in Ulm wohnt, ehe er 1628 zu Wallenstein nach Sagan übersiedelt. 1630 reist Kepler nach Regensburg und stirbt dort am 15. November. 

KeplerKepler ist einer der bedeutendsten Gelehrten, der vor allem die Astronomie entscheidend vorangebracht hat. Am bekanntesten sind die 3 Keplerschen Gesetze der Palanetenbewegung: 1609 veröffentlichte er die beiden ersten Gesetze der Planetenbewegung in seinem Hauptwerk "Astronomia nova...". Das dritte Keplersche Gesetz wurde von Kepler 1619 in seinem Werk "Harmonices mundi" veröffentlicht.

[Bilder (Marke DDR und BRD, 1971): 400. Geburtstag J. Keplers; Astronomische Darstellung aus Keplers "Astronomia nova" von 1609]

- Weitere Web-Informationen zu Kepler: 
http://www.kepler.fr.bw.schule.de/johannes/biographie.htm

In einem reißerischen Pamphlet wird zur Zeit (2005) Kepler als Mörder verdächtigt (in dem Buch von J.und A-L.Gilder: "Der Fall Kepler - Mord im Namen der Wissenschaft"). Kepler soll 1601 den Astronomen Tycho Brahe vergiftet haben, um dessen Posten in Prag zu bekommen. Diese Unterstellung ist völlig absurd und es gibt keinerlei Beweise dafür. Da sie immerhin einige Publizität in den Medien erhielt hat die Kepler-Gesellschaft eine Stellungnahme dazu veröffentlicht, die unten angegeben ist:

- Web-Informationen: Stellungnahme der Kepler-Gesellschaft:
http://www.kepler-gesellschaft.de/stellungnahme.htm



Kerkovius, Ida, Malerin. - * 31.8.1879 in Riga, + 7.6.1970 in Stuttgart. - Kerkovius war Schülerin A. Hoelzels in Stuttgart, später dann am Bauhaus.


KernKern, Leonhard, Bildhauer. - * 1588 in Forchtenberg, + 1662 in Schwäbisch Hall. - Kern galt früh als einer der wichtigsten deutschen Bildhauer des 17. Jahrhunderts.
 

[Bild (Marke BRD, 2000):  "Die Vertreibung aus dem Paradies", Elfenbeinskulptur von Leonhard Kern, 1640; erworben von der Kulturstiftung der Länder für das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg]



Kerner: Weinsorte, die besonders in Württemberg (aber auch in der Pfalz, in Rheinhessen und an der Mosel) angebaut und getrunken wird. -
Die Neuzüchtung der weißen Rebsorte der Kerner-Rebe gelang als Kreuzung von (roten) Trollinger-Reben und (weißen) Riesling-Reben 1929 an der Staatl. Lehr- und Versuchsanstalt Weinsberg. Sie gilt als erfolgreichste Neuzüchtung seit dem Müller-Thurgau. Seit 1969 gilt der Sortenschutz für den Kerner. - Kerner-Wein hat ein frisches Bukett und ähnelt im Geschmack dem Riesling. -
Den Namen erhielt der Kerner- Wein nach dem Weinsberger Dichter, Weinliebhaber und Gastfreund Justinus Kerner.


Kerner, Justinus, Arzt und Dichter. - * 18.9.1786 in Ludwigsburg, + 21.2.1862 in Weinsberg. - Kerner studierte ab 1804 in Tübingen, wo er Kontakte mit Dichtern der "Schwäbischen Schule der Romantik" schloß. Nach Arzttätigkeiten in Wildbad, Welzheim (ab 1812) und Gaildorf (ab 1815) kam er nach Weinsberg, wo das Kernerhaus Mittelpunkt der schwäbischen Dichter und anderer VIPs wurde. - Kerners Buch "Die Seherin von Prevorst" über Friederike Hauffe erschien 1829.- Von Justinus Kerner stammt die "schwäbische Nationalhymne": "Preisend mit viel schönen Reden..."

- Weitere Web-Informationen zu J. Kerner: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/kernerj.htm



Kerner, Theobald, Arzt, Revolutionär und Schriftsteller. - * 14.6.1817 in Gaildorf, + 1907 in Weinsberg.

Theobald Kerner, Sohn von Justinus Kerner, war wegen seiner Beteiligung an der Revolution von 1848 einige Zeit auf dem Hohenasperg inhaftiert. Danach war er als ein auch vom Königshaus geschätzter Arzt in Stuttgart tätig. Er zog dann nach Weinsberg. In seinem Buch "Das Kernerhaus und seine Gäste" hat er ausführlich über die vielen weltberühmten Gäste aus aller Welt im Hause seiner Eltern in Weinsberg berichtet.



Kessler, Emil, Ingenieur, Unternehmer und Eisenbahnpionier. - * 20.8.1813 in Baden-Baden, + 1867. -
Nach dem Studium zum Bauingenieur und Maschinenbauer in Karlsruhe gründet Emil Keßler 1837 die "Maschinenfabrik von E. Kessler und T. Martiensen" in Karlsruhe. Nach dem Beginn des Eisenbahnzeitalters im Großherzogtum Baden (1840) werden ab 1841 von Kessler und Co. Lokomotiven gebaut; die "Badenia", die erste im Land gebaute Lok (1841 gebaut), stammt aus Kesslers Fabrik. - 

1846 wird auf Anregung und mit Unterstützung des Königreichs Württemberg die "Maschinenfabrik Esslingen" gegründet, deren Leitung Kessler übernimmt. Hier werden vor allem Lokomotiven für Württemberg (s.extra Seite "Eisenbahnen in B.+Württ."), aber auch für viele anderen Länder gebaut. - Als wegen eines Banken-Zusammenbruchs die Karlsruher Firma liquidiert werden muss, zieht Kessler 1852 ganz nach Esslingen um. 
In Esslingen werden in der Maschinenfabrik Esslingen von etwa 1000 Beschäftigten pro Jahr ca. 50 Lokomotiven gebaut. Zu Lebzeiten Kesslers haben etwa 800 Lokomotiven die Fabrik verlassen.
(Kessler war sozusagen der Borsig Württembergs.)



Kessler, Georg Christian von, Unternehmer, Textilfabrikant, Sektkellerei-Gründer. - * 30.3.1787 in Heilbronn, + 26.12.1842 in Stuttgart (Grab auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart).

Georg Christian von Kessler ist vor allem bekannt geblieben als Gründer der ältesten Sektkellerei Deutschlands, die Kessler 1826 in Esslingen gegründet hatte. 

Kessler, geboren in Heilbronn, ging nach einer Kaufmannslehre in Neuwied 1807 nach Reims. Hier war er zunächst als Buchhalter im Hause Veuve Cliquot tätig, einem Unternehmen das u.a. in der Textil- und Champagnerbranche tätig war. Nach einer erstaunlichen Karriere in diesem französischen Unternehmen kehrte er seit 1820 in seine württembergische Heimat zurück, und zwar nach Esslingen.

In Esslingen beteiligte sich Kessler zunächst 1823 an der Gründung einer Textilfabrik. 1826 wurde dann die erste deutsche Sektkellerei als G.C.Kessler und Co in Esslingen ins Handelsregister eingetragen.
Kessler war ein Pionier der Wirtschaftsentwicklung im Württemberg des 19. Jahrhundert in mehreren Bereichen: Für die Textilfabrik 1823 hat er z.B. moderne Maschinen aus Frankreich eingeführt, die damals in Deutschland noch kaum bekannt waren. Für die Sektkellerei hat er nicht nur eigene Weingüter in und um Esslingen besessen sondern auch für den Anbau von hochwertigen Weinen in Württemberg starke Impulse gesetzt. Als Zulieferer für die Sektflaschen förderte er die Glasindustrie im Schwarzwald. Schließlich produzierte er Sekt nicht nur für den heimischen Markt, sondern für den Export. Besonders erfolgreich war dabei der Export nach St. Petersburg/ Russland.

Die Marke Kessler-Sekt hat sich, wenn auch nach einer Firmen-Krise und einer Neugründung 2005, bis zur Gegenwart gehalten. Und zum heutigen Kessler-Haus in Esslingen gehört der Keller des ehemaligen Zunfthauses der Gerber, in dem seit 1832 die Firma Kessler ihren Qualitätssekt herstellte.

- Weitere Web-Informationen zu Georg Christian von Kessler:
http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Christian_Kessler

Knef, Hildegard, Schauspielerin und Chansonsängerin. - * 28.12.1925 in Ulm, + 1.2.2002 in Berlin.-

Hildegard Frieda Albertine Knef ist in Ulm geboren, Wahlheimat war für sie aber Berlin, wo sie die meiste Zeit ihres Lebens verbrachte (außer einigen Jahren in Amerika, wo sie in Hollywood und am Broadway in New York eine große internationale Karriere machte). 

KnefIn Deutschland wurde Hildegard Knef zum Nachkriegsfilmstar durch Filme wie "Die Mörder sind unter uns" (1946) und "Die Sünderin" (1950). Daneben gewann sie als Chansonsängerin einige Zeit große Anerkennung. "Der geschenkte Gaul" war ihr Debut als autobiographische Schriftstellerin.
 

[Bild (Marke BRD, 2002): Portrait der Schauspielerin Hildegard Knef]



Kniebis, bis 971 m hohe Buntsandsteinfläche im Nördlichen Schwarzwald, mit dem Kurort Kniebis (PLZ: 72250), heute Teilort von Freudenstadt.


Knies, Karl, Volkswirtschaftler. - * 29.3.1821 in Marburg, + 3.8.1898 in Heidelberg. - Knies, Prof. in Heidelberg von 1865 - 1896, war Mitbegründer der historischen Schule der Volkswirtschaftslehre.


Knittlingen, Stadt im Enzkreis (PLZ: 75438), mit 7.700 Einwohnern (12/2007).

In Knittlingen soll um 1480 Faust geboren sein.



Knorr, C.H.: Firma der Nahrungsmittelindustrie, seit 1899 in Heilbronn.


Kobell, Ferdinand, Maler. - * 7.6.1740 in Mannheim, + 1.2.1799 in München.


Kobell, Wilhelm von, Maler. - * 6.4.1766 in Mannheim, + 15.7.1853 in München.


Koch, Joseph Anton, Maler der Romantik. - * 27.7.1768 in Obergiebeln (Tirol), + 12.1.1839 in Rom. - Koch war ab 1788 Student der Stuttgarter Karlsschule.

A.Hofer 1809J.A. Koch war einer der bedeutendsten Landschaftsmaler der Romantik der oft mit Caspar David Friedrich verglichen wird. Seine Themen waren vor allem die Landschaften der Alpen, seiner Heimat, die er in großartigen Bildern gestaltete. Auch wenn Koch ein historisches oder politisches Thema wählte wie in dem nebenstehenden Bild vom Tiroler Landsturm 1809 mit dem Volkshelden Andreas Hofer, - auch dann spielt die Gestaltung der alpenländischen Landschaft eine wichtige Rolle.

[Bild (BRM-Block Österreich, 2010): 200. Todestag Andreas Hofer, 1767 - 1810: Der Tiroler Landsturm Anno 1809. Gemälde von J.A.Koch. Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck.] [Vergrößerung durch Anklicken!]



Koch. Julius Ludwig August, Irrenarzt - * 04.12.1841 in Laichingen, + 25.06.1908 in Zwiefalten. - 

Der spätere Direktor der ‚Königlich Württembergischen Staatsirrenanstalt’ in Zwiefalten Julius Ludwig August Koch promovierte 1867 in Tübingen mit der Arbeit ‚Ueber das Hirn eines Buschweibes’. Es folgten noch Studien an den Universitäten Prag und Berlin nach denen er sich zunächst als praktischer Arzt in seinem Heimatort niederließ. Dann wurde Koch für einige Zeit Arzt an der Heilanstalt von Landerer in Göppingen bevor 1874 seine Ernennung zum Direktor in Zwiefalten erfolgte, eine Stellung die er bis zum Jahre 1898 innehatte. Besonders mit seiner Monographie über die "psychopathischen Minderwertigkeiten" (1891-1893) gewann Koch – auch weltweit - großen Einfluss in seinem Fach und weit darüber hinaus, z. B. in der Kriminologie und in der Pädagogik. . 
Kochs Terminologie nahm jedoch eine Entwicklung, die zu einer zunehmenden semantischen Einengung des Begriffes in Richtung pejorativer Inhalte führte, welche sich insbesondere auch in der Zeit des Nationalsozialismus in schlimmer Weise auswirkte. Dies war allerdings von Koch niemals beabsichtigt gewesen. Der Begriff der "Minderwertigkeit" war von ihm rein organpathologisch gemeint im Sinne einer konstitutionell erhöhten Vulnerabilität, die zu Persönlichkeitsstörungen führen kann. 
Großes Gewicht kam auch der 1896 zusammen mit dem Heilpädagogen Johannes Trüper gegründeten Zeitschrift ‚Die Kinderfehler’ zu, die von 1907 an als ‚Zeitschrift für Kinderforschung’ eine herausragende Bedeutung für alle Fachleute auf diesem Gebiet erlangte. 

(Dr. Gerhard Eberle)


R. KochKoch, Robert, Bakteriologe (Entdecker des Tbc- Bazillus). - * 11.12.1843 in Clausthal, + 27.5.1910 in Baden-Baden


 

[Bild (Marke Berlin, 1960): 50. Todestag R. Kochs; Portrait Robert Koch, mit Mikroskop]



Kochem, Martin, katholischer Volksprediger und Erbauungsschriftsteller. - * 1634 in Cochem an der Mosel, + 1712 in Waghäusel bei Bruchsal.-
Martin Kochem (oder Cochem), Kapuzinermönch, gilt als bedeutendster barocker Volks- und Erbauungsschriftsteller der Rheinlande, dessen Predigt- und Gebetbücher große Verbreitung fanden und noch im 20. Jhdt. nachgedruckt wurden. - Kochem lebte seit 1700 öfter in Waghäusel, wo er 1712 gestorben und begraben ist. 

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/m/martin_v_c.shtml



Kocher, rechter Nebenfluß des Neckar, ca. 180 km lang, entspringt in der Schwäbischen Alb, südlich von Aalen bei Oberkochen. Der Kocher, der eine Reihe eindrucksvoller Flusslandschaften ausgebildet hat (z.B. das Tal von Hüttlingen hinter Aalen bis Gaildorf) hat eine ähnliche Flussrichtung wie der Parallelfluss Jagst; er fließt durch Hohenlohe und mündet bei Bad Friedrichshall in den Neckar. Der Kocher berührt dabei die Städte/Gemeinden Aalen, Wasseralfingen, Gaildorf, Schwäbisch Hall, Künzelsau, Forchtenberg, Neuenstadt am Kocher (mit Cleversulzbach)


Kohler, Josef, Jurist. - * 1849 in Offenburg, + 1919 in Berlin.


Köhler, Walther, Kirchenhistoriker (Zwingliforscher). - * 27.12.1870 in Elberfeld, + 18.2.1946 in Heidelberg.


Komburg, ehemaliges Benediktinerkloster bei Schwäbisch Hall, 1075 gegründet.

- Weitere Web-Informationen zum Kloster Großcomburg:
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/shgb/shgbth.php



Kommerell, Max, Literaturhistoriker (George-Kreis). - * 25.2.1902 in Münsingen, + 25.7.1944 in Marburg.


Königsfeld (PLZ: 78126), Gemeinde im Schwarzwald- Baar- Kreis, mit Herrnhuter Gemeinde; Kurort mit 6.096 Einwohnern (12/2007).

1964 + Gerhard Domagk in Burgberg bei Königsfeld gestorben


Konrad III. (Staufer), deutscher König 1138 - 1152. - * 1093, + 15.2.1152 in Bamberg (Grab im Bamberger Dom).

Konrad ["hochwohlgeboren", ein Sohn Friedrich I., dem 1. staufischen Herzog von Schwaben, und der Agnes (von Waiblingen), einer Tochter des Salier-Kaisers Heinrich IV. (s. Stammtafel der Staufer)], wurde - nach einigen Umwegen - 1138 zum deutschen König gewählt. Mit ihm beginnt das starke Jahrhundert der Herrschaft der Staufer im Reich (bis 1254).

Konrad war zunächst ein wichtiger Unterstützer des im Reich umstrittenen Kaisers Heinrich IV. und - gemeinsam mit seinem Bruder Friedrich II. - während der Italienzüge Heinrichs IV. Verwalter der Salischen Hausgüter in Deutschland, vor allem in Franken. 1116 wurde er von Kaiser Heinrich V. zum Herzog von Franken / Rothenburg ernannt.

1127, nach dem Tod Heinrich V., wurde Konrad von einigen Fürsten zum Gegenkönig zum König Lothar III. (von Supplinburg) gewählt, konnte aber keine allgemeine Anerkennung finden. Es kam zum Krieg im Reich, weil Konrad und sein Bruder Friedrich sich weigerten, salisches Haus- und Reichsgut herauszugeben. 1134 besiegten in einem Feldzug, bei dem auch die Stadt Ulm zerstört wurde, die Soldaten Lothars und des Welfenherzogs Heinrich des Stolzen die staufischen Brüder, die sich unterwerfen mussten.

1138, nach dem Tod König Lothars, wurde dann Konrad als König unbestritten anerkannt. Eine wichtige Rolle spielte dabei ein Gesandter des Papstes der für Konrad als König votierte.

König Konrad III., der lange Zeit wohl zu Unrecht nur als "schwacher Pfaffenkönig" betrachtet wurde, begann das Staufische Hausgut zu mehren und mit dem Ausbau der königlichen Kanzlei eine effektive Reichsverwaltung einzuführen.

3 Ereignisse aus seiner Regierungszeit sind besonders bekannt geblieben:
1138: Konrad III. ächtete den Welfen Heinrich X. den Stolzen weil dieser die Huldigung Konrads und damit seine Anerkennung als König verweigerte. Dem Welfen Heinrich dem Stolzen wurde dabei das Herzogtum Bayern und Sachsen aberkannt; damit war der Gegensatz zwischen Staufern und Welfen fast unversöhnlich geworden.
1140 besiegte Konrad die Welfen in der Schlacht von Weinsberg. (Dieser Schlacht um die damals welfische Burg "Weibertreu" wird auch die Geschichte von den Weibern von Weinsberg zugerechnet. Und: Hier soll zum ersten Mal der Schlachtruf "Hie Welf - Hie Wibling", der noch in späteren Jahrhunderten in Italien eine Rolle spielte, erklungen sein.)
1147 - 1149 beteiligte sich König Konrad auf Drängen des Kreuzzugspredigers Bernhard von Clairvaux am 2. Kreuzzug nach Jerusalem, der allerdings ein völliges Desaster war.

1152 starb Konrad während der Vorbereitung des Romzuges zur Kaiserkrönung in Bamberg.

Nachfolger Konrads III. wurde auf seinen Vorschlag nicht sein Sohn Friedrich von Rothenburg, sondern sein Neffe Friedrich Barbarossa.

Literaturhinweis:
Knut Görich: Die Staufer. Herrscher und Reich.
Beck-Verlag München, Beck Wissen, 2006

Konrad IV. (Staufer), deutscher König 1237 - 1254. - * 25.4.1228 in Apulien, + 25.6.1254 in Lavello in Italien..

Konrad IV. war der letzte deutsche König aus dem Geschlecht der Staufer.
Konrad war ein Sohn Kaiser Friedrichs II. aus dessen 2. Ehe mit Isabella von Jerusalem. Sein Vater Kaiser Friedrich II. hatte ihn schon während seiner Regierungszeit 1237 zum deutschen König und künftigen Kaiser wählen lassen. (Herzog von Schwaben war er als Konrad III. schon 1235 geworden.)
Konrad IV. war verheiratet mit Elisabeth von Bayern. Konradin ist ein Sohn aus dieser Ehe.

Nach dem Tod Friedrichs II. 1250 versuchte König Konrad IV. dann das gesamte Reich zu erringen. Er zog 1251 nach Italien, traf sich 1252 mit seinem Halbbruder Manfred, der zunächst die Regentschaft über Sizilien ausüben sollte. Danach wollte Konrad wieder nach Deutschland ziehen, um dort sein Königtum gegen Wilhelm von Holland durchzusetzen. Auf der Reise in den Norden starb Konrad, erst 26 Jahre alt, in Lavello in der Nähe von Melfi in Süditalien.


Konradin, Herzog von Schwaben (Staufer). - * 25.3.1252 auf Burg Wolfstein bei Landshut, + 29.10.1268 in Neapel (enthauptet) (Grab in Neapel). - 
Mit dem Tod des letzten Staufer- Erbes Konradins 1268 endet die Dynastie der Staufer. -

KonradinKonradin, Sohn von Konrad IV. und Elisabeth von Bayern, war schon 1252 (mit 2 Jahren!) zum Herzog von Schwaben bestimmt, dazu auch zum König von Sizilien und Jerusalem.

[Bild (Marke Liechtenstein, 1962): Minnesänger, nach der Manessischen Liederhandschrift: König Konradin]

Die Entwicklung in Süditalien ab 1254:
Nach dem Tod von König Konrad IV. (1254), hatte der Papst beschlossen, das Königreich Sizilien (in dem inzwischen Manfred von Tarent, ein Sohn Kaiser Friedrichs II., als König von Sizilien und Apulien regierte) nicht weiter bei den Staufern zu lassen und nicht wieder einem Staufer zu geben, da er die Umklammerung des Kirchenstaates durch Deutschland und Süditalien in einer Hand fürchtete. Er ließ Manfred bannen. Dann gab er Sizilien dem aus Frankreich stammenden Karl von Anjou zum Lehen und krönte ihn 1265 in Rom zum König von Sizilien. Zusammen mit stauferfeindlichen oberitalienischen Städten zog Karl von Anjou gegen Manfred von Sizilien und schlug ihn 1266 bei Benevent, wobei Manfred auch das Leben verlor.

Konradins Zug nach Italien und sein Tod:
1268 zog Konradin, begleitet auch vom badischen Markgraf Friedrich I., nach Italien, um sein staufisches Erbe zu erringen. Nach anfänglichen Erfolgen und viel Unterstützung auch von oberitalienischen Städten erlitt Konradin bei Tagliacozzo in den Abruzzen eine vernichtende Niederlage gegen die Ritter Karls von Anjou. Konradin konnte zunächst fliehen, sein Schiff wurde bald aufgebracht, Konradin gefangen worden, nach Neapel gebracht und dort nach einem kurzen Prozess enthauptet.

Mit dem Tod des letzten Staufer- Erbes Konradin 1268 endet die Dynastie der Staufer. -

Erinnerungen an Konradin:
Das tragische Schicksal des letzten Staufers ist vor allem im 19. Jahrhundert in Deutschland in über hundert Dramen und Dichtungen beklagt und besungen worden.

StamsEinen besonderen Ort der Klage und des Gedenkens hat - der Legende nach - die Mutter Konradins, Elisabeth von Bayern, mit der Gründung des Klosters Stams (im Inntal bei Innsbruck) errichtet.

[Bild (Marke Österreich, 1984): Stift Stams in Tirol]

Auf einer Gedenktafel im Kloster Stams steht der Text:

Tafel in Stams"1272 stifteten Graf Meinhard II. von Görz-Tirol und dessen Gattin Elisabeth dieses Kloster.
Elisabeth war in erster Ehe verheiratet mit König Konrad IV. von Hohenstaufen.
Dessen Sohn KONRADIN
versuchte, das Erbe seines Vaters wieder zu erringen und wurde auf Geheiß Karls von Anjou, Bruder des französischen Königs, am 29. Oktober 1268 in Neapel enthauptet."




[Bild (Foto Ebener): Gedenktafel an den Tod Konradins im Kloster Stams]



KonstanzKonstanz (PLZ: 78462 bis 78467), Stadt am Bodensee, Kreisstadt des Kreises Konstanz, mit 81.511 Einwohnern (12/2007)..

[Bild (Marke Baden,1947): Trachtenmädchen am Bodensee, im Hintergrund Konstanz]

Konstanz wurde um 300 n.Chr. vom römischen Kaiser Constantius Chlorus gegründet. Im 6. Jhdt. ist es bereits Bischofssitz (mit einem Einzugsgebiet bis Ditzingen). Seit 1192 ist Konstanz Reichsstadt. Um 1190 ist vermutlich in Konstanz die Schocken- Bibel entstanden [Bild siehe bei Juden und jüdische Gemeinden]; um 1310 die Weingarter Liederhandschrift. 1414 - 1418 findet in Konstanz das Konstanzer Konzil statt. Als Konstanz um 1525 evangelisch wird, verlegt der Bischof 1526 seinen Sitz nach Meersburg. Von 1548 bis 1805 kommt Konstanz zu Vorderösterreich, danach zu Baden. 

Konstanz[Bild: Blick auf Konstanz vom Bodensee aus, mit Münsterturm; Ingenieur- Kongreß 1949]

Einige Personen und Ereignisse mit Bezug zu Konstanz:

0949: Gebhard, Heiliger, in Konstanz geboren
0995: Gebhard, Bischof von Konstanz, in K. gestorben

1295 * Heinrich Seuse in Konstanz geboren

1415 + Joh. Hus in Konstanz als Ketzer verbrannt
1416 + Hieronymus von Prag in Konstanz verbrannt
1458 + Hermann von Sachsenheim in Konstanz gestorben
1461 * Ulrich Zasius in Konstanz geboren
1492 * Ambrosius Blarer in Konstanz geboren

1787 * G.H. Dufour in Konstanz geboren

1838 * Ferdinand Graf von Zeppelin in Konstanz geboren
1848: Friedrich Hecker ruft in Konstanz die Republik aus
1860 + Ignaz von Wessenberg in Konstanz gestorben

1929 + Prinz Max von Baden in Konstanz (Salem ?) gestorben
1967 + Jacob Picard (jüdischer Dichter) in Konstanz gestorben
1972 + Friedrich Flick in Konstanz gestorben
1984 + Hans-Constanin Paulssen in Konstanz gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.konstanz.de



KonzilgebäudeKonstanzer Konzil: Konzil von 1414 - 1418, bei dem Johannes Hus wegen seiner "ketzerischen Lehre" trotz der Zusicherung freien Geleits verbrannt wurde. -
Das große abendländische Schisma mit den 3 Päpsten gleichzeitig wurde beim Konstanzer Konzil beendet.
 s.ausf. Artikel: Konstanzer Konzil  von 1414 - 1418 / Konzilgeschichte.

[Bild (Foto Ebener): Das große "Konzilsgebäude" am Konstanzer Hafen, eine umgebaute Kaufhalle, in dem die Papstwahl beim Konzil stattfand.



Korntal, Gemeinde in Nordwürttemberg, jetzt im Gemeindeverband Stadt Korntal- Münchingen (PLZ: 70825), mit 18.397 Einwohnern (12/2007). 

Das "heilige Korntal", wie es manchmal ehrfürchtig oder auch spöttisch genannt wurde, entstand als Gemeinde und evang. Brüdergemeinde seit 1819. Es war - mit Wilhelmsdorf - eine einmalige Kolonie in Württemberg mit einem religiösen Sonderstatus: Damals wanderten immer mehr fromme Württemberger aus religiösen Gründen nach Amerika u.a. aus, weil sie in der Staatskirche nicht ihrem Glauben zu leben können glaubten. Um diese oft besonders fleißigen Untertanen im Land zu halten gestattete König Wilhelm I. eine Ansiedlung beim ehemaligen Rittergut Korntal, in dessen Gemeinde eine von der Staatskiche unabhängige Religionsausübung möglich war. So siedelten sich bald viele der Erweckungsbewegung nahestehende Christen in Korntal an.

1876 + Johannes Rebmann (Missionar) in Korntal gestorben
1881 + Johann Ludwig Krapf (Missionar) in Korntal gestorben

1951: Grab von Auguste Supper in Korntal

- Weitere Web-Informationen: http://www.korntal.de



Kornwestheim (PLZ: 70806), Stadt im Kreis Ludwigsburg, mit 31.136 Einwohnern (12/2007).
.
1770 - 1781: Philipp Matthäus Hahn Pfarrer in Kornwestheim
1891: Salamander AG in Kornwestheim gegründet


KosselKossel, Albrecht, Chemiker (Nobelpreis 1910). - * 16.9.1853 in Rostock, + 5.7.1927 in Heidelberg. - Kossel war von 1901 - 1927 Prof. in Heidelberg
 
 

[Bild (Marke Schweden, 1970): Portrait Albrecht Kossel, Nobelpreis 1910]



Kotzebue, August von, Dichter. - * 3.5.1761 in Weimar, + 23.2.1819 in Mannheim (ermordet vom K.L. Sand).


Kraichgau, Landschaft zwischen Schwarzwald und Odenwald (östlich der Linie Karlsruhe- Heidelberg, westlich der Stromberge). - Im Kraichgau hatten sich besonders viele Reichsritterschaften etabliert.


Krapf, Johann Ludwig, Missionar und Afrikaforscher. - * 11.1 1810 in Derendingen bei Tübingen, + 25.11.1881 in Korntal. - Krapf ging 1837 als Missionar nach Äthiopien. Er entdeckte als erster Europäer den Mt. Kenia.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/k/Krapf.shtml



Krauchenwies, Stadt in Südwürttemberg südlich von Sigmaringen (PLZ: 72505), im Landkreis Sigmaringen, mit 5.088 Einwohnern (12/2007).

Krauchenwies gehörte seit 1595 den Grafen von Hohenzollern-Sigmaringen; hier hatten die Grafen und später Fürsten von Hohenzollern- Sigmaringen ihren Sommersitz. Das fürstliche Sommerschloss (erbaut 1832) liegt in einem schönen Park in Krauchenwies.

1835 * Leopold, Fürst von Hohenzollern, in Krauchenwies geboren

- Weitere Web-Informationen zu Krauchenwies:
http://www.krauchenwies.de



Kreenheinstetten / Leibertingen bei Meßkirch in Baden (PLZ: 88637): 

1644 * Abraham a Sancta Clara in Kreenheinstetten geboren



Kretschmer, Ernst, Psychiater ("Körperbau und Charakter"). - * 8.10.1888 in Wüstenrot, + 8.2.1964 in Tübingen. - Kretschmer war seit 1946 Prof. in Tübingen.


KreutzerKreutzer, Conradin, Komponist der Romantik und des Biedermeier. - * 22.11.1780 in Meßkirch, + 14.12.1849 in Riga. - Conradin Kreutzer war ab 1812 Hofkapellmeister in Stuttgart, 1817 - 1822 Kapellmeister in Donaueschingen.
 

[Bild (Marke Baden, 1949): 100. Todestag C. Kreuters; Portrait Conradin Kreutzers]



Kreuzzüge: siehe extra Artikel Kreuzzüge


Krieck, Ernst, Pädagoge. - * 6.7.1882 in Vögisheim, + 19.3.1947 in Moosburg (Internierungslager). - Krieck, seit 1934 Prof. in Heidelberg, versuchte den Nationalsozialismus pädagogisch zu unterbauen.


Kröner, Adolf von, Verlagsbuchhändler. - 26.5.1836 in Stuttgart, + 29.1.1911 in Stuttgart.


Kropp, Georg, Unternehmer, Gründer der 1. deutschen Bausparkasse. - * 1.12.1865 in Swinemünde, + 21.1.1943 in Wüstenrot (Ehrengrab in Wüstenrot).

Georg Kropp arbeitete zunächst als Vertreter eines pharmazeutischen Unternehmens, dann als Werbeleiter eines Verlags und als Leiter einer Fachzeitschrift; seit 1919 wohnte er in Wüstenrot, einer kleinen Gemeinde im Mainhardter Wald. 1920 veröffentlichte er sein Buch "Aus Armut zum Wohlstand", in dem auch die Ideen aus England und den USA zu einer Art Bausparkasse aufgenommen wurden.

1924 gründete Kropp die "Gemeinschaft der Freunde Wüstenrot" als gemeinnützigen Verein; 1926 wurde die GdF in eine GmbH umgewandelt: Damit war die erste deutsche Bausparkasse gegründet, für die Kropp auf ausgedehnten Vortragsreisen in ganz Deutschland warb. Die Wohnungsnot war nach dem 1. Weltkrieg besonders groß; - damit fiel die Idee des Bausparens auf besonders fruchtbaren Boden. Andrerseits war die Zeit nach der Inflation 1923 und die zunehmende Arbeitslosigkeit in den 20-erJahren für Sparer sehr problematisch. Dennoch: Die GdF Wüstenrot wurde ein großer Erfolg, auch als sie bald nicht mehr die einzige Bausparkasse in Deutschland war.

KroppGeorg Kropp, der bei der Gründung der GdF schon fast 60 Jahre alt war, war seit 1924 Schriftleiter der Hauszeitschrift "Mein Eigenheim" und Geschäftsführer der GdF; 1925 gab er die Geschäftsführung ab und übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrates. Als 1930 der Sitz des Unternehmens gegen Kropps Willen von Wüstenrot nach Ludwigsburg verlegt wurde, trat Georg Kropp von allen seinen Ämtern bei der GdF zurück.

Als Georg Kropp 1943 in Wüstenrot starb, erhielt er ein Ehrengrab auf dem Friedhof in Wüstenrot. Auf seinem Grabstein steht sein Lebens- und Arbeitsmotto: "Wille, sparen, Gottvertrauen / werden Vaterhäuser bauen."

[Bild (Stempel und Portrait Kropps): Briefmarkenausstellung in Wüstenrot zu 75 Jahren Bausparen; Portrait Georg Kropp]



Kühn, Alfred, Zoologe. - * 22.4.1885 in Baden-Baden, + 22.11.1968 in Tübingen


Kunstgeschichte, Kunst und Künstler (Malerei und Plastik) in Südwestdeutschland: siehe extra Seiten Kunstgeschichte


Kurz, Hermann, Schriftsteller der "schwäbischen Schule". - * 30.11.1813 in Reutlingen, + 10.10.1873 in Tübingen. - 

Hermann Kurz durchlief zuerst die typischen Stationen eines württembergischen Theologen: Seminarist in Maulbronn, Theologiestudent im Tübinger Stift, Vikar (in Ehningen bei Böblingen). Danach lebte er als freier Schriftsteller und Journalist in Stuttgart und Karlsruhe u.a.; seit 1863 war er Bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Tübingen. - Hermann Kurz schrieb Gedichte und Erzählungen, meist Genrebilder seiner schwäbischen Heimat; er gilt als realistischer Schilderer schwäbischer Bürgerlichkeit und Verfasser kulturhistorischer Romane. Bekannte Werke: "Schillers Heimatjahre" (1843), "Der Sonnenwirt" (1854); "Jugenderinnerungen" (1874).

- Weitere Web- Informationen: 
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/kurz.htm



Kurz, Isolde, Schriftstellerin. - * 21.12.1853 in Stuttgart , + 6.4.1944 in Tübingen. - Isolde Kurz, Tochter von Hermann Kurz, aufgewachsen in Esslingen und Tübingen, lebte 1873 - 1914 in Florenz, wo sie die wichtigsten Anregungen für ihre Gedichte und Erzählungen erhielt, von 1915 bis 1943 in München, seit 1943 in Tübingen. Bekannt wurde Isolde Kurz mit den "Florentiner Novellen" (1890), "Aus meinem Jugendland" (1918), "Vanadis. Der Schicksalsweg einer Frau" (1931).

- Weitere Web-Informationen zu Isolde Kurz:
http://www.jiii.de/dichterinnen-2002/Kurz/



Kußmaul, Adolf, Mediziner und Parodist. - * 22.2.1822 in Graben, + 28.5.1902 in Heidelberg.
Kussmaul war Arzt in Freiburg und von 1876 - 1889 Prof. in Straßburg. Berühmt wurde er als Mediziner durch die Einführung der Magenspiegelung (1869) und den "Kussmaulschen Schlauch" zur Magenspülung. Nach ihm benannt ist auch die "Kussmaul-Atmung", die vertiefte Atmung besonders beim diabetischen Koma.

Daneben ist Kussmaul noch auf einem ganz anderen Gebiet bekannt geworden: Er entdeckte 1853 die Gedichte des Dorfschulmeisters S.F.Sauter aus Flehingen, zu denen er zusammen mit L. Eichrodt Parodien um den Gottlieb Biedermaier veröffentlichte, der Namensgeber für die Epoche des "Biedermeier" werden sollte.

Die folgende Biedermaier-Parodie dürfte von A. Kussmaul stammen:

Klagelied des Schulmeisters Jeremias Birkenstecken um den hingegangenen Freund Gottlieb Biedermaier

O Spektakel, welch ein Schrecken! / Das ist Trauersiegellack. /
Jeremias Birkenstecken, / Bürste deinen schwarzen Frack!

Welche Botschaft! Biedermaier, / Dieser Edle, lebt nicht mehr! /
Bindet Flor an meine Leier, / Denn der Vorgang schmerzt mich sehr.

Bindet Flor an Hut und Hauben, / Daß die Träne besser fließt, /
Niemand wird die Nachricht glauben/ Wenn er's nicht im Blättle liest.

Gott! Hätt ich das können ahnen,/ Daß der große Mann verschied,/
Als wir eben in dem Schwanen / Sangen sein Kartoffellied!

O muß Alles denn von hinnen, / Was da schön und edel ist, /
Dieses bringt mich schier von Sinnen, / Solch ein Dichter, Mensch und Christ!

Darf der Bürger denn nicht klagen,/ Wo selbst die Regierung klagt,/
Die ihm erst vor wenig Tagen / Die Medaille angesagt!?

Klaget, klaget, liebe Leute, / Denn das Klagen ist erlaubt, /
Wenn der Tod als seine Beute / Einen Biedermaier raubt.



Kyber, Manfred, Erzähler und Lyriker.. - * 1.3.1880 in Riga, + 10.3.1933 in Löwenstein (Grab auf dem Bergfriedhof in Löwenstein).

Kyber, der als Publizist in Berlin und Stuttgart arbeitete, wohnte seit 1923 in Löwenstein. Dort entstanden auch seine damals sehr beliebten Märchen und Tiergeschichten (z.B. "Lups" und "Balduin Brummsel"), in denen die Literaturkritik das Werk eines Mystikers und Erlöser gegenüber der "mechanisierten Zivilisation" rühmte.

- Weitere Web-Informationen zu Manfred Kyber:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/kyber.htm


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de  / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: K / letzte Änderung:  1.2.2014

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