Pressewirkungen von Aktionen, bei denen ich mitgearbeitet habe.


Unser Gottesdienst in "neuer Form":
Lob für Gottesdienst in neuer Form (Eßlinger Zeitung 6.5.2000)

Gemeindemitglieder beweisen Humor (Esslinger Zeitung 19.5.1999)
In der Kirche darf auch einmal gelacht werden (Esslinger Zeitung 7.4.1999)

Der Internetauftritt des Kirchenbezirks Bernhausen:
Infos und Hilfe online (Filder-Extra 22.9.99)
Bernhausener Kirche weltweit im Netz (Esslinger Zeitung 26.8.99)
Kirchenbezirk im Internet (epd 12.7.1999)
Die Kirche kommt durchs Internet (Filder-Echo 15.7.1999)

Zur politischen Dimension des christlichen Glaubens:
Gottesdienst-Thema: Rechtsextremismus (Eßlinger Zeitung, 26.8.2000)
Für "gerechten Frieden" auf dem Balkan (Eßlinger Zeitung, 12.4.1999)

Zur Person:
Filderporträt: Andreas Roß (Stuttgarter Wochenblatt, Ausgabe Ostfildern, 2.9.1999)
 
 
 
 
 

Gottesdienst-Thema: Rechtsextremismus (Eßlinger Zeitung, 26.8.2000)

(eli) Aus aktuellem Anlass findet am Sonntag, 27. August, um 10 Uhr in der Neuhausener Christuskirche ein Gottesdienst zum Thema "Rechtsextremismus" statt.
Dass sich Gewalttaten mit rechtsextremistischem Hintergrund häufen, ist für den evangelischen Theologen Andreas Roß Grund, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Nicht nur die Predigt beleuchtet das gesellschaftliche Problem aus biblischer Sicht; der Pfarrer will die Gemeindeglieder ermutigen, selbst Beiträge zum Gottesdienst beizusteuern.
Im Anschluss gibt es ein Nachgespräch, bei dem die Gemeindeglieder über das Thema diskutieren können.

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Lob für Gottesdienst in neuer Form (Eßlinger Zeitung 6.5.2000)

Neuhausen: Evangelische Kirche zieht nach einem Jahr ein positives Fazit. Von Elisbeth Maier

Ein Aids-Seelsorger als Referent und Nachdenken über den Glauben im Gottesdienst? Neuhausens evangelische Kirche beschreitet seit einem Jahr neue Wege. „Seit wir die Quelle-Gottesdienste anbieten, sehen wir Leute in der Kirche, die ansonsten noch nie da waren", sagt der Theologe Andreas Roß, der die neue Form mitentwickelt hat.
Gemeinsam mit einem Team von 35 ehrenamtlichen Mitarbeitern kümmert sich der Pfarrer zur Anstellung um die Programmauswahl. Um die Altersgruppe zwischen 25 und 50 für den Kirchgang zu begeistern, die sich laut Roß ansonsten seltener blicken lasse, gehen die Neuhausener ungewöhnliche Wege. Auch schwierige aktuelle Themen wie Aids oder die Rolle des Mannes packen die Referenten an. Um sie zu vermitteln, sind schon mal Clowns oder Puppenspieler mit von der Partie. Eine Umfrage unter Gemeindemitgliedern vor einem Jahr hat laut Sabine Freerck, die die Gottesdienste ehrenamtlich mitgestaltet, ergeben, dass viele mit den damaligen Formen unzufrieden waren. Vor allem die „steife Atmosphäre"
in den Gottesdiensten habe vielen nicht gefallen. „Die Ergebnisse der Umfrage haben wir dann in unser neues Konzept einfließen lassen", sagt die 33-Jährige gegenüber der Eßlinger Zeitung. Sie findet es gut, dass sich nun auch Leute ihrer Altersgruppe häufiger in der Kirche blicken lassen.
Statt eines Bibeltextes steht laut Pfarrer Andreas Roß ein Alltagsthema oder eine Frage über den Glauben im Mittelpunkt der Quelle-Gottesdienste. Auch für die Kinder ist gesorgt. Die Kleinsten werden von Gottesdienst-Mitarbeitern betreut, und für Schulkinder gibt es ein eigenes Programm. Am Ende läuft die Versammlung nicht gleich auseinander; bei Häppchen und einem Getränk entwickelt sich laut Sabine Freerck noch das eine oder andere Gespräch. „Diesen Austausch genieße ich", sagt die engagierte Christin. Dass sich bei den Gottesdiensten, die in der Regel alle sechs Wochen am  Sonntagnachmittag stattfinden, 80 bis 100 Besucher blicken lassen, freut Andreas Roß. Das sei ein Besucherschnitt, wie er in seiner Gemeinde bislang die Ausnahme gewesen sei. Nach dem großen Erfolg des Konzepts überdenkt die evangelische Kirchengemeinde in Neuhausen laut dem Theologen derzeit auch die Form des „klassischen Gottesdienstes".
„Beweise mir Gott" heißt das Thema des nächsten Quelle-Gottesdienstes, der an diesem Sonntag, 7. Mai, um 17 Uhr im evangelischen Gemeindezentrum in Neuhausen (Dietrich-Bonhoeffer-Straße 7) stattfindet. Referent Rene Frei aus Filderstadt spricht dabei über die Frage, ob es Gott wirklich gibt. Parallel dazu gibt es eine Krabbel- und Wickelecke für die Kleinsten sowie ein spezielles Programm für Kindergarten- und Schulkinder.

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Infos und Hilfe online (Filder-Extra 22.9.99)

 (Von Peter Walter) Unter der Internetadresse "www.EvKiFil.de" sind die Aktivitäten der evangelischen Kirchengemeinden auf den Fildern am heimischen Computer abrufbar. Wer Hilfe braucht bei der Arbeitssuche, bei Krankheit oder Suchtproblemen, kann im Netz "surfen".
Bekannte Persönlichkeiten, die auf den Fildern wohnen, haben sich auf den nagelneuen Internetseiten schon verewigt: Der frühere Rundfunkpfarrer Johannes Kuhn und der Filmemacher Ernst Waldemar Bauer machen sich dort Gedanken über die Zukunft der Kirche. Vor kurzem war Startschuss für die "Homepage" des Kirchenbezirks Bernhausen, die im weltweiten Computernetz unter der Adresse "www.EvKiFil.de" zu erreichen ist.
Dekan Hansgeorg Kraft betont: "Wir wollen etwas für die Menschen tun, vor allem auch für die, welche nur auf diese Art mit der Kirche in Kontakt treten wollen. Von Leinfelden bis Neuhausen oder Nellingen leben rund 50.000 Evangelische in unserem Kirchenbezirk. Das ist ein Riesenpotential." Und Pfarrer Gerrit-Willem Oberman von der Bernhausener Petrus-Kirche fügt hinzu: "Wichtig ist die Kommunikationsmöglichkeit über E-mail. So ist das Internetangebot nicht nur eine einseitige Sache." Die Besucher der Website können sich nun also per elektronischer Post an die Kirche wenden. Das ist Oberman, der schon den elektronischen Opferstock im Gottesdienst eingeführt hat, ein angenehmer Gedanke.
Nach Ditzingen ist der hiesige Kirchenbezirk der zweite von über 50 innerhalb der württembergischen Landeskirche, der eine eigene Internetseite anbietet. Wer sie auf seinem Bildschirm anklickt, hat auf einen Blick aktuelle Informationen, Adressen, Ansprechpartner und Hilfeangebote. Egal was gebraucht wird, in einer alphabetischen Liste sind Begriffe von Altenpflege über Hausaufgabenbetreuung und Schuldnerberatung bis zum Stichwort Suchtprobleme aufgeführt.
In einem Fensterchen, das sich auf dem Bildschirm auftut, heisst es lapidar: "Wir stellen ein" - und laut Pfarrer Andreas Roß aus Neuhausen, der die Internetseiten koordiniert, werden tatsächlich laufend irgendwo im Bezirk Krankenschwestern, Altenpfleger oder Vorpraktikantinnen gesucht. Unter "Job-Kontakt" wird ferner über das eigene Angebot hinaus beraten. Roß hat die Seite übrigens mit Leonhard Amann zusammen aufgebaut. Amann ist Geschäftsführer der Bernhausener Firma "ixea" für Internet- und Kommunikationsdienstleistungen.
Damit die Bezirksseite nach all den regionalen Infos aber trotzdem noch den inhaltlichen Sprung hinaus in die große weite Welt schafft, werden Eindrücke über die Partnergemeinden vermittelt: Dazu gehört das thüringische Meiningen, Poltawa in der Ukraine und die Diözese des tansanischen Bischofs Alpha Mohamed im ostafrikanischen Rift Valley.

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Filderporträt: Andreas Roß (Stuttgarter Wochenblatt, Ausgabe Ostfildern, 2.9.1999)

Andreas Roß ist ein viel beschäftigter Mann. Der 33-Jährige hat eine halbe Pfarrerstelle in der evangelischen Kirche von Neuhausen, er ist Internetbeauftragter des Kirchenbezirks Bernhausen und arbeitet als Fortbildungs- und Schulungsberater bei verschiedenen Firmen in der Industrie.
 Diese nicht ganz alltägliche Verbindung von Seelsorge, Technik und Wirtschaft wird plausibel, wenn man sich den Lebensweg von Andreas Roß näher betrachtet. Denn den Neuhausener Pfarrer hat stets der Blick über den Tellerrand hinaus interessiert. „Pfarrer sollen nicht auf einer Insel der Seligen leben", findet Roß.
 Nach seinem Theologiestudium arbeitete Roß erst einmal als Hilfsarbeiter. Dieses Projekt, das Roß im Rahmen seiner Pfarrerausbildung absolvierte, lief unter der Regie der evangelischen Akademie Bad Boll.
 Den Kontakt zur Arbeitswelt fand Roß faszinierend. Ein Jahr lang arbeitete der Theologe in der Personalabteilung von Bosch. Er erlebte Einstellungen wie Entlassungen und erfuhr dabei, wie komplex die Strukturen in den Firmen, wie entscheidend Sachzwänge und gesetzliche Vorgaben auch für Arbeitgeber sein können. „Das alte Schwarz-Weiß-Denken greift dann nicht mehr." Aber auch anderes lernte Roß: Menschen, die in der Arbeitswelt als Christen leben, werden einerseits fast als Exoten betrachtet, andererseits als verlässlich und integer anerkannt.
 Ein weiteres halbes Jahr war Andreas Roß in einem Nichtsesshaften-Heim bei Heilbronn beschäftigt. Die Begegnungen mit den Menschen dort haben ihn überzeugt: „Ein solches Schicksal kann jedem von uns zustoßen."
 Seit Januar 1998 begleitet Roß eine halbe Stelle als Pfarrer im Job-Sharing mit einem zweiten Pfarrer. Eine ungewöhnliche Sache, wie Roß bemerkt, denn meist sind es Pfarrerehepaare, die sich eine solche Anstellung teilen. So bleibt Pfarrer Roß noch Zeit, seine Kontakte zur Industrie zu pflegen.
 Bei Bosch beispielsweise entwirft Roß Schulungskonzeptionen für die Leute der Fortbildungsabteilung,    unterrichtet Kommunikationsstrategien und schult in Kritikübung und allgemeiner Gesprächsführung. Daneben kümmert sich Roß ehrenamtlich um die Einrichtung und Pflege der Internetseite des Kirchenbezirks Bernhausen. Wenn ihm Zeit bleibt, frönt er seinem Hobby Geschichte: Er betreibt Forschungen über die Ortsgeschichte Aichelbergs, seines ehemaligen Heimatortes und hat bei der kürzlich erschiene Ortschronik Aichelberg mitgearbeitet. Eigentlich wollte Andreas Roß ja Paläontologe werden: „Das war mein erster Berufswunsch". Doch er wechselte von den „toten zu den lebenden Mensch“ und hat es nie bereut. Geblieben ist das Interesse für die Wissenschaft: „Ich lasse kein Museum aus.“
„Eine große Schwäche“ hegt Andreas Roß für Schottland: Landschaft; Menschen und Kultur faszinieren ihn seit er das Land seit vielen Jahren immer wieder bereist.
 Der nächste Trip dorthin wird wohl noch ein wenig warten müssen, denn auf Andreas und Sybille Roß warten nun schlaflose Nächte. Am Tag der Sonnenfinsternis am 11. August, wurde ihr drittes Kind, Johannes, geboren.
(Barbara Scherer)
 

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Bernhausener Kirche weltweit im Netz (Esslinger Zeitung 26.8.99)

(Von Barbara Scherer) Seit Anfang Juli ist der Evangelische Kirchenbezirk Bernhausen mit einer eigenen Adresse im Internet vertreten. Das intermediale Angebot, in dem die 18 Kirchengemeinden des Bezirks zu finden sind, scheint bei den Gläubigen gut anzukommen: 1600 Zugriffe verzeichnet Pfarrer Andreas Roß, seit die Homepage über die Bildschirme flimmert. Roß ist Internetbeauftragter des Kirchenbezirks Bernhausen.
"Herzlich willkommen auf der Homepage des Evangelischen Kirchenbezirks Bernhausen!" - So werden die Surfer unter der Adresse "www.EvKiFil.de" auf der Homepage des Evangelischen Kirchenbezirks Bernhausen begrüßt. Dort präsentiert sich die Kirche als Arbeitgeber, informiert über ihre diversen Beratungsstellen, die Kirchenmusik, die Jugendarbeit, beschreibt Projekte mit Partnerkirchen im Ausland und manches andere mehr.
Im Bezirk Bernhausen sind 18 Kirchengemeinden in Filderstadt, Ostfildern, Neuhausen und Leinfelden-Echterdingen zusammengeschlossen. Einige haben ihre Seiten schon perfekt gestaltet und präsentieren sich bunt, witzig und originell. Andere sind noch beim Aufbau.
Der Kirchenbezirk Bernhausen hat mit der Einrichtung einer Internetadresse Neuland betreten. Zwar ist die Landeskirche seit geraumer Zeit im Web vertreten, doch örtliche Kirchen haben den Sprung in die moderne Welt der Kommunikation bislang kaum gewagt. So leistet sich der Bernhausener Bezirk einen eigenen, wenngleich ehrenamtlichen Internetbeauftragten. Der heißt Andreas Roß, ist Pfarrer in Neuhausen und hat die Arbeit mit Computern, Daten und Netzen zu seinem Hobby gemacht. "Das Internet als Kommunikationsmittel gewinnt rapide an Bedeutung", erklärt er. Da müsse die Kirche mitziehen, wenn sie modern sein möchte. Obendrein sei eine Homepage eine hervorragende Möglichkeit, die Fülle des Angebots zu präsentieren. Roß berichtet von erstaunten Reaktionen von Net-Surfern, die auf der Kirchen-Homepage landen: "Ich wusste ja gar nicht, dass die Kirche so viel tut." Viel beachtet werden zum Beispiel die Stellenangebote. Ganz selbstverständlich wenden sich mittlerweile Brautpaare zur Klärung ihres Brautmottos an ihr Pfarramt. Eltern diskutieren die Wahl des Taufspruchs im Internet.
Mit der Internetseite werde auch ein wenig "Mitgliederwerbung" betrieben, gesteht Roß. Die Zielgruppe "männlich, zwischen 25 und 45 Jahren, hoher Bildungsgrad, leitende Position" hätte sich bislang nicht für Kirche begeistern können. Mit der modernen Technik würden diese Menschen nun angesprochen. Offenbar mit Erfolg: In Neuhausen hat sich ein Geschäftsmann bereit erklärt, beim Aufbau und Pflege von Internetseiten mitzuarbeiten - ehrenamtlich. Kritik hat es nur vereinzelt gegeben. Manch älterer Mensch sage sich: "Das ist nichts für mich." Andere Stimmen fragen: "Muss die Kirche wirklich alles mitmachen?" In anderen Bezirken scheint man den Bernhausener Web-Auftritt mit Interesse zu verfolgen. Es gab schon Anfragen nach Unterstützung beim Homepage-Aufbau.
 

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Kirchenbezirk im Internet (epd 12.7.1999)

Filderstadt (epd). Im Internet stellen sich der Evangelische Kirchenbezirk Bernhausen und seine 18 Kirchengemeinden vor. Die Homepage des Bezirks mit der Anschrift "www.evkifil.de" informiert über die gemeinsamen Angebote der Kirchengemeinden, wie etwa Beratung in Lebens- und Erziehungsfragen durch die Psychologische Beratungsstelle, die Beratung für Arbeitslose durch den "Job-Kontakt", und über die Einkaufsmöglichkeiten in der "Fildertafel". Die Internet-Surfer können auch erfahren, daß 1.400 Kinder die evangelischen Kindergärten im Bezirk besuchen, wo es wann kirchenmusikalische und gottesdienstliche Angebote gibt. Jugendarbeit und die Verbindungen zu den Partnergemeinden haben ebenfalls ihren Platz auf den Internet-Seiten.

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Die Kirche kommt durchs Internet (Filder-Echo 15.7.1999)

Evangelischer Kirchenbezirk Bernhausen jetzt elektronisch erreichbar

Filderstadt (red) - Der Evangelische Kirchenbezirk Bernhausen und seine Kirchengemeinden sind neuedings unter der Adresse „www.EvKiFil.de" im Internet vertreten.
Weil immer mehr Menschen das Internet nutzen, bietet die Evangelische Kirche auf den Fildern auch auf diesem Weg Informationen und Kontakt an. Der Kirchenbezirk Bernhausen ist einer der ersten württembergischen Kirchenbezirke im Internet. Die Homepages der Kirchengemeinden informieren über die vielfältigen Angebote.
Auf der Homepage des Kirchenbezirks, zu dem die Kirchengemeinden in Filderstadt, Neuhausen, Ostfildern und Leinfelden-Echterdingen gehören, erfährt man, wieviel die Gemeinden gemeinsam anbieten: zum Beispiel die Beratung in Lebens- oder Erziehungsfragen durch die Psychologische Beratungsstelle, die Beratung für Arbeitslose, der "Job-Kontakt", oder daß in der Fildertafel Menschen mit kleinem Geldbeutel einkaufen können.
Der Surfer erfährt auch, dass in die Evangelischen Kindergärten der genannten Kommunen rund 1.400 Kinder gehen und die Evangelische Kirche auf den Fildern ein beachtlicher Arbeitgeber ist. Auch Stellenangebote können nachgelesen werden.
Zum Start kann man an einem Internet-Quiz teilnehmen. Außerdem haben bekannte und weniger bekannte Mitchristen im Evangelischen Kirchenbezirk dazu Stellung genommen, wie sie sich die Kirche der Zukunft vorstellen.
 

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Gemeindemitglieder beweisen Humor (Esslinger Zeitung 19.5.1999)

Neuhausen: Die Christuskirche scheut keine neuen Wege - Erfolg gibt recht

Von Elke Eberle
Ein Clown im Gottesdienst? Außerdem Händeklatschen zu fetziger Musik, alterorientierte Kinderbetreuung, ein Referat statt einer Predigt, Gottesdienst als Impuls und Quelle für die kommende Woche? Die Form der Quelle-Gottesdienste in der evangelischen Christuskirche in Neuhausen ist alles andere als konventionell, auch wenn Elemente der traditionellen Liturgie mit eingewoben sind. Andreas Roß, Pfarrer zur Anstellung, betont: „Wir haben den Auftrag, alle Menschen zu erreichen. Dazu müssen wir uns die Frage stellen, was müssen wir an uns verändern, daß wir einladender werden. Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist das Konzept dieser Quelle-Gottesdienste.“ Etwa alle sechs Wochen findet am Sonntagnachmittag um 17 Uhr zusätzlich zum regulären Sonntagmorgengottesdienst ein Gottesdienst statt, der vor allem an den Bedürfnissen von Familien orientiert ist: Kinderbetreuung in verschiedenen Gruppen, Wickelraum und so weiter. Der Zuspruch ist rege, das Konzept wird angenommen. Christiane Heix ist mit ihren beiden Kindern da. Sie sagt: „die andere Art und Weise der Gestaltung und die Thematik haben mir gut gefallen.“

Auch Birgit Merkle findet diese Art von Gottesdienst gut: „Die Stimmung ist viel lockerer, die Lieder sind rhythmischer, man kann aktiver mitmachen. Es ist toll, daß die Kinder dabei sein können, mal lachen oder was sagen dürfen, ohne daß jemand gleich schief guckt.“ Ältere Gemeindemitglieder mischen sich eher selten unter die 25- bis 45jährigen. Zum ersten Mal hier ist eine 65jährige Frau: „Es ist anfangs ungewohnt, aber es hat mir sehr gut gefallen. Ich werde wiederkommen.“

Auch mit den Themen der Referate orientiert sich das 25köpfige Mitarbeiterteam an der Zielgruppe. Über das Thema „Erst komm ich - und dann ich“ referierte letzten Sonntag beispielsweise Steffen Kaupp, ebenfalls Pfarrer zur Anstellung, aus Stuttgart.

Daß es nicht immer schön ist, im Mittelpunkt zu stehen, verdeutlichte der Clown (Hella Kaupp) pantomimisch an einer Gottesdienstbesucherin: Er wusch ihr die Haare und klammerte sie zum Trocknen an die Wäscheleine. „Alle Sinne sollen angesprochen werden - und der Clown soll zeigen, daß Christsein auch etwas mit Humor zu tun hat“, ergänzt Pfarrer Roß.

Der Termin für den nächsten Quelle-Gottesdienst steht schon fest: Sonntag, 4. Juli, 17 Uhr. Zum Thema „Sorgen? Teurer Luxus!“ referiert Rene Frei aus Filderstadt im evangelischen Gemeindehaus, Dietrich-Bonhoeffer-Str. 7.
 

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Für "gerechten Frieden" auf dem Balkan (Eßlinger Zeitung, 12.4.1999)

Neuhauser Christen gestalten einen ökumenischen Bittgottesdienst - Innere Spannung ist kaum auszuhalten

Neuhausen (uli) - Freitag, 19.30 Uhr: Die Glocken der evangelischen Christuskirche in Neuhausen läuten zum Gottesdienst. Christen beider Konfessionen kommen zusammen, um für den Frieden auf dem Balkan und die Menschen, die dort vertrieben werden, zu beten. Sie kommen, weil sie sich hilflos fühlen, aber auch mitschuldig, zerrissen. Im Zweifel über den richtigen Weg, im Kosovo zu einem Firieden zu kommen, oder "weil wir die Bilder von Krieg und Flüchtlingselend einfach nicht mehr aushalten", wie Pfarrer Andreas Roß emfpfindet.
Spontan hat sich in der vergangenen Woche eine Gruppe von evanglischen und katholischen Neuhauser Christen zusammengefunden, um diesen Bittgottesdienst vorzubereiten. Es gehe ihr nicht nur darum, für den Frieden zu beten, "sondern auch ein Signal zu setzten, sich als Christen deutlicher gegen den Krieg auszusprechen", meint Regine Beck-Merling. Im Sinn hat sie keine "billige Lösung": "Wir müssen auch an die Menschenrechtsfrage denken." Es gelte jedoch, "den Kreislauf der Gewalt zu durchbrechen". Eine "fast nicht auszuhaltende Spannung" empfindet auch Roß. "Wir können fast nicht mehr nein sagen zu den Nato-Bomben, weil das, was im Kosovo läuft, so schrecklich ist." Und doch sind sich alle, die diesen Gottesdienst gestalten, einig mit Siegfried Müller, der bekennt: "Ich will nicht, dass der militärische Einsatz fortgesetzt wird."
Ihre Gedanken zum Geschehen auf dem Balkan, aber auch die eigene Rolle dabei, haben die Christen sehr persönlich formuliert. Sie fordern auf "Laßt uns darüber nachdenken". Das "radikal veränderte Denken", das sich von der Nachkriegszeit mit der Forderung "nie wieder Krieg" bis zum heutigen "Militäreinsatz als Fortsetzung der Politik" schrittweise in unsere Köpfe geschlichen hat, thematisiert Klaus-Dieter Sanne und fragt: "Wo sind wir Christen aufgestanden und haben den Mund aufgemacht?" Den Frieden "herbeizubomben", ist für Müller der falsche Weg. Er fordert ein "Umdenken, die Suche nach dem gerechten Frieden, der diesen Namen auch verdient." "Wie kann ich zu diesem Frieden beitragen?", fragt sich Bärbel Gorbach, aber auch: "Wie können wir Christen zulassen, was in unseren Nachbarstaaten geschieht?"
Fast beschwörend wiederholen die Gläubigen zu Flöten und Gitarre das Lied "Herr, gib uns deinen Frieden", das nach einer zweiminütigen Pause des Nachdenkens jeweils den Gedanken der einzelnen folgt. Sie bitten für die Flüchtlinge und die, "auf die die Bomben fallen", dafür, "daß die Spirale des Hasses durchbrochen wird, für die Verantwortlichen, und sie vertrauen auf die Kraft der weltumspannenden Gebete", wie Gorbach sagt. Aber sie sind auch bereit, konkret zu helfen. Die Kollekte, die der Katastrophenhilfe direkt vor Ort zugute kommt, beträgt an diesem Abend 850 Mark.
 

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In der Kirche darf auch einmal gelacht werden (Esslinger Zeitung 7.4.1999)

Neuhausen: Evangelische Kirchengemeinde befragte Mitglieder - Neuer Gottesdienst „Quelle“ mit modernen Rhythmen - Von Karin Ait Atmane

Neuhausen - Wieso besuchen eigentlich nicht mehr Leute den Gottesdienst? Diese Frage stellte Andreas Roß, evangelischer Pfarrer in Neuhausen, nicht nur sich, sondern auch seinen Gemeindemitgliedern. Als wichtigstes Ergebnis der großen Fragebogenaktion  startet  nach Ostern eine neue Gottesdienstreihe im Sechs-Wochen-Rhythmus, die in Form und Inhalt neue Wege geht.

Im einstmals katholischen Neuhausen. leben heute immerhin 3200 evangelische Christen. Den Zugezogenen fehle aber meistens die innere Bindung an ihre Gemeinde, weiß Roß. Er verschickte insgesamt 2450 Fragebögen, um herauszufinden, warum nur so wenig Leute - an einem normalen Sonntag durchschnittlich 60 - in die evangelische Kirche gehen.
„Da haben sie uns genau Bescheid gesagt“, zieht er Bilanz. Zwar war der Rücklauf mit 155 Fragebögen nicht gerade üppig. Für den Pfarrer und die Projektgruppe „Neue Gottesdienste“ war das trotzdem eine gute Arbeitsbasis, denn sie erreichten die gewünschte Zielgruppe. Mehr als die Hälfte der beantworteten Bögen kam von Menschen, für die der Glaube eine große Rolle spielt, die aber selten oder gar nie in die Kirche gehen.
Die wichtigste Erkenntnis für den Pfarrer und sein Team: Der Gottesdienst muß sich dem Freizeitverhalten anpassen - und sonntags schlafen nun mal die meisten gerne aus. Er wird außerdem daran gemessen, wie familienfreundlich er ist, stellt Roß fest. Die Atmosphäre („Zu  steif  und  gezwungen“) schreckte ebenso viele der Befragten ab wie die „langweilige Predigt«. All diese Kritikpunkte kreuzte besonders die Altersgruppe bis 40 an, während die Älteren sich mit dem traditionellen Gottesdienst wesentlich leichter tun. Je jünger die Absender waren, desto weniger konnten sie auch mit dem traditionellen Liedgut etwas anfangen und wünschten sich mehr Gospel.
Als Konsequenz haben die Neuhausener nun den neuen Gottesdienst „Quelle“ konzipiert, dessen Vorbereitung in den Händen eines 2oköpfigen Teams aus der Gemeinde liegt: Den Auftakt macht am 11. April um 17 Uhr das Thema „Lebensenergie - woher nehmen?“ im evangelischen Gemeindezentrum. Bei allen Quelle-Terminen spricht nicht der Pfarrer selbst, sondern ein eingeladener Referent zu alltagsnahen Themen. Für kleine Kinder gibt's, eine Krabbelecke im Raum, für größere Programm im Nebenzimmer. Es darf lebhaft zugehen, gelacht und geklatscht werden. „Daß es auch mal was zu lachen gibt“, das hatte sich übrigens ein Großteil den Befragen für ihren Wunschgottesdienst vorgestellt: „Das Thema Humor haben wir wohl bisher unterschätzt in der Kirche“, gibt Roß zu.
Wer nun Sorge hat, die Gemeinde der Christuskirche kehre sich von den klassischen Gottesdiensten ab, liegt falsch: Roß will lediglich seit Angebot differenzieren.
Allerdings denkt der Gemeindebildungsausschuß auch darüber nach wie der Sonntagmorgen-Gottesdienst einladender gestaltet werden kann. Revolutioniert werden soll es aber ganz sicher nicht: „Der läuft ja schon seit ein paar Jahrhunderten ziemlich gut“, schmunzelte der Pfarrer im Gespräch mit der Eßlinger Zeitung...
 
 

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