Mein Heimatdorf liegt ca. 6 km südlich von Wertheim / Main (nördlichste Stadt Baden-Württembergs ?), dessen Teilort es seit 1975 ist, im Taubertal.

Zu dem Dorf gehört auch die Zisterzienser-Abtei Bronnbach (1151), eine Gründung des Klosters Maulbronn.
Reicholzheim, das früher auch Richolfsheim u. Richoltsheim hieß, wurde verm. schon im 8./9. Jahrhundert gegründet. Es wird (erstmals) im Jahr 1178 erwähnt, als es sich im Besitz der Grafen von Wertheim befindet.
Nach dem letzten Krieg hatte es ca. 1600 Einwohner.
Besonders zu erwähnen sind die schöne Barockkirche des Würzburger Stadtbaumeisters Greising, die geheimnisvolle Steinkreuzsammlung und die sehenswerte Tauberbrücke (1772).
Den schönsten Blick auf Reicholzheim hat man vom Kriegerdenkmal aus.
Obwohl es auch Schwierigkeiten gab (mein Vater kam von Bayern und hatte in Wertheim eine Stelle als Buchdrucker und Schriftsetzer gefunden), ist es mir ans Herz gewachsen, war es doch eine echte Idylle, wo ich noch mit dem Kuhfuhrwerk (Friedlein) zur Kartoffelernte fahren konnte, um mir ein paar Mark für die "Wertemer Mess" zu verdienen.
Ob der von mir und einigen tüchtigen Frauen im Jahr 1963 im Auftrag des Forstamts gepflanzte halbe ? Wald noch steht oder schon vom letzten Sturm hinweggerafft wurde, entzieht sich meiner Kenntnis; ich hab die Stelle leider nicht mehr mit Sicherheit finden können.
Neben einer Sauerstofffabrik waren in Reicholzheim auch einige Glasbläserei-Betriebe, eine Möbelfabrik und die Winzergenossenschaft ansässig. Eine interessante "Neuerwerbung" ist die Sternwarte.
Vor allem die jährlich im Sommer stattfindenden Fassweintage sollte man sich nicht entgehen lassen.
Die älteren Bilder sind vorwiegend in den Jahren 1970-1980 entstanden und zeigen Reicholzheim noch so, wie ich es von meiner Kindheit her in Erinnerung habe. Die neueren Bilder wurden im Frühjahr 2006 aufgenommen.
Quelle: Reicholzheim, "ältestes Dorf im unteren Taubertal v. Dr. Paul Benz, 1984"
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Reinhard Horber