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1998
Jahreswechsel
1999

Donnerstag, 31.12.98, Stuttgart

1035: Ich hab die Augen zugemacht und hab' die Welt gesehen.
1257: Stadtbahn zum Hbf. Mama fährt Zug.
1322: Der Fahrkartenautomat funktioniert nicht.
1326: Das große Hängeplakat (premiere) wird kompliziert abgehängt, Griechenland wird geflaggt.
1400: Brennerstraße, Cantina Toscana. Mit Toska kam die Zärtlichkeit.
1415: Mit Renate und Manfred Steng und Martina und Sulz und Schmidt und hoch die Tassen.
1515: Werner.
1517: Sulz flippt etwas. Wegen dem 3 Mohren geht dem der Kackstift.
1518: Die peinlichsten "Lieblingsstücke" des Jahres:

MY HEART WILL GO ON
EGOIST
MÄNNER SIND SCHWEINE
PIEP PIEP PIEP
MÄDCHEN NR. EINS
OUT OF THE DARK

1700: TAXI, bitte, bequem nach Hause fahren.
1735: Im Gemüse. Waschen. Kleinschnibbeln.
1815: Gemütlich, SOUND, leicht breit und das Essen wartet.
2108: Nach dem Raclette, ist man irgendwie satt.
2233: eins-zweidrei...
0000: Mit ALLEN in der U-Bahn. Der Fahrer macht die Durchsage.
Was geht dir jetzt im Augenblick durch den Kopf:

01.01.1999
0000.18
0000.31
0000.39
0000.46
0000.53
0000.59
0001.09.
0010: Olgaeck. Die Hölle.
0020: Odyssia, Brennerstraße.

und dann irgendwie nach Hause.
SUPERFLY
Wenn Patricia da ist
ist Ursel blöd.
Why?

The Lady Miss Kier Kirby

Mittwoch, 30.12.98, Stuttgart

1740: Bushaltestelle BAD –:Wie muß das für einen Amerikaner klingen? bad, very schlecht.
1755: Im Supermarkt, Old Holborn, Muskote-Papers, stern EXTRA.

TAI PAN
12 Superraketen
SUPERKNALL
Qualitätsfeuerwerk
Verpackung mit
Unbedenklichkeitsbescheinigung

1825: Marienhof.
1925: Telefonat mit Ditmar wegen morgen. OK. Es gibt Raclette.
2015: NEU: Jahresglückwünsche per eMail an Tanja, Markus, Thomas und Andreas.
2052: Das Jahrestape, die b-side. Oder?
2200: Surfen, ziellos, wie auf einer Welle.
2233: OASIS
2239: Raising hell
2246: Engel
2259: Wieder zwei zurück. 2239 und 2246 passen nicht.
2300: Reverence
2304: ich ich ich
2309: Luscious Jackson
2316: Kill Rhythm
2323: Lola rennt
2330: Dr. No
2347: Deee-Lite
2355: Private life
0000: Der letzte Tag des Jahres hat begonnen.
0007: blur. Dazu das irre MTV-Video im Kopf. beetle bum.
0016: You look like you've losing sleep. SVERVEDRIVER.

Die letzten Tage der Menschheit, Helmut Qualtinger.
Ich glaube, ich schick' das tape nach Hannover. Dort wartet jemand darauf.
 
 
 

THE JAM
that's entertainment
1981
Paul Weller

Dienstag, 29.12.98, Stuttgart

A police car and a screaming siren -
A pneumatic drill and ripped up concrete -
A baby waiting and stray dog howling -
The screech of brakes and lamplights blinking -

that's entertainment.

A smash of glass and the rumble of boots -
An electric train and a ripped up 'phone booth -
Paint splattered walls and the cry of a tomcat -
Lights going out and a kick in the balls -

that's entertainment.

Days of speed and slow time Mondays -
Pissing down with rain on a boring Wednesday -
Watching the news and not eating your tea -
A freezing cold flat and damp on the walls -

that's entertainment.

Waking up at 6 a.m. on a cool warm morning -
Opening the windows and breathing in petrol -
An amateur band rehearsing in a nearby yard -
Watching the tele and thinking about your holidays -

that's entertainment.

Waking up from bad dreams and smoking cigarettes -
Cuddling a warm girl and smelling stale perfume -
A hot summers' day and sticky black tarmac -
Feeding ducks in the park and wishing you were faraway -

that's entertainment.

Two lovers kissing amongst the scream of midnight -
Two lovers missing the tranquility of solitude -
Getting a cab and travelling on buses -
Reading the grafitti about slashed seat affairs -

that's entertainment.

JESUS & MARY CHAIN:
Far out and gone

Montag, 28.12.98, Stuttgart

I can't explain exactly what I'm doing standing in the rain
Don't do it for fun
Do it if you feel it
Kiss it on the tongue
I'm taking my thoughts to a railway station
Put 'em on a train just to see what's coming back
What's coming back
It's coming like a heart attack

Ice melts too fast
So nothing stays forever nothing's gonna last
She's dressed in black
A black that ends in nowhere and I just got
to have her back
And I'm television sick and I'm television crazy
No one works so hard just to make me feel so bad
I'm feeling bad
Oh that's too sad

Hey. Hey. Hey. She's as mean as mean.
Hey. Hey. Hey. She's as black as black.
Hey. Hey. Hey. She's as mean as mean.
Hey. Hey. Hey. She's as black as black.
Hey. Hey. Hey. I got to get her back.
Hey. Hey. Hey. I got to get her back.
Hey. Hey. Hey. I got to get her back.
Hey. Hey. Hey. She's as mean as mean.
Hey. Hey. Hey. She's as sick as sick.
Hey. Hey. Hey. She's as cool as cool.
Hey. Hey. Hey. She's as black as black.

Sonntag,
verbummelter.
Mit Debbie Harry

Sonntag, 27.12.98, Stuttgart

1248: Noch im Bett, dann am Telefon: Ditmar, also dann, bis um 1400, zum brunchen.
1249: Langsam. Wach. Werden.
1533: Stadtbahn. 13 Grad. Gelbgrün und fast menschenleer. Angenehm, erschreckend.
1601: Brunch mit Andreas, Claudia, Ditmar und Moritz im Calwer Eck für 12,12 DM.

2 Salate,
2 Gebäck,
Gulasch à la chinesisch,
Überbackende Käsenudeln,
naturtrübe frische Getranke, – uff, jetzt bin ich pappsatt.
Das ist ja eigentlich ein besserer POP-Wienerwald, denke ich. Viele Frauen zwängen sich in viel zu
enge Kostüme, Röcke, Kleider – alles stretchig, ein dehnbares Hellbraun am Rande, hinter meinem
Rücken – und alle essen, essen, essen.
Als ob es morgen nichts mehr geben würde.
Ein echter Augenschmaus.
Wieso fressen eigentlich (fast) alle so VIEL an Weihnachten, jo, g'rad an Weihnachten ...?

1912: Mit Andreas in der S-Bahn. Jeder mit seinem letzten Becks. Aber gar nicht Assi – eher, wertvoll.
2007: Wieder zu Hause
2011: Mail an Andreas.
2020: Schmidt, nicht da kratzen, gehst Du ...
2021: Mit Schmidt auf dem Weg nach unten.
2028: Wieder vor den Papierbergen:

Sammeln ist Hoffnung.
Wegschmeißen = Freiheit.

2053: Das Debbie-Harry-Interview in Nr. 48, im ZEITmagazin und der CBGB's-Club in New York:

"Dort war früher entmiltarisierte Zone, mitten in einem innerstädtischen Krisengebiet.
Dort konnte man 1 Stuhl für 1 $ mieten und wer wollte, konnte die ganze Nacht sitzen bleiben.
Später spannten sie ein Seil durch einen Raum. Die Leute lehnten sich daran und schliefen, einfach so."

Siibiidjschiibii's club. Wo geh'n wir denn heute mal hin? in den CBGB's Club.
2107: Etwas wichtiges davor bewahren, daß es Müll wird.

BODEGA ESPANOLA
Münstergasse 15
8001 Zürich
Telefon 01/251 23 10
Alter: 122 Jahre
verrauchtes Parterre
durch die Zeit
dunkel gewordene Holztische,
warmes, bequemes Licht,
frische Tapas aus der Vitrine,
San Miguel und Rioja

2122: Eidgenössische Technische Hochschule Zürich:

THOMAS MANN-ARCHIV
Öffnungszeiten des Museeums:
Für Besucherinnen und Besucher:
Mittwoch und Samstag 1400-1600
Für Benützerinnen und Benützer:
Montag bis Freitag 0900-1200, 1330-1700
(Voranmeldung erforderlich, gesetzliche Feiertage ausgenommen)

2126: Diese ZETTELWIRTSCHAFT !!!
2127: Der Kleber, aufgeklebt auf einem Eurocardzettel, September, vermute ich:

BAUMGARDT,
WEB DESIGN KREATIV
ISBN 3-540-62665-4
DM 79,–

2134: Nach der Notiz hier kann ich die Zettel wegwerfen, irgendwie der AUFRÄUMEFFEKT.
2140: Nr. 40, Dieter Gorny als Onkel POP. ARCHIV.
2149: Papierberge: Spiegel, Zeit, Faz, Südddeutsche, StZ, max, Kopien, Postkarten, Notizen.
2151: Goldbergvariationen von Bach gespielt von Gould. PAUSE.
2158: Die Jahres b-side? Kein Gedanke gerade daran. Ich habe noch 2, 3 Tage.
2230: Denis, Denis > zum Ausklang.
2245: Ça c'est ça, c'est fini aujourd'hui.

Das Papier türmt sich etwas
schiefe Welt
zum wegwerfen
viel zu schade.

In den Fluten
eines Eismeeres

Samstag, 26.12.98, Stuttgart

1233: Kurz downtown, natürlich, der Tabak ist mal wieder weggeraucht. Und plötzlich ist auch keine
Milch mehr da.

1402: Hohenheimerstraße, jo, is' denn heut' scho' Weihnachten? Langsam kann ich's nicht mehr hören.
1452: Kehrwoche. Ich glaube es einfach nicht. Nasses, klebriges Laub. Und viele kleine Steinchen.
1515:  3SAT, Mit dem Kopf in die Welt:

TRAVEL A HEAD
Bremen > New York
Der Bildhauer
FLORIAN BORKENHAGEN

1730: SAT1, TITANIC, das letzte Geheimnis: Der Todesberg und das berühmteste Schiff.
1944: Bei Christine & Thomas in der neuen Wohnung.
0043: Licht aus.

death of a disco dancer
girlfriend in a coma
it's serious

Freitag, 25.12.98, Stuttgart

Ich bin immer noch satt, nach dem Fondue von gestern. Wieviel Kilo Fleisch haben wir vernichtet?
Eineinhalb Kilogramm? So etwas in der Größenordung. Zu Viert!

1412: Das Jahr neigt sich unmerklich jeden Tag ein wenig mehr dem Ende zu.
1413: Der Schreibtisch könnte auch einmal wieder aufgeräumt werden.
1414: Können all die alten Zeitungen jetzt in den Papiercontainer. Ist alles WICHTIGE ausgeschnitten,
archiviert, zum vielleicht-wieder-finden ...?

1501: Ich sortiere ZEITmagazine. Ich glaube es einfach nicht. Was ist den mit dem Jahrestape?

ALLE JAHRE WIEDER:
DAS JAHRESTAPE
NR. 10

1508: Auf dem mix-HOCKER (!), umgeben von Technik, ein Plattenmeer, eine Flut von CD's und tapes ...
1509: ES GEHT LOS.
1510: Hello
1517: Daft Punk
1525: Bug powder dust
1535: APHRODELICS Rollin' On Chrome
1544: Useless
1556: Bolero On The Moon Rocks
1559: PULP
1608: Lola? – hm? – wenn ich jetzt sterben würde, was würdest Du machen? – Dich nicht sterben lassen ...
1615: Weltweit
1629: Weihnachtsspaziergang, das Jahr besprechen, im Gehen.
1745: Wieder zurück.
1805: Ich glaube, die b-side mache ich morgen.
1830: Putenrollbraten, Candylightdinner.
2005: Der Herr Bundespräsiden sitzt äußerst merkwürdig im seinem Holzstuhl.
2015: Das Kartell.
2305: Licht aus.

WEIHNACHTEN
Jesus' night

Donnerstag, 24.12.98, Stuttgart

HEUTE RUHETAG,
verständlicherweise

JahresEnde

Mittwoch, 23.12.98, Stuttgart

1300: Tischkickern. Die Jahreslusche ausspielen. Prozedere. Jedes Jahr.
1520: Sekt, Flensburger Pils, Gequatsche.
1905: Portishead "Dummy", WOM: 32,99

DAS NEUE JAHR MUSS EINFACH NOCH BESSER WERDEN !!!
einfach noch besser: 1999

niggies & whities
Freddie's dead, tribute to Curtis Mayfield, EXTREM laut
Der leicht dezente Wahnsinn
We forget everything we know

Ein Mysterium
offener Fragen
– – –
Hans Paetsch

Dienstag, 22.12.98, Stuttgart

Ich habe jetzt endlich das "stolen moments"-cover von dem impulse-label im Netz gefunden, yuppy, ein
kleines unbedeutendes Erfolgserlebnis, aber extrem WICHTIG. Und ich weiß sogar noch mein erstes
NETZERLEBNIS, vor zweidrei Jahren etwa: es gibt auf der dritten Beastie Boys Platte "CHECK YOUR
HEAD den 20. Song, Namasté heißt der und ich habe das Ding hunderttausendmal gehört, laut, leise,
über Boxen, über Kopfhörer, in allen Variationen – und habe nie verstanden von das der Typ erzählt,
schwer drogenmäßige Stimme und ein NewYorkSlang, daß wirklich alles zu spät ist. Also, woher
bekomme ich den Text? INTERNET. Nach zwanzig Minuten oder so hatte ich ihn dann auf dem
Bildschirm und wollte es zuerst überhaupt nicht glauben - da stand der Text im NIEMANDSLAND,
digital, abrufbar. Strg a, strg c, WORD Dokument geöffnet, strg v,  und drucken, strg p. WOW.
Ich hatte, was ich haben wollte. NAMASTÉ. So muß das funktionieren, denke ich.

1705: Tischkickern im Keller. Den Jahres-Looser ausspielen (Qualifikation).
1800: Weihnachtsessen.
2051: Ein "Wichtelmännchen" vermacht mir eine Flasche Roten, einen POZUELO CRIANZA aus der
Bodega Castano. Das freut mich. Allerdings war die Flasche in einer Glenfiddich Single Mail Whisky
Dose versteckt und ich frage mich was jetzt mit dem Inhalt, also dem Glenfiddich geschehen ist ... naja,
nicht so wichtig.

2348: Jens nimmt mich mit, wir quatschen noch ein wenig während der Fahrt. Das Essen war das Geld
nicht wert, denke ich, sage ich. Stimmt auch. Finde ich.

0010: Am TABU.
0028: Wie heißt das Gegenwort zu Raucher? Nicht Nicht-Raucher, schon klar. Weiß nicht. Ich denk'
aber darüber nach. Unnicotinelle, irgend so was aber nicht das.

Siege, aber triumphiere nicht.
(Marie von Ebner-Eschenbach)

Marathon
im Sprint-Tempo

Montag, 21.12.98, Stuttgart

1822: Zu Hause, essen vor dem Fernseher, jo is denn heit scho Weihnachten?
1920: Kulturzeit, Scobel interviewt den neuen Bertelsmannchef, Middel-dings oder wie der nochmal
heißt. Ziemlicher Giftzwerg, eigentlich sind beide echte Giftzwerge.

2001: Der Rechner bootet, ich denke immer, heute bleibt er bestimmt hängen, nein, zum Glück, er findet
alles und ich kuck mal in die mailbox:

hallo privat,
deine tabu-berichte machen mich, so stelle ich immer mal wieder fest, doch etwas sentimental. aber
überhaupt nicht unangenehm oder gar schwermütig-sentimental (wenn du weißt, was ich meine) sondern
eher in der form sentimental die einem vertraut ist und dann vermißt wird, wenn sie nicht unregelmäßig,
regelmäßig auftaucht. vielleicht kommt es von den banalen banalitäten-berichten die eigentlich zu banal
sind um darüber zu schreiben, das interessante aber genau im banalen versteck liegt.
kannst du mir folgen?

Ich denke schon. Ja. Mir fällt ganz plötzlich ein Satz ein, der damit eigentlich nichts zu tun hat aber
doch alles dazu und auch nicht aussagt: Das Leben ist so flach daß Du bereits am Ende deinen
Grabstein sehen kannst. So, oder so ähnlich, zumindest im Kontext richtig zitiert und ich komme gerade
nicht auf den Namen von diesem Niederländer, der das geschrieben hat --- das Buch heißt das Wüten
der Welt oder so, nein, mir fällt es jetzt nicht ein und ich habe plötzlich auch keine Lust in meinen
Ordnern rumzuwühlen, denn ich glaube, daß ich den Artikel im Archiv abgeheftet habe ... EGAL.
Ich habe diesen Satz vielleicht zweidreimal in irgendwelchen Gesprächen zitiert, da daß dann aber
komischerweise eher zum Abbruch als zur Weiterführung kam (WARUM eigentlich?) habe ich es dann
bleiben lassen. Der Satz ist trotzdem interessant.

2040: Wieder an dem Scheißtape, tschuldigung, aber die a-Seite war falsch aufgenommen.
2231: Alles OK, das passt jetzt alles: tom tykwer // u.f.o.// james brown // lyn collins   // marvin gaye
temptations // isaac hayes // joe simon // fred wesley & the j.b.’s // curtis mayfield // o’jays // curtis
mayfield // temptations // wah wah watson & u.f.o. // massive attack // kruder & dorfmeister // kruder &
dorfmeister // kruder & dorfmeister // kruder & dorfmeister // kruder & dorfmeister // beastie boys

2256: Den Ringelnatz für morgen einpacken, nicht vergessen.

Auf einmal steht es neben Dir.
An Dich angeleht.

4. Advent
Urbanstraße
132

Sonntag, 20.12.98, Stuttgart

1300: Ganz langsam wach werden. Warum auch nicht. Es ist doch Sonntag, oder nicht?
1400: An der b-side vom tape, mir war gestern einfach nicht danach, einfach zuviel, zu unkonzentriert, zu fahrig, zu blöd.
Die Mängel der a-seite, die ich jetzt sofort nicht korrigieren kann und will.

1635: Udo-Snack beim Südfunk.
1636: Der kleine pinnballwizzard wirft seine FantaDose in den Korb. Er trägt blaue Adiletten.
1705: Anwesend zur Weihnachtsfeier, highhigh – hallo und grüß gott. Jaja, rauchen sollte man wirklich
nur in der Küche. Und ich sage zu jemand: You always find me at kitchen partys. Ist ja auch wirklich der
beste Ort für sowas.

1755: Eva schenkt mir ein supergeiles Leporello, nur so, zum Fest.
1756: Hier ist meine web-Adresse, das Tagebuch, Schallplatten, für Dich, für alle. ECHT?
Du und Deine Projekte, ja, das ist was, hält fit, im Kopf und so und was machst Du? Noch für die FAZ?
Nein, nicht mehr, ich möchte Ruhe und Entspannung.

1856: Küchengespräche, a_n_d_y_x – INTERNET – nein, das wird uns nicht retten
2012: Der Herr und die Dame sind in der Küche. Wie heißt der Typ? Wer ist die Ische?
2200: Ich bewege mich an Marc vorbei und lege dann Sound auf. Niemand tanzt auf die gute Music.
Ich mache weiter, ich mixe wie besessen, halbwegs, die Zeit verstreicht, es wird spät, egal. weiter,
im Mantel, kommst Du mit, NEIN, ich möchte noch ein paar Platten auflegen.
Wer war das? – BEASTIE BOYS, Namasté ... – Dirk glaubt es nicht, aber das ist mir dann doch egal.

0007: Ich habe keine Lust auf Stress wegen der U5, ich genehmige mir ein Taxi.
0156: Der Taxifahrer fährt mir zu langsam. Ich darf zum Fenster hinaus rauchen. Ich unterhalte ihn,
weswegen nicht er mich ?

0306: TABU geschrieben und dann
0307: Licht aus. WAR IS OVER

Weihnachten
in Bagdad

Samstag, 19.12.98, Stuttgart

Alex meinte gestern, daß das hier etwas Fussball-lastig sei. Jaja, stimmt, ich weiß.

1433: Stadtbahn, downtown, Buch-Julius, das bestellte Buch abholen, Lerche, die Leute können nicht
laufen, ich werde verrückt auf dieser abscheulichen Königstraße. Aber wo bekomme ich leere Tapes, so
kurz auf die Schnelle?

1710: Wieder zurück.
1955: An einer Cassette.
2210: PRO7, Falling down.
0021: Spiegel. Licht aus.

Lichtgeschwindigkeit
und Drogen

Freitag, 18.12.98, Stuttgart

Die Sache mit der Lichtgeschwindigkeit -: macht das Streichholzlicht auch 330000 Sachen in der
Sekunde oder geht das nur mit einem 1000 Watt Teil? Überlege ich mir gerade. Supergute Überlegung.

Meine Zweifel an TABU.
Warum?
Ist doch eigentlich eine ganz witzige Sache.
Aber wie transparent bin ich beziehungsweise wie transparent muß oder soll ich sein, oder, anders
ausgedrückt: Was behalte ich für mich, auch unabsichtlich? Weiß ich jetzt nicht zu beantworten.

1922: Mit Petra in der Brennerstraße. Cantina Toscana.
2001: Rudolf wegen der Frisch-Lesung in Januar.
2155: Persiflage. Thomas und Eberhard. Wie lautet die korrekte Definition des Wortes Persiflage.
2205: Frau Dr. Judith Breuer.
0025: Bett. Licht. Aus.

Die hundert Wörter
des Jahrhunderts

Donnerstag, 17.12.98, Stuttgart

Aids
Antibiotikum
Apartheid
Atombombe
Autobahn
Automatisierung
Beat
Beton
Bikini
Blockwart

Bolschewismus
Camping
Comics
Computer
Demokratisierung
Demonstration
Demoskopie
Deportation
Design
Doping

Dritte Welt
Drogen
Eiserner Vorhang
Emanzipation
Energiekrise
Entsorgung
Faschismus
Fernsehen
Film
Fließband

Flugzeug
Freizeit
Führer
Friedensbewegung
Fundamentalismus
Gen
Globalisierung
Holocaust
Image
Inflation

Information
Jeans
Jugendstil
kalter Krieg
Kaugummi
Klimakatastrophe
Kommunikation
Konzentrationslager
Kreditkarte
Kugelschreiber

Luftkrieg
Mafia
Manipulation
Massenmedien
Molotow-Cocktail
Mondlandung
Oktoberrevolution
Panzer
Perestroika
Pille

Planwirtschaft
Pop
Psychoanalyse
Radar
Radio
Reißverschluß
Relativitätstheorie
Rock 'n' Roll
Satellit
Säuberung

Schauprozeß
Schreibtischtäter
Schwarzarbeit,
Schwarzer Freitag
schwul
Selbstverwirklichung
Sex
soziale Marktwirtschaft
Single
Sport

Sputnik
Star
Stau
Sterbehilfe
Streß
Terrorismus
U-Boot
Umweltschutz
Urknall
Verdrängung

Vitamin
Völkerbund
Völkermord
Volkswagen
Währungsreform
Weltkrieg
Wende
Werbung
Wiedervereinigung
Wolkenkratzer

Wo ist denn, bitteschön, das Wort INTERNET ? Nur so, als Beispiel.

Zuständig für die Auswahl waren:

Friedrich Dieckmann, Literaturwissenschaftler,Essayist und Theaterkritiker
Hans Helmut Hillrichs, Leiter der ZDF-Hauptredaktion "Kultur"
Walter Jens, Prof. für Philologie und Rhetorik in Tübingen, Schriftsteller, Übersetzer, politisch aktiver Redner
Friedrich Küppersbusch, Fernsehmoderator und Journalist. Moderator der ARD-Magazinsendung "ZAK"
Sigrid Löffler, Öster. Kulturjournalistin. Feuilletonchefin "Die Zeit". Mitglied des "Literarischen Quartetts"
Peter von Matt, Schweizer Autor und Literaturwissenschaftler. Prof. an der Eidgen. Techn. Hochschule Zürich
Johannes Willms, Politologe und Kunstwissenschaftler. Feuilletonchef der "Süddeutschen Zeitung"

1822: >Mac< Marcus , mein Rechner, Patrica, Schmid und ich.
1833: Die Kiste läuft wieder.
2001: Quatschen im Wohnzimmer, wie darf ein Maler malen, mein Kunstempfinden ist doch wohl ein
anderes als das Deinige ... Jaja, aber jetzt hör doch mal zu ...

2215: ZEITmagazin. Licht aus.

Rock and Roll City
Duke Nukem
Hollywood Holocaust

Mittwoch, 16.12.98, Stuttgart

Müllerchen, Automatisierungstechniker, Taliban-Fanatiker tünchen die Fenster, daß die Frauen nicht
herausschauen können, CLASH OF CIVILISATION, Erziehungsdefizite, Schuhe in eine Schlange stellen,
zwei Stunden was erledigen, und der / die DAHINTERSTEHENDE schiebt die leeren Schuhe einfach mit
nach vorne, erzählt mir Diana. Ja, das gibt es wirklich.

2110: Nein, ich kann deine CD erst auflegen wenn die  Musicbox aus ist. OK.
2305: Drei Mohren, drei people, drei Grappa.
2320: No one said it would be easy.
0031: Take the last train home.
0102: Niemand kann sich abonnieren.
0115: Licht aus.

WE CAN SEE
LIVE PICTURES
FROM BAGHDAD

OPERATION DESERT FOX

LIVE

my fellow americans
chaos and community
may God
bless America

100 Namen
des Jahrhunderts

Dienstag, 15.12.98, Stuttgart

1825: Marienhof. Langsam, langsam blick' ich's wieder: wer mit wem, warum und weil.
1925: Das ist mir eigentlich schon gestern aufgefallen, bei Kulturzeit und die Sache mit den 100 Wörtern
des Jahrhunderts, seit Wochen wird das großartig kunstvoll angekündigt und jedesmal, wenn ich die
Sendung sehe, sehe ich immer andere, auch gute, Beiträge – aber nie etwas von den Wörtern.

1955: "Okay. Die definitiven Top Five: Nummer eins: >Let's Get It On< von Marvin Gaye. Nummer zwei:
>This Is The House That Jack Built< von Aretha Franklin. Nummer drei: >Back In The USA<, von Chuck
Berry. Nummer vier: >White Man In Hammersmith Palais<, von The Clash. Und schließlich und endlich
>So Tired of Being Alone< von Al Green."
"Ich kann die Liste nicht noch mal ändern, weißt du. Die steht jetzt."
"Wunderbar."
 (high fidelity • Nick Hornby)

2001: Listen basteln ist meiner Meinung nach eine sinnvolle Beschäftigung (wenn man gerade nichts
besseres zu tun weiß), dem tape-machen nicht unähnlich: beides ist nie fertig, wird nie fertig und wenn
doch dann nie zufriedenstellend fertig, also immer unfertig, immer in der Wandlung, Drehung, Bewegung,
ein Song zurück, nein, ein ganz anderes Intro muß da her, zurückspulen, natürlich hat man dann einen
Kopfhörer auf und sieht aus wie eine entwischte Micky Maus, Pause, eine Zigarette rauchen und
denken: nein, so geht das wirklich nicht, ich fang nochmal von vorne an. Bei tapes geht das zwei-, drei-,
vielleicht auch vier-, fünfmal – dann ist aber die Spur nicht mehr OK (das hört man natürlich nur im
Kopfhörer!). Ein neues tape nehmen, meistens das letzte, das Zellophan von der Kassettenbox
abfummeln und wieder von vorne anfangen ... Mit Listen ist das fast genau das gleiche, vielleicht doch
nur ähnlich.

100 Namen des Jahrhunders

Gillian Anderson
Neil Alden Armstrong
Rudolf Augstein
Andeas Baader
Ingeborg Bachmann
Joséphine Baker
Batman
Boris Becker
Thomas Bernhard
James Bond

William S. Burroughs
Marlon Brando
Bertold Brecht
Paul Breitner
Charlie Brown
Truman Burbank
Calvin & Hobbes
Truman Capote
Charles Spencer Chaplin
Kurt Cobain

Jarvis Cocker
Francis Ford Coppola
Robert de Niro
James Byron Dean
Marlene Dietrich
Wiglaf Droste
Rudi Dutschke
Bob Dylan
Gudrun Ensslin
Linda Evangelista

Falco
Heribert Faßbender
Rainer Werner Fassbinder
Peter Fonda
Bruno Ganz
Greta Garbo
James Garner
Forest Gump
Mata Hari
Richie Havens

Ernest Hemingway
Dennis Hopper
Nicky Hopkins
Steve Jobs
Ernst Jünger
Harvey Keitel
John F. Kennedy
James T. Kirk
Wolfgang Koeppen
Christian Kracht

Nicolette Krebitz
Bruce Lee
John Winston Lennon
Courtey Love
Linda Lovelace
Niklas Luhmann
Thomas Mann
Curtis Mayfield
Paul McCartney
Ulrike Meinhof

Bernhard Minetti
Marylin Monroe
Keith Moon
James Douglas Morrison
Gerd Müller
Robert Musil
Alfred E. Neumann
Jack Nicholson
Lee Harvey Osswald
Christiane Paul

Claus Peymann
Roman Polanski
Franka Potente
Elvis Presley
Helmut Qualtinger
Helmut Rahn
Man Ray
Joachim Ringelnatz
Isabella Rosselini
Johnny Rotten

Otto Sander
Jerome D. Salinger
Arno Schmidt
Harald Schmidt
Kurt Schwitters
Bart Simpson
Frank Sinatra
Jürgen Sparwasser
Spock
Quentin Tarantino

John Travolta
Walter Ulbricht
Sid Vicious
Andy Warhol
Roger Waters
Charlie Watts
John Wayne
Orson Wells
Westbam
Zinedine Zidane

Das sind 100. Natürlich ist das irgendwie eine nutzlose Liste, aber, wenn ich sie so durchgehe, in der
manchmal ungewollten Korrektur ... zwei drei vier gehören sicherlich gestrichen, zugunsten der Namen,
die jetzt hier fehlen, aber dann sitz ich hier die ganze Nacht nur wegen einer beknackten Namensliste ...

... Liste, das ist ja auch so wieder ein Bubis-Walser-Streit-Wort.

Ein deutsches intellektuelles Weihnachtsbild: Frank Schirrmacher, der ZeitungsClown und auch "der
kluge Kopf dahinter", mit denkfettigem Gesicht und viel zu kleiner Brille, das Gebiß der FAZ (Goetz?),
rauchend und schlichtend mit den beiden eitlen Streithähnen Bubis und Walser. Jo, hom ma denn scho
Weihnachden? So muß ich es mir vorstellen, ich war ja essen, am Samstag, unpäßlich beim
Fernsehen. Kam das überhaupt im Fernsehen, komplett, live aus Frankfurt? Die Faz von gestern war
natürlich vorhin am Kiosk weg. Speziell so etwas nachzulesen ist immer so eine Sache. Weil das ja
eigentlich gar nicht geht, weil es bereits ein Multimediales GesamtEreignis geworden ist. Und da muß
man in die Gesichter schauen, in die Augen womöglich noch, und jede Gestik und jedes Wort und jedes
Abwinken und jedwelchen Räusperer und und und – und nicht mal dann könnte man das wirkliche
Problem erfassen. Wie heißt eigentlich, ausgeprochen, das Problem? Walser ist ein allemanischer
Rabauke, sagte Justus am Samstag, ein Germanist, ein Bodensee-Goethe, fügte ich flink hinzu. Aber
welcher Germanist würde "ein springender Brunnen" ohne Korrektur durchgehen lassen ...? Geht es um
Eitelkeiten, geht es um Geld, geht es um status quo, geht es um Stress?

http://www.boersenverein.de/fpreis/mw_rede.htm

2155: Ich habe eben noch Peter Fonda gegen Bill Gates ersetzt, ich weiß jetzt auch nicht, wie der auf
die Liste kam ...

2205: Ich würde gerne die Koffer packen, zwei drei vier Wochen Wien, dann von Schwechat aus nach
London, auch so zwei drei vier Wochen, dann durch den Tunnel und mit dem TGV in die Nähe von Paris,
dann wäre bereits Februar, dann nach Paris hinein, auch dort verweilen, schubidu, irgendwann mit dem
Nachtzug vom Gare Austerlitz nach Madrid Chamartin, auch dort einen Monat oder zwei und sich dann
irgendwann geschickt nach New York einschiffen, Koeppen-mäßig mit Überseekoffer und mechanischer
Schreibmaschine, die allen Passagieren rund um die eigene Kabine natürlich zu laut wäre. Mehrfacher
Kabinenwechsel, aber das würde mich nicht stören. Das Schiff sollte nicht Titanic heißen und dürfte
auch nicht untergehen. Ich würde, angekommen, ein kleines Appartement fast ganz oben (mit
Feuerleiter) beziehen wollen. Ich hätte einen Koffer voller Geld. Ich könnte wieder fließend englisch
reden, sprechen, quatschen. Ich könnte tun und lassen was ich machen wollen würde.
KREUZFAHRTROMAN.

Nachträge aus der Zettelwirtschaft:

Brett // übertünchte Erinnerungen // überfließt.
Schlimm verpachtet.
freedom
spirit
love
sound

Ein warmes
sich in die Jeans sanft krallendes
Katzenviech, Schmidt.
Auch das ist, irgendwie, Kultur.

homo
communicator

Montag, 14.12.98, Stuttgart

1825: Marienhof. Wer ist jetzt wer und was ist was?
1920: Kulturzeit 3SAT.
2015: Helicops. SAT1.
2125: Lektüre. Bett.
2205: Licht aus.

beruf: textpfleger

Sonntag, 13.12.98, Stuttgart

1401: Ruhig, verdauen.
2200: Bayern - Bayer 2:0

Einerseits EinzelKämpfer - andererseits KollektivWesen.
Insofern ist der FussBallSpieler die verkörperte tragische Schizophrenie.
Manni Ramm 1 – Uraufführung von Klaus Pohl

Das grosse Fressen

Samstag, 12.12.98, Stuttgart

2000: Dezemberessen mit Tom, Renata, Cynthia, Alex, Justus und Ursel.

Techno-Technik
log in & log out
logisch

Freitag, 11.12.98, Stuttgart

1022: Fremdaktualisierung funktioniert.
1126: Quatsch, das heißt natürlich anders: über einen Zweitrechner Datenzugriff und dann aktualisiert.
So heißt das. Logisch ist mir der Vorgang jetzt schon – aber daß es WIRKLICHKEIT ist, also
WORLD-WIDE-WEB-mäßiger Zugriff auf alle Rechner der Welt – das ist schon eisenhart.  Es scheint,
als brauche man künftig nur noch Passwort und Passport auf dieser Welt.

1305: Hey sister, kann ich auf DEINEM Rechner schreiben? Ja, OK, kein Problem.
1359: Ummeldung meiner eMail bei circular ins Büro. Wenn mein Rechner tot ist, kann ich ja nichts
abrufen, bzw. verschicken, logisch. Und das geht problemlos. Ja, wir schicken Ihnen gleich eine
Test-Mail.

1418: Test-Mail kommt. Es ist wirklich unglaublich.
1430: TABU-Aktualisierung vom Rest des heutigen Tages, sowie Samstag und Sonntag erfolgt
Montagmorgen gegen 0800. Wegen den erwähnten technischen Umständen ist das nicht zu ändern.

1439: Log out.

1533: Königstraße, Wittwer. MONTAUK von Frisch. SOMMERHAUS, später, der Erstling von Judith
Hermann und die Frankfurter Vorlesungen von Peter Sloterdijk, ZUR WELT KOMMEN, ZUR SPRACHE
KOMMEN. Der beste Titel der drei Bücher.

1555: Rund um den Weihnachtsmarkt hört man viele Schweizer. Grüezi. Grüetzi. Geil. Gut. Great.
BernBus.

1601: Zur Reinigung, den Mantel holen. Ist die Tüte auch wasserdicht? Wie bitte? OK. Schneematsch,
Regen, nie werden die Füsse trocken und der Regen, der regnet jeglichen Tag ...

1615: HAGGIS. Hi Tom. Wie ist das jetzt mit morgen? Eine Best of Screaming Jay Hawkins wechselt
den Besitzer, die Frau mit Hut wippt aufmerksam hin und her, ja, das wird ihm gefallen, eleganter
Warentausch: zerknautschte Geldscheine gegen eine gefüllte, angeknitterte weiße dünne
billig-aber-praktisch-plastik-Tüte. Und die Kuhgloche an der Tür betrachtend schwebt sie mit ihrem
anderen Einkauf hinaus, ins Freie, in den Schneematsch. Und ich muß pinkeln, hier in diesem
paradisischem PlattenChaos, drück' das Regal wegen dem Licht, zurück, was ist mit den
WIEN-Platten? Gibts hier was von Depeche Mode? Vinyl oder CD – Renata kommt rein, was essen wir
heute, nein du, nein ich – also, bis morgen, so zwischen 1900 und 2000. OK.

1630: Café Brenner, die Bücher inspizieren, neugierig darin blättern. Zuerst die Hermann, dann den
Sloterdijk, dann den Frisch.

1706: U6. STZ und das Magazin der Süddeutschen heute und das ist wirklich herrlich:
Seite 22 >>Führen Sie ein Warndreieck mit sich?<<
Walter Müller ist ein erfahrener TÜV-Prüfer aus Bayern,
den keine Rostlaube erschrecken kann. Keine?
Wir testeten seine Nerven im Autoparadies von Kenia.

OK. Seite 22, Doppelseite und ein LKW, den die Welt noch nicht gesehen hat. Umgeblättert, 24/25:
KENYA COLD STORAGE FOODS LTD. – only the best steht in so einer Nanz-Wurst-Schrift in weiß auf
dem blauen LadeContainer der alten 3er Vespa und aus dem Gefährt heraus linst: Charles Watute
Marwli, 56, Fleischfahrer. Die neuen, guten, vom STERN gelernten Fotoreportagen, fällt mir dazu ein.
Und auf Seite 26 ist ein bunter Spacebus abgedruckt.

1717: Möhringen. Schneebälle gegen die Fensterscheiben. Kenn ich.
1754: Ein paar Kleinigkeiten einkaufen.
1815: Den alten 386 Prototyp anschließen. Ohne Modem und ISDN-Karte. Das ist vielleicht auch ganz
gut so, das alte 3.1 windows, tabu.wri, sichern per Maus, strg+s akzeptiert das Programm nicht, es
setzt mir so ein Zeichen   auf den Schirm. Egal. Nicht so schick aber völlig OK.

1845: Der Nachbar schippt nassen Schneematsch im Hof.
1849: Aufräumen, aber ganz gewaltig: ich habe seit Tagen, alle Pullis, Hosen, alle Schuhe, alle Jacken
immer nur irgendwo abgelegt und die Zeitungen und die Magazine und die Zettel und die Bücher und die
CDs und die Schallplatten und die Tapes und noch so ein paar Kleinigkeiten ... jetzt isch guat, jetzt
langts. Aufräumen, und zwar alles. Kühlschrank, Schreibtisch, obiges.

2020: PURE & EASY, the who. Hausputz OK, jetzt TABU einrichten, wegen der gewollten
Bequemlichkeit der Schriftlichkeit gegenüber: ich will wenn ich will hier sofort loslegen können, nach den
Möglichkeiten der Technik, jeder komische Handgriff ist natürlich zuviel und das stimmt ja auch: je
länger der Gedanke vor der Tastatur wartet desto mehr verschwindet er, wird falsch und unwirklich, bleibt
besser stumm und somit unsichtbar. Kleine Trainingseinheiten.

2144: TONWELLEN, Sampler:Birthcontrol, Philpp Boa and the Voodoo Club und Klaus Schulze. Musik
aus den Schellenkönig-Tagen.

2220: Das Quartett tagt, der Kanzler im Ersten mit Handy, Lilo Wanders mit sich im Reinen, der
FAZ-Fragebogen von Proust und, kacke, ich hab ja kein zweites deutsches Fernsehen hier und jetzt. Ich
wechsel wexel change die Wohnung. Es ist ein Roman über den Müll, den Abfall, die Vermüllung der
Welt. Frau Löffler. Konsum ist auch ein Moment des Glücks. Naja, sagt MRR., ich kann seine
Empörung verstehen. Sie reden weiter über Baseball, eine Metapher, Don de Lillio, und Frau Löffler: trägt
sie wirklich eine Perücke? Karasek wieder souveränsexyanzüglichgut. Ingeborg Harms
blondsupernervös, verzettelt sich bei ihrer Buchvorstellung, dauernd unterbricht man sie, schneidet ihr
das Wort ab, läßt sie gedanklich im Regen stehen, glaubt ihr nicht. Dieser Autor ist ein Anwärter auf die
Kunst. Jaja, ich habe das Buch freiwillig zu Ende gelesen.

0011: Und Venedig soll wirklich nur die Darstellung des Todes sein? Nein, das wäre zuviel und auch zu
einfach des Gedankens – in den wahren Filmaugen wird Sutherland, d. Ä. sichtbar, textlich auch
sicherlich einiges bei Thomas Mann, Venedig – da feierte man Hochzeit, verliert sich, findet sich wieder. Im
Herz der Lagunenstadt. FREE.

0026: Es ist so wie es im Augenblick ist. Nicht anders, es IST.

Ist TABU etwas
das mich glücklicher macht?

the ghost
in the machine

Donnerstag, 10.12.98, Stuttgart

0815: Ich glaube, seit gestern ist meine Festplatte verstört; sie bootet nicht mehr, auch über die
Startdiskette geht es nicht. Ich saß dann gestern vor dem Rechner, der sich weigerte mit mir zu
arbeiten. Hallo? - - - -: NASA – LEERE. Houston, ich habe ein Problem.

1201: Hi Alex, hör zu, Problem, Blablabla – nein, ich kann heute nicht, ich ruf dich auf jeden Fall an.
1522: Hi Mac, hör zu, dito – nein, ich kann heute nicht, ich bin im Kino.
1803: Zu Hause, letzter Versuch. Gescheitert.
2015: Die Katze auf dem heißen Blechdach.
2144: Spiegel, Schmidt, Bett.
2222: Licht aus.

get dualism

Mittwoch, 09.12.98, Stuttgart

0858: Heute nicht.
0955: Das Interesse an Authenzität. PURE & NO FAKE
0956: Die Wahrheit, die Klarheit.
1025: Nein, ändern kann man eigentlich nichts.
1026: man = das unbeteiligte selbst, das ALIBI, ein Nachweis der Abwesenheit.
1027: Die Welt ist DUAL, nicht TABU. Die Welt ist alles was der Fall ist.
1028: Echos in my heart. slide away. oasis.
1029: Es hat sich langsam angeschlichen, das gefühl; die wärme ist gewichen, es ist kühl – ich habe
immer gedacht, daß es irgendwann mal kracht oder so, doch das ist es nicht. wenn der weg das ziel ist
und das leben nur ein spiel ist wie erkenn ich dann denn punkt an dem mir das zuviel ist, wenn die luft
steht und unter druck steht, sich der raum dreht, oder ist das schon zu spät? woher kommt die kraft, die
es schafft, daß man am rausch des lebens zieht und nicht nur pafft und überhaupt, wer sich nichts traut,
der verstaubt, beraubt sich aller dinge die er glaubt und vertraut sich nicht.
weil's mir eigentlich schnuppe war.
hab mich nie gelassen.

1209: Im Bett, krank, krass, komisch.
1210: Ist es DESWEGEN in England oder USA besser? WESWEGEN?
1211: gedanken tappen blind durch mein kopflabyrinth bis es mich aus dem takt bringt und die
tatsachen nackt sind.

Tag am Meer

Dienstag, 08.12.98, Stuttgart

jetzt bist du da ein stück deiner zukunft dabei es ist schon lange klar du fühlst dich frei wenn die zukunft
zur gegenwart wird hast dus getan das warten war es wirklich dein plan dann verschwindet die zeit
darauf du in ihr die wolken schlagen salti du bist nicht mehr bei dir die zeit kehrt zurück und nimmt sich
mehr von sich in ihr bist du schneller denn mehr bewegt dich der moment ist die tat die du tust
augenblick denn dein auge erblickt was du tust und erschrickt vor dem ding das du kennst weil es immer
da war die musik ist aus und ist immer noch da hast du das gewollt - hast du angst - zu beginn doch
jetzt ist alles anders denn wir sind mittendrin es dreht sich nur um uns und es ist nichts wie bisher und
das macht uns zu brüdern mit dem tag am meer du spürst das gras hier und da bewegt sich was es
macht dir spass nein es ist nicht nur das denn nach dem öffnen aller türen steht am ende der trick des
endes der suche durch das finden im augenblick du atmest ein du atmest aus dieser körper ist dein
haus und darin kennst du dich aus du lebst - du bist am leben - und das wird dir bewusst ohne
nachzudenken nur aufgrund der eignen lebenslust das gefühl das du fühlst sagt dir es ist soweit und es
ändern sich zustand der raum und die zeit der verstand kehrt zurück doch du setzt ihn nicht ein jeder
schritt neues land wird es immer so sein du spürst die lebensenergie die durch dich durchfliesst das
leben wie noch nie in harmonie und geniesst es gibt nichts zu verbessern nichts was noch besser wär
ausser dir im jetzt und hier und dem tag am meer.

GREAT. Wenn man zuhört.

ich habe immer gedacht
der gute wille hat die macht
der toleranz oder so
(doch das ist es nicht)

Montag, 07.12.98, Stuttgart

1045: Es schneit, es schneit wirklich wie verrückt.
1245: Not my day, irgendwie. Wird Zeit, daß das Scheißjahr sich verpißt. ECHT.
1738: Breuninger, Reingung, Jacke holen und den Mantel dafür abgeben. Das macht dann 19,70. Geil.
1812: Im Lehen in der Lehenstraße mit Ditmar, Abendessen, den Tag besprechen und die Frauen und
die Welt und die Moral und Wien und Bremen und Hamburg und München ...

1901: Leben in Echtzeit, don't think twice, it's alright.
2014: Ganz Stuttgart wirft mit Schneebällen, kleine Schneeballschlacht am Degerlocher Albplatz.
2109: Mit leichter Lektüre zu Bett. So werde ich Heribert Faßbender. Grund- und Aufbauwortschatz der
Fussballreportage. Morgen mehr, ich bin hundemüde heute, ECHT.

2. Advent
Nikolaus & Schnee

Sonntag, 06.12.98, Stuttgart

1334: Das II Kapitel ist mit Ende des heutigen Tages abgeschlossen, d. h. ich habe noch drei mal
sieben Wochen und das meine ich jetzt positiv, ich habe mich bereits so an das Prozedere jeden Abend
hier gewöhnt, note my day, das Aussuchen der Covers, überhaupt: SCHALLPLATTEN wieder aus dem
Schrank herausziehen, Dinger, die ich auch schon Jahre nicht mehr gehört habe. Das ist OK, das macht
Laune und Laune und Spaß soll es ja machen, sonst ist es verkrampft und das liest sich dann auch so.

1346: Der Blick aus dem Fenster, vor mir ein ein Rasen, so groß wie ein kleines Fuballfeld,
schneebedeckt und UNBERÜHRT, ohne Fußtapper, d. h. hier war noch niemand. Oder die Schwellen
der Straßenbahnschinen, da war auch noch keiner darauf spazieren, alles unberührt, unbeschädigt,
unverletzt, PURE.

1355: Anruf bei Ditmar: Wie war's beim Schnee-Jogging?. OK – bis auf die shit-maschines. Die WAS?
Naja, braune Hundekacke im weißen Schnee, das ist irgendwie nichts. Weihnachtsmarkt? Ja, so gegen
1700, am Torbogen beim Rathaus - OK, also bis dann.

1423: In den Plattenregalen und da finde ich wieder etwas, also wie oben beschrieben, daß man
manchnmal etwas findet, das man schon Jahre nicht mehr gehört hat. murderous by nitzer ebb,
transglobalrecords, 83 oder 84 und ich weiß noch ganz genau, wie ich zu dieser Maxi kam: murderous
lief im früheren OZ und das Lied ist musikalisch eigentlich Müll aber eigentlich doch nicht, es hat so
einen fiesen 80er Synti-Stampf-Rhythmus, also eigentlich ein neues altes Parteilied, aber natürlich war
das Gegenteil damit gemeint: it's time to know, it's time to live, much better now, much stronger now –
don't be lazy, das war textlich eigentlich alles. Und dann war dieser eine Abend, an dem das wieder lief
aber die Leute waren völlig anders drauf, ein paar haben so superbeknackt militärisch getanzt, also das
Lied kaputtgetanzt und der dj hat das gemerkt und die Platte vom Teller genommen. Nach dem Motto:
wenn ihr dazu nicht anständig tanzen können dann spiele ich es auch nicht. Das hat mir imponiert, weil
es die einzig richtige Reaktion ist. Später, als die komischen Leute wieder draußen waren hat er
murdereous nochmal aufgelegt und alles hat gestimmt und war richtig: Die Lautstärke, der Bass, das
Licht, die Bewegungen, ALLES, einfach ALLES. Ich bin dann vor zum Mixpult und habe gefragt, was er
da eben gespielt hat und hat er mir das Cover gezeigt, das ich mir dann am nächsten Tag beim GOVI
besorgt und vorhin wieder gefunden habe. Und das ist, für mich, das GENIALE an Schallplatten, daß sie
eine Geschichte haben, die oft eng mit der eigenen verbunden, verwurzelt ist. Und wenn es auch nur der
EINE Song auf irgendeiner Platte gewesen ist, das war egal, man hatte die Platte und es lag an einem
selbst, den Rest auch noch verstehen zu wollen. Bei der einen DURAN DURAN war das ähnlich,  ein
Schulkumpel von mir, der Leopold, also Poldi war ein großer Fan von Simon le Bon, was damals zu
Beginn der Androgynität nichts ungewöhnliches war, David Bowie hat es in den 70ern GlamRock-Zeiten
ja vorgemacht, also-: Und wild boys auf der 1984 erschienen Platte ARENA war einer unserer erklärten
Hymnen. Die Platte habe ich nie besessen, ich habe sie mir irgendwann ausgeliehen, vorsichtig auf den
Plattenteller (mit Rutschfilz!) gelegt und auf eine AD-C60 von TDK aufgenommen. Und dann hörte ich den
Song the chauffeur und fand das tausendmal für mich besser als wild boys: sing blue silver ...

1501: Draußen schneit's wie blöd.

pure as New York snow

Samstag, 05.12.98, Stuttgart

1142: Anruf von Werner, ob das mit dem Quark XPress auch heute ginge. Ja. Wann? Gegen 1500? OK.
1305: Schreibtisch, allein.
1510: Werner, Quark, die Tastatur. Eigentlich habe keine Lust heute auf eine Schulung.
1725: Wieder am Schreibtisch, allein.
1805: ran mit Edel-Wontorra. Stuttgart - Hamburg 3:1
2015: James Bond Thunderball.

Der beste Schriftstück der Woche: zweifelsohne Augstein im SPIEGEL "Wir sind alle verletzbar".
Erkenntnis der Woche: Sich nicht mit Germanisten anlegen, oder: vielleicht gerade DESWEGEN.
Frage der Woche: Was ist mit Walser, dem Bodensee-GOETHE und BUBIS, dem "früheren Frankfurter
Baulöwen" und Dohnanyi. Und was für einen Scheiß bauen die Entscheidungsträger in Bonn am
Potsdamer Platz in Berlin? Wirklich den fußballfeldgroßen Alptraum, ein Steinfeld, das "bepinkelt und
besprüht werden wird" – ?

ich kreise weiter
unter Lichtzwang
um den tower

Freitag, 04.12.98, Stuttgart

Schlaflos, die ganze Nacht, absichtlich, mit einer netten Mannheimerin unterwegs, downtown, dann zu
ihr und plötzlich war die Nacht vorbei. Man kriegt dann zwar kurz einmal die Panik weil man sich
plötzlich furchtbar müde fühlt, aber dann sagt man sich, daß es erstens so ist und so wie es ist ist es
gut. Also, um 0600 war ich zuhause, Kurzeintrag für TABU, unter die Dusche, ab ins Geschäft.

1500: Feierabend.
1525: Wittwer, Lerche, mal kucken, was es alles so Neues gibt.
1756: Cantina Toscana, mein alter Herr, Ditmar, Ursel. Maren: Hey, deine CD ist echt gut. Ich: Yepp.
Leg doch mal auf. Und dann hören wir dieses Wah Wah Watson-Stück von dem
stolen-moments-Sampler, dieses flying high in the Brooklyn Sky und für mich ist das doppelt witzig.
Stolen Moment, nein, bei mir heute nicht, sleepless in Benztown, ein ganz geiles Gefühl.

Mit Papa noch kurz in die Katharinenstraße und dann lag ich endlich mal wieder im Bett.
Schlafen.

Gatorade
thirst quencher

Donnerstag, 03.12.98, Stuttgart

Heute gibt es nix. Morgen mehr zu heute, jetzt nicht. SORRY.

niemand ist berechtigt
sich mir gegenüber
so zu verhalten
als kenne er mich

Mittwoch, 02.12.98, Stuttgart

0645: Es klingelt und es nervt.
0702: Schmidt und das Katzenfutter.
0730: Hopp, auf auf. Lyrik am Morgen.

Stadtbahn, dann war ich da wo ich immer bin und dachte wirklich nur an SOUND, im Tag, und so.
Daydream, aber das Wort trifft nicht den Punkt. Point is anyway, everyway, anyday. Aber es gibt
wirkliche Klassik, also Sachen, die immer da waren, vergessen worden sind, nicht mehr gepflegt werden
– Schallplatten auflegen, ein Stress sondersgleichen, die Massen wollen tanzen, sich vergnügen, hotten,
dancing, JEAH, COOL – sie wollen sich nur befreien, von irgendwas und ich weiß nicht von was.

Ich denke an die VfB-Wimpel, fade und verstaubt hängen sie dort an der Wand, völlig fehl am Platze,
produziert für die Fussballmasse, die jetzt enttäuscht ist weil die Voyeure alles wollen.
0:2 gegen Freiburg, 0:3 gegen München.
Mit RICHTIGEM Fussball war das hier nie etwas.
Und ich wische die Tabak-Brösel von meinem Koffer.
Aber das hat damit eigentlich nichts zu tun.

1840: Gehupe und Lichtgeblinke // Saure Kutteln mit Bratkartoffeln und viel frisches Pils.
2059: Die 80er, Starschnitte, my golden brown. Stranglers. Die gute Repro.
2135: Danke für den Moment – : das ist auch echt und selten: thank you for THAT moment.
2136: Teens // POP // Starschnitt // Bravo. Hey, wir sind ja doch mittendrin. Fluppe zocken.
2245: Wieder viele mit dunkelblauen Wollmützen in der Straßenbahn. Sieht alles komisch aus
Kein SOUND, kein FEELING, kein überhauptnichts, leider.

2309: The winner takes it all. Like they always did.
0102: SOUND & WORDS have saved my life.
0124: Kati & Petra sind auch noch wach, 100%ig. Höre ich aus dem Waschraum.
0137: Und mac mailed: Tag Stefan, Dein Tagebuch ist einfach ein Hit. Und es freut mich immer wieder,
bekannte Sachen zu lesen - und mich darin zu entdecken.

Und das freut mich
und macht laune und sinn
im netzwerk
wie auch das von der stz.
believe – man muß irgendeinem
sack vertrauen können:
QUIET RIGHT.

because you never
get the second chance
to make
a first impression

Dienstag, 01.12.98, Stuttgart

0841: OOPA, bißchen heftig gestern.
0905: Die alte index-Seite steht im Netz, ich glaub' ich werd' verrückt, reload, nein, das kann nicht sein.
Und augerechnet heute! Jeder andere Tag, aber nicht am 01.12., am Termin für s-trip. Und tatsächlich:
ich stehe in s-trip mit der falschen Startseite. Das kann nicht sein. Ich lade mir die Seite vom Server,
korrigiere wie bescheuert, wie ich's noch im Kopf habe, naja, textlich war ja gestern eh nix wichtiges,
das four-letter word habe ich noch zenziert, aber die ganzen links zu den Tagen waren natürlich alle
falsch. Wie war das Kennwort und wie heißt der Server, alles zwischen Tür und Angel, nein, es
funktioniert nicht. ES IST ZUM WÄNDE HOCHGEHEN. Und ich kann nichts machen, ich kann ja
schlecht nach Hause fahren und sagen: sorry, ich muß leider meine Internet-Seite updaten.

1139: s-trip schmeisst mich natürlich wieder raus, logisch, hätte ich auch gemacht.
1733: Kurz im Schallplattenladen bei Haggis, die CD und die talk talk vorbeibringen. Ich will nur noch
nach Hause und den Fehler beheben.
1810: Zuhause, noch in der Jacke, den Rechner booten. Ich bastel schnell eine pro forma Seite, jage sie
auf Netz. Wie konnte denn das passieren? Fehlersuche, so breit war ich gestern auch nicht. Der
korrigierte index liegt im Verzeichnis November, ganz einfach FALSCH abgespeichert, ganz lapidar, und
den Arbeits-index, also der gehackte Tag ohne Korrektur, den hab ich dann wieder aufs Netz geschickt.
Richtig BLIND. Und da es gestern etwas spät war, habe ich die Seite nicht mehr im Netz aufgerufen ob
auch alles richtig ist. Sonst mach ich das eigentlich immer, aber nein: gestern nicht, wird schon richtig
sein. NEIN. SHIT.

1919: Fehler beim senden von Mail. Antwort des Mail-Servers j.voegele@multimedia.zgs ... we do not
relay snitzsche@privat.circular.de // Bitte überprüfen Sie den Nachrichtenempfänger, und versuchen Sie
es erneut. [eMail ist veraltetet; neue Ardesse lautet: snitzsche@z.zgs.de] HOPPLA – was ist jetzt los?
Mail-Sperre oder bockt der Rechner schon wieder?

2100: Elvis hat die neuen Covers geschickt: Servus Stefan, also ich habe mich durchgerungen:

1.   Underworld / dubnobasswithmyheadman / 93
2.   Pink Floyd / Meedle / 71
3.   Chet Baker / Chet / 59
4.   Fluke / Risotto / 97
5.   Stereolab / Emperor Tomato Ketchup / 96
6.   Beth Orton / Trailer Park / 96
7.   Music For Gracious Living / Compilation
8.   Jean Michel Jarre / Oxygene/ 76 ( fehlt )
9.   Daft Punk / Homework / 96 ( fehlt )
10. Art Of Noise / Who`s Afraid Of / 84 ( fehlt )

2200: Ab aufs Netz und 5 x prüfen, ob ALLES OK ist. So einen rattenschlechten Tag wünsche ich
niemandem auf der ganzen Welt. INTERNET-HORROR. USER-NOTE: ungenügend

2219: Licht aus.
2254: Nein, doch noch nicht, jetzt bin ich doch nochmal in s-trip reingegangen und Hurra! Ich ja bin ja
doch drin, ich bin nur verlegt worden ... Merkwürdiger Tag.