Tauchen
Ein Blick mit meiner neuen Taucher-Maske unter das Wasser der Tauber in Reicholzheim (Badisches Frankenland), den ich vor ca. 40 Jahren riskierte, genügte bereits, um mich lebenslang für den Tauchsport zu begeistern.
Auf die Idee war ich durch die Bücher des österreichischen Tauch - Pioniers Hans Hass gekommen, die ich mit großem Vergnügen las. Da ich immer versuche, alles möglichst gründlich zu machen, abonnierte ich auch eine Taucher - Zeitschrift (noch ganz in schwarz / weiß).

Die nördlichen Tauchgebiete in Safaga / Ägypten
Mit 18 wurde ich dann für ca. 2 Jahre Mitglied im Tauchclub Göppingen. Mehr als im Göppinger Hallenbad trainieren, konnte ich allerdings nicht. Wenn die anderen Mitglieder im Sommer nach Spanien fuhren, um dort mit Pressluft zu tauchen, mußte ich leider passen, weil ich dafür zu klamm war.
Allerdings lernte ich dort gründlich das Flossenschwimmen und bei einem internen Langtauch - Wettbewerb siegte ich, auch dank meiner Boxer - Lunge und dank meiner Übungen bei der DLRG (Leistungsschein), mit ca. 3 Minuten. Kurz bevor ich auftauchte, waren schon einige Kameraden ins Wasser gesprungen, um mich zu retten :-))
Meinen ersten Tauchgang mit einem Preßluftgerät absolvierte ich 1966 ohne jegliche Anleitung oder Tauchkurs. Ich war in Scharbeutz an der Ostsee und dort im Rettungsdienst bei der DLRG eingesetzt (heute sagt man wohl "Baywatch" dazu :-))
In dem Motorboot, das mir zur Verfügung stand, entdeckte ich ein Tauchgerät, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Gesagt - getan, aber das Wasser war so kalt (ich hatte kein Neopren, sondern nur eine Badehose an) und es gab außer Sand, Muscheln und Quallen nichts zu sehen, so daß ich nach höchstens 15 Min. genug hatte.

Boot fertig zum Auslaufen
Lange Zeit ging ich anderen Interessen nach, bis ich 1981 in Thailand war. Wir fuhren dort mit einem Boot auf eine vorgelagerte Insel, um zu schnorcheln. Das war ein ganz wunderbares Erlebnis ! und hielt meine Faszination für das Tauchen wach.
Als ich bei einem Türkei - Urlaub im Jahre 1990 im Club Milta (Aldiana) die Chance hatte, einen Tauch - Kurs zu machen, nahm ich diese Chance sofort wahr. Trotz der nicht gerade "tropischen Verhältnisse" im Mittelmeer, machte das Tauchen an der Türkischen Mittelmeerküste großen Spass. Bei einem zusätzlichen Tauchgang war ich im Gebiet Magra auf 16 m Tiefe. Nach der Abschlußprüfung erhielt ich einen Sport - Tauchschein, Elementar / CMAS des Verbands Deutscher Sporttaucher.
Danach ging wieder lange Zeit nichts mehr auf diesem Gebiet; ich trieb mich u.a in Amerika herum.
Im Jahre 2003 bemerkte ich, daß mir die Zeit davonlief und ich so langsam aufgrund meines Alters damit rechnen mußte, evtl. aus gesundheitlichen Gründen bald nicht mehr tauchen zu können. Deshalb entschloss ich mich spontan zu einem Tauchurlaub am Roten Meer in Ägypten. Meine Wahl fiel auf Safaga, weil dies noch nicht so überlaufen ist, wie Hurghada.

Deutlich hebt sich das Riff vom tiefblauen Wasser ab
Weil ich schon zuviel vergessen hatte, machte ich dort einen neuen Tauchkurs (PADI) und danach noch einige zusätzliche Tauchgänge per Boot und am Hausriff. Und wieder hatte ich großen Spass, obwohl der Tauchkurs für mich doch relativ anstrengend war. Der Unterricht fand in Englisch statt; der Tauchlehrer war Niederländer (Leon), ebenso wie mein weiblicher Buddy (Joyce). Die übrigen 2 Kursteilnehmer waren ein russisches Ehepaar mit Sprachproblemen und Dolmetscherin.
Aber irgendwie ging es doch, zumal ein großer Teil des Stoffs per Videofilm vermittelt wurde und Leon ein guter Lehrer war.

Unterwasseraufnahme meines späteren
Buddies Uli, digital bearbeitet
Anfangs hatte ich Schwierigkeiten mit dem Druckausgleich (die Trommelfelle schmerzten), nach ein paar Tagen normalisierte sich dies zu meiner Freude und Verwunderung jedoch ganz plötzlich.
Wie ich feststellen mußte, bin ich leider nicht ganz seefest, so daß ich nur bei relativ ruhigem Seegang (wenn der Wind nicht so stark wehte) mit dem Boot auslaufen konnte.

Ein Taucher kehrt zum Boot zurück
Alles andere war herrlich.
Das Essen an Bord war, gemessen an den Umständen, sehr gut. Außerdem spielte ein ägyptisches Besatzungsmitglied mit den Russen (Druschba !) und mir Schach. Die Besatzung war auch sonst sehr hilfsbereit.
Meine größte Tauch - Tiefe betrug 20 Meter (offiziell 18); neben unzähligen kleineren Fischen (natürlich) sah ich auch mehrere Rotfeuerfische, eine graue Muräne, einige Blaupunktrochen, einen Schwarm Flötenfische und einen großen Kofferfisch. Der größte Fisch, den ich erspähte, war ein noch nicht ganz ausgewachsener "Napoleon". Dagegen ließen sich die bei den Außenriffen in Aussicht gestellten Schildkröten und Haie (die hatten wahrscheinlich Angst vor mir ;-)) nicht blicken.
(c) 2003 by Reho
Reinhard Horber