WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: S (Sachsenheim bis Syrlin)
philatelistisch unterstützt.  © Manfred Ebener
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S: Übersicht über die Lexikon-Stichworte
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Sachsenheim (Stadt im Kreis Ludwigsburg)
Säckingen, Bad Säckingen, (Stadt am Hochrhein)
Sailer, Sebastian (Prediger und Dichter, + 1777)
Säkularisation im Südwesten (bes. 1803)
Salach an der Fils (Gemeinde im Kreis Göppingen)
Salamander AG (Schuhfabrik in Kornwetheim)
Salem (Gemeinde und Kloster im Bodenseekreis)
Sand, Karl-Ludwig (Burschenschaftler, + 1820)
Sankt Blasien (Stadt im Landkreis Waldshut)
Sankt Georgen (Stadt im Schwarzwald-Baar-Kreis)
Sankt Märgen (Gem.Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Sankt Peter (Gem.Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Sasbach (Germeinde im Ortenaukreis)
Sathmarer Schwaben (dt. Volksgruppe in Rumänien)

Sch: Stichworte mit Sch.. siehe extra Seite: Sch.. (von Schad bis Schwaben und Schwieberdingen)

Seuse, Heinrich (Dominikaner, + 1366)
Seyfer, Hans (Bildschnitzer, + 1509)

Sickinger, Josef Anton (Schulreformer, + 1930)
sieben Schwaben (Märchen von den 7 Schwaben)
Sigel, Franz (General, + 1902)
Sigismund von Luxemburg (römisch deutscher König und Kaiser, + 1437)
Sigmaringen (Kreisstadt Kreis Sigmaringen)
Sigwart, Christoph (Philosoph, + 1904)
Silcher, Friedrich (Komponist, + 1860)
Simanowiz, Ludovike (Portraitmalerin, + 1827)
Sindelfingen (Stadt im Kreis Böblingen)
Sindlingen (Gemeinde im Kreis Böblingen)
Singen am Hohentwiel (Stadt im Kreis Konstanz)
Sinsheim an der Elsenz (Stadt im Rhein-Neckar-Kreis)
Sipplingen (Gemeinde in Bodenseekreis)

Söflingen bei Ulm
Solitude (Lustschloss bei Stuttgart)

Speer, Albert (Architekt und Rüstungsminister, + 1981)
Speidel, Hans (General, + 1984)
Spemann, Hans (Zoologe, + 1941)
Spemann, Johann Wilhelm (Verleger, + 1910)
Spiethoff, Arthur (Volkswirtschaftler, + 1957)
Spindler, Carl (Schriftsteller, + 1855)
Spranger, Eduard (Pädagoge, + 1963)

Städte: s. extra Artikel: Städte in Südwestdeutschland
Stamitz, Carl (Komponist, + 1801)
Stamitz, Johann W. (Komponist, + 1757)

S: Übersicht über die Lexikon-Stichworte
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Staudinger, Hermann (Chemiker, + 1965)
Staufen (Stadt im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Staufer (schwäb. Herrschergeschlecht, + 1268)
Stauffenberg, Berthold Schenk Graf (Jurist, + 1944)
Stauffenberg, Claus Schenk Graf (Offizier, + 1944)
Steiff, Margarethe (Näherin + Unternehmerin, + 1909)
Stein, Fritz (Dirigent, + 1961)
Steinbeis, Ferdinand (Industriepolitiker, + 1893)
Steinbüchel, Theodor (kathol. Theologe, + 1949)
Steinhausen (Gemeinde im Kreis Biberach)
Steinheim am Albuch (Gemeinde im Kreis Heidenheim)
Steinheim an der Murr (Stadt im Kreis Ludwigsburg)
Steinhöwel, Heinrich (Humanist, Arzt, + 1483)
Stephanie de Beauharnais (Großherzogin, + 1860)
Stern, Wilhelm (Lehrer und Pfarrer, + 1873)
Stetten im Remstal / Kernen
Steuben, Friedrich Wilhelm von (General, + 1794)
Stockach (Kreisstadt im Landkreis Konstanz)
Stolz, Alban (Volksschriftsteller, + 1883)
Storz, Gerhard (Schriftsteller + Politiker, + 1993)
Stoß (Stoss), Veit (Maler und Bildschnitzer, + 1533)
Stratz, Rudolf (Schriftsteller, + 1936)
Straub, Johann Baptist (Bildhauer, + 1784)
Strauß (Strauss), David Friedrich (Theologe,+ 1808)
Strauß, Emil (Schriftsteller, + 1960)
Streicher, Andreas (Klavierbauer, + 1833)
Struve, Gustav (Rechtsanwalt und Politiker, + 1870)
Struve, Hermann (Astronom, + 1920)
Struve, Otto Wilhelm (Astronom, + 1905)
Strümpfelbrunn / Waldbrunn (Gemeinde im Odenwald)
Stuttgart: siehe extra  Seite: Stuttgart

Südwürttemberg-Hohenzollern
Sulz am Neckar (Stadt im Kreis Rottweil)
Sülzbach (Gemeinde im Landkreis Heilbronn)
Sulzburg (Gemeinde in Baden)
Supper, Auguste (Schriftstellerin, + 1951)
Süß (Süss) Oppenheimer, Josef (Hoffaktor,+ 1738)
Sutter, Johann August (Kolonisator, + 1880)

Syrlin, Jörg d.Ä. (Bildschnitzer, + 1491)
Syrlin, Jörg d.J. (Bildschnitzer, + 1521)

Sachsenheim (PLZ: 74343), Stadt im Landkreis Ludwigsburg, entstanden 1971 durch Vereinigung der Stadt Großsachsenheim mit der Gemeinde Kleinsachsenheim. Seit 1973 gehören zur Stadt Sachsenheim die Stadtteile Großsachsenheim, Kleinsachsenheim, Hohenhaslach,  Häfnerhaslach, Ochsenbach, Spielberg. - Sachsenheim hatte im 3.Quartal 2007 ca. 17.300 Einwohner. 
Der Name "Sachsenheim" deutet darauf hin, dass die Gemeinde zur Zeit Karls d.Gr. gegründet wurde und durch Sachsen besiedelt wurde, die nach dem Ende der Sachsenkriege in verschiedene Gebiete des Frankenreichs verstreut wurden.
- 1495 wurde Großsachsenheim von Maximilian I. zur Stadt erhoben. - 

1366 * Hermann von Sachsenheim in Sachsenheim geboren

- Weitere Web-Informationen zu Sachsenheim: 
http://www.sachsenheim.de



Säckingen, Bad Säckingen (PLZ: 79713), Grenz -Stadt am Hochrhein in Südbaden im Landkreis Waldshut, mit (2007) ca. 16.800 Einwohnern. – 

Zur Geschichte Säckingens:
Der Name Säckingen weist (wie bei den meisten Orten mit der Endung...ingen) auf eine frühe alemannische Siedlung hin. 

Entscheidend für die weitere Entwicklung war aber die Gründung eines Klosters und einer Kirche auf einer Rheininsel durch den (vermutlich irischen) Mönch Fridolin (vermutlich) um 520. (Dies Kloster gilt als erste Klostergründung im alemannischen Raum). Fridolins Reliquienschrein wird im späteren Fridolinmünster aufbewahrt.
Die erste urkundliche Erwähnung des Kloster stammt von 878: damals hat der Karolinger Karl III. das Kloster seiner Frau Richgard vermacht. Seit 878 besteht das Benediktinerinnenkloster in Säckingen, das als Frauenstift und Fürstabtei (seit 1307) bedeutende Besitztümer erhielt und große Bedeutung hatte, bis es 1805 wie die meisten anderen Klöster säkularisiert wurde.

Vom Kloster ging wohl auch die Initiative zur Errichtung eines Marktes am Rhein aus, um den sich dann die spätere Stadt entwickelte. Von Friedrich Barbarossa wurde die Siedlung um 1173 an die Grafen von Habsburg gegeben, der immer mehr Besitztümer nördlich und südlich des Rheins erwarben. Seitdem gehörte Säckingen zu Habsburg bzw. zu den vorderösterreichischen Waldstädten, bis es 1805 zu Baden kam. - Um 1250 erhielt Säckingen Stadtrecht.
(Den Namen "Bad Säckingen" kann es erst seit 1978 tragen.)

Bedeutende Bauwerke und andere Werke:

- Das markanteste Bauwerk Säckingens ist das Fridolinmünster, im Stil der Gotik erbaut um 1360, im 17. und 18. Jahrhundert barockisiert von J.M.Feichteyer u.a.

Säckingen- Das bedeutendste Bauwerk ist die Alte Rheinbrücke. Sie verbindet schon seit dem Mittelalter Säckingen mit Stein/Aargau auf der anderen Rheinseite in der Schweiz. Es ist die längste holzgedeckte Brücke Europas mit über 200 m Länge. Sie wurde nach allen Zerstörungen immer wieder aufgebaut und restauriert, zuletzt 1991.

[Bild (Marke BRD und Schweiz, 2008): Alte Rheinbrücke Bad Säckingen - Stein/Aargau, Schweiz; Holzbrücke über den Rhein mit Blick auf Bad Säckingen mit dem Fridolinmünster]

- Das bekannteste Werk, das den Namen Säckingen populär gemacht hat, ist der Roman von Viktor von Scheffel: "Der Trompeter von Säckingen, ein Gesang vom Oberrhein", der 1854 erschien. Scheffel schrieb ihn, nachdem er 1850 - 1851 einige Zeit in Säckingen gelebt hatte, angelehnt an Säckinger Vorbilder. Am bekanntesten daraus - neben der Gestalt des Trompeters und der Liebesgeschichte - sind die vielfältig zitierfähigen Zeilen: "Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen, / Behüt dich Gott, es hat nicht sollen sein".

- Weitere Web-Informationen auf der Homepage der Stadt:: 
http://www.bad-saeckingen.de



Sailer,Sebastian, Prämonstratensermönch, oberschwäbischer Mundartdichter. - * 12.2.1714 in Weißenhorn (Schwaben), + 7.3.1777 in Obermarchthal.

Sebastian Sailer, der seit seiner Jugend im Kloster Obermarchtal lebte, ist - außer für seine Predigten - besonders bekannt geworden für seine Komödien im oberschwäbischen Dialekt; er gilt als Begründer der schwäbischen Mundartdichtung. "Die schwäbische Schöpfung" von 1743 ist besonders populär geblieben. Auch eine Fassung des weltlichen Schwanks der "Sieben Schwaben" ist von Ihm bekannt geworden.

- Weitere Web-Informationen zu Sebastian Sailer: http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/sailer_s.shtml



Säkularisation des kirchlichen Eigentums 1803: Säkularisation bedeutet die Enteignung kirchlichen Eigentums durch den Staat und die Umwandlung in weltlichen Besitz. 
Solche Säkularisation erfolgte in Südwestdeutschland in größerem Umfang einmal in der Reformationszeit durch die protestantischen Herrscher, die die Klöster in ihrem Gebiet aufhoben (z.B. Maulbronn), in Klosterschulen umwandelten und die Klostergüter einzogen.
Die radikalste Säkularisation erfolgte durch den Reichsdeputationshauptschluss 1803. Damals wurden durch Beschluss des Reichstags in ganz Deutschland fast alle geistlichen Fürstentümer aufgehoben, 300 Abteien, Stifte und Klöster aufgelöst und fast das gesamte Kirchengut den weltlichen Fürsten- und Kurfürstentümern zugeschlagen.
An das Kurfürstentum Wirtemberg kamen bei dieser Säkularisation die Fürstprobstei Ellwangen, die katholischen Stifte und Klöster Comburg, Schöntal, Zwiefalten, Heiligkreuztal, das evang. Damenstift Oberstenfeld u.a.
An das Kurfürstentum Baden kamen das Hochstift Konstanz, Salem, rechtsrheinische Teile des Hochstifts Speyer (bis Bruchsal) und Strassburg (Renchtal), u.a. 
(s. dazu Karte VII: Entwicklungen in Südwestdeutschland bis 1806)

Eine Folge der Säkularisation der Klöster war, dass die neuen Eigentümer eine große Menge vor allem von Klostergebäuden besaßen, die vom Staat erhalten werden mussten und für die ein neuer Verwendungszweck gefunden werden musste. Häufig zogen Fabriken, Kasernen, Gefängnisse, Verwaltungen, Schulen, Krankenhäuser, psychiatrische Einrichtungen oder Behinderteneinrichtungen in die leerstehenden Gebäude: In St. Blasien wurde z.B. kurz nach der Säkularisation in den Klostergebäuden die erste mechanische Spinnerei Badens eingerichtet; im ehemaligen Kloster Zwiefalten wurde eine Landesirrenanstalt (später: Psychiatrie) angesiedelt; aus Mariaberg bei Gammertingen wurde eine Anstalt für Behinderte. 
(Dass im Gebiet Baden-Württembergs bis heute besonders viele Behinderteneinrichtungen bestehen, die z.T. weit entfernt von den Städten und isoliert liegen, hängt u.a. damit zusammen, dass hier besonders viele leerstehende Klosteranlagen zur Verfügung standen und dass diese meist idyllisch und abseits gelegen waren.)

- Weitere Web-Informationen zur Säkularisation im deutschen Südwesten 1803 (Große Landesausstellung 2003 in Bad Schussenried: Alte Klöster-neue Herren.):
http://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/geschichte/saekul/
http://www.schloesser-magazin.de/de/sonderthemen/saekularisation/



Salach an der Fils (PLZ: 73084), Gemeinde im Landkreis Göppingen, mit Burg Staufeneck. Salach hatte 2007 ca. 7.800 Einwohner.

1843 * Anselm Schott auf Burg Staufeneck geboren



Salamander AG, Schuhfabrik in Kornwestheim, gegründet 1891; inzwischen aufgelöst..


Salem (PLZ: 88682), Gemeinde im Bodenseekreis, mit (2007) ca. 11.200 Einwohnern.-

Sehenswert ist in Salem vor allem das gotische Münster und die ehemalige Klosteranlage die nach 1700 vor allem vom Barockbaumeister Franz Beer neu errichtet und vom Stuckateur F.J. Feuchtmayer ausgestaltet wurde.

Das 1134 gegründete Zisterzienserkloster, das 1487 zur Reichsabtei erhoben wurde, war lange Zeit ein bedeutendes geistiges und wirtschaftliches Zentrum des Bodenseeraums. 1803 wurde das Kloster im Zuge der Säkularisierung aufgehoben und kam an den Markgrafen von Baden. Es war Wohnsitz der Markgrafen von Baden. 

Seit 1920 war in den Gebäuden des ehemaligen Klosters das von Prinz Max von Baden und Kurt Hahn gegründete berühmte Landerziehungsheim Internat Schloss Salem untergebracht das viele später prominente Schüler hatte: z.B. Prinz Philipp, Duke of Edinburgh (späterer Gemahl von Queen Elizabeth II.), Golo Mann, Elisabeth Noelle-Neumann, Hildegard Hamm-Brücher, Berthold Graf von Stauffenberg (Sohn von Claus von Stauffenberg), Sophia (später Königin von Spanien).
Heute besteht die Schule Schloss Salem aus 3 Teilschulen an verschiedenen Orten im Umkreis: Unterstufe auf Burg Hohenfels, Mittelstufe im Schloss Salem, Oberstufe in Überlingen (im Schloss Spetzgart und Härlen).

Die Zukunft und die Eigentumsverhältnisse von Kloster und Schloss Salem waren Hauptthema im Streit zwischen dem Markgrafen von Baden und dem Land Baden-Württemberg der seit 2006 als Streit um den Handschriften-Verkauf die Öffentlichkeit beschäftigte (s. im Lexikon auf der Seite zur Geschichte Badens den Exkurs zum verbleibenden Eigentum des Hauses Baden an Handschriften u.a. Kulturgütern nach 1918).
Am 6. April 2009 ist hier eine Entscheidung gefallen: Das Land Baden-Württemberg kauft Schloss Salem und zahlt dafür 25,8 Millionen € an das Haus Baden. Weiter erhält das Haus Baden 17 Mill. € für Kunst, die zweifelsfrei der Familie Baden gehörte. Außerdem erhält das Haus Baden noch 15 Mill. € dafür, dass um umstrittene Kunstgüter keine Prozesse geführt werden sollen.
(Das Haus Baden behält allerdings von Schloss Salem noch die Alte Prälatur, die es weiter als Wohnsitz nutzen kann.)

1920 - 1933: K. Hahn leitet das Internat Schloß Salem
1974 + K. Hahn in Salem gestorben

- Weitere Web-Informationen zu Salem: http://www.salem.de
 


Sand, Karl-Ludwig, Theologiestudent und Burschenschaftler. - * 5.10.1795 in Wunsiedel, + (hingerichtet) 20.5.1820 in Mannheim. - 

Sand ermordete am 23.3.1819 in Mannheim den als reaktonär verrufenen Dichter A.v. Kotzebue. Dies Attentat wurde zum Anlass für die Karlsbader Beschlüsse und die "Demagogenverfolgung" im Vormärz.

Staudinger, Hermann, Chemiker (Nobelpreis 1953). - * 23.3.1881 in Worms, + 8.9.1965 in Freiburg

Staudinger war von 1907 - 1912 Professor in Karlsruhe; seit 1926 Professor in Freiburg.
Staudinger gilt als Begründer der Chemie der Makromoleküle und Polymere. Den Nobelpreis 1953 erhielt er für seine Entdeckungen auf dem Gebiet der Makromoleküle die für die modernen Kunststoffe große Bedeutung haben.


Staufen im Breisgau (PLZ: 79219), Stadt im Landkreis Breisgau- Hochschwarzwald, am Ausgang des Münstertals im südlichen Schwarzwald; mit (2007) ca. 7.800 Einwohnern.

In Staufen soll um 1540 Johannes Faust gestorben sein

- Weitere Web-Informationen: http://www.stadt-staufen.de/ 


BarbarossaStaufer: schwäbisches Herrschergeschlecht des Hohen Mittelalters, genannt nach der Stammburg Hohenstaufen

[Bild (Marke BRD, 1977): Staufer- Jahr 1977 in Baden- Württemberg; Barbarossakopf, Reliquar aus Cappenberg, 1165]

1079 erhielt Friedrich I. von Staufen das Herzogtum Schwaben. 1138 gelangten die Staufer mit Konrad III. auf den deutschen Königsthron. Es folgen Kaiser Friedrich Barbarossa,  Kaiser Heinrich VI., Philipp von Schwaben, Kaiser Friedrich II und Konrad IV. Mit dem Tode Konradins 1268 ist die Dynastie der Staufer zu Ende. 

[Stammtafel und Chronologie der Staufer als Herzöge von Schwaben, Deutsche Könige und Kaiser siehe beim Artikel Herrscherhäuser in Südwestdeutschland und bei Stammtafel der Staufer]

Die Staufer gelten als das glanzvollste und bedeutendste deutsche Herrschergeschlecht des Hohen Mittelalters, trotz mancher Niederlagen und problematischen Entscheidungen.

Stauferland[Ein Überblick über das Reich der Staufer von der Nord- und Ostsee bis nach Sizilien; mit Angaben zum Reichs- und Hausgut der Staufer und wichtigen Pfalzen, auch mit Angaben zur Italienpolitik: s. Karte III-4]
 
 

- Weitere Web-Informationen:
http://people.freenet.de/Staufer/

 


Stauffenberg, Berthold Schenk Graf von, Jurist. - * 15.3.1905 in Stuttgart, + (hingerichtet) 10.8.1944 in Berlin- Plötzensee.
Berthold Schenk Graf von Stauffenberg ist als ältester Sohn von Alfred Schenk Graf von Stauffenberg, dem letzten Oberhofmarschall beim König in Württemberg, und der Caroline Gräfin von Üxküll- Gyllenband in Stuttgart geboren. Er ist der ältere Bruder von Claus Graf von Stauffenberg, und er verbrachte seine Schulzeit ebenfalls in Stuttgart. Er studierte in Heidelberg, Tübingen u.a. Jura. Seit der Studienzeit verkehrte er, wie auch sein Bruder Claus, in dem elitären Kreis um den Dichter Stefan George.
Seit 1929 arbeitete Stauffenberg als Jurist am Institut für Völkerrecht in Berlin; 1931 war er am Internationalen Gerichtshof in Den Haag; seit 1933 war er als Abteilungsleiter wieder am Völkerrechtsinstitut in Berlin. 1939 wurde er als Marine- Oberstabsrichter eingezogen.

Berthold Schenck Graf von Stauffenberg war wie sein Bruder im Widerstand gegen Hitler aktiv. Am 20. Juli 1944 war er als Verbindungsmann zur Marine vorgesehen. - Nach dem gescheiterten Attentat seines Bruders auf Hitler am 20.Juli 1944 wurde Berthold noch am 20.7. verhaftet und am 10.8. vom "Volksgerichtshof" Freislers zum Tode verurteilt und in Berlin- Plötzensee hingerichtet.



Stauffenberg, Claus Schenk Graf von, Offizier. - * 15.11.1907 in Jettingen (Günzburg), + (erschossen) 20.7. 1944 in Berlin. –

StauffenbergStauffenberg, Sohn des letzten Hofmarschalls beim König von Württemberg in Stuttgart, verbrachte seine Kindheit ab 1910 in Lautlingen (heute Teil von Albstadt), die Schulzeit ab 1916 - wie sein Bruder Berthold Graf von Stauffenberg - in Stuttgart und die Studienzeit in Heidelberg, wo auch er vom Kreis um Stefan George sehr beeindruckt war. - 

[Bild (Marke BRD, 1964): 20. Jahrestag des 20. Juli 1944; Portrait von Claus Schenk Graf von Stauffenberg]

Wie viele andere Nationalkonservative, die später im Widerstand gegen Hitler aktiv waren, sympathisierte Stauffenberg nach 1933 zunächst mit Hitlers Politik. Auch Anfang des 2. Weltkriegs übte er  vor allem militärfachliche Kritik an der Führung. Nach den Informationen über die deutschen Massenmorde beim Krieg gegen die Sowjetunion und über den Holocaust erkannte er den verbrecherischen Charakter des Nationalsozialismus und er schloss sich dem militärischen Widerstand gegen Hitler an.

Stauffenberg + MoltkeOberst Stauffenberg, 1944 Stabschef beim Oberbefehlshaber des Ersatzheeres, war ab 1943 beim Widerstand gegen Hitler aktiv. Er führte am 20. Juli 1944 das mißlungene Attentat auf Hitler in der Wolfschanze bei Rastenburg (Ostpreußen) aus. Er wurde als Verschwörer noch am 20. Juli in Berlin hingerichtet; - wie später auch sein Bruder Berthold Schenk Graf von Stauffenberg

[Bild (Marke BRD, 2007): 100. Geburtstag von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Offizier und Widerstandskämpfer; Helmuth James Graf von Moltke, Jurist und Widerstandskämpfer, Organisator des "Kreisauer Kreises"]

- Weitere Web-Informationen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/StauffenbergClaus/



Steiff, Margarete, Näherin und Gründerin der Margarete Steiff GmbH. - * 1847 in Giengen an der Brenz, + 1909 in Giengen. -
Margarete Steiff, mit 1 1/2 Jahren an Polio erkrankt und ihr ganzes Leben an den Rollstuhl gebunden, begann 1877 mit einem Filz-näh-geschäft in Giengen. 1877 nähte sie das erste Steiff-Tier, einen Elefanten, der auch als Nähkissen brauchbar war; 1892 entstanden die ersten Steiff-Puppen. 

TeddyDer Durchbruch zur Weltfirma kam 1903: Der Neffe Richard Steiff hatte 1902 einen Bären entworfen, den "PB 55" (= Plüsch, Beweglich, 55 cm groß), der - nach der Firmen-Geschichte - 1903 auf der Leipziger Messe in großer Stückzahl (12000 angeblich allein im Jahr 1903) vor allem nach Amerika verkauft wurde. Dort wurde er von einem Karikaturisten mit Theodor Roosevelt (einem Bären- Fan) in Verbindung gebracht und "Teddy" genannt. Die Karriere des Kuschelbären ging unaufhaltsam durch das Jahrhundert - und die Karriere der Firma Steiff, Markenzeichen "Knopf im Ohr" (seit 1905) in Giengen.

Steiff[Bild oben (Marke USA, 1998): Erfindung des Teddy-Bären durch R. Steiff, 1902 in Giengen an der Brenz; Teddy- Bär]
 

[Bild an der Seite (Marke Österreich, 2002): 100 Jahre Teddybär, seit 1902; Bild desSteiff Bärle PB 28 und PB 35 von 1904]

 

- Weitere Web-Informationen: http://www..steiff.de



Stein, Fritz, Dirigent. - * 17.12.1879 in Gerlachsheim, + 14.11.1961 in Berlin.

Fritz Stein, einer der großen Dirigenten der Weimarer Zeit, war nach 1933 Generalmusikdirektor in Berlin. Schon seit 1932 war er Mitglied im "Kampfbund für deutsche Kultur", seit 1934 war er Mitglied der NSDAP.



Steinbeis, Ferdinand, Wirtschaftsförderer + Industriepolitiker. - * 5.5.1807 in Ölbronn - Dürrn bei Maulbronn, + 7.12.1893 in Leipzig (Grab in Ulm). -

Steinbeis spielt eine zentrale Rolle für die Industrialisierung und Wirtschaftsentwicklung im 19. Jahrhundert in Württemberg. -

Aufgewachsen in einem evangelischen Pfarrhaus wollte Steinbeis nicht Theologe werden, sondern etwas Technisches lernen: Steinbeis machte eine Ausbildung im Hüttenwesen im Eisenwerk Wasseralfingen, studierte kurz in Tübingen und arbeitete dann in verschiedenen Fabriken: als "Hüttenschreiber" in Ludwigstal bei Tuttlingen, 1831 als Leiter des Fürstlichen Hüttenwesens des Fürsten von Fürstenberg, 1842 als Generaldirektor der Eisenwerke Stumm in Neunkirchen.

1848 wurde Steinbeis von König Wilhelm I. in die neu geschaffene "Zentralstelle für Gewerbe und Handel" in Stuttgart berufen, zunächst als "Technischer Rat", 1855 als Direktor und später Präsident der Zentralstelle. Hier hat Steinbeis die größten Verdienste bei der Förderung der jungen Industrie und als staatlicher Wirtschaftsförderer im Königreich Württemberg. Finanzielle Unterstützung für neue Firmen, Gründung von Gewerbeschulen zur beruflichen Fortbildung der Arbeiter, Vermittlung von Studien- und Arbeitsaufenthalten im Ausland (z.B. für Gottfried Daimler und Max Eyth in England), Organisation von Gewerbeausstellungen sind einige der Aktivitäten von Steinbeis und der Zentralstelle, ohne die wohl die erstaunlich erfolgreiche Entwicklung der Industrie in Württemberg anders verlaufen wäre.
1878 kam Steinbeis in einen unüberbrückbaren Gegensatz zur offiziellen Wirtschaftspolitik, weil er gegen die von Bismarck vorgeschlagenen Schutzzölle votierte. Er nahm 1880 seinen Abschied.

Die Erinnerung an Steinbeis ist in Württemberg an vielen Stellen in den Namensgebungen erhalten: in der "Steinbeis-Stiftung", in "Steinbeis-Transferzentren" und der Benennung vieler Steinbeis-Berufsschulen nach dem "Vater der gewerblichen Ausbildung".

- Weitere Web-Informationen zu Steinbeis (auch mit der Kurzbiographie "Ferdinand von Steinbeis und die Gewerbeförderung in Württemberg"):
http://www.stw.de/K100/100800/100782/100800-100782.pdf

Sankt Blasien (PLZ: 79837), Stadt in Südbaden im Landkreis Waldshut, mit Ortsteil Menzenschwand; mit (2007) ca. 4.000 Einwohnern. - 

Berühmt ist die Klosterkirche der ehemaligen Benediktinerabtei mit der frühklassizistischen Kuppelrotunde (geplant von Michel d'Ixnard).

1934 + Theodor Däubler in St. Blasien gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.st-blasien.de



Sankt Georgen (PLZ: 78112), Stadt in Südbaden im Schwarzwald- Baar- Kreis, mit (2007) ca. 13.500 Einwohnern.

Sankt Georgen erhielt 1891 Stadtrecht.

- Weitere Web-Informationen: http://www.st-georgen.de



Sankt Märgen (PLZ: 79274), Gemeinde in Südbaden im Kreis Breisgau- Hochschwarzwald, mit (2007) ca. 1.900 Einwohnern.

Sankt Märgen entstand als Siedlung um das 1118 gegründete Augustinerkloster.

- Weitere Web-Informationen: http://www.st-maergen.de/



Sankt Peter (PLZ: 79271), Gemeinde in Südbaden im Kreis Breisgau- Hochschwarzwald, mit (2700) ca. 2.500 Einwohnern.

Sankt Peter wurde 1093 als Hauskloster der Zähringer gegründet und war ihre Grablege.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.st-peter-schwarzwald.de



Sasbach (Baden), mit Obersasbach (PLZ: 77880), Gemeinde im Ortenaukreis, mit (2700) ca. 5.500 Einwohnern.

1675 + Henri de Turenne in Sasbach gefallen



Sathmarer Schwaben: deutsche Volksgruppe bei Sathmar in Rumänien, im 18. Jhdt. ausgewanderte oberschwäbische Bauern.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.genealogienetz.de/gene/reg/ESE/dssat-d.html



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Seuse, Heinrich (Suso), Dominikaner, Mystiker. - * 23.1.1295 (?) in Konstanz (oder Überlingen), + 25.1.1366 in Ulm.

 Seuse trat in Konstanz in den Dominikanerorden ein. Er wurde besonders geprägt durch das Studium bei dem Mystiker Meister Eckart in Köln (seit 1324). Heinrich Seuse gilt - neben Meister Eckart und Johannes Tauler - als einer der großen Mystiker des 14. Jahrhunderts. - 
1338 wurde Seuse wegen papsttreuen Stellungnahmen im Investiturstreit aus Konstanz vertrieben. Er wirkte dann als Seelsorger in verschiedenen oberdeutschen Klöstern (wo wohl auch die Andachtsbilder der Christus-Johannes-Gruppe durch ihn besondere Bedeutung bekamen), bis sich 1348 die Dominikaner und auch Seuse in Ulm niederlassen konnten. - 
Von den verschiedenen Büchern Heinrich Seuses, die fast alle in deutscher Sprache geschrieben sind, wurde sein "Büchlein der ewigen Weisheit" (1328) eines der beliebtesten und einflußreichen mittelalterlichen Andachtsbücher. Seine "Vita" (bearbeitet und ergänzt von der Nonne Elsbeth Stagel) ist die erste geistliche Selbstbiographie in deutscher Sprache.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.heiligenlexikon.de/Biographien/H/Heinrich_Seuse.htm
http://www.bautz.de/bbkl/s/s2/seuse_h.shtml



Seyfer, Hans, spätgotischer Bildschnitzer. - * um 1460 (vermutlich) in Sinsheim, + 1509 in Heilbronn. -

Hans Seyffer schuf 1498 den Hauptaltar in der Kilianskirche in Heilbronn. Von Seyfer stammt auch die Kreuzigunsgruppe für den Stuttgarter Leonhardskirchhof (1501), deren Original jetzt in der Stuttgarter Hospitalkirche steht.



Sickinger, (Josef) Anton, Stadtschulrat und Schulreformer. - * 21.09.1858 in Harpolingen (Baden) bei Bad Säckingen, + 03.08.1930 in Oberstdorf (Allgäu). – 

Als in Heidelberg promovierter Altphilologe und als Gymnasiallehrer mit Schulerfahrungen, die er in Karlsruhe und Bruchsal gesammelt hatte, war Sickinger von 1895 bis 1923 Stadtschulrat in Mannheim und dort Leiter des gesamten ‚Volks – und Fortbildungsschulwesens’. Sickingers Bedeutung liegt in erster Linie in der Schaffung des ‚Mannheimer Schulsystems’, das viele Nachahmer fand und ihn auch international bekannt machte. Er setzte sich darüber hinaus vehement für eine allgemeine simultane Volksschule ein, die er koedukativ organisiert wissen wollte. Speziell trat er für einen intensiveren und besseren Sportunterricht ein und hob z. B. schon 1907 das bis dahin an den Mannheimer Schulen geltende Fußballverbot auf. Ein wichtiger Unterstützer Sickingers war der Mannheimer Armenarzt Julius Moses.

(Dr. Gerhard Eberle)



Sieben Schwaben, Schwank von den 7 Schwaben: In diesem Schwank werden die 7 Schwaben als großsprecherisch, tölpelhaft, dumm, ängstlich und feige dargestellt. 

Die Geschichte geht so (nach der Fassung in den Grimmschen Hausmärchen): Die 7 haben sich zusammengetan um die Welt zu durchziehen, Abenteuer zu suchen und große Taten zu vollbringen. Aufgereiht an einem Spieß machen die 7 sich auf den Weg: vorne der Herr Schulz, dann der Jackli, der Marli, der Jergli, der Michal, der Hans, zuletzt der Veitli (so die Namen in der Grimmschen Fassung). (In der Fassung von Ludwig Aurbacher werden 7 andere Namen mit regionalen u.a. Bezügen genannt: der Allgäuer, der Seehaas, der Nestelschwab, der Blitzschwab, der Spiegelschwab, der Gelbfüßler aus Bopfingen und zuletzt der Knöpflesschwab.)

7 SchwabenBei den Abenteuern blamieren sich die 7 Schwaben gehörig: zum Beispiel halten sie einen harmlos im Feld schlafenden Hasen für ein Drachenungeheuer. Jeder will sich vor dem Kampf drücken und den andern vorschieben: "So zieht denn herzhaft in den Streit, / hieran erkennt man tapfre Leut'." "Gang, Veitli, gang, gang du voran, / i will dahinten vor dir stahn." (so in der Grimmschen Fassung). - "Potz, Veitli, lueg, lueg, was isch das? / Das Ungeheuer ischt a Has."

[Bild (Ganzsachen-Beleg 2001): Die sieben Schwaben begegnen dem Hasen, den sie für einen Drachen halten]

Schließlich kommen die 7 Schwaben an die Mosel und ertrinken dort allesamt: Weil sie die Rückfrage des Fährmanns nach ihrem schwäbischen Dialekt und das Quaken eines Frosches als Aufforderung verstehen, ins Wasser zu waten, ertrinken sie. - So viel Dummheit war selten. Ein "Dummenschwank" eben, ein Märchen.

Zur Herkunft der Geschichte:
Die Grundfassung des Schwanks geht auf das späte Mittelalter zurück: Eine erste Fassung findet sich in einer lateinischen Handschrift aus dem 15. Jhdt. 
Die erste bekannte deutsche Fassung findet sich in einem Meisterlied von Hans Sachs von 1545. 
Der Schwank ist als Märchen bei den Grimmschen Hausmärchen 1812ff überliefert.
Besonders populär ist die Geschichte von den 7 Schwaben durch die Fassung im Volksbüchlein von Ludwig Aurbacher (* 1784 in Türkheim im bayerischen Schwaben) von 1829 geworden.

Ob die Entstehung des Schwanks damit zusammenhängt, dass die Schwaben im Spätmittelalter besonders überheblich und blöd waren oder doch das Image der Deppen der Nation hatten ist unklar. Vielleicht war es einfach eine Zeitlang Mode, die Schwaben in Witzen und Schwänken besonders blöd darzustellen - wie es heute eine Zeitlang die Ostfriesen oder die Blondinen getroffen hat. Und Anhalt an der Realität läßt sich ja immer finden.
Jedenfalls haben die Schwaben offenbar beschlossen, das Ganze mit Humor zu nehmen und die Sieben Schwaben zum Markenzeichen zu erheben: Zum Namen für Gasthäuser u.v.a.m..

- Weitere Web-Informationen: Text der "7 Schwaben" von Ludwig Aurbacher:
http://gutenberg.spiegel.de/?id=58xid=3251&kapitel=1#gb_found



Sigel, Franz, General in Baden und in USA. - * 18.11.1824 in Sinsheim, + 21.8.1902 in New York. -

Franz Sigel war während der Badischen Revolution von 1848/1849 General auf Seiten Heckers. Nach der Niederschlagung der Revolution führte er einen Großteil der Soldaten ins Exil in die Schweiz. Sigel emigrierte dann nach London, 1852 nach USA. Im Bürgerkrieg in Amerika 1862 war er als einer der emigrierten  48-er neben Carl Schurz ein bedeutender General unter Lincoln.

- Weitere Web-Informationen zu Franz Sigel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Sigel



Sigismund
(
auch: Siegmund) von Luxemburg, römisch-deutscher König (seit 1410) und Kaiser (seit 1433). - * 15.2.1368 in Nürnberg, + 9.12.1437 in Znaim ( in Mähren).

SigismundSigismund war der jüngste Sohn des Luxemburger Kaisers Karl IV. und der letzte Herrscher auf dem Königs- und Kaiserthron aus dem Geschlecht der Luxemburger, nach dem dann die Habsburger mit ihrer Dauerherrschaft als Könige und Kaiser des Reiches antraten.

Die Regierungszeit Sigismunds gilt als einer der Höhepunkte des Spätmittelalters. In seine Regierungszeit fallen z.B. das Konstanzer Konzil, an dem er großen Anteil hatte und auch das Basler Konzil. Die umfassende Reichsreform, die als "Reformatio Sigismundi" mit seinem Namen verbunden ist, konnte allerdings nicht mehr durchgesetzt werden.

[Bild: (Foto): Kaiser Sigismund, Porträt eines böhmischen Meisters (Prag?) (1436/37), früher Antonio Pisanello (1433) zugeordnet]

Einige Ereignisse aus seinem Leben (wobei vor allem auffällt, dass Sigismund eine ganze Menge unterschiedlicher Kronen zu tragen hatte):

- 1378: Sigismund erhält die Markgrafschaft von Brandenburg (die er später an die Hohenzollern weitergibt).

- 1387 wurde Sigismund (durch Heirat) König von Ungarn. Zentrales Problem war damit für ihn die Türkenabwehr: Die Osmanen waren dabei, einen Großteil Südosteuropas zu besetzen: Nordgriechenland, Albanien, Bulgarien und Ungarn. Sigismund als König von Ungarn kämpfte mit Unterstützung von Ritterheeren aus dem Reich und mit einer Wiederbelebung des Kreuzugsgedankens gegen die Türken. In der Schlacht von Nikopolis 1396 erlitten die "christlichen" Heere eine katastrophale Niederlage durch die weit überlegenen osmanischen Truppen. - Die Türkengefahr blieb seitdem für die nächsten Jahrhunderte ein zentrales Thema europäischer Politik. Und auch für Sigismund blieb sie ein Movens seiner Politik. (Sigismunds starkes Engagement für eine einheitliche Kirche auf dem Konstanzer Konzil hat wohl auch damit zu tun, dass er eine einige Kirche und ein einheitliches Reich als Bollwerk gegen die Osmanen erhoffte.)

- 1410/1411 wurde Sigismund zum römisch-deutschen König gewählt: Nach dem Tod König Ruprechts von der Pfalz (deutscher König von 1400 - 1410) erfolgt durch die Kurfürsten durch Stimmengleichheit eine Doppelwahl: Jobst von Mähren und Sigismund. Nach dem frühen Tod Jobst von Mähren wird 1411 Sigismund in einer förmlichen Neuwahl zum König gewählt.

- 1414 - 1418: Das Konstanzer Konzil wird weitgehend durch Sigismund einberufen und auch bestimmt. - Während der Zeit des Konzils wird Sigismund in Aachen gekrönt.
Nach der Ermordung des Theologen Jan Hus in Konstanz war Sigismund in den folgenden Jahren vor allem durch die Hussitenkriege in Böhmen herausgefordert, besonders, seit er auch noch 1419 König von Böhmen wurde.

- 1415/ 1417 erhält Burggraf Friedrich VI. von Nürnberg (ein Vertreter der fränkischen Linie der Hohenzollern) von Kaiser Sigismund die Markgrafschaft Brandenburg und die Kurwürde und regiert als Kurfürst Friedrich I. Achilles. Seitdem regieren die Hohenzollern ununterbrochen in Brandenburg, Preußen und später als Kaiser des Deutschen Reiches bis 1918.

- 1419: Sigismund wird auch König von Böhmen. (In Böhmen hatte bis dahin sein älterer Bruder, Wenzel, regiert. Der hatte zunächst, nach dem Tod seines Vaters Karl IV., seit 1378 als deutscher und böhmischer König regiert, er war aber 1400 von den rheinischen Kurfürsten als unwürdig abgesetzt worden und statt seiner Ruprecht von der Pfalz gewählt. Er blieb aber als Wenzel IV. bis 1419 König von Böhmen; - Spitzname: "Wenzel der Faule".)

- 1431 - 1449: Basler Konzil, bei dem sich Sigismund auch engagierte, wenn auch erheblich schwächer als beim Konstanzer Konzil.

- 1433: Sigismund erhält in Rom durch Papst Eugen IV. die Kaiserkrone.

- 1434: Sigismund will mit einer Reichsreform beginnen, der (später so genannten) "Reformatio Sigismundi". Den Anfang machte die Vorlage von 16 Reformartikeln auf einem Reichstag in Regensburg im Herbst 1434. Zur Durchführung der Reform ist es nicht mehr gekommen, auch wegen des Widerstandes der betroffenen Reichsstände.

- 1437: Sigismund stirbt in Znaim in Mähren. Er hinterläßt keinen männlichen Erben, sodass die Dynastie der Luxemburger mit Sigismund ausgestorben ist.

- Weitere Web-Informationen zu Sigismund von Luxemburg:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sigismund_von_Luxemburg


Sigmaringen (PLZ 72488), Kreisstadt von Sigmaringen in Südwürttemberg- Hohenzollern, mit (2007) ca. 16.500 Einwohnern.

Sigmaringen war ehemals Residenz des Fürstentums Hohenzollern- Sigmaringen.
Schloss Sigmaringen über der Donau wurde seit dem 12. Jahrhundert immer wieder erweitert und umgebaut, zuletzt 1893.

1578 * Fidelis von Sigmaringen in Sigmaringen geboren

1825 * Theodor Bilharz in Sigmaringen geboren
1839 * Karl I., Fürst und König von Rumänieni, in S. geboren
1865 * Ferdinand I., später König von Rumänien, in S. geboren

1944 - 1945: Pétain mit der Vichy-Regierung Frankreichs in S.

- Weitere Web-Informationen zu Sigmaringen: http://www.geocities.com/Colosseum/1959/sigmar.html



Sigwart, Christoph, Philosoph. - * 28.3.1830 in Tübingen, + 4.8.1904 in Tübingen.
Sigwarts Spezialgebiete waren Fragen der formalen Logik und der Ethik.


Silcher, Friedrich, Komponist und Musikpädagoge. - * 27.6.1789 in Schnait, + 26.8.1860 in Tübingen. -

SilcherFriedrich Silcher war von 1809 - 1815 Kantor in Ludwigsburg, danach wirkte er in Tübingen als Komponist und Musikpädagoge. Seit 1817 war er dort Musikdirektor der Universität.

[Bild (Marke BRD, 1989): 200. Geburtstag von Friedrich Silcher; Portrait (Silhouette) F. Silcher, Autograph der Notenschrift "Lorelei"]

Silchers Hauptinteresse galt der volkstümlichen Chormusik. 1829 gründete er die "Akademische Liedertafel" (Männerchor), 1839 den Oratorienverein für gemischten Chor, die er beide bis zu seinem Tod leitete.
Ein wichtiges Werk war die Herausgabe eines württembergischen Choralbuchs (3-stimmig). Große Verbreitung fanden seine Hefte mit 4-stimmigen Volksliedsätzen (deutschen wie internationalen), die heute noch zum Repertoire von Gesangvereinen gehören. In dieser Reihe veröffentlichte er auch seine eigenen Liedkompositionen, die zahlreich in das Liedgut der nachfolgenden Generationen eingingen und bis heute bekannt sind, z.B. die Vertonung von H. Heines Lorelei-Lied "Ich weiß nicht was soll das bedeuten" oder H. Alberts "Ännchen von Tharau".

(Ursula Ebener)



Simanowiz, Ludovike, geb. Reichenbach, Portraitmalerin. - * 21.2.1759 in Schorndorf, + 2.9.1827 in Ludwigsburg.
Ludovike Reichenbach nahm, da eine Aufnahme in eine Kunstakademie damals für Frauen nicht möglich war, Privatunterricht bei Nicolas Guibal, Professor für Malerei an der Hohen Karlsschule in Stuttgart, und sie ließ sich auch bei Studienaufenthalten in Paris zur Portraitmalerin ausbilden. Bekannt wurden vor allem ihre Portraits der Familie Schiller. 

SchillerVon Friedrich Schiller, den sie aus gemeinsamen Kindertagen in Ludwigsburg kannte, malte sie 1794 das berühmte Portrait, das erheblichen Einfluss auf das Schillerbild des 19. Jahrhunderts hatte. Das Bild hängt jetzt im Schiller-Nationalmuseum in Marbach.

[Bild (Marke DDR, 1973): Portrait Friedrich Schillers, nach dem Gemälde von Ludovike Simanowiz, 1793/94; unten Schillerhaus in Weimar.
Ein Klick auf das Bild führt zu dem gesamten Schiller-Gemälde von L. Simanowiz.]
 

- Weitere Web-Informationen zu L. Simanoviz:
http://www.stadtmuseum-schorndorf.de/5.htm



Sindelfingen (PLZ: 71063 bis 71069), Stadt im Kreis Böblingen, mit (2700) ca. 60.800 Einwohnern.
.
1950 + R. Gradmann in Sindelfingen gestorben

- Weitere Web-Informationen: http://www.sindelfingen.de



Sindlingen /Jettingen bei Herrenberg (PLZ: 71131), Gemeinden im Landkreis Böblingen, mit (2007) 7.700 Einwohnern.

Das Schlossgut Sindlingen war zeitweise Sommerresidenz von Franziska von Hohenheim. - 
Franziska von Hohenheim ermöglichte auch dem in Wirtemberg nicht erwünschten Pietisten, Theosophen und Bauern Johann Michael Hahn ein ungestörtes Wirken und Leben auf dem von Wirtemberg unabhängigen Rittergut Sindlingen.

1794 - 1819: Johann Michael Hahn lebt im Sindlingen
1819 + Johann Michael Hahn in Sindlingen gestorben



Singen am Hohentwiel (PLZ: 78224), Stadt im Kreis Konstanz, mit (2007) ca. 45.500 Einwohnern.

1897: Firma Maggi in Singen gegründet

1950 + Julius Weismann in Singen gestorben
1969 + Otto Dix in Singen gestorben

- Weitere Web-Informationen zu Singen: http://www.singen.de



Sinsheim an der Elsenz (PLZ: 74889), Stadt im Rhein- Neckar- Kreis, mit (2007) ca. 33.600 Einwohnern. – 

Sinsheim war 1338 – 1803 kurpfälzisch, danach badisch.. – In Steinsfurt bei Sinsheim unternahm Friedrich von Preußen 1730 den Fluchtversuch, der ihm von seinem Vater Gefängnis und seinem Freund Kartte den Tod brachte. 

1460 * Hans Seyffer (Bildschnitzer) in Sinsheim geboren

1824 * Franz Sigel (General) in Sinsheim geboren

- Weitere Web-Informationen zu Sinsheim: http://www.sinsheim.de



Sipplingen (PLZ: 78354), Gemeinde am Bodensee im Bodenseekreis, mit Teilgemeinde Hohenfels; mit (2007) ca. 2.200 Einwohnern.

In Sipplingen ist der Startpunkt für die Bodensee-Wasserversorgung, die wichtigste Fernwasserversorgung Baden Württembergs, die seit 1954 aufgebaut wurde. Im Wasserwerk Sipplingen wird das Wasser aus dem Bodensee entnommen und in die Leitungen der Fernwasserversorgung gepumpt, durch die es über den Mittleren Neckarraum bis über Heilbronn 175 Mitgliedsgemeinden und -verbände mit etwa 3,7 Millionen Einwohnern Baden-Württembergs mit Wasser versorgt.

- Weitere Web-Informationen: http://www.sipplingen.de



Söflingen, Vorstadt von Ulm (PLZ: 89075):

1200 * Meinloh von Sevelingen (Minnesänger) in Söflingen geboren



Solitude, Lustschloß bei Stuttgart, 1763 – 1767 von Herzog Karl Eugen im Rokokostil erbaut. – Auf der Solitude begann 1770 die spätere Hohe Karlsschule.

- Weitere Web-Informationen zum Schloss Solitude:
http//www.schloesser-magazin.de/de/objekte/st/st_so/st_so.php



Speer, Albert, Architekt und Politiker, 1942 – 1945 Reichsminister für Bewaffnung und Munition u.a. - * 19.3.1905 in Mannheim, + 1.9.1981 in London. - 

Albert Speer, der schon 1931 NSDAP-Parteimitglied wurde, war zunächst der von Hitler bevorzugte Architekt für die Planung gigantischer Großbauten des "Dritten Reichs". Während des Krieges war Speer seit 1942 Rüstungsminister und damit Mitorganisator des totalen Kriegs. 
1946 wurde Speer zu 20 Jahren Haft verurteilt und 1966 aus Spandau entlassen.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SpeerAlbert/



Speidel, Hans, General. - * 28.10.1897 in Metzingen, + 28.11.1984 in Bad Honnef. 

Speidel war 1940 – 1944 in hohen Stabsstellen der Wehrmacht tätig; 1944 kam er wegen seiner Nähe zum Widerstand in Haft. 

Nach 1949 war Speidel entscheidend am Aufbau der Bundeswehr beteiligt: seit 1951 war er Berater im Amt Blanck, 1955 - 1957 war er Leiter der Abteilung Streitkräfte im Bundesverteidigungsministerium. Seit 1957 war Speidel Befehlshaber der NATO- Landstreitkräfte in Europa.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SpeidelHans/



Spemann, Hans, Zoologe. - * 27.6.1869 in Stuttgart, + 12.9.1941 in Freiburg (Grab in Stuttgart). 

Hans Spemann (Sohn des Verlegers J.W.Spemann) war Prof. für Zoologie in Freiburg seit 1919. 1935 erhielt er den Nobelpreis für Physiologie / Medizin für seine Forschungen zur tierischen Embryologie.

- Weitere Web-Informationen:
http://home.tiscalinet.ch/biografien/biografien/spemann.htm



Spemann, Johann Wilhelm, Verleger. - * 24.12.1844 in Unna, + 29.6.1910 in Stuttgart.


Spiethoff, Arthur, Volkswirtschaftler. - * 13.5.1873 in Düsseldorf, + 4.4.1957 in Tübingen.

Spiethoff gilt als einer der Begründer der modernen Konjunkturforschung in Volkswirtschaften.



Spindler, Carl, Erzähler vor allem von historischen Romanen ("deutscher Walter Scott"). - * 16.10.1796 in Breslau, + 12.7.1855 in Freiersbach.

Zwischen 1830 und 1860 war Spindler in Deutschland einer der populärsten und produktivsten Unterhaltungsschriftsteller.



Spranger, Eduard, Psychologe und Pädagoge. - * 27.6.1882 in Großlichterfelde / Berlin, + 17.9.1963 in Tübingen. – Spranger war seit 1946 Prof. in Tübingen.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/s/spranger_e.shtml



Städte in Südwestdeutschland: s. extra Artikel: Geschichte der Städte/ Reichsstädte in Südwestdeutschland vom Mittelalter bis 1802


Stamitz,Carl, Komponist. – * 7.5.1745 in Mannheim, + 9.11.1801 in Jena.


StamitzStamitz, Johann W., Komponist. - * 19.6.1717 in Deutschbrod (Böhmen), + 27.3.1757 in Mannheim. – Johann W. Stamitz war von 1741 – 1757 Hofkapellmeister in Mannheim. Er gilt als Begründer der Mannheimer Schule.
 
 

 

[Bild (Marke CSFR, 1957): 200. Todestag von J. W. Stamitz; Portrait des Komponisten J.W. Stamitz]

Steinbüchel, Theodor, katholischer Theologe. - * 16.6.1888 in Köln, + 11.2.1949 in Tübingen.

Steinbüchel war vor allem katholischer Moraltheologe und Sozialethiker. - Nach verschiedenen Professuren auf Lehrstühlen für Moraltheologie war Steinbüchel seit 1941 bis zu seinem frühen Tod 1949 Professor in Tübingen.


Steinhausen/ Bad Schussenried, Gemeinde im Landkreis Biberach (PLZ: 88427). – 
Steinhausen ist bekannt durch die 1727 – 1733 von Dominikus Zimmermann erbaute Wallfahrtskirche.


Steinheim am Albuch (PLZ: 89555), Gemeinde auf der Ostalb am Albuch im Landkreis Heidenheim, mit (2007) ca. 8.800 Einwohnern.

Steinheim liegt auf der Ostalb beim Steinheimer Becken, einem über 100 m tiefen Becken mit einem Durchmesser von 3,5 km, das durch einen Meteoriteneinschlag vor etwa 15 Millionen Jahren in der erdgeschichtlichen Zeit des Miozän im Tertiär entstand (ähnlich wie das Nördlinger Ries).

In Steinheim gelebt hat seit 1748 Philipp Friedrich Hiller, evangelischer Theologe und vielleicht bedeutendster Dichter des schwäbischen Pietismus. In Steinheim schrieb er viele seiner Bibelauslegungen und die beiden "Geistlichen Liederkästlein".

1769 + Philipp Friedrich Hiller in Steinheim gestorben.



Steinheim an der Murr (PLZ: 71711), Stadt im Landkreis Ludwigsburg, mit Kleinbottwar und Höpfigheim; mit (2007) ca. 12.000 Einwohnern.

Steinheim ist Fundort eines Menschenschädels eines Vor- Neandertalers aus der Zeit von ca. 250 000 v.Chr.

- Weitere Web-Informationen zu Steinheim:
http://www.stadt-steinheim.de



Steinhöwel, Heinrich, schwäbischer Frühhumanist, Arzt. - * 1412 in Weil der Stadt, + 1483 in Ulm.

Steinhöwel war Leibarzt von Graf/Herzog Eberhard im Bart. Seit 1450 war er Stadtarzt in Ulm und Mittelpunkt eines Humanistenkreises. Als Humanist war er ein wichtiger Vermittler lateinischer und italienischer Werke, besonders durch seine Übersetzungen der Werke Boccaccios und Petrarcas.



StephanieStephanie de Beauharnais / Napoleon, Großherzogin von Baden. - * 28.8.1789 in Paris, + 29.1.1860 in Nizza. - Stephanie, eine Nichte der Kaiserin Joséphine, wurde 1806 von Napoléon adoptiert. 1806 heiratete sie den Erbprinzen Karl von Baden; so war das für Napoléon strategisch wichtige Baden mit ihm familiär verbunden. - Nach dem Tode des Großherzog Karl 1818 lebte Stephanie überwiegend in Mannheim. Sie starb 1860 bei einem Erholungsaufenthalt in Nizza. 

[Bild (Marke Baden, 1948) Stephanie de Beauharnais, Großherzogin von Baden:]

- Kaspar Hauser, der "Findling unbekannter Herkunft", der 1826 in Nürnberg auftauchte, soll nach einer umstrittenen Theorie ein Sohn von Stephanie und Karl sein, der 1812 kurz nach der Geburt den Eltern weggenommen und gegen ein todkrankes Kind ausgetauscht wurde. (Diese Theorie dürfte inzwischen durch DNA-Analyse widerlegt sein.)



Stern, Wilhelm, Pionier der Lehrerbildung und Direktor des ev. Lehrerseminars in Karlsruhe, zuvor selbst Lehrer und Pfarrer. - * 22.04.1792 in Mosbach, + 31.03.1873 in Karlsruhe.

Veranlasst durch die Kriegswirren wechselte Stern 1814 von Heidelberg in das ruhigere Tübingen, um sein 1812 begonnenes Theologiestudium dort abzuschließen. Freiherr von Wangenheim, der damals Kurator der Universität war, empfahl Stern nach bestandenem Examen als Lehrer zu Pestalozzi nach Ifferten (Yverdon) zu gehen. Dort unterrichtete er nach dessen Grundsätzen sehr erfolgreich hauptsächlich die alten Sprachen.

Der Einfluss Pestalozzis blieb auch für Sterns späteren pädagogischen Weg bestimmend. 1817 erhielt er eine Stelle am Karlsruher Lyzeum. Zwei Jahre später wurde ihm die Diakonatsstelle in Gernsbach übertragen, wo er vor allem mit schulischen Aufgaben betraut wurde. Sterns pädagogische Arbeit war so erfolgreich, dass man ihn  – nach einer Visitation durch den  Prälaten Johann Peter Hebel – zum Professor und ersten Lehrer am neu errichteten evangelischen Lehrerseminar in Karlsruhe berief, das 1824 dort eröffnet wurde. Von dieser Position aus gewann Stern großen Einfluss auf die Entwicklung des badischen Volksschulwesens. 
Politisch versprach er sich im Vormärz zunächst von eher liberalen Tendenzen eine Verbesserung der gesellschaftlichen Verhältnisse. Durch den Kontakt mit verschiedenen der Erweckungsbewegung nahe stehenden religiös geprägten Persönlichkeiten (z.B. dem Pfarrer Aloysius Henhöfer, einem Führer der Erweckungsbewegung in Baden) veränderte sich Sterns Einstellungen ab 1832 nachhaltig. Diese grundlegende neue Orientierung Sterns war in der Folge Ursache für zahlreiche Konflikte mit seinen Vorgesetzten. 
Ungeachtet solcher Schwierigkeiten behauptete sich Stern bis zu seiner Pensionierung 1865 erfolgreich und fachlich anerkannt in seinem Amt.
Schon vom Beginn seiner Arbeit am Lehrerseminar an übte Stern eine rege publizistische Tätigkeit aus. Er war Verfasser zahlreicher pädagogischer Werke und Schulbücher für die unterschiedlichsten Fächer, die maßgebend das badische Schulwesen im 19. Jahrhundert beeinflussten. Hinzu kamen noch etliche Schriften erbaulichen Charakters, die mit Sterns Engagement für die Innere und Äußere Mission im Zusammenhang standen.

(Dr. Gerhard Eberle)



Stetten im Remstal / Kernen (PLZ: 71394):
In Stetten steht ein barockes Schloss, in das 1863 die Heil- und Pflegeanstalt Stetten eingezogen ist.
Die Anstalt (heute: Diakonie Stetten), heute eine der größten diakonischen Einrichtungen vor allem der Behindertenhilfe in Württemberg, wurde 1849 von Dr. Georg Friedrich Müller in Vaihingen-Rieth gegründet. 1863 zog die Einrichtung unter Johannes Landenberger nach Stetten.

1837 * Karl Mauch (Afrikaforscher) in Stetten geboren

- Weitere Web-Informationen zur Diakonie Stetten: http://www.diakonie-stetten.de/



SteubenSteuben, Friedrich Wilhelm von, General. - * 17.9.1730 in Magdeburg, + 28.11.1794 in Oneida County, NY. –
Steuben war von 1764 – 1776 Hofmarschall in Hechingen, ehe er nach USA auswanderte. 1778 - 1784 war Steuben Generalinspekteur des Heeres im nordamerikanischen Unabhängigkeitskrieg.
 

[Bild (Marke Berlin, 1980): 250. Geburtstag von General Steuben; F. W. von Steuben]



Stockach, Kreisstadt in Südbaden am Bodensee (PLZ: 78333) im Landkreis Konstanz, mit (2007) ca. 16.700 Einwohnern. – 
Stockach gehörte als Hauptort der Grafschaft Nellenburg von 1465 - 1805 zu Vorderösterreich.


Stolz, Alban, katholischer Theologe und Volksschriftsteller. - * 3.2.1808 in Bühl, +16.10.1883 in Freiburg (Grab in Bühl-Kappelwindeck).
Alban Stolz, der seit 1847 Professor für Pastoraltheologie und Pädagogik in Freiburg war, gilt als Volksschriftsteller in der Nachfolge J.P. Hebels. Sein literarisches Hauptwerk ist der "Kalender für Zeit und Ewigkeit", der von 1843 an in 18 Jahrgängen erschien.

- Weitere Web-Informationen zu Alban Stolz:
http://www.bautz.de/bbkl/s/s4/stolz_a_i.shtml
http://ferdinand.ruska.de/personenarchiv/stolz_alban/person.html



Storz, Gerhard, Schriftsteller und Politiker. - * 19.8.1898 in Rottenacker bei Ehingen, + 1.9.1993 in Leonberg. – Storz war von 1958 bis 1964 Kultusminister von Baden- Württemberg.


StossStoß, Veit, Bildschnitzer und Maler. - * um 1440 in Horb, + 1533 in Nürnberg. -

Veit Stoss gilt neben Tielman Riemenschneider als der bedeutendste Bildhauer der deutschen Spätgotik. 1477 - 1496 verbrachte er in Krakau, wo der Hochaltar in der Marienkirche zu seinen bekanntesten Werken zählt. 
 

[Bild (Marke Generalgouvernement 1943): Portrait des Bildschnitzers Veit Stoss]

Veit StoßDie meiste Zeit lebte und arbeitete Veit Stoß in Nürnberg. Dort entstand auch der "Englische Gruß".

[Bild (Marke BRD, 1989): Details aus dem "Englischen Gruß" von Veit Stoß in der St.- Lorenz- Kirche, Nürnberg (1518)]



- Weitere Web-Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Veit_Stoß



Stratz, Rudolf, Erzähler und Dramatiker. – 6.12.1864 in Heidelberg, + 17.10.1936 in Gut Lambelhof am Chiemsee.

Rudolf Stratz lebte seit 1890 als freier Schriftsteller in Berlin, von 1895 - 1906 in Ziegelhausen bei Heidelberg.
Um 1900 waren die patriotischen Romane und die Bergromane Bestseller (z.B. "Der weiße Tod", 1897; "Alt-Heidelberg du feine...", 1902)



Straub, Johann Baptist, Bildhauer. - * 25.6.1704 in Wiesensteig, + 15.7.1784 in München. 

Straub erhielt seine Ausbildung 1726 - 1734 in Wien und war danach Hofbildhauer in München. Neben seinem Schüler Ignaz Günther gilt er als bedeutendster Meister des Rokoko in München und Oberbayern.



Strauss (Strauß), David Friedrich, evang.Theologe und freier Schriftsteller. - * 27.1.1808 in Ludwigsburg, + 8.2.1874 in Ludwigsburg.

Strauss, D.F.David Friedrich Strauss ist einer der radikalsten historisch- kritischen protestantischen Theologen des 19. Jahrhunderts und einer der umstrittensten. Vor allem für eine neue Sicht der Bibel und die Leben-Jesu- Forschung war er mit seinem Buch "Das Leben Jesu" bahnbrechend.

[Bild (eigenes Foto): Denkmal für David Friedrich Strauss im Schlossgarten in Ludwigsburg; Pavillon mit Strauss-Büste und als Inschrift ein Zitat von Strauss: "Ich fasse das deutsche Volk als das Volk der Reformation, diese aber nicht als etwas Abgeschlossenes, sondern als ein Werk das fortgesetzt werden soll."]

Zu Biographie und Werk von D.F.Strauss:

D.F. Strauss war 1821 – 1823 Schüler im Seminar Blaubeuren, studierte dann von 1825 an evang. Theologie im Tübinger Stift und an der Universität Tübingen, wobei ihn besonders die Philosophie G. Hegels und die historisch-kritische Theologie F.C. Baurs beeindruckten. Er schloss noch eine Studienzeit in Berlin (Hegel und Schleiermacher) an ehe er 1832 wieder nach Tübingen zurückkam.
Ab 1832 war Strauss Repetent am Tübinger Stift; in dieser Zeit schrieb er sein Hauptwerk, das 1835 erschien: "Das Leben Jesu, kritisch bearbeitet". Durch dieses Werk wurde Strauss "gleichzeitig mit einem Schlag auf lange hinaus der berühmteste Theologe Deutschlands - und für jede kirchliche und akademische Stellung lebenslänglich unmöglich" (so Karl Barth in seinem Buch "Die protestantische Theologie im 19. Jhdt."). Kein Wunder bei radikalen und provozierenden Aussagen wie z.B. denen: Die mythischen, besonders die messianischen Vorstellungen des AT wurden auf Jesus übertragen; die Evangelien sind nichts anderes als "geschichtsartige Einkleidungen urchristlicher Ideen, gebildet in der absichtslos dichtenden Sage".

Nach der Veröffentlichung des "Leben Jesu" wurde Strauss als Repetent am Tübinger Stift entlassen. Er wurde 1839 auf eine Professur nach Zürich berufen, die er aber wegen heftiger Proteste nicht antreten durfte. Immerhin erhielt er von der Uni Zürich in einem "Straußenhandel" eine erhebliche Pension zugesprochen. - Danach lebte er in Ludwigsburg als Privatgelehrter und als freier Schriftsteller.

Berühmt wurde Strauss auch noch durch eine spektakuläre Heirat: 1842 heiratete er die Sängerin Agnes Schebest, eine der berühmtesten Opernsängerinnen ihrer Zeit. Die Ehe wurde allerdings schon nach 4 Jahren wieder aufgelöst. (Agnes Schebest-Strauss, die 1813 in Wien geboren wurde, starb 1870 in Stuttgart; ihr Grab ist auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart.)

1848 wollte Strauss sich politisch engagieren: er bewarb sich um einen Sitz in der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche, konnte das Mandat in Ludwigsburg aber nicht gewinnen. 1848 wurde er immerhin Abgeordneter im Württembergischen Landtag; er gab dies Mandat aber schon im gleichen Jahr wieder auf.

Die späteren Veröffentlichungen von David Friedrich Strauss - neben einer Reihe von Biographien über F.D. Schubart, Voltaire u.a. - wurden nicht mehr ganz so stark wahrgenommen wie das Hauptwerk von 1835/36. Strauss entfernte sich in ihnen auch immer weiter von kirchlich vertretenen Positionen. Vor allem in seinem letzten größeren Werk ( "Der alte und der neue Glaube") verstand er sich ausdrücklich nicht mehr als Christ und er warb statt des alten christlichen Glaubens für den neuen Glauben, eine Art Humanitätsreligion. Damit hatte Strauss noch einmal ein Standardwerk und Kultbuch geschrieben, diesmal für viele freireligiösen Gemeinden des 19. und 20. Jahrhunderts und auch für Teile der Arbeiterbewegung.

- 1840/41 erschien sein 2. Hauptwerk: "Die christliche Glaubenslehre in ihrer geschichtlichen Entwicklung und im Kampf mit der modernen Wissenschaft dargestellt."
- 1863: "Leben - Jesu - Werk. Das Leben Jesu für das deutsche Volk bearbeitet."
- 1872: "Der alte und der neue Glaube."

David Friedrich Strauss starb 1874 in Ludwigsburg. Sein Grab ist auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg.

- Weitere Web-Informationen: http://www.bautz.de/bbkl/s/s4/strauss_d_f.shtml



Strauß, Emil, Erzähler und Dramatiker.. - * 31.1.1866 in Pforzheim, + 10.8.1960 in Freiburg.

Emil Strauss betätigte sich nach dem Studium zunächst als Landwirt in der Nähe von Freiburg, wanderte dann 1892 nach Brasilien aus, wo er Siedler und Vorsteher einer Knabenschule war. 1901 kehrte Strauß nach Europa zurück, arbeitete seit 1918 wieder als Landwirt im Hegau. Seit1925 wohnte Strauß in Freiburg, 1945 - 1955 in Badenweiler, danach wieder in Freiburg.

Emil Strauß gilt als realistischer-neuromantischer Erzähler und Dramatiker. Einige Werke: "Freund Hein" (1902), "Der Schleier" (1919), "Das Riesenspielzeug" (1934).
Emil Strauss unterstützte nach 1933 den nationalsozialistischen "Kampfbund für deutsche Kultur" und erhielt zur Zeit des Nationalsozialismus zahlreiche Ehrungen



Streicher, Andreas, Klavierbauer. - * 13.12.1761 in 
Stuttgart, + 25.5.1833 in Wien.

Streicher floh 1782 mit Schiller von der Karlsschule. Er war später Klavierbauer in Wien und dort mit Beethoven befreundet.



StruveStruve, Gustav von, Rechtsanwalt und Politiker. - * 11.10.1805 in München, + 21.8.1870 in Wien. – Struve war mit Hecker zusammen einer der Köpfe der badischen Revolution von 1848/ 1849. 1848 rief er in Lörrach die Republik aus.

[Bild (Sonderstempel 1998 zur Badischen Revolution): Portrait Gustav Struves; Ausrufung der Deutschen Republik 1848 in Lörrach]



Struve, Hermann von, Astronom. - * 3.10.1854 in Pulkowo, + 12.8.1920 in Herrenalb.


Struve, Otto Wilhelm, Astronom. - * 7.5.1819 in Dorpat, + 16.4.1905 in Karlsruhe.


Strümpfelbrunn / Waldbrunn im Odenwald (PLZ: 69429)
1849 * Theodor Leutwein in Strümpfelbrunn geboren


StuttgartStuttgart: siehe extra  Seite: Stuttgart
 

 

[Bild (Marke Württemberg, 1920): Ansicht von Stuttgart, mit Altem Schloss und Stiftskirche]



Südwürttemberg-Hohenzollern: Einer der 4 Regierungsbezirke Baden-Württembergs von 1952 - 1973, mit Tübingen als Hauptstadt.


Sulz am Neckar (PLZ: 72172), Stadt im Landkreis Rottweil, mit (2007) ca. 12.500 Einwohnern.

1848 * Gustav Bauernfeind (Maler) in Sulz geboren
1851 * Lina Hähnle (Vogelschützerin) in Sulz geboren

- Weitere Web-Informationen: http://www.sulz.de/



Sülzbach bei Weinsberg / Obersulm (PLZ: 74182) im Landkreis Heilbronn.
:
1416 * Michel Beheim in Sülzbach geboren
1474 + Michel Beheim in Sülzbach gestorben


Sulzburg /Baden (PLZ: 79295):
1553 + Ernst I. von Baden-Durlach in Sulzburg gestorben


Supper, Auguste, Schriftstellerin. - * 22.1.1867 in Pforzheim, + 4.4.1951 in Ludwigsburg (Grab in Korntal).

Auguste Supper erlebte ihre Jugendzeit in Calw, lebte dann in Korntal und verbrachte ihren Lebensabend in Ludwigsburg.

Einige Werke der "Heimaterzählerin" Auguste Supper: Die Erzählung "Der Mönch von Hirsau" (1898), die Autobiographie "Aus halbvergangenen Tagen" (1937), "Schwarzwaldgeschichten" (1954 erschienen).



Süß Oppenheimer, Joseph, diffamierend genannt Jud Süß, jüdischer Hoffaktor, Finanzier und Justizopfer. - * 1698 in Heidelberg, + 4.2.1738 (hingerichtet) in Stuttgart

Joseph Süss Oppenheimer war erfolgreicher und z.T. verhasster Hoffaktor beim Herzog Karl Alexander von Wirtemberg von 1733 - 1737. Er wurde 1738 durch einen Justizmord hingerichtet.

Zur Biographie:

Süß Oppenheimer stammte aus einer jüdischen Familie in Heidelberg; von den Oppenheimers waren schon mehrere als bekannte Hoffaktoren tätig gewesen, z.B. Salomon Oppenheimer am kaiserlichen Hof in Wien.
Als 1733 Karl Alexander Herzog von Wirtemberg wurde benötigte er - wie viele absolutistische Fürsten seiner Zeit - einen "Hoffaktor"  als Geldbeschaffer für die Hofhaltung, für das Militär und für die merkantilistischen Wirtschaftsprojekte. So wurde 1733 Süß Oppenheimer wegen seiner besonderen Qualitäten und seiner weiträumigen Beziehungen von Herzog Karl Alexander als Hoffaktor oder Hofjude in Stuttgart bzw. Ludwigsburg angestellt. 

Süss OppenheimerIn jener Zeit besass er auch ein Haus neben dem Schloss in Ludwigsburg.

[Bild (Eigenes Foto): Erinnerungsschild am Haus des Joseph Süß Oppenheimer in Ludwigsburg in der Mömpelgardstrasse, das Süß Oppenheimer von 1734- 1738 besass]

Seit 1736 hatte Süß Oppenheimer den Titel "Geheimer Finanzrat" des Herzogs. Als Finanzrat beschaffte er auch Geld über Steuern und Abgaben, die er z.T. unter Umgehung der Mitwirkungsrechte der Landstände einführte. In der kurzen Zeit bis zum Tod des Herzogs war Süß Oppenheimer als Finanzrat sehr erfolgreich.

Verhaftung und Hinrichtung:

Als 1737 Herzog Karl Alexander in Ludwigsburg starb, übernahmen vorläufig Vertreter der Landstände die Macht in Wirtemberg. Süß Oppenheimer, den nun kein Herzog schützen konnte, wurde verhaftet als Mitarbeiter (und anstelle) des verhassten absolutistischen Herzogs, als ungeliebter Finanzrat; und als Jude, der eigentlich in Wirtemberg nicht sein durfte. In einem dubiosen Prozess wurden Süß Oppenheimer viele Vergehen vorgeworfen, die allesamt nicht nachgewiesen werden konnten: Die Anklage lautete auf Amtshandel, Beraubung der Staatskassen, Bestechlichkeit, Hochverrat, Majestätsbeleidigung, Schändung der protestantischen Religion und schließlich auf verbotenen fleischlichen Umgangs mit Christinnen.
Nach Haftzeiten auf der Festung Hohenneuffen und auf dem Hohenasperg wurde Süß Oppenheimer zum Tode verurteilt. Die Hinrichtung erfolgte am 4.2.1738. - Zum Tod am Galgen in Stuttgart (der Galgenplatz war in der Nähe des heutigen Pragfriedhofs) strömten viele Tausende Schaulustige. Der Käfig mit dem Leichnam Süß Oppenheimers blieb 6 Jahre am Galgen hängen; erst Karl Eugen ließ den Leichnam abnehmen und beim Galgen verscharren

Süß Oppenheimer in Romanen und im Film:

Das Leben und Schicksal Süß Oppenheimers wurde häufig in Pamphleten, Erzählungen und Romanen verarbeitet, öfter mit antisemitischer Tendenz. Besonders bekannt wurde die Erzählung "Jud Süß" von Wilhelm Hauff  (erschienen 1827) und der Roman über Süß Oppenheimer und seine Zeit: "Jud Süß" von Lion Feuchtwanger (erschienen in vielen Auflagen seit 1922).

Die Nationalsozialisten nahmen das Schicksal von Süß Oppenheimer als Vorwand für einen der schlimmsten und "erfolgreichsten" antisemitischen Propagandafilme: Der Film "Jud Süß" wurde 1940 im Auftrag von Goebbels von Veit Harlan mit prominenten Schauspielern gedreht und zum Pflichtprogramm für die Bevölkerung gemacht. Besonders sollte der Film dazu dienen, evtl. noch vorhandene Skrupel und Hemmungen bei der Ermordung jüdischer Menschen zu beseitigen. Darum war der Film auch Pfichtprogramm für die SS, für die mordenden Einsatzgruppen in den besetzten polnischen und russischen Ländern, auch für die Leiter und die Wachmannschaften in Auschwitz und in den anderen Vernichtungslagern.

Literaturhinweise:

Lion Feuchtwanger: 
Jud Süss. Roman. Berlin 1922

Hellmut G. Haasis:
Joseph Süß Oppenheimer, genannt Jud Süß - Finanzier, Freidenker, Justizopfer. Rowohlt-V. 1998

"Jud Süss", Propagandafilm im NS-Staat. 
(Katalog zur Ausstellung im Haus der Geschichte Stuttgart) Stuttgart 2007

- Weitere Web-Informationen: http://www.jud-suess.de/



Sutter, Johann August, amerikanischer Unternehmer und Kolonisator schweizer Herkunft. - * 23.2.1803 in Kandern, + 18.6.1880 in Washington.-
Sutter (oder: Suter) floh 1834 wegen eines Konkurses aus der Schweiz nach Kalifornien, erwarb dort große Länder und gründete die Kolonie Neu-Helvetia. 1848 wurde in diesem Gebiet Gold entdeckt. Die Goldsucher eigneten sich den Besitz an. Sutter starb völlig verarmt in Washington. (Stefan Zweig hat Sutters Leben in seinen "Sternstunden der Menschheit" beschrieben.)


Syrlin, Jörg d.Ä., Bildschnitzer. - * 1425 in Ulm, + 1491 in Ulm. – Von Syrlin stammt das berühmte Chorgestühl im Ulmer Münster, 1469 – 1474 geschaffen.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.bautz.de/bbkl/s/s4/syrlin_d_ae.shtml



Syrlin, Jörg d.J., Bildschnitzer. - * 1455 in Ulm, + 1521 in Ulm.

Auch Jörg Syrlin d.J. ist bekannt geblieben durch geschnitzte Altäre und Chorgestühle (z.B. die Chorgestühle in Blaubeuren von 1493).


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de  / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: S  / letzte Änderung: 16.1.2013

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