Rettungs-Schwimmen
Deutsche Lebensrettungs - Gesellschaft (DLRG)

1965 Einsatz in Scharbeutz/Ostsee
Im Jahre 1964 wurde ich Mitglied bei der DLRG und machte den Grundschein und kurz darauf im Freibad von Göppingen auch den Leistungsschein. Dabei mußte ich folgende Prüfungsbedingungen erfüllen:
1) 30 Minuten Dauerschwimmen, davon 10 Min. in Rückenlage ohne Armtätigkeit.
2) 300 m Schwimmen in Kleidung, anschließend in Schwimmlage entkleiden.
3) 25 m Streckentauchen in stehendem Wasser, in fließendem Wasser 35 Meter.
4) Dreimal 2-3 m Tieftauchen aus der Schwimmlage innerhalb 6 Minuten und Heraufholen eines etwa 5 kg schweren Gegenstandes.
5) 50 m Retten eines etwa gleich schweren Menschen, beide bekleidet, wechselnd 3 verschiedene Griffe, darunter ein Fesselgriff.
6) Befreiungsgriffe, Lösungen aus Umklammerungen an Land und im Wasser.
7) Behandlung eines Geretteten auf dem Lande:
a) Vorbehandlung
b) Wiederbelebung
Methoden: Thomsen, Silvester und eine dritte Methode
8) Rettungshilfen bei Bade- Boots- und Eisunfällen.
9) Wichtige Nothelfergriffe, Erklärung und praktische Anwendung
10) Die DLRG. Aufbau, Aufgaben, Prüfungen, Wirken nach der Satzung

1965 Einsatz in Scharbeutz/Ostsee
1965 unterbrach ich meine Radtour (Hannover, Uelzen, Lübeck, Travemünde, Hamburg) an der Ostsee, weil das Wetter nicht so gut war. In Scharbeutz erspähte ich einen DLRG-Stützpunkt und fragte den Leiter, ob er noch einen Rettungsschwimmer gebrauchen könne. Als er meine Ausweise gesehen hatte, sagte er sofort zu und ich blieb eine gute Woche. Das war eine sehr schöne Zeit. Endlich konnte ich meine Kenntnisse in der Praxis einsetzen.
Ich durfte in der DLRG-Hütte - direkt am Meer - schlafen, was sehr romantisch war. Beim Einschlafen hörte ich das Meer rauschen. Außer der freien Unterkunft hatte ich auch noch freie Verpflegung und einige Mark für meine klamme Reisekasse.
Gut fand ich auch, daß ich jede Menge technisches Gerät zur Verfügung hatte (Funkgerät, Megaphon, Motorboot, Tauchgerät etc.)
Leider habe ich niemanden direkt vorm Ertrinken retten können ;-), aber einige waren schon nahe dran und außerdem wirkten wir vorbeugend, indem wir auf die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften achteten.
Ich finde es sehr schade, daß ich später nie mehr hierher zurück zum DLRG-Einsatz gekommen bin. Das Schicksal wollte es so.
Reinhard Horber
(c) 2004 by Reho