WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: Sch (Schad bis Schwieberdingen)

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SchadSchad, Christian, Maler (Dada, Neue Sachlichkeit). - * 21.8.1894 in Miesbach am Schliersee,, + 25.2.1982 in Stuttgart. - Schad lebte vor allem in Bayern (München, Aschaffenburg, Keilberg im Spessart) und von 1928 - 1943 in Berlin, wo seine wichtigsten Bilder entstanden.

[Bild (Marke BRD, 1994): Christian Schad: "Maika" (1929)]



Schadewaldt, Wolfgang, Altphilologe. – 15.3.1900 in Berlin, + 10.11.1974 in Tübingen. - Schadewaldt war seit 1950 Prof. für klassische Philologie in Tübingen. Bekannte Werke sind seine Prosaübersetzung von Homers "Odyssee" (1958), verschiedene Publikationen über Homers Welt - und zu Goethe.


Scharnhausen, heute Teilgemeinde von Ostfildern (PLZ: 73760):
1739 * Philipp Matthäus Hahn in Scharnhausen geboren


Schäfer, Walter Erich, Dramatiker und Intendant. - * 16.3.1901 in Hemmingen, + 18.12.1981 in Stuttgart. – Schäfer war 1950 – 1962 Generalintendant der Württ. Staatstheater in Stuttgart.


Schäfer, Wilhelm, Schriftsteller. - * 20.1.1868 in Ottrau (Hessen), + 19.1.1952 in Überlingen.


Schäffle, Albert, Volkswirt und Soziologe.. - * 24.2.1831 in Nürtingen, + 25.12.1903 in Stuttgart. – Schäffle, Student im Tübinger Stift, war Prof. in Tübingen und Wien. 1871 wurde er österreichischer Handelsminister. - Schäffle setzte sich als einer der ersten Volkswirtschaftler mit dem Sozialismus auseinander und hatte großen Einfluss auf die Sozialgesetzgebung Bismarcks.


Schaffner, Martin, Maler im Übergang von der Spätgotik zur Renaissance.. - * um 1478, + 1547 in Ulm. – Schaffner ist als Maler seit 1499 in Ulm nachweisbar.

- Weitere Web-Informationen zu Martin Schaffner: 
http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/schaffner_m.shtml



Scharrelmann, Heinrich, Pädagoge. - * 1.12.1871 in Bremen, + 31.8.1940 in Ludwigshafen am Bodensee.


Schauinsland, Berg bei Freiburg (1284 m).


Scheffel, Josef Victor von, Dichter. - * 16.2.1826 in Karlsruhe, + 9.4.1886 in Karlsruhe. – Scheffel war von 1850 – 1851 Rechtspraktikant in Säckingen. Er schrieb "Der Trompeter von Säckingen" (1953) und "Ekkehart" (1955). – Ab 1872 lebte Scheffel auf der Mettnau bei Radolfzell.

- Weitere Web-Informationen zu J.V. Scheffel:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/scheffel.htm



Schell, Hermann, kathol. Theologe. - * 28.2.1850 in Freiburg, + 31.5.1906 in Würzburg.


Schelling, Friedrich Wilhelm Joseph von, Philosoph. - * 27.1.1775 in Leonberg, + 20.8.1854 in Ragaz. – Schelling studierte mit Hegel und Hölderlin zusammen im Tübinger Stift von 1790 – 1794. Ab 1798 war er Prof. in Jena, Würzburg, München, Erlangen, Berlin. 

- Weitere Web-Informationen zu Schelling:
http://www.idealismus.de/schelling.phtml



Schelling, Karoline, geb. Michaelis (Mittelpunkt des Jenaer Romantiker - Kreises). - * 2.9.1763 in Göttingen, + 7.9.1809 in Maulbronn.


Scherr, Johannes, Literaturhistoriker. - * 3.10.1817 auf Hohenrechberg, + 21.11.1886 in Zürich. - Scherr war einer der demokratischen Führer Südwestdeutschlands. Er mußte 1848 in die Schweiz emigrieren. 


Schertlin von Burtenbach, Sebastian, Landsknechtsführer. - * 12.2.1496 in Schorndorf, + 18.11.1577 in Burtenbach (bei Augsburg). – Schertlin kämpfte 1519 für den Schwäb. Bund gegen Herzog Ulrich, 1525 gegen die Bauern.


Schick, Gottlieb, Maler (Klassizismus). - * 15.8.1776 in Stuttgart, + 7.5.1812 in Stuttgart. – Schick, Schüler der Hohen Karlsschule, lebte 1802 - 1811 in Italien.


Schickhardt, Heinrich d.J., Renaissance- Baumeister und Ingenieur. - * 5.2.1558 in Herrenberg, + 31.12.1634 in Herrenberg. – Schickardt, der auch als "Schwäbischer Leonardo" bezeichnet wird, war seit 1596 Hof- und Landbaumeister Württembergs. Die "Europäische Kulturstraße H. Schickhardt" führt von Montbéliard bis Backnang zu wichtigen Bau-Orten Schickhardts. 

Rathaus EsslingenEinige Beispiele: Stadtanlage und Stadtkirche Freudenstadt, Pomeranzengarten Leonberg, Altes Rathaus Esslingen, Schillerplatz und Fruchtkasten Stuttgart, Renaissance-Portal des Tübinger Schlosses, Stadtkirche Göppingen, Neckarbrücke Köngen.

[Bild (Marke BRD, 1978): Esslinger Rathaus, Renaissance- Fassade, von Heinrich Schickardt (1589)]

- Weitere Web-Informationen zu Heinrich Schickardt: 
http://www.kirchkunst.de/glossaritem.html?gl_id=198



Rechenmaschine SchickardtSchickardt, Wilhelm, evang. Theologe und Naturwissenschaftler, Universalgelehrter. - * 1592 in Herrenberg, + 1635 in Tübingen. – W. Schickardt, 1610 – 1614 im Tübinger Stift, danach Pfarrer in Nürtingen, seit 1617 mit Kepler befreundet, war seit 1619 Prof. für Hebräisch und später auch für Astronomie in Tübingen. Er erfand 1623 als erster eine funktionierende Rechenmaschine.

[Bild (Marke BRD,1973): 350 Jahre Rechenmaschine; Rechenmaschine, 1623 von Wilhelm Schickard in Tübingen erfunden]

- Weitere Web-Informationen zu Wilhelm Schickardt: 
http://www.mathematik.de/spudema/spudema_beitraege/beitraege/sujan/



Schieber, Anna, Dichterin. - * 12.12.1867 in Esslingen, + (Suizid) 7.8.1945 in Tübingen.


SchillerSchiller, Friedrich von Schiller: s. extra Seite zur Biographie und zum Werk des Dichters.
 
 

[Bild (Marke Berlin, 1959): 150. Geburtstag von Friedrich Schiller; Portrait des Dichters]



Schillergesellschaft: Die Deutsche Schillergesellschaft wurde 1895 in Marbach gegründet. 
SchillergesellschaftDas Schiller- Nationalmuseum in Marbach wurde 1903 eröffnet. Das Gebäude wurde im Stil Schloss Solitude nachempfunden.

[Bild (Marke BRD, 1995): 100 Jahre Deutsche Schillergesellschaft;  Silhouette Schillers, Unterschrift, Gebäude des Schiller- Nationalmuseums in Marbach (1903)]

- Weitere Web-Informationen zum Deutschen Literaturarchiv Marbach: http://www.dla-marbach.de



Schillerkragen nennt man einen offenen, über den Jackenkragen gelegten Hemdkragen, wie er von Friedrich Schiller gelegentlich in Opposition zur adligen Halsbinde seiner Zeit getragen wurde. Später galt der Schillerkragen als Zeichen unbürgerlicher und naturverbundenen Gesinnung, etwa in der deutschen Jugendbewegung Anfang des 20. Jahrhunderts.


Schillerwein ist ein Rotling oder Rosé-Wein aus Weinbaugebieten Württembergs, gewonnen durch die gemeinsame Kelterung von roten und weißen Trauben. 
Ungeklärt ist ob der Name wegen der schillernden Farbe des Weins gegeben wurde (dafür spricht der ältere Namen "Schieler" für den Wein), - oder ob der Wein von geschickten kulinarischen Marketing-Experten Friedrich Schiller zu Ehren "Schillerwein" genannt wurde (wie es bei dem "Schillerlocken" genannten Blätterteiggebäck mit Creme-Füllung wohl der Fall ist).


Schirmer, Johann Wilhelm, Maler. - * 7.9.1807 in Jülich, + 11.9. 1863 in Karlsruhe. – Schirmer war ab 1853 Direktor des Kunstmuseums in Karlsruhe.


Schlack, Paul, Chemiker, Erfinder des Perlon. - * 22.12.1897 in Stuttgart, + 19.8.1987 in Leinfelden-Echterdingen. -
Schlack, der an der Technischen Hochschule Stuttgart studiert hatte, war von 1926 - 1945 in der Kunstseidenfabrik Aceta der IG Farben in Berlin- Lichtenberg in der Chemiefaserforschung tätig. Am 29.1.1938 entdeckte (oder erfand) er dort die Perlonfaser, die reißfeste, hochelastische, hauchzarte, federleichte, transparente Gewebe ermöglicht. (Das ähnliche Nylon war übrigens 2 Jahre vorher in USA erfunden worden.). Die Verwendung von Perlon für Perlonstrümpfe hatte allerdings in Deutschland vor dem 2. Weltkrieg nur eine kurze Karriere: Perlon wurde rasch vor allem zu Rüstungszwecken verwandt: Für Fallschirme, Militärmäntel, Flugzeugreifen u.a. 
1953 erhielt Schlack für seine bahnbrechende Erfindung den Verdienstorden der Bundesrepublik. 1961 wurde er Honorarprofessor an der TH Stuttgart und Leiter des neugegründeten Forschungsbereichs Chemiefaserforschung.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.chf.de/benzolring/archiv/sc-1297.html



Schlatter, Adolf, evang. Theologe. - * 16.8.1852 in St. Gallen, + 19.5.1938 in Tübingen.


Schlemmer1Schlemmer, Oskar, Maler. - * 4.9.1888 in Stuttgart, + 13.4.1943 in Baden-Baden.. – Schlemmer war Schüler A. Hoelzels in Stuttgart. Er lehrte 1920 - 1929 am Bauhaus in Weimar und Dessau Plastik und Bühnenkunst. 1929 - 1932 war er Prof. in Breslau, danach bis 1933 in Berlin.

[Bild (Marke BRD, 1975): Oskar Schlemmer: "Konzentrische Gruppe", 1925]

- Weitere Web-Informationen zu Oskar Schlemmer:
http://www.kettererkunst.de/kunst/bio/OskarSchlemmer_1888-1943.php



Schlichter, Rudolf, Maler und Grafiker der "Neuen Sachlichkeit". – * 6.12.1890 in Calw, + 3.5.1955 in München. -
Schlichter gilt - ähnlich wie Otto Dix - als Vertreter des sozialkritischen linken Flügels der "Neuen Sachlichkeit". In seinen späteren Arbeiten näherte er sich dem Surrealismus..


Schlosser, Friedrich Christoph, Historiker. - * 17.11.1776 in Jever, + 23.9.1861 in Heidelberg. – Schlosser war seit 1817 Prof. in Heidelberg.


Schlözer, August Ludwig von, Historiker und Publizist. - * 5.7.1735 in Gaggstadt bei Kirchberg (Jagst), + 9.9.1809 in Göttingen. – Schlözer war seit 1765 Mitglied der Akademie in Petersburg, Prof. für russische Geschichte, deren wissenschaftliche Erforschung er begründete. Einer der einflußreichsten Historiker und Publizisten der Aufklärung.


Schluchsee, See und Gemeinde im südlichen Schwarzwald (PLZ: 78859), im Kreis Breisgau- Hochschwarzwald, Gemeinde Schluchsee mit ca. 2500 Einwohnern.


Schmeil, Otto, Biologe und Pädagoge. - * 3.2.1860 in Großkugel (Saalkreis), + 3.2.1943 in Heidelberg.
Schöntal an der Jagst, Gemeinde im Hohenlohekreis (PLZ: 74214), mit ca. 5800 Einwohnern. -

Die Barockkirche des ehemaligen Zisterzienserklosters (gegründet vor 1163) entstand 1707 – 1736 nach J. L. Dientzenhofer unter Mitarbeit von Balthasar Neumann.
Von 1810 – 1975 war in Schöntal eines der theologischen Seminare der Württ. Landeskirche.  (Max Eyth und Gerd Gaiser waren Seminaristen in Schöntal.)

1562: Grab von Götz von Berlichingen im Kreuzgang von Schöntal

-  Weitere Web-Informationen: http://www.schoental.de



Schopfheim, Stadt in Südbaden (PLZ: 79650), im Landkreis Lörrach, mit ca. 18500 Einwohnern.

1888 * Max Picard in Schopfheim geboren



Schorndorf (PLZ: 73614), Stadt an der Rems in Nordwürttemberg  im Rems-Murr-Kreis, mit ca. 38200 Einwohnern.
Schorndorf hat viele Fachwerkbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert vor allem um den Marktplatz.

1496 * Schertlin von Burtenbach in Schorndorf geboren

1514: Bauernführer des "Armen Konrad" werden in S. hingerichtet

1634 + Walter Buttler bei Schorndorf gestorben
1688: Die "Weiber von Schorndorf" (Anna Barbara Künkelin u.a.) verhindern die Übergabe der Stadt an die Franzosen im Pfälzischen Erbfolgekrieg

1759 * Ludovike Simanowiz (Reichenberg) (Malerin) in S. geb.
1761 * Karl-Friedrich Reinhard in Schorndorf geboren
1766 * Johann Philipp Palm in Schorndorf geboren

1834 * Gottlieb Daimler in Schorndorf geboren
1889 * Reinhold Maier in Schorndorf geboren

1971 + Reinhold Maier in Schorndorf begraben

- Weitere Web-Informationen: http://www.schorndorf.de



Schott; Anselm, Benediktiner. - * 5.9.1843 in Stauffeneck / Salach, + 23.4.1896 in Maria Laach.


Schramberg, Stadt (PLZ: 78713) im Schwarzwald, im Landkreis Rottweil, mit ca. 19100 Einwohnern.

1861 Uhrenfabrik Junghans in Schramberg gegründet



Schrempf, Christoph, frei- religiöser Theologe. - * 28.4.1860 in Besigheim, + 13.2.1944 in Degerloch (Stuttgart).


Schröter, Carl, Botaniker. - * 19.12.1855 in Esslingen, + 17.2.1939 in Zürich.


Schubart, Christian F.D., Dichter und Musiker: siehe ausführlicheren Artikel: C.F.D. Schubart, mit Gedichten, unten auf der Seite


Schubert, Karl, Anthroposoph und Heilpädagoge - *25.11.1889 in Wien, + 03.11.1949 in Stuttgart - 

In Wien 1889 geboren,  war Schubert ab 1920 Lehrer an der von Rudolf Steiner gegründeten ersten Freien Waldorfschule in Stuttgart. Steiner betraute ihn dort sehr bald mit der Übernahme einer so genannten „Hilfsklasse“ innerhalb des bestehenden Schulorganismus. Damit konnte man für Kinder mit einem besonderen Förderbedarf – die in der anthroposophischen Heilpädagogik  auch als seelenpflegebedürftig bezeichnet werden - eine besser ihrer Persönlichkeit angemessene, aber integrierte heilpädagogische Förderung möglich machen. 

Im Mai 1934 musste Schubert die Waldorfschule seiner jüdischen Abstammung mütterlicherseits wegen als Lehrer verlassen, erhielt aber die Erlaubnis für einen privaten "Hilfsunterricht". Als 1938 die Waldorfschule von dem nationalsozialistischen Regime verboten wurde, ‚übersah’ man diese Hilfsklasse , weil sie nicht mehr offiziell zur Schule gehörte. Sie konnte bis zum Ende des Dritten Reiches in einem Privathaus unter großen Schwierigkeiten weitergeführt werden. 

Bis zu seinem Tode 1949 war Schubert sowohl als Lehrer als auch als Vertreter der anthroposophischen heilpädagogischen Bewegung im In- und Ausland engagiert tätig. Schulen in Stuttgart, Wien und Graz sind nach ihm benannt. 

(Dr. Gerhard Eberle)



Schulz, Walter, Philosoph. - * 1912 in Gnadenfeld (Oberschlesien), + 12.6.2000 in Tübingen. - Walter Schulz ("Die Vollendung des Deutschen Idealismus in der Spätphilosophie Schellings") war seit 1955 Professor in Tübingen.


SchumacherSchumacher, Kurt, Politiker (SPD). - * 13. 10. 1895 in Kulm, + 20. 8. 1952 in Bonn. – Schumacher, SPD- Vorsitzender von 1945 bis 1952, war 1924 – 1931 Journalist und Politiker in Stuttgart

[Bild (Marke BRD, 1972): 20. Todestag K. Schumachers; Portrait von Kurt Schumacher].



Schumacher, Tony (geb. Antonie von Baur-Breitenfeld), Schriftstellerin, vor allem Kinderbuchautorin. - * 17.5.1848 in Ludwigsburg, + 10.7.1931 in Ludwigsburg (Grab auf dem Pragfriedhof in Stuttgart). -
Tony Schumacher, die seit ihrer Heirat 1875 in Stuttgart lebte (bis sie 1923 wieder nach Ludwigsburg zog) schrieb vor allem Kinderbücher (über 40), die seit der Jahrhundertwende viel gelesen wurden, mit Titeln wie "Mütterchens Hilfstruppen", "Reserl am Hof", "Komteßchen und Zirkuskind". Daneben schrieb T. Schumacher eine Reihe Erinnerungsbücher an ihre Kindheit und Jugendzeit in Ludwigsburg ("Was ich als Kind erlebte").


Schumann, Clara, Pianistin und Komponistin. - * 13.9.1819 in Leipzig, + 13.9.1896 in Frankfurt. - Clara Schumann, eine der bedeutendsten Komponistinnen und Pianistinnen des 19. Jhdts., lebte nach dem Tod ihres Mannes Robert Schumann von 1863 - 1873 in Lichtental / Baden-Baden.

[Bild von Clara Schumann siehe bei Baden-Baden]



Schurwald: Keuperbergland östlich von Stuttgart.


SchurzSchurz, Carl, Politiker. - * 2.3.1829 in Liblar bei Köln, + 14.5.1906 in New York. – Schurz nahm 1848 / 1849 an der Badischen Revolution teil. Nach der Niederlage von Rastatt emigrierte er in die USA. 1877 – 1881 war er dort Innenminister.
 

[Bild (Marke Baden, 1949): 100-Jahr-Feier des Freiheitskampfes um Rastatt; Carl Schurz vor dem Rastatter Schloss]



Schussenried, Bad Schussenried; Kurort in Oberschwaben (PLZ: 88427), im Landkreis Biberach, mit Teilort Steinhausen. - Schussenried hat ca. 8200 Einwohner. -

Hauptsehenswürdigkeit in Schussenried ist im ehemaligen Prämonstratenserkloster (gegründet 1183) (später Psychiatrisches Krankenhaus) der barocke Bibliothekssaal, der 1754 - 1761 erbaut wurde.



Schuster, Johann Christoph, Uhrmacher und Instrumentenbauer.. - * 1759, + 1823 in Ansbach. -
J.C.Schuster war Uhrmacher. Er kam um 1780 in die Lehre zu dem württembergischen Pfarrer und Mechaniker Philipp Matthäus Hahn, der in Kornwestheim und seit 1781 in Echterdingen wohnte. Bei Hahn, dessen Schwester Schuster auch heiratete, lernte Schuster auch die Herstellung von Rechenmaschinen, wie sie Hahn 1774 entwickelt hatte. Die letzte Rechenmaschine von P.M.Hahn wurde nach Hahns Tod 1790 von Schuster vollendet.-

SchusterAb 1797 arbeitete J.C.Schuster als Mechanicus und Hofuhrmacher in Ansbach. Dort entstand 1820 - 1822 eine weitere Rechenmaschine Schusters in der Tradition der Hahnschen Rechenmaschinen: zylindrisch, in Dosenform, nach dem Staffelwalzenprinzip konstruiert, bei der mit Hilfe der Kurbel alle 4 Grundrechenarten ausgeführt werden können.
Die auf der Briefmarke abgebildete Rechenmaschine Schusters von 1822 ist übrigens erst 1993 auf einer Auktion entdeckt worden und für 1,7 Millionen DM von der Kulturstiftung der Länder als nationales Kulturerbe angekauft worden.

[Bild (Marke BRD, 2001): Rechenmaschine von Johann Christoph Schuster, hergestellt 1820 - 1822, angekauft 1999 von der Kulturstiftung der Länder, jetzt in der Sammlung mechanischer Rechenmaschinen im Arithmeum in Bonn]



Schüz, Theodor, Maler. - * 26.3.1830 in Tumlingen/ Waldachtal bei Freudenstadt, + 1900 in Düsseldorf. -
Theodor Schüz, Kind eines evangelischen Pfarrhauses, machte zunächst in Herrenberg eine Ausbildung zum Notar, ehe er zum Kunststudium nach Stuttgart ging. Ab 1856 studierte Schüz in München, ab 1866 lebte er in Düsseldorf. - Das bekannteste und zumindest in der Staatsgalerie Stuttgart das beliebteste Bild von Schüz ist das "Mittagsgebet bei der Ernte" von 1861, in dem das religiöse Anliegen von Schüz und der romantisch- biedermeierlich- realistische Malstil deutlich wird.

- Weitere Web-Informationen und Bilder von Theodor Schüz:
http://www.cityinfonetz.de/tagblatt/archiv/Kunstbeilagen/schuez


Schwab, Gustav, Pfarrer, Dichter, Publizist und Herausgeber. - * 19.6.1792 in Stuttgart, + 4.11.1850 in Stuttgart. – 
Schwab war ab 1817 Gymnasiallehrer in Stuttgart, 1837 - 1841 Pfarrer in Gomaringen, danach Superintendent in Stuttgart. Schwab wird zur Schwäbischen Dichterschule gerechnet. Sein Werk "Die Neckarseite der Schwäbischen Alb" erschien 1823. Besonders populär blieben seine Nacherzählungen der "Sagen des klassischen Altertums".

- Weitere Web-Informationen zu Gustav Schwab:
http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schwab.htm



Schwaben: Volksstamm und Herrschaftsgebiet:

Ursprünglich waren die Bezeichnung Schwaben und Alemannen als Bezeichnung für den Volksstamm und das Gebiet in Südwestdeutschland austauschbar; "Schwaben" wurde das gesamte Gebiet der Alamannen genannt, einschließlich dem heutigen Bayrisch Schwaben, Vorarlberg, Schweiz und Elsass. (In polemischer Absicht wird "Schwaben" heute gelegentlich - und falsch - nur als Bezeichnung für den Volksstamm in Württemberg verwendet und "Alemannen" als Bezeichnung nur für die Bewohner Badens. Da lassen sich dann leicht Gegensätze zwischen Badenern und Schwaben aufbauschen...) 

Übernommen ist der Name Schwaben von den "Sweben" (oder "Sueven" oder "Sueben"), die schon bei Caesar erwähnt werden. Mit diesem Namen wird eine Gruppe westgermanischer Völker bezeichnet, die ursprünglich wohl an der unteren Elbe saßen (daher auch "Elbgermanen" genannt) bzw. im Gebiet des heutigen Landes Brandenburg. Zu den Sweben werden - außer den Alemannen - die Markomannen, die Langobarden u.a. gerechnet. Sie wanderten im Laufe der Völkerwanderung gen Süden und ließen sich in Südwestdeutschland als Alamannen oder Schwaben nieder.
(Seit dem 10. Jahrhundert wurde fast nur noch der Begriff "Schwaben" verwendet, während "Alemannien" verschwand.)

Eine Gruppe der Sueven gelangte auf die iberische Halbinsel und gründete dort im Gebiet des heutigen Galicen ein Reich der Sueven, das von 407 bis 585 bestand.



Schwaben, Herzogtum Schwaben:

Das Herzogtum Schwaben im Gebiet der Alemannen umfasste außer dem Süden Baden- Württembergs auch Teile der Schweiz, das Elsaß, das bayrische Schwaben und Vorarlberg (s.die Karte). Es bestand im Mittelalter von 917 bis 1268.
(Weitere Informationen im Lexikon- Artikel zum Herzogtum Schwaben, mit Karte des Territoriums des Herzogtums und der Chronologie der Herzöge von Schwaben.)
 


Carlo SchmidSchmid, Carlo, Jurist und Politiker (SPD). - * 3.12.1896 in Perpignan, + 11.12.1979 in Bonn (Grab auf dem Stadtfriedhof in Tübingen). – 
Carlo Schmid war ab 1945 Prof. in Tübingen; 1947 – 1950 war er Justizminister von Württemberg- Hohenzollern. Er war maßgebend an der Erarbeitung des Grundgesetzes der BRD beteiligt. 1966 – 1969 war er Bundesratsminister.

[Bild (Marke BRD, 1996):  100. Geburtstag von C. Schmid; Portrait Carlo Schmid]



Schmiden, Teilort von Fellbach (PLZ: 70736):
1792 * F. C. Baur in Schmiden geboren


Schmid-Noerr, Friedrich Alfred, Dichter. - * 30.7.1877 in Durlach, + 12.6.1969 in Percha bei Starnberg. – Schmid-Noerr war 1910 – 1918 Prof. für Philosophie in Heidelberg.


Schmoller, Gustav von, Volkswirt. - * 24.6.1838 in Heilbronn, + 27.6.1917 in Bad Harzburg.


Schmuzer, Franz, Stukkateur der Barockzeit. - * 10.10.1676 in Wessobrunn, + 21.4.1741 in Wessobrunn. - Schmuzer, Mitglied der bedeutenden Stukkateur- und Baumeisterfamilie Schmuzer aus Wessobrunn, hat die Kirchen in Salem, Weingarten und Weißenau ausgestaltet.


Schnabel, Franz, Historiker. - * 18.12.1887 in Mannheim, + 25.2.1966 in München. – Schnabel war 1922 – 1936 Prof. in Karlsruhe.


Schnait im Remstal, heute Teil von Weinstadt (PLZ: 71384):
1789 * Friedrich Silcher in Schnait geboren


R.SchneiderSchneider, Reinhold, Schriftsteller. - * 13.5.1903 in Baden-Baden, + 6.4.1958 in Freiburg (Grab in Baden-Baden) - 
Reinhold Schneiders Essays, historische Erzählungen (z.B. "Die Hohenzollern", 1933), Dramen, Gedichte und theologische Schriften machten ihn für viele Katholiken und Protestanten zu einer moralischen Instanz. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er - wie Bergengrün - ein Dichter der "inneren Emigration", der aus katholischer Grundhaltung den internen Protest gegen den Nationalsozialismus formulierte (z.B. in "Las Casas vor Karl V.", 1938). 1940 erhielt Schneider von den Nationalsozialisten Publikationsverbot. Eines seiner bekanntesten Gedichte stammt aus jener Zeit:

"Allein den Betern kann es noch gelingen,
Das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten
Und diese Welt den richtenden Gewalten
Durch ein geheiligt Leben abzuringen..."

R. Schneider lebte bis 1938 in Berlin und Potsdam, seit 1938 in Freiburg.
1954 erschienen seine "Sonette von Leben und Zeit, dem Glauben und der Geschichte". Ebenfalls 1954 veröffentlichte Schneider seine Aufzeichnungen "Verhüllter Tag". - 1956 erhielt Reinhold Schneider neben vielen anderen Ehrungen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

[Bild (Marke BRD, 2003): 100. Geburtstag des Schriftstellers Reinhold Schneider; Abbildung: Büste Reinhold Schneiders, 1954 von Albert Schilling gestaltet; Autograph des Gedichts von Reinhold Schneider "Meiner Seele tiefe Trauer...", geschrieben 1924; Büste und Autograph im Besitz des Reinhold- Schneider- Archivs der Badischen Landesbibliothek, Karlsruhe.]


Reinhold Schneider: Gedicht 
"Meiner Seele tiefe Trauer" (1924):

Meiner Seele tiefe Trauer
Stillt keines Sommerleuchtens Glut
Wohl tut mir des Herbstes Schauer
Und des Daseins flüchtige Dauer
Und die immer ziehende Flut.

Meines Gartens Bäume neigen
Tief sich auf den Grund herein
Schlummernd unter ihren Zweigen
Fühl ich die Gestirne steigen
Auf geschloß'nen Augen ihren Schein.

Nie hör ich ein Lachen klingen
Auf der immerstillen Flur;
Nur die fernen Geigen singen
Von denen, die vorübergingen
in diesem Leben ohne Spur.

- Weitere Web-Informationen zu Reinhold Schneider:
http://www.bad-bad.de/reinholdschneider/rsg_1.htm



Scholl H,S.Scholl, Hans, Medizinstudent, Gründer der Widerstandsgruppe "Weiße Rose". - * 1918 in Ingersheim/Jagst , + (hingerichtet) 22.2.1943 in München.

[Bild (Marke DDR, 1961): Portraits Hans und Sophie Scholl]

- Weitere Web-Informationen zu Hans Scholl:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchollHans/



Scholl, Sophie, Studentin ("Weiße Rose", Widerstand gegen den Nationalsozialismus, zusammen mit ihrem Bruder Hans Scholl und anderen Studenten in München). - * 9.5.1921 in Forchtenberg, aufgewachsen in Ulm; + (hingerichtet) 22.2.1943 in München. 
[Bild von Sophie Scholl siehe bei Hans Scholl und bei Forchtenberg.]

- Weitere Web-Informationen zu Sophie Scholl:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/SchollSophie/



SchönbeinSchönbein, Christian Friedrich, Chemiker. - * 28.10.1799 in Metzingen, + 29.8.1868 in Baden-Baden (Grab in Basel).. - Schönbein, Entdecker des Ozon, Erfinder der Schießbaumwolle und des Collodiums, war lange Zeit Professor für Chemie in Basel.

[Bild (Marke Schweiz, 1999): 200. Geburtstag Christian Friedrich Schönbeins; Erde mit Stratosphäre, Atommodell des Ozons]



Schönbuch: bewaldetes Bergland südlich von Stuttgart, zwischen Tübingen und den Fildern. - Der Schönbuch war ein wichtiger Holzlieferant, auch ein großes Jagdgebiet. Wirtemberg erwarb den Schönbuch bis 1382 von den Pfalzgrafen von Tübingen.


SchönfeldSchönfeld, Johann Heinrich, Maler. - *23.3.1609 in Biberach, + 1682 in Augsburg. - Schönfeld war ein bedeutender süddeutscher Barockmaler. In seiner Malweise war er besonders beeinflußt durch seine Studienaufenthalte in Rom und Neapel. Bevorzugte Themen seiner Gemälde waren biblische und mythologische Stoffe.

[Bild (Marke UdSSR, 1983): Johann Heinrich Schönfeld: "Der Raub der Sabinerinnen", um 1670, jetzt in der Eremitage in St. Petersburg] 



SchongauerSchongauer, Martin, Maler und Kupferstecher. - * um 1453 in Colmar, + 2.2.1491 in Breisach (oder in Colmar). - Schongauer, der nach Lehr- und Wanderjahren in den Niederlanden und in Burgund 1471 in Colmar eine große Malerwerksatt eröffnet, git als bedeutendster und einflussreichster spätgotischer Kupferstecher und Maler bis zu Dürer. 1489 zieht er nach Breisach und malt dort im Münster die großen Fresken mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts - sein letztes Werk.

[Bild (Marke BRD, 1991): 500. Todestag von Martin Schongauer; Martin Schongauer: "Engel der Verkündigung" (um 1480)]



Schoenichen, Walther, Biologe. - * 18.7.1876 in Köln, + 22.11.1956 in Göppingen.


Schönleber, Gustav, Maler, Zeichner und Radierer. - * 3.12.1851 in Bietigheim, + 1.2.1917 in Karlsruhe.
Gustav Schönleber war ein regional bedeutsamer Maler, seinerzeit einer der führenden deutschen Freilichtmaler, Professor für Landschaftsmalerei in Karlsruhe, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert.

Gustav Schönleber, als Sohn eines Tuchfabrikanten in Bietigheim an der Enz im Königreich Württemberg geboren, besuchte zunächst das Polytechnikum in Stuttgart ehe er sich der Malerei zuwandte. 1870 - 1873 besuchte er die private Malschule von Adolf Lier in München. Für seine künstlerische Entwicklung waren dann seine großen Studienreisen nach Holland, Italien, Norddeutschland und England besonders wichtig, Auch die Freilichtmalerei der französichen Schule von Barbizon spielte eine große Rolle.

1880 wurde Schönleber, erst 29 Jahre alt, zum Professor für Landschaftsmalerei an der Großherzoglich Badischen Kunstschule in Karlsruhe berufen. In Karlsruhe lebte und lehrte er bis zu seinem Tod 1917.

Man wird Schönleber mit seiner realistischen Landschaftsmalerei nur gelegentlich als Maler des Impressionismus bezeichnen können, auch wenn das Malen in der freien Natur und die Bedeutung des Lichtes bei ihm oft ähnlich wichtig sind wie bei den Impressionisten seiner Zeit.

Schönleber hat ein umfangreiches Werk hinterlassen; ein Katalog zählt über 1100 Bilder. Bevorzugte Motive sind bei ihm - neben Landschaften in Italien - Landschaften an der Nordsee, die er oft besucht hat. Auch aus seiner Heimat hat er eine Reihe von Bildern gemalt, z.B. "Kirche von Sersheim" oder "Mondnacht am Enzwehr bei Besigheim" (1890)..

- Weitere Web-Informationen zu Schönleber:
http://www4.karlsruhe.de/kultur/stadtgeschichte/biographien/schoenleber/

Schwabenkinder: Bezeichnung für arme Bergbauernkinder aus Vorarlberg, Tirol und der Schweiz, die alljährlich im Frühjahr über die Alpen nach Schwaben zogen, um dort als billige Arbeitskräfte auf den Bauernhöfen zu arbeiten. Oft zogen 5000 - 7000 Kinder pro Jahr nach Schwaben. "Verkauft" wurden sie u.a. auf den Märkten in Wangen, Ravensburg, Bad Waldsee, Tettnang, Pfullendorf, Überlingen.
Diese erzwungene Kinderarbeit ist seit dem 17. Jhdt. bezeugt: 1625 wird von den Märkten in Ravensburg und Überlingen berichtet. Die Züge der Schwabenkinder (gegen die um 1908 in den USA eine Kampagne wegen Sklavenhandel geführt wurde) gingen bis ins 20. Jhdt; zu Ende waren sie erst etwa 1921: Damals wurden die Schwabenkinder sie wegen der neu eingeführten Schulpflicht auch für Ausländerkinder für die Bauern nicht mehr rentabel.

- Weitere Web-Informationen: http://www.schwabenkinder.de



Schwabenkrieg: der 1499 von der Schweizer Eidgenossenschaft gegen Maximilian I. und den Schwäbischen Bund geführte Krieg, der zur Trennung der Schweiz vom Deutschen Reich führte.


Schwaben, sieben Schwaben: siehe beim Stichwort Sieben Schwaben


Schwabenstreich, Bezeichnung für unüberlegte, törichte Handlungen. - Die Bezeichnung geht wohl auf die "Geschichte von den sieben Schwaben" zurück. 
[Ein anderes Verständnis von Schwabenstreich, nämlich als soldatische Heldentat, versucht Uhland in seiner Ballade "Schwäbische Kunde" zu etablieren. Es knüpft an an den hervorragenden Ruf den die Schwaben als tapfere Krieger im Mittelalter genossen, schon aus der Zeit des Herzogtum Schwaben.]


Schwäbisch: schwäbische Sprache, schwäbische Mundart, schwäbische Küche, schwäbische Städte und Kultur:

- Weitere Web-Informationen "Schwäbische Links im Netz..":  http://www.petermangold.de/schwab03.htm



Schwäbische Alb, siehe bei  Alb


Schwäbischer Bund nannte sich eine 1488 gegründete Vereinigung der schwäbischen Reichsstände zur Sicherung des Landfriedens (und zur Stütze der habsburger Politik). Ihm traten bald auch die Kurfürsten von Pfalz, Mainz, Trier, Hessen, Bayern u.v.a. bei.-

Der Schwäbische Bund führte 1519 den Feldzug gegen Herzog Ulrich von Wirtemberg, dessen Land an Habsburg fiel. Im Bauernkrieg unterwarf er die Bauern. 1533 löste sich der Bund auf.



Schwäbischer Kreis, Reichskreis Schwaben:: Von 1500 - 1806 trägt einer der 6 (später 10) Reichskreise, die Kaiser Maximilian I. als lose Organisationsbezirke einführte, wieder den Namen "Schwaben". Dieser Reichskresi Schwaben umfaßt noch einmal weitgehend das Gebiet des alten Herzogtums Schwaben.


Schwäbischer Städtebund: 1376 unter Führung Ulms gegründeter Bund der Reichsstädte zur Wahrung ihrer Unabhängigkeit. Nach der Niederlage von Döffingen (1388) hatte der Bund keine politische Bedeutung mehr.


Schwäbische Dichterschule der Romantik: Bezeichnung für einen losen Zusammenschluss von schwäbischen Dichtern, der sich 1805 – 1808 an der Universität Tübingen um Kerner und Uhland bildete. Er war vor allem durch Freundschaften, das Kernerhaus in Weinsberg und starkes Interesse an Themen aus der schwäbischen Geschichte verbunden. Zur Schwäbischen Dichterschule werden Justinus Kerner, Ludwig Uhland, Gustav Schwab, Wilhelm Hauff, Eduard Mörike gerechnet, auch Graf Alexander, Hermann Kurz und Nikolaus Lenau als Sympathisant.


Schwäbisch Gmünd:s. bei Gmünd


Schwäbisch Hall: s. bei Hall


Schwarz, Berthold, Mönch und evtl. Verbesserer des Schießpulvers. –  Schwarz lebte um 1380 evtl. in Freiburg.


Schwarz, Friedrich Heinrich Christian, Theologe. - * 1776 in x, + 1837 in Heidelberg. – Schwarz war seit 1804 Prof. in Heidelberg und Förderer der badischen Union.


Schwarzw.TanzSchwarzwald: Mittelgebirge zwischen Hochrhein und Kraichgau. Durch die Kinzig und den Mittleren Schwarzwald wird der Nordschwarzwald vom höheren Südschwarzwald getrennt. Höchster Berg ist der Feldberg (1493 m).

Am Schwarzwaldrand gab es schon bei den Römern Siedlungen (z.B. Baden-Baden, Rottweil). Der Schwarzwald selbst wurde relativ spät gerodet und besiedelt: 

Ab 1000 n.Chr. beginnt die Erschließung, hauptsächlich von den Benediktinerklöstern aus und durch die Grafen von Zähringen und von Calw.

[Bild (Marke BRD, 1981): Volkstanz in Schwarzwälder Tracht]

Die Geologie, Erdgeschichte und Landschaftsgestalt des Schwarzwalds als eine der Großlandschaften Südwestdeutschlands ist im Lexikon auf der Seite "Geologie Südwestdeutschlands" beschrieben.

[Weitere Bilder von der Landschaft des Schwarzwaldes:
Vogtsbauernhof bei Gutach: siehe bei Gutach
Höllental siehe bei Höllental
Freiburg siehe bei Freiburg]

- Weitere Web-Informationen: http://www.schwarzwald.net



Schwenckfeld, Kaspar S. von Ossig, Mystiker, Reformator Schlesiens. - * 1489 in Ossig (Schlesien), + 10.12.1561 in Ulm. – Die Schwenckfelder bildeten eine mystische Sekte der Reformationszeit.

- Weitere Web-Informationen zu Schwenckfeld: http://www.bautz.de/bbkl/s/s1/schwenckfeld_k.shtml



Schwenningen, jetzt: Villingen- Schwenningen (PLZ: 78054 bis 78056), Kreisstadt in Südwürttemberg, mit ca. 80800 Einwohnern..
1822: Gründung der Uhrenfabrik Kienzle in Schwenningen


Schwetzingen (PLZ: 68723), Stadt in Nordbaden, im Rhein- Neckar- Kreis, mit ca. 21900 Einwohnern.
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Schwetzingen gehörte bis 1803 zur Kurpfalz.
Das Schwetzinger Schloß wurde 1710 – 1716 erbaut, das Theater 1752. Der Schloßgarten entstand zwischen 1748 und 1780.

1756 * Maximilian IV von Bayern in Schwetzingen geboren
1763 * Franz Danzi in Schwetzingen geboren

1826 + Johann Peter Hebel in Schwetzingen gestorben 

- Weitere Web-Informationen zu Schwetzingen: http://www.schwetzingen.de



Schwieberdingen (PLZ: 71701), Strohgäugemeinde im Landkreis Ludwigsburg mit ca. 10100 Einwohnern, "Dorf an der Straße" (der alten Römerstraße zwischen Donau und Rhein, später Heer-, Handels und Poststraße).

5000 v.Chr. Besiedlung beim heutigen Sch. in der Jungsteinzeit
2500 v.Chr. "Schwieberdinger Gruppe" (nach Keramikverzierung) 400 n..Chr. Keltische Besiedlung (Keltengrab)
250 n.Chr. Römische Besiedlung (römischer Gutshof)
300 - 600 n.Chr. (vermutlich) Gründung von Suidbert-ingen in der Alemannenzeit am Glemsübergang.
779: Erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Vöhingen (bei Schwieberdingen) (Vöhingen wurde im 14. Jhdt. aufgegeben)
1160 Erste Erwähnung der Nippenburg (vom Kloster Hirsau)

Schwieberdingen1304: erste urkundliche Erwähnung Schwieberdingens in einem Urbar des Katharinen-Spitals in Esslingen

[Bild (Stempel, Schmuckblatt und Wappen zu 700 Jahre Schwieberdingen, 2004): Chor der Georgskirche, Wappen von Wirtemberg und Schwieberdingen, Jubiläumsstempel]

1350 (ca) Bau der spätmittelalterlichen Wehrkirche in Schw.
1495 - 1498: Peter von Koblenz baut den Chor der Georgskirche

Rathaus Schwieberdingen1508 Bau des Wasserschlosses durch Philipp von Nippenburg (heute Rathaus)

[Bild (personalisierte Marke Österreich, 2006): Marktplatz Schwieberdingen, mit Marktbrunnen und Rathaus]

1791 - 1798: Prinz Friedrich von Wirtemberg, ab 1806 erster König von Württemberg, nimmt seinen Sommersitz im "Schlössle" in Schwieberdingen (Friedrich plante im Glemstal sogar die Anlage eines Englischen Gartens, woraus nichts wurde).

Nach 1945 wird aus dem bäuerlich geprägten Dorf mit damals ca. 1.500  Einwohnern eine Wohngemeinde mit über 10.000 Einwohnern und eine Industriegemeinde mit ca. 7.000 Arbeitsplätzen (Firma Bosch u.v.a.).

- Weitere Web-Informationen zu Schwieberdingen: 
http://www.schwieberdingen.de

Artikel zum Dichter C.F.D. Schubart

Schubart, Christian Friedrich Daniel, Dichter des Sturm und Drang, Journalist und Musiker. – 24.3.1739 in Obersontheim, + 10.10.1791 in Stuttgart (Grab auf dem Hoppenlaufriedhof).. – 

SchubartSchubart ist heute noch besonders bekannt wegen seiner dramatischen Biographie, vor allem mit der 10-jährigen Kerkerhaft auf dem Hohenasperg durch den absolutistischen Herzog Karl Eugen.

[Bild (Sonderstempel BRD, 1991): 200. Todestag F.D. Schubarts; Portrait Schubarts, Hohenasperg, 10 Jahre Kerker 1777 - 1787]

Er war ein bedeutender Dichter, der dem Sturm und Drang zugerechnet wird. (Nach G.A.Bürger war er "ein wahrer poetischer Vesuv... warf freilich manche Schlacken mit aus".)  Seine politischen Gedichte wie "Die Fürstengruft", oder "Kaplied" (zum Abschied der nach Holland verkauften württembergischen Soldaten) waren Provokationen für die absolutistischen Fürsten. Und auch "Die Forelle" ist kein idyllisches Naturgedicht, sondern wohl eine Beschreibung von Schubarts Kerkersituation auf dem Hohenasperg.

Friedrich Schiller war übrigens ein großer Verehrer Schubarts. "Zur Geschichte des menschlichen Herzens", eine Erzählung Schubarts, war eine wichtige Quelle für Schillers Drama "Die Räuber". Und auf seiner Flucht von Stuttgart nach Mannheim 1782 soll Schiller Schubarts Gedichte dabei gehabt haben; bei der ersten Übernachtung in Enzweihingen soll Schiller abends im Wirtshaus Schubarts "Fürstengruft" rezitiert haben.

Schubart war auch ein bedeutender Musiker: Klaviervirtuose, Komponist, Musiktheoretiker. Aus seiner Zeit als Organist und Kapellmeister in Ludwigsburg wird er als glanzvoller Klaviervirtuose gerühmt. (Goethe schrieb 1787: "Als Klaviervirtuose wurde er zu jener Zeit für unerreichbar gehalten".)
Von Schubart stammen viele Lied-Kompositionen; er gilt als Hauptvertreter einer schwäbischen Liederschule (mit J.R.Zumsteeg). Auch "Die Forelle" hat Schubart vertont. (Bekannter ist allerdings die spätere Vertonung des Schubart-Textes durch Franz Schubert geworden, vor allem durch das populäre Forellenquintett Schuberts.)
Als Musiktheoretiker hat Schubart Fragmente zu einer Tonarten-Farbenlehre verfasst, die 1806 unter dem Titel "Ideen zu einer Aesthetik der Tonkunst" veröffentlicht wurden.

Zur Biographie Schubarts:
Schubart, Sohn eines evangelischen Pfarrhauses, verbrachte seine Kindheit in Aalen (1740 - 1753), besuchte dann Gymnasien in Nördlingen und Nürnberg. Nach einem abgebrochenen Theologiestudium in Erlangen kam er von 1760 - 1763 wieder nach Aalen zurück. Er war dann von 1763 an Organist und Hilfslehrer in Geislingen
1769 wurde Schubart Kapellmeister und Organist am württembergischen Hof in Ludwigsburg, bis er 1773 entlassen wurde (wegen seines Lebenswandels und der Parodie einer Litanei).
Schubart ging dann in verschiedene "Ausländer", bis er meist wegen einer Provokation oder eines Skandals eine Stadt verlassen musste. 1774 in Augsburg gründete Schubart die Zeitschrift "Teutsche Chronik", deren wichtigster (und fast einziger) Journalist Schubart war. Diese Zeitschrift, die Schubart unter leicht variiertem Titel sein Leben lang edierte, hatte einen enormen Leserkreis; zeitweise sollen es bis zu 20000 Leser pro Heft gewesen sein. - Als Schubart 1777 Augsburg verlassen musste, ließ er sich in der freien Reichsstadt Ulm nieder. 

Um ihn gefangennehmen zu können lockte Herzog Karl Eugen Schubart mit einer Finte nach Blaubeuren, auf wirtembergisches Gebiet, und ließ ihn dort verhaften.
1777 – 1787 kerkerte ihn Herzog Karl Eugen auf dem Hohenasperg ein, ohne Gerichtsverfahren. Als Hauptmotiv für die Gefangennahme wurde angegeben, dass Schubart in seinen Schriften die gekrönten Häupter "auf das freventlichste angetastet". Im ersten Jahr auf dem Asperg wurde Schubart in einem besonders düsteren Verlies eingekerkert; danach wurden die äußeren Bedingungen etwas erträglicher. Auch Besuche wurden möglich: Unter den Besuchern Schubarts im Gefängnis waren auch Goethe und Schiller. - 1785 erschienen von Schubart die "Gedichte aus dem Kerker".
Ein Hymnus Schubarts auf Friedrich d.Gr. bewirkte, dass sich die preußische Regierung bei Herzog Karl Eugen für Schubarts Entlassung einsetzte. Karl Eugen beförderte Schubart danach zum Theater- und Musikdirektor in Stuttgart. Erschöpft und gebrochen nach der 10-jährigen Haft auf dem Hohenasperg starb Schubart nach wenigen Jahren 1791 in Stuttgart.

- Weitere Web-Informationen zu Schubarts Biographie:
http://www.netzine.de/schubart.html
- Weitere Web-Informationen mit Schubarts Gedichten u.a.: http://gutenberg.spiegel.de/autoren/schubart.htm



Zitat-Beigabe: 3 Gedichte von C.F.D.Schubart:

Die Forelle (1782)

In einem Bächlein helle/ da schoß in froher Eil' /
die launige Forelle / vorüber wie ein Pfeil.
Ich stand an dem Gestade, / und sah in süßer Ruh' /
des muntern Fisches Bade / im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Ruthe / wohl an dem Ufer stand, /
und sah's mit kaltem Blute, / wie sich das Fischlein wand.
So lang dem Wasser Helle, / so dacht' ich, nicht gebricht, /
so fängt er die Forelle / mit seiner Angel nicht.

Doch plötzlich ward dem Diebe / die Zeit zu lang. Er macht /
das Bächlein tückisch trübe / und eh' ich es gedacht; -
so zuckte seine Ruthe, / das Fischlein zappelt dran, /
und ich mit regem Blute / sah die Betrogne an.

Die ihr am goldnen Quelle / der sichern Jugend weilt, /
denkt doch an die Forelle; / sehr ihr Gefahr, so eilt! /
Meist fehlt ihr nur aus Mangel / der Klugheit. Mädchen seht /
Verführer mit der Angel! - / Sonst blutet ihr zu spät.
 

In der rechten Spalte die weiteren Gedichte von Schubart:

Die Fürstengruft

und

Kaplied
 

Artikel zum Dichter C.F.D. Schubart: Gedichte

2 Gedichte von C.F.D. Schubart:

Die Fürstengruft (1780)

Da liegen sie, die stolzen Fürstentrümmer,
Ehmals die Götzen ihrer Welt!
Da liegen sie, vom fürchterlichen Schimmer
Des blassen Tags erhellt!

Die alten Särge leuchten in der dunkeln
Verwesungsgruft, wie faules Holz;
Wie matt die großen Silberschilde funkeln,
Der Fürsten letzter Stolz!

Entsetzen packt den Wandrer hier am Haare,
Geußt Schauer über seine Haut,
Wo Eitelkeit, gelehnt an eine Bahre,
Aus hohlen Augen schaut.

Wie fürchterlich ist hier des Nachhalls Stimme!
Ein Zehentritt stört seine Ruh'.
Kein Wetter Gottes spricht mit lauterm Grimme:
O Mensch, wie klein bist du!

Denn ach! hier liegt der edle Fürst, der gute!
Zum Völkersegen einst gesandt,
Wie der, den Gott zur Nationenruthe
Im Zorn zusammenband.
...
Da liegen Schädel mit verloschnen Blicken,
Die ehmals hoch herabgedroht,
Der Menschen Schrecken! - denn an ihrem Nicken
Hing Leben oder Tod.

Nun ist die Hand herabgefault zum Knochen,
Die oft mit kaltem Federzug
Den Weisen, der am Thron zu laut gesprochen,
In harte Fesseln schlug.
...
Sprecht Höflinge, mit Ehrfurcht auf der Lippe,
Nun Schmeichelei'n ins taube Ohr! -
Beräuchert das durchlauchtige Gerippe
Mit Weihrauch wie zuvor!

Er steht nicht auf, euch Beifall zuzulächeln,
Und wiehert keine Zoten mehr,
Damit geschminkte Zofen ihn befächeln,
Schamlos und geil, wie er.

Sie liegen nun, den eisern Schlaf zu schlafen,
Die Menschengeisseln, unbetraurt,
Im Felsengrab, verächtlicher als Sklaven,
Im Kerker eigemaurt.

Sie, die im ehern Busen niemals fühlten
Die Schrecken der Religion,
Und Gottgeschaffne, bessre Menschen hielten
Für Vieh, bestimmt zur Frohn;

Die das Gewissen, jenen mächt'gen Kläger,
Der alle Schulden niederschreibt,
Durch Trommelschlag, durch welsche Trillerschläger
Und Jagdlärm übertäubt;

Die Hunde nur und Pferd' und fremde Dirnen
Mit Gnade lohnten, und Genie
Und Weisheit darben liessen; denn das Zürnen
Der Geister schreckte sie.
...
Hier heule nicht der bleiche Waisenknabe,
Dem ein Tyrann den Vater nahm;
Nie fluche hier der Krüppel an dem Stabe,
Von fremdem Solde lahm.

Damit die Quäler nicht zu früh erwachen,
Seyd menschlicher, erweckt sie nicht.
Ha! Früh genug wird ihnen krachen
Der Donner am Gericht.

Wo Todesengel nach Tyrannen greifen,
Wenn sie im Grimm der Richter weckt,
Und ihre Gräul zu einem Berge häufen, 
Der flammend sie bedeckt.

Ihr aber, bessre Fürsten, schlummert süße
Im Nachtgewölbe dieser Gruft!
Schon wandelt euer Geist im Paradiese,
Gehüllt in Blütenduft.
...
Wie wird's euch seyn, wenn ihr vom Sonnenthrone
Des Richters Stimme wandeln hört:
"Ihr Brüder, nehmt auf ewig hin die Krone,
Ihr seyd zu herrschen werth."
 

Kaplied (1787)

[Schubart schrieb das Kaplied anlässlich der Ausreise von 2000 württembergischen Soldaten nach dem Kap der guten Hoffnung (heute Kapstadt/Südafrika). Herzog Karl Eugen hatte insgesamt 3200 württembergische Soldaten "angeworben" und sie an die Holländisch-Ostindische Kompanie verkauft, für die sie die Stützpunkte der Kompanie am Kap schützen sollten. Der Herzog erhielt für den Verkauf in einer ersten Rate 300.000 Gulden. - Von den 3200 Männern kehrten kaum 100 wieder lebendig zurück.]

Auf, auf! ihr Brüder und seid stark,
Der Abschiedstag ist da!
Schwer liegt er auf der Seele, schwer!
Wir sollen über Land und Meer
Ins heiße Afrika.

Ein dichter Kreis von Lieben steht,
Ihr Brüder, um uns her;
Uns knüpft so manches theure Band 
An unser deutsches Vaterland,
Drum fällt der Abschied schwer.

Dem bieten graue Eltern noch
Zum letztenmal die Hand;
Den kosen Bruder, Schwester, Freund;
Und alles schweigt, und alles weint,
Todtblaß von uns gewandt.

Und wie ein Geist schlingt um den Hals
Das Liebchen sich herum:
Willst mich verlassen, liebes Herz,
Auf ewig? - und der bittre Schmerz
Macht's arme Liebchen stumm.

Ist hart - drum wirble du, Tambour,
Den Generalmarsch drein.
Der Abschied macht uns sonst zu weich,
Wir weinten kleinen Kindern gleich -
Es muß geschieden sein.

Lebt wohl, ihr Freunde! Sehn wir uns
Vielleicht zum letztenmal;
So denkt, nicht für die kurze Zeit,
Freundschaft ist für die Ewigkeit,
Und Gott ist überall.

An Deutschlands Grenze füllen wir
Mit Erde unsre Hand
Und küssen sie - das sey der Dank
Für deine Pflege, Speis'' und Trank,
Du liebes Vaterland!

Wenn dann die Meereswoge sich
An unsern Schiffen bricht,
So segeln wir gelassen fort;
Denn Gott ist hier und Gott ist dort,
Und er verläßt uns nicht!

Und ha, wenn sich der Tafelberg
Aus blauen Düften hebt;
so strecken wir empor die Hand,
Und jauchzen: Land! ihr Brüder, Land!
Daß unser Schiff erbebt.

Und wenn Soldat und Offizier
Gesund ans Ufer springt,
dann jubeln wir, ihr Brüder, ha!
Nun sind wir ja in Afrika.
Und alles dankt und singt.

Wir leben drauf in fernem Land
Als Deutsche brav und gut.
Und sagen soll man weit und breit,
Die Deutschen sind doch brave Leut'',
Sie haben Geist und Mut.

Und trinken auf dem Hoffnungskap
Wir seinen Götterwein;
So denken wir von Sehnsucht weich,
Ihr fernen Freunde, dann an Euch;
Und Tränen fließen drein.


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de  / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: Sch..  / letzte Änderung: 22.2.2010