Radfahren auf Mallorca (2)
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Meine Erfahrungen |
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Landschaften
Sa Coma
Bei meiner ersten Reise im Jahr 1999 war ich an der Ostküste in Sa Coma. Hier reiht sich ein reizvoller Hafen an den anderen. Ich liebe es, dort jeweils eine längere Pause in einem Hafencafe zu machen und auf das Meer und die Schiffe hinauszuschauen. Besonders hatte es mir Porto Christo angetan. Aber auch das ruhige Hinterland um Manacor herum, der zweitgrößten Stadt Mallorcas, finde ich toll. Manchmal ist man ganz allein, kein Auto weit und breit, die warme Luft flirrt und die Stille wird nur durch das Zirpen der Grillen unterbrochen.
Wenn man sich in dieser Umgebung einen Anstieg hinaufkämpft, dann hat dies direkt schon etwas Meditatives.
Mein Treckingrad konnte ich im Hotel für nur ca. 85.- DM die Woche mieten und im Fahrradraum (Schlüssel an der Rezeption) abstellen. Das Rad war o.k., jedoch fehlte es an jeglichem Zubehör (z.B. Halterung für Trinkflasche).
Da ich meistens ziemlich spät wegfahre und mir Zeit lasse (es fährt sich mit meinem "leicht" erhöhten Gewicht auch nicht übermäßig flott), ist mein Aktionsradius etwas eingeschränkt. Nach Norden habe ich es deshalb nur bis Can Picafort und im Süden bis Porto Colon geschafft.
Sehr schön liegen auch Arta (gotische Wehrkirche mit schöner Aussicht) und Capdepera (große Burganlage) in den Hügeln. Insgesamt sind in dieser Gegend nur mäßige Steigungen zu bewältigen. Allerdings muß jeweils der beträchtliche Höhenunterschied von den Häfen zur Küstenstraße hin überwunden werden.
Für Höhlenfans ist ein Besuch der Cuevas del Drach zu empfehlen (mit unterirdischem See, Boot und klassischem Kurzkonzert).
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Camp de Mar
Dort war ich dieses Jahr (2000). Die Gegend im Südwesten verlangte mir das äußerste ab. Es gab keine flachen Strecken, nur Berge. Selbst die ebene Strecke nach Palma war für Radfahrer nicht benutzbar, da es sich um eine Autobahn handelte.
Landschaftlich waren die Berge (bis ca. 1100m hoch), wie man sich denken kann, sehr reizvoll und für die Profis, die an mir in der Gruppe vorbeirauschten, daß ich zu stehen glaubte, auch kein größeres Problem. Nicht im Prospekt stand natürlich auch, daß der ganze Ort mit Ausnahme meines Hotels eine einzige Baustelle darstellte.
Das Fahrrad (s. Bilder), das ich wegen eines kleinen Defekts wechseln mußte, kostete in Camp de Mar einschließlich Fahrradhelm ca. 110 .- DM pro Woche. Es war gut ausgestattet. Dafür gab es einigen Ärger, weil man zum Abstellen des Fahrrads im Fahrradraum jedesmal erst den Platzwart suchen mußte.
Am liebsten hielt ich mich in Port d´Andratx auf (s. Bilder), einem der größten Yachthäfen Mallorcas. Fast alle Wege führten über Capdella, das erst nach einem längeren Anstieg zu erreichen ist. Wer gerne unter Leute geht, kann auch in der Touristenhochburg Paguera einen guten Cappuccino (nur echt mit geschäumter Milch, statt Sahne) zu sich nehmen.
Einer der Höhepunkte jeden Radfahrerlebens dürfte es sein, einmal den Passeig Maritim entlang zu rollen, die Hafenstraße in der Bucht von Palma, bis zum Parc de la Mar unterhalb der Kathedrale La Seu. Dies ist bei Sonnenschein ein unvergessliches, mit Glücksgefühlen verbundenes, Erlebnis.
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Can Picafort
Mein Urlaubsziel im Jahr 2001 befindet sich im Norden Mallorcas, also im Mekka der Radfahrer. Dort gibt es eine ganze Reihe von Hotels, die auf Radfahrer spezialisiert sind. Von hier aus kann man z.B. eine schöne Fahrt im Flachland nach Alcudia und von da aus am Meer entlang nach Port de Pollenca machen.
Die Weiterfahrt zum Cap de Formentor ist allerdings nur etwas für gut trainierte Radler, da es hier in Serpentinen, wie in den Alpen hochgeht. In der anderen Richtung kommt man nach Arta, allerdings nicht ohne einige giftige Anstiege. Im Hinterland findet man noch kleine malerische Wege durch die Felder, wo zahlreiche Windmühlen stehen, meist jedoch nicht mehr in Betrieb.
Nachteilig sind im Norden die wegen eines Sumpfgebiets relativ zahlreichen Stechmücken.
Die Radverleiher (natürlich keine Spanier, sondern Gastarbeiter, wie z.B. Österreicher oder Deutsche) scheinen dort teilweise schon so verwöhnt zu sein, daß sie nicht mehr wissen, was Kundenservice ist. So mußte ich bei dem einen Verleiher nach der Rückkehr noch längere Zeit mein Fahrrad putzen und der nächste wollte mir lieber wieder mein Geld zurückgeben, als mir kurz die für mich neuartige Gangschaltung zu erklären. Auch so kann man sich das Geschäft kaputt machen.
Ferner fiel mir auf, dass es in Can Picafort, anders als z.B. im Osten oder Süden, ein ausgeprägtes Saisongeschäft gibt, weshalb viele Geschäfte und Kneipen im Frühjahr noch geschlossen sind, wobei diese Plätze dann meistens sehr verwahrlost aussehen.
Gut, das waren jetzt zwar drei negative Anmerkungen, man konnte es aber in Can Picafort trotzdem gut aushalten, zumal das Hotel sehr angenehm war.
Fazit: Von den drei vorgestellten Orten hat es mir als Radfahrer in Sa Coma am besten gefallen, obwohl es sich dabei um einen reinen Touristenort handelt.
Reinhard Horber