Mostwaage (1)
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Original Oechsle-Mostwaage

Mostwaage Mostwaagen sind speziell für die Messung des frisch gepressten Traubensaftes eingerichtete Senkwaagen (Aräometer). Wegen dieser Verwendung bei der Weinherstellung werden sie auch Weinwaagen genannt. Die Bezeichnung Mostwaage erklärt sich dadurch, dass in den wichtigsten Anwendungsgebieten der frisch gepresste Traubensaft (Trauben-) Most genannt wird.

Allgemein kann mit Senkwaagen die Dichte von Flüssigkeiten gemessen werden. Sie arbeiten nach dem archimedes'schen Prinzip. Beim Einbringen der Senkwaage in eine Flüssigkeit dringt der Tauchkörper der Senkwaage so tief in die Flüssigkeit ein, bis die Masse des verdrängten Flüssigkeitsvolumens der Masse der Senkwaage entspricht. Aus der Ablesung des verdrängten Flüssigeitsvolumens und der bekannten Masse der Senkwaage ergibt sich dann die Dichte der Flüssigkeit zu: Dichte der Flüssigkeit gleich Masse der Senkwaage durch verdrängtes Flüssigkeitsvolumen.

Die Dichte des Mostes, das Mostgewicht, hängt ganz wesentlich ab von seinem Zuckergehalt und ist damit ein Qualitätsmerkmal. Die Güte eines Weines nur nach dem Mostgewicht zu beurteilen, wäre aber zu wenig. Das Mostgewicht (Oechsle-Grade) ist lediglich ein Maßstab für den späteren Alkoholgehalts des Weines. Daneben sind für die Qualität des Weines sein Geschmack, seine Würze, seine fruchtige Säure und sein Bukett ebenso wichtig.

Senkwaagen waren schon im Altertum bekannt. Sie wurden und werden zu vielfältigen Zwecken verwendet, z.B. einmal allgemein zur Messung der Dichte von Flüssigkeiten, dann auch als Säureprüfer für Akkumulatoren, als Alkoholometer, als Laktodensimeter für Milch, zur Konzentrationsbestimmung von Salzlösungen und vieles andere mehr. Aus diesen verschiedenen Verwendungen ergibt sich auch eine unübersichtliche Vielzahl von Skalierungen der Aräometer.

Zur Skalierung nach Oechsle wird angegeben, sie zeige an, wieviel Gramm ein Liter Most mehr wiege, als ein Liter Wasser. Dabei ist zu fragen, ob zu Oechle's Zeiten überhaupt schon mit Gramm und Liter gemessen wurde. Wahrscheinlich verhält es sich so, dass bereits vor Oechsle (vielleicht von Philipp Mathäus Hahn, 1739 bis 1790) Aräometer mit Skalierung in relativer Dichte zu Wasser hergestellt wurden, also mit der von Einheiten unabhängigen Skalierung nach dem Verhältnis von Dichte der Flüssigkeit zur Dichte von Wasser. 1,000 zeigte eine solche Waage bei Wasser an, und z.B. 1,084 bei einem entsprechenden Most. Oechsle hat nun, wohl nur aus Gründen der einfacheren Herstellung und Ablesung der Waagen, den tausendfachen Wert, vermindert um 1000 als Skalierung gewählt, sodass die Anzeige im Beispiel 84 beträgt. Die so gewonnene Werte werden noch heute Oechlsegrade oder Öchslegrade genannt. Die Benennung als Einheit Grad Oechsle oder °Oe war lange Zeit üblich, ist aber heute nicht mehr richtig.

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(Linie)

Eine private Seite von Dieter Oechsle

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