WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg:
Geschichte Württembergs 3: Königreich Württemberg (1806 - 1918)
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Geschichte Württembergs 3:
Königreich Württemberg (1806 - 1918)
(siehe auch Zeittafel: 19. Jahrhundert und Industrialisierung)

Kurzfassung in Daten:


Übersicht (Links):

1806 - 1816: König Friedrich I. von Württemberg
1818 - 1864: König Wilhelm I. von Württemberg
1864 - 1891: König Karl von Württemberg
1891 - 1918: König Wilhelm II. von Württemberg

Geschichte Württembergs 3:
Königreich Württemberg (1806 - 1918)
(siehe auch Zeittafel: 19. Jahrhundert und Industrialisierung)

Beschreibung einiger wichtiger Ereignisse:


Übersicht (Links):

1806 - 1816: König Friedrich I. von Württemberg
1818 - 1864: König Wilhelm I. von Württemberg
1864 - 1891: König Karl von Württemberg
1891 - 1918: König Wilhelm II. von Württemberg

1806 - 1816: König Friedrich I. von Württemberg

Erhebung zum Königreich von Napoleons Gnaden:

1802 - 1805: Friedrich wird Kurfürst von Wirtemberg
1802: Reichsstädte und geistliche Gebiete zu Wirtemberg;
         absolute Regierung in "Neuwirtemberg"
 
1803: Reichsdeputationhauptschluß: Säkularisation,
         Mediatisierung von Städten und Fürstentümern

1803: Säkularisierung der Klöster und endgültige Eingemeindung 
         der Klöster und der Reichsstädte nach Wirtemberg
1805: Reichsritterschaften und Deutschordensgebiete zu 
         Wirtemberg
1805: Napoleon in Ludwigsburg; Diktat-Verhandlung mit Friedrich

1806: Am 1.1.1806 wird Friedrich als König Friedrich I. zum 
        König von Württemberg proklamiert

1806: Württemberg Mitglied im Rheinbund (Militärallianz der 
         süddeutschen Staaten unter Protektorat Frankreichs)
1806: Württemberg erhält die Gebiete Vorderösterreichs und die 
         bisher selbständigen Fürstentümer (Hohenlohe, Fürstenberg)
1806: Organisationsmanifest: Einführung einer Ministerialverfassung; 
         Ankündigung einer zentralistischen Verwaltungsreform
1806: Einführung der Wehrpflicht
1806: Verbot der Auswanderungsfreiheit (erst nach Friedrichs Tod 
         aufgehoben)

1810: Letzte Grenzziehungen bei Baden,Württemberg,Bayern
         (Vertrag von Compiègne u.a.)

1789 + 18101810: Bildung Württembergs als Flächenstaat abgeschlossen mit den bis 1945 gültigen Grenzen

[[Karten zu den territorialen Veränderungen zwischen 1789 und 1810: Das Gebiet des Großherzogtums Baden und des Königreichs Württemberg.]
[Zum Öffnen der Karte mit guter Auflösung auf die Karte klicken (145 KB)

1811: Abschluss einer einheitlichen Verwaltungsgliederung 
        des Landes mit Kreisen als Mittelinstanzen und 
        64 Oberämtern mit Oberamtsstädten

1812: Rußlandfeldzug Napoleons: 14000 Württemberger 
         gefallen

1812: Gründung der Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart

Völkerschlachtdenkmal1813: Beitritt Württembergs zum Bündnis gegen Napoleon (nach der Völkerschlacht bei Leipzig); 
Austritt Württembergs aus dem Rheinbund
 

[Bild (Marke BRD, 2013): 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal Leipzig, errichtet 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813]
 
1815: Wiener Kongress: Neuordnung Europas
1815 - 1866: Württemberg (und Baden) im Deutschen Bund

Postschild Württ.1815: Friedrich plant ein neues Wappen für das Königreich; das Wappen mit dem Wahlspruch "furchtlos und trew" wird dann allerdings erst 1817 verbindlich

[Bild (Marke BRD, 1973): Posthausschild der königlich Württembergischen Post, 1880, mit dem Wappen des Königreichs Württemberg und dem Wahlspruch "furchtlos und treu"]
 

1815: Friedrichs Entwurf einer neuen Landesverfassung wird vom Landtag abgelehnt

1816: Tod König Friedrichs

1806 - 1816: König Friedrich I. von Württemberg

Erhebung zum König von Napoleons Gnaden:

1806 wird Friedrich von Napoleons Gnaden erster 1. König von Württemberg.

König FriedrichFriedrich war von 1797 - 1803 als Friedrich II. Herzog von Wirtemberg. In den Koalitionskriegen kämpfte er zunächst gegen Frankreich und verlor einen Großteil des Herzogtums. 1802 trat er auf die Seite Napoleons über. Unter der Protektion Napoleons erreicht er im Reichsdeputationshauptschluss eine enorme Vergrößerung des Territoriums Wirtembergs (s.unten). In der historischen Diktat-Verhandlung 1805 im Ludwigsburger Schloss verpflichtet sich Friedrichs weiter zum Bündnis mit Frankreich; dafür werden ihm weitere Territorialgewinne in Aussicht gestellt und die Erhebung Wirtembergs zum Königreich. Am 1.1.1806 erfolgt die Proklamation Friedrichs zum König von Württemberg

[Bild (Foto): König Friedrich von Württemberg im Krönungsornat, Gemälde von Johann Baptist Seele, um 1806]

Der Preis für die Unterstützung Napoleons war hoch: Friedrich musste als Bundesgenosse Napoleons Soldaten für die vielen Kriege Napoleons stellen. So zogen im Russlandfeldzug Napoleons 1812 etwa 15 000 Soldaten aus Württemberg nach Moskau; etwa 500 davon kamen lebend zurück.

Die territorialen Veränderungen des Landes:

Alt-Württemberg, oder Wirtemberg, umfaßte 1789 nur etwa 1/4 des Gebietes des späteren Württemberg. 
1796, im Frieden von Paris, verlor Wirtemberg seine linksrheinischen Gebiete, das waren vor allem das Gebiet um Mömpelgard in Burgund und Reichenweier im Elsass.

Die Vergrößerung des Territoriums erfolgte in 4 Phasen::

1803: Reichsdeputationshauptschluß, genehmigt durch den Reichstag: Dabei wurden die Klöster säkularisiert und die Besitztümer der Klöster Wirtemberg zugeschlagen. Dadurch kamen z.B. Ellwangen und Weingarten mit ihren großen Besitzungen zu Wirtemberg. Außerdem kamen die bisherigen Freien Reichsstädte mit ihren z.T. großen Landgebieten, z. B. Esslingen, Reutlingen, Ulm an Wirtemberg..

1805: In den Koalitionskriegen steht Württemberg auf Seiten Napoleons und erhält die Reichsrittergüter und die Deutschordensgebiete.

1806: Mit der Erhebung zum Königreich - und aufgrund der Rheinbundakte - werden die Gebiete Vorderösterreichs und die bisher selbständigen Fürstentümer Württemberg zugeschlagen, z. B. Hohenlohe, Fürstenberg, Waldburg. (Nur Hohenzollern bleibt selbständig; es kommt 1849 zu Preußen.)

1810: Als letztes erfolgen (durch einen Staatsvertrag zwischen Württemberg und Bayern) Grenzausgleiche mit Bayern (wobei z.B. Crailsheim, Ulm, Tettnang, Wangen zu Württemberg kommen). 

Durch diese territorialen Veränderungen entstehen die bis 1945 gültigen Grenzen Württembergs.
Aus vielen Hunderten von Territorien (außer den geistlichen Besitztümern, den Gebieten der Freien Reichsstädte und Vorderösterreichs sollen es - nach einer zeitgenössischen Statistik - 21 fürstliche, 34 gräfliche und 101 reichsritterschaftliche Familien gewesen sein, die in diesen Jahren der württembergischen Landeshoheit unterworfen wurden) wird ein Flächenstaat mittlerer Größe (s. die Karten).

1815: Auf dem Wiener Kongress werden die territorialen Zugewinne Württembergs bestätigt.

Ausbau des Königreichs:

König Friedrich von Württemberg regierte zentralistisch und in absolutistischer Manier. Sein Herrschaftsverständnis wird aus einer Äußerung Friedrichs von 1814 deutlich, in der er von seiner "während der stürmischen napoleonischen Zeiten notwendig gewesenen Diktatorsmacht" spricht..

Die neuen Gebiete ("Neu-Württemberg" u.a.) wurden z.T. brutal in Württemberg eingegliedert. Zur Integration und Verwaltung des Landes begann er 1806 mit einer radikalen Verwaltungsreform nach französischem Vorbild: Das gesamte Land wurde in 64 etwa gleich große Oberämter eingeteilt, die ohne Rücksicht auf die bisherigen Herrschaftsgrenzen gebildet wurden. Mehrere Oberämter gehörten zu einem der Kreise (Neckarkreis u.a.), die als Mittelinstanzen gebildet wurden. So konnte einheitlich und hierarchisch vom König über die Ministerien über die Kreise über die Oberämter bis in die Städte und Gemeinden regiert werden.

Mitarbeiter bei dieser radikalen Neuordnung waren vor allem Staatsminister Graf von Normann-Ehrenfels, Paul Friedrich von Maucler und Karl August von Wangenheim. Die treibende Kraft war König Friedrich, der gelegentlich als "Vater des modernen Württemberg" bezeichnet wird. Respekt für Friedrichs Leistung in dieser Hinsicht äußern auch seine größten Kritiker.

Die alte Verfassung, das "Alte Recht" (für das u.a. Uhland leidenschaftlich kämpfte) wurde von König Friedrich außer Kraft gesetzt. Eine neue Verfassung wurde erst vom Nachfolger, König Wilhelm I., im Jahr 1819 verabschiedet.
 

König Friedrichs Frontwechsel: Vom Anhänger Napoleons zur Koalition von Österreich, Russland und Preussen

VölkerschlachtdenkmalKönig Friedrich war mit den anderen Rheinbundstaaten ein treuer Gefolgsmann Napoleons bis nach der Völkerschlacht bei Leipzig im Herbst 1813:

[Bild (Marke BRD, 2013): 100 Jahre Völkerschlachtdenkmal Leipzig, errichtet 1913 zur Erinnerung an die Völkerschlacht bei Leipzig 1813]

In dieser Schlacht kämpfte eine Koalition der Truppen vor allem von Preussen, Russland, Österreich gegen Napoleons französische Heere und die Soldaten der mit Napoleon verbündeten Rheinbundstaaten einschließlich Württembergs und Badens. In dieser dreitägigen Schlacht im Oktober 1813 bei Leipzig, eine der grausamsten Schlachten der Weltgeschichte mit etwa 100000 Toten und Verwundeten, wurden die Truppen Napoleons vernichtend geschlagen. Napoleon mußte nach Paris fliehen; bald darauf kam das Ende der Herrschaft Napoleons. - König Friedrich von Württemberg hatte bald nach der Völkerschlacht bei Leipzig geheime Kontakte mit den Koalitionsmächten aufgenommen, die schon in der Vorbereitung eines "Wiener Kongresses zur Neuordnung Europas" (1814/15) waren. König Friedrich ließ ausloten, ob bei einem Frontwechsel Württembergs vom Verbündeten Napoleons zum Verbündeten der Koalition das Königreich Württemberg in seinen von Napoleon zugesagten Grenzen erhalten bliebe, was ihm zugesagt wurde. Daraufhin wechselte Friedrich die Seiten und lief zur "Koalition" über. (Er ließ sogar noch einmal Truppen in Württemberg ausheben, die mit den Koalitionstruppen zusammen Napoleon und seine Truppen bis nach Paris verfolgten.) - Ähnlich wie Württemberg machte es auch das Großherzogtum Baden.


Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Der schwäbische Zar. Friedrich, Württembergs erster König.
Deutsche Verlags- Anstalt 1984

1816 - 1864: Wilhelm I. König von Württemberg;

1816 - 1819: Königin Katharina (2. Ehefrau König Wilhelms I.)
1816/1817: Hungersnöte in Württemberg; 
         Beginn der Auswanderungen nach Amerika und Rußland
1817: Beginn der Aufhebung der Leibeigenschaft der Bauern
1818: Landwirtschaftliches Hauptfest in Cannstatt begründet
1818: Gründung des Landwirtschaftlichen Instituts in Hohenheim
1819: Konstitutionelle Verfassung in Württemberg
1819: Gründung der selbständigen Brüdergemeinde Korntal
1819: "Karlsbader Beschlüsse" unterdrücken Pressefreiheit

1824: Friedrich List muss nach Amerika emigrieren
1828: Errichtung des Bistums Rottenburg für die Katholiken in Württ.
1828: Gesetz zur Gleichstellung der Juden in Württemberg
1829: Gründung des Poytechnikums Stuttgart
 
1830: Julirevolution in Frankreich

1833: Nach dem "Hambacher Fest" werden alle politischen 
         Versammlungen verboten; "Demagogenverfolgung"
1833: Deutscher Zollverein: Baden + Württemberg Mitglied

1843: Bau der Staats- Eisenbahn in Württemberg begonnen
1847: Maschinenfabrik Esslingen beginnt mit dem Lokomotivenbau
1848: Gründung der Zentralstelle für Gewerbe und Handel
 
1848 / 1849: Liberale und nationale Bewegungen;
         Deutsche Nationalversammlung, Paulskirche
1848/1849: badische Revolutionen (Struve, Hecker)
1849: Niederlage der badischen Revolution bei Rastatt

1848: Liberale Märzministerien in Württemberg (F. Römer)
1849: Zerschlagung des Frankfurter Rumpfparlaments in Stuttgart
1848 - 1854: Starke Auswanderung auch aus Württemberg

1850: Hohenzollern wird preußisch
1851: Württembergische Staatspost
         (Ablösung des Postprivilegs von Thurn und Taxis)
1855: Ferdinand Steinbeis wird Leiter der Zentralstelle für Handel 
         und Gewerbe
1864: Nach der Aufhebung des Versammlungsverbots entstehen
         in Württemberg Arbeitervereine

1816 - 1864: König Wilhelm I. von Württemberg

Wilhelm I., der zweite König Württembergs, der Sohn König Friedrichs I., regiert fast 50 Jahre.  Er ist insgesamt weniger diktatorisch und - in Grenzen - etwas liberaler als sein Vater.

In der Politik des Deutschen Bundes war Wilhelm ein Vertreter der "Triaspolitik": Württemberg und die anderen mittleren Mächte sollten eine dritte Mächtegruppe bilden, neben oder zwischen den beiden Großmächten Preußen und Österreich. Diese Politik, die vor allem vom Bundesgesandten von Wangenheim vertreten wurde, stieß auf starke Ablehnung bei Preußen und Österreich.

Einige Ereignisse in der Regierungszeit Wilhelms I.:

In seiner Zeit wird endlich eine konstitutionelle Verfassung verabschiedet (1819).
Auf dem Rotenberg läßt Wilhelm die Grabkapelle für seine 2. Frau Katharina von Russland bauen (ab 1819). 
Schloß Rosenstein und Wilhelma mit Englischem Garten werden bei Stuttgart errichtet (ab 1825).

1848 wird der liberale F. Römer zum Ministerpräsidenten ernannt und die Reichsverfassung der Paulskirchen- Versammlung angenommen; schließlich doch das Rumpfparlament der Paulskirchen- Nationalversammlung in Stuttgart mit Gewalt aufgelöst (1849). 

Großes Engagement zeigt Wilhelm I. zur wirtschaftlichen Entwicklung seines armen Landes. Er stiftet das Landwirtschaftliche Hauptfest in Cannstatt und das Landwirtschaftliche Institut in Hohenheim (1818); unter ihm hat die Industrie- und Wirtschaftsförderung begonnen (Beitritt zum Deutschen Zollverein 1833, Bau der Staatseisenbahnen ab 1843, Gründung der Zentralstelle für Gewerbe und Handel 1848).

Wilhelm I.Last not least: Zur Zeit Wilhelms I. entsteht die Württembergische Staatspost (nach der Ablösung des Postprivilegs von Thurn und Taxis).
 
 

[Bild (Ganzsache der Post, Belegstück zur Sindelfinger Briefmarkenmesse 2001): 150 Jahre Württemberg Marken, Erst-Ausgabetag 15. Okt. 1851; König Wilhelm I. auf seinem Araberhengst; erste 4 Marken des Königreichs Württemberg]

Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Reformer auf dem Königsthron. Wilhelm I.von Württemberg.
Deutsche Verlags- Anstalt 1997

1864 - 1891: Karl König von Württemberg;

Königin Olga1846: Karl heiratet in Petersburg Olga Nikolajewna

1856: Gründung der Blindenanstalt Nikolauspflege in Stuttgart durch Kronprinzessin Olga

[Bild (Foto): Portrait der Königin Olga, 
Gemälde von F.X.Winterhalter, 1856]

1866: Krieg mit Preußen; Würtemberg auf Seiten Österreichs
         - Belagerung Hohenzollerns durch Württemberg
         - Preußen besiegt die Württ.Truppen 
           (Schlacht bei.Tauberbischofsheim)
1868: Einführung des allgemeinen, gleichen, unmittelbaren und 
         geheimen Wahlrechts in Württemberg
 
1870 / 1871: Krieg gegen Frankreich; Deutsches Reich

1870: Hermann Mittnacht wird Leitender Staatsminister
         (1876 - 1900 war Mittnacht Ministerpräsident Württembergs)
1870: Württemberg nimmt an der Seite Preußens am 
         Krieg gegen Frankreich teil
1871: Württemberg Mitglied des Deutschen Kaiserreiches
         "Reservatrechte" für Württemberg und Bayern
1876. Gründung der Evangelischen Kinder-und Brüderanstalt 
         Karlshöhe Ludwigsburg unter Protektorat von König Karl
1886: Geburtsstunde des Automobils: Gottlieb Daimler

1864 - 1891: König Karl von Württemberg

Karl, der Sohn von König Wilhelm I. von Württemberg, verheiratet mit Olga Nikolajewna, ließ 1866 an der Seite Österreichs gegen Preußen kämpfen, was in der Schlacht bei Tauberbischofsheim zu einer schweren Niederlage Württembergs führte.
Leitender Minister war damals Karl Freiherr von Varnbühler. Der bereitete danach auch den Wechsel zum Norddeutschen Bund und zu Preußen vor, wofür er allerdings von Karl 1870 entlassen wurde. 

Nachfolger als Leitender Minister wurde Hermann Mittnacht, der bis 1900 die Politik Württembergs bestimmte.
1870 im Deutsch- Französischen Krieg wechselte unter König Karl und Minister Mittnacht Württemberg vollends zu Preußen und den anderen deutschen Staaten über. Mit der Reichsgründung 1871 wurde das Königreich Württemberg ein Bundesstaat des Deutschen Reiches.

Übrigens sicherte sich Württemberg - wie auch Bayern - einige "Reservatsrechte": So behielt es als Privileg eine eigene Posthoheit: Während das Postwesen der anderen Länder des Deutschen Reiches auf die Reichspost überging, hatte Württemberg noch bis 1920 auch eigene Briefmarken. Mit den "Abschiedsausgaben" von 1920 (s. etwa bei die Marke von Stuttgart) verabschiedete sich das Land auch von diesem Sonderweg.

Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Regent mit mildem Zepter. König Karl von Württemberg.
Deutsche Verlags- Anstalt 1999

1891 - 1918: Wilhelm II. König von Württemberg

1906: Karl Freiherr von Weizsäcker letzter Ministerpräsident 
         im Königreich Württemberg (1906 - 1918)
1907: Kongress der Sozialistischen Internationale in Stuttgart
         (Clara Zetkin)
1908: Luftschiffkatastrophe bei Echterdingen
1912 - 1916: Landeswasserversorgung
 
1914 - 1918: 1. Weltkrieg

1914 - 1918: Im 1. Weltkrieg sterben etwa 85 000 Soldaten aus 
         Württemberg

1918: Wilhelm II. König von Württemberg verzichtet auf den 
         Thron; Ende des Königreichs
1918: Württemberg wird Volksstaat

1891 - 1918: König Wilhelm II. von Württemberg:

Wilhelm II.Der volkstümliche König Wilhelm II. befördert in der Zeit seiner Regierung die Reformgesetzgebung in verschiedenen Bereichen, die Wirtschaft, die Wohlfahrt der Arbeiter, Schulen und Wissenschaften, Kultur und Kunst. 

[Bild oben (Marke Württemberg 1916): 25 Jahre Regentschaft Wilhelm II.; Portrait König Wilhelm II. von Württemberg]

Ministerpräsident im Königreich Württemberg war von 1906 - 1918 Karl Hugo von Weizsäcker.

Im 1. Weltkrieg von 1914 - 1918 erleiden die Württemberger innerhalb des deutschen Heeres die relativ höchsten Verluste: etwa 85000 Kriegstote und 200000 Verwundete.

1918 wird auch in Stuttgart die Republik ausgerufen. König Wilhelm II. wird am 9.November 1918 in Stuttgart zur Abdankung gezwungen. Er hat Stuttgart seitdem nicht mehr betreten.


Literaturhinweis:
Paul Sauer:
Württembergs letzter König. Das Leben Wilhelms II.
Deutsche Verlags- Anstalt 1994

Literaturhinweis zum Königreich Württemberg:

Ausstellungskatalog zur Großen Landesausstellung 2006:
Das Königreich Württemberg. 1806 - 1918. Monarchie und Moderne.
Thorbecke-Verlag 2006

- Weitere Web-Hinweise:
http://www.koenigreich-wuerttemberg.de

- zu den anderen Seiten der Geschichte Württembergs u.a.:
Übersicht
Geschichte Württembergs 1: Grafschaft Wirtemberg (1092 - 1495)
Geschichte Württembergs 2: Herzogtum Wirtemberg (1495 - 1805)
Geschichte Württembergs 3: Königreich Württemberg (1806 - 1918)
Geschichte Württembergs 4: Republik Württemberg (1918 - 1945)

Geschichte Badens von 962 bis 1945: Geschichte Badens

Baden + Württemberg von 1945 bis zum Südweststaat 1952
Baden - Württemberg von 1952 - 2002


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: Württemberg  3: Königreich W. / letzte Änderung: 5.11.2013

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