Schwarzes Meer mit der MSC Melody vom 6. bis zum 17. April 2005

Genua, Neapel, Athen, Jalta, Odessa, Istanbul, Catania, Capri

Dienstag, 5. April

Diesmal war ich wieder mit Gisela unterwegs, die ich vor drei Jahren während der Karibik-Kreuzfahrt getroffen habe.
Zusammen haben wir uns eine Außenkabine gegönnt.

Die Anfahrt erfolgt mit der munteren Mannschaft des Busunternehmens Hebbel aus Leverkusen,
vor mir sitzen nette Menschen aus Essenund es entsteht ziemlich bald die Atmosphäre einer Klassenfahrt,
es fehlen nur noch die Butterbrote mit den hartgekochten Eiern, Sunkist und die entsprechenden Gesangsnummern
wie " Ein belegtes Brot mit Schinken, ein belegtes Brot mit Ei..."

Der Stopover erfolgt in Lugano, ein schönes Städtchen, allerdings ziemlich verbaut mit hässlichen Betonbauten aus
den 70-ern, die man zwischen die schönen Villen geklatscht hat.
Der Busfahrer hat ziemliche Schwierigkeiten, das Teil zum Hotel zu bringen, die Strassen sind eng und zugeparkt,
was in den Verzweiflungsruf " Ich kündige !" ausartet.

Mittwoch, 6. April

Nach dem üblichen Stau am Mailänder Ring erreichen wir Genua mit einer Stunde Verspätung.

Das Boarding ist ialienisch organisiert
Erstmal sind wir etwas knatschig, weil wir nicht die gewünschten Einzelbetten haben,
aber dann arrangieren wir uns.
Um ein erhabenes Gefühl beim Auslaufen erst gar nicht aufkommen zu lassen, werden die ohnehin schon von
Natur aus zurückhaltenden italienischen Kinder mit Tröten ausgestattet, die sie dann weniger zurückhaltend einsetzen.

Beim Sundowner berichtet Eva, eine temperamentvolle Miteisende, von der ersten Sitzung.
Da säßen nur "Spitzenhäubchen" herum.
Da haben wir es besser, wir sitzen mit den Essenern, Anne und Manfred, am Tisch und zwei anderern Ehepaaren.
Der Oberkellner, Antonio, nimmt meine Karte mit Kußmund entgengen, das kann ja heiter werden.
Manfred sollte später über Antonio lästern, dass dieser mit seiner Latin-Lover-Nummer auch eine gute Karriere als Bademeister hätte machen können.

Donnerstag, 7.4.

Gegen 11.00 Anlegen in Neapel, dem grössten Hafen Italiens, wo auch eine Menge los ist.
Drei Kreuzfahrtschiffe, jede Menge Fähren nach und aus Sizilien, Tunis, Sardinien und Korsika.
Ich habe beschlossen, auf dieser Reise diverse Bildungslücken zu schließen und mache den Ausflug nach Pompeji mit.


Nach dem Auslaufen fahren wir ganz dicht an der Amalfiküste entlang und das Schiffshorn muss jedes Boot in
jedem Hafen begrüßen, und das sind viele! Ich bin danach etwas taub, denn das Schiffshorn ist verdammt laut.
Abends gucken wir etwas dumm, da sitzen ganz andere Ehepaare am Tisch als gestern, nur wir vier bilden die Eckpfeiler.
Jetzt sitzen ein Paar aus Schwäbisch Hall und ein älteres Hamburger Ehepaar am Tisch.
Beide, besonders er, immer total schnieke.

Freitag, 8.4.

Neapel - Piräus 675 Seemeilen

Heute ist Seetag, von Napoli bis Athen sind es eine ordentliche Distanz. Die Zeitumstellung führt dazu,
dass ich kein Frühstück kriege.
Also esse ich zwei Bananen, die kann ich vor der Schliessung des Restaurants gerade noch ergattern.
Ich musste allerdings auch im Fernsehen die Vorbereitungen zur Bestattung von Giovanni Paolo II. angucken.
Der TV-Empfang funktioniert hier auch während der Fahrt ausgezeichnet, bis auf ein paar kleinere Aussetzer.
Deswegen kriegen wir auch alle weltbewegenden Ereignisse wie die Papst-Beisetzung und die Hochzeit des reiferen Herrn mit dem Dumbo-Ohren, dessen Mama verdammt knatschig guckt, mit.

Katastrofal auf diesem Dampfer ist, dass nur eine Kaffeemaschine funktioniert, was zu elend langen Schlangen führt.
Aber zwei Mechaniker mit Bohrmaschine sind schon unterwegs, was zu der Vermutung führt, dass der Capucchino hier mit der Hilti aufgeschäumt wird.

Am Seetag hat man Zeit, also Infos zu den Passagieren: 303 Deutsche, 103 Österreicher, Franzosen, Italiener,
5 Spanierinnen (eine muntere Weiberrunde, die den Urlaub ohne Männer offensichtlich sehr genießt) und 4 Engländer.

Es gibt schon ein paar schicke Leute, die Mehrheit ist aber eher im unauffälligen beigen C& A- Look ausgestattet.
Eine Französin läuft in einer Kittelschürze rum, aber beim ersten Käptn's Dinner hat sie schon was anderes an.

Es gibt den üblichen Aufmarsch, der Trick wie auf der Costa, den Sekt auch ohne Shakehands zu ergattern, funktioniert hier nicht.
Der Käptn, ein gutaussehender graumelierter Herr, drückt uns heftiger als nötig bei dem Dreierfoto an sich.
Hier hat man für das Foto keinen kitschigen Hintergrund wie auf der Costa Romantica.
Auch mit unserem reiferen Alter drücken wir hier den Altersdurchschnitt noch.

Wie erwartet, fällt das Essen heute eine Spur feiner aus: Krabbencocktail und Rinderfilet, allerdings missbilligt Antonio meine Dessertwahl; Käse findet er nicht angemessen. Er rückt heute auch freiwillig die Dessertkarte raus, ansonsten gibt es immer das, was weg muss, und das ist meistens Eis.

Samstag, 9.4.

Piräus-Jalta: 677 Seemeilen

Heute wird eine weitere Lücke der abendländischen Bildung geschlossen, Akropolis ist angesagt.
Mit dieser Schilderung muss ich aber nicht langweilen, beeindruckt bin ich allerdings schon, als ich auf den
Platz herunterschaue, auf dem die Demokratie entstanden ist.

Zitat aus dem Melody-Prospekt über die Athener :"Bemerkenswert ist aber nicht nur Athen, sondern auch die Athener.
Im allgemeinen klein und gedrungen, sind einige von ihnen ihren diskuswerfenden Vorfahren in den Musseen nicht unähnlich." Kicher.

An den Strassen fallen die vielen Pomeranzenbäume auf. Die Pomeranze ist eine Bitterorange, die nach Aussage der Reiseführerin dazu geeignet ist, Marmeladen zu kochen, Kuchen zu füllen und Polizisten damit zu bewerfen.

Abends gibt es diverse Veranstaltungen, heute beipielsweise ein Puppenspiel mit Kraken und Mohrrüben.
Ich hatte eigentlich gedacht, dass das Kinderprogramm nachmittags stattfindet.

Sonntag, 10.4.

Seetag, um 13:00 passieren wir den Bosporus. Traumhaftes Wetter, backbord sieht man die ganzen Klassiker wie Topkapi-Palast in dem meine Vorfahren väterlicherseits das Höroldt-Porzellan ausstellen, blaue Moschee, Hagia Sophia, dann die diversen Sultanspaläste, Rumeliburg und dann die Bosporus-Brücke, auf der Stau herrscht.

Dann die Vorortsiedlungen, Wald, Villen und nach circa einer Stunde die Einfahrt ins Schwarze Meer.
Danach kann man sich für eine Stunde im Badeanzug auf Deck legen, aber schnell wird es wieder kühl.
Zurück in der Kabine sehe ich meine ersten Delfine.

Montag, 11.4.

In Jalta werden wir von einer 22-köpfigen Blasmusikkapelle mit Schlagzeuger empfangen, die solche Schmankerl wie " Rosamunde" von sich
gibt.

.

Wir müssen etwas länger warten, weil wir ja in einem eigentlich visumspflichtigen Land sind, aber dann geht es recht flott.
Ich mache die Tour mit, die zum Schwalbennest, dem Woronzow-Palais und dem Liwadija-Palast führt.

Dieses Bild ist aus dem Woronzow-Palais.


Wunderschöne Landschaft und viele Sanatorien, manche sind aber sehr hässlich, Betonbunker aus den 70-er Jahren.
Allerlei Prominenz war hier, Willy Brandt und Togliatti ( ein italienischer Gewerkschaftsführer) hat hier Hammer und Sichel
trotz der intensiven Pflege endgültig abgegeben.

Das Schwalbennest können wir nur von oben sehen, von da aus sieht es etwas sehr klein aus.
Dieses Palais hatte der deutsche Baron Stengel seiner Geliebten gebaut. Da das hier nicht so ergiebig ist, werden ertst mal die Andenkenstände inspiziert.
Es gibt Putin- und Stalin (!)T-Shirts.
Meine Eltern schrappen haarscharf an einem besonders aparten Mitbringsel vorbei: die Basilius-Kathedrale als Spieluhr.


Dann besichten wird das Woronzow-Palais, hier hat Churchill während der Jalta-Verhandlungen gewohnt.
Danach Liwadija, der Sommersitz des letzten Zaren, danach diente der Palast als erstes Bauernsantorium.
Wir sehen nur das Erdgeschoß, das waren die Räume, in denen Churchill, Roosevelt und Stalin tagten.
Nach dem Mittagessen auf dem Schiff gehen wir nochmal in die Stadt.
Hier herrscht ziemlicher Stilmischmasch, Klassizistisches, goldene Kuppeln (Alexander-Newski-Kathedrale)

und realsozialistische Architektur. Aber wir haben das Geühl der Aufbruchstimmung, an allen Ecken wird renoviert.
Beim Auslaufen sehen wir in der Ferne massenhaft Delfine, die sich in Kreisen zusammenrotten und Fische jagen.

Der Durchschnittsverdienst in der Ukraine beträgt ca. 120 Euro, die Miete für eine 50 Quadratmeter große Wohnung beträgt ca. 40 Euro und die Lebensmittel sind entsprechend billiger. Von den 48 Millionen Einwohnern arbeiten 5 Millionen im Ausland.

 

Dienstag, 12.4.

Jalta-Odessa 204 Seemeilen

Der Blick vom Schiff ist in Odessa nicht so schön wie in Jalta, der eher deprimierende Eindruck wird durch das graue,
feuchtkalte Wetter noch verstärkt. Hier gehen die Zollformalitäten schneller, weil wir schon in der Ukraine waren, die
ukrainischen Beamten trinken in der Disco mit den zuständigen Offizieren erstmal Capucchino.

Unser Führer Sergej führt uns erstmal zu der berühmten Treppe

 

und dann spazieren wir den Prachtboulevard bis zum Puschkin-Denkmal entlang.
Eine Frau gibt Schuberts "Forelle" zum besten, unterbricht den Gesang aber schlagartig, als wir uns entfernen wollen, und dann bekommen wir auffordernd eine leere Wurstkonservendose unter die Nase gehalten.

An der berühmten Oper fiedelt ein 12-jähriger Junge " O sole mio", der darf das, er studiert am Konservatorium und hat wohl gerade keinen Unterricht. Beim Museum streike ich, ich muss nämlich einen Briefkasten suchen. Und dann schaue ich mir doch lieber die Umgebung an,

 

 

zerfallende Häuser, marode Strassen und Strassenbahnen, die aus den 60-er Jahren stammen, mit graugesichtigen
Menschen drin. die offizielle Arbeitslosenquote wird mit 12 % angegeben, in Wirklichkeit seien es aber wohl 40 %.

Nach dem Museum geht es zum Denkmal des unbekannten Matrosen, an dem wegen des 60-jährigen Jubiläums der
Befreiuung sehr viele Blumen, vor allem rote Nelken, liegen. Kadetten halten Wache und wir erleben auch den Wachwechsel.
Spätestens hier fühle ich mich nun endgültig an die Sowjetunion erinnert, diese Führung hier war eine Zeitreise 20 Jahre zurück.

Dann gibt es noch eine Stadtrundfahrt durch die vielen Boulevards der Stadt, und uns wird bewusst, wie viele verschiedene
Volksgruppen hier gewohnt haben, das muss eine sehr bunte Mischung gewesen sein.

Der Gesamteindruck von Odessa war eher deprimierend, was sicher mit am grauen, feuchtkalten Wetter lag und
sicher auch ungerecht ist - ich will hier in ein paar Jahren nochmal hinfahren, weil ich denke, dass
mein Eindruck revidiert werden muss.

 

Mittwoch, 13. 4.
Odessa - Istanbul 353 Seemeilen

Istanbul. Bootsfahrt bis zur Bosporus-Brücke ( ich habe keine Stadtführung mitgemacht, weil ich hier
schon mal eine ganze Woche war) und zurück. Dann wird der Straftatbestand der Nötigung erfülllt, indem
wir 75 Minuten in einem Teppichladen verbringen sollen.
Ich bin sauer und mache einen Abgang in Richtung Großer Bazar.
Auch hier neigt man zu aggressiver Kundenaqusition, selbst mit Lederjacke aus Marmara bekleidet hat man keine Ruhe.
Ein für allemal :Liebe Türken: lasst uns Touris einfach in Ruhe, wir melden uns schon, wenn wir etwas kaufen möchten!

Um 17:00 auslaufen, wie üblich, werden irgendwelche Passagiere ausgerufen. Dampfer legt ab. Dampfer stoppt.
Käptn und Offiziere hängen mit Ferngläsern am Ausguck. Alle rätseln, was los ist. Ich vermute, dass die Jungs neue
Ferngläser ausprobieren oder irgendein wichtiges Schiff oder U-Boot ausläuft und Vorfahrt hat.

Alles falsch, zwei italiener und eine Deutsche haben das Schiff verpasst und die Jungs auf dem zurückkehrenden
Lotsenboot überredet, nochmal zum Schiff zu fahren und sie mitzunehmen. Das machen die doch glatt, ohne was dafür zu verlangen
Die Italiener mosern noch herum, dass das Schiff nicht gewartet hat. Schon mal was von Liegegebühren gehört ?

 

Donnerstag, 14.4.

Istanbul - Catania 807 Seemeilen

Seetag. Kalt und windig, Windstärke 7. Wir fahren an den Inseln Evvoia, Andros, Kithnos,
Kea, Punta Maleas, Elefonisos und Kithira hindurch.

Abends findet die letzte Gala statt. An unserem Tisch ist es wie immer. Der nette ältere Herr isst nach der
Vorspeise jeden Abend das gleiche, nämlich Spaghetti mit Tomatensauce und Steak mit Pommes.
Nur heute hat er echt Pech, beim Galabuffet gibt es keine Wahlmöglichkeiten außerhalb des Menüs.
Deswegen verschmäht er auch die Pesto-Lasagne und auch die Tournedos werden nur kurz angetestet.
An anderen Abenden hat er immer Schwierigkeiten mit der Auswahl, er muss zudem auch vorgelesen bekommen,
weil er ziemlich sehbehindert ist und die neueste Brille aus der 6-teiligen Sammlung zwecks Schonung zuhause gelassen hat.

Die Italiener haben es sich von den Amis abgeguckt, auch hier gibt es Wunderkerzenparade auf Baked Alaska.
Wahrscheinlich sprechen die Manager der diversen Veranstalter das auf irgendwelchen Konferenzen ab.

 

Freitag, 15.4.

Wir legen in Catania an und sehe mit Spannung der Fahrt auf den Ätna entgegen. Wir fahren ca. 1 Stunde bis auf
2000 m Höhe. Die Fahrt führt durch die Vororte von Catania, alles ist sehr zersiedelt.

Am Wegesrand kleine Lastwagen mit frischen Artischocken und Erdbeeren.
In Italien herrscht mittlerweile striktes Rauchverbot in Restaurants und Bars, aber kein Mensch schert sich um das Gemüse,
das durch die Zugabe der vielen Mineralien und Spurenelemente aus den Auspüffen sicher sehr gesund ist.

Bei der Fahrt hoch sieht man die Lavaströme der letzten Ausbrüche von 2001, 2002, 1983 und 1985.
Vor einem Haus, in dem Nonnen wohnen, hat der Lavastrom gestoppt, ein Häuslebauer hatte mit seinem Rohbau nicht
soviel Glück, von seiner Hütte guckt nur noch das Dach heraus.


Es gibt immer wieder Wagemutige, die hier Hotels und Restaurants bauen, wagemutig auch deshalb, weil keine Versicherung diese Kunden aufnimmt. Wir haben die Möglichkeit, um den Krater " Silvestre" herumzulaufen. Man könnte auch noch mit Jeeps oder mit der Seilbahn weiter hoch fahren, aber das muss nun nicht sein. Also werden Andenkenläden inspiziert, die verkaufen hier doch glatt Mussolini-Büsten aus Lavagestein, Mussolini-Wein und dazu noch südliches Viagra.

 

Samstag, 16.4.

Catania - Capri 212 Seemeilen

Capri, ich verzichte darauf, mit 700 anderen Passagieren plattgedrückt, eventuell noch auf dem Boden kauernd in die
blaue Grotte zu fahren.
Ich stromere im Hafen herum und habe die sehr gute Idee, vor dem Ansturm auf das Schiff zu gehen.
Das war wirklich eine sehr gute Idee, denn eine Stunde später gibt es bei leichter Dünung echte Probleme,
die Leute an Bord zu bekommen. Vier Anläufe braucht ein Boot und die Menschen sitzen immer noch drin.
Dann wird entschieden, die Leute nicht steuerbord, sondern nach einer leichten Drehung des Schiffs backbord
im Windschatten einsteigen zu lassen.
Wir "schwimmen" dann mit einer halben Stunde Verspätung los.
Die See ist heute unruhig und man muss heute schon den Seemannsgang draufhaben, es sind lange Wellen;
im Bett ist es heute lustig, weil es immer kopfunter geht.
Einige Passagiere schlafen heute nach auch sehr schlecht.

 

Sonntag, 17.4.

Capri- Genua 334 Seemeilen

Es ist immer wieder das Gleiche, wenn der Dampfer angelegt hat, wird man wie Stückgut behandelt,
um 8:00 Kabinen räumen und dann 4 1/2 Stunden warten, bis man endlich im Bus sitzt.
Aber dank der netten Mitpassagiere ist das einigermaßen kurzweilig.

Was ich gut finde, ist, dass der Käptn sich mal anguckt, wie man am letzten Tag mit den Paxen umgeht.
Man sah ihn sowieso des öfteren durch das Schiff laufen.
Dann gibt es noch Chaos, weil im Bus Paxe von zwei Schiffen verstaut werden müssen,
erst die Koffer von der Melody für den Endhaltepunkt Essen ganz nach hinten, dann kommen
die anderen Anlaufpunkte dran. Dann müssen noch die Paxe der Rapsody rein, das ganze Procedere nochmal von vorne.

Da die Italiener alle beim Spachteln oder bei der Siesta sind, geht es ohne Stau über den Mailänder Ring.
Bei dem Stopp in Bellinzona checke ich mein Handy und muss von meinem besorgten Vater auf der Mailbox erfahren,
dass es ein schweres Busunglück in der Schweiz gegeben hat, bei dem ein Bus 200 Meter in eine Schlucht gestürzt ist.
Ich rufe sofort zurück, um mitzuteilen , dass es mir gut geht.

Der Busfahrer muss zugeben, dass er von dem Unglück schon gewusst hat, aber man wollte uns nicht beunruhigen,
fraglich ist noch, ob wir den Bernhardino durchfahren können. Wir können und wir sind alle still, es wird einem mal wieder
bewusst, dass eine Alpenüberquerung nach wie vor doch gefährlich ist.

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