Die Lochkarte,
ein zuverlässiger Daten- und Programmspeicher
- aus den Anfängen der Computerei -
Derartige Lochkarten waren früher einmal Gegenstand von Lektionen des Telekollegs im Fernsehen und gehörten somit zu den ersten Dingen, die ich mir in Bezug auf den Computer zu Gemüte führte. Das war damals im Grund genommen nur Spezial- wissen für angehende EDV - ler, der Normalbürger rechnete eigentlich nicht damit, dieses Wissen irgendwie anwenden zu können.

Diese Lochkarte (Format 187,3 x 82,5) war in meiner "Firma"
vor einigen Jahren noch in Gebrauch
(Siemens-Großrechner)
Im Jahre 1889 war das Grundprinzip der Lochkarten von dem deutschstämmigen Amerikaner Hermann Hollerith erfunden worden. Bei der amerikanischen Volkszählung von 1890 mußten die Lochkarten dann bereits ihre große Bewährungsprobe bestehen.
1928 stellte IBM ein Format mit rechteckigen Löchern vor (s. Bild). Dieses besitzt insgesamt 960 Stellen in 80 Spalten und 12 Zeilen.
Dezimalzahlen wurden mit einer Lochung, Buchstaben und Sonderzeichen mit 2 oder 3 Lochungen dargestellt. Negative Vorzeichen konnten durch eine Lochung in Zeile 11 gekennzeichnet werden.
Das Fassungsvermögen betrug 80 Byte. Eine heute gebräuchliche Festplatte mit 80 GB kann also den Inhalt von 1 Milliarde Lochkarten speichern.
Seit Mitte der siebziger Jahre war die Lochkarte auf dem Rückzug, wurde aber noch bis in die achtziger Jahre hinein verwendet.
Sie hatte dann jedoch gegen die magnetischen Speichermedien keine Chance mehr. Dabei hatte sie auch Vorteile, war sie doch relativ preisgünstig, auch visuell lesbar und bot ein überragendes Signal - Störverhältnis (die großen gestanzten Löcher waren zuverlässig auslesbar).
Reinhard Horber
(c) 2003 by Reho