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Es lebe
der Zentralfriedhof

Sonntag, 31.01.99, Stuttgart

1213: Heute TABUfreie Zone.

... und haben
wieder
Funkkontakt ...

Samstag, 30.01.99, Stuttgart

1210: Raus aus der Kiste. Wenn etwas Spaß macht, dann ausschlafen.

1515: Einkauf. Zehn bitte 1-0, unsere Bestseller, Stopper, Reklame, laufende Informationsbildschirme,
die kids vor den Fernsehern und Videospielen, die Rolltreppe, das Gemüse, die Wurstfachverkäuferinnen und Käsefachfrauen.

1630: Anruf bei Mac, können wir kurz das mit dem Rechner versuchen, über's Telefon? JAU.
1638: Alles wieder OK, wie heißt es doch:

Es war etwas mit der Übersetzung.

1639: OK, ich glaube ich blick's jetzt und kann den Fehler beim nächsten Mal selbst beheben.
1644: eMail abrufen, das aktualisierte TABU mit FTP vom Server herunterspielen, Freitag
nachtragen, Samstag schreiben. Und jetzt die Tage wieder angenehmer schreiben zu können ist
auch sehr beruhigend. Seit Montag mußte ich den Text auf meinem alten Rechner schreiben, dann
auf Diskette übertragen, mitnehmen, morgens in den 2. index spielen, formatieren, verlinken und
abschicken. Das ist äußerst ungeschickt. Es ging zwar, technisch betrachtet, aber es war
zugleich eine etwas ungemütliche Sache.

2007: PRO7. Ich hoffe, es werden nicht 12 Werbeblöcke.

Hugo Frischkäse / Buko
Commerzbank
Telekom
Maggi
Telekom
Dash
Hypovereinsbank
Die Bahn
CDA
Clio / Renault
Brise Duftkerzen
VISA
Clio
Fernet
Euzerin ph 5
adidas
wüstenrot
VISS

2050: Es geht weiter.

2110: Der 2. Block:

König-Pilsener
Eurocard
L'Oréal
Hertha
Renault
Mit freundlichem Diebels
HaNuTa die Hasel-Nuß-Tafel
Gillette Mach 3
Wrigley's
BILD
Volkswagen Bank direkt
Kino-Trailer (Tom Hanks & Meg Ryan)
TESA power strip
Nestlé LC 1 - go
Coca Cola
KINO
Nimm 2
D2
Bitburger.

2120: "Es war egal wo ich war, überall mußte ich mich einreihen."

2152: Wieder der Medienblocker:

Audi A8
Leerdammer
BHW dispo plus
Aspirin
AOL
Sprite
Polaroid
Seat
Dresdner Bank
IGLO
Dresdner Bank
HARIBO
Walt Disney
Red Bull
Ültje
Opel
Dallmayr Prodomo
ChipsFrisch only you
KINO

2159: Es geht weiter.

"Manchmal gibt es nicht genug Steine."

2227:

Nike
Fiat
Dresdner Bank
Philips
Dresdner Bank
Frosta ist für alle da
Deutsche Post
AWD
Maggi
dbv winterthur
deep impact
orbit: "Nicht zum lutschen sondern zum kauen."
mar plus
AOL
Raffaello
OPEL (Team)
Nescafé
AGFA
Warsteiner

Auf seiner Zunge
ist alles
zu Gold geworden

Freitag, 29.01.99, Stuttgart

0807: U-Bahn, mit dem CELEBRATION-Buch von Goetz. Nett gemacht. Wirr aber ok.
0816: Sonnenberg, ein Auto liegt im Graben, Polizei, Zuschauer, Gaffer.
0830: Kiosk, eine Süddeutsche, Tabak, Papers.
0831: August Everding gibt es nicht mehr, plötzlich verstorben, wie das denn? So plötzlich?
1031: Der tägliche Firlefanz. Quark, Server, Adobe, eMail und und und ...
1313: Rest-TABU von heute und Samstag und Sonntag gibt's erst wieder am Montag. Es sei denn,
daß mein Rechner wieder mit mir kommunizieren will. Das glaube ich aber eher nicht.

Was ist ein Wiener? Ein Raunzer (Nörgler). Was sind zwei Wiener? Eine Heurigen-Partie.
Und drei Wiener? Gibt's nicht, weil jeder dritte Wiener a Tschech' ist. Heißt es in Österreich.

1620: Bernhausen, Friseur, die ganze family (!), Haare heute bitte kurz und einfärben, orangerot,
bitte. Und das dauert natürlich seine Zeit, bis alle fertig sind, Petra ist die letzte. Herr Weik, wo
kann man den hier kurz eine Kleinigkeit essen? Ja, da gibt es hier das "Stadlerbräu". Das hört
sich gut an. Ich habe so richtig Hunger, mir bilde mir sogar ein, daß mir richtig schlecht vor Hunger
ist, Stadlerbräu, das hört sich wirklich gut an. Petra: Ich komme dann nach.

1835: Bezahlen und ab in die Kälte. Es kommt mir kälter vor als wie es tatsächlich ist minus 4,
ist minus 4 wirklich so kalt? Oder liegt das nur an den kurzen Haaren. Sich im Winter die Haare
kurzschneiden zu lasen entbehrt auch einer gewißen Logik, naja, habe ich aber gar nicht daran
gedacht ... ich werde versuchen nicht zu erfrieren.
2. rechts oder links, was hat er nochmal gesagt?
Ich dachte Du hättest zugehört. Wie war das jetzt nochmal. Kurzer Fußmarsch in Sibirien-Fildern.

1920: "Stadlerbräu, erste bayerisch/schwäbische Wirtshausbrauerei", steht auf der Speisekarte.
Und wir haben oben im "Jägerstand" noch Platz gefunden. Wir sehen wirklich auf den gesamten
Saal herab. Interessantes Plätzchen. Zum Sitzen aber zu eng und zu hart, hier oben.
Schweinsbraten (1 x Schwein bitte), selbstgebrautes Weißbier (1 Weißbier), wir bestellen das
schon fast POLTmäßig, fast schon auf oberbayerisch. nie tat bürgerliche Küche so gut wie heute.

Unter uns ein 20-Mann/Frau-Versammlung osteuropäischer Schulungsteilnehmer oder so etwas,
jedenfalls, ich denke, daß ist hier so eine Art Abschlußessen. Später müßen wir sie ablichten,
mit so einer BilligBilderKamera, ich halte eine Wirtshauslampe in die Höhe.
Sänk yuu weri matsch.
Alles klar. Schönen Abend noch. Bedienung Nr. 15.

2320: Der "Tag der Fliege", auf SAT1. Ich habe die Fliege nur gelesen, nie die Verfilmung gesehen.

FUSION

0122: Licht aus.

Ein duales Treffen

Donnerstag, 28.01.99, Stuttgart

1805: Elvis.
1900: Essen, Besprechnung wegen dem DUALmagazin. Caprese, Spaghetti del mare, Soave.

Sehr spät erst zuhause.
Egal.

THIS IS A CHORD
this is another
this is a third
NOW FORM A BAND

Die Kostüme
der Müdigkeit

Mittwoch, 27.01.99, Stuttgart

0837: Herrje, der Wecker ist zu leise oder ich habe zu tief geschlafen. Fuck.
1215: Regen, Regen, Regen. Wie gestern auch.
1743: Das war ein völlig beknackter Tag. Ich bin müde und habe keinen Bock mehr.
1841: Raus ins Freie, Nasse, Dunkle ...
1930: Stadtbummel, noch eine halbe Stunde.
1931: Mein Name sei Gantenbein. 18,80.
2020: Olgaeck.
2105: Katharinenstraße.
2310: Brennerstraße.
0052: Daheim; Licht aus.

Grey day I

Dienstag, 26.01.99, Stuttgart

Es herrschen einmal wieder technische Schwierigkeiten.

Katharinenstraße,
Brennerstraße,
Olgaeck,
Möhringen,
daheim,
Licht aus.

Desafinado

Montag, 25.01.99, Stuttgart

0640: Raus aus den Federn.
0751: Kiosk, eine SZ, Old Holborn, Muskote-Papers.
0753: Bei der dummen Bäckersmaid.
0813: Der Rock'n'Roll-Montag.
1228: Paprikagulasch. Wo, bitte, is der Messwein?
1716: Anruf vom kleinen Bruder, nein, Du brauchst nicht vorbeikommen, wir haben das Win95
einfach nochmal neu installiert. Aha. Na denn ... wenn's nicht zur Dauerlösung wird.

1810: Zu Hause.
1820: Okay k.o auf dem Sofa. Bißchen MUSIC zum wegdriften.
1821: Schmidt legt sich gleich dazu. Jaja, so ein Katzenleben ist verdammt anstrengend.
1920: Einkaufen, alle, zu dritt. Und ich komme nicht an dieser Marketing-Wurstbude vorbei, der
Stand steht wirklich zu geschickt. Spezialwürste, dekorativ in der kleinen Auslage ausgelegt.
Natürlich überteuert , - aber irgendwie ok, nicht so extrem aufdringlich. Die Preise natürlich auch in
so einer NANZ-Wurst-Theken-Schrift mit Edding 12 oder so geschrieben, natürlich nicht so groß.
Und hinter dem ganzen: eine nette und erfahrene Wurstfachverkäuferin. So ist das.

2005: Brotzeit, dazu einen kühlen Andechser Doppelbock dunkel.
2025: Petra erzählt hochmotiviert von ihrer Woche in Mannheim, von der positivierenden Schulung.
Eine Woche Bildungs-Trip, moderne Exerzitien, ja, das könnte ab und an mal ganz gut tun ...
Auch damit man mal wieder auf neue Ideen kommt, lernen und zugleich auch abschalten können,
dort sein: in Mannheim - weg sein: von Stuttgart. Auch ein DUAL-Ding. Eigentlich hätte man diese
Diskussion über Voice Control oder so ähnlich sofort in den Computer eindiktieren sollen - - - -
aber, nein: mein Rechner hat vermutlich ein motherboard-Problem, das muß man sich mal
vorstellen: ein motherboard-problem.
Wat is? Wieso funktionieren diese Kisten nicht einfach?
Ein Baustein, ein TEIL des GANZEN ist defekt. Und dann geht ALLES nicht.
Das ist ja irgendwie eigentlich auch ganz eisenhart.

2035: Dann also doch kein Voice Control.
2055: Ciao sister, laß dich mal wieder blicken, ja ich komm die Woche wieder für ein paar Tage.
2105: Mama, Gespräch über: Realität - Geschichte - Motivation - Manipulation - Konditionierung -
Echtzeit - Fehlzeit - Freiheit - Tabuisierung, DUAL, und da ist es, denke ich, das könnte es sein:

DUALmagazin
published by
dv & nz

2138: Den alten 386er PROTOTYP anschließen.
2139: Und das Verzeichnis "stefan" ist auch noch da.

2142: Notiere den Tag. Make my day.
2250: tapes of Madrid, Unterwassermusik mit Olaf, das tape ist datiert auf 1992.
2320: Wieso gibt es kein Photo von uns 3n? Eva wollte einmal ein Portrait von uns 3n haben.
Sie hat es aber leider nie geschossen. Why, du Krücke? Dann hätte ich jetzt ein Cover.

0032: In das Bett biegen, ich hoffe, durchschlafen zu können - die letzte Nacht war bescheuert, ich
war ab 0253 wach, drehte mich nach allen Seiten, las, notierte, löschte das Licht, der Kopf wurde
schwer, fast für den Schlaf, aber es schlief nichts. Matrazendrehen, im Bettlaken: nicht gut.

0101: Turn out the lights.

you've got to give the people
someting good to read
on a sunday
 
 

Sonntag, 24.01.99, Stuttgart

1538: Anruf von Ditmar. Was machst Du heute so? Tape mixen. Wir telefonieren nacher nochmal.
1542: Die Zahlen auf dem Display:

CD-PLAYER:
- 2.01
- 2.00
- 1.59

TAPEDECK:
43.33
43.34
43.35

zeitversetzter Takt
Duale Uhren

1638: Es ist Sonntag, sich's mit ein paar CDs bequem machen, nebenher ein tape laufen lassen,
das klingt eigentlich nach nichts-machen, ober-faul sein. Genau so ein Tag ist heute. So vielleicht.
Und natürlich geht der Tabak wieder zur Neige. Und gestern habe ich eine halbe Stunde nach
Papers gesucht. Was reißt denn hier ein? Das mit den Papers bemerke ich natürlich auch erst
dann, wenn die Geschäfte zugemacht haben und die Leute im Wochenende sind.

1721: Lucky Man, auf der Urban Hymns von Verve, das ist auch ein duales Lied.
1727: Slide away, auf der Definetely Maybe von Oasis, das natürlich auch.
1818: Petra kommt heute nicht mehr, morgen, so gegen 1830. OK.
1823: Ich muß Elvis mal fragen, wegen so einem "dualen"-Magazin, was man da mit wem so
machen könnte ...

1920: Sonntags baden - gibt es etwas besseres ...?

TV-Junkie &
Bettleser

Samstag, 23.01.99, Stuttgart

Themenabend auf VOX, die Bismarck
Wiederholungen auf SAT1
Wiederholungen auf RTL
Alte TEMPO-Ausgaben
Der Baader-Meinhof-Komplex
Licht aus.

THE ETON RIFLES
Paul Weller

Freitag, 22.01.99, Stuttgart

Sup up your beer and collect your fags,
There's a row going on down near Slough,
Get out your mat and pray to the West,
I'll get out mine and pray for myself.

Thought you were smart when you took them on,
But you didn't take a peep in their artillery room,
All that rugby puts hairs on your chest,
What chance have you got against a tie and a crest.

Hello-Hurrah - what a nice day - for the Eton Rifles,
Hello-Hurrah - I hope rain stops play - with the Eton Rifles.

Thought you were clever when you lit the fuse,
Tore down the house of commons in your brand new shoes,
Compose a revolutionary symphony,
Then went to bed with a charming young thing.

Hello-Hurrah - cheers then mate - its the Eton Rifles,
Hello-Hurrah - an extremist scrape - with the Eton Rifles.

What a catalyst you turned out to be,
Loaded the guns then you run off home for your tea,
Left me standing - like a guilty (naughty) schoolboy.

We came out of it naturally the worst,
Beaten and bloody and I was sick down my shirt,
We were no match for their untamed wit,
Though some of the lads said they'll be back next week.

Hello-Hurrah - there's a price to pay - to the Eton Rifles,
Hello-Hurrah - I'd prefer the plague - to the Eton Rifles.

Hello-Hurrah - there's a price to pay - to the Eton Rifles,
Hello-Hurrah - I'd prefer the plague - to the Eton Rifles.

Sheela-Na-Gig

Donnerstag, 21.01.99, Stuttgart

HEUTE RUHETAG

the loss of index.htm
text missing in action
Anwendungsfehler?

Mittwoch, 20.01.99, Stuttgart

2313: Super-GAU. Kann Anschluß auf default 80 nicht finden - Socket-Code irgendwas oder so
eine Kack-Meldung. Ich kann index nicht abspeichern, auch nicht unter einem anderen Namen.
Ab in den Arbeitsspeicher damit, strg a, strg c, Frontpage schließen und dann:

beim Kopieren ist ein Fehler passsiert:
In das neue Frontpage-Dokument fügt er mir nur meine eMail-Adresse ein.
Anwenderfehler oder was? Kann ja wohl doch nicht sein.

Text index.htm = 20.01.99 is lost in outer space.
Jetzt weiß ich warum ich wieder eine Schreibmaschine will.
Aus den Boxen kommt ein Song, Front Page Lover und das paßt jetzt ALLES.
Das heutige TABU (ca. 1 A4-Seite) ist weg, missing in action. Verfluchte SCHEISSE.

2320: Jetzt speichert der Rechner wie immer.
2321: Nein, jetzt kein Gedanken-Memory.

Da war doch noch die Story von Charles Bukowski, wie er einmal einen Computer von einem
Freund geschenkt bekam. Buk wehrte sich, willigte dann doch ein und schrieb am ersten Abend
gleich eine amerikanische Ode, "to my fuck machine" oder so etwas. Plötzlich, der letzte Vers
war halb geschrieben, stürzte der Computer ab. Buk hatte natürlich nichts gesichert. Er fummelte
zwei Minuten an der Kiste herum, dann packte ihn der kalte Zorn und er warf die Gerätschaft auf
die Straße, entkorkte wütend eine Flasche Weißwein und spannte ein Papier in seine alte
mechanische Schreibmaschine ein.

Extrem kotzig, so etwas.

Throw your
hatred down
Neil Young

Dienstag, 19.01.99, Stuttgart

0645: Palimpalim. Aha. Es geht wieder los.
0749: Die dumme Kuh in der blöden Bäckerei.
0813: Der tägliche Fasching.
1033: Konvertieren, kopieren, auskorrigieren, all that what i really like, Quark-Dokumente
überarbeiten, mit 20, 30 Bildern - ebv im Photoshop, das Telefon, das Fax, der Kopierer,
der Drucker. Und natürlich die Handwerker: Die Handwerker bohren Löcher durch die Wände.
Ich muß an ZAHNARZT denken, wie jeder. Fast schon witzig, wie die sich in den Büroecken
hineinbiegen und am Boden liegend BOHREN.

1229: 2 Rinderrouladen mit Nüdeli. Ich glaube, wenn man eidgenösische Kunden hat, nimmt man
auch die Sprache an, weil sie einen immer wieder jeden Tag am Telefon anspringt:
GRÜEZI. Grüß Gott.
Im März/April gibt's den Tollshock dann mit Wien, Salzburg, Linz usw.
JA BITTE? Wos is dees, bitte? NEIN, der Bürstenabzug ist bitte nicht eingelangt, uswusf.

1744: Charlottenplatz, Stephan Quadt steigt aus, unübersehbar, Hi, wohin des Weges, zum
Sulz? 60 Sekunden Konversation am Bahnsteig, dann kommt meine U-Bahn eingefahren.

1745: Ich stehe, eingequetscht, im Mittelraum der Türen, kann mich nicht bewegen.
Ein Kind im Kinderwagen singt die Melodie von "Heidi."  Mehrfahrkarten werden vorgereicht.
Könnten Sie mal bitte? Ja bitte, danke. Ist ein ganz komisches, DUALes Gefühl:
Einerseits kotzt mich das brutal an, daß ich jetzt völlig eingezwängt und fast bewegungsunfähig
hier stehen muß und, andererseits ist es eigentlich ganz witzig, das mittendrin zu sein.
Das mitkriegen, das mitbekommen. Andere würden so eine überfüllte Bahn flitzen lassen und die
nächste nehmen oder eine andere nehmen und dann umsteigen. Ich eigentlich auch, weil ich
hasse überfüllte Bahnen, Züge, Kneipen, Restaurants, es gibt eigentlich nichts Schlimmeres.
Und zugleich schätze ich überfüllte Bahnen, Züge, Kneipen, Restaurants, es gibt eigentlich nichts
schöneres, interessanteres. Es kommt auf den Augenblick an. Ich denke, daß ist DUALISM.
Und ich denke auch, das wäre eigentlich ein guter Name für ein 5-min-Sound. Und so vergeht die
Fahrzeit und auf einmal ist es:

1810: Und ich bin ja schon da.
1902: Die ganzen Getränkekästen von Silvester sollten jetzt aber auch mal endlich weg. Also, auf.
1920: 24,80 - na, das ist doch etwas für etwas das nur dumm im Keller herumgestanden ist.
1945: Konrad ist zu Besuch. In der Wohnung nebenan. Grüezi, wie geht's allerweil ?
2011: TAGESSCHAU, jaja, der Strack ... Da hätte SAT1 eigentlich gar nicht kündigen müssen ...
Oder gab das dem Fettstrack den Rest? Vielleicht. In seiner Rolle beim "Schattenmann" soll er
sich sehr nahe bei sich gefühlt haben, habe ich einmal irgendwo gelesen ...

2019: Der kleine Irland-Film in Südwest. Wann war ich mit Olaf und Udo auf der Insel?
Das ist Jahre her, 1986 oder 1987. Viel zu lange ist das eigentlich schon her.

2153: BERECHNUNGEN: Wieviel Geld habe ich seit 9 1/5 Jahren dort verdient und wieviel davon
steckt in den Schallplatten, CDs, tapes etc ?
Und wieviel in den Büchern ?
Und wann fanden wo Transaktionen statt ?
Das war eigentlich der Lesespaß bei MONTAUK, die Seiten, wo Max Frisch, 63, von Bank zu
Bank eilt, seine Papiere vorlegt und sich erkundigt ob er ein Konto bei dieser Bank führen würde.
SO ETWAS charakterisiert natürlich den Schweizer exakt so gut wie den Deutschen mit seinen
Bierzelten und der Vorliebe für Volksmusik.

2155: Ich suche einen Taschenrechner, finde ihn nicht. Ich müßte zählen, die Platten, die CDs,
die tapes schätzen, mein Ø-liches Einkommen hochrechnen, oh no, oh yes. Das ich mal weiß,
wo der Rest von der ganzen Kohle steckengeblieben ist.

2255: Der Schreibtisch dient nur noch als Ablage, nicht ganz, aber fast:

6 x Streichhölzer,
2 Tapes,
2 Aschenbecher,
5 Disketten,
X Notizzettel,
1 China-Imbiss-Karte,
2 Brillenvlies,
taz vom Samstag
mit den Briefmarken im Block
von Clinton & Levinsky aus Abchasien, Georgien,
2 Zeit,
2 StZ,
5 Spiegel,
4 ZEITmagazine,
2 SZ-Magazine,
5 Bücher: Montauk, British Hit Singles (Ausgabe 1986), Turngedichte, fever pitch, Heldenplatz,
1 Löffel,
1 Glas (Seidel),
1 Playmobilmännchen,
2 Öffner,
2 Locher,
1 Schneekugel aus Wien, VIENNA IS DESPERATELY WAITING FOR YOU,
9 Plastikschweine,
1 Marzipanfrosch,
1 Holzbrett,
1 Langenscheidt englisch-deutsch, deutsch-englisch,
1 Gehaltszettel im Umschlag,
4 Feuerzeuge,
ein paar Goetz-Ausdrucke, Abfall für alle
1 Taschenmesser,
diverse Flaschen, Bier, Gatorade, Fanta, Coca-Cola, Sprudel, eine Flasche Sauternes (leer),
2 Kaffeetassen,
2 silberne Steine,
1 Batterie,
1 Filmdose (leer),
1 silberne Gürtelschnalle,
1 Fensterklammer aus Kunststoff,
1 dick bepackten grünen Bürokorb,
5 Klarsichfolien ohne Inhalt,
1 Schweppes-Ginger-Ale-Dose, oben aufgeschlitzt, mit Stiften, Kuli's, Blei,
1 Schere
1 Geodreieck,
1 altes Typometer,
1 Lineal,
4 Postkarten und 2 Briefe.

In meinen Koffer werfe ich jetzt nur einen kleinen Blick:
Da ist sogar, man glaubt es kaum,
auch noch ein Spielball vom tippkick

0037: Inventur und Schreibtischarbeit beendet.
0052: Licht. Licht aus.

My name is Joe ...

Montag, 18.01.99, Stuttgart

0823: Just another day, monday.
1805: Andor.
1815: Atelier am Bollwerk presents "My Name is Joe", Eintritt 9,

NETZER
BECKENBAUER
MAIER
MÜLLER
GRABOWSKI
Die alten Trikots von 1974 in Schottland.
So muß eine gute Fußballmannschaft aussehen.

2059: Katharinenstraße, im Stüble. Quatschen. Quaken. Plaudern. Unterhalten.
2305: Wieder zuhause.
2306: Schmidt.

angesichts der leeren Hetze im Internet
angesichts der banalen Alpträume aus Hollywood
Kriminalgeschichten
Impeachment
Grapefruit & stealing people's mail
Nina Klöckner, StZ, kann über Fußball schreiben
Goethe als Libero
Schiller auf linker Flanke
Heine auf rechts
Büchner mit der 9
Kohl als Coach
...

2348: Licht aus.

Die Stimme
aus der Wolke
Truman Capote

Sonntag, 17.01.99, Stuttgart

1706: Die Woche ist schon wieder vorbei.
1707: Kommt mir das nur so vor oder fliegt die Zeit gerade wirklich mit Lichtgeschwindigkeit ...?
1737: Das Web basteln, für Mac.

WHITE NIGHTS
BRIGHT LIGHTS

Samstag, 16.01.99, Stuttgart

1450: Esslingerstraße, Haggis. Hi Tom, Hi Alex.
1501: Cantina Toscana. Hi Sulz, Hi Schmidt.
1620: Cannstatt, die CD brennen.
1801: Wieder zurück.

DUSCHE
UMZIEHEN
LOS

2100: Liststraße, bei Mark.
2200
2300
0000
0100
0200
0300
0400
0500
0600
0700: Daheim.

Sommerhaus, später

Freitag, 15.01.99, Stuttgart

Büro. QuarkXpress. Photoshop. Frontpage. Web. Internet.

1718: Hauptbahnhof, Mama von Zug abholen.
1745: Weinsteige.
1815: Im Lehen mit Ditmar.
2210: Alte Weinsteige, zu Fuß.
2305: Wieder daheim.
2320: Licht aus.

Um den Tag
in 80 Welten

Donnerstag, 14.01.99, Stuttgart

0645: Schmidt kratzt an der Türe, eben hat der Wecker sich gemeldet, guten Morgen Katze.
Der Nachbar hat unten die Haustür aufgemacht, dann muß ich also NICHT um 0715 runter, 0716
kommt Schmidt angerannt, 0717 wieder hoch ins dritte Stockwerk, 0718 Kühlschrank auf und
Katzenfrühstück. NEIN, das gibts heute früher:

0646: Kühlschrank auf und Katzenfrühstück. SCHMIDT, das heimatliche Fellknäuel mit dem man
auch gut in den Ecken wischen kann. (Petra)

0732: U-Bahn. Donnerstag. Judith Hermann, Die Sonja-Geschichte von gestern Abend. Das ist
wirklich ein schönes Buch, Berlin-verträumt. Ein deutschsprachiger POP-text. In der Art und
Weise etwas wie Faserland.

Glück ist immer der Moment davor.
Die Sekunde vor dem Moment,
in dem ich eigentlich glücklich sein sollte,
in dieser Sekunde bin ich glücklich
und weiß es nicht.

1331: Lachsfilet à la parisienne, oder so ähnlich, 7,45.
1408: Soviel Eis kann ich gar nicht essen, was wir beim Tischfußball gewinnen. Und das ist ja
eigentlich das extrem Geile bei dieser Sportveranstaltung: Man kündigt an, heute den gesamten
Eisgewinn entweder a) zu essen oder, noch fieser b) zu verschenken und dann haut man dem
Gegner die Bälle um die Ohren, daß es nur so kracht. Dem Verlierer steht es dann immer zu,
den Gewinner zu einem "doppelt-oder-nichts" zu fordern. Das kann auch abgelehnt werden
auch extrem fies. (Das hat einmal fast zu einem richtigen Streit geführt).

Meistens wird es aber "gnädigerweise" doch gespielt, also angenommen, mit einem Vokabular,
das nahe am Wiener Schmäh is':

"Habt ihr noch genug Luft oder sollen wir die Sauerstoffzellte aufbauen?"

Oder, auch gerne genommen und ausgesprochen:

"Zusammengerechnet seid ihr 110, sollen wir mit einer Reihe spielen?"
usw.
"Ihr Pisser"
"Luschen"
bei der Endabrechnung werden Luschen nicht berücksichtigt
"Batlag"
angedeutetes Gepucke
auf den Boden
der sportlichen Tatsachen

Den Gegner foppen. Manchmal tritt der Gegeneffekt ein. Das Gegenteil.
Der Gegner ist hypermotiviert und gefährlich wie waidwundes Wild, unberechenbar, gewaltig
aggressiv und schießt einen mit 0:7 vom Platz. AUA.

Siegreich die Sieger, allen voran die Verlierer, die letzten von 110, sperren das Stadion ab,
meist mit gesenkten Köpfen. Sportpsycholgie. Tischfussball.

Diese Niederlage wirft die Mannschaft um Jahre zurück
Ein 6:6, immer brisant.
Ein 3:7, das reicht bereits
Dort, wo's am meisten wehtut
Ein Schulbuchmäßig vorgetragener Angriff
Ein Kabinettstückchen
Ein Tor wie eine Injektion
Er blieb heute blaß
Da möchte man gar nicht mehr hinschauen
Das paßte kein Daumennagel mehr dazwischen

Heribert Faßbender

1713: Petra hat ein Konvertierungsproblem mit Word.
1715: Schick das Ding mal per mail runter.
1722: Zack, da isses. Und das finde ich wirklich ultra gut: Das.
1723: Konvertieren, *.doc, *.txt, *.rtf und noch irgend so ein Mac-Format.
1724: eMail retour.
1726: Rückruf. OK.
1733: Kopierfehler. Anruf bei Gisela, Bild 1 und die cmyk brauche ich nochmal. Heute noch? Nö.
1739: Licht aus. Türe zu.

1741.04: Die Bahn fährt mir vor der Nase raus. Great.
1741.06: Der Regen nieselt. Und die Tage hallen leer. Ringelnatz.
1741.10: Die Ampel ist gerade rot geworden.
1741.15: So habe ich es mir immer vorgestellt.

1801: Rathaus, Lerche, von unten her, 6 CD-Rohlinge à 3,79.
1817: Beim alten Niedlich vorbei, da gibt's jetzt Mode.
1824: Second Hand Records. Ich geh mal kucken.
1825: Die Fugazi, die mit "waiting room" nagelneu, sieht jedenfalls so aus. Im K7-Fach sind die
besten Stücke ausgeräumt. Kann ich die Andrea Parker auf Vinyl bestellen?, klar, das ist das
Doppelalbum, nich'? ja, sage ich (ich hoffe, daß es eine Doppel-LP ist). (Doch, ich glaube, es
ist ein Doppel-LP). Dann wird der Vorgang in ein Platten-Organizer-Buch schriftlich eingetragen
und dann: Die Fugazi wird getippt, dann erscheint der Betrag "14,95" auf dem Display.

1831: Darf man seinen Lieblingsplattenladen verraten? Nein. Verrät man ihn weil man bei der
Konkurrenz etwas eingekauft hat? Nein. Wieso denke ich an so was? Er ist selbst schuld.
Wer nur Exoten verkauft hat nur Exoten in seinem Laden. Also geile Scheiben aber es läuft nix.
Die Fugazi hat er mit großer Wahrscheinlichkeit nicht und die K7_Parker hat er 99% auch nicht.
Tommes ist special, extrem moshig am Nörgeln, launisch und sicher abgefahren. Geil sortiert.
Wenn man ihn kennt blickt man's auch mit seiner Schallplattenordnung. Sonst eher nicht

1834: Die Bahn fährt mir vor der Nase raus. Das ist so extrem kotzig, das 1 Min. früher ...
1841: In der nicht so vollen U6 bis Möhringen. Zigarettenpause. Passt.
1910: Zuhause. Schmidt will sekündlich ins Freie, Nasse, ... bitte ... bis später.

1920: Abendbrot. TV, zappen, KULTURzeit wieder mit Gert Scobel, das von gestern stimmt
schon, aber der Typ ist der definitive Kultursendungsmoderator des Jahrhunderts.
Souverän macht er das, really anmutig, Profi und Perfektionist, ein Kopf hinter dem Screen,
Bildschirm, sorry.
Und ich glaube doch, daß er vom display runterspricht, gekonnt, keine Frage.
Aber eben: nicht frei. Er will die freie kulturelle Mediashow mastern, jung, geil, frech und gut.
Das kann niemand fast jeden Tag auswendig lernen, eine komplette Sendung. Ich denke, eher
nicht. Bei Gert Scobel wirkt es ECHT, es sieht so aus und es sieht gut aus.
Kriegt 3SAT nicht dauernd irgendwelche Preise, Bären, Bambis und so Zeug?

2002: Tagesschau mit Ellen Arnold, die Stahnke ist ja in Hollywood als Göhring's Frau unterwegs.
Jürgen Trittin sieht aus wie einer aus dem Vorspann von "Väter der Klamotte".
Das lief mal vor Jahren im ZDF um 1825 oder so. Genau so sieht er aus.

2015: "QUI?" - deutscher Titel: "Die Geliebte des anderen" - Frz.-Ital. Thriller (1970)
Mit Romy Schneider, Maurice Ronet, Gabriele Tinti
Eisenharte 70er Klamotten, rote Cabrios mit einem aufgeklebten Herz auf der Fahrertür.
Dazu die Farben, dieser typische grünton im contra mit orange, ins rot übergehend. Und dazu
noch die Musik, die ich mir auch besorgen muß: Claude Bolling music à QUI.

2140: Die Fugazi ist neu oder nur ein- oder zweimal gespielt. Dieses "waiting room" wollte ich
immer irgendwo einmal mitnehmen. Das ist auch so ein 90er Song. Liste der 90er-Songs.

2144: Das TABU schreiben, jetzt bei Dunkelheit, die Tagesgedanken so gut wie's geht
archivieren, notieren. Wenn TABU dann morgens da ist, richtig da ist yepp, das macht mich
lucky & glücklich denn der Tag ist ein göttliches Maß. Die Nacht auch, aber anders.
Wenn man sich den Nachtflug bis in die Puppen leisten kann  morgens kräht immer der Hahn
oder ein Micky-Maus-Wecker. Und dann gehts wieder los.

2250: I Don't Know / The Negotiation Limerick File. Und dann weiß ich auch, so ganz plötzlich,
irgendwie, warum Marc die 2. Platte von "hello nasty" besser gefällt. Sie ist ruhiger, leichter,
lieblicher. Ich bring frozen mit für Marc, Elvis sagt: er hat sie nicht.

2251: Das GenscherGespräch auf 3SAT. Ohne den gelben Pullunder. Was eigentlich schade ist.
2256: Auch ein Spezialberuf: Aussenminister. Genschman im Gespräch:

"Was dachten sie in diesem Augenblick?"
"Können Sie diesen Gedanken rekonstruieren?"
"Nein, ich müßte ihn aus der Zeit wieder importieren"

2320: Kein Schmidt.
0015: Nochmals runter, das Katzenlied pfeifend.
0130: Schreibfehler checken, korrigieren, meine Tastatur ist völlig hinüber.
0145: Schmidt wartet pünktlich.

Schmidt miaut eigentlich nicht.
Konnte es nie.
Es hört sich eher an wie ein Krächtzen.
Aber, immerhin:
vor 3 Jahren hörte ich
Schmidt nicht:
So leise

0206: Licht aus.

Tamla Motown
Detroit

Mittwoch, 13.01.99, Stuttgart

0703: Der Wecker reißt mich aus einem sehr angenehmen Traum, ich wollte ihn mir dann in der
U-Bahn aufschreiben, da war er aber schon wieder weg, ein paar Fetzen noch aber ich weiß nicht
ganz genau ob das jetzt zum Traum gehört oder schon nicht mehr.

0833: Herrje, heute ist ja die Abholung der gelben Säcke, Stefan der Müllmann und die Müllkarre
kommt immer näher. Und das ist auch witzig weil es jedesmal wieder schön anzusehen ist:
Unser Nachbar stellt IMMER ein oder zwei Säcke hin und die sind randvoll mit Bierdosen.
Irgendwie sieht das echt eisenhart aus. Er übrigens auch, die dunklen Haare nach hinten
geschmiert, ein etwas abgetragener Anzug und dazu Turnschuhe.

1231: Schweinfleisch Terjaki, süß-sauer.
1246: Tischkicker am Deutschen Meister, aus Kollegen werden hasserfüllte Fußballgegner.
Die tägliche Portion Zorn, im Keller bei uns.

Und dann Telefonate in die Schweiz:
Grüezi (sollte man ja eigentlich nicht sagen weil die Gefahr besteht daß derjenige einen dann
komplett zutextet, auf Schwyzerdüütsch)
Grüezi
Ja der isch am Telefon besetzt
Wollet Sie später nochamal alüte? (anrufen)
Ja der isch in einer Sitzig (Sitzung)
Sind Sie noch da? Wenn eine Weiterverbindung nicht geklappt hat. Das sagen wirklich alle
Schweizer am Telefon: Ja sind Sie noch da?

Quark
Photoshop
Homepages
Kaffee
Zigaretten
Ein ganz normaler Tag

1810: Daheim, Schmidt füttern, mich füttern, die Pfanne anschmeißen, 2 x warm essen ist im
Winter eigentlich Pflicht, ein Blick aus dem Fenster, der Schnee leuchtet bläulich im
Laternenlicht, das wird ein ganz fauler Abend, nichts anstrengendes. Und zu der Lesung heute
im Studiotheater habe ich überhaupt keine Lust, ich würde auch gar nicht zuhören können und
deswegen, NEIN, heute nicht, wirklich.

1844: Ein paar Takte TV, faul auf dem Sofa, nochmal Schwein, Pfannengyros, fettig. Jaja.
1920: Das neue JESUS-Plakat à la Che Guevara ist da. Sieht eigentlich ganz witzig aus. Scobel
und seine KULTURzeit in 3SAT. Fast schon zu gut gemacht, denke ich, irgendwie kann da was
nicht stimmen ... Nicht, daß ich supermißtrauisch wäre, aber das macht er alles zu federleicht.

2010: Rechner an, TABU machen, email abrufen, hey, Olaf schickt eine mail, ich soll ihm die
Linkliste nochmal schicken. Die angehängte Datei, ein Plattencover, ist nicht da, hat er wohl
irgendwas falsch gemacht, Anwendungsfehler, egal, das legt sich mit der Zeit.

2219: TABU. Ein monatelanger Mitschnitt des Alltags. Wann war eigentlich >Bergfest<, also
Halbzeit? III, 3.3 oder III 3.4 ? Naja, ist auch nicht so wichtig.

Sommerhaus später
im Bett liegen und lesen
das war es dann
heute, III, 6.3

Tamla Motown Records
wird 40

Yvonne Devrient
Horst Hoss
Vorname Nachname
heute ohne uhrzeit
 
 

Dienstag, 12.01.99, Stuttgart

330,000 human babies are born every day
90,000 human beings die every day

Wenn sich so ein Zirkel wie gestern zentriert, also so entwickelt, daß er gedanklich ein Kreis
wird ... oder doch lieber eine Gerade ... ? Ich bin kein Geometrie-Fan. Ein Kreis braucht sich ja
nicht unbedingt zu schließen eine GERADE muß ja nicht gleich ins ALL schießen ...oder?
ZWEIFEL, unbegründete. Nein, es war ein Anfang, ein neuer, für mich.

Das Rainald Goetz-Tagebuch, der ABFALL FÜR ALLE ist jetzt seit Sonntag abgeschlossen, fini.
Das habe ich auch immer gern fast täglich kurz gelesen:

ja, das war's. allen alles ...
stumme Gefährten meines Abenteuers ...
Schade daß es aus ist

Während die anderen meines Jahrgangs 1966 richtig dick Geld machen (teilweise) sitze ich hier
vor den Buchstaben und bin wieder im Versuch des Schreibens, nicht darüber erzählen, sondern:
flink den Griffel gespitzt, den Weg zum Papier kurz halten, daß möglichst wenig verloren geht.

Es geht aber immer etwas verloren

Montauk-Nachwehen
Natürlich, Ludwig Wittgenstein
Bachmann
Bernhard

die eigentliche Unmöglichkeit

Eigentlich sollte ich glücklich sein
Eigentlich bin ich es auch
Das fehlende Stück
vom Glück
wird erst dann bemerkt
wenn es nicht mehr da ist.
Und dann fehlt es einem.
Egal was.

it's my life
talk talk

so isch's
sagt man hier
in Stuttgart

Goethe lesen und
Motörhead dabei hören:
das wird schwerfallen.

Steile Sätze basteln
aus sich heraus
das ist wie sampeln
mit loops
konstruiert, aber
furchtbar geil.

Der Vorwurf (unberechtigt) von Nina:
Du bastelst
Du bist nicht
real
FUCK
stimmt doch gar nicht

Ich montauke. WHY?

Ich wollte immer ALLES machen.
Ich sollte mich festlegen, konkretisieren.
Superschwer.
Gehört nicht ALLES irgendwie
zu ALLEM ?

Bäh, geh' fort
Überleben in WIEN

Heiraten

in der alten Kaiserstadt
Halten zu Gnaden,
Herr Geheimrat.

BACHMANN
MUSIL
Klagenfurt
Salzburg
die Vororte
QUALTINGER
AICHINGER
JANDL
JELINEK
Kettenbrückengasse
Naschmarkt
Gemüsebuden
Titanic
Wienzeilen
Kopfsteinpflaster
Ich habe Sehnsucht
mit Sturmmütze

Inschrift der SECESSION:
DER ZEIT IHRE KUNST
DER KUNST IHRE FREIHEIT

Gut, gerne, machen wir
Ich bin dabei
Always, forever
und dann sausen wir.

Automobil & SOUND:

Rock & Roll
ist vielleicht doch
nicht so schwer.

the big
Montauke

Montag, 11.01.99, Stuttgart

1736: Charlottenplatz, am Kiosk. Bitte, gibt es jetzt wieder Old Holborn? Ich hätte das ja auch
längst irgendwo anders besorgen können, aber die Kiosk-Frau lächelt so superfreundlich, weil sie
supernett ist. Ich kaufe dort fast meine gesamte Presse und fast alle Tabakwaren. Jeder braucht
einen Kiosk, denke ich.

1748: Katharinenstraße, kurz im Stüble, Abendessen, kleiner Salat. Zum Nachtisch nochmal der Frisch.
1815: Carlo. Und im Gespräch.
1920: Es schneit wie verrückt.
2000: Jetzt stehe ich vor der angegebenen Adresse: Falbenhennenplatz 17, Lift-Redaktion, ich
läute. Nein, hier sind sie nicht richtig. (wie auch?) Der Hausmeister kommt herunter und ich
erkläre ihm mein Problem. Ein Zettel mit dieser Adresse, jetzt und hier und es ist genau: 2000.
Ja, da müßen Sie vielleicht mal da hinten kucken, ich muß jetzt abschließen und den Schnee
wegschippen.
Klasse, ja, vielen Dank.

2007: Ich habe es gefunden, im Schneegestöber. Die Nummer war falsch.
2008: Grüß Gott, ich bin der Neue.

WIR MONTAUKEN
Ursula, Birgit, Rudolf und ich, der Neue
RAUCHEN UNERWÜNSCHT
Balkon

2144: Zu kurz, die "Besprechung", leider. Ich habe auch etwas an der Vorbereitung der
Besprechung zu bemängeln: z. B. kann es nicht sein, daß jemand etwas behauptet ohne
Beweis, also ohne Seitenzahlangabe, pagina, etwas in den Raum stellt. Das geht nicht.
Und ich weise auch darauf hin. Aha, höre ich es denken, ein PROFESSIONELLER.
Anfangsschwierigkeiten (wie bei jedem Lesezirkel) bei mir, als Neuer, eigentlich immer, wenn
man irgendwo NEU hinzustößt. Aber es fließt trotzdem am Tisch, es floated, es bewegt sich
etwas, wenn auch noch nicht so richtig geschmiert, der Zirkel spricht. Beim nächsten Treffen?
Nochmal FRISCH, diesmal "Mein Name sei Gantenbein", knappe 300 Seiten, wieder Suhrkamp,
6 Wochen Zeit dazu, dafür. Ich erkläre mich für die Bereitstellung der Bachmann-Sequenzen.

2159: Rudolf und Birgit gehen, ich bleibe noch ein wenig in der fremden Wohnung. Ursula und ich
quatschen noch 1 1/4 Stunden, Gesellschaft, Literatur, Internet, Nazis. Die man in einem Camp
nach ultrafiesen Nazi-Methoden züchtigen/strafen sollte, bis sie kotzen müssen. Schlage ich zur
Besserung des Problems vor. Sie hört zu und ich weiß nicht ob sie weiß was ich eigentlich meine.

2315: Danke für die Einladung. Ich hab' Dich doch gar nicht eingeladen. Ja, trotzdem vielen Dank.
2317: Im Schnee, Olgastraße. Naß, rutschig, ich friere.
2328: Katharinenstraße. Im Stüble.
2357: Müllerchen sagt: Ich benötige 20 Mio. Ich: Ich auch. Er: Und Bill Gates soll für mich 1 Bill.
lockermachen. Ich: Dann schick ihm doch eine eMail mit deinem Portrait; er denkt dann, Du
wärst sein Bruder. Er: Gute Idee.

0005: Die Sessions laufen, aus meinem Koffer. Hey, machst Du uns davon ein tape?
0006: Ja, ich tape es. Nächste oder übernächste Woche.
0033: In der U-Bahn. Erster Wagen, ganz hinten, der leere Zweiersitz. Da sitze ich dann und
denke: Die meisten VERSTELLEN sich ersteinmal, Hobby-Hollywood. Die meisten verstehen das
erstmal gar nicht. Das klingt überheblich, aber das ist es nicht. Zu oft gesehen weil zu oft
passiert. Zur VORSTELLUNG werden dann fälschlicherweise Platitüden, Sprechmuster
angewandt pädagogisch wertvoll, natürlich, aber irgendwie sinnlos. WITTGENSTEIN.

Die Katze beißt sich dann in den eigenen Schwanz.
Ganz lustig. Aber nur für die Katzen, SCHMIDT, nicht da kratzen ... senseless ... ok ...

0219: Licht aus.

Salem
ohne Filter

Sonntag, 10.01.99, Salem-Mimmenhausen

1133: Das schwarze Ledersofa gibt mir einen Tritt, steh endlich auf und geh' von mir runter.
1134: Aha. Elvis ist auch schon wach. Morgen. Morgen. Wie lange habt ihr noch ..? bis 1/2 5. Aha.
Wie hört sich das gesampelte Zeug jetzt an? Ja, Olaf hat noch gesungen, warte, ich muß erst alles
wieder laden, MOMENT. Chartbreaker, das wird natürlich der TANZhit 1999. Mansarden-Tanz-Tonstudio.
Am See.

1330: Spätes Frühstück in Überlingen.
1500: Uferpromenade, es weht ein kühles Lüftchen. Das Schreien der Möwen, das Quaken der DUCKS.
1515: Kunstgalerie "Zum faulen Pelz". Haus Müller am See. Jemand Lust auf Bodensee-Felchen?
1536: See-TV-Studio. Wir seen uns. Ich mail DIR die Sachen gegen 2000.
1552: Zurück in die kommende Woche, ab in den Barcetta und mit 200 km/h zurückhacken.
1620: Hast Du irgendwo eine Tanke gesehen? Nö. Nächste Ausfahrt raus. PLAYBOY, 45th anniversary,
BamS: SAT1: Aus für kranken Strack. Die Neue von Guildo Horn. Jetzt stürzen auch die Handy-Tarife.

1745: Wieder zurück. Hallo Schmidt. Wo ist denn bitte das Wochenende geblieben?
1814: Das tut gut, sowas: Ab in die Karre und wegdonnern - Kurztrip am Wochenende. Und jedesmal,
wenn ich wieder unten am See war, fühle ich mich entspannt, wie neu aufgeladen, für irgend etwas,
für Musik, für Schallplatten, für CDs, für Bildbände, für Bücher, für Ideen, für Projekte, fit für die Welt.
Und allein die Vorstellung, daß man heute in kürzester Zeit ultrabrutal WEIT WEG sein kann, ist eine
beruhigende, reale Vorstellung.

1844: TABU, eMail, wieder auf der Suche nach Covers (erfolgreich)

Nochmals Notizen zu MONTAUK, wegen der Lesung / Besprechung morgen. Ich habe keine Ahnung,
was das da morgen um 2000 werden wird, in der Falbenhennenstraße. Und außer dem Rudolf Straub
kenne ich dort keinen, egal, ich habe mich auf MONTAUK vorbereitet, ich weiß nur nicht, was es da
großartig zu bereden, zu belesen gibt. Allerdings bin ich da neu und sollte nicht gleich alle aufmischen,
mit der Tür in's Haus fallen, vielleicht gibt es ja wirklich ein MONTAUK-Gespräch und dann kommt der
eigentliche Kern der Veranstaltung; daß es also nur als Motto ausgeschrieben war und dann geht's ab
ins INNERE, zur BASIS. Was mir lieber wäre, denn ich bin alles andere als ein Frisch-Fan.

Buchvorschläge für die nächsten Treffen: FASERLAND / Kracht, DIE PORTUGIESIN / Musil,
WITTGENSTEIN'S NEFFE / HELDENPLATZ / Bernhard, CELEBRATION / Goetz. (ungelesen)
Das fällt mir jetzt gerade ein, ohne Nachzudenken.

photograph your life! If you might lose it, you'll have a copy.

2308: Schreibtisch, nochmal der Montauk, die Wichtigkeit der Banalität, wie Patricia und Petra
geschrieben und bestätigt haben, die Alltäglichkeit des Alltags, ALL-TAG, nichts spaciges, kein
beamen, keine Mars-Clubs o.ä. der nackte, gewöhnliche Tag, den man sich jeden Tag irgendwie neu
erfinden muß, um nicht durchzuknallen, um die Waffen zu Hause lassen zu können, um nicht Amok
laufen zu müssen, not FALLING DOWN, in Nicht-Hollywood, um sich nicht ablenken zu müssen vom
Alltag. Daß der Alltag der EIGENE Tag ist und wirklich nichts anderes: und das verstehen viele nicht.
Ich muß mich da mal mit einem Gehirnforscher etwas näher unterhalten.
Wo treffe ich einen Gehirnforscher? Einen Fachmann? Wo, bitte, wo?

Rock'n'Roll had saved my life.
Down in the streets. Westend girls. Hey survivor. talktalk.
Ein tape von 1983/84.
Und ich weiß nicht, wer das Ding abgemischt hat (Willi? Rauser? Graeter? Robert?).

2347: Welche Schallplatte lege ich jetzt auf den Plattenteller links ...

Kurztrip zum See

Samstag, 09.01.99, Stuttgart

0902: Wach! Auf! Hopphopphopp! Einkaufen!
0933: Kurzbratartikel, ab DM 1,99 steht da auf einem Schild an der Fleischtheke. Unglaublich.
1000: Elvis ruft an. Ich hol Dich ab um 1300. Bodenseefahrt, zu Olaf.
1006: Petra ruft an. Was macht der Fuss?
1015: Ein Schwung aufs Fahrrad, zur Bäckerei.
1133: Frühstück mit Petra. Petra und der verbundene Zeh.
1217: Vor dem Rechner. Mit Petra. Wegen Internet. Abmeldung online bitte nicht vergessen ... Jaja.
1245: Packen, ein paar Dinge. Und weg.

FAR' N, FAR' N, FAR' N AUF DER AUTOBAHN
KRAFTWERK 197x

1412: Der Schweizer PS-Ritter, der uns ALLES erzählt. 2 Millionen km in 14 Jahren.
1544: In Salem-Mimmenhausen.
1600: Dachwohnung, Olaf hat wieder eine Dachwohnung. highhighhigh. Guten Tag.

1900: Technik: i-MAC, AOL, Internetzugang, email, Einstellungen, erste Schritte, www-Adressen, CHAT.
Olafunger@aol.com. Willkommen im Club, Netzjunkie.

und dann,
nach dem Essen:
Sampeln
MPC 2000 Midi Production Center
VOSIGIENNE
Sequenzer
Loop
Hz-Frequenzen
Congas
Tablas
Bass

Es gibt Musik, die ist so amazing,
daß tanzende Farben aus dem Lautsprecher kommen.

Steinzeit

Freitag, 08.01.99, Stuttgart

1223: Skalpell, Schwarzfilme, Lineal, kratzen. Wie ein Bachulke. Das war's.
Und das im digitalen Zeitalter. WOW.

1525: Kiosk am Charlottenplatz, Hallo, die SZ mit dem Führerschein-Magazin. Prominente zeigen ihr
amtliches Gesicht: von Bülow, Joseph Fischer,  Reich-Ranicki, Bettina Ruge, Roger Willemsen, Roberto
Blanco, Angela Merkel ... Ganz geil, vorzüglich gemacht. Da ist das ZEITmagazin vom Donnerstag mit
den 99 Anmerkungen zur Zahl 9 extrem dünn. Auch optisch ist es eher schlechter geworden.

1600: Die Bücher sind da. Sommerhaus später, Judith Hermann, Heldenplatz, Thomas Bernhard:

Was die Schriftsteller schreiben
ist ja nichts gegen die Wirklichkeit
jaja sie schreiben ja daß alles fürchterlich ist
daß alles verdorben und verkommen ist
daß alles katastrophal ist
Und daß alles auswegslos ist
aber alles das sie schreiben
ist nichts gegen die Wirklichkeit
die Wirklichkeit ist so schlimm
daß sie nicht beschrieben werden kann
noch kein Schriftsteller hat die Wirklichkeit so beschrieben
wie sie wirklich ist
das ist das Fürchterliche

Gedankenmemory
Abend mit Goldrand

Donnerstag, 07.01.99, Stuttgart

1719: Elvis
1726: Vino Vero.
1737:1996 SAINT-AMOUR, Chantal et Pascal Berthier, rot, 16,50 und: 1996: CHATEAU JOLYS, Cuvée
Jean, Petit Manseng, JURAÇON, weiß, 22,75. Der andere war mir zu teuer (63,25). YQUEM gab es
nicht, schade, hätte ich mir gerne einmal angesehen, so eine Flasche Yquem.

1825: MARKTKAUF, etwas bepackt.

1900: Schweinemedaillons in Sahne und 8-Tage-Champignons, Paprikagemüse mit Tomaten und
Spargel, mit Sahne, dazu zwei Gebäck. Und der Rote.

1920: Vorzüglich. Exzellent. Marvelous. GREAT.
2059: Wir plauschen wie zwei alte englische Frauenzimmer. Und sind beim Sauternes. Goldwasser.
Kruder & Dorfmeister sind Schlagzeuger & Basser. Sample-Technik. GROVE-Könige, in Wien.

Geschichten und Gedanken.
Einwürfe und Pässe.
Der Typ, den wir "Stiefel" gerufen haben und seine hübsche Schwester.
Ten Years After. (die Band, die ihn beeindruckt hat)
Child in time live auf der Made in Japan. (der Song der mich beeindruckt hat)
Das ist so ähnlich wie damals (wir sind fast wieder dabei)
Motorradkrieg in den 80ern
die 50er gegen die 80er
MODFATHER PAUL WELLER

2320: Heiko, Holzapfel, Ruckeisen, Unger (der Andere), AREAL ... echt? wie? nein! wo? ... wie zwei
ältere, ausrangierte, englische Fußballspieler sitzen wir hier und quaken bequem über uns und die Zeit.

2358: Und der Tisch, sehe Dir bitte diesen Tisch an: Alles steht da, an seinem Platze, wie bestellt.

Die Entdeckung
der Langsamkeit

Mittwoch, 06.01.99, Stuttgart

0930: Aufauf. Hopphopp.
1015: Montauk, den Rest des Buches. Notizen für Montag. Komisches Buch. Gutes Buch, aber wenn
es nicht von Frisch wäre, wäre es fast bedeutungslos, fast. Wie gesagt, Frisch ist mir durch die
Schulzeit ein wenig vermiest worden. (Da kann der Dicke aber nichts dafür)

1302: Raus, kleiner Spaziergang. Wo sind denn eigentlich die Sternensinger?
1313: Gedanke: Wieso liegt die nette kleine Fussballgeschichte denn wieder auf Eis? Und ich rede jetzt
laut mit mir, schreie mich fast an. Weil das Macherverhältnis nicht stimmt. Ich muß es für mich
schreiben und dieser Gedankengang hat mich auch so extrem in Hamburg damals angenervt: wenn ich
es für mich machen muß, muß ich's gar nicht mehr machen, ich leg mich in's Bett und mach die Augen
zu und denke mir wie es aussehen würde wenn ich's gemacht hätte. Soviel Vorstellungskraft besitze ich
dann schon. Die Grundlage gefällt mir nicht. Weil es keine Grundlage ist. Und ich habe sowieso den
Eindruck, je mehr der Individuelle "sein Ding" durchzieht (was alleine sowieso nicht machbar ist), desto
mehr entfremdet sich auch sein eigner Text zu einem oft unlesbaren "Ding". Warum ist das so? Wenn
die feurigen Diskussionen aufhören, beginnt im Kopf die Einsamkeit.

1500: An der kleinen Geschichte. Am Schreibtisch, am unaufgräumten. Ich glaube nicht, das sich das
einmal ändern wird. Wer hat mein Datums-Ding vom Montag, 35. Mai auf Donnerstag, 31. Dezember
umgestellt? Petra, Werner, Matze, Kiki, Petra ...? Als ob so dann alles ordenlich wäre.

1712: Wo ist denn eigentlich mein Liverpool-Trikot? Das war ein Orginal von Umbro, denke ich.

1952: Auf 3SAT, in der KulturZEIT, erfahre ich vom Tod des Jazz-Pianisten Michel Petrucciani. Das ist
ärgerlich, fällt mir dazu ein, traurig auch, aber anders, eher erstaunt. Hoppla. Daß der Mann (den ich
persönlich ja überhaupt nicht kannte - deswegen auch: keine Trauer) keine 90 Jahre alt werden würde
können, war ja irgendwie klar. Trotzdem unangenehm überrascht. Ich wollte ihn immer einmal live spielen
sehen und hören. Passé, aus, unwiederbringlich, vorbei, die Show ist zu Ende. Mit einer wunderschönen
Sequenz endete der Beitrag: Petrucciani auf dem Dach eines Hochhauses in New York, vor seinem
Steinway sitzend, es ist später Nachmittag und er spielt, das Empire State Building vor den Augen.
IRRE.

2121: Mein Cousin Markus ist durch sein Staatsexamen gerasselt. Oi. Das muß auch der Oberhammer
sein: Du bist in Paris bei deiner Freundin und erfährst: Nöö, Du nicht.

timeless
a book by suhrkamp
Mariah, die Kuh

Dienstag, 05.01.99, Stuttgart

- You have an open face (p. 85)
- Bachmann (p. 90)
- Lynn als Undine und ein wenig Nurse
- Literatur hebt den Augenblick auf, dazu gibt es sie. (p. 103)

ICH HABE NICHT MIT DIR GELEBT ALS LITERARISCHES MATERIAL,
ICH VERBIETE ES, DASS DU ÜBER MICH SCHREIBST

Der liebe, dicke Frisch, mit Hornbrille - mit der Schweiz als Person verbinde ich Tell und Frisch.
- Happy / Fun / Montauk (p. 113)

Das ist auch das unglaublichste Cover des vergangenen Jahres. Wieso läßt sich die Kuh so dämlich
ablichten?
a) sie ist dämlich.
b) sie tut nur so.
Und dazu dieser hallo-fick-mich-Blick.
Nicht zu fassen.
Aber das ist POP.

Montauk

Montag, 04.01.99, Stuttgart

1002: Gutes Neues.
1745: Montauk.
1845: Langeweile im Kopf. Obwohl das Buch gut ist. Aber das meine ich nicht.

2051: SCHMIDT.
2100: Die Lektüre gefällt mir, Frisch war Hass-Lektüre bei uns (Merzschule) in den 80ern, HOMO FABER;
Satz für Satz, sauber, wie ein Schweizer. Das ist der Vorwurf: das brave schreiben. Wie Bravo.
Das macht ihn zum dicken Schweizer, Schwixer, mit Hornbrille. NOT MY WORLD. Sorry.

Wie konnte Bachmann mit ihm ins Bett gehen, wenn sie's gemacht hat ?
W. findet sie geil, sagt nichts, I. B. wundert sich, wendet sich Max zu der kann aber auch nichts
sagen ja, wie leben wir denn ?

Die leere Tragik der Dinge.
Hausgemacht.
Wie schnell bist Du ?

Frisch
Bachmann
Emmerich

Sonntag, 03.01.99, Stuttgart

1255: TABU update.
1415: Montauk.
1616: VOX, PRO7, ZAPZAPZAP.
1800: Montauk.
1920: Vergleiche mit Ingeborg Bachmann.
2015: Stargate.

Was ist Literatur?
Der Aufstand gegen die Herrschaft der Dinge.

the drugs don't work

Samstag, 02.01.99, Stuttgart

1313: Montauk, Max Frisch, wegen der Lesung.
1320: Anstrengend.
1512: Sofa. Musik. Nichts.

Legitim: nichts machen müssen, nur wollen.

2015: Harry & Sally auf VOX.
2355: Wieder vor dem Montauk.
0122: Licht aus.

Neujahr
wem heut' net schlecht is
des kann ka Guter sein.

Freitag, 01.01.99, Stuttgart

1133: U2, Du auch, nothing changes on a new years day.
1143: Ich hab' 'nen Kopf so groß wie Indien, kann ja wohl nich' sein.
1209: 1 Euro = 1,95583 DM
1210: Ich bin irgendwie nicht sylvesterfähig. Jedes Jahr: der Wechsel kotzt mich an. Das Leben ist doch
kein Abreißkalender. Und ich habe die Ansprache des Bundeskanzlers verpaßt, "Schröder appelliert an
junge Menschen", StZ, von gestern, ich hasse Fernsehen, die Telepromter-Lüge, und ich habe DINNER
FOR ONE rausgehen lassen, hab' ich früher immer gesehen, immer wieder, Sir Toby, Mr. Pommeroy,
Mr. Winterbottom, Miss Sophie und Admiral von Schneider.

1240: Das dumme Programm, denke ich.
1250: Kiki, eben war besetzt und jetzt geht sie nicht ans Telefon.
1257: Auch in WIEN höre ich nur den Scheiß-Anrufbeantworter. Sie ist da, sie schläft noch.
1313: Spaghetti mit Sardellen, schwarzen Oliven und die Geschichten von gestern.
1414: Kiki ist da.
1523: Wien, high Wiesi, alles gute zum Geburtstag. Das sind die ersten hundert Johr / Ambros
1525: Wenn's nacht wird hinter Simmering.
1612: Die Schurken im Fernseher. Bud Spencer Filme kommen immer an Neujahr.
1853: Rebound, nachfesten, nachfesten, afterburner, da ist es gut, daß keiner alleine ist.
1856: Ich will dieses Jahr heiraten.

FLOSSEN HOCH, WENN DU MIT UNS UNTEN BIST.