WappenLexikon Geschichte Baden+Württemberg: Z(Zähringer bis Zwiefalten)
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Z: Übersicht über die Lexikon-Stichworte
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Zähringer (süddeutsches Adelsgeschlecht)
Zainer, Günther (Buchdrucker, + 1478)
Zanth, Karl Ludwig von (Architekt, + 1857)
Zasius, Ulrich (Jurist, + 1503)

Zeiss, Carl Zeiss (Konzern)
Zeitblom, Bartholomäus (Maler, + 1518)
Zeller, Christian Heinrich (Pädagoge, + 1860)
Zeller, Eduard Gottlob (Theol.+ Philosoph,+ 1908)
Zeller, Ernst Albrecht (Psychiater, + 1877)
Zeller, Karl August (Pädagoge, + 1840)
Zenneck, Jonathan (Physiker, + 1959)
Zeppelin, Ferdinand Graf von (Luftschiffer, + 1917)
Zeppelin, Johann Carl von, Reichsgraf (+ 1801)
Zetkin, Clara (Politikerin, + 1933)

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Ziegler, Leopold (Kulturphilosoph, + 1958)
Zimmermann, Dominikus (Baumeister,+ 1766)
Zimmermann, Wilhelm (ev.Pfarrer + Historiker, + 1878)
Zincgref, Julius Wilhelm (Dichter, + 1635)
Zinzendorf, Nikolaus Graf v. (Theologe,+ 1760)

Zollvereine, Deutscher Zollverein

Zügel, Heinrich von (Maler, + 1941)
Zumsteeg, Emilie (Musikerin, + 1857)
Zumsteeg, Johann Rudolf (Komponist, + 1802)
Zundel, Georg Friedrich (Maler, + 1948)
Zürn, Jörg (Bildhauer, + 1635)

Zwiefalten (Gemeinde im Landkreis Reutlingen)

Zähringer: süddeutsches Adelsgeschlecht, nach der Burg Zähringen bei Freiburg genannt (1108 erbaut). Die Zähringer waren vom 11. Jahrhundert an neben den Welfen und den Staufern das 3. Bedeutende Adelshaus im Süden. Zunächst hatten sie Güter in ganz Süddeutschland verstreut. Von Berthold I. (+ 1078) wurde als Hauskloster und Grablege Weilheim/Teck gegründet; 1093 wurde das Hauskloster nach St. Peter im Südschwarzwald verlegt. Berthold II. verzichtete 1098 auf den Titel des Herzogs von Schwaben; dafür erhielten die Zähringer das Herzogtum Kärnten und die Mark Verona. Die Zähringer gründeten Freiburg im Breisgau (1120), Freiburg im Uechtland (französich: Fribourg) und Bern in der Schweiz, Villingen (1119), Offenburg. Die Linie der Herzöge von Zähringen starb 1218 aus. Aus einer Seitenlinie gingen die Markgrafen von Baden hervor.

[Auf der Site "Herrscherhäuser in Baden und Württemberg" ist die Stammtafel der Zähringer zusammengestellt; ein weiterer Überblick findet sich im Artikel über die Geschichte Badens: Zeit der Herzöge von Zähringen, ca.962 bis 1218]



Zainer, Günther, Augsburger Buchdrucker. - * evtl. 1420 in Reutlingen, + 13.4.1478 in Augsburg.

Zanth, Karl Ludwig Wilhelm von, klassizistischer Architekt, Schöpfer des Wilhelma-Theaters und der Villa Wilhelma in Stuttgart.

Karl Ludwig von Zanth (* 6. August 1796 in Breslau; † 7. Oktober 1857 in Stuttgart). Architekt, Aquarellmaler. Sohn des jüdischen Arztes Abraham Zadik. (Namensänderung anlässlich der Konversion des Vaters.) Nach Studien in Paris 1831 Architekt in Stuttgart. 1834 Wiederaufbau der Ortschaft Palotsa in Ungarn gemäß der „Sonnenbaulehre“. In Stuttgart schuf er zunächst die klassizistische Innenausstattung des Wilhelmspalais, später das Wilhelma-Theater im pompejanischen Stil und schließlich die Königliche Villa Wilhelma (1846 im maurischen Stil fertiggestellt). Der Hofbaumeister Zanth wurde von König Wilhelm I. von Württemberg 1844 in den persönlichen Adelsstand erhoben.

- Weitere Web-Informationen zu Karl Ludwig von Zanth:
http://elib.uni-stuttgart.de/opus/volltexte/1999/267/pdf/267.pdf

(Albrecht Vorherr)


Zasius, Ulrich, Jurist. - * 1461 in Konstanz, + 24.11.1535 in Freiburg.

Zasius war seit 1503 Prof. in Freiburg. Er gilt als bedeutendster Vertreter der humanistischen Rechtswissenschaft in Deutschland.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.geocities.com/legalhistory/Zasius/



Zeiss: Firma der feinmechanischen und optischen Industrie in Heidenheim - Oberkochen. - Die Zeiss-Stiftung und die Firma Carl Zeiss wurde 1948 aus Jena nach Oberkochen verlegt.

- Weitere Web-Informationen: http://www.zeiss.de



Zeitblom, Bartholomäus, Maler. - * um 1455 in Nördlingen, + um 1518 in Ulm. -

ZeitblomZeitblom, der seit 1482 in Ulm lebt, gilt als Hauptmeister der Ulmer Malerschule um 1500. Von ihm stammen u.a. die Flügelbilder am Hochaltar von Blaubeuren und Adelberg.

 

[Bild (Marke Liechtenstein, 1953): Bartholomäus Zeitblom: St. Nikolaus; um 1510 (Fürstliche Galerie Vaduz)] 

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.bautz.de/bbkl/z/zeitblom.shtml



Zeller, Christian Heinrich, Pädagoge (Gründer der Armenschule in Beuggen).. - * 29.3.1779 auf Hohen-Entringen (heute zu Ammerbuch bei Tübingen), + 18.5.1860 in Beuggen /Rheinfelden (am Hochrhein).
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Christian Heinrich Zeller (Bruder von Karl Albrecht Zeller) studierte zunächst Jura in Tübingen, wandte sich ab 1800 ganz der Pädagogik zu: Zunächst arbeitete er als Hauslehrer in Augsburg, danach war er als Lehrer in verschiedenen Orten der Schweiz tätig, von 1809 bis 1820 als Schulrat in Zofingen. Die Begegnung mit dem bedeutenden Pädagogen Heinrich Pestalozzi und seinen Schulkonzeptionen in der Schweiz wurde zur wichtigsten Anregung für Zellers wichtigstem Werk:

1817 gründete Zeller in den alten Gebäuden der Komturei in Beuggen am Hochrhein ein Schulheim für vernachlässigte Kinder und ein Armenschullehrerseminar, die 1820 mit ihrer Arbeit beginnen. Die Erfahrungen aus dieser Arbeit fasste er in seinem Buch "Lehren und Erfahrungen für christliche Land- und Armenschullehrer" (erschienen 1827ff) zusammen. 

Dass Zeller seine pädagogische Arbeit nicht nur im Geiste Pestalozzis, sondern besonders im Geist des christlichen Glaubens verstand wird daran deutlich, dass Zeller auch als pietistischer Liederdichter bekannt geworden ist: "Treuer Heiland, wir sind hier in der Andacht Stille.." ist ein Lied von Zeller, das noch heute im Evang. Gesangbuch der Landeskirche in Württemberg zu finden ist.

Zeller gilt als einer der bedeutendsten deutschen Pädagogen in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Als Pestalozzi, der mit seinen eigenen Schulgründungen nicht immer Glück hatte, einmal die Einrichtung in Beuggen besuchte soll er gesagt haben: "Das war's, was ich wollte!"

Christian Heinrich Zeller ist auch einer der Pioniere der Sozialarbeit / Heilpädagogik und der Inneren Mission in Südwestdeutschland; er gilt mit als Vater der Rettungshausbewegung: Nach dem Beispiel von Beuggen wurden allein in Württemberg in kurzer Zeit 22 "Rettungshäuser" für Waisen und arme Kinder gegründet, von denen einige noch heute wichtige Einrichtungen der Jugendhilfe sind: zum Beispiel 1823 das Rettungshaus in Korntal und in Winnenden, 1825 in Tuttlingen, 1826 in Kirchheim/Teck, 1829 in Stuttgart, 1835 in Ludwigsburg, 1836 im ehem. Kloster Lichtenstern (bei Löwenstein), gegründet von Karl August Zeller.

Weitere Web-Informationen zu Christian Heinrich Zeller:
http://www.bautz.de/bbkl/z/zeller_c_h.shtml



Zeller, Eduard Gottlob, evangelischer Theologe und Philosoph. - * 22.1.1814 in Kleinbottwar, + 19.3.1908 in Stuttgart. - 

Zeller, der im Tübinger Stift studierte (1831 - 1835), wurde in Tübingen ein profilierter Vertreter der historisch-kritischen Forschung der Bibel, des Urchristentums und der Kirchengeschichte als Schüler Ferdinand Christian Baurs und als Vertreter  der "Tübinger Schule" der protestantischen Theologie. In der Tübinger Zeit war Zeller befreundet mit David Friedrich Strauss, dessen kritisches "Leben Jesu" (1835) in jener Zeit die evangelische Welt erregte. Die Auseinandersetzung mit Strauss spielte für Zellers Entwicklung eine große Rolle.
Seit 1840 war Zeller Privatdozent für Theologie in Tübingen; 1847 wurde er Prof. für Theologie in Bern.

1849 wurde Zeller nach Marburg berufen, allerdings nicht auf eine Professur für Theologie (was die Kirche verhinderte) sondern für Philosophie. Seitdem lehrte Zeller auch an den weiteren Stationen seines Wirkens an den Fakultäten für Philosophie: 1862 bis 1872 lehrte er in Heidelberg, von 1872 bis 1892 in Berlin. 
Die Geschichte der "Philosophie der Griechen" (sein Hauptwerk, 1844 ff erschienen) war ein Schwerpunkt seiner philosophischen Arbeit.
In der philosophischen Grundposition war Zeller zunächst von der spekulativen Geschichtsphilosophie Hegels geprägt, von der er sich aber zunehmend distanzierte. Die Fragen der Erkenntnistheorie rückten für Zeller immer mehr ins Zentrum und damit eine größere Nähe zur Philosophie Kants. (Wichtig dafür ist schon Zellers Heidelberger Antrittsrede "Bedeutung und Aufgabe der Erkenntnistheorie".) Zeller gilt damit als ein Wegbereiter des sog. Neukantianismus in der Philosophie.

- Weitere Web-Informationen zu Eduard Zeller:
http://de.wikipedia.org/wiki/Eduard_Gottlob_Zeller



Zeller, Ernst Albrecht, "Irrenarzt", Psychiater (erster Leiter der Anstalt Winnenthal). - * 6.11.1804 in Heilbronn, * 23.12.1877 in Winnenden.
Ernst Albrecht Zeller studierte Medizin in Tübingen und praktizierte danach einige Zeit als Arzt in Stuttgart. 1832 wurde er zum ersten Leiter der neuerrichteten Irrenanstalt Winnenthal (Winnenden) berufen, in der er mit modernen psychiatrischen Methoden arbeitete. (1840 - 1842 praktizierte z.B. der Psychiater Wilhelm Griesinger bei Zeller in Winnenthal.) Zeller leitete die Anstalt bis zu seinem Tode 1877.


Zeller, Karl August, Pädagoge (Schulreformer in Preußen). -  * 15.8.1774 auf Hohen-Entringen (heute zu Ammerbuch bei Tübingen), + 23.3. 1840 in Stuttgart.

Karl August Zeller (Bruder von Christian Heinrich Zeller) studierte zunächst Theologie im Tübinger Stift. 1803 war er bei H. Pestalozzi in Burgdorf in der Schweiz, danach arbeitete er als Pastor und Lehrer an Schulen in St. Gallen u.a.; 1808 wurde er Schulinspektor in Württemberg.

1809 wurde K.A. Zeller nach Königsberg berufen. (Königsberg war in dieser Zeit Residenz des preußischen Königs.) Zeller sollte dort im Auftrag Wilhelm von Humboldts, Preußischer Staatsrat für Kultus und Unterricht, die Reform der Volksschulen und der Lehrerbildung im Geiste Pestalozzis durchführen.
K.A. Zeller gründete in Königsberg ein "Normalinstitut", eine Musterschule, mit Waisenhaus, Lehrerseminar, Fortbildungsinstitut u.a. Zunächst fand seine Tätigkeit in Preußen große Resonanz, und Zeller hatte wohl einigen Anteil an der Einführung der Ideen Pestalozzis im Elementarunterricht.

Nach einigen Jahren ging Zeller dann enttäuscht nach Württemberg zurück (1834). 1836 gründete er hier noch ein Rettungshaus im ehemaligen Kloster Lichtenstern (bei Löwenstein).



Zenneck, Jonathan, Physiker. - * 15.4.1871 in Ruppertshofen, + 8.4.1959 in München. - 

Zenneck, Prof. in München, war von 1934 - 1953 Vorstandsvorsitzender des Deutschen Museums in München.



ZeppelinZeppelin, Ferdinand Graf von, Offizier, Erfinder des Starrluftschiffs. - * 8.7.1838 in
Konstanz, + 8.3.1917 in Charlottenburg (Grab auf dem Pragfriedhof in Stuttgart).
Zeppelin besuchte die Militärakademien in Ludwigsburg und die Universität in Tübingen und trat als Offizier ins preußische Heer ein. 1863 war er als Kriegsbeobachter in den USA; 1891 nahm er als Offizier seinen Abschied von der württembergischen Armee. 

[Oberes Bild (Marke BRD, 1992): 75. Todestag von Ferdinand Graf von Zeppelin; Portrait Graf Zeppelin, Zeppelin LZ 127 "Graf Zeppelin"]

ZeppelinSeit 1892 arbeitete Zeppelin an der Konstruktion eines Starrluftschiffs, dessen erstes brauchbares Modell am 2.Juli 1900 bei Manzell / Friedrichshafen am Bodensee aufstieg. Trotz schwerer Unfälle (etwa dem Absturz des Zeppelin Z 4 bei Echterdingen, 1908) wurde weiter gebaut. 1908 gründete Zeppelin die Luftschiffbau Zeppelin GmbH Friedrichshafen; 1909 mit Maybach die Maybach- Motorenbau- AG in Friedrichshafen. 
Zeppeline wurden seit 1910 zu Passagier- und Postflügen eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden viele Zeppeline von Deutschland zu Luftangriffen eingesetzt, weshalb 1919 Deutschland nach dem Versailler Vertrag auch zunächst alle Zeppeline an die Alliierten abliefern mußte. Ab 1924 wurden in Friedrichshafen unter Leitung Eckeners neue und immer größere Zeppeline gebaut. Nach spektakulären Atlantik- und Arktisflügen endete die erste Epoche der Zeppeline mit der Katastrophe von Lakehurst/USA am 6.5.1937.

[Mittleres Bild (Marke BRD, 2000): 100 Jahre Zeppelin- Luftschiffe; LZ 1 von 1900 am Bodensee, dazu Konstruktionszeichnung vom Zeppelin und vom Lilienthalgleiter]

Dürr, Eckener, Zeppelin[Bild (Briefmarken-Block Obervolta, 1976): 75 Jahre Luftschiff Zeppelin; Portraits von Dr. Dürr, Graf Zeppelin, Dr. Eckener; Luftschiff über dem Bodensee; Luftschiff- Halle; Luftschiff- Motor]
[Vergrößerung des Bildes durch Anklicken; 110 KB]

- Weitere Web-Informationen zu Zeppelin:
http://www.zeppelin-museum.de
http://www.uni-konstanz.de/FuF/Philo/Geschichte/Zeppelin



Zeppelin, Reichsgraf Johann Carl von, Freund und Vertrauter des späteren Königs Friedrich I. von Württemberg, Adjudant, Staats- und Konferenzminister. - * 1767 in Güstrow, + am 14.6.1801 in Ludwigsburg (Grab im Mausoleum auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg).
Zeppelin war seit 1782 Page und Adjudant Friedrichs. Er wurde Freund und wohl auch Geliebter Friedrichs. Er gilt als edler und redlicher, uneigennütziger, hochgebildeter Vertrauter und Ratgeber Friedrichs. Beim Regierungsantritt Friedrichs 1797 wurde Zeppelin (der seit 1792 zum Reichsgrafen erhoben war) zum "Ersten Staats- und Konferenzminister" ernannt.

Als Zeppelin 1801stirbt, erhält er zunächst ein Fürstenbegräbnis in der Ludwigsburger Schlosskapelle. Dann läßt Friedrich durch den Hofbaumeister Nikolaus von Thouret auf dem Ludwigsburger Friedhof ein vom römischen Pantheon inspiriertes Mausoleum errichten mit den Inschriften "Dem vorangegangenen Freunde" und "Die der Tod getrennt, vereint das Grab". Es sollte ein Mausoleum für den Reichsgrafen von Zeppelin und später auch für Friedrich selbst werden. (Als Friedrich 1816 starb wurde er allerdings im Schloss Ludwigsburg in der Fürstengruft beigesetzt.)



Zetkin, Clara, geb. Eißner, Politikerin (SPD, später KPD). - * 5.7.1857 in Wiederau /Sachsen, + 20.6.1933 in Archangelskoje bei Moskau (Grab an der Kremlmauer in Moskau). -

ZetkinClara Zetkin, seit 1878 Mitglied der SPD,  wegen der Sozialistengesetze in die Schweiz emigriert, war führend in der sozialistischen Frauenbewegung. Von 1891 - 1917 war sie in Stuttgart Redakteurin der SPD- Frauenzeitschrift "Die Gleichheit". In Stuttgart heiratete sie 1897 den Maler Georg Friedrich Zundel. Mit ihm lebte sie von 1904 - 1925 in Stuttgart- Sillenbuch.
Gemeinsam mit Rosa Luxemburg war Clara Zetkin gegen die Kriegsunterstützung der Sozialdemokraten, war 1915 Mit- Begründerin des Spartakus- Bundes und 1917 der USPD. Seit 1919 war sie Mitglied der neu gegründeten KPD und von 1920 bis 1933 auch KPD-Abgeordnete im Reichstag.
Ab 1929 wohnte Clara Zetkin in Birkenwerder bei Berlin. 
1932 emigrierte C. Zetkin in die UdSSR, wo sie bald darauf mit 76 Jahren starb. Zu Ihrer Beisetzung in einem Ehrengrab an der Kremlmauer in Moskau sollen 600 000 Menschen gekommen sein.

[Bild (Marke DDR, 1955): Führer der deutschen Arbeiterbewegung: Clara Zetkin; Portrait Clara Zetkins]

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/ZetkinClara

Ziegler, Leopold, Kulturphilosoph. - * 30.4.1881 in Karlsruhe, + 25.11.1958 in Überlingen.

Ziegler, der schon während seiner Schulzeit in Karlsruhe mit dem Philosophen Nicolai Hartmann Kontakt hatte, studierte seit 1902 Philosophie an der Universität Heidelberg und wechselte dann an die Universität Jena, wo er 1905 bei R. Eucken, einem Vertreter des Neuidealismus, seine philosophische Doktorarbeit schrieb. 1907 musste Ziegler wegen einer schweren Erkrankung (Knochentuberkulose) die Pläne für eine akademische Laufbahn aufgeben. Er lebte seitdem als Privatgelehrter am Bodensee: 1919 war Ziegler ins Hinterland von Lindau gezogen, 1925 nach Überlingen, wo er 1958 starb.

Ziegler, einer der großen Einzelgänger seiner Zunft, trotzte einer mühseligen Existenz als Privatgelehrter und einer prekären Gesundheit ein beeindruckendes Lebenswerk ab. Thematisch außerordentlich breit angelegt, kann es als Versuch gelesen werden, neuzeitliches Denken mit außerwissenschaftlichen Erkenntnissen zu verbinden, um unsere moderne Existenz auf die Basis einer gesamtmenschheitlichen Überlieferung zu stellen. Seine bedeutendsten Werke sind „Gestaltwandel der Götter“ (1920), worin er der Entwicklung des religiösen Bewusstseins von der Antike bis zur Gegenwart nachgeht, „Der ewige Buddha“ (1922) sowie „Das heilige Reich der Deutschen“ (1925), „Überlieferung“ (1936), „Menschwerdung“ (1948) und „Das Lehrgespräch vom allgemeinen Menschen“ (1956). In seinem Spätwerk versucht Ziegler zu begründen, dass die Religionen aller Kulturen gleichsam nur Fragmente und Varianten ein- und derselben Uroffenbarung sind. 
Ziegler, der stets im Widerspruch zu seiner Zeit stand, erhielt 1929 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt/M.

(Manfred Bosch)

- Weitere Web-Informationen zu Leopold Ziegler:
http://www.bautz.de/bbkl/z/ziegler_l.shtml



Zimmermann, Dominikus, Baumeister und Stukkateur. - * 3.6.1685 in Wessobrunn, + 16.11.1766 in Wies bei Steingaden. - 

ZimmermannZimmermann ist ein Hauptmeister der süddeutschen Rokokobaukunst. In Oberschwaben hat er die Wallfahrtskirche Steinhausen bei Schussenried gebaut (1727 - 1733), die häufig als "schönste Dorfkirche der Welt" bezeichnet wird.

 

[Bild (Marke BRD, 1985): 300. Geburtstag von Dominikus Zimmermann; Säulenkapitell aus der von Zimmermann gebauten Wieskirche]



Zimmermann, Wilhelm Balthasar Friedrich, evang. Pfarrer, Schriftsteller, Politiker und Historiker. - * 2.1.1807 in Stuttgart, + 22.9.1878 in Bad Mergentheim (Grab in Owen/Teck; Grabplatte an der Kirche in Owen).

Wilhelm Zimmermann ist vor allem bekannt geblieben als einer der radikaldemokratischen Abgeordneten der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche 1848/1849 und als Verfasser der "Allgemeinen Geschichte des großen Bauernkrieges", in dem der Bauernkrieg von 1524/1525 von einer demokratischen Position aus dargestellt und gewertet wird.

Kurzbiographie und einige Werke:

Wilhelm Zimmermann war Schüler im Seminar in Blaubeuren und studierte ab 1835 evang. Theologie im Tübinger Stift. Nach einer kurzen Vikariatszeit arbeitete er als freier Schriftsteller, war Redakteur des "Hochwächter" und anderer Zeitschriften. 

1847 wurde Zimmermann, der inzwischen schon mehrere historische Werke veröffentlicht hatte, Professor für Geschichte an der polytechnischen Oberrealschule in Stuttgart. 1848 wurde er auch Mitglied der Nationalversammlung der Paulskirche, und er war auch noch dabei als das Rumpfparlament 1849 in Stuttgart aufgelöst wurde. 1851 wurde Zimmermann wegen oppositioneller Äußerungen seines Amtes als Geschichtslehrer enthoben.

1854 - 1872 war W. Zimmermann Pfarrer in verschiedenen Gemeinden in Württemberg, zuletzt in Owen/Teck.

Einige der Veröffentlichungen Zimmermanns:
- "Geschichte Württembergs nach seinen Taten und Sagen"(1836/37)
- "Geschichte der Hohenstaufen oder Kampf der Monarchie gegen Papst und republikanische Freiheit" (1838)
- "Allgemeine Geschichte des Bauernkriegs" (1841 - 1844 in 1.Auflage erschienen).

Zitat über Wilhelm Zimmermann:

Die große Wertschätzung von Zimmermanns "Geschichte des Bauernkriegs" wird aus einem Zitat von Friedrich Engels deutlich. Engels schreibt im Vorwort zu seiner Arbeit "Der deutsche Bauernkrieg" (in einer Neuauflage von 1875) zu Zimmermann und zu seiner eigenen Arbeit:
"Sie (d.h.die Arbeit von Engels über den Bauernkrieg) macht keinen Anspruch darauf, selbstständig erforschtes Material zu liefern. Im Gegenteil, der gesamte auf die Bauernaufstände und auf Thomas Müntzer sich beziehende Stoff ist aus Zimmermann genommen. Sein Buch, obwohl hie und da lückenhaft, ist immer noch die beste Zusammenstellung des Tatsächlichen. Dabei hatte der alte Zimmermann Freude an seinem Gegenstand. Derselbe revolutionäre Instinkt, der hier überall für die unterdrückte Klasse auftritt, machte ihn später zu einem der Besten auf der äußersten Linken in Frankfurt. Seitdem soll er freilich etwas gealtert haben."



Zincgref, Julius Wilhelm, Dichter der Barockzeit. - * 3.6.1591 in Heidelberg, + 12.11.1635 in St. Goar. - 

Zincgref, frühbarocker Lyriker und Spruchdichter, war Mitglied des Heidelberger Dichterkreises (um Opitz, Weckherlin). Er wirkte auch als Herausgeber mehrerer Anthologien von Gedichten und Sprüchen.



Zinzendorf, Nikolaus Ludwig Graf von; Begründer der Herrnhuter Brüdergemeine. - * 26.5.1700 in Dresden, + 9.5.1760 in Herrnhut (Sachsen).. -

ZinzendorfZinzendorf gilt als eine der faszinierendsten und umstrittensten Persönlichkeiten des evangelischen Pietismus. Bekannt wurde er durch die Aufnahme böhmischer und mährischer Glaubensflüchtlinge auf seinem Gut Berthelsdorf in der Lausitz und die Gründung der Herrnhuter Brüdergemeine 1727, deren erster Bischof er war. Seit 1732 gingen bereits Missionare von Herrnhut aus in viele überseeische Länder und gründeten dort neue Gemeinden. 

[Bild (Marke BRD, 2000): 300. Geburtstag von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, Begründer der Herrnhuter Brüdergemeinde: Zinzendorf bei einem Zusammentreffen mit Irokesen-Häuptlingen in Amerika, 1742]

Zinzendorf, der 1736 für viele Jahre aus Sachsen ausgewiesen wurde, hat versucht, in Württemberg Fuß zu fassen: 1733 predigte er in Tübingen; er ließ sich von der theologischen Fakultät die Rechtgläubigkeit seiner Theologie bescheinigen; 1734 erhielt er in Württemberg die Ordination; 1734 erhoffte er die Ernennung zum Prälaten in Württemberg, was nicht gelang.

LosungenZinzendorf hat den schwäbischen Pietismus befruchtet. Er hat zum Beispiel Oetinger fasziniert, auch Bengel. Seine geistlichen Lieder gehören zum festen Bestand der Gemeinden (z. B. "Jesu geh voran auf der Lebensbahn..."), ebenso die "Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine".

[Bild (Marke BRD, 1980): 250 Jahre Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine; Erstes gedrucktes Losungsbuch von 1731]

Es überwogen dann aber doch beim schwäbischen Pietismus die Kritik an der sehr gefühlvollen und schwärmerischen Theologie Zinzendorfs und es setzten sich nüchternere biblizistische Vergewisserung durch, wie sie Bengel in einem Gutachten zu Zinzendorf formuliert hatte.. -

Die ersten Herrnhuter Gemeinden in Württemberg wurden übrigens in Königsfeld im Schwarzwald um 1810 unter König Friedrich I. zugelassen.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.zinzendorf.de
http://www.bautz.de/bbkl/z/zinzendorf_n_l.shtml



Zollvereine, Deutscher Zollverein: Um 1825 gab es durch die Vielzahl der Länder in Deutschland viele Zollgebiete, an deren Grenzen jeweils Zoll zu bezahlen war. Vorbereitet durch die Thesen von Friedrich List  leistete Württemberg unter König Wilhelm I. Pionierarbeit auf dem Gebiet der Zollpolitik:
- 1824 wurde ein Zollvertrag zwischen Württemberg und den Hohenzollerischen Fürstentümern geschlossen.
- 1828 wurde mit Bayern der Bayerisch- Württembergische Zollverein (auch Süddeutscher Zollverein genannt) gegründet.
- 1828 bildete sich der Preußisch-Hessische Zollverein.
- Ab 1828 entstand auch der Mitteldeutsche Handelsverein mit Sachsen, Thüringen, Kurfürstentum Hessen u.a.

Zollverein- 1833 bildeten dann auf Initiative Preußens 18 deutsche Länder, darunter auch Württemberg, den Deutschen Zollverein.
- 1836 trat auch das Großherzogtum Baden dem Zollverein bei.
- Bis 1871 schlossen sich fast alle restlichen deutschen Länder dem Deutschen Zollverein an. (Nur die Hansestädte Hamburg und Bremen kamen erst 1888 dazu.)
Mit dem Deutschen Zollverein war ein einheitlicher Binnenmarkt geschaffen, eine wichtige Voraussetzung für die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung in Deutschland und ein Schritt hin zum Deutschen Reich von 1871.

[Bild (Marke BRD, 1983): 150 Jahre Deutscher Zollverein; Zollstempel von Württemberg, Bayern, Baden, Preußen u.a.)



Zügel, Heinrich von, Maler. - * 22.10.1850 in Murrhardt, + 30.1.1941 in München (Grab in Murrhardt). - 

Zügel, 1892 Mitbegründer der Münchener Sezession, malte besonders Tierbilder in realistischem und später impressionistischem Stil.



Zumsteeg, Emilie, Musiklehrerin und Komponistin. - * 9.12.1796 in Stuttgart, + 1.8.1857 in Stuttgart (Grab auf dem Hoppenlaufriedhof in Stuttgart). -

Emilie Zumsteeg, die Tochter von J.R. Zumsteeg, war eine begabte Musikpädagogin, Musikschriftstellerin und Komponistin (besonders von Liedern). 1812 - 1857 leitete sie, als Nachfolgerin von Julie Schubart, den Stuttgarter Frauenchor, einen Vorgänger des Stuttgarter Liederkranzes.

- Weitere Web-Informationen:
http://www.wlb-stuttgart.de/referate/musik/emilie.htm



Zumsteeg, Johann Rudolf, Komponist. - * 10.1.1760 Sachsenflur / Lauda, + 27.1.1802 in Stuttgart. - 

Zumsteeg, der mit Schiller zusammen die Karlsschule in Stuttgart besuchte, war seit 1793 Hofkapellmeister in Stuttgart. Er komponierte Opern (z. B. "Die Geisterinsel", 1798), Singspiele, Kirchenkantaten und Instrumentalwerke. Als er mit 42 Jahren starb wurde er am Grab sogar als "Mozart Württembergs" bezeichnet. 
Bleibende Bedeutung hat Zumsteeg als Liedkomponist. Er hat als einer der ersten Balladen vertont, damit große Popularität gewonnen und auch erheblichen Einfluss bis zu Carl Loewes Balladenvertonungen gehabt. Zumsteeg, der als Vertreter einer "Schwäbischen Liederschule" (zusammen mit Schubart) bezeichnet wird, war mit seinen Liedvertonungen nicht nur bei Franz Schubert, dessen Liedschaffen er beeinflusste, sehr geschätzt.
Die Freundschaft mit Schiller (und anderen Karlsschülern) blieb bis zu Zumsteegs frühem Tod: Zumsteeg hat viele Lieder nach Gedichten Schillers vertont. Und Schiller hat der 2. Ausgabe der "Räuber" die Zumsteegschen Melodien zu den Liedern des Dramas beigegeben und dazu bemerkt, er sei überzeugt, "dass man den Text bei der Musik vergessen wird".

- Weitere Web-Informationen zu J.R.Zumsteeg:
http://www-wlb-stuttgart.de/~www/referate/musik/zumsteeg.htm
http://www.recmusic.org/lieder/z/zumsteeg.html



Zundel, Georg Friedrich, Maler. - * 13.10.1875 in Iptingen (Wiernsheim) bei Vaihingen / Enz, + 7.6.1948 in Stuttgart (Grab Stadtfriedhof Tübingen). - 

Zundel, wegen eines Streiks 1896 von der Stuttgarter Kunstakademie relegiert, heiratete 1897 in Stuttgart- Sillenbuch Clara Zetkin. Als Maler war Zundel inzwischen berühmt geworden, vor allem für seine Portraits. 1928 in zweiter Ehe mit Paula, einer Tochter Robert Boschs, verheiratet, lebte Zundel als Maler, Bauer und Mäzen in Tübingen- Lustnau.

- Weitere Web-Informationen zu Leben und Werk G.F.Zundels:
http://www.zundel.at



Zürn, Jörg, Bildhauer. - * um 1583 in Waldsee, + um 1635 in Überlingen. - 

Zürn arbeitete seit 1607 in Überlingen. Er gilt als Hauptmeister der frühbarocken Plastik am Bodensee. Sein Hauptwerk ist der von 1613 - 1618 geschnitzte Hochaltar im gotischen Münster St. Nikolaus in Überlingen.

- Weitere Web-Informationen: 
http://www.bautz.de/bbkl/z/zuern.dhtml



Zwiefalten (PLZ: 88529), Gemeinde im Landkreis Reutlingen, gelegen am Südrand der Schwäbischen Alb nahe der Donau, mit ca. 2.300 Einwohnern.
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Zwiefalten1089 gründeten die Grafen von Achalm- Urach das Benediktinerkloster Zwiefalten als Hauskloster.
1741 - 1753 wird die Klosterkirche von Johann Michael Fischer als ein Hauptwerk des Spätbarock neu gebaut. Es ist einer der größten Kirchenräume Deutschlands. Gebaut ist die Kirche als Wandpfeilerkirche, eine Wiederaufnahme des Raumkonzepts der Vorarlberger Bauschule.

[Bild (Marke Württemberg-Hohenzollern, 1947): Klosterkirche Zwiefalten, Frontaspekt, um 1750 erbaut]

1803 wurde mit der Säkularisation das Kloster Zwiefalten aufgehoben; in den Räumen wurde 1812 eine "Landesirrenanstalt", später ein Psychiatrisches Landeskrankenhaus eingerichtet.

1809 * Gustav Werner ist in Zwiefalten geboren

- Weitere Web-Informationen zu Zwiefalten: http://www.zwiefalten.de


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© Manfred Ebener / E-Mail- Kontakt: m.ebener@z.zgs.de  / Lexikon Geschichte Baden-Württemberg: Z  / letzte Änderung: 13.2.2012

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