WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: R(Raabe bis Ruprecht)
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R: Übersicht über die Lexikon-  Stichworte mit R
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[Hinweis auf ausführlichere Artikel in stärkerer Schrift]

Raabe, Wilhelm (Dichter, + 1910)
Radbruch,Gustav (Jurist, + 1949)
Radolfzell (Stadt am Bodensee)
Rahner, Karl (katholischer Theologe, + 1984)
Ramin, Günther (Organist und Chordirigent, + 1956)
Rapp, Johann Georg (pietistischer Separatist, + 1847)
Rastatt (Residenzstadt im Rheintal)
Ratgeb, Jerg: s. Artikel: Jerg Ratgeb (Maler, + 1526)
Ratzel, Friedrich (Geograph, + 1904)
Rau, Gottlieb (Revolutionär, + 1854)
Rau, Heinrich (DDR-Minister, + 1961)
Rau, Karl Heinrich (Volkswirtschaftler, + 1870)
Rauchmüller, Matthias (Bildhauer, + 1686)
Ravensburg (Stadt in Oberschwaben)
Ravensburger Handelsgesellschaft (1380 - 1530)
Raymond, Fred (Operettenkomponist, + 1954)

Rebmann, Johannes (Missionar, + 1876)
Reichenau, Walter (Generalfeldmarschall, + 1942)
Reichenau (Insel und Klöster im Bodensee)
Reichenbach, Carl-Ludwig (Naturforscher, + 1869)
Reichenbach, Georg (Ingenieur, + 1826)
Reichsdeputationshauptschluss von 1803
Reichsstädte: s. extra Artikel Städte / Reichsstädte
Reichssturmfahne
 

R: Übersicht über die Lexikon-  Stichworte mit R
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Reinhard, Karl Friedrich (französischer Diplomat, + 1837)
Reinmar von Zweter (Spruchdichter, + 1252)
Rems (Nebenfluss des Neckars) und Remstal
Rench (Nebenfluss des Oberrheins)
Renchen (Gemeinde in der Ortenau)
Reiss, Wilhelm (Vulkanologe, + 1903)
Renz, Ernst Jakob (Zirkusdirektor, + 1892)
Reuchlin, Johannes (Humanist, + 1522)
Reutlingen (Kreisstadt unter der Achalm)
Reuchlin, Johannes (Humanist, + 1522)
Reutlingen (Kreisstadt unter der Achalm)
Reutter, Hermann (Komponist, + 1985)

Revolution von 1848 / 1849: s. extra Artikel 1848/1849

Rhein (Grenzfluss)
Rheinfelden (Stadt am Hochrhein)

Richter, Franz Xaver (Komponist)
Rickert, Heinrich (Philosoph, + 1936)
Ridinger, Johann Elias (Maler, + 1767)
Riedböhringen (Gemeinde in Baden)
Riquewihr / Reichenweier (Gemeinde im Elsass)

Röchling, Hermann (Unternehmer, + 1955)
Rohde, Erwin (Altphilologe, + 1898)

Römer: s.extra Artikel: Die Römer in Südwestdeutschland (ca 50 - 260 n.Chr.)

Römer, Friedrich (Politiker, + 1864)
Rombach, Otto (Schriftsteller, + 1984)
Rommel, Erwin (Generalfeldmarschall, + 1944)
Rösch, Karl (Arzt, Gründer von Mariaberg, + 1866)
Rot an der Rot (Gemeinde in Oberschwaben)
Rothacker, Erich (Philosoph, + 1965)
Rothe, Richard (evang. Theologe, + 1867)
Rotteck, Karl (Politiker, + 1840)
Rottenacker (Gemeinde im Alb-Donau-Kreis)
Rottenburg am Neckar (Stadt im Landkreis Tübingen)
Rottmann, Carl (Maler, + 1850)
Rottweil (Stadt am Neckar)

Rudolf von Habsburg (deutscher König, + 1291)
Ruppertshofen (Gemeinde im Ostalbkreis)
Ruprecht I. (Kurfürst der Pfalz, + 1390)

RaabeRaabe, Wilhelm, Dichter. - * 8.9.1831 in Eschershausen / Braunschweig, + 15.11.1910 in Braunschweig. – 

Wilhelm Raabe lebte 1862 – 1870 in Stuttgart und schrieb dort "Der Hungerpastor", "Abu Telfan", "Der Schüdderump".

[Bild (Marke BRD, 1981): 150. Geburtstag von Raabe; Portait Wilhelm Raabe]

- Weitere Web-Informationen zu Wilhelm Raabe: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/raabe.htm



Radbruch, Gustav, Jurist und Politiker. - * 21.11.1878 in Lübeck, + 23.11.1949 in Heidelberg. – 

Radbruch war 1921 – 1924 Reichsjustizminister, danach bis 1933 Prof. in Heidelberg.



Radolfzell, Stadt am Bodensee (PLZ: 78315) im Landkreis Konstanz, mit ca. 28.400 Einwohnern. – 

Radolfzell, 826 gegründet, erhielt 1100 Stadtrecht und gehörte 1454 – 1805 zu Vorderösterreich.

1470 * Martin Waldseemüller in Radolfzell geboren
1645 * Matthias Rauchmüller in Radolfzell geboren

1872ff: J. V. von Scheffel lebt auf der Mettnau bei Radolfzell

- Weitere Web-Informationen: http://www.radolfzell.de



Rahner, Karl, katholischer Theologe, Jesuit. - * 5.3.1904 in Freiburg,  + 30.3.1984 in Innsbruck. - 

Rahner wurde besonders bekannt als offizieller Konzilstheologe beim 2. Vaticanischen Konzil 1960 - 1965.



RaminRamin, Günther, Organist und Chordirigent. - * 15.10.1898 in Karlsruhe, + 27.2.1956 in Leipzig. – 

Ramin war seit 1918 Organist und seit 1939 Thomaskantor in Leipzig. 

[Bild (Marke BRD, 1998): 100. Geburtstag Ramins; Portrait des Thomaskantors Günther Ramin]



Rapp, Johann Georg, Schuster und religiöser Gemeinschaftsgründer. - * 1.11.1757 in Iptingen, + 7.8.1847 in Economy in Pennsylvania. - 

J.G. Rapp, Sohn eines Leinewebers in Iptingen, war ein "radikaler, separatistischer und spiritistischer Pietist", der seit 1780 in Konflikt mit der württembergischen Landeskirche kam und 1803 nach Nordamerika auswanderte. In Pennsylvania und Indiana gründete er blühende Siedlungsgemeinschaften (Harmony Society) auf religiös- kommunistischer Grundlage, in denen mehrere hundert mit ihm ausgewanderte Württemberger lebten.

- Weitere Web-Informationen zu J.G.Rapp::
http://www.bautz.de/bbkl/r/rapp_j_g.shtml



Rastatt (PLZ: 76437), Große Kreisstadt in der Rheinebene in Baden, mit ca. 45.900 Einwohnern.. – 

Rastatt 11699 ließ Markgraf Ludwig Wilhelm I. von Baden das Rastatter Schloß als erstes großes Barockschloß im Stil von Versailles in Deutschland bauen. 1705 wurde Rastatt dann als Stadt neu angelegt. Die Residenz der Markgrafen von Baden-Baden wurde danach von Baden-Baden nach Rastatt verlegt. Rastatt war Residenzstadt bis 1771. 

[Bild (Marke Baden, 1948): Ansichten des Rastatter Schlosses] 

1714 wurde in Rastatt der Friede von Rastatt geschlossen, mit dem der Spanische Erbfolgekrieg beendet wurde. Frankreich verzichtete dabei auf die Städte Freiburg, Kehl und Breisach.
1797 /1799 wurde beim Friedenskongress von Rastatt der 1. Koalitionskrieg beendet. Es wurde zwischen Frankreich und dem Reich vereinbart, daß die linksrheinischen Gebiete an Frankreich abgetreten werden und Baden, Württemberg u.a. dafür mit säkularisierten geistlichen Gebieten  entschädigt werden sollten

Rastatt 18491849 war mit dem Rastatter Schloß der Höhepunkt und das Ende der Badischen Revolution verbunden: Nach langer Belagerung mußte die Besatzung der Festung Rastatt kapitulieren. 

[Bild (Marke Baden, 1949): 100-Jahr-Feier des Freiheitskampes um Rastatt; Freiheitskampf in Rastatt 1849, Carl Schurz]

Personenbezüge zu Rastatt:

1707 + Markgraf Ludwig Wilhelm I. in Rastatt gestorben

- Weitere Web-Informationen zu Rastatt:
http://www.erinnerungsstaette-rastatt.de
http://www.rastatt.de
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/ra/rath.php



Ratgeb-AltarRatgeb, Jerg, Maler und Bauernführer. – * um 1480 in  Schwäbisch-Gmünd (oder Herrenberg), + (hingerichtet) 1526 in Pforzheim. - 

Bild: 2 Tafelndes Herrenberger Altars von Jörg Ratgeb]

s. extra Artikel zur Biographie Ratgebs und zum Herrenberger Altar, mit Vergrößerung der beiden Bilder.

Ratgeb u.Co.[Bild (Marke  DDR, 1989): Bekannte Parteigänger der Reformation, aus W. Tübkes Monumentalgemälde zur Frühbürgerlichen Revolution 1525, Panoramamuseum Bad Frankenhausen, 1989: Um einen Brunnen versammelt sind T. Riemenschneider, Jörg Ratgeb, A. Dürer, M. Luther, L. Cranach, S. Brant, P. Melanchthon]


 
 

[Vergrößerung der Bilder und Erreichen des ausführlicheren Artikels zu Jörg Ratgeb, zu seiner Biographie und dem Herrenberger Altar, durch Anklicken der Bilder oder des Links]



Ratzel, Friedrich, Forschungsreisender und Geograph. - * 30.8.1844 in Karlsruhe, + 9.8.1904 in Ammerland (Starnberger See).

Ratzel, der Prof. in München (seit 1876) und Leipzig (seit 1886) war, gilt als Begründer einer "Politischen Geographie" (so der Titel eines seiner Hauptwerke).



Rau, Gottlieb, Glasfabrikant und Revolutionär. - * 1816 in Dürrwangen, seit 1843 Glaswarenfakrikant in Gaildorf, + 2.10.1854 in New York. - 

Rau war 1848 ein Wortführer der Linken und einer der wenigen Revolutionäre aus Württemberg. "Wir suchen den gebundenen Geist der Menschen frei zu machen, damit der Schnee und das Eis der Aristokratie endlich schmilzt, beleuchtet vom Strahl der Sonne und durchweht vom Atem Gottes."
Rau versucht in Württemberg demokratische Vereine zu gründen, die verboten und zum Teil mit Gewalt verhindert werden. Am 24.9.1848 ruft er in Rottweil zu einem bewaffneten Revolutionszug ("Zwetschgenfeldzug") nach Cannstatt auf. Schon 2 Tage später wird der Zug aufgelöst und Rau bei Balingen verhaftet und auf den Hohenasperg gebracht. 1850 wird er zu 13 Jahren Festungshaft verurteilt; 1853 wird er "begnadigt zur Ausreise nach USA", wo er schon im nächsten Jahr stirbt.



H. RauRau, Heinrich, Politiker (DDR- Minister). - * 2.4.1899 in Stuttgart, + 23.3.1961 in Berlin. – 

Rau war ab 1949 Minister der DDR für verschiedene Ressorts und stellvertretender Ministerpräsident. 

[Bild (Marke DDR, 1966): Gedenken an die Spanischen Brigaden 1938; Heinrich Rau, Internationale Brigadisten ]


Rau, Karl Heinrich, Volkswirtschaftler. * 29.11.1792 in Erlangen, + 18.3.1870 in Heidelberg.

Karl Heinrich Rau war seit 1822 Prof. für Nationalökonomie in Heidelberg. In seinem "Lehrbuch der politischen Ökonomie" (1826 ff) begründet er die heute noch übliche Einteilung der Nationalökonomie in Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft.

Reinhard, Karl-Friedrich, Theologe und französischer Diplomat. - * 2.10.1761 in Schorndorf, + 25.12.1837 in Paris. -

Reinhard schlug zunächst die Laufbahn eines württembergischen Theologen ein: Schüler im Seminar in Maulbronn, 1778 Student im Tübinger Stift, dann Vikar in Württemberg. Begeistert von der Französischen Revolution kam er 1790 nach Paris, wurde französischer Gesandter in verschiedenen Ländern, 1799 sogar Außenminister Frankreichs (allerdings nur für 2 Monate). Ab 1815 war Reinhard für 14 Jahre Gesandter beim Deutschen Bundestag in Frankfurt.

- Weitere Web-Informationen zu dem bewegten Leben Reinhards:
http://www.bautz.de/bbkl/r/reinhard_k_f.shtml


Reinmar von Zweter, mittelhochdeutscher Spruchdichter. - * um 1200 vermutlich in Zeutern bei Heidelberg, + 1252 in Eßfeld bei Ochsenfurt.


Rems, rechter Nebenfluß des Neckars. - Die Rems entspringt in der Schwäbischen Alb in der Nähe von Schwäb. Gmünd und mündet bei Neckarrems in den Neckar. Das Remstal ist ein fruchtbares Obst- und Weinbaugebiet und auch ein wichtiges Industriegebiet Württembergs. Wichtige Städte im Remstal sind Gmünd, Lorch, Schorndorf, Weinstadt, Waiblingen (s. Karte).


Rench: rechter Nebenfluß des Oberrheins, entspringt am Kniebis im Schwarzwald.


Renchen bei Oberkirch (PLZ: 77871):
1667 - 1776: H.J.C. Grimmelshausen Schultheiß in Renchen
1676 + H.J.C. Grimmelshausen in Renchen gestorben


Reiss, Wilhelm, Vulkanologe. - * 13.6.1838 in Mannheim, + 29.9.1903 in Könitz  (Thüringen). - Reiss bereiste als Forschungsreisender ab 1868 Südamerika.


RenzRenz, Ernst Jakob, Zirkusdirektor. - * 1815 in Böckingen / Heilbronn, + 1892 in Berlin. - 
E.J. Renz war übrigens auch ein Pionier der Werbung: Als erster hat er 1854 mit Litfaß auf "Litfaßsäulen" in Berlin für seinen Zirkus geworben.
 

[Bild (Marke BRD, 1992): 100. Todestag von E.J.Renz; Zirkusdirektor E. J. Renz bei der Pferdedressur]


Reuchlin, Johannes, Humanist. - * 22.2.1455 in Pforzheim, + 30.6.1522 in Liebenzell (oder Stuttgart?) (Grab in der Leonhardskirche in Stuttgart). – 

Reuchlin, ein Onkel Melanchthons, gilt neben Erasmus als einer der wichtigsten Humanisten. Er arbeitete eine Zeitlang als Jurist für Württemberg (1499 - 1520 in Stuttgart), lehrte dann als Prof. in Ingolstadt und Tübingen. Er begründete das wissenschaftliche Studium von Griechisch und Hebräisch in Deutschland, kämpfte gegen die Vernichtung hebräischer Literatur durch die Inquisition (wofür er als Ketzer angeklagt wurde), schrieb theosophische Werke, und auch lateinische Schuldramen. Er blieb ein Gegner der lutherischen Reformation.

- Weitere Web-Informationen zu Johannes Reuchlin: http://www.stadt-pforzheim.de/
http://www.bautz.de/bbkl/r/reuchlin_j.shtml


Reutlingen (PLZ: 72760 bis 72770), Stadt an der Echaz unter der Achalm, Kreisstadt des Landkreises Reutlingen, ca. 109.800 Einwohner.
Reutlingen, zuerst 1090 genannt, wurde 1236 – 1240 von Kaiser Friedrich II. als Stadt ausgebaut und nach dem Ende der Staufer Reichsstadt. Die Stadt stand häufig im Streit mit Wirtemberg, Reutlingen wurde mehrfach belagert (als Dank für eine erfolgreich abgewehrte Belagerung soll im 13. Jahrhundert die Marienkirche gebaut worden sein) und war wichtiges Mitglied im  Schwäbischen Städtebund. Als 1519 Herzog Ulrich die Stadt Reutlingen einnahm war das der Auslöser für die Vertreibung Ulrichs. -  1803 kam Reutlingen an Württemberg.

Personen und Ereignisse mit Bezug zu Reutlingen:

1410 * Günther Zainer in Reutlingen geboren

1789 * Friedrich List in Reutlingen geboren

1813 * Hermann Kurz in Reutlingen geboren
1840 – 1887: Gustav Werner in Reutlingen
1849 Gustav- Werner- Stiftung in Reutlingen gegründet
1876 * Ludwig Finckh in Reutlingen geboren

Gustav Werner1887 + Gustav Werner in Reutlingen gestorben

[Bild (Marke Württ.-Hohenzollern, 1949): 100 Jahre Gustav-Werner-Stiftung zum Bruderhaus in Reutlingen; Büste Gustav Werners]

1947 - 1981: HAP Grieshaber lebt an der Achalm bei Reutlingen
1949 - 1976: Gerd Gaiser Lehrer und Prof. in Reutlingen
1976 + Gerd Gaiser in Reutlingen gestorben
1981 + HAP Grieshaber in Reutlingen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.reutlingen.de


Reutter, Hermann, Komponist. - * 17.6.1900 in Stuttgart, + 1.1.1985 in Stuttgart.

Hermann Reutter schuf Opern (u. a. Faust - und Hamlet- Opern), Chormusik, Lieder, Konzerte und Kammermusik - die ganze Bandbreite eines Komponisten des 20. Jhdt., in teils volkstümlichem bis gemäßigt modernem Stil.



Revolution von 1848 / 1849: siehe extra Artikel 1848, und bei Gottlieb Rau.


Rhein: größter und wasserreichster Fluss Deutschlands, der am südlichen und westlichen Rande Baden-Württembergs Grenzfluss zur Schweiz, zu Frankreich und zu Rheinland-Pfalz bildet (siehe Karte II). -

Als Alpenrhein in der Schweiz von Chur kommend fließt der Rhein im Osten in den Bodensee, den er nach Konstanz und dem Untersee kurz vor Stein am Rhein (Schweiz) verläßt. Bei Schaffhausen (Schweiz) überwindet der Rhein den Rheinfall und fließt dann als Hochrhein bis Basel, von da an als Oberrhein durch das Oberrheinische Tiefland nach Norden. Kurz hinter Mannheim, wo auch der Neckar in den Rhein mündet, verläßt der Rhein das Gebiet Baden-Württembergs.-
Ab Konstanz hat das Land 437 km Anteil am Rhein, davon sind 289 km ab Rheinfelden schiffbar.

Schiffbar ist der Rhein erst seit den umfangreichen Rheinkorrekturen im 19. Jhdt: Zwischen 1817 und 1866 wurde der wilde Rhein reguliert zur Klärung der Grenzen, zur Landgewinnung, zum Hochwasserschutz und vor allem zur Schiffbarmachung. Besondere Verdienste hat sich dabei der badische Oberst Johann Gottfried Tulla (1770 - 1828) erworben, der die Rheinkorrektur plante und zu Beginn auch leitete.



Rheinfelden (Baden), Stadt am Hochrhein (PLZ: 79618), östlich von Basel, gegenüber der Stadt Rheinfelden im Aargau (Schweiz), im Landkreis Lörrach, mit ca. 31.200 Einwohnern. -

Rheinfelden ist ein bedeutender Industriestandort am Hochrhein. 
1894/ 1895 wurde hier am Rhein das erste Flusskraftwerk Europas zur Elektrizitätserzeugung errichtet.
Und: Bei Rheinfelden beginnt heute die Rheinschifffahrt.

1963 * Anne-Sophie Mutter (Violinistin) in Rheinfelden geb.



Richter, Franz Xaver, Komponist. - * 1.12.1709 in Holleschau (Mähren), + 12.9.1789 in Straßburg. – 

F. X. Richter war von 1747 – 1769 in Mannheim Mitglied der kurpfälzischen Kapelle; er war einer der wichtigsten Vertreter der "Mannheimer Schule".



Rickert, Heinrich, Philosoph. - * 25.5.1863 in Danzig, + 30.7.1936 in Heidelberg. – 

Rickert war ab 1894 Prof. in Freiburg, ab 1916 in Heidelberg. Er begründete mit W. Windelband die südwestdeutsche (oder: badische) Schule des Neukantianismus.



Ridinger, Johann Elias, Maler und Kupferstecher. - * 1698 in Ulm, + 1767 in Augsburg.

Ridinger ist vor allem bekannt geworden als Maler und Kupferstecher von Tier- und Jagdszenen.

NepomukRauchmüller, Matthias, Bildhauer, Maler und Baumeister.. - * 1645 in Radolfzell, + 1686 in Wien. –

Von Rauchmüller stammt die Skulptur des Hl. Nepomuk auf der Karlsbrücke in Prag, Urbild der Darstellungen des Brückenheiligen.

[Bild (Marke BRD, 1993): 600. Todestag von J.v.Nepomuk; Hl. J. v. Nepomuk (Brückenstatue, in Prag, 1693, Entwurf von M. Rauchmüller 1681) Karlsbrücke Prag ]


Ravensburg (PLZ: 88212 bis 88214), Kreisstadt vom Kreis Ravensburg in Oberschwaben, ca. 47.100 Einwohner. – 

Ravensburg entstand bei der Ravensburg (erbaut um 1080), dem Stammsitz der Welfen. Es kam 1180 an die Staufer. 1276 wurde es Reichsstadt. 1810 kam es an Württemberg. – 

Ravensburg hat heute noch ein mittelalterliches Stadtbild mit Türmen und Toren, einem spätgotischen Rathaus und mehreren gotischen Kirchen.

1129 * Heinrich der Löwe (vermutlich) in Ravensburg geboren 

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.stadt-ravensburg.de


Ravensburger Handelsgesellschaft
Im Spätmittelalter hatte in Ravensburg die "Große Ravensburger Handelsgesellschaft", Zentrum des Leinwandhandels, für 150 Jahre ihren Sitz: 1380 gründeten Ravensburger Kaufherren die Handelsgesellschaft, ein mächtiges Unternehmen des Tuchhandels, das sich auf die Leinenerzeugung der oberschwäbischen Städte stützte, aber auch mit anderen Stoffen, mit Leder, Gewürzen und Edelsteinen handelte. Die Gesellschaft war schon fast ein internationales Unternehmen: Sie unterhielt Agenturen bis Flandern, Oberitalien, Frankreich und Spanien. - 
Die große Zeit der  Großen Ravensburger (oder auch: Oberschwäbischen) Handelsgesellschaft ging Ende des 15. Jhdt. durch die starke Konkurrenz der Fugger und Welser zu Ende; 1530 wurde die Gesellschaft aufgelöst. 

[Zu den Gründen schreibt Boelcke in seinem Handbuch Baden-Württemberg, S. 97: "Niedergang der Ravensburger Handelsgesellschaft (1380 - 1530), die sich vom Kredit- und Bankgeschäft fernhält, sich auch am Silber- und Kupferhandel nicht beteiligt und mit der Verlagerung der Handelswege an den Atlantik auch in das neue Geschäft mit indischen Gewürzen nicht einsteigt. Der Betrieb mit den alten Methoden lohnt nicht mehr. Die neue Kapital- und Handelsmacht repräsentieren die Handelsgesellschaften von Augsburg und Nürnberg."]



Raymond, Fred (Friedrich Vésely), österreichischer Schlager- und Operettenkomponist. - * 20.4.1900 in Wien, + 10.1.1954 in Überlingen.

Fred Raymond war populär durch seine Operetten (z.B. "Maske in Blau", 1937) und durch so bedeutende Schlager wie "Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren" (1927).



Rebmann, Johannes, Missionar und Afrikaforscher. - * 16.1.1820 in Gerlingen, + 4.10.1876 in Korntal. -

Nach einer Ausbildung bei der Basler Mission sowie Lehraufenthalt in Großbritannien geht Rebmann im Auftrag der British Church Mission 1846 als Missionar nach Ostafrika. In Rabai bei Mombasa richtet er mit seinem Kollegen
Johann Ludwig Krapff eine Missionsstation ein. 

Berühmt wurde Rebmann durch Reisen ins unbekannte Binnenland Ostafrikas. Am 11.5.1848 "entdeckt" er den schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo. Von ihm und seinem Kollegen Erhardt stammen die ersten Karten, auf denen die großen ostafrikanischen Seen samt Viktoriasee verzeichnet sind.

Rebmann lebt und überlebt 30 Jahre ohne Heimataufenthalt in Ostafrika. Seine ihm via Mission zugeführte, zehn Jahre ältere Frau Emma Tyler stirbt ebenso in Ostafrika wie ihr einziger gemeinsamer Sohn im Alter von fünf Tagen.
Rebmanns Arbeit zeichnet sich dadurch aus, dass er die Sprachen der Ostafrikaner lernt, selbst im Sinne eines Vorbildes handwerklich und bäuerlich tätig ist und dass er kein Gewehr besitzt. Als er 1875 fast blind nach Europa zurückkehrt, ist sein schwarzer Begleiter Isaak Nyondo, dessen Grab bis heute in Mombasa erhalten ist, eine der wenigen von ihm getauften Personen.

In Kalali am Fuße des Kilimandscharo wurde 1934 ein Rebmann- Gedenkstein, direkt daneben 1993 eine Rebmann-Bibliothek eröffnet. In Gerlingen wurde sein aus dem 16. Jahrhundert stammendes Geburtshaus erhalten, die Rebmann-Stiftung unterhält darin eine Missionarsstube.-

(Markus Rösler)

- Weitere Web-Informationen zu J.Rebmann:
http://www.Johannes-Rebmann.de


Reichenau, Walter von, Generalfeldmarschall im 2. Weltkrieg. – * 8.10.1884 in Karlsruhe, + (Schlaganfall nach einer Bruchlandung) 17.1.1942 bei Poltawa.

Walter von Reichenau war im 1. Weltkrieg Generalstabsoffizier, seit 1933 Chef des Reichswehramtes, 1939 mit Kriegsbeginn Oberbefehlshaber der 10. Armee, 1940 Generalfeldmarschall und seit 1941 Oberbefehlshaber der 6. Armee im Osten. 

Reichenau gilt als einer der profiliertesten NSDAP-Anhänger unter den ranghohen Offizieren der Wehrmacht, der Hitlers Rassenideologie und die Vorstellung vom Krieg als totalem Vernichtungskrieg vertrat. Eines der furchtbarsten Zeugnisse dafür ist der "Reichenau-Befehl", den Reichenau am 10.10.1941 nach dem Massaker an 33771 Juden in Babi Jar bei Kiew erließ und der an alle Wehrmachtsverbände im Osten geschickt wurde (und den Hitler ausdrücklich begrüßte). In diesem Schreiben befiehlt und sanktioniert Reichenau die Ermordung der sowjetischen Kriegsgefangenen und der Zivilisten, besonders der Juden: "Der Soldat ist im Ostraum nicht nur ein Kämpfer nach den Regeln der Kriegskunst, sondern auch Träger einer unerbittlichen völkischen Idee... Deshalb muß der Soldat für die Notwendigkeit der harten, aber gerechten Sühne am jüdischen Untermenschentum volles Verständnis haben."



ReichenauReichenau, Kloster-Insel im Untersee des Bodensees (PLZ: 78479), im Landkreis Konstanz; Gemeinde mit ca. 5.000 Einwohnern. (Heute lebt die Gemeinde auf der größten Insel des Bodensees, die seit dem 19. Jhdt. durch einen Damm mit dem Festland verbunden ist, vor allem vom Gemüseanbau.)

[Bild (Marke BRD, 2008): Klosterinsel Reichenau Weltkulturerbe der UNESCO: Klosterinsel Reichenau mit den Kirchen in Oberzell, Mittelzell und Niederzell; unten Details einer Buchmalerei aus einem liturgischen Lesebuch und einer gotischer Wandmalerei]

Zur Geschichte des Klosters Reichenau:

Der Wanderbischof Pirmin gründete 724 im Auftrag Karl Martells ein Benediktinerkloster auf der Insel Reichenau, der "reichen Au". Das Kloster wurde zwischen 800 und 1100 ein Zentrum der Christianisierung Südwestdeutschlands und ein wichitiges kulturelles Zentrum des Fränkischen Reiches: 

Abt Waldo gründete hier um 800 die Reichenauer Gelehrtenschule und die bedeutende Bibliothek, womit das erste "Goldene Zeitalter" der Reichenau begann. 
Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten dieser Zeit war der Mönch und spätere Abt Walahafried Strabo, der auch Erzieher Karls des Kahlen war. Er schrieb auch geistliche und weltliche Lyrik, eine Vita des hl. Gallus und verfasste ein Buch über den Klostergarten.

KlosterplanUm 820 waren Reichenauer Mönche auch als Architekten tätig: Aus einem Skriptorium des Klosters Reichenau stammt der "St. Galler Klosterplan", ein architektonischer Musterplan für mittelalterliche Klosteranlagen der Benediktiner. (Es ist der einzige bekannte größere Architekturplan diesseits der Alpen vor dem 13. Jahrhundert.) -

[Bild: Abbildung des St Galler Klosterplans von 820.] 
[Vergrößerung und Erläuterungen des Klosterplans durch Anklicken.]
(Extra Artikel mit vergrößerter Abbildung unter Klosterplan von 820.)

Eine zweite Blütezeit des Klosters Reichenau begann etwa um 1000 n.Chr. Hier stand die Reichenauer Malerschule im Mittelpunkt, die in ihrer Zeit als bedeutendste Malerschule des Abendlandes galt.

Reichenau 2Besonders wichtig sind hier die Wandmalereien (von denen heute noch einige in der Kirche St. Georg in Oberzell zu sehen sind) und vor allem die Buchmalereien, mit denen die großen Evangeliaren und Perikopenbücher ausgestattet wurden.

[Bild (Marke  BRD, 1998): Miniatur aus dem Perikopenbuch Heinrich II. (1007 - 1012 auf der Reichenau entstanden): Bild zur Geburt Christi]

In dieser zweiten Blütezeit des Klosters Reichenau wirkte hier Hermann von Reichenau, genannt: Hermann der Lahme, der als Hymnendichter und Verfasser einer Weltchronik bekannt wurde. Unter seinen Werken sind auch Schriften zur Astronomie, Mathematik und Musiktheorie - ein Universalgelehrter.

Stichworte zur weiteren Geschichte:

Im 13. Jhdt. begann ein geistiger und wirtschaftlicher Niedergang des Klosters Reichenau, das bis 1538 reichsunmittelbar geblieben war. Seit 1540 waren die Bischöfe von Konstanz zugleich Äbte des Klosters, das bald in ein einfaches Priorat umgewandelt wurde. 1757 hob Papst Benedikt XIV auch das Priorat auf. 1803 mit der Säkularisation wurde die Abtei endgültig aufgehoben, die Reichenau kam zum Großherzogtum Baden.

2000 wurde die Klosterinsel Reichenau von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbe aufgenommen.

- Weitere Web-Informationen: http://www.reichenau.de
http://www.schloesser-magazin.de/de/objekte/re/reth.php



Reichenbach, Carl-Ludwig von, Naturforscher und Industrieller. - * 19.1.1788 in Stuttgart, + 14.1.1869 in Leipzig.

C.L. Reichenbach entdeckte das Paraffin, errichtete als erster Holzverkohlungsöfen und gründete große Eisenwerke in Blansko in Mähren.



Reichenbach, Georg von, Mechaniker und Ingenieur. - * 24.8.1771 in Durlach, + 21.5.1826 in München.

G.Reichenbach konstruierte mit J.Fraunhofer in München seit 1809 optische Geräte und hat sich besonders verdient gemacht durch die Entwicklung von Wassersäulenmaschinen zur Hebung des Wassers für die Soleleitungen Berchtesgaden - Reichenhall - Rosenheim.



Reichsdeputationshauptschluss vom 25.2.1803:
Mit dem Reichsdeputationshauptschluss wurde die neue Gestalt vor allem der Südwestdeutschen Länder festgelegt:

Nach den Annexion der linksrheinischen Gebiete (z.B. des bis dahin wirtembergischen Montbéliard) durch Napoleon / Frankreich, die im Frieden von Luneville 1801sanktioniert wurde, wurde nach einer Entschädigung für die weltlichen Fürsten in Deutschland gesucht. Der Regensburger Reichstag des Heiligen römischen Reiches Deutscher Nation setzte dafür 1801 einen Ausschuss (=Deputation) ein, an dem u.a. Brandenburg, Pfalz-Bayern, Wirtemberg, Hoch-und Deutschmeister, Hessen-Kassel beteiligt waren. Dieser Ausschuss legte einen Beschluss zur Entschädigung vor, der am 25.2.1803 vom Reichstag akzeptiert wurde. Der Beschluss enthält 4 Hauptbestimmungen:
- Aufhebung aller geistlicher Fürstentümer (außer Mainz und Deutscher Orden);
- Säkularisation des gesamten Kirchengutes;
- Mediatisierung (d.h.Eingliederung in die Länder) der Reichsstädte (bis auf Hamburg und 5 weitere Reichsstädte)
- Neuschaffung der Kurfürstentümer Baden, Wirtemberg, Hessen-Kassel und Salzburg.
[Zur Folge des Reichsdeputationshauptschlusses für die territoriale Entwicklung Wirtemberg s. bei Geschichte Württembergs III.]


Reichsstädte: s. extra Artikel Städte / Reichsstädte in Südwestdeutschland vom Mittelalter bis 1802


Reichssturmfahne: Mit Markgröningen war lange Zeit die Reichssturmfahne verbunden, eine Reiterfahne mit schwarzem einköpfigem Reichsadler auf goldenem Grund im Wappen. Es war die im Mittelalter dem Reichsheer des Heiligen Römischen Reiches zugeordnete Fahne. Zu Markgröningen kam sie durch Hartmann von Grüningen, der unter König Wilhelm von Holland Träger des Reichsbanners war und der 1252 mit der Reichsstadt Markgröningen belehnt wurde. - 

Als 1336 Graf Ulrich III. von Wirtemberg durch Kauf Markgröningen für Wirtemberg gewann erhielt er auch die Reichssturmfahne. Die Wirtemberger haben die Reichssturmfahne lange als eines ihrer vornehmsten Rechte betrachtet; seit 1495 gehört die Reichssturmfahne zum Herzogswappen Wirtembergs.

ReichssturmfahneMit der Gründung und Stadterhebung Ludwigsburgs verlieh Herzog Eberhard Ludwig 1718 der Stadt Ludwigsburg das Wappen mit der Reichssturmfahne.
 
 

 

[Bild (Foto): Wappen der Stadt Ludwigsburg mit der Reichssturmfahne]

Riedböhringen– Blumberg (PLZ: 78176), Ort in Baden.
1881 * Augustin Bea in Riedböhringen geboren

RiquewihrRiquewihr (Reichenweier): malerisches Fachwerkstädtchen im Elsass, an der elsässischen Weinstrasse: Reichenweier gehörte seit 1340 zu Wirtemberg. Im Ort befindet sich noch das Schloss von Wirtemberg- Mömpelgard von 1540.

1487 * Ulrich, Herzog von Wirtemberg, in Reichenweier geboren
 

[Bild (Marke Frankreich, 1971): Ortsansicht von Riquewihr,  mit dem Oberen Stadttor von 1291]


Röchling, Hermann, Unternehmer. - * 12.11.1872 in Saarbrücken, + 24.8.1955 in Mannheim.

Die Röchling-Gruppe, Unternehmensgruppe zur Verwaltung von Industriebeteiligungen, heute mit Sitz in Mannheim, geht zurück auf das von Familie Röchling, vor allem von Hermann Röchling, auf- und ausgebaute Großunternehmen der Stahl- und Rüstungsindustrie mit Schwerpunkt in Völklingen.


Rohde, Erwin, Altphilologe. - * 9.10.1845 in Hamburg, + 11.1.1898 in Heidelberg.

Erwin Rohde, der seit 1866 mit dem Altphilologen und Philosophen Friedrich Nietzsche befreundet war, wurde Prof. für klassische Philologie in Tübingen (seit 1878) und in Heidelberg (seit 1886). Bahnbrechend waren Rohdes Anwendung der Methoden der vergleichenden Religionswissenschaften auf die antiken Religionsüberlieferungen; dabei stellte er den dunklen erdgebundenen Religionen die helle olympische Götterwelt der Griechen gegenüber. 
Hauptwerke E. Rohdes: "Der griechische Roman" (1876) und "Psyche. Seelenkult und Unsterblichkeitsglaube der Griechen" (1890ff).


Römer: s.extra Artikel: Die Römer in Südwestdeutschland (ca 50 - 260 n.Chr.)


Römer, Friedrich, Jurist und Politiker. - * 4.7.1794 in Erkenbrechtsweiler, + 11.3.1864 in Stuttgart.

Friedrich Römer, Student im Tübinger Stift und danach Student der Rechte in Tübingen, war seit 1830 Führer der liberalen Opposition in der württembergischen 2. Kammer. 1848/1849 wurde er von König Wilhelm I. zum Justizminister und Leiter des liberalen Märzministeriums in Württemberg ernannt. Er war eine große Hoffnung und - wegen seiner gewaltsamen Unterdrückung demokratischer und liberaler Bestrebungen in Württemberg - eine große Enttäuschung der Demokraten.Selbst Mitglied der Nationalversammlung ließ er auch das Rumpfparlament 1849 in Stuttgart gewaltsam auflösen. - Seit 1851 war Römer Präsident der 2. Kammer in Württemberg.



Rombach, Otto, Journalist, Schriftsteller. - * 22.7.1904 in Heilbronn, + 19.5.1984 in Bietigheim-Bissingen. -

Otto Rombach arbeitete zunächst als Magistratsbeamter und Journalist in Frankfurt/Main, seit 1930 in Berlin. Nach 1945 zog Rombach zurück nach Württemberg, nach Bietigheim. Bekannt ist er als Erzähler, Dramatiker, Lyriker und Verfasser von Reiseberichten. - 
Zur Zeit des Nationalsozialismus schrieb Rombach, vielleicht als innere Zuflucht in die Vergangenheit, vor allem kulturgeschichtliche Romane: 1936 den Schelmenroman "Adrian der Tulpendieb", die Geschichte vom Aufstieg und Fall eines holländischen Torfstechers im 17. Jhdt. - Als wichtigstes Werk erschien 1940 der Roman "Der junge Herr Alexius", ein Roman vom Werdegang eines Kaufmanns aus Oberschwaben, angeregt durch die "Große Ravensburger Handelsgesellschaft" zu Beginn der Neuzeit.
Als Reiseberichte erschienen u.a. 1967 "Italienische Reisen" und 1976 "Glückliches Land. An Bodensee und Neckar, zwischen Ries und Rhein."



RommelRommel, Erwin, Generalfeldmarschall. - * 15.11.1891 in Heidenheim, + (erzwungener Suizid) 14.10.1944 in Herrlingen bei Ulm. - 

Rommel war im 2. Weltkrieg 1941 - 1943 Befehlshaber des deutschen Afrikakorps. 1944 wurde Rommel Oberbefehlshaber der Heeresgruppe B an der Westfront. Wegen seiner Kritik an der Kriegführung wurde Rommel von Hitler zum Selbstmord gezwungen. 

[Bild (Marke Marshall Islands, 1992): 50. Jahrestag der Schlacht von El Alamain, 1942; Montgomery und Rommel]

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/RommelErwin



Rösch, Karl, Arzt. - * 1807 in Urach (?), + 1866 in New York (?). - 

Rösch, Amtsarzt in Urach, beobachtete und begleitete die erste Gründung einer Einrichtung für Behinderte (damals: Schwachsinnige, Kretinen genannt) in Deutschland in Wildberg. 1847 gründete er die Behinderteneinrichtung Mariaberg auf dem Klostergelände bei Gammertingen auf der Alb. 
1850 wurde Rösch "wegen Unbotmäßigkeit" ( = demokratischer Äußerungen im Zusammenhang mit der Revolution von 1848/1849) nach Gaildorf versetzt; 1853 wanderte er mit seiner 10-köpfigen Familie nach Nordamerika aus.



Rot an der Rot (PLZ: 88430), Gemeinde in Oberschwaben im Landkreis Biberach, 4.300 Einwohner..

Norbert von X.Das erste Prämonstratenser - Kloster Schwabens wurde 1126 in Rot an der Rot gegründet.
 

[Bild (Marke BRD, 1984): 850. Todestag von Norbert von Xanten, Begründer der Prämonstratenser; Chorgestühl- Skulptur Norbert von Xantens in der Kirche St. Verena, Rot an der Rot (1693)]

1909 * HAP Grieshaber in Rot an der Rot geboren



Rothacker, Erich, Psychologe und Philosoph. - * 12.3.1888 in Pforzheim, + 11.8.1965 in Bonn.


Rothe, Richard, evang. Theologe. - * 28.1.1799 in Posen, + 20.8.1867 in Heidelberg.

Richard Rothe, der zu den Vermittlungstheologen im 19. Jahrhundert gerechnet wird, war von 1837 bis 1849 und dann wieder ab 1854 Theologieprofessor in Heidelberg. Als sein Hauptwerk gilt "Theologische Ethik" (1845ff).



Rotteck, Karl von, Historiker und Politiker. - * 18.7.1755 in Freiburg, + 26.11.1840 in Freiburg. – 

Rotteck war von 1798 – 1832 Prof. in Freiburg. Seit 1819 war er freisinniger Abgeordneter im badischen Landtag. Er war dort - zusammen mit K.T.Welcker - Führer der radikalen Liberalen im badischen Landtag. Mit Welcker zusammen gab Rotteck auch das einflussreiche "Staats- Lexikon oder Encyklopaedie der Staatswissenschaft" heraus (seit 1834).



Rottenacker bei Ehingen (PLZ: 89616), Gemeinde im Alb-Donau-Kreis.:
1898 * Gerhard Storz in Rottenacker geboren


Rottenburg am Neckar (PLZ: 72108), Stadt im Landkreis Tübingen, ca. 40.400 Einwohner. – 

Rottenburg, entstanden auf dem Gelände einer großen römischen Siedlung (Sumelocenna), entstand als mittelalterliche Stadt im 13. Jhdt. Die Stadt kam mit der Grafschaft Hohenberg 1381 an Österreich, 1805 an Württemberg. – Seit 1821 ist in Rottenburg Bischofssitz des katholischen Bistums Württemberg.

1463 – 1482 war R. Witwensitz von Mechthild von der Pfalz.

1817 * Ottilie Wildermuth in Rottenburg geboren
1881 * Eugen Bolz in Rottenburg geboren

1901 * Josef Eberle (Schriftsteller) in Rottenburg geboren
1986: Grab von Josef Eberle in Rottenburg: 

- Weitere Web-Informationen: http://www.rottenburg.de



Rottmann, Carl Anton Joseph, Maler. - * 11.1.1797 in Handschuhsheim / Heidelberg, + 7.7.1850 in München. -

Rottmann war einer der einflussreichsten Landschaftsmaler des frühen 19. Jahrhundert. Er schuf vor allem in München Fresken und Gemälde mit italienischen, griechischen und deutschen Landschaften in heroisch- klassizistischem Stil.



Rottweil (PLZ: 78628), Stadt am Neckar am Rande der Schwäbischen Alb und des Schwarzwalds, Kreisstadt des Landkreises Rottweil, ca. 25.100 Einwohner. – 

Zur Geschichte:
Rottweil war um 75 n.Chr. als Arae Flaviae ein Zentrum der Römer in Obergermanien. – 
In karolingischer Zeit war hier eine fränkische Königspfalz (Rotumvila), bei der um 1190 eine Marktsiedlung entstand, die im 14. Jhdt. Reichsstadt wurde. Die Stadt war lange Zeit (bis 1784) Sitz eines Hofgerichts, des für das Reich bedeutenden "Kaiserlichen Landgerichts auf dem Hofe zu Rottweil".
Rottweil war von 1463 bis 1802 ein der Schweizer Eidgenossenschaft "zugewandter Ort", der in besonderem Bündnisschutz und Verpflichtung der Eidgenossenschaft verbunden war. 1802 kam Rottweil zu Württemberg. 

Stadtbild und Sehenswürdigkeiten:
Die Kernstadt gruppiert sich um das Straßenkreuz der beiden Hauptstraßen an denen viele alte Bürgerhäuser aus dem 16.- 18. Jhdt. stehen. Von den vielen Rottweiler Kirchen sind besonders sehenswert sind die Kapellenkirche mit dem spätgotischen Figurenschmuck, das spätgotische Heilig- Kreuz- Münster und die Lorenzkirche (heute Museum), das Rathaus (1521) und einige der erhaltenen Stadttürme- und Tore: der Hochturm von 1304, das Schwarze Tor von 1313 und der Pulverturm von 1400..

FederahannesRottweil ist ein Zentrum der schwäbisch- alemannischen Fastnacht.

[Bild (Marke BRD, 1983): Schwäbisch-alemannische Fastnacht; "Federahannes" aus Rottweil beim Narrensprung]
[Vergrößerung des Bildes durch Anklicken!]

Historische Personen und Ereignisse:
1400 * Konrad Witz in Rottweil geboren
1774 * Bartholomä Herder in Rottweil geboren 
1848: Gottlieb Rau ruft in Rottweil zum Revolutionszug auf

Manche wichtige Personen sind noch in Rottweil geboren deren Erwähnung wegen ihrer Lebendigkeit den Rahmen dieses historischen Lexikons sprengten. Nur ein Beispiel:
1939 * Erwin Teufel (langjähriger Ministerpräsident von B.-W.) ist in Rottweil geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.rottweil.de



Rudolf v.H.Rudolf von Habsburg, deutscher König (1273 - 1291). - * 1.5.1218 auf der Limburg im Breisgau, + 15.7.1291 in Germersheim (Grab im Dom zu Speyer).
Rudolf von Habsburg war der erste König des Heiligen Römischen Reiches, der nach dem Ende der Staufer, nach dem Interregnum, gewählt wurde. Er ist der Begründer der Dynastie der Habsburger. - Die Anerkennung als König wurde von König Ottokar von Böhmen verweigert; Ottokar wurde 1278 in der Schlacht  bei Dürnkrut (in Niederösterreich) geschlagen.

[Bild (Marke Österreich, 1978): 700. Jahrestag der Schlacht bei Dürnkrut; König Rudolf von Habsburg und König Ottokar von Böhmen]

Rudolf von Habsburg will das Herzogtum Schwaben wieder errichten, was ihm nicht gelingt. Bei dem Versuch, den ehemaligen Reichsbesitz wieder zu gewinnen, stößt Rudolf vor allem auf den Widerstand des Grafen Eberhard I. von Wirtemberg. Bei den Kriegen dieser Zeit wird die Stammburg und die Grablege der Wirtemberger zerstört, Stuttgart eingenommen, Markgröningen wechselt die Besitzer; schließlich erhält Wirtemberg doch seine Grafschaft und kann sie noch vergrößern (s. bei Württemberg, Graf Eberhard I.).



Ruppertshofen bei Schwäb. Gmünd (PLZ: 73577), Gemeinde im Ostalbkreis.:
1871 * Jonathan Zenneck in Ruppertshofen geboren


Ruprecht I., Kurfürst der Pfalz (1353 – 1390). - * 9.6.1309 in Wolfratshausen, + 16.2.1390 in Neustadt a.d.Haardt (Neustadt an der Weinstraße).. – 
Ruprecht gründete 1368 die Universität Heidelberg.

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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: R  / letzte Änderung: 26.9.2014

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