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Geh' ma

Mittwoch, 28.10.98, Stuttgart

1402: Amtsübergabe in Bonn, Antrittsbesuche in Paris, London und Warschau.
1403: Der Wirbelsturm Mitch.
1405: Der Wasserfall, ein Vorhang aus Wasser.
1406: John Glenn, 77, fliegt wieder in den Weltraum.
2031: Tasche packen. Geh' ma.

FÜR DREI WOCHEN GESCHLOSSEN

Tattoo, Skin & Sturm

Dienstag, 27.10.98, Stuttgart

Gestern abend noch, auf 3SAT, HELMUT QUALTINGER, und die LETZTEN TAGE DER MENSCHHEIT. Eisenhart, vorallem: wie alt die Produktion schon ist und dennoch: wie gut, im Vergleich zu heutigem Quotenmist auf RTL und SAT1.

1201: Herr Vögele mailt zurück: Dann eben Dezember, gar kein Thema.
1426: U-Bahn.
1510: Im Geschäft.
1746: Ein Plakat in Stuttgart-Möhringen: Online mit Gott.
1800: Daheim.
1801: Unser Schreinermeister, der aussieht wie Räuber Hotzenplotz, wieder wild im Holz, im letzten Winkel des Raumes am Boden, in den Parkettleisten beschäftigt. Das sieht natürlich auch wieder völlig unglaublich aus.

1901: Mahlzeit; gebratener Fleischkäse und Kartoffelsalat nebst geschmorenen Zwiebelringen. Handwerker, Ma und ich, und, natürlich, bitte -: die Abendnachrichten: Bundeskanzler Kohl, Bundeskanzler Schröder, auf RTL, live aus Bonn und aus dem Vorgarten des Bundeskanzlersamts heraus mittendrin: Der RTL-Bundeskanzler Kloeppel, der da wirkllich in einem Garten stehen muß und moderiert. Er verspricht sich einzweimal, korrigiert den Fehler elegant und schaltet dann um zu ---Christian Häckl --- dem Superlativ der europäischen Wetteransage, der Tornado, 300 km/h schnell und ein Aprilwetter Ende Oktober und überhaupt seine Wetter-Ankündigungs-Anzüge –: und auf dem Schirm eine einzige Wetterkatastrophe. Nochmals zu Herrn Dr. Kloeppel: und er kündigt an:

EXPLOSIV
die wohl widerlichste QUOTENFUCKsendung aller Zeiten.
Unsere Themen heute:
1 - Leichensuche im Abwasserrohr
2 - BlaBla, noch so etwas
3 - Letzer Ausflug mit der Leiche auf dem Motorrad
und dann: ausgewählte langweilige werbevideos
scandal - egal - commercial
 ...
quand le soleil devrient froid

1930: Vor der Maschine. Kur auf Planet Vulkan, hinbeamen. Sofort. Wenn das ginge ... wuuuuusch ...
2049: O ficheiro que você procura não existe, ou foi removido. Eventualmente a cache do seu browser pode estar desactualizada. Limpe a cache e faça reload na página. God isn't online – jesus.

2159: downtown fahren - in the city - den Schreinermeister zurückfahren.
2215: Im Viertel rechts vom Henkersplatz. Schlosserstraße. Lichtenstein. Grüß Gott, grüß gott.
2321: Angekommen. Wieder vor dem Fenster.
0007: Ein Werbegeschenk: Schokolade, Toblerone, bedruckt mit webadresse. Mit Goldpuder. SDM.

STEINHOF
Haut-TÜV
die letzten Tage in Freiheit

Montag, 26.10.98, Stuttgart

0745: Handwerker sind im Haus, da braucht man keinen Wecker.
0945: Telefonat mit Frau Dr. Kircheisen.
1020: Ab in die Hautklinik. Warten.
1300: Zum achtenmal die Cannstatter Zeitung gelesen. Ein Superblatt.
1345: In Krankenhäusern riecht es immer so merkwürdig, ich weiß auch nicht, was das genau ist.
1425: Um einen rum fast nur alte Leute, alle husten und kucken so furchtbar angestrengt.
1505: Ich komme an die Reihe. Sationäre Einweisung, minimal 3 Wochen. Das heißt im Klartext:
21 Tage völlige Auszeit, mir unbekannte Behandlungsriten und extremer Freizeitbeschnitt.
Geht aber nicht mehr anders. Ich will das jetzt hier auch nicht einzeln schildern. Bin etwas frustiert.
Shit, ich will nicht, weiß aber, daß ich muß und dann ist es OK.

1955: ausgeTABUed, muß das leider auch auf Eis legen, ohne Nachtrag. Mit Schallplatten und Sound
hat das ja nix zu tun. Und ein KH-Report kommt nicht in die Tüte.

2015: Thelma & Louise auf VOX. Scheißtag.

DEEP SPACE ONE

Sonntag, 25.10.98, Stuttgart

HEUTE RUHETAG.

KNOWTORYOUS
im sound-orbit
behind blue eyes

Samstag, 24.10.98, Stuttgart

1313: Aua.
1347: Die zweite Aspirin.
1402: Auf, hopp, los. Der Kopf springt heute schlecht an. DieselTrabbiHopplaHopp.
1603: Was witzig war: die Leute, die gestern gekommen sind. Besonders geil: die Sisters aus Persien waren da und das Essen, ja das Essen.
Die Bilder an der Wand – : rattenschlecht und völlig brutal überteuert und irgendwie war das was da gestern hing und heute immer noch hängt
gräßlich. Bäh., geh fott.

Vielleicht liegt das auch daran, daß ich die meisten Sachen bereits kenne, aus den Hohenheimer-Tagen. Das kann aber eigentlich nicht sein, daß es daran liegt. Die Sachen sind für mich einfach scheiße, tschuldigung. Entwürfe vielleicht, aber alles unfertig. Schlampig zusammengebatscht und  –  vorfertig. Ich kann sowas nicht leiden. Hardy, Kunst und Freunde; so ist das halt.
Frau Dr. Judith Breuer,
Landesdenkmalamt,
wie eine Lady bei Vollmond, wahnsinnig schön.
Das Buch an sie geht Montag auf die Postreise.

Nachtrag: Sonder-Schul-Fressen, ein Wort von Ingo, in Bezug auf Wolfgang Petry. Sehr verschärft.

1617: Hi Ditmar, wie gehts denn Dir ? Alles alright bis auf aua, Kunst und ganz gemütlich heute.
1631: Silke aus München, kurz noch mal da – dann weg.
1637: Jetzt aber entgültig: DAS Tape abmixen für Hannover
1714: Los gehts.
introduction / believe / hello / blur / wild motherfucker  / useless / jethro bodean / die welt ist wie ein
wellenschiff / english rose / mr. clean / namasté / fixxxer.

1849: Face one is OK. Tapes mixen strengt völlig an, ist aber eine völlig geile Veranstaltung.
1850: An der b-seite.
ich, ich, ich / godhead / blumfeld: eine eigene geschichte / mein kleiner grüner kaktus steht draussen
am balkon  / tag am meer / velvet undergroung / this used to be my playground / cigarettes & alcohol /

2002: Während das gerade läuft, der Gedanke an Frankfurt, an die Festhalle, damals.

OASIS.
FRANKFURT.
BANKEN.
GOETHE.
Die Eintracht-Allee, verblättert in der Nacht.
Novemberwinde ziehen auf mit sound.

Kurzausflug.
Das war wirklich so richtig klasse.
AKTION.
Es hat uns niemand gefragt.

2016: Es regnet.

2019: Der letzte Song. Immer einer großen Aufmerksamkeit wert, der Punkt und Absatz eines TAPES.
Die Musik gemacht, aufgelegt, zackZack, –  this besiegeln, and that fertigmachen.
Damit es gemacht ist, also vorhanden, anwesend ist, das nichts verschwindet.

2041: Yahoo is not the Who. The song is over, das tape-finish, die b-seite zumachen.
Fertigstellen. Und dann:
2143: Korrekturhören.
2155: Schmidt gähnt katzenartig und putzt sich vor dem Fenster. Dann sitzt sie auf meinem Schoß.
2203: Time.
2204: Zeit.
2205: Hora.

Children of the revolution

Freitag, 23.10.98, Stuttgart

1145: Beim Doc, Ihre Karte bitte, nehmens bitte noch kurz im Wartezimmer Platz.
Eine Woche Auszeit.
1233: Hallo Frau Schnell. 1 Paar Baumwollhandschuhe. 13,– Mark. Wie bitte? Danke.
1313: Telefonat mit Ditmar.
1341: Nicht neu, aber jedesmal wieder interessant:
Der Ausnahmefehler OE ist aufgetreten:

VxD VCOMM(01) + 000000E8, Adresse 0028: C00157F0. Der Aufruf erfolgte von 0028: C24B94FB in
VxD UNIMODEM (03) + 0000660F. Das Programm kann ggf. normal fortgesetzt werden.
* Drücken Sie eine beliebige Taste, um den Vorgang fortzusetzen.
* Drücken Sie Strg+Alt+Entf, um den Computer neu zu starten.
Nicht gespeicherte Daten gehen dabei verloren.
Weiter mit beliebiger Taste. – In den vollen Genuß des Wahnsinns kommt man erst, wenn man es
abschreibt, einmal von Hand, dann wieder über Tastatur in den Rechner hinein. IRRE.

1448: Birte Karalus auf RTL, Arabella auf PRO7, EUROSPORT: UEFA-CUP Liverpool – Valencia 0:0, Macmanaman, Owen, Anfield Road, Egidius "Pater" Braun auf 3SAT, Lucky Luke auf SuperRTL.

1526: Mit dem angewählten Computer kann keine DFÜ-Netzwerkverbindung hergestellt werden.
Überprüfen Sie das Kennwort, und wiederholen Sie den Vorgang. OK. Geht aber wieder nicht.
Dann eben über den STZ-Zugang. Funktioniert.

1824: U-Bahn.
1852: Cantina Toscana. Elvis, Isabel, Siegfried, Schmidt und Ditmar.
2000: Vernissage.
2002: Conny.
2105: Susanna.
2243: Cantina Toscana.
2350: Mit Schmidt und Frau Dr. Judith Breuer im 3 Mohren.
0120: Katharinenstraße 21, im Stüble.
0520: Daheim, völlig dicht.

FERMENT
Madrid 1992
SOUND

Donnerstag, 22.10.98, Stuttgart

0832: Im Büro
1241: Geviertelte Pizza
1328: Cannstatter Repro, der Herr Klink
1402: Göhring Druck, die Blaupausen kommen heute um 5 oder 6 oder morgen früh. OK.
1530: Zu Hause
1614: Im Bett
1923: Im Supermarkt. EINFACH GEIL, Wolfgang Petry, Platz 1.
2000: In front of computer. Mein Rechner sucht D, findet das Laufwerk nicht, akzeptiert, daß es gerade nicht zu finden ist, das Fenster wird wolkig 95 und dann ist D im explorer eindeutig als einsatzbereit zu erkennen. Verstehe das wer will, aber da es funktioniert, ist es mir wurscht.

2002: OK, die Borg-Maschine läuft.
2005: Die eMail mit den Covern wird übertragen, empfangen, eingebeamt - ZACK, da das cover.zip
2016: TABU aufrufen und:
Für diesen Befehl ist Autorberechtigung /stefan erforderlich
Bei Name und Kennwort Groß-/Kleinschreibung beachten

2108: Simone ruft an und ich denke Simone, Simone ... und denke, ich kenn nur zwei die so heißen,
die sind aber jetzt nicht in der Leitung. Momo -- bist Du's?
Ja, bitte?
Warum sagst denn nicht Momo, und SIE: Hab ich Simone gesagt? Und Anja heißt jetzt auch Anna.
People reden manchmal undeutlich.
Wie gehts? - Schlecht.
Was machst' grad? - Tagebuch schreiben.
Uhhiii ---. Was  machstn Sonntag? - Weiß nich.
Frühstück? - Au ja fein
Wann? - so halb zwölf.
Okidoki - Bis denne – pfüati.

2039: Diese Text-Woche: Der Minetti-Nachruf von Matussek im Spiegel und der Eintrag von Rainald
Goetz von vorgestern. Was macht eigentlich Christian Kracht? Der ist verheiratet und Textpfleger bei
der Berliner Zeitung. Aber ganz sicher ist das nicht. Den Matussek-Text find ich im Netz nicht, der ist
irgendwie SPIEGEL-technisch versteckt oder - schlimmstenfalls - überhaupt nicht online.
Nach der Suche hatte ich folgende Message auf meinem Welt-Aquarium:

Kultur extra: Deckname "Star"
Kultur Archiv
Literatur
Aktuell
Kultur extra Archiv: PHILOSOPHEN Fragiles Selbst
Netzwelt
Pool
Netzwelt: Der entsorgte Vater
Netzwelt: Väter braucht das Land
Der Spiegel
Arc
Der SPIEGEL: "Erschieß dich"
Der SPIEGEL: Der entsorgte Vater
Der SPIEGEL: Väter braucht das Land

Kinners, so geht das alles nicht. Also gut, dann eben wieder händisch, Auszug von p. 290:

"Spielhungrig und applaushungrig und lebenshungrig hat Minetti stets dafür gesorgt, daß er auf seine
Kosten kam. Selbst wenn die Inszenierungen um ihn herum gelegentlich von Kritikern zu Kleinholz
verarbeitet wurden – er wurde nicht mehr angetastet. Er war Theaterlegende, war ein Naturereignis.
Wie will man die Alpen rezensieren? Fast bis zum letzten Atemzug hat er auf der Bühne gestanden,
bevor er letzte Woche 93jährig verstarb, und er tat dies in der Rolle, die sein Leben und seine Kunst
ineinanderschlang. Er spielte den Schauspiel-Lehrer im "Arturo Ui". Das heißt: Er brachte dem Diktator bei,
wie man die Massen gewinnt. Im Inferno des Politischen blieb Minetti der Spezialist für Wirkung.
Er war der Theaterstar des ideologischen Jahrhunderts. ...
Er spottete über Lambsdorff, genoß Klinsmann und schwärmte von irgendeinem Hamlet, den er in einem
Provinztheater entdeckt hatte."

2136: Schmidt und kurz die ZEIT zerblättern. Das Magazin besteht wieder nur aus boring, langweilig.
2205: Niemand kann sich abbonieren, singt Hans Moser.
2239:      :-))     –      :-)))      –      Drehen im Uhrzeigersinn, bitte.
2241: Das Plattencover für Martina, ganz klar, logisch. Ich empfehle einen guten Verstärker und Boxen.

WHAT GOES ON?

Mittwoch, 21.10.98, Stuttgart

0827: Die Pillen haben gewirkt, ich hab total verpennt.
0944: Guten Morgen Herr Siller.
1234: Nürberger Rostbratwürste mit Kartoffelpüree und Sauerkraut.
1559: Eine eMail mit 30 angehängten Dateien. Das bekommt man auch nicht alle Tage.
1745: Bei Hardy, das Textheftchen. Hey, das sieht ja toll aus. Latürnich.
1936: Daheim, fertig, erledigt und immer noch erkältet.
2050: Feierabend, ein paar Takte lesen vielleicht noch und dann: Licht aus.

ES IST SO UND NICHT ANDERS

Dienstag, 20.10.98, Stuttgart

Ich hab gestern Abend doch noch etwas länger Zeit hinter meiner Computer-Maschine verbracht und
einige schicke Plattencovers mit einem download von ubl.com abgefischt. Warum soll ich das nochmal einscannen?
Die jpgs waren auch gleich gut netz-technisch vorbereitet, ca. 200 auf 200 pixel, kaum größer als 9 KB. Optimal.

1957: Zu Hause. Uff. Ach ja, heute kickt der VfB, die unseren, und das nicht einmal vor vollem Haus.

Petra, huhu, auch mal wieder da? JA. Ein kroatischer Fernsehmechaniker bastelt an meinem
Fernseher rum, unter der Regie von meiner Schwester: und bitte, binnen 120 Sekunden muß alles
programmiert sein. Die Techniker packen ihre Sachen und dann ein TSCHÜÜHSS, und dann ist die
Tür wieder zu. Was war denn das bitte für eine Aktion?

2001: Mit Petra: ach, mein schwärzester Tag. Ist aber eigentlich gar nix passiert. Geht nicht gut?
Mir manchmal auch nicht, don't look back in anger, es kütt wie es kütt, keinen Deut anders.

2023: Avec sister, quatschen im Office, wer bin ich und was will ich sein.
Leseproben. Und Papierkram

2027: In Deutschland ist fast niemand mehr zuständig; stellen wir beide einfach mal so fest:
Neeeinn, da bin ich leider nicht zuständig. Moment bitte, ich verbinde.
Ganz besonders krass, in Österreich: Bitte Ja?, Neeein, der Herr Magister ist 'grad net in seinem
Büüroo, bitte wollen's nicht bitte nocheinmal später bitte probier'n? Ja, bitte, danke.
Faschiermaschine, Fleischwolf. Faschiertes bitte, a kilo und net zu fett bitte, und drehns des bitte
durch den Frankierfleischwolfmaschine, ja bitte bündig. Danke.

2046: Mamutschka und Petra im Damengespräch; ich krieg das alles mit. Schmidts Klage in den
Ohren: Vergehe nicht in diesem Internet oder wie das da auch immer für ihn heißen mag.
I don`t know, jetzt gerade.

2048: Mein Buch "Literatat" zu schreiben hat mir Spaß gemacht: Rumgehirnt und rumgefuxt,
hier da und da ein Witz über ein Komma, dort und dort über Doppelpunkt: Strich –.
Einfach Abgerockt. Weil. Weil ich das so und nicht anders wollte.

2105: Und jeder SCHALLPLATTENSAMMLER weiß, daß Rock schmutzig und gerade deswegen
RIGHT sein muß. Es geht in Wirklichkeit auch gar nicht um ROCK, das gibt es ja eigentlich überhaupt
gar nicht mehr, es geht um SOUND, guten Sound, etwas, daß einfach JETZT da ist, weil man es
immer schon haben wollte. Weil es Sound und sonst nichts war oder ist. Oder gar NICHTS.

2106: Das Schröder-Interview:
"Ich will nicht reden von Daten auf die ich keinen Zugriff habe."
Weil wir gesacht haben ..." RISIKO-KAPITAL. "... das öffentliche Gedöns ...", sachte Schröder,
in einem Nebensatz, dann sachte er "Getöse", korrigiert sich, medientechnisch, geil.
Und dann wurde es etwas platt: "Wir müßen dieses Jahr noch in die Puschen kommen".
So far, so good: RC Celta – Aston Villa    0:1

2215: Harald, der Chaot aus dem Weltraum, irgendwann die Woche im Ersten. Problematisch. Fake.

0003: Ich denke, es war mal wieder ein schäbiges 1:1, wie immer.

ALEXANDER DELARGE

Montag, 19.10.98, Stuttgart

0645: Der Tag heute beginnt mit dem II Kapitel. Und mehr ist jetzt darüber noch nicht zu sagen.
0955: GÖTTMANN - so hieß Werner Kreindl als SOKO-Chef.
1720: Und der Tag ist fast schon wieder vorbei. Es wird kalt, 9 Grad.
1748: Lost in the supermarket, TOOM, klingt wie Einkaufs-DOM. Unglaublich billig-futuristisch.
1830: Essen zu dritt, mit Ditmar und Silke.
2010: Vor dem Computer. Also, langsam brauche ich eine DATENBANK. Dieses händische Verlinken
streßt ja unglaublich. Vorallem muß man aufpassen wie ein Luchs. Echt nervig. Aber es funktioniert.
2018: Irgendwie gehts mir heute nicht sehr blendend, ich sitze auf dem Bett mit dem Spiegel und dem Hamburger Abendblatt (aber das Abo wird jetzt endlich mal gekündigt!) und glaube, ich geh ins Bett.

"What does God want?"
Does God want the goodness or the choice of goodness?
Is a man who chooses the bad perhaps in some way better
than a man who has the good imposed upon him? –
I do what I do because I like to do."

THERE ARE 2,000,000 COCKSUCKERS
IN THE NAKED CITY

Sonntag, 18.10.98, Stuttgart

1405: Ganz langsam. Luschen-Sonntag, keine Lust auf irgendwas.
1749: Mit Petra, Silke und Matthias kurz im Krautzelt. Dörflich blöd. Wir gehen wieder.
1854: Gemüse putzen, Fleisch schneiden, Pfanne heiß machen, los gehts.
2207: Licht aus. Superfertig und ich weiß überhaupt nicht einmal weswegen.

25.06.1926
INGEBORG BACHMANN
17.10.1973

Samstag, 17.10.98, Stuttgart

0810: So früh raus? Ja.
0945: Haare waschen lassen, schneiden, 2 Kaffee, Kopfmassage und Kurpackung. Wohltuend.
1345. Einkäufe, Gemüse für die Pfanne, Geflügel für die Teller. Und Peanutbutter & Jelley.
1555: Auf dem Spitzkrautfest. Hey, Flohmarkt. 3 Schallplatten für 5 Mark. Kiki turnt da auch rum.
1720: An Hardys Textheftchen im Quark. Formatieren, definieren, typographieren, undundund.
1800: Momo und Anja kommen vorbei, es ist ein Überraschungsbesuch. High, und wie gehts?
Superwitzig. Kleine Party mit VOSGIENNE, Becks, Zigaretten und Music. Anja sieht aus wie ein
Modell. Und ich hab nicht einmal eine LOMO um die zwei kurz abzulichten. Fuck. Meine Nikon pennt.

2108: Wieder am Textheftchen. Quark kann das titel.jpg nicht einlesen, WARUM denn NICHT?
2235: Alles fertig. Keine Fussballergebnisse, keine Lottozahlen. Ich bin gar nicht informiert.
2359: Mit Silke über Bachmann, Wittgenstein und Schmidt. So an einem Samstagabend.
0117: PULP. This is hardcore.
0133: Licht aus.

- Wir müssen wahre Sätze finden.
- Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.
- Es kommen härtere Tage.
- Die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

<   STEPHAN  DERRICK   >

Freitag, 16.10.98, Stuttgart

EMail von Elvis: Hey man, alles ok. Die Schrift ist top lesbar - Bon soir: Dome. Das funktioniert jetzt
also auch. Ich habe gestern Abend noch den Schriftfont Arial mit html auf Helvetica erweitert, Apple
brät ja immer Extrawürste.

0835: SKINDOCTOR, die Haut macht wieder Schwierigkeiten.
0955: Hautklinik Bad-Cannstatt, bei Prof. Dr. med. W.......... Es gibt Cephalexin, Fexofenadin und
Hydrocortison. Nein, machen können wir da nichts groß. I' ve gotta lose this skin, I'm imprisoned in.
1350: Quark, Illustrator, Photoshop, Corel Draw. Es ist zum wahnsinnig werden. STEINHOF.
Das Thomas-Bernhard-Buch, das ich gerade lese. Wittgensteins Neffe. Grausam gut.
Nicht wirklich lustig aber unglaublich eisenhart. Ein Härtetyp.

1600: Mit Jochen, Marcus und dem Chief Gespräch über das Internet. Verwirrend marginal.
THE WHY-WAY OR THE HIGH-WAY ?

1720: In der U-Bahn steht eín Typ und wenn ich den Typ betrachte kommt HATE in mir auf. Ich weiß
auch nicht warum, ich kenne den ja gar nicht - nein, es geht darum, wie bescheuert er aussieht.
Der Typ ist so um die 22, hat ein blondiertes Flaumziegenbärtchen am Kinn (Nigel ins Christian
Kracht's FASERLAND nennt sowas Mösenbart), trägt eine völlig versiffte und verknickte
Mighty-Ducks-Kappe in einem von Ecstasy verschwitzten grauen Bordeauxrot auf dem Kopf und
grinst mich dauert so unverschämt benommen-lässig an und, jetzt kommts: er hat so eine superbillige
schwarze MEGA-Hornbrille auf der Nase, mit gelben Plastikgläsern, wirklich, riesendick das Ding.
Und dazu passend dieses jung-SPD-geil-Skateboard-Grinsen in seinem feisten Gesicht das ich jetzt
gerade überhaupt gar nicht ertragen kann. Am liebsten würde ich ihm ungefragt eins über die Glocke
ziehen, nur so weil es sein sollte, und sowieso nur deshalb weil er so schief-blöd hervor spechtet, so
zeckenmäßig. Und einen dämlichen und noch mehr versifften Cord-Rucksack hat er natürlich auch
noch, den läßt er lässig über seiner coolen Kiddy-Schulter herunterhängen.
Es ist wirklich unglaublich. Aber so einfach ist RAVE.

1803: Gute Songs haben den Vorteil, daß man irgendwas mir ihnen verbindet, sich wieder an was
erinnert: die geniale Ausfahrt nach NEVERLAND etwa, mit Metallica-Sound von der schwarzen CD.
Dieses lust for life von Iggy POP in Madrid beim Billiardspielen. Yes, es ist so, denke ich zuende.
Meine Gitarrenlust begann vor einem Spiegel und mit einem Hockeyschläger, der zu TNT von AC/DC
als SOUNDSTOCK mißbraucht wurde. So fängt das alles an. Posing und dann wird's richtig ernst.

1945: Automusik, Flugzeugmusik, Strandmusik, Nachtmusik, Studiomusik et patati et patata.

1952: Drei Fragen in der TALKSHOW:
Mögen Sie ...? Beneiden Sie ...? Würden Sie gerne mit ... tauschen?

2000: Die Nachrichten. Der Papst begeht sein 20jähriges Pontifikat.
2015: Stephan Derrick, die letzte Folge. Uwe Friedrichs als Kaschonnick, als Knacki, irgendwie nicht
so toll besetzt. Sein gezeichnetes Gesicht war in fast jeder Szene dramaturgisch zu sehen. Und die
fesche Polizeipsychologin, so ganz in lila. Goldstatuen im Nacht-Club. Die Zuschauer genießen ihre
eigene Ohnmacht. Sagt Derrick in seiner Abschiedsrede. BMW,  nein, Krombacher präsentierte
IHNEN Derrick. Und als Gast "Der Alte", der Herr Schimpf und Heimann und Charly M. Huber. Und
dann die Laudatio von August Everding. EVER-DING, den Namen muß man sich mal auf der Zunge
zergehen lassen. War aber trotzalledem eine schwache Abschiedsvorstellung. Und, sehr klasse,
sofort danach im ZDF:

MITTERNACHTSBUS  von 197X

Mit Rudolf Platte, Bruni Löbel, Werner Kreindl. Wie hieß der eigentlich in der SOKO--Serie?
Irgendwas mit -mann. Zefix, mir fällt der Name nicht ein.

2315: Etwas mehr auf den Körper hören, das Spiel heißt: einmal neue Haut bitte.
2316: Auch die harten Gegenstände weisen einen weichen Knick auf.
2317: Ich kenne meine Grenzen da ich mich irgendwie selbst eingezäunt habe.

Freiheit heißt nur,
daß ma' geh'n kann
wann ma' will.

DIE JAHRE LÄCHELN
EINEN SORGLOS AN

Donnerstag, 15.10.98, Stuttgart

1855: U-Bahn, eingelangt, zu Hause. Post durchsehen, mit Elvis und vorher mit Hardy telefoniert.
1915: Lost in the supermarket. Kleiner Spaziergang zurück, im ganz leichten Nieselregen. Ich werde
nur etwas feucht, nicht naß, die Brillengläser werden besprüht wie von einer Bügel-Plastik-Flasche,
es ist dunkel und eigentlich ist es ganz kurz sehr schön. Aber es ist niemand auf der Straße.
Die große Errungenschaft der Stadt Leinfelden ist scheinbar das alljährlich stattfindende Krautfest.

1923: Wann war denn eigentlich was? Mir fehlen die Jahre, ich geh' mal nachsehen, im Archiv:
1985: Merzschule. Rauswurf, hochkant. Olaf, Udo, Clemens und Roland. Franz. Caroline. Heimweh.
1986: Murnau am Staffelsee. 43.750 km mit den Zügen Deutschlands unterwegs.
1987: München / Im Schellenkönig. Design. Ideen. Kamera. Reproduktion verstanden. Typographie.
1988: Stuttgart / Oberesslingen. BWL-Dreck.
1989: Barcelona, Ramblas. SPACE. Praktika.
1990: Kreta mit Nicoletta. Bei Elvis. Lehre. Ditmar. Satzarbeiten. Schürle.
1991: Stuttgart, Brett, Katharinenplatz. RAVE. Metallica. Nirvana. Grunge. Sex.
1992: Madrid, Calle de la Bola. PRAXIS. Catherine Wheel, Iggy POP, Levitation. Drogen.
1993: Literatat, mein Buch. Schellenkönig / Hamburg, Humboldtstr. LOVE I.
1994: Hamburg / Wien, 4. Bezirk. LOVE 2. Komm' zu mir. Ich kann aber nicht.
1995: Salzburg / Wien, 4. / 5. Bezirk. Wem heut' net schlecht is'. Gasthof Gmachl. HAGGIS.
1996: Wien, überall. PIEFKE. Es lebe der Zentralfriedhof. Wien begreifen, als alte Kaiser- und Kaiserinnen-Stadt.
1997: Hohenheimer Straße 73. Hartmut und Siegfried. Cantina Toscana. Boule am Samstag.
1998: Toscana, Montecatini. Mit Ursel und Justus. JETZT und HIER.
Natürlich war das nicht ALLES, da fehlt schon ultrabrutal viel, aber so ganz grob eingerastert laß' ich
das mal so und nicht anders stehen. Wo ist die Zeit, wo sind die Schriften von Proust, die Suche
nach der verlorenen Zeit?

2122: DEPECHE MODE, useless, k&d-session, supersentimental, die Frage nach der Existenz im
Nachtleben, useless, nutzlos, traurig, kaputt, on drugs. RAVE. Etwas, das für mich wie PUNK nur als
Mode existiert hat. Natürlich darf man das nicht nur so sehen, dazu ist ja zuviel ZEITGEIST mit im
Spiel und, gerade wegen DEPECHE MODE, und ich lese den Bandnamen immer als wichtige
Depeche und Mode der 80er Jahre, ich war nie ein Fan von DM. Heute, also JETZT begreife ich ihren
Wille zu dieser ihrer Band. Deswegen leben sie noch, denke ich. David Gahan wäre ja beinahe an
seinem DING verreckt, wild tätowiert, STRANGE, jetzt wird das alles langsam etwas klarer. Useful.

2123: Ist es richtig, daß man Music nur dann richtig verstehen, beurteilen etc. kann, wenn man
selbst  einmal mit EINEM Instrument durch den Rhytmus und durch die Töne geschwommen ist?

2210: Alles ist wichtig. Auch das Gegenteil, im kleinsten Detail. Das interessiert aber keinen mehr.
Nur blanke Resultate, verrechnete Ergebnisse aus irgendwas. Sehr komisch, das alles.
Die Erfinder des Wortes Marketing sprachen mit gespaltener Zunge. Und sie wissen es.

No one said it would be easy.
No one said it could be wrong.

Wir lassen nie vom Suchen ab, und doch,
am Ende allen unseres Suchens sind wir
am Ausgangspunkt zurück und werden
diesen Ort zum ersten Mal erfassen.
T. S. ELIOT

INTERZONE II

Mittwoch, 14.10.98, Stuttgart

1719: Wo ist der Tag geblieben? In der U-Bahn wäre ich fast eingeschlafen, das kann doch nicht sein.
1820: Für eine Stunde faul auf dem Kanapee mit so Beruhigungsmusik aus den Anden.

1942: Das dumme Fussballspiel gegen Moldawien und jetzt bin ich wach weil ich merke daß ich mich
ärgere weil mich das ungeheuer aufregt, so eine Spielweise. Das ist alles nicht einzusehen,
geschweige denn anzusehen, es ist nicht anzuhören weil Waldemar "Waldi" Hartmann das Gegenteil
von dem sagt was er wirklich denkt. Und Gerd "Rubi" Rubenbauer (und diese ganzen blöden
Verniedlichungen der Vornamen sprechen ja wirklich für sich!) quatscht sich wieder patriotisch in den
Mikro-Schaumstoff. Hooo, haben Sie gesehen wie der Babbel da dazwischen geht? NEIN, habe ich
nicht gesehen, ich sah einen hilflos im Strafraum herumirrenden bayrischen Fussballspieler namens
Markus Babbel. Das verkommt ja wirklich alles durch diese Scheiß-Kommentatoren, tschuldigung.

2112: Pressekonferenz mit Sir Erich. Da fällt mir nur ein Fontane-Gedicht ein:

Herr von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland,
Ein Birnbaum in seinem Garten stand,
Und kam die goldene Herbsteszeit
Und die Birnen leuchteten weit und breit,
Da stopfte, wenn's Mittag vom Turme scholl,
Der von Ribbeck sich beide Taschen voll,
Und kam in Pantinen ein Junge daher,
So rief er: »Junge, wiste 'ne Beer?«
Und kam ein Mädel, so rief er: »Lütt Dirn,
Kumm man röwer, ick hebb 'ne Birn.«

2205: Der Viagra-Bericht im Ersten. Tantra-Meister haben Lockenhaare und braune alte Haut.
2316: Wickert und: "Das Wetter."
2317: Schallplattentagebuch gibt es als Schallplattentagebuch, dem Titel gemäß, spätestens am
Freitag wieder ausführlicher, ich bin irgendwie ermattet, besser platt und dann funktioniert das nicht.
Update morgen pünktlich um 2300.

Die Welt ist eine
Strafanstalt.
Manchmal.

INTERZONE I

Dienstag, 13.10.98, Stuttgart

0732: Mit Silke in der U-Bahn
1228: Bami Goreng.
1248: Beim Tischfußball übelst besiegt worden. Das Gelächter ist das allerschlimmste.
1709: Elvis rettet mich.
1722: Post. Antrag zur Nachnahme. Das dauert.
1825: Marienhof.
1912: Bei Elvis: Scannen, OCR-Software, Texterkennung, RTF-Format, sichern, per eMail verschickt.
2100: Kochen, Abendessen, Bratkartoffeln, Maultaschen. Isabel hat auch Grippe.
2220: Brennerstraße, Cantina Toscana, mit Albert im Gespräch.
2241: In der U-Bahn, Spiegel durchblättern, die heraufziehende Wirtschaftskatastrophe, hundemüde
sitze ich da ganz hinten im grünen Zweier-Sitz, irgendwie.

2302: Zu Hause. Feierabend.
2355: Licht aus. Habe fertig heute.

RITMO DIABLO

Montag, 12.10.98, Stuttgart

0650: Wach, raus, hopphopp.
1228: Das Zeitgefühl ist weg. War es eben nicht noch 10:irgendwas?
1745: McRip & Coke. Ich rieche nichts, ich schmecke nichts. Ist das gewollt?
1812: Brille abholen, die Eingewöhnungszeit kann bis zu 2 Wochen dauern. ECHT?
1847: Im Breuninger und, ich habe mich schon wieder verlaufen.
1852: Ja, das ist eine schöne Jacke, Kalbsleder, sie steht Ihnen auch wirklich ausgezeichnet.
Ich: Was soll die denn kosten? Ja. PAUSE. Ist nicht ganz billig, 1800,– UUPS.
2015: Ich hasse Sprint-Aktionen auf die einrollende U-Bahn, mit Tüten bepackt.
2037: Zu Hause. Komplett erledigt.
2139: Alles aktualisiert, verlinkt, gespeichert.
2141: Ab die Post mit FTP.
2154: Raus. Auf ein kühles Blondes.

Und ich liebe diese Sprache, diese schönen Seufzer und das trockene Krächzen,
all die Dialekte, besonders die von der Bühne verdammten, also das alltägliche,
Palaver wie auch das „Frühlingsrauschen" im ZAUBERBERG oder Kafkas und Heines
Stöhnen in der Matratzengruft, die Liste ist endlos; und ich liebe diese Sprache,
obwohl ich sie nie bewältigt habe, und das ist gut für den Fremdling, der fremd bleiben will,
weil er damit sein drittes Ohr bewahren kann, so daß er mit der Neugier des Fremden die Wörter
wörtlich nehmen und so immer wieder in den Eingeweiden der Sprache herumwühlen kann.
GEORGE TABORI

SOUNDS OF SILENCE

Sonntag, 11.10.98, Stuttgart
 
 

HEUTE RUHETAG

ICH WÄR SO GERN

Samstag, 10.10.98, Stuttgart

1216: Frühstück mit Petra und Kiki.
1326: Aufräumen!
1412: Muttern wieder zurück; wir beschließen ins Kino zu flitzen
1600: Nicht lachen: LOLA RENNT nochmal. Wieder klasse. Wirklich.
1800: Saure Nieren in der Tauberquelle beim Roland.
1925: Kein schönes Spiel, meine Damen und Herren.
1927: Was Sie natürlich nicht sehen können ...
1928: Ah ja, jetzt können Sie's genau sehen. Danke schön an unsre Regie.
2001: Den Kopfball von Heinrich haben wir hinreichend gewürdigt.
2005: Die Stimmung ist gut.

Türkei – Deutschland 1:0

DIE LOTTOZAHLEN
4   27   29   31   39   41    Zusatzzahl: 6

SUPERZAHL
6

SPIEL 77
1532109

SUPER 6:
946781

Alle Angaben ohne Gewähr.
Ich wär so gerne Millionär.

LICENCE TO ILL

Freitag, 09.10.98, Stuttgart

0926: Vergrippt, den ganzen Tag im Bett. Weshalb hört man nicht auf seinen Körper? WAS?

I wish I was a stranger who wanders down the sky
I wish I was a starship in silence flying by
I wish I was a princess with armies at her hand
I wish I was a ruler who'd make them understand
I wish I was a writer who sees what's yet unseen
I wish I was a prayer expressing what I mean
I wish I was a forest of trees that do not hide
I wish I was a clearing no secrets left inside
Never say never
I wish I was a hunter in search of different food
I wish I was the animal which fits into the mood.
I wish I was a person with unlimited breath
I wish I was a heartbeat that never comes to rest.
Never say never.

2045: EMail von der Stuttgarter Zeitung, Herr Vögele, Abteilung Multimedia. Ob ich etwas dagegen
hätte im November HOMEPAGE DES MONATS zu werden, im s-line-Bereich, wie er das nannte.
Nöö, nichts dagegen. Das wird ja langsam wirklich zum Volkssport. Zum zweitenmal bereits. YEPP.
Ich habe daraufhin heute noch ein wenig an der Navigation herumgebastelt, das Archiv ist jetzt besser zu begehen, mit einer kleinen Datenbank wäre die Sache noch einfacher.

2054: Die Zigarette schmeckt nicht und dauernd Tee trinken ist auch deprimierend. HELP!
2206: Bett. Licht aus.

Chilomycterus schoepfi
Gestreifter Kugelfisch
Heimat: Karibik

WE CAN BE HEROS
JUST FOR ONE DAY

Donnerstag, 08.10.98, Stuttgart

2030: Jaja, der Wasen ist vor der Bierzeltkapelle schon besonders beeindruckend.
2031: Rambazambatackatack.
2032: WombaTompaUpsasa.
2254: Beim Heimfahren: Die Dame neben mir war im Theater. Und ihr Mann trägt ihre Schuhe in einer Papier-Tüte. Nichts dagegen einzuwenden. Sie sagt, daß sie jetzt bequemere Schuhe trägt, nicht mehr aus Gold, sondern Straßenbahnschuhe. Naja, spitze.

2305: Wittgensteins Neffe. Von Thomas Bernhard. Und die Kleine kuckt aufmerksam.
2315: Daheim. Schmidt und

manchmal muß man aufpassen
daß man nicht zu alt wird.

DRUG ME

Mittwoch, 07.10.98, Stuttgart

1815: Daheim. Kalt, Regen, vermatschte Blätter, plattgetreten. Halsweh und das ganze
Knochengebälk tut weh wie die Sau. Das Badewasser läuft, mich friert ultrabrutal.
4 Aspirin und warm eingepackt dann ins Bett. Geschrieben wird heute 99%ig nichts mehr:

Der bürgerliche Beruf
ist eine Bedrückung,
der journalistische
birgt eine Gefahr.
Das tägliche Brot zu erwerben
wird immer schwerer.
Ein Leben der Bohème
ist nicht mehr möglich.
Das Problem ist nicht zu lösen.
WOLFGANG KOEPPEN.

ARBEIT IST SCHEISSE

Dienstag, 06.10.98, Stuttgart

1815: Wieder zu Hause. Es ist fast schon dunkel und es nieselt auch noch. Guten Tag Herbst.
Was war das eigentlich heute wieder für ein Tag? Das Telefon faucht einen den ganzen Tag an,
jeder will irgendwas, natürlich SOFORT, es brennt, HILFE – klar, man will ja auch was von denen,
aber eigentlich ist das superbescheuert. Dann kommt man heim, ist extrem platt im Kopf, und – was
mach ich? Ich mach wieder einen, nämlich meinen Rechner im Zimmer an und sofort sitzt die Katze
auf dem Monitor. Obwohl die Heizung an ist. Auch irgendwie SUPERPERVERS.

1842: EMail aus Konstanz, von den Textgaleristen. Kompliment zu TABU, tut ganz gut so was.
1912: Lost in the supermarket. Gold-Pfirsich.
2015: Kopieren, verschieben. Ideenrecycling. Kompostierbar.
2105: Ich weiß nicht wie.
2108: Ich weiß nicht genau was es ist.
2204: Ab ins Bett und Comix lesen.

YOU HAVE TO GET REALLY DEEP IN THE SESSION

Montag, 05.10.98, Stuttgart

1835: Mit den Frankfurter Goetz-Texten lesend bei Maren, dem einzigen Ort, wo man so früh am
Abend ungestört irgendetwas lesen kann. Im Koffer sind die CD-Einkäufe.  Backgammon ist ein
Drecksspiel gegen einen der nur Päsche schmeißt. Datenbankgequatsche mit Ingo. I WISH ...

0009: Lola läuft. Auf CD. Das konnte ich dann doch nicht liegen lassen. Und natürlich auch noch
Kruder & Dorfmeister, the k&d sessions, aufwendigst verpackt, egal, höre ich morgen, nachher.

0013: Scheißtag was für ein Scheißtag für irgendwas wo man nicht weiß was los ist.
0015: Korrigiere deine Fehler und werde nicht wie die anderen, werde wie Du rennst.
0018: Potente, Schmidt. Ich. Jetzt langt's.

I don't like mondays
I wanna shot the hole day
DOWN, DOWN, DOWN.

LOLA RENNT
DIE HUNDERTTAUSEND MARK SHOW

Sonntag, 04.10.98, Stuttgart

0951: Auf. Auf. Die Woche ist schon wieder vorbei? Ja.
1121: Kurz an ROMAN und GRÜNSPAN, aber ich werde das stecken, aufgeben und weglegen.
So ist das sinnlos, ich kann nicht in alten Texten herumkorrigieren ohne den Kontext zu verändern,
d. h., daß dann überhaupt gar nichts mehr stimmt. Und wer braucht das? Ich nicht.
Etwas NEUES muß her.

1315: U-Bahn, downtown, zu Hartmut wegen seinem Textheftchen für die Vernissage.
1458: Bei Herrn Schmidt, der ist aber nicht da, daher wandern die Scripte für ihn in den Briefkasten.
>Guten Tag, ich habe Post für Herrn Schmidt, würden Sie mir bitte die Türe öffnen?<. Surr. Offen.

1600: LOLA RENNT. Herrlich, obwohl das ja wirklich nichts neues ist, diese 3-Ebenen-Technik.
Kieslowski hat das mal gemacht, DER ZUFALL MÖGLICHERWEISE hieß der Film, ganz schwere
polnische Angelegenheit. Der Tykwer-Film aber ist pfiffiger, bunter, schriller und ein Soundtrack vom
Zuckerbäcker: WISH (komm zu mir). Ich bin hin und weg, wirklich. Auch wegen Franka Potente und
Moritz Bleibtreu. Und wegen Hans Paetsch, dem Märchen-Schallplatten-Erzähler

1752: Pauls Boutique. Milchkaffee als Aufheiterung für den naßgrauen Asphalt mir gegenüber.
1804: Regen und Herbst, so um 9 Grad. Die Reste des ehemaligen Wirbelsturms "Karl" quälen uns
mit kühlem Klima. Kratzt der Hals? Streikt die Stimme? Nehmen Se Emser Pastillen.

2208: Drei Phasen auf dem grünen Rasen. Und dennoch nur ein 2:2.
2236: Feierabend.

Blaßgrünes Gesicht, mit schwarzer Mundschschleife locker zugebunden  –
so sah es wenigstens bei Mondlicht aus, morgens um fünf.
Ich hatte wieder nicht schlafen können und war ans Fenster getreten.

GRÜNSPAN I

Samstag, 03.10.98, Stuttgart

0751: Wach. Natürlich nur weil Feiertag ist.
1202: Werner schaut kurz wegen der Einladung für die Vernissage herein.
1542: Master of war, Lord of lyrics, Brother of rock. Aus den Boxen.
1600: Brief nach Wien und der Entwurf für München obwohl ich das morgen nochmal neu mache.
1738: Dr. Richard Kimble auf der Flucht.
2015: Jurassic Park. Nichts machen, nur oberfaul fernsehen, rauchen und Erdnüsse knabbern.
2305: Günter Netzer und Gerhard Delling erhalten einen goldenen Löwen.
2350: Nach Abruch ROMAN wieder vor/bei/mit/und GRÜNSPAN. Wird das denn nie fertig?
Ein ellenlanges Fragment, manchmal mit kaum noch lesbaren Jugendnotizen, manche bereits schon
12 Jahre alt. OOPS.

Beim zweitenmal beginnt alles
langweilig zu werden, sagte der Passant zu ihm.
Nein, das stimmt nicht, entgegnete Grünspan,
es hört dann endlich auf oberflächlich zu sein.

HUMBA HUMBA TÄTERÄ

Freitag, 02.10.98, Stuttgart

1538: Freefall-Tower, 55 m, freier Fall.
1605: So liebe Freunde, die Hände an die Krüge.
1805: Airwolf und Schaschlik und Boxauto.
1900: Mit Regina und Ditmar und Humba Humba Täterä.
2300: Daheim. Licht aus.

HEADLINE, ersetzbar

Donnerstag, 01.10.98, Stuttgart

1648: Den ganzen Tag nur rumgerödelt. Der blöde Bock aus Norddeutschland schickt alles auf den
letzten Drücker. Dieses blinde Arschloch nervt mich schon seit Freitag letzter Woche.

1700: Dirk und Andreas wegen web-design.
1759: Wöhrwag, Abendessen und man muß nur den richtigen Tisch erwischen.

2154: S-Bahn. Klar, ist von Goetz übernommen, warum denn nicht? Die Form ist gut und lesbar, die
Texte sind sowieso und gottseidank völlig unterschiedlich, warum alles anders machen nur damit es
partout anders ist? Das ist irgendwie für mich nicht einzusehen. ARIAL ist als SCHRIFT auf fast
jedem PC assimiliert, MAC geht auf HELVETICA, notfalls NEW TIMES ROMAN. Und schon sieht
alles ganz anders aus. Das ist natürlich schon Kacke. Die Form für den Inhalt. Why not ?
Das ist doch wahrlich kein Verrat an wichtigen Dingen.

2242: Zu Hause. Und ich denke, daß es fein so ist: Schmidt brummt hinter mir warm auf dem
Bürostuhl, der Katzenschwanz touched - BANG BANG - meinen Bauch. Dann kurze Sitzkorrektur:
Schmidt erhebt sich und nimmt auf dem Monitor Platz.
Schick.

Was ist denn eigentlich Jugend?
Doch im Grunde nichts anderes,
als das noch gesunde und unzerknitterte,
vom kleinlichen Treiben der Welt
noch unberührte Gefühl
der ursprünglichen Freiheit
und der Unendlichkeit
der Lebensaufgabe.

Joseph von Eichendorff