Kurzwellen-Hören

 

Shortwave-Listening (SWL)

 

Schon kurz nachdem ich 1961 zu Weihnachten meinen Radiomann-Baukasten von Kosmos bekommen und die ersten Detektor-Empfänger mit Röhren- und Transistor- Verstärker gebaut hatte, waren sie mir aufgefallen, die seltsamen Töne, die da aus meinem Köpfhörer kamen und sich von dem normalen Rundfunkempfang auf Mittelwelle doch etwas unterschieden.

Ein geheimnisvolles Geprassel u. Gepfeife war da zu hören, unterbrochen von Morsezeichen, Erkennungsmelodien und fremden Sprachen. Das faszinierte mich; das kleine Reicholzheim/Tauber war mit der großen weiten Welt verbunden, welch ein Wunder !

 

QSL-Karte Ägypten 

QSL-Karte, die ich 1963 von Ägypten erhielt.

 

Einige Zeit später verbrachte ich Stunden im elterlichen Wohnzimmer an einem großen Graetz-Empfänger, der ein sog. "Magisches Auge" besaß. Das Licht machte ich aus, so daß das Zimmer nur noch von der Skalenbeleuchtung und dem magischen Auge beleuchtet wurde. Das machte die Angelegenheit noch geheimnisvoller.

Der "MICKY MAUS", Heft Nr. 20 vom 14. Mai 1960, entnahm ich einen Bericht über den SWL Erhard Voss aus Hemer (dieser schickte mir übrigens im Dez. 2003 eine freundliche E-Mail, weil er auf diese Seite hier im Internet aufmerksam geworden war !)

 

Artikel aus der Micky Maus

 

In diesem Bericht wurde erläutert, wie man anhand eines sog. SINPO-Codes Empfangsberichte an die Kurzwellen-Radio-Stationen schickte, die sich daraufhin mit Empfangsbestätigungskarten (QSL-Karten) bedankten, also genauso, wie das die Funkamateure taten.

 

Radio Peking

Diese Empfangsbestätigung (Rückseite) bekam ich von Radio Peking,

zusammen mit einer kleinen "Mao-Bibel".

 

Es dauerte nicht lange und es trudelten Postsendungen aus der ganzen Welt in unserem bescheidenen Heim ein. Besonders taten sich dabei die Ostblock-Sender hervor, man war ja noch mitten im "Kalten Krieg".

In dem o.g. Artikel war bereits die QSL-Karte des aus Sackville sendenden Radio-Canada abgebildet, die ich 1964 bekam.

 

 

 

Statt vom SINPO-Code, spricht man inzwischen auch vom SINFO-Code, was jedoch das gleiche ist. Dabei bedeutet:

 

S = Lautstärke (Signalstärke)

I = Interferenz (Störung durch andere Sender)

N = Nebengeräusche (Störungen)

F = Fading (Schwund)

O = Gesamtbewertung (Lesbarkeit)

 

Die Skala der Bewertungen geht von 1 - 5, wobei 5 immer den besten Wert darstellt. Das sieht dann z.B. so aus:

SINFO = 34343

Wenn man jetzt das ganze noch mit Datum und Uhrzeit des Empfangs (Greenwich Mean Time - GMT), Programmeinzelheiten und einer Beschreibung des Empfängers und der Antenne garniert, bekommt man eine QSL-Karte, wobei dies aber, besonders bei exotischen Sendern, nicht immer klappt.

Auch später noch habe ich ab und an, wie es meine Zeit zuließ, diesem Hobby gefrönt.

 

Viel Spaß beim Lauschen !

 

Reinhard Horber

 

 

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