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Katastrophale Anreise

Mittwoch, 31.03.99, Stuttgart

1605: Geh' ma.
1750: Wir sind noch nicht einmal aus Stuttgart draussen und stehen schon im Stau. Es geht nicht vor
und nicht zurück. Richtung München? OK, Richtung München.

2100: Es liegt irgendein Scheiß auf der Straße, wir fahren mit Tempo 130 darüber, es tut einen
Höllenschlag - und den Reifen hinten links hat es völlig verrissen.

2108: Autobahn, 46 Kilometer hinter München, Standstreifen, das Notrad aufziehen, die Autos rauschen
an uns vorbei. Vom feeling her wirklich ein ganz verschärftes Gefühl.

2128: Zurück nach München, mit Tempo 80.
2245: Hotel DAHEIM, Schillerstraße.
2335: Auf ein Weißbier in die Kneipe gegenüber.
0037: Licht aus.

Reise nach Kakanien
Wienzeilen, 4. Bezirk
Käsekrainer am Naschmarkt

Dienstag, 30.03.99, Stuttgart

1845: Koffer packen. Und immer die angenehme Reisepanik: Was nehme ich mit? Was brauche ich?
Was nicht ... was könnte ich vielleicht ... Bücher, flexibler Notizblock, unzählige Filzstifte, einen Bleistift,
ein Messer zum spitzen, Klamotten, Schuhe, SOUND, Silber, Gold und Edelsteine.

2014: Elvis ruft an. DU kannst aber keinen Koffer mitnehmen, der paßt nicht in den Kofferraum.
Nimm am besten eine biegsame Reisetasche.

Aha.

2022: Also gut, dann nehme ich eben eine flexible Reisetasche und pack meinen Koffer wieder aus.
Da kann ich nochmals alles überprüfen.

2100: OK.
2225: So, jetzt stimmt alles und ich denke: jetzt habe ich alles.
2259: Ein Zitat noch, nicht von heute, sondern vom 23.03.98:

"Vom Reifestatus der Persönlichkeit her
ist Handke ein ewiges, blödes, nerviges Kind."

Rainald Maria Goetz

2300: Und ich erinnere mich an ein Gespräch mit Schmidt. Handke, der selbsternannte Heine (so
nannten wir es), mit Flatterhaar und Weiberbraut, von Paris aus bebrillt maulend und immer wieder der
Song aus der Jukebox: Going up the Country von Canned Heat. Nein danke, echt, des braucht ka
Mensch.

2329: TABU ist wieder aktuell am Ostermontag gegen 2200.
2333: Red ma wieder wienerisch! Hochsprache ist schwarzweiß, Dialekt ist Farbe.
2334: Geh' ma.

sex & gold
said Nitribitt

Montag, 29.03.99, Stuttgart

Nichts.
Heute Ruhetag.

Telefonat mit Wien.
Einladung zum Essen am Donnerstag.
Ditmar hat gekündigt.

Im Bett, lesend.
Scheißtag.

Im Schwarz
der Rillen
auf Vinyl

Sonntag, 28.03.99, Stuttgart

1128: Wach werden, mit einer Stunde Verspätung.
1140: Im Bett, lesend. Das Wetter ist förmlich ermahnend ...
1533: Telefonat mit Wien. Na bitte, na geh' ma gleich zum Heurigen ... Das ist wirklich hervorragend:
anrufen, alles klar, große Freude über das kommende Wiedersehen, nichts Gespieltes, wann kommst du,
bitte, und ich bekomme auch gleich die Handy-Nummer.
So gehört sich das auch. In unserem FREIZEIT-EUROPA.
Da ist kein Platz für nationale Kriege, obwohl wir alle RISIKO von Parker gepielt haben.
Der Europäer will beim Geldausgeben nicht weiter gestört werden.
Denke ich so gerade.

1702: Am Schreibtisch. Die Sommerzeit kann mir gestohlen bleiben wenn ich so ein Mistwetter sehe.
Ich sehe den Regen-Nebel-Kalt-Kack nämlich jetzt eine Stunde länger.

Stimmt, wenn alles zueinander passt
hat es bald nichts mehr zu bedeuten.

1920: Vor einem Blatt Papier und einem Tape und am Schallplattenspieler:

Rock'n'Roll Freak
Funland at the beach
Song for junior
k & d
I don't know
the planet plan
Different rhythms - different people
We're gettin' down
Sabrosa
Flying high in the Brooklyn Sky
Piece

Streets of your town
Children of the revolution
Mr. Clean
Then
Homebreakers
Pro Familia
Tag am Meer
Chopsticks
Cannonball
Waiting room
Sous le ciel de Paris

2259: Ich hör's nochmal durch weil's gut geworden ist.

Was du als richtig empfunden,
Das sage und zeige,
Oder schweige.
Wahr ist der Würdige oder stumm.
Immer bleibt, wem der Schein genügt,
Wessen Zunge das Herz belügt,
Feig und falsch oder dumm.

Ringelnatz

lazy day
okay

Samstag, 27.03.99, Stuttgart

1233: Am Schreibtisch.
1455: Internetz, Interzone ich suche nach anderen Tagebüchern und finde das von Sandra Rosell:

das schwedische leben...

2. DEZEMBER 1998
Nichts passiert. Alles draußen ist grau und ich fühle mich auch grau.
Möchte heute schwimmen, vielleicht mache ich das am Nachmittag.
Am abend treffe ich meine zwei neue Freundinnen Monica und Lina.
Lina wird in May heiraten und wir werden ihr ein Kleid finden.
Das macht Spaß.

Am Samstag habe ich eine Übersetzungsprüfung. Deutsch. Das ist sehr
schwer und mein Deutsch wird ja immer schlechter und schlechter.
Ich möchte es nicht machen, aber ich muß. Todlangweilig!

Jetzt ist Peter nach Hause gekommen und er hat Hunger.
Er macht sein eigenes Essen, ich habe schon gegessen.

Also, alles was ich schreibe ist so uninteressant. Mein Leben ist
uninteressant, meine Gedanke sind uninteressante und ich möchte
etwas Spannendes machen, aber hier, wo ich wohne, geht das nicht.
Es gibt nichts. Ok, heute ist das so. Ich kann nichts tun. Morgen wird
vielleicht alles besser. Vielleicht schon heute nachmittag oder in einer
Stunde... Wer weiß?

Gestern: Arbeit und Freundin

http://sirius1.campus.luth.se/~sandra/

1505: Sag da noch jemand, daß Abende in Schweden depressiv machen ... Die Seite ist ganz nett
gemacht, vom Aufbau meiner nicht unähnlich.

1612: Grau in grau, den ganzen Tag schon, Kopfschmerzen, den ganzen Tag schon.
1845: 0:3, die Wiederauferstehung in Nordirland.
1900: Berichte vom Feuerzauber.
2000: Sinnloses zapping, die unfassbar schlimme Linda de Mol, ein Fliegerfilm auf VOX, eine Oper auf
3SAT ... CNN, ntv ...

2351: Asterix bei den Schweizern. Das Orgienpaket zum mitnehmen.

Den Stock! Den Stock!
Die Peitsche! Die Peitsche!
In den See! In den See mit einem Gewicht an den Füßen!

0015: Licht aus.

Die Logik der Bomben

Freitag, 26.03.99, Stuttgart

0645: Aha.
0750: Ich hole meine SZ beim Kiosk. Das ist ja fast schon Celebration.
1752: Die dumme Bäckerskuh fragt: Das ist aber wenig heute. Sach' mal, ist die wirklich so blöd oder tut
die nur so? Seit 4 Tagen kaufe ich jetzt dort NUR ein unbelegtes Rundstück oder eine Brezen. Und sie
fragt jedesmal: Darf's noch was sein? NEIN.

0756: U-Bahn. Meine Memoiren. Die Geschichte von der Einkaufsschlange. Jaja, das stimmt.
0812: Wegbügeln, wegbürsten ... die Begriffe des Tagesgeschäfts sind beliebig definiert.
1245: Tischfussball. Nach gutem Start das Endspiel vergeigt. Kacke.
1520: Es regnet und die Luft riecht nach feucht-warmen Asphalt.
1630: Wieder zurück.
1700: Mit Schmidt auf dem Sofa, horizontal, mit Music aus den Boxen.
1920: Ein paar Dosen Beck's besorgen.
2030: Vor der Maschine, das Web muß heute publiziert werden. Egal wann, egal wie.
2131:
2215:
2301:
2359:
0033: Fertig. Drecksarbeit. Man weiß nie, wie so ein Web dann im Netz aussieht.
0102: Alex und ich basteln via Telefon und Datenfernübertragung am Kunsthaar-Netz.
Und dann: Es funktioniert, es lebt, es bewegt sich. Natürlich nicht in echt, aber technisch gesprochen
stimmt das. Daten-Droogies.

0159: TABU. Etwas James Brown, ein paar Takte Curtis Mayfield.
0231: Licht aus.

Ein zweites,
duales Gespräch,
zu viert

Donnerstag, 25.03.99, Stuttgart

1716.52: Re-Mail to Christian Kracht. Vielleicht hat mich ja auch so ein Cebit-Hacker zum Besten
gehalten ... Ich weiß es nicht, ist auch JETZT völlig unwichtig.

1745: Elvis, Urbanstraße.
1933: Dirk, Bismarckstraße. Andreas kommt etwas später.
2000: MTV und Beck's, Chips und, yes please - Feature. Wie machen wir das jetzt mit dem Magazin?
Eine Pinnwand ... ein Foto-Roman ... ein Trash-Board ... ein ... alles in Schwebe, noch nichts
greifbares, nur: den Kopf voller Ideen. Und das ist augenblicklich ein guter Zustand.
Im Wonnemonat Mai sollte es losgehen.

2330: Mit Elvis im Sportwagen zurück.
2354: U-Bahn, fast menschenleer.
0016: Ein Brief von Nina aus Wien. Hoppla. Unerhofft. Oft. Woher weiß sie ... ?

Walking on water wasn't build in a day.

24 Stunden
sind kein Tag

Mittwoch, 24.03.99, Stuttgart

0707: Reinsburgstraße. Völlig gerädert.
0837: Hoffentlich vergeht DER Tag möglichst schnell.
1120: Ich sehe Sterne, mir flimmert es vor den Augen, mir ist schwindelig, ich bin völlig unkonzentriert.

Die 10 schlimmsten Platten aller Zeiten:

- Barclay James Harvest Live Tapes
- Toto Toto IV
- U2 The Joshua Tree
- Dire Straits Alchemy Live
- Rick Springfield TAO
- Scorpions Blackout
- Twisted sister Under the blade
- Nina Hagen nunsexmonkrock
- Meat Loaf - Dead Ringer
- You Can Win If You Want Modern Talking

2004: Wie geht es wohl GOLDKIND in New York?
2014: Ich ruhe mich jetzt aus. Jetzt gleich.

ChristianKracht@hotmail.com

Dienstag, 23.03.99, Stuttgart

0817: eMail von Christian Kracht:

"Lieber Freund, was treiben Sie da eigentlich? Ich bitte um Nachricht.
Ihr Christian Kracht".

Meine (angenehme) Verwunderung darüber kann man, glaube ich, verstehen.

1810: Zotti, Verabredung mit Martina.
2009: Oblomov.
2100: Katharinestraße.
2117: Gerhard, Siggi, Marion.
0050: La Concha. Milchkaffee.

Backgammon, United Future Organization, plötzlich ist es 0450. Ich glaube das alles gar nicht.
Ohne Schlaf geht es in den neuen Tag.

Wir sehen uns
auf dem Holodeck

Montag, 22.03.99, Stuttgart

0820: Tagesgebolze. Aber in Ordnung - daß man nicht fadisiert.
1020: Telefonate mit Wien. Bitte. Danke. Es ist wirklich eigentümlich.
1125: Telefonat mit iNSEKT, mit Dirk, wegen dem DUAL-Treff, am Donnerstag.
1233: Bohneneintopf. Zeitungslektüre.
1308: Bitte weiter.
1508: Hin und her.
1745: Pa und der kleine Bruder holen den reparierten Rechner ab.
1750: Standpauke. Finger weg ... - ein Computer is doch kein Spielzeug ... (poltmäßig)
1920: Und irgendwie kommen wir auf das Holodeck zu sprechen, diesen Superlativ der Freizeitgestaltung:
Computer - generiere Billy Budd von Melville mit Claggard, dem alten Hund. Tschwoock - die Tür öffnet
sich - - - und man ist mittendrin, zum Spaß.

2230: Wiengespräche von 1973.
0000: Ich fahre dann jetzt doch besser Taxi.
0005: Über Kosovo, über Serbien, über Albanien, über Russland ...
0010: Handke, da lacht er.
0011: Ich sage: Der Kampf der Kulturen - vielleicht holt sich da jeder was er gerade möchte.
0012: Ja, das stimmt: jeder will das wovon er geträumt hat.
0013: Ein zweiter Gavrillo Princip?
0014: Ah, sie sind gebildet, sie sind ein anderer Fahrgast.
0015: Den Namen kennt man doch, oder?
0016: Wir fahren.
0018: Er bremst.
0019: Tschüssikowski.
0019: Ebenfalls - gute Nacht.
0020: Schmidt und: tapp-tapp, die Treppen hoch.
0021: Oben im Stockwerk, dem Hunger Nahrung geben. Schmidt düst sofort zum Napf.
0035: TABU. Das 35-wöchige Live-Concert.

MY LIFE WAS SAVED
BY ROCK'N'ROLL

0139: In die Federn, wie es so schön heißt.

tourism@New_York.com

Sonntag, 21.03.99, Stuttgart

1700: In der Dunkelheit des Kinos.
1714: Saving Private Ryan. Ich werde von 1875 Kugeln durchsiebt und 70 mal in die Luft gesprengt.
2000: Café le theatre. Unverletzt.
2115: U-Bahn.
2154: Wieder zurück.
2155: War's das schon wieder? Ja, die Wochen flitzen an einem vorbei.
2201: Billy Budd, Melville.
2230: Licht aus. Erschossen und gesprengt bzw. am Toppmast aufgehängt.

Cigarettes And Alcohol

Samstag, 20.03.99, Stuttgart

Is it my imagination
Or have I finally found something worth living for?
I was looking for some action
But all I found was cigarettes and alcohol

You could wait for a lifetime
To spend your days in the sunshine
You might as well do the white line
Cos when it comes on top ...

You gotta make it happen!

Is it worth the aggravation
To find yourself a job when there's nothing worth working for?
It's a crazy situation
But all I need are cigarettes and alcohol!

You could wait for a lifetime
To spend your days in the sunshine
You might as well do the white line
Cos when it comes on top ...

You gotta make it happen!

Un homme
qui dort

Freitag, 19.03.99, Stuttgart

Nichts mehr wollen. Warten, bis es nichts mehr zu warten gibt. Herumlaufen, schlafen. Dich von der
Menge tragen lassen, von den Straßen. Den Gossen folgen, den Gittern, dem Wasser längs der
Steilufer. Über die Kais gehen, die Mauern entlangstreifen. Seine Zeit verlieren. Aus jedem Plan,
jeder Ungeduld heraustreten. Wunschlos sein, ohne Ärger, ohne Aufruhr.
Es wird im Strom der Zeit ein regloses, krisenloses, geordnetes Leben sein, das vor dir liegt: keine
Unebenheit, keine Gleichgewichtsstörung. Minute um Minute, Stunde um Stunde, Tag um Tag,
Jahreszeit um Jahreszeit wird etwas beginnen, das nie ein Ende haben wird: dein Pflanzenleben,
dein rückgängig gemachtes Leben.

Dieser Heizkessel, dieser Glutofen, dieser Bratrost, der das Leben ist, diese Milliarden von
Mahnungen, Verführungen, Warnungen, Überschwenglichkeiten, Verzweiflungen, dieses Bad der
Zwänge, das nie ein Ende findet, diese ewige Maschine zum Produzieren, Zerkleinern, Verschlingen,
die über Hinterhalte siegt, die immer wieder und unaufhörlich von vorn beginnt, dieser sanfte Terror,
der an jedem Tag, zu jeder Stunde deiner belanglosen Existens herschen will.

GEORGES PEREC

Meta-Tags

Donnerstag, 18.03.99, Stuttgart

>META NAME="author" CONTENT="Stefan Nitzsche">
undsoweiterundsofort.
html-Programmierung.

1800: Cantina Toscana.
2000: Mit Schmidt, den ganzen Abend lang.

Der Frosch schlägt siebzehn Fliegen tot
Und macht Frau Frosch ein Frühstücksbrot.
WIGLAF DROSTE

Die große
Spracherkennung

Mittwoch, 17.03.99, Stuttgart

1157: eMail von Petra.
1322: Antwort von mir.
1416: eMail von Petra.
1442: Antwort von mir.
1528: eMail von Petra.
1529: Petra ruft an. Wie wär's denn nachher mit ein zwei Schörlchen? Das Sofa im Keller ankucken.
1700: Ich geh' jetzt.
1742: Zuhause.
1822: HELDENPLATZ, Thomas Bernhard.
1830: Getränke einkaufen.
1845: Die große Spracherkennung. Wo, bitte, gehören die Stöpsel für's Micro hin? Ich knie vor dem
Rechner, echt witzig, dann klingelt es an der Tür, Petra kommt und meine erste Frage ist:
"Hast Du ein Feuerzeug?" Ich sehe nämlich die Buchsen hier in der Dunkelheit des Bodens nicht.

1915: Getouched & geflashed. Hey, was war das denn für ein Tag ...?
1945: Werner ruft an. Nächste Woche? OK.
2012: Schörlchen und Musik. Und auf dem alten Sofa relaxen. Stimmt, realy.
2210: Viele Zigaretten.
2248: Holiday in Cambodia, die Piano-Version.
2310: Wuscheliger Puli, Schmidt gesellt sich hinzu.
2352: Guten Flug nach NEW YORK. Gute Zeit in WIEN. Reisekinder.
0006: TABU. Der Tag ist ein göttliches Maß. Ich höre gerade beim herniederschreiben die Moldau
von Smetana. Etwas ganz Großes, Erhabenes. Wie gesagt: Gedanken von Reisekindern.

Nie ist man wirklich zuhause.
Immer unterwegs.
Herausgerissen & es wird nicht wahrgenommen bzw. verdrängt.
Die Tagebücher von Victor Klemperer.

"Meine frühesten Schmerzen
wurden mir zum Panzer
gegen die folgenden."
Grundlage einer Diskussion, einer guten.
Von Chamfort, der Satz

0012: Cigarette in your bed, ein Sound von "my bloody valentine" (falls das noch jemand kennt)
0030: Dort draußen, in den Weiten des Weltdschungels dort liegt das Herz der Welt, leise pochend...

0038: Melville, Billy Budd; Licht aus.

Das Herz
wird noch nicht
an der Börse gehandelt,
aber es hat einen Standort;
es schlägt links

Dienstag, 16.03.99, Stuttgart

0856: Anruf von Martina, wegen der Aufmunterung. Jaja, Du weißt schon, wann sieht man sich denn
mal wieder. April, nach Wien und Italien. Ja, das ist eine feine Sache.

0910: Der Tag läuft. Aber keine eMails.
1800: Beim kleinen Bruder, wegen dem Rechner. I do what I can aber es genügt nicht. Sorry.
2000: Abendessen und reden und zuhören und antworten und fragen ...
2318: In der alten Linie 15, letzter Wagon, menschenleer. Ich rauche zum Fenster hinaus.
2354: In der U-Bahn. Die eine von gestern sitzt wieder drin. Heute höre ich sie sprechen.
0015: Zuhause. Schmidt !!!!
0031: TABU. Die Nachträge liegen im Büro. Da liegen sie gut. Habe nicht daran gedacht. Egal.

SOFTWARE: Spracherkennung. Das teste ich morgen. Wird witzig.
Good nite.

Das letzte Kapitel

Montag, 15.03.99, Stuttgart

1845: Bei Tom im Plattenladen, d.h. VOR dem Plattenladen. Der Meister hat heute schon um 1800
zu gemacht. Auf dem Absatz kehrt geht es in die Wagnerstraße hoch, dann rechts, ich läute. Hey
Mann - wo warst denn Du? Dreiviertelstunde Verspätung ...! Ja, woher weiß ich, daß Du Sausack
um 1800 Deine Hütte dichtmachst ...? OK.

1846: Vor dem Plattenregal, vor der Schallplattenwand. Unglaublich. Wir stöbern in alten
Soundtracks, alte Charles-Bronson-Filme, Jackie Brown, Russ-Meyer-Platten, ... und ich entdecke
"Der Clan der Sizilianer", ein Orginal. Nehme ich. OK. Die Liste für's Internet bekomme ich am
Freitag oder Samstag? Ja, ich mach' das dann. OK.

2015: Die U-Bahn kommt eingefahren. Trostlos, die Fahrgäste. Müde, ich.
2040: Wieder daheim, Kati ist zu Besuch. Grüß Dich, wie war's im Urlaub ...? Petra kocht, fein, da
komme ich ja genau im richtigen Moment.

2119: Die Damen unterhalten sich und trinken Prosecco.
2120: TABU. Mein Kopf ist leer. Die Akkus sind irgendwie leer. Ich habe keine Lust mehr und das ist
ein gefährlicher Zustand - die Tage hallen leer. WIEN, das ist wirklich ein Lichtblick, ein paar Tage
abhängen in der alten Stadt, weit weg von allem was da so scheinbar stört und nervt. Oder nerve ich
mich selbst? Nein, eigentlich nicht.

2127: Noch ein Nachsatz zu TABU: Ich schreibe das gerne, weil es mir Spaß macht. Und natürlich
gab es Tage (und wird es noch geben) an denen TABU eher eine Belästigung war bzw. ist - ich habe
jetzt nicht ganz 28 WOCHEN nonstop geschrieben, jeden Abend, jede Nacht, auch am Tage. Und
beim durchlesen der alten Tage fällt mir immer auf: häufige Wiederkehr des bereits Erlebten, mit
anderen Menschen, an anderen Orten. "So lebe ich in meinem Zimmer", der BLUMFELD-Song auf
der OLD NOBODY drückt das glasklar aus.

2142: Ich weiß nicht genau was es ist. Ein wenig Aufmunterung täte vielleicht ganz gut ...

good humor

Sonntag, 14.03.99, Stuttgart

HEUTE RUHETAG

Frühlings Erwachen

Samstag, 13.03.99, Stuttgart

1420: Frühlings Erwachen.
1500: Zeitung lesen in der Sonne auf dem Balkon.
1800: Günter Netzer fährt Bahn. M'Gladbach 14 Punkte und schon wieder verloren.
"Löffelt sich das Ding über die eigene Linie!"

2000: Das Fernsehen müßte man vorspulen können wie ein Tape.
2100: Christof, der Zwei-Meter-Mann schaut vorbei.

YOU DON'T KNOW JACK
MUSIC
GESCHICHTEN ERZÄHLEN

the friday takeaway order

Freitag, 12.03.99, Stuttgart

0751: Tagespresse, Süddeutsche, taz: "Ab in die Toskana".
0752: Bei der Bäckersmaid.
0815: Guten Morgen.
0830: Kurzer "Streit" in der Küche, "SPD-Pisser","halt die Klappe du Polit-Amateur" ...Da reden wir
aber nochmal darüber ... Jajaja.

1155: Telefonat mit Andreas und Dirk. Wie gehen die "Sprung-Hyperlinks" im Front Page nochmal?
Wann treffen wir uns wegen dem Magazin? Ich würde sagen: nächste Woche. OK.

Sonst war der Tag wie gewohnt.
Normaler Freitag. OK.

1600: Zuhause.
1601: Schmidt.
1602: Der Bartleby kam mit der Post. Das ging ja wirklich rasend. Bücher online ordern - das
funktioniert schnell, very easy und problemlos.

1620: Ich muß kurz auf mein Sofa, ich werde gerade supermüde. K&D-Sessions.
1930: Wohltuend ist es zu schlummern.
2000: Vor dem Rechner, am Web für Alex. Haarige Angelegenheit.

DO YOU WANT TO HAVE FUN?
DO YOU WANT TO HAVE GIRLS?
SO TRY
a-plus:
ARTIFICIAL HAIR IMPLANATATION

0049: TABU.
0125: Melville, Billy Budd.
0200: Licht aus.

L'état et moi
Der SPD-Pisser
Italienische Verhältnisse

Donnerstag, 11.03.99, Stuttgart

1745: Bei Tom im Plattenladen.
1810: Cantina Toscana.
1815: Telefonanruf: Lafontaine tritt komplett zurück, zuerst Rätselraten, ist das eine Ente oder eine
Agenturmeldung ...? Und das im Weinlokal der Stuttgarter Genossen. Es entfacht sich eine wilde
polemische Diskussion. Das müßte das Ende der Regierung sein. Es fällt ein wichtiger Begriff:
politische Verantwortungslosigkeit. Erst Medienmäßig Dinge anleiern wollen, mit Schröder, und nach
dem ersten Silvester in Rente gehen. Er soll Bilder malen und eine Vernissage an der Saarschleife
machen. Wer interessiert sich denn jetzt noch - von den Jüngeren - für aktive Politik, bzw. einen
"Wechsel"?

1900: Petra, pünktlich wie ein Glockenschlag.
2030: Aimée & Jaguar, Atelier am Bollwerk.
2310: Switzerland.
0015: Hey AME, öfters hier? Ja, jeden Tag. Außer Dienstag.
0031: U-Bahn.
0103: Daheim.
0120: Licht aus.

Welt und Wut

Mittwoch, 10.03.99, Stuttgart

0830: Der Rechner rechnet plötzlich nicht mehr.
0920: Der Rechner rechnet schon wieder nicht mehr.
1120: Der Communicator stürzt ab.
1252: Tischfussball. 7:1, 7:0. Wenigstens das funktioniert noch.
1320: Ich habe einen Pickel hinterm Ohr, genau da, wo der Brillenbügel ist. Fantastisch.

"I would prefer not to," said Bartleby

1830: Beim kleinen Bruder, dem seine Kiste macht auch keiner Muckser mehr, der kleine Pisser hat
einfach msdos.sys und andere Herz-Dateien gelöscht. Das sagt er natürlich erst, nachdem ich 20 x
gefragt habe was er denn gemacht hat. Ich hasse so etwas. Und laß ihn das auch ganz deutlich
spüren. Dummbatz.

2000: Telefonat mit Alex, wir versuchen's via Telefon, dos-Befehle, nein, nein, nein. Also, dann bis
morgen, Termin 1700. Aber ohne mich.

2015: 3SAT, Franz Alt moderiert die 3-Länder-Sendung über das Jahr 2000. Ein Wiener Professor
sagt, daß im August der 3. Weltkrieg ausbricht, gefolgt von einem Meteroiten-Einschlag in Prag.
Vermutlich plumst am 11.08.99 der Mond auf die Erde, wegen der Sonnenfinsternis, denke ich.

Tschüß.
Tschüß.
Sagt nicht mal danke, der kleine Pisser.

2145: U-Bahn. "Drei Filter - Sprache, Logik, Gesellschaft" von Erich Fromm.
2208: Wieder zurück.
2215: Kleiner Zoff mit Petra, warum folgt auf einen schönen Abend oft ein völlig beknackter Tag?
2250: TABU. Nachtrag von gestern ... Nein, das war gestern und nicht heute.
2300: Billy Budd, Herman Melville.

Im Abblendlicht
des Abends

Dienstag, 09.03.99, Stuttgart

0845: Zu spät, ich weiß, sorry, hab ich was verpaßt? Nein.
0850: Monitore tauschen.
1230: Raus in FREIE, Beine vertreten, Industrieluft schnuppern, Bad-Cannstatt.
1830: Café Brenner, Petra und die Papiere. Gil schmiert mir ein freundliches Baguette. Danke.
1942: Brennerstraße, Cantina, den Schirm abholen und: kleben bleiben.
Es war aber auch wirklich zu komisch. Der Tag endet wie er begann: mit Slapstick & Comedy.
Ein Gehen war nicht möglich. Ich schreib das morgen etwas ausführlicher, definately.

0045: Nerv-Tag aber ein wunderbarer Abend. Dank Thomas, Melville und Bartleby.
Morgen dazu mehr, ausführlicher, sorry, ein wenig Ruh' im Schlafgemach, das brauch' auch ich.

ARE YOU
FAMOUS?

Dick nackt frech und froh
Schnickschnack Blech & Co.

Montag, 08.03.99, Stuttgart

Der Tag
und die eMails
winken mit dem roten Fähnchen
Re - mail. Ist ja, wenn's funktioniert, KLASSE.

1800: Tom, French-POP
1820: Cantina Toscana.
1821: Jürgen.
1822: Schmidt.
1823: Albert.
1824: Thomas.
1829: Ob wir singen würden in der Variation.
1830: Nein danke, ohne Ur-Kanton keine Variantion, nein, also wirklich nicht.

Ich bin doch keine Litfaßäule.
Gedanke an Goldkind.
Und plötzlich explodieren alle,
alle erzählen auf einmal ungeheure Geschichten.

0126: Wieder zurück. Angenehm geplättet. War spaßig und wirklich witzig, das alles.
0132: Licht aus.

2001
a space odyssey

Sonntag, 07.03.99, Stuttgart

1115: So, jetzt ist's richtig. Das ist die richtige Zeit um an einem Sonntag das Bett zu verlassen.
1300: Nach dem Frühstück am Schreibtisch, die letzten Papiere von gestern wegräumen,
Buchaltungzeugs, sonstige Papiere von und für Vater Staat. Adressen, Telefonnummern,
eMail-Adressen in mein altes Adress.crd schreiben. SISTERS OF MERCY - laut.

1500: Dödeltag, hier blättern, da was umstellen, die CD dahin, der Plattenstapel dorthin.
1600: Seit 4 Stunden versuche ich jetzt den Alex ans Telefon zu bekommen, ist der Stecker aus der
Wand gerutscht?

1625: Einkaufsliste: Cassius 1999, auf Empfehlung von Marc und Jona Lewie, "You'll always find me
in the kitchen at parties", 1980 oder wann das war.

1730: Das Kunkel-Web für Mac ist fertig.
1818: Wird Zeit, daß Ostern wird, ich muß mal wieder ein paar Tage weg von hier, sich einen
anderen Wind um die Nase wehen lassen, WIEN.

2000: Tagesschau. Kubrick ist tot.
2015: Tatort. Starkbier
2200: Sabine Christiansen mit Schäuble und Lafontaine.

Fiese Kunstwerke

Samstag, 06.03.99, Stuttgart

0915: Nein, das ist zu früh.
1301: Ja, aber das ist zu spät.
1500: Ich muß mein Arbeitszimmer heute putzen der Schreibtisch sieht aus: Zettel, mit Notizen,
ohne Notizen, Zeitungsausschnitte, staubige Locher ... herrje, es muß alles erst schlimm aussehen,
dann macht man was. Einerseits: schön, so eine geordnete Unordnung. Andererseits: es sieht
wirklich scheiße aus.

Sortieren.
Altpapier.
Leitz-Ordner.
Klarsichtfolie.
Nägel in die Wand hämmern.
Bilder aufhängen.

Als sie dann da so hängen, wie Fallada, an der weißen Wand, möchte ich eigentlich gleich wieder
alles abhängen. Es ist alles ein wenig windschief ... nein, ich glaube, ich habe mich vernagelt.

1701: Nochmals an der Cassette für Andor. Ich habe ihm zuerst ein 60er gemacht, aber das geht ja
nicht ... das ist ja viel zu kurz. Rolling Stones / Beatles. 2 x 45 Minuten. Jede Band kriegt eine Seite
- klingt eigentlich einfach.

2020: OK.
2055: TABU. Manchmal denke ich: Gut, wenn es vorbei ist. Weil es um JEDEN Tag geht, jeden
Abend, seit September nonstop. Und soviel Bahnbrechendes passiert ja nicht, OK, Banalität des
Alltags, wie Petra und Patricia einmal gemailed haben ... Manchmal denke ich aber auch: schade,
nur noch 9 Wochen, was kommt dann ...? Rainald, Rainald, davon hatte ich es kürzlich mit Thomas,
Rainald Goetz und sein durchgehacktes ABFALL FÜR ALLE, der Titel ist ja provokant genug.
Ja, ich kenne Goetz. Klagenfurt und die aufgeschnittene Stirn, Krieg, SPEX, Kontrolliert, Celebration.
Oder Krausser. Und die Frage gilt: sollten wir nicht alle TAgeBUch schreiben und auch
veröffentlichen, warum denn nicht im Internet anscheinend erfreut sich so etwas ja einer gewissen
Neugierde und natürlich auch einer neumodischen Beliebtheit. Um was es ging mit Thomas, mit
Herrn Horst, wie ich ihn manchmal (obwohl wir uns duzen) anspreche: Um die Wichtig-Schreiber,
die recheriertes Text-Material nur noch zusammenführen, im Zeitalter der technischen
Reproduzierbarkeit, und wirklich der Meinung sind, sie hätten geschrieben ... und das gilt für Biller,
die Dinger - (dafür gibt's keine Gattung) - im ZEITmagazin: Das ist immer, von der Form her,
dasselbe wie vor 10 Jahren in TEMPO, die hundert Zeilen Hass, der Aufbau: immer der gleiche.
Rainald Goetz, eher verwirrend als klar, auch er nur ein Replikator und Sammler seiner Zeit und der
Dinge, die ihn stören und belästigen. Christian Kracht versucht sich als Textpfleger in Berlin und tut
gut daran, niemand kann so unglaublich wie er kurze weiße Hosen und Schuhe mit Goldschnalle
beschreiben.

2134: Nein, es ist kein Neid. Nur Unverständnis der Sachlage gegenüber.
2202: Schmidt.
2204: Die ZEIT textet langsam wie die BILD-Zeitung: "Das Urteil"
2206: Gibt's hier nicht irgendwo eine schöne Schallplattenparty?

Blade runner c&p

Freitag, 05.03.99, Stuttgart

1906: Ich habe vor einigen Wochen auf den Pegasus-Seiten der ZEIT einen Text entdeckt, den ich
hier für TABU hineinkopiere. Irgendwie ist er witzig:

                                                        BLADE RUNNER

Es ist der 8. Juli 1990. Ich erinnere mich dehalb so genau, weil sich am Abend dieses Tages außer
uns kaum ein Mensch auf den Straßen der Stadt befindet. Deutschland steht im Endspiel der
Fußballweltmeisterschaft in Rom. Als Brehme in der 85. Minute durch einen unberechtigten Elfmeter
den Siegtreffer für die deutsche Mannschaft erzielen wird, ertönt ein vielstimmiger Schrei von
draußen in das Kino herein und hallt bis zu unseren Plätzen in der Loge des alten Ufa-Palastes
empor. Während dies geschieht, sitzt auf der Leinwand ein sterbender Android auf dem Dach eines
verdreckten Hotels im Regen, hält eine Taube in der Hand und mischt seine Tränen in die
herabfallenden Wassertropfen.

Vielleicht neigt mein Gehrin dazu, die Abfolge der Zeit nicht mehr korrekt wiederzugeben. Vielleicht
neige ich dazu, die Geschehnisse der Vergangenheit zu verklären.

Vielleicht lege ich etwas in den damaligen Augenblick, was in ihm nicht enthalten war.

Aber eigentlich denke ich dies nicht. Eigentlich bin ich mir sicher, daß exakt in dem Moment, da die
Taube die Faust des sterbenden Androiden verläßt und der Zuschauer zum ersten und letzten Mal in
Ridley Scott's Blade Runner das Himmelblau zu sehen bekommt, Andreas Breme den Ball in die
aus seiner Sicht linke untere Ecke des Tores schießt.

Ich bin mit einer Frau in diesem Film, die ich erst seit kurzem kenne. Natürlich bin ich in die Frau
verliebt. Nur so kann ich es mir im nachhinein erklären, daß ich, der ich Fußballfan bin, allen
Ernstes am Abend des Endspiels mit ihr ins Kino gehe. Ich muß in diese Frau verliebt gewesen
sein, aber ich erinnere mich nicht mehr daran. Ich erinnere mich nicht, wie es war, sie in den Armen
gehalten zu haben. Woran ich mich erinnere, ist der oben beschriebene Moment: Der Android, die
Taube, Andreas Brehme und der Schrei all der Menschen, als sich der Ball in die Maschen senkt.
Und ich erinnere mich, daß ich in diesem Augenblick glücklich gewesen bin.

// Text: Jürgen Daiber

http://www.pegasus98.de/user/pegasus/beitr113/ (shockwave!)

Lovely day

Donnerstag, 04.03.99, Stuttgart

0645: Ich wache auf und denke sekündlich: Nein, ich nehme mir zwei Tage frei, ich bin völlig
getouched und geflashed.

0800: Lovely Day von Bill Withers von der CD, genau, das brauche ich jetzt.
0815: Ditmar Bescheid geben, du Ratte, sagt er. Maybe, mir egal.
0830: Frühstück mit Tee und Orangensaft und Popmuzik.
0951: Am Schreibtisch. Die Covers von Elvis auf Diskette, der BLUMFELD-Scan, den ich jetzt
austauschen werde (meiner sieht so verwaschen aus)

1016: OK, jetzt stimmt wieder alles.
1017: Das mit den Covers freut mich ungemein, vorallem weil sie sehr schön "gescanned" sind:

airsexy.jpg
beat.jpg
blumf.jpg
Cher.jpg
crusa.jpg
Curtis.jpg
deep.jpg
fonda.jpg (siehe unten)
mexico.jpg
odys.jpg
santa.jpg
shantel.jpg

Sehr schön, gefällt mir. Eben kam auch eine eMail von Petra reingeschneit, so macht das alles
Spaß, das INTERNET ist wirklich nur so gut wie die Menschen die daran mitarbeiten.

1100: Zweites Frühstück mit Mama. Im Diskurs über die Todestrafe, wie gestern mit Albert und
Schmidt, diese fiese amerikanische Selbstdarstellung mit Colt und Feuerwerk. Hätte der SPIEGEL
vor 2 Wochen darüber nichts geschrieben wäre es niemand aufgefallen. Medien-Salat.

Dieses Weißbrot-fressende Volk, das ich nicht mehr ausstehen kann. Max Frisch. Homo Faber.

1201: Tamla Mowtown-Records.
1212: Was aber bleibt... Die Stars des Jahrtausends: Die Zeitung "USA Today'" hat in einer Liste die
ersten vierzig von tausend Namen aufgelistet, die in einem neuen Buch eines US-Autorenteams als
die prägenden Gestalten des zu Ende gehenden Jahrtausends genannt wurden.
Die Autoren des Buches "Tausend Jahre - tausend Menschen'" wählten diese Reihenfolge:

Johannes Gutenberg
Christoph Kolumbus
Martin Luther
Galileo Galilei
William Shakespeare
Isaac Newton
Charles Darwin
Thomas von Aquin
Leonardo da Vinci
Ludwig van Beethoven
John Locke
Mahatma Gandhi
Michelangelo
Karl Marx
Sigmund Freud
Napoleon I.
Albert Einstein
Nikolaus Kopernikus
Jean-Jacques Rousseau
Adolf Hitler
Adam Smith
George Washington
Wilbur und Orville Wright
René Descartes
Louis Pasteur
Peter der Große
Thomas Alva Edison
William I. von England
Dante Alighieri
Elisabeth I. von England
Abraham Lincoln
Johannes Kepler
Leo Tolstoi
Johann Sebastian Bach
Voltaire
Franklin D. Roosevelt
Winston Churchill
Franz von Assisi
Niccolo Machiavelli.

dpa

1223: So, das war ein Nachtrag, damit nichts verloren geht, im Datendschungel, Apocalypse now.
1400: Einkaufen, italienische Schnittchen, frische Kräuter und den Weißwein für's Schörlchen kaltstellen.
Einkaufen, das ist jedesmal die Härte, wirklich.

1422: Mittagsschlaf, Schmidt gesellt sich auch dazu.
1715: Pünktlich zum Feierabend wache ich wieder auf, interessant, dieser Sachverhalt.
1800: Duschen.
1920: Es klingelt, Petra kommt, Schmidt krächzt.
2021: Schörlchen & Schnittchen.

Talk Talk
Sessions
Tamla Mowtown
Violent femmes
Wir spielen
YOU DON'T KNOW JACK
Blumfeld
hello nasty
Dreigroschenoper

0117: Lovely day, wirklich. Tun und lassen was man möchte.
0135: When the music's over, turn out the lights

warum ist
alles
so Käse ?

Mittwoch, 03.03.99, Stuttgart

Ein Wort
ein Schritt
ein erster Weg

Es ist still
Ich höre das SCHWEIGEN
zu später Stunde

Ein weißes Pferd
ein schwarzer Vogel

Ein NICHTS
Ein NIEMAND

Ich hör' Dich gern
Ich ruf Dich an.

0013: BLUMFELD hören, die Songs von der Old Noboby

So lebe ich
in meinem Zimmer.

Es ist so still
So lebe ich
zu später Stunde.

Ich brauche Dich
und kann es zeigen

Liebe ist möglich
zwischen uns beiden

Ich ruf Dich an

Old Noboby.

Ferien für immer

Dienstag, 02.03.99, Stuttgart

0915: Bißchen verspätet heute morgen.
1430: Overnight-Sendung in die Schweiz.
1431: Katalog, zweisprachig - fertig.
1432: eMail von Petra.
1525: Gablenberg, bei der Frau Dr.
1645: Ein paar Besorgungen.
1810: Wieder im Befehlsstand bzw. Schützengraben.
1831: Marienhof.
1850: Zapping. Der tägliche Mord und Totschlag. Sao Paulo. Weggespülte Autos.
1912: Internet.
2041: Web auskorrigieren.

"Die Deutschen sollen sich nicht so anstellen, wenn es um die Gaskammer geht. Schließlich haben
sie sie ja erfunden", sagt ein amerikanischer Offizieller zum morgigen Termin für Bruder Nummer 2.

Die Amerikaner sind bestechend in ihrer Einfachheit, sagte Olaf einmal.

Heute zum erstenmal keine Platte sondern ein Buch, der Rücken leuchtet mir aus dem neuen
Bücheregal förmlich entgegen:

Christian Kracht und Eckhart Nickel

"Ferien für immer - die angenehmsten Orte der Welt"

Seite 127, Sunshine Guest House, Manali, Indien:

"Zum Glück fahren sie alle Mitte Oktober hinunter nach Goa, dann schneit es in Manali. Ruhe kehrt
wieder ein, und eine weiche Schneedecke überzieht das hochgelegene Tal. Dann, im Winter, so Mr.
Dharamchand Thakur, kommen die Russen ins Sunshine Guest House, zünden die offenen Kamine
in den geräumigen Zimmern an, trinken starken Tee mit Yakbutter und brummen mehrstimmig
traurige Volkslieder."

Silence, sorry

Montag, 01.03.99, Stuttgart

Heute Ruhetag.
Kein Bock.
Irgendwie.