Die 14 Kreuze

von Reicholzheim / Tauber

Steinkreuze

 

Bei dem an der sog. Kreuze in Reicholzheim, am Höhenweg von Wertheim nach Bronnbach gelegenen Steinkreuznest, soll es sich um das größte in Deutschland handeln.

Die "Kreuze" wurden schon im Dorfbrief von 1494 erwähnt. Der Bildstock (Pietà) wurde allerdings erst 1722 von dem Abteikoch Werlein errichtet. Auch drei der Kreuze wurden möglicherweise erst anfangs des 20. Jahrhunderts vom nahen "Galgenfeld" hierher gebracht.

Die Steinkreuze tragen teilweise Embleme, wie ein Schwert, einen Hammer u. eine Vase. Insofern ist die Geschichte, die uns früher erzählt wurde, nämlich daß hier eine Mordtat geschehen sei, als von einem Fest heimkehrende Burschen um ein Mädchen gestritten hätten, eher unwahrscheinlich.

Allerdings ist es richtig, daß die meisten Steinkreuze in früheren Jahrhunderten zum Andenken an einen plötzlichen Tod, sei es ein Unglück oder eine Mordtat, aufgestellt wurden. Bei letzterem war die Errichtung eines Steinkreuzes am Tatort oft Teil eines Sühnevertrags zur Beendigung der Blutrache (Sühnezeichen).

Diese große Anzahl von Kreuzen, die in Reicholzheim stehen, ist schon rätselhaft, zumal die Steinbrucharbeiten, der Transport und die Steinmetzarbeiten sicher auch damals schon einen größeren finanziellen Aufwand erforderten.

 

s.a. Wertheimer Jahrbuch 1996, Azzola: "Das Steinkreuznest bei Reicholzheim / Tauber"

(das konnte ich bis jetzt leider selbst noch nicht lesen).

 

Reinhard Horber

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