
May, Karl
1842 - 1912
Einer meiner Lieblings - Schriftsteller

Villa Shatterhand in Radebeul (Museum)
Dies war früher das Wohnhaus von Karl May. Man kann heute noch sein Arbeitszimmer mit dem Schreibtisch besichtigen, an dem er gearbeitet hat und seine umfangreiche Bibliothek. Selbstverständlich kann man auch den "Bärentöter", den Henrystutzen und die Silberbüchse von Winnetou bewundern. Im Garten befindet sich ein Blockhaus, die Villa Bärenfett, in welcher eine Sammlung zur Kultur und Lebensweise der nordamerikanischen Indianer gezeigt wird, die hauptsächlich von dem Sammler "Patty Frank" stammt.
Auch im Geburtshaus Karl Mays in Hohenstein - Ernstthal ist ein Museum eingerichtet worden. In dieser Gemeinde finden, wie an verschiedenen anderen Orten, Karl - May - Festspiele statt.
Ich war in meiner Jugend (und bin es auch heute noch), wie jeder normale Junge der damaligen Zeit, von den Büchern Karl Mays begeistert. Ich lieh mir diese in der Pfarrbibliothek in Reicholzheim aus und "schaffte" von den ca. 100 Bänden, ungefähr 40. Beim Indianerspielen setzte ich dann die daraus gewonnenen Erkenntnisse in die Praxis um. Ich gebe auch zu, daß ich beim fiktiven "Tod" Winnetous ein paar Tränchen zerdrückt habe, genauso wie ich über "Hadschi Halef Omar Ben Hadschi Abul Abbas Ibn Hadschi Dawud al Gossarah" lachen mußte, dessen Namen ich natürlich in voller Länge (das war Ehrensache) aufsagen konnte.
Wenn Karl May vorwiegend von der männlichen Jugend gelesen wird, sollte man daraus keine Abwertung konstruieren wollen. Karl May hat betont, daß er für Erwachsene schreibe (s. auch sein Spätwerk) und seine Bücher wurden von einigen namhaften Schriftstellerkollegen gelobt und empfohlen, so z.B. von Peter Rosegger und dem Literaturnobelpreisträger Hermann Hesse.
Daß es sich um einen interessanten, intelligenten und bedeutenden Mann handelt (er komponierte sogar Musik), beweist die Tatsache, daß sein Leben und Werk immer noch, z.B. von der "Karl-May-Gesellschaft", erforscht wird, die eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern hat. Die menschlichen Schwächen von Karl May tun dem oben gesagten im übrigen keinen Abbruch.

Grabmal von Karl May in Radebeul
Das prächtige Grabmal Karl Mays ist in einem gepflegten Zustand. Die Inschrift wurde von Karl May selbst geschrieben. Sie lautet:
"Sei uns gegrüsst ! Wir, Deine Erdentaten, Erwarten Dich hier am Himmelstor,
Du bist die Ernte Deiner eignen Saaten und steigst mit uns zu Dir selbst empor.
(c) Reinhard Horber