| Zeittafel mit
Daten zur Politischen Geschichte in Deutschland, bes. Südwestdeutschland,
vom Altertum bis zur Neuzeit
Grunddaten,
Politische Ereignisse und herrschende Personen im Raum Südwestdeutschlands
[im Kontext weiterer wichtiger Daten zur Deutschen und Europäischen
Geschichte]
Übersicht
über die Epochen auf der Seite (mit Links):
Daten
zur Urgeschichte, Vor- und Frühgeschichte:
-
Urgeschichte
der Erde: s. extra
Tabelle zur Erdgeschichte
-
Vor- und Frühgeschichte (ca. 500000 - 800 v.Chr.)(Steinzeit etc.)
Geschichtsdaten
zum Altertum (800 v. Chr. bis 500 n.Chr.):
-
Jahrhunderte von 800 v.Chr - 0 (Eisenzeit; Kelten)
-
Jahrhunderte von 0 - 500 n.Chr. (Römer, Alamannen)
Geschichtsdaten
zum Mittelalter (500 n.Chr. - 1500 n.Chr.):
-
500 - 1000 n.Chr.: Frühes Mittelalter
-
1000 - 1250: Hochmittelalter
-
1250 - 1500: Spätmittelalter
Geschichtsdaten
zur Neuzeit (1500 - 2000 n.Chr.)
-
16.Jhdt. (1500 - 1599 n.Chr.)
-
17.Jhdt. (1600 - 1699 n.Chr.)
-
18.Jhdt. (1700 - 1799 n.Chr.)
-
19.Jhdt. (1800 - 1899 n.Chr.)
-
20.Jhdt. (1900 - 1999 n.Chr.) |
Zeittafel zur
Sozial-, Wirtschafts- und Kulturgeschichte in Deutschland, besonders. Südwestdeutschland,
vom Altertum bis zur Neuzeit
Sozialgeschichte, Gesellschaftsgeschichte,
Wirtschaft, Wissenschaft, Kunst, Baukunst, Literatur, Musik, Philosophie,
Religion in Deutschland und Südwestdeutschland
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über die Epochen auf der Seite (mit Links):
Daten
zur Urgeschichte, Vor- und Frühgeschichte:
-
Urgeschichte
der Erde: s. extra
Tabelle zur Erdgeschichte
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Vor- und Frühgeschichte (ca. 500000 - 800 v.Chr.)(Steinzeit etc.)
Geschichtsdaten
zum Altertum (800 v. Chr. bis 500 n.Chr.):
-
Jahrhunderte von 800 v.Chr - 0 (Eisenzeit; Kelten)
-
Jahrhunderte von 0 - 500 n.Chr. (Römer, Alamannen)
Geschichtsdaten
zum Mittelalter (500 n.Chr. - 1500 n.Chr.):
-
500 - 1000 n.Chr.: Frühes Mittelalter
-
1000 - 1250: Hochmittelalter
-
1250 - 1500: Spätmittelalter
Geschichtsdaten
zur Neuzeit (1500 - 2000 n.Chr.)
-
16.Jhdt. (1500 - 1599 n.Chr.)
-
17.Jhdt. (1600 - 1699 n.Chr.)
-
18.Jhdt. (1700 - 1799 n.Chr.)
-
19.Jhdt. (1800 - 1899 n.Chr.)
-
20.Jhdt. (1900 - 1999 n.Chr.) |
.
Zeit
ab
500 000 v. Chr.: Frühgeschichte
Steinzeit,
Kupferzeit, Bronzezeit
500 000 v. Chr.: Urmensch
von Mauer / Heidelberg
250 000 v. Chr.: Homo steinheimiensis
130
000 v.Chr.: Neandertaler (Verwandte des homo sapiens) leben in unserem
Gebiet
[Bild (Marke BRD, 2006):
150 Jahre Entdeckung des Neandertalers im Neandertal bei Düsseldorf;
Schädel des Neandertalers, Neandertal] |
|
.
Zeit
ab
500 000 v. Chr.: Frühgeschichte
Steinzeit,
Kupferzeit, Bronzezeit
35 000 v. Chr.: Figuren-Kunstwerke
von Steinzeit-Menschen
aus der Vogelherdhöhle im Lonetal/Ostalb:
Vermutlich älteste Kunstwerke der Menschheit
6 000 v. Chr.: Bandkeramik
(z.B. Schwieberdinger Gruppe)
4 000 v. Chr.: Steinzeitfunde
im Federsee |
.
ca.
800 v.Chr. - 0 v. Chr.: Altertum (1)
Eisenzeit; Kelten und Römer im Südwesten
800 v. Chr. - 100 n.Chr.:
Kelten
in Südwestdeutschland
15 v. Chr.: Römer
dringen über die Alpen bis zur Donau vor |
.
ca.
800 v.Chr. - 0 v. Chr.: Altertum (1)
Eisenzeit; Hallstattzeit, Latènezeit
600
- 100 v.Chr.: Kelten.
Keltenstädte, z.B. Heuneburg,
Grabenstetten;
Fürstensitze, z.B. Hohenasperg;
Keltengräber, z.B. Hochdorf
[Bild (Marke BRD, 1976): Keltischer Halsring von Trichtingen] |
.
ca.
0 - 500 n.Chr.: Altertum (2)
Römer und Alamannen
74 n Chr.:
Römer besiedeln das Neckarland
85: Bau
des Neckar-Limes durch die Römer (Domitian)
155: Bau des Rätischen
und Obergermanischen
Limes
260: Alemannen
überwinden den Limes und vertreiben die
Römer
450 ff: Herzogtum Alemannien
entsteht
| 476: Ende des weströmischen
Weltreiches |
496: Franken
(unter dem Merowinger Chlodwig) besiegen in
Zülpich die Alemannen |
.
ca.
0 - 500 n.Chr.: Altertum (2)
Römer und Alamannen
100 n.Chr. (ca.): römische
Besiedelung Südwestdeutschlands (des Dekumatlands) hinter dem Limes:
Bau von Straßen, Ortschaften, Handelshäusern, römischen
Gutshöfen (villa rustica)
[Bild (Marke BRD, 2002):
archäologische Ausgrabungen eines römischen Gutshofs in Wurmlingen
im Kreis Tuttlingen, um 260 n.Chr. von den Römern verlassen, mit eingebauten
alamannischen Gebäuderesten]
450: Alemannische
Fürstensitze, z.B. auf dem
Runden Berg bei Urach
450: Alemannische Ortsgründungen
(z.B. Schwieberdingen) |
.
ca.500
- 1000 n.Chr.:
Frühes
Mittelalter: Grunddaten
496: Franken
(unter dem Merowinger Chlodwig) besiegen in
Zülpich
die Alemannen
496 - 536: Theoderich, Ostgotenkönig,
Schutzherr der
Alemannen
536: ganz Alemannien
Teil des Frankenreichs
732: Karl Martell
(Hausmeier der Merowinger) beendet in der
Schlacht
bei Tours und Poitiers die Expansion der Araber |
746: Bluttag
von Cannstatt: Mord an den Großen
der Alemannen
bei einem Gerichtstag in Cannstatt, den Karlmann,
Sohn Karl Martells, einberufen hatte.
Ende
des alemannischen Herzogtums
768 - 814: Karl
der Große, Karolinger
800:
Karl der Große in Rom von Papst Leo III. zum Kaiser gekrönt:
Herrscher des "Römischen Reiches" (später: "Heiliges römisches
Reich deutscher Nation")
[Bild (BRM BRD 2000): 1200
Jahre Kaiserkrönung Karls d.Gr.; Kaiserbüste und Grundriß
des Aachener Doms] |
839: Bodman
am Bodensee Kaiserpfalz
| 843: Vertrag von Verdun:
Aufteilung des Reiches Karls des Großen unter seine Nachkommen: Aufteilung
in ein Westfrankenreich (Karl II.der Kahle), Mittelreich (Kaiser Lothar
I.) und Ostfrankenreich (dem späteren Deutschen Reich, für Ludwig
den Deutschen) |
917: Burkhart I. erster
Herzog
von Schwaben (917 - 926)
917
- 1268: Herzogtum Schwaben,
Herzogtum in Südwestdeutschland, mit Elsass, Schweiz, Vorarlberg
und Bayerisch Schwaben.
[Karte III-2(Schwaben): Karte
des Herzogtums Schwaben von 917 - 1268] [Vergrößerung der Karte
durch Anklicken]
919 - 1024: Herrschaftszeit
der sächsischen Könige und Kaiser:
Heinrich I., (reg. 919 - 936)
Otto I., "der Große" (936 - 973, Kaiserkrönung 962)
Otto
II. (973 - 983)
Otto III. (983 - 1002)
Heinrich II. , "der Heilige" (1002 - 1024)
955:
Schlacht auf dem Lechfeld bei Augsburg: Kaiser Otto d.Gr. schlägt
mit Hilfe der Soldaten aus allen Herzögtümern die eingefallenen
Ungarnvölker. Ende der Bedrohung durch die Ungarn. (Zur gleichen Zeit
auch Ende der Bedrohung des Reiches durch die Wikinger.)
[Bild (Marke BRD, 1955):
1000 Jahre Schlacht auf dem Lechfeld, 955+ 1000 Jahre Stadt Augsburg; Bild:
Reichsapfel mit Wappen Augsburgs (Schwert und Pinienzapfen), beschossen
von Pfeilen; stilisierter Flusslauf] |
955: Hadwig
Herzogin von Schwaben (955 - 994) |
.
500 - 1000 n.Chr.:
Frühes
Mittelalter: Sozialgeschichte
Bevölkerung und
Siedlungen:
Um 500 n.Chr. lebten im
Gebiet des heutigen Baden-Württemberg etwa 60.000 Menschen (nach Schätzungen
von Boelcke). Sie wohnten meist in Siedlungen in den fruchtbarsten Gebieten
des Landes, z.B. im Land um den Neckar. [Die Siedlungen der frühen
Alamannen sind bis heute an den Endungen der Siedlungsnamen zu erkennen:
besonders Orte mit der Endung...ingen weisen auf die frühen Alamannen
(z.B. Schwieberdingen: zur Sippe eines Suidbert gehörend); ähnlich
alt sind Siedlungen mit den Endungen ...heim und ...weil.] Viele Gebiete
in Südwestdeutschland, vor allem die Waldgebiete des Schwarzwaldes
und der Keuperberge, waren noch nicht besiedelt. Sie wurden erst seit dem
9. Jhdt. allmählich erschlossen.
Gesellschaftsstruktur:
Nach dem Ende des Alamannischen
Herzogtums im Jahr 746 wurde in Alemannien das fränkische System der
Grafschaftsverfassung eingeführt, bei dem der Graf Beauftragter des
Königs war. Er erhielt auch ein mit dem Amt verliehenes Gut (beneficium,
feudum) zum Lehen und hatte dafür auch dem König Kriegsdienst
zu Pferd (Ritter!) zu leisten.
Zur Situation der Bauern
und der Landwirtschaft:
In den Dörfern wurden
viele Rechte von einem besonders großen Herrenhof (Fronhof, Salhof)
wahrgenommen, die wohl von dem früheren Sippenhaupt abgeleitet wurden.
Die Gemeindegenossen hatten dem Dorfherrn Frondienste zu leisten
(Villikationssystem). Die Bauern sind mehrheitlich im Stand der Halbfreiheit.
In der Landwirtschaft
wurde vermutlich ab 800 die Dreifelderwirtschaft eingeführt, der Räderpflug
mit Pflugschar ersetzte den Hakenpflug; vereinzelt wurden auch schon die
Wassermühlen verwendet.
Angebaut wurde vor allem
Dinkel und Weizen; Viehzucht spielte eine geringe Rolle.
Wirtschaft und Handel:
Um 750 wird die Einrichtung
von Märkten in größerem Umfang erkennbar. Es wird also
nicht nur für den Eigenbedarf produziert, sondern auch für den
Tausch auf dem Markt. Vorherrschend ist die Naturalwirtschaft.
866 erhält Esslingen
ein Marktprivileg.
Geldwirtschaft spielt
erst seit der Karolingerzeit eine größere Rolle. Zwar gab es
schon zur Zeit der Merowinger Goldmünzen die vor allem die Reichen
für den Fernhandel mit Luxusgütern verwendeten; aber für
den Kauf der alltäglichen Güter waren sie nicht geeignet. Wichtig
für die weitere Verbreitung des Geldes war die karolingische Münzreform
mit der Einführung der Silberwährung (Denare).
Christianisierung der
Alamannen:
500: Allmähliche Christianisierung
der Alemannen
520: Gründung eines
Frauenklosters in Säckingen; erste
Klostergründung in Südwestdeutschland
560: (evtl) gemeinsame Annahme
des Christentums auf einer
alamannischen Stammesversammlung
596: Gründung des Bistums
Konstanz
600: Bau der ersten Kirchen
in Alemannien
724: Gründung
des Klosters
Reichenau durch Pirmin
(hinter der Klostergründung stand das Interesse des Franken Karl Martell,
der das Kloster als fränkischen Stützpunkt in Alemannien plante)
764: Benediktinerkloster
Ellwangen
gegründet
[Weitere frühe Klostergründungen: s. im Artikel Klöster]
820: Sankt
Galler Klosterplan entsteht im Kloster Reichenau
Prominente aus Südwestdeutschland:
809 - 849: Walahafried
Strabo, Theologe und Dichter, seit 838 Abt des Klosters Reichenau (bekannt
geworden ist sein Gedicht Hortulus, ein Lehrgedicht über die Heilkräuter
seines Klostergartens)
924
- 994: Heiliger Wolfgang, Bischof
von Regensburg, der besonders am Wolfgangsee in Österreich verehrt
wird, ist in Pfullingen bei Reutlingen geboren
[Bild (Marke BRD, 1994):
Sankt Wolfgang, mit Kirchenmodell]
949 - 995: Heiliger Gebhard,
Bischof von Konstanz (*,+ Konstanz) |
.
ca.
1000 - 1250 n.Chr.: Hochmittelalter:
Grunddaten
1015 - 1030: Ernst
II., Herzog von Schwaben
1024 - 1125:
Herrschaftszeit
der fränkischen / salischen Kaiser:
Konrad II., Heinrich III., Heinrich IV. (1056-1106), Heinrich V.
1030: Konrad II. läßt
den Dom zu Speyer bauen, auch als Grablege für die salischen
Kaiser. Der Dom in Speyer gilt als großartigster Bau des 11. Jahrhunderts
in Deutschland.
[Bild (Marke BRD, 1961):
900 Jahre Weihe des Kaiserdoms zu Speyer (1061); Bild des Kaiserdoms] |
1061: Berthold I., Graf im
Breisgau, erhält den Titel "Markgraf von Verona"
1075 - 1250: "Investiturstreit",
Kampf zwischen Kaiser und Papst um die Herrschaft, beginnend mit dem Streit
zwischen Kaiser Heinrich IV. und Papst Gregor VII.
1077: Heinrich IV.
Bußgang nach Canossa (Aufhebung des Banns) |
1079: Friedrich
I. von Hohenstaufen (Stammvater der Staufer) von
Kaiser Heinrich IV. zum Herzog von Schwaben ernannt
(Regierungszeit: 1079 - 1105)
1092: Konrad von Wirtemberg
erstmals urkundlich genannt
(erste Erwähnung des Hauses Wirtemberg)
1096 - 1270: Kreuzzüge
zur
Rückgewinnung des "Heiligen Landes" von den Muslimen; 1. Kreuzzug
von 1096 - 1099.
Auch aus Südwestdeutschland
nehmen viele Ritter, Sänger und Kaiser an den 7 Kreuzzügen teil.
(s. extra Artikel Kreuzzüge) |
1098: Herzog Berthold II.
verzichtet auf das Herzogtum Schwaben zugunsten der Staufer, behält
aber den Herzogtitel |
.
1000 - 1250 n.Chr:
Hochmittelalter:
Sozialgeschichte
1000:
Hochblüte der Reichenauer Malschule
[Bild (Marke BRD, 1996):
Buchmalerei aus dem Perikopenbuch Kaiser Heinrich II., entstanden um 1010
auf der Reichenau in der Reichenauer
Malschule; Bild: Anbetung der Könige]
1056: Benediktinerabtei
Weingarten
Hauskloster der Welfen
1049: Kloster Hirsau
(1049 erneuert; unter Abt Wilhelm, seit 1069, wird Hirsau zum cluniazensischen
Reformkloster. Hirsau und die mit ihm verbundenen Reformklöster stehen
im Investiturstreit eindeutig auf Seiten des Papstes gegen den Kaiser)
1095: Kloster Blaubeuren
gegründet
1095: BenediktinerklosterAlpirsbach
gegründet (Bau der Alpirsbacher Kirche nach der Hirsauer Bauschule)
1098: Benediktinerkloster
Zwiefalten
gegründet
(Weitere Klostergründungen
im Artikel Klöster in Südwestdeutschland) |
1120:
Freiburg
gegründet von den Zähringern
| 1138 - 1254: Staufer
Deutsche Könige und Kaiser:
Konrad
III. (König von 1138 - 1152)
Friedrich I. "Barbarossa"
(König 1152 - 1190)
Heinrich VI. (König
1190 - 1198)
Philipp von Schwaben
(König
1198 - 1208)
Friedrich II. (König
1211 - 1236)
Konrad IV. (König
von 1236 - 1254)
[Bild (Marke BRD, 1980):
800 Jahre Reichstag von Gelnhausen, 1180; Abbildung: Friedrich Barbarossa
zwischen seinen Söhnen Heinrich VI. und ?, Buchmalerei aus der Welfenchronik,
um 1180] |
1140: Konrad III. von Staufen
gegen Welfen bei Weinsberg
(Sage von den Weibern von Weinsberg, Weibertreu)
1142 - 1180: Heinrichder
Löwe Herzog von Sachsen
1147 ff: Friedrich Barbarossa
Herzog von Schwaben;1152 - 1190: Friedrich Barbarossa König
1155 - 1190: Friedrich
I. Barbarossa Kaiser
1155 ff: Burgengründungen
der Staufer; Schwaben wird burgenreichstes Land
1160 - 1250: Staufische
Stadtgründungen (Gmünd 1160;
Ulm
1164;
Hall
1176; Esslingen 1212)
1190 - 1197: Kaiser Heinrich
VI.
1198 - 1208: Philipp
von Schwaben Deutscher König
[Bild (Marke BRD, 1980):
Welfenchronik:
Friedrich Barbarossa mit Söhnen] |
1101:
Kloster Lorch als Hauskloster der Staufer gegründet
1126: Erstes Prämonstratenserkloster
in
Rot an der Rot gegr.
1134: Zisterzienserkloster
Salem
gegründet
1147: Zisterzienserkloster
Maulbronn
gegründet
1165 ff: Bau der Kaiserpfalz
in Wimpfen
1165 ff: Minnesänger
(Heinrich von Rugge, * Blaubeuren;
Burkhart
von Hohenfels, * Hohenfels am Bodensee;
Meinloh
von Sevelingen, * Söflingen bei Ulm
Hartmann
von Aue, * Au bei Freiburg)
1185: Kloster Bebenhausen
gegründet
1190: Miniaturen der Schocken-
Bibel in Konstanz gemalt
1190: Welfenchronik
in Weingarten entstanden |
1215
- 1250: Kaiser Friedrich II.
1225: Heidelberg
wird kurpfälzische Residenz (bis 1720)
1241 - 1265: Graf Ulrich
I. von Wirtemberg Führer der
Staufengegner in Schwaben
1250 - 1254: König Konrad
IV. letzter Staufer-König;
Ende der Staufer.
1268: Konradin,
letzter Herzog von Schwaben in Neapel hingerichtet;
Ende des Herzogtum Schwabens |
. |
.
ca.
1250 - 1500 n.Chr.: Spätmittelalter:
Grunddaten
Daten
zur 2. Hälfte des 13. Jahrhundert (1250 - 1299):
| Daten zum Deutschen
Reich u.a.:
1254 - 1273: Interregnum,
Zeit
ohne anerkannte Könige in
Deutschland; Stärkung der Territorialfürsten
1273
- 1291: Rudolf von Habsburg wird
zum Deutschen König gewählt, der 1278 in der Schlacht auf dem
Marchfeld bei Dürnkrut seinen Gegenspieler König Ottokar von
Böhmen besiegt.
[Bild (Marke Österreich,
1978): 700. Jahrestag der Schlacht von Dürnkrut und Jedenspeigen 1278.
Bild: König Ottokar von Böhmen und Rudolf von Habsburg zu Pferde]
1291: Gründung
der Schweizer Eidgenossenschaft
|
Daten zu Südwestdeutschland:
1265 - 1325: Eberhard
I. (der Erlauchte) Graf von Wirtemberg
Kämpfe auch mit König
Rudolf von Habsburg
|
.
1250 - 1500 n.Chr.:
Spätmittelalter:
Sozialgeschichte
Das Spätmittelalter
ist eine sehr widersprüchlich schillernde Epoche, die unterschiedlich
wahrgenommen wird: einerseits als Zeit der großartigen Kunstwerke
in der gotischen Kunst und Baukunst; dann als Zeit der prosperierenden
Städte
und des Handels; manchmal auch als "moderne" Zeit, in der
schon die Weichen für die Neuzeit gestellt werden. (darum rechnen
manche Historiker die Zeit von 1250 bis 1500 schon zur Frühen Neuzeit).
Meist wird das Spätmittelalter
aber vor allem als Krisenzeit gesehen, als eine Zeit besonders dramatischer
Krisen in vielen Bereichen:
als Zeit von Herrschaftskrisen,
Bevölkerungskrisen
und
religiösen Krisen.
Herrschaftskrisen:
Krisen gab es im Spätmittelalter
als Herrschaftskrisen: Da ist einmal die Krise des Reichs nach 1254,
im "Interregnum", wo es nach dem Ende der Staufer keine starke Königsmacht
mehr gab. Diese Krise nützten die Territorialherren um ihr Gebiet
und ihre Macht zu vergrößern. Auch Wirtemberg profitierte von
dieser Krise.
Später erreichte die
Krise die kleineren Herrschaften z.B. in Südwestdeutschland, wo manche
kleinere Herrschaften (die keine Erben hatten, oder die völlig überschuldet
waren, oder die zu schwach waren um die Untertanen zu schützen) von
den größeren aufgekauft oder übernommen wurden: So kamen
Städte wie Markgröningen an Wirtemberg (1336), ebenso kamen Tübingen
(1342) und die großen Gebiete der Pfalzgrafen von Tübingen an
Wirtemberg; die Grafschaft Hohenberg kam an Habsburg /Vorderösterreich,
Freiburg
ging (1368) ebenfalls an Habsburg. |
Daten
zum 14. Jahrhundert (1300 - 1399):
| Daten zum Deutschen
Reich im 14. Jahrhundert:
Nach Rudolf von Habsburg
erfolgen
öfter umstrittene Doppelwahlen von Königen aus den Geschlechtern
der Habsburger, Wittelsbacher und Luxemburger
1346 - 1378: Karl IV.
(Luxemburger) regiert als König (seit 1355 auch Kaiser) des Deutschen
Reiches und baut Prag und Nürnberg als prachtvolle Residenzstädte
aus. Er gilt als der bedeutendste deutsche König des Spätmittelalters.
1356:
Goldene Bulle: Unter Karl IV. wird 1356 die Goldene Bulle genannte
Gesetzessammlung erlassen, eine Art Reichsgesetz, in der u.a. die bisher
ungeregelte Königswahl durch die 7 Kurfürsten geregelt wird
[Bild (Marke BRD, 2006):
650 Jahre Goldene Bulle von 1356: Bild: Goldsiegel König Karls IV.
an der Goldenen Bulle, lateinische Inschrift: "Carolus Quartus... Romanorum
Imperator..et Boemiae Rex"]
1348 - 1353: Erste
Pestepidemie (Beulenpest) in Europa; durch die Pestwellen starben etwa
30 % der Bevölkerung
1348: Beginn der
Ermordung
und Vertreibung vieler Juden
1356:
Gründung der Hanse, genauer der Städtehanse
[Bild (Marke BRD, 2006):
650 Jahre Städtehanse (gerechnet nach der Lübecker Hansetreffen
von 1356, das oft als Gründungsdatum der Städtehanse betrachtet
wird); Abbildung: Hansekogge (um 1380); Handschrift von ca. 1400 mit der
Darstellung einer Schiffsbeladung]
1378 - 1417: Abendländisches
Schisma der katholischen Kirche: zwei konkurrierende Päpste in
Rom und Avignon /Frankreich
|
Daten zu Südwestdeutschland
im 14. Jahrhundert:
1321: Unter Graf Eberhard
I. Verlegung der Grablege Wirtembergs von Beutelsbach nach Stuttgart;
Stuttgart
Hauptstadt Wirtembergs
1336: Graf Ulrich III. von
Wirtemberg erhält Markgröningen mit der Reichssturmfahne
1342: Kauf von Stadt und
Burg Tübingen durch Wirtemberg von den Pfalzgrafen von Tübingen
1344 - 1392: Eberhard
II. (der Greiner) Graf von Wirtemberg
1349ff: Pest und
Judenverfolgungen auch in Südwestdeutschland
1353 - 1390: Ruprecht
I. Kurfürst der Pfalz
1364 - 1431: Markgraf Bernhard
II. von Baden
1376: Älterer
Schwäbischer
Städtebund (bis 1389), Führung Ulms
1368: Freiburg im
Breisgau geht zu Vorderösterreich
1380: Gründung
der Großen Ravensburger
Handelsgesellschaft
1386: Gründung
der Universität Heidelberg
1388: Graf Eberhard
II. siegt bei Döffingen über die Reichsstädte
1392 - 1417: Eberhard
III. (der Milde) Graf von Wirtemberg
1395: Eberhard III.
besiegt in Heimsheim den Schleglerbund
|
Krise
der Bevölkerungsentwicklung:
Besonders dramatisch ist
im Spätmittelalter die Krise der Bevölkerungsentwicklung
und
die Krise der Landwirtschaft: Während zur Zeit des Hochmittelalters
die Bevölkerung enorm zunahm beginnt etwa seit 1300 ein starker Bevölkerungsrückgang.
Gründe dafür waren einmal viele Mißernten und Hungersnöte
seit Anfang des 14. Jahrhunderts (die wohl auch mit einer Klimaänderung
in Richtung auf die "kleine Eiszeit" zusammenhingen), und dann vor allem
die schrecklichen Pestepedemien seit 1348, durch die etwa ein Viertel
der Bevölkerung starben.
Im Bereich der Landwirtschaft
ist damit verbunden eine große Krise der Getreideproduktion u.a.,
eine Agrardepression mit der Verelendung der Bauern.
Das Spätmittelalter
ist - bedingt durch den Bevölkerungsrückgang und die Landwirtschaftskrise,
die Zeit der Wüstungen, d.h. der völligen Aufgabe von
Siedlungen die nicht mehr ertragreich bewirtschaftet werden konnten (Man
rechnet mit der Aufgabe von etwa 25 % der damals bestehenden Siedlungen.
Ein Beispiel ist etwa die Siedlung Vöhingen bei Schwieberdingen, die
im 14. Jahrhundert verschwand.)
Religiöses Krisenbewußtsein:
Das Krisenbewußtsein
der Bevölkerung zeigt sich vor allem im religiösen Bereich:
Einerseits entwickelt sich
im Spätmittelalter eine besonders verinnerlichte mystischen Frömmigkeit
wie sie sich etwa in dem Andachtsbild der Christus-Johannes-Gruppe
zeigt und wie sie von dem Mystiker Heinrich Seuse
(1295 - 1366) vertreten wird.
Andrerseits wächst die
Kritik
an der katholischen Kirche, vor allem an deren Verweltlichung und an
der Spaltung im großen Abendländischen Schisma: Seit
es 1378 zwei konkurrierende Päpste gibt geht die Spaltung der Anhänger
und Gegner der verschiedenen Päpste durch die Mönchsorden und
die Kleriker und die Parochien mitten hindurch und verunsichert die Gläubigen.
Schließlich ist das
Spätmittelalter eine Zeit der Krise der persönlichen Heilsgewißheit,
eine
Epoche der Angst: Angst vor den Strafen Gottes, vor neuer Pest, die
Angst vor den Höllenqualen und die Bemühungen die eigene Seele
zu retten (durch Ablass, Wallfahrten, durch Selbstkasteiung wie in den
Geißlerzüge, durch die Verfolgung von "Sündenböcken"
wie Juden oder Hexen).
Prosperierende Städte
und Handel:
Ein anderes Gesicht des Spätmittelalters
zeigt sich in den Städten auch in Südwestdeutschland:
Viele Städte werden
auch im 13. und 14. Jahrhundert neu gegründet (s. dazu die Seite über
die Städte
und Stadtgeschichte im Lexikon). Der innere Ausbau der Städte
erfolgt vor allem im Spätmittelalter. Das Handwerk blüht auf.
Und der florierende Handel trägt zum Reichtum der Städte bei.
Dass die Macht der Städte
nicht unbegrenzt wachsen konnte wurde im Dauerstreit mit den Territorialherren
deutlich: In der Schlacht bei Döffingen (1388) werden die Städte
des schwäbischen Städtebundes von Graf
Eberhard II. (dem Greiner) von Wirtemberg geschlagen.
Zum Handel: 1356 wurde
von Städten in Nord- und Westdeutschland die berühmte Städtehanse
gegründet. Von den Städten im Südwestdeutschland gehörte
keine zur Hanse. Aber der Zusammenschluss in der Großen
Ravensburger Handelsgesellschaft (gegründet 1380, bestehend bis
1530) zeigt etwas vom florierenden Handel und vom Reichtum der Städte.auch
in Südwestdeutschland.
|
Daten
zum 15. Jahrhundert (1400 - 1499):
| Einige Daten zum Deutschen
Reich u.a.:
1410: Schlacht bei
Tannenberg in Preußen: Niederlage des Deutschen
Ordens
1414 - 1418: Konstanzer
Konzil, einberufen mit Unterstützung von König Sigismund,
beendet das Schisma der katholischen Kirche und wehrt brutal die religiöse
Herausforderung durch die Hussiten ab (Verbrennung von J.Hus)
1440 - 1493: Friedrich III.
(Habsburger) deutscher König (seit 1452 auch Kaiser)[Spitzname:"des
Deutschen Reiches Erzschlafmütze"]
1450: Gutenberg erfindet
den Buchdruck mit beweglichen Lettern
1453: Eroberung
Konstantinopels, bisher Hauptstadt des oströmischen Reiches, durch
die Osmanen; Ende Ostroms
1484: Päpstliche
Hexenbulle durch Papst Innozenz VIII: bringt Verschärfung der
Hexenverfolgungen
1487: Veröffentlichung
des "Hexenhammers" durch zwei mit der Inquisition beauftragte Dominikanermönche
1492: Entdeckung Amerikas
durch Kolumbus
1493 - 1519: Maximilian
I. (Habsburger) deutscher König (seit 1508 auch Kaiser)
1495:
Wormser Reichstag, einberufen von Maximilian I.: Reichsreform, Verkündigung
eines ewigen Reichslandfriedens, Reichskammergericht, allgemeine Vermögenssteuer;
Bildung der 6 (später 10) Reichskreise als Verwaltungseinheiten; Erhebung
Wirtembergs zum Herzogtum
[Bild (Marke BRD, 1995):
500. Jahrestag der Einberufung des Wormser Reichstags. -; Bild: Tagungsstätte
"Zur Münze" in Worms; Handschrift des Wormser Reichsgrundgesetzes;
Abbildung von König Friedrich III. (irrtümlich, es müßte
Maximilian I. als Einberufer des Reichstags sein)]
1499: Schwabenkrieg; Ausscheiden
der Schweiz aus dem Reich
|
Daten zu Südwestdeutschland
im 15. Jahrhundert:
1409 - 1793: Grafschaft
Mömpelgard
zu Wirtemberg
1419 - 1482: Mechthild
von der Pfalz (* Heidelberg, + Urach)
1427: Jüngerer Schwäbischer
Städtebund
1442: Nürtinger
Vertrag, Teilung Wirtembergs
1457: Erster wirtembergischer
Landtag
in Leonberg; Bedeutung der Landstände
1457 - 1496: Eberhard
V., im Bart, Graf von Wirtemberg-Urach
1457: Gründung
der Universität Freiburg
1475 - 1515: Christoph
I. Markgraf von Baden
1477: Gründung
der Universität Tübingen durch Eberhard im Bart
1482: Münsinger
Vertrag zur Wiedervereinigung Wirtembergs
1487 - 1534: Schwäbischer
Bund
1493: Beginn der Bauernaufstände
des Bundschuh am Oberrhein
1495: Wormser Reichstag:
Wirtemberg wird Herzogtum,
Eberhard im Bart wird Herzog
(als Herzog Eberhard I.)
1498: Nach der Absetzung
des kranken Herzogs Eberhard II. durch die Landstände Regentschaft
der Landstände; Einsetzung des noch unmündigen Herzogs
Ulrich
1498: Erste Landesordnung
in Wirtemberg;
Juden werden aus Wirtembg ausgeschlossen
|
Baukunst
im Spätmittelalter:
Das Spätmittelalter
ist die Zeit der großen gotischen Kirchenbauten.
Auch in Südwestdeutschland
waren viele Städte über Jahrhunderte eine große Kirchenbaustelle.
Einige große Kirchenbauten
aus dieser Zeit:
- Freiburger Münster
(erbaut von etwa 1200 bis 1536),
- Heiligkreuzmünster
in Schwäbisch Gmünd (erbaut ab 1310),
- Frauenkirche in Esslingen
(gebaut als gotische Hallenkirche ab 1321)
- Ulmer Münster (erbaut
ab 1377, wobei der Turm erst im 19. Jhdt. gebaut wurde)
- Michaelskirche in Schwäbisch
Hall (als gotische Hallenkirche ab 1427 gebaut)
Wichtige Baumeister (soweit
sie namentlich bekannt sind) waren dabei
- Heinrich
Parler (er hat 1351 den Hallenchor des Kreuzmünsters in Schwäbisch
Gmünd geschaffen, die erste gotische Hallenkirche Süddeutschlands),
- Peter
Parler (1330 - 1399; er wurde 1356 von Kaiser Karl IV. zum Dombaumeister
am Veitsdom nach Prag berufen)
- Ulrich
von Ensingen (1359 - 1419, Baumeister am Ulmer Münster, in Esslingen
und in Strassburg)
- Peter
von Koblenz (1440 - 1510, der Baumeister von Graf Eberhard im Bart,
der nicht nur die Amanduskirche in Urach um-gebaut hat sondern auch manche
kleineren Dorfkirchen im Uracher Teil-Reich Wirtembergs, z.B. die Georgskirche
in Schwieberdingen)
Bildende Kunst im Spätmittelalter:
In der Bildenden Kunst
war die Zeit des Spätmittelalters eine Hoch-Zeit gotischer Malerei
und Plastik auch in Südwestdeutschland. (Sie ist auf einer extra
Seite
zur Kunstgeschichte im Lexikon etwas ausführlicher dargestellt).
Sie
beginnt mit den Buchmalereien der Liederhandschriften und den Glasmalereien
und Skulpturen der Frühgotik.
[Bild (Marke Berlin, 1970):
Buchmalere iaus der Weingarter Liederhandschrift
von
1310: Minnesänger Meinloh
von Sevelingen.]
Zur Zeit der Hochgotik
(ab 1350) dominieren dann die großen Tafelbilder von Stefan Lochner,
Konrad Witz, Lukas Moser und Hans Multscher.
In der Zeit der Spätgotik
(ab 1450) war dann die Reichsstadt Ulm wichtigstes Zentrum spätgotischer
Kunst. Zur "Ulmer Schule" werden Gregor und Michael Erhart
gerechnet, Bartholomäus Zeitblom, Jörg
Syrlin
d.Ä.., Adolf Daucher, Martin Schaffner u.a. Nicht vergessen darf
der in Horb geborene Veit Stoß der seine
Hauptwerke in Krakau und Nürnberg schuf.
Universitätsgründungen:
Nachdem in Prag 1348 die
erste Universität im Deutschen Reich gegründet war gab es in
den Ländern Südwestdeutschlands gleich 3 Universitäsgründungen
(durch die auch der Humanismus Eingang in Südwestdeutschland fand):
1386: Universität
Heidelberg
wird als Universität für die Kurpfalz gegründet (Kurfürst
Ruprecht I.)
1457: Universität
Freiburg
wird als Universität für Vorderösterreich gegründet
(Herzog Albrecht VI. von Österreich und seine Frau Mechthild von der
Pfalz)
1477:
Universität
Tübingen wird
gegründet damals noch im Teil-Reich Wirtemberg-Urach (Graf Eberhard
V., Eberhard im Bart, angeregt durch seine Mutter Mechthild von der Pfalz)
[Bild (Marke BRD, 1977):
Gründung der Universität Tübingen
1477; Großes Siegel der Universität, mit Wappen]
|
| Literaturhinweis
zum gesamten Mittelalter von 500 - 1500:
Peter
Hilsch: Das Mittelalter - die Epoche. UTB basics.
UVK
Verlagsgesellschaft Konstanz, 2006 |
. |
ca.
1500 - 2000 n.Chr.: Neuzeit:
Grunddaten
16. Jahrhundert:
Neuzeit (1)
oder Frühe Neuzeit (4)Reformation und Konfessionen
1503 - 1519: Ulrich
Herzog von Wirttemberg
1514: Bauernaufstand "Armer
Konrad" im Remstal
1514: Tübinger Vertrag;
Grundlage der Landesverfassung
| 1517: Reformation Luthers;
95 Thesen in Wittenberg |
1518: Heidelberger Disputation
Luthers
1519: Herzog Ulrich
wird vertrieben durch den Schwäb.
Bund
1520 - 1534 / 1599: Wirtemberg
gehört zu Österreich
Georg Truchseß von Waldburg Statthalter
(+ 1531)
1525: Bauernkrieg;
Götz von Berlichingen (+ 1562)
1533 - 1552: Ernst
I. Markgraf von Baden-Durlach
1534: Sieg von Lauffen;
Rückkehr Herzog Ulrichs
1534 - 1550: Herzog Ulrich;
Reformation in Wirtemberg
eingeführt
1535: Teilung Badens in
Baden-Durlach und Baden-Baden
1548 - 1552: Interim: Rekatholisierung
auch in Wirtemberg
1550 - 1568: Herzog Christoph
regiert in Wirtemberg
Zweite Reformation; Joh.Brenz
1555:
Augsburger Religionsfriede
1556 - 1559: Ottheinrich
Kurfürst/ Pfalz
1568 - 1593: Ludwig Herzog
von Wirt.
1593 - 1608: Friedrich
I. Herzog Wirt.
1599: Wirtemberg wieder
Reichslehen
1599: Gründung von
Freudenstadt |
ca.
1500 - 2000 n.Chr.: Neuzeit:
Sozialgeschichte
16. Jahrhundert: Humanismus,
Renaissance
1455 - 1522: Johannes Reuchlin,
Humanist (* Pforzheim)
1480 - 1540: Johannes Faust
(* Knittlingen, + Staufen)
1480 - 1526: Jerg Ratgeb,
Maler (* Herrenberg, + Pforzheim)
1482 - 1531: Joh.
Ökolampadius,
Reformator (* Weinsberg)
1484 - 1545: Hans Baldung
Grien, Maler (* Gmünd)
1487 - 1547: Martin Schaffner,
Maler (+ 1547 Ulm)
1497 - 1560: Philipp
Melanchthon,
Reformator (* Bretten)
1499 - 1570: Johannes Brenz,
Reformator (* Weil der Stadt.)
1500 ca.: Ulmer Malerschule:
Zeitblom,
Schaffner
1507: Martin Waldseemüllerprägt
den Begriff "Amerika"
1512 - 1516: Hochaltar im
Freiburger
Münster (H. Baldung)
1518: Heidelberger Disputation;
Brenz u.a. für Reformation
1523 ff: Reformation in
den Reichsstätten (A. Blarer, J. Brenz)
1528 - 1590: Jakob Andreä,
evang Theologe (* Waiblingen)
1534: Alpirsbach,
Bebenhausen
u.a. evang. Klosterschule
1536: Evang. theol. Stift
in Tübingen gegründet
1547 - 1590: Nikodemus Frischlin,
Dichter (* Balingen)
1556: Pfalz wird calvinistisch
reformiert
1556 ff: Ottheinrichsbau
des Heidelberger Schlosses
1558 - 1635: Heinrich Schickardt,
Baumeister (* Herrenberg)
1559: Große Kirchenordnung
in Wirtemberg
1563: Heidelberger
Katechismus der Reformierten
1577: Konkordienformel der
Lutheraner (J. Andreä)
1589: Esslinger
Rathaus, Renaissancestil (H. Schickardt) |
| 17.
Jahrhundert:
Neuzeit
(2)
oder Frühe Neuzeit (5) Glaubenskriege,
Absolutismus
1608 - 1628: Johann Friedrich
Herzog von Wirtemberg
| 1618 - 1648: Dreißigjähriger
Krieg |
1618 - 1620: Friedrich
V., Kurfürst der Pfalz,
König ("Winterkönig")
1622: Sieg der Kaiserlichen
bei Wimpfen
1628 - 1674: Herzog
Eberhard III. von Wirtemberg
1634: Sieg der Kaiserlichen
bei Nördlingen
Verwüstung des Landes
1634: Pestepidemie
1648: Westfälischer
Frieden;
Württemberg in den alten Grenzen bestätigt
1652 - 1722: Elisabeth Charlotte
(Lieselotte) von der Pfalz
1677 - 1707: Ludwig
Wilhelm, Markgraf von Baden
("Türkenlouis")
1688 - 1697: Pfälzischer
Erbfolgekrieg; große Verwüstungen
1693 - 1733: Eberhard
Ludwig Herzog von Wirtemberg
1699 Ansiedlung von Waldensern
in Württemberg |
17. Jahrhundert: Spätrenaissance,
Frühbarock
1571 - 1630: Johannes
Kepler,
Astronom (*Weil der Stadt)
1581 - 1654: Melchior Gelb,
Goldschmied (* Ulm)
1583 - 1635: Jörg Zürn,
Bildschnitzer (* Waldsee)
1586 - 1654: J. Valentin
Andreä, ev. Theologe (* Herrenb)
1588 - 1662: Leonhard Kern,
Bildhauer (* Forchtenberg)
1592 - 1635: Wilhelm
Schickardt, Astronom (* Herrenberg)
1609 - 1682: Johann Heinrich
Schönfeld,
Maler (* Biberach)
1616 - 1667: Johann J.
Froberger,
Komponist (* Stuttgart)
1621
- 1676: H.J.C.von Grimmelshausen
1644 - 1709: Abraham
a Sancta Clara, Mönch
(* b.Meßkirch)
1645 - 1686: Matthias Rauchmüller,
Bildhauer
(* Radolfzell)
[Bild (Marke BRD, 1976):
Deckblatt von Grimmelshausens "Simplizissimus"]
1686 - 1701: Klosterkirche
Obermarchthal
gebaut
(M.Thumb u.a. Baumeister der Vorarlberger
Bauschule) |
| 18.
Jahrhundert: Neuzeit (3)
oder Frühe Neuzeit (6) Absolutismus, Revolution
1704: Herzog Eberhard
Ludwig gründet Ludwigsburg:
Beginn des Schloßbaus und Stadtgründung
1715 - 1743: Karl-Wilhelm
Markgraf von Baden-Durlach
1715: Gründung von
Karlsruhe
und Verlegung der Residenz
(Markgraf Karl-Wilhelm von Baden-Durlach)
1720: Kurfürst Carl
Philipp verlegt die Pfälzer Residenz
von Heidelberg nach Mannheim
1724 - 1733: Ludwigsburg
wird wirtembergische Residenz
1733 - 1737: Karl
Alexander
Herzog von Wirtemberg
Konflikt mit den Landständen; Süß-Oppenheimer
1737/1744 - 1793: Karl
Eugen Herzog von Wirtemberg
1738 - 1811: Karl
Friedrich, Markgraf / Großherzog von Baden
1743 - 1799: Karl
Theodor, Kurfürst der Pfalz
und von Bayern (1778)
[Bild (Marke Baden, 1948):
Schloss Rastatt]
1765 - 1775: Herzog Karl
Eugen verlegt seine Residenz
von Stuttgart nach Ludwigsburg
1770: Erbvergleich Karl
Eugens mit der Landschaft
1771: Vereinigung von Baden-Durlach
und Baden-Baden
1778: Karl
Theodor von der Pfalz beerbt die Wittelsbacher
Verlegung der Residenz von Mannheim nach
München.
Die Kurpfalz wird Nebenland.
| 1789: Französische Revolution |
1793: Besetzung Mömpelgards
durch die Franzosen
1796: Linksrheinische Besitzungen
Wirtembergs an
Frankreich
1797 - 1815: Friedrich
II. Herzog Wirttembergs (1806 König) |
18. Jahrhundert: Pietismus,
Aufklärung,
Barock, Rokoko
1687 - 1752: J. A. Bengel,
ev. Theologe (* Winnenden)
1692 - 1750: E.
Q. Asam, Maler u. Baumeister (+ Mannheim)
1696 - 1770: J.A. Feuchtmayer,
Bildhauer (+ b. Salem)
1699 - 1705: Barock-SchloßRastatt
erbaut
1702 - 1782: F.C. Oetinger,
ev.Theologe (* Göppingen)
1704 - 1784: J. B. Straub,
Bildhauer (* Wiesensteig)
1704 ff: Barockschloß
Ludwigsburg
erbaut
1707 - 1736: Klosterkirche
Schönthalerbaut
(Dientzenhofer)
1710 - 1797: C. Wenziger,
Bildhauer (* Ehrenstetten)
1715 ff: Schloss Karlsruhe
erbaut
1715 - 1780: Zeit des Oberschwäbischen
Kirchenbarock
1715 - 1724: Basilika Weingarten
erbaut
1717 - 1801: J.
W. Stamitz, Komponist (+ Mannheim)
1720 ff: Schloss Mannheim
erbaut
1723 - 1762: T.
Mayer, Astronom, Mathematiker (* Marbach)
1724 - 1796: F. A. Maulbertsch,
Maler (* Langenargen)
1727 - 1733: Dorfkirche
Steinhausen
erbaut (D. Zimmermann)
1731 - 1791: K.P.von Gontard,
Baumeister (* Mannheim)
1733 - 1813: C. M. Wieland,
Dichter (* Oberholzheim)
1739 - 1790: P.M.
Hahn, ev.Theologe, Erfinder (* Scharnh.)
1739 - 1791: C. F. D. Schubart,
Dichter, Musiker (+ Stgt)
1741 - 1753: Klosterkirche
Zwiefalten
erbaut (J.M. Fischer)
1745 - 1801: Carl
Stamitz, Komponist (* Mannheim)
1747 ff: Abteikirche Neresheimerbaut
(B. Neumann)
1747 - 1769: Franz Xaver
Richter,
Komponist, in Mannheim
1750 ff: Mannheimer
Schule am Hof von Karl Theodor
1753 - 1769: Nicolo Jomelli
Kapellmeister in Stuttgart
1759 - 1805: Friedrich
Schiller,
Dichter (* Marbach)
1760 - 1802: J.R. Zumsteeg,
Komponist (* Lauda)
1760 - 1826: Johann Peter
Hebel,
Dichter (+ Schwetzingen)
1763 - 1767: Schloß
Solitude
erbaut
1766 - 1826: Fr. Weinbrenner,
Baumeister (* Karlsruhe)
1770 - 1843: Friedrich
Hölderlin,
Dichter (* Lauffen)
1770 - 1831: Georg Fr.
W. Hegel, Philosoph (* Stuttgart)
1770 - 1794: Carlsschulein
Stuttgart (Hochschule 1781)
1775 - 1854: Fr. W. J.
Schelling,
Philosoph (* Leonberg)
1777: Mannheimer
Nationaltheater gegründet |
19.
Jahrhundert: Neuzeit (4) / Neuere Geschichte ?
Restauration, Liberalismus,
Nationalismus, Sozialismus; Industrialisierung
1802 - 1805: Friedrich
wird Kurfürst von Wirtemberg
1806 - 1815: Friedrich wird
Friedrich
I. König von Württemberg
1806: Württemberg
Königreich von Napoleons Gnaden;
Engemeindung aller Reichsstädte, Klöster,
Grafschaften;
Neu-Württemberg mit Hohenlohe, Oberschwaben
1806: Baden wird Großherzogtum
von Napoleons Gnaden;
Aufteilung der Pfalz
1806: Rheinbund mit den
neuen süddeutschen Mittelstaaten
1810: Letzte Grenzziehungen
bei Baden,Württemberg,Bayern
1811 - 1881: F. Hecker,
Jurist, Revolutionär (* Eichtersheim)
1812: Rußlandfeldzug
Napoleons: 14000 Württemberger
gefallen
| 1815: Wiener Kongress:
Neuordnung Europas |
1816 - 1864: Wilhelm
I. König von Württemberg;
Königin Katharina
1818: Badische Verfassung,
liberalste in Deutschland
1819: Verfassung in Württemberg
1819: "Karlsbader Beschlüsse"
unterdrücken Pressefreiheit
1833: Deutscher Zollverein:
Badens + Württemberg Mitglied
| 1848 / 1849: Deutsche
Nationalversammlung, Paulskirche |
1848/1849:
badische Revolutionen
(Struve,
Hecker)
1849: Zerschlagung des Frankfurter
Rumpfparlaments in
Stuttgart
1849: Niederlage der badischen
Revolution bei Rastatt
Massen-Emigration vor allem
nach Amerika
1850: Hohenzollern
wird preußisch
1852 - 1907: Friedrich
I. Großherzog von Baden
1864 - 1891: Karl
König von Württemberg; Königin Olga
1866: Preußen besiegt
Württ.Truppen (b.Tauberbischofsheim)
| 1870 / 1871: Krieg gegen
Frankreich; Deutsches Reich |
1891 - 1918: Wilhelm
II. König von Württemberg (1891 - 1918) |
19. Jahrhundert:
Klassik, Idealismus, Romantik,
Biedermeier,Vormärz, Realismus
1776 - 1812: Gottlieb Schick,
klassizist.Maler (* Stuttgart)
1780 - 1807: Karoline von
Günderode,
Dichterin (* Karlsruhe)
1780 - 1849: Conradin Kreutzer,
Komponist (* Meßkirch)
1785 - 1841: J.H. Dannecker,
Bildhauer (* Waldenbuch)
1786 - 1862: J. Kerner,
Dichter, Arzt (* Ludwigsburg))
1787 - 1862: Ludwig Uhland,
Dichter, Politiker (* Tübingen)
1789 - 1860: Friedrich Silcher,
Musikpädagoge (* Schnait)
1789 - 1846: Friedrich
List,
Ökonom (* Reutlingen)
1792 - 1860: F. C. Baur,
ev. Kirchengeschichtler (* Schmiden)
1792 - 1850: Gustav Schwab,
Pfarrer und Dichter (* Stgt.)
1798 - 1864: Albert Knapp,
Pfarrer, Liederdichter (* Tübingen)
1799 - 1868: Christian F.
Schönbein,
Chemiker (* Metzingen)
[Bild
(Marke 1989): Friedrich List, Ökonom; Vorkämpfer für die
Zollunion und für die Eisenbahn; Eisenbahnzug]
1802 - 1827: Wilhelm Hauff,
Dichter (* Stuttgart)
1804 - 1875: Eduard Mörike,
Dichter (* Ludwigsbg..)
1805 - 1880: J. Christoph
Blumhardt, evang. Pfarrer (* Stgt.)
1806 - 1808: Heidelberger
Romantik (Arnim,
Brentano,
Eichendorff)
1807 - 1887: Fr. Theodor
Vischer,
Ästhetiker (* Ludwigsbg.)
1808 - 1874: David
Friedrich Strauß, Theologe (* Ludwigsbg.)
1808 ff: Schwäbische
Dichterschule der Romantik
1809 - 1887: Gustzav Werner,
ev. Theologe (* Zwiefalten)
1811: Flugversuch von Albrecht
Ludwig Berblinger in Ulm
1812: Württembergische
Bibelanstalt
in Stuttgart gegründet
1812 - 1882: Berthold Auerbach,
Dichter (* Nordstetten)
1814 - 1878: Julius Robert
Mayer,
Physiker (* Heilbronn)
1815 - 1890: Karl Gerok,
Liederdichter (* Vaihingen)
1817: Laufrad, Draisine
von K. Drais erfunden (Gengenbach)
1817 - 1875: Georg Herwegh,
Dichter (* Stuttgart)
1817 - 1868: Wilhelm Griesinger,
Psychiater (* Stuttgart)
1825: Polytechnikum
Karlsruhe gegründet
1834 - 1900: Gottlieb
Daimler,
Autobauer(* Schorndorf)
1836 - 1906: Max Eyth,
Ingenieur, Dichter (* Kirchheim)
1838 - 1917: Ferdinand
Graf von Zeppelin (* Konstanz)
1839 - 1924: Hans Thoma,
Maler (* Bernau)
1844 - 1929: Carl Benz,
Autobauer (* Karlsruhe)
1846 - 1929: Wilhelm
Maybach,
Autobauer (* Heilbronn,.)
1849: Gustav-Werner-Stiftung
in Reutlingen gegründet
1851 - 1917: Wilhelm Trübner,
Maler (* Heidelberg)
1861 - 1942: Robert Bosch
(* Albeck bei Ulm)
1886: Entwicklung des Autos
durch C. Benz und G. Daimler
1888 - 1958: Ernst Heinkel,
Flugzeugbauer (* Grunbach)
1895: Deutsche Schillergesellschaft
in Marbach gegründet
1897: Caritas-
Verband in Freiburg gegründet |
.
20. Jahrhundert:
Neuzeit
(5)/ Zeitgeschichte: Politik
1900
bis
1918/1919: Zeit im Kaiserreich
1891 - 1918: Wilhelm
II. König von Württemberg
1907 - 1918: Friedrich
II. Großherzog von Baden
| 1914 - 1918: 1. Weltkrieg |
1918: Wilhelm
II. König von Württemberg und Friedrich II. Großherzog
von
Baden verzichten auf den Thron; Ende der Monarchien
1919
bis 1932: Länder in der Weimarer Republik
1919: Weimarer Reichsverfassung
1919:
Friedrich
Ebert (SPD) wird 1. Reichspräsident der Weimarer Republik
[Bild (BRM BRD, 1971, mit
einer BRM des Deutschen Reichs von 1928): 100. Geburtstag von Friedrich
Ebert, Reichspräsident der Weimarer Republik von 1919 - 1925]
1923: Inflation in Deutschland
1929ff: Weltwirtschaftskrise |
1919: Volksstaat
und Republik Württemberg
und Baden
1919 ff: Reichs-Kanzler und
-Minister der Weimarer Republik
aus Südwestdeutschland
Max
von Baden, Matthias Erzberger,
Friedrich
Ebert,
Wilhelm Groener, Otto Gessler;
Hermann Müller,
Joseph Wirth, Hermann Dietrich,
Konstantin Fehrenbach
1920 ff: Baden zu großen
Teilen entmilitarisiertes Gebiet oder
von Frankreich besetztes Gebiet
1928 - 1933: Eugen Bolz
Staatspräsident in Württemberg |
.
20. Jahrhundert:
Neuzeit
(5)/ Zeitgeschichte: Kultur
1869 - 1941: Hans Spemann,
Zoologe (* Stuttgart, + Freiburg)
1872 - 1942: Richard Willstätter,
Chemiker (* Karlsruhe)
1877 - 1962: Hermann
Hesse,
Dichter (* Calw)
1878 - 1955: Carl Hofer,
Maler (* Karlsruhe)
1879 - 1955: Albert Einstein,
Physiker (* Ulm)
1883 - 1970: Otto Warburg,
Biochemiker (* Freiburg)
1888 - 1943: Oskar Schlemmer,
Maler (* Stuttgart, +
Badenweiler)
1888 - 1964: E. Kretschmer,
Psychiater (* Wüstenrot, + Tüb.)
1889 - 1955: Willi Baumeister,
Maler (*, + Stuttgart)
1889 - 1976: Martin Heidegger,
Philosoph (* Meßkirch, +
Freiburg)
1895 - 1973: Max Horkheimer,
Sozialphilosoph (* Stuttgart)
1895 - 1998: Ernst Jünger,
Schriftsteller (* Heidelberg, +
Wilflingen)
1900: Erster Start eines
Zeppelin in Friedrichshafen
1900 - 1985: Hermann Reutter,
Komponist + Pianist (*, + Stgt.)
1903 - 1958: R. Schneider,
Dichter (* Baden-Baden, +
Freibg.)
1906 ff: Adolf Hölzel,
Prof. an der Kunstakademie Stuttgart
1909 - 1981: HAP Grieshaber,
Graphiker (* Rot,+ Reutlingen)
1913 - 1937 und 1945 - 1948:
Karl Jaspers Prof in Heidelberg
1914: Stuttgarter Hauptbahnhof
gebaut (P. Bonatz)
1916 - 1928: Edmund Husserl
Philosophie- Prof. in Freiburg
1919: Waldorfschulen
in Stgt. von R. Steiner u.a. begründet
1920: Landerziehungsheim
Salem gegründet (Kurt M.
Hahn)
1924: Gründung des
Süddeutschen Rundfunks in Stuttgart
1926: Weißenhof- Siedlung
in Stuttgart gebaut (Gropius u.a.)
1926: Daimler-
Benz- AG gegründet
1927 ff: Freiburger
Schule der Nationalökonomie (W. Eucken)
1931: Porsche
AG in Stuttgart gegründet (F. Porsche)
1929 - 1953: Theophil Wurm
württ. Landesbischof in Stuttgart
1936 - 1969: Otto Dix,
Maler, in Hemmenhofen am Bodensee |
1933
- 1945: Herrschaft der Nationalsozialisten
1933: Hitler Reichskanzler
am
30.Januar 1933
1933. Notverordnung zum
Schutze von Volk und Staat
Ermächtigungsgesetz
1934: Gleichschaltungsgesetz;
Verbot von Parteien und Verbänden
1935: "Nürnberger Gesetze"
(Ausschaltung der Juden)
1938: Anschluss Österreichs
Anschluss der Sudetendeutschen Gebiete
"Reichskristallnacht" am 9.11.38: Niederbrennung der
Synagogen
1939: Errichtung des Reichsprotektorats
Böhmen und Mähren
Deutsch-sowjetischer Nichtangriffspakt mit Geheimabkommen |
1933: Verantwortungsträger
im "3. Reich" aus dem Südwesten:
Rudolf Höss; Konstantin Neurath;
Albert
Speer;
Fritz Todt; Hans Frank
1934: Aufhebung der Länder
durch Reichsgesetz; Einsetzung von
Reichsstatthaltern auch in Baden und Württemberg
1939 - 1945: Zweiter Weltkrieg
1939: Beginn des
Krieges durch den deutschen Überfall auf Polen am 1.9.
1940/41:"Blitzkriege", Überfall
auf Belgien, Niederlande, Frankreich
1940: Beginn der Ermordung
der Juden u.a. Zivilisten in den eroberten
Gebieten im Osten durch deutsche "Einsatzgruppen"
1941: Kriegserklärung
an die Sowjetunion (September)
und an die USA (Dezember); Vielfrontenkrieg, Weltkrieg
1942/43: Schlacht bei Stalingrad
(Kapitulation im Januar 1943, Sieg der
Roten Armee); Wende des Krieges an der Ostfront
1944: Landung der Alliierten
in der Normandie; Wende an der Westfront
1944: 20. Juli 1944 mißlungenes
Attentat Stauffenbergs auf Hitler
1944: Bombardierung deutscher
Städte durch Flugzeuge der Alliierten
1944ff: Flucht und Vertreibung
der Deutschen aus Osteuropa
1945: Befreiung der Überlebenden
der KZ in Auschwitz u.a.
1945: 30. April 1945: Selbstmord
Hitlers in Berlin
1945: 8. Mai 1945: Bedingungslose
Kapitulation Deutschlands; Kriegsende |
1939ff: Generäle im
2. Weltkrieg aus Südwestdeutschland, berühmte
und berüchtigte: Erwin Rommel; Walter
von Reichenau
1939: Beginn der "Euthanasie",
Ermordung Behinderter: Etwa
10.000 Menschen mit Behinderungen werden aus Einrichtungen
geholt und im Schloss Grafeneck bei Münsingen getötet
1940: Beginn der Deportation
von Juden aus Baden und Württemberg
nach Gurs, Riga u.a.KZ
1940 ff: Widerstand gegen
den Nationalsozialismus im Südwesten:
Alfred Delp; Georg Elser;
Eugen Gerstenmaier; Rupert Mayer;
Hans und Inge Scholl; Hans Speidel;
Gebr. Stauffenberg
1944 ff: Bombardierung Stuttgarts
und vieler Großstädte im
Südwesten
1944 - 1945: Vichy-Regierung
Frankreichs im Exil in Sigmaringen
1945: Einnahme Südwestdeutschlands
durch französische und
amerikanische Truppen bis zum 30.4.1945; Kriegsende
|
1933
- 1945: Herrschaft der Nationalsozialisten und 2.Weltkrieg
1938: "Reichskristallnacht"
am 9.11.1938: allein in Württemberg werden 40
Synagogen
niedergebrannt und zerstört
Im 2. Weltkrieg sterben in/aus
Baden, Württemberg und Hohenzollern 315.000 Menschen (das sind 5,7
% der Bevölkerung von 1939), darunter fast 40.000 Zivilpersonen durch
den Luftkrieg u.a. |
1945ff: Nachkriegszeit,
Bundesländer, Bundesrepublik
1945: französische
und amerikanische Besatzung im Südwesten
1945: Land Württemberg-Baden
(aus Nordwürtt.und Nordbaden)
1947: Land Württemberg-Hohenzollern
und Land (Süd-)Baden
| 1949: Gründung der
Bundesrepublik und der DDR |
1949 f: Prominente Bundespolitiker
aus Südwestdeutschland:
Theodor Heuss, Carlo Schmid,
Kurt-Georg Kiesinger,
Richard
von Weizsäcker
1949 ff: DDR- Politiker
aus Südwestdeutschland:
K.-H.
Hoffmann,
Edwin Hoernle, Heinrich Rau
1950: Charta
der Dt. Heimatvertriebenen in Stuttgart
veröffentlicht
1952: Bildung des Landes
Baden-Württemberg
(Details siehe dort)
1952 ff: Ministerpräsidenten
in Baden-Württemberg:
Reinhold Maier; Gebhard Müller;
Kurt-Georg Kiesinger;
Hans Filbinger; Lothar Späth; Erwin
Teufel;
Günter Oettinger
| 1989: Öffnung der
innerdeutschen Grenzen; Deutsche Einheit |
|
1945ff:
Nachkriegszeit,
Bundesländer, Bundesrepublik
1945: Evang.
Hilfswerk in Stuttgart gegründet
(Eugen Gerstenmaier)
1949 - 1970: Erich Heckel,
Maler, in Karlsruhe und
Hemmenhofen
[Bild
(Marke Brd, 1989): Bluxao I, Gemälde von Willi Baumeister,
1955]
1954: Fernsehturm in Stuttgart
gebaut (Fritz Leonhard)
1957: Diakonisches
Werk der EKD in Stuttgart (bis 2012
?)
1984: Neue Staatsgalerie
Stuttgart
gebaut (J. Stirling u.a.) |