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when you don't see me

Sonntag, 30. April 2000, Stuttgart

1347: Ruhetag.

Es gibt manchmal keinen Grund, über etwas neues nachzudenken.
Dennoch ziehe ich jetzt hier mal die Handbremse und parke unvorschriftsmäßig hinter meinem Server.
Ich werfe 5 Euro in Parkuhr und gehe ein Stück spazieren.
Das ist jetzt nicht das Schlechteste.

Und ausgelöscht waren ihm im Inneren die Wünsche.
Jegliche Bewegung untersagte er sich streng
Sein Inneres schrumpfte ein und verschwand.
Wie ein leeres Blatt entging er allem.
Außer der Beschreibung.



cantaloop

Samstag, 29. April 2000, Stuttgart

Einkauf mit verharzter Gehirnrinde, Mittagsschlaf mit der Katze auf dem Bauch, Bill Evans, Abendessen, TV, Licht aus.
Der loop wurde von den Betreibern geschlossen. An einen Sozialplan hat aber niemand gedacht.
Das ist ja wie wenn der Hausmeister die Kickwiese unüberwindbar mit Stacheldraht einzäunt.

loopings

Freitag, 28. April 2000, Stuttgart

0804: Bei Frau Kiosk, SZ bitte - danke - schönes Wochenende - gleichfalls.
0820: Büro.
1530: Brennerstraße, Café Brenner.
1800: Cannstatter Wasen, Frühlingsfest, aber da sind ja nur Teenies, die in Kaputzenjacken herumschlendern. Der Gipfel ist aber dann erreicht, als die Bierzeltkapelle "Engel" von Rammstein spielt, da ist es dann an der Zeit, sofort die Lokalität zu wechseln.

Spät zu Hause.

ohne Titel

Donnerstag, 27. April 2000, Stuttgart

Es ist auch besonders witzig heute mit einem Schweizer zu telefonieren:
("Hehe, ja, da hätten wir euch fast besiegt, eh?")
Jaja.

Länderspiel

Mittwoch, 26. April 2000, Stuttgart

Bei meinem alten Herrn in Riedenberg, Balkon, Schach, anschließend Länderspiel Deutschland - Schweiz in Kaiserslautern.
Und dem Lehmann flattert wieder ein Ball in's Tor.
Mein kleiner Bruder hat Kuscheltiere in seinem Bett. Nett. Außerdem ist er Darth-Vader-Fan. Die Wände sind voll mit so Zeugs.
Beendet: Florian Illies. Nett. Das Pendant in Österreich: "Wickie, Slime & Paiper"

0024: Licht aus.

Frühlings Erwachen III

Dienstag, 25. April 2000, Stuttgart

Ein Tag genauso wie der Tag heißt.
Wie da den Sonnentag einfangen können?
Kein plötzlicher Spaziergang.
Abends auf dem Balkon.
Zwei Telefonate.
Vier x eMail.

Beendet: Houellebecq. Und vorne gleich nochmal weitergelesen. Ein wirklich sehr, sehr seltsames Buch.
Auf dem Nachttisch: Generation Golf.

2253: Licht aus.

Ruhetag

Montag, 24. April 2000, Stuttgart

Regen, bewölkt, kühl.
Lesetag: Elementarteilchen.

Sie trennten sich auf dem Bahnsteig in Nizza. Sie sollten sich nie wiedersehen, aber das wußten sie noch nicht.
"Fühlst du dich wohl in deiner Klinik?" fragte Michel.
"Ja, ja, kann nicht klagen, alles ganz locker, ich habe ja mein Lithium." Bruno lächelte hinterlistig.
"Ich kehre nicht sofort in die Klinik zurück, ich habe noch eine Nacht. Ich gehe in eine Nuttenbar, davon gibt es ja in Nizza genug."
[...]
Michel stimmte zerstreut zu und stieg in den Zug: Er hatte einen Platz im Liegewagen reserviert.

im Schnelldurchlauferhitzer

Sonntag, 23. April 2000, Stuttgart

1352: Am Hölderlinplatz, Linie 2, mit Florian Illies, Generation Golf, schnelle OsterSonntagLektüre.
1432: Wieder zurück.
1506: Es ist Tag (vom Licht her) - aber die Sonne scheint nicht. Schreibtisch. Und Westbam dudelt im Hintergrund aus den schweren Boxen: BeatBoxRocker.
1520: Silverstone.
1640: LavazzaKaffee und ErdbeerKuchen, mit Sahne, gefüllten SchokoladenEiern und Zigaretten.

1952: "Soweit also Paul Breitner, wir schalten um ins WestfalenStadion, Ihr Reporter ist Werner Hansch ..."
2015: Pro 7, Forrest Gump, zwischen den Werbepausen SAT 1, dort aber auch: Werbung (?)
2300: Ein 0:1, wieder ein Fehler vom TorwartGroßmaul Jens Lehmann.
Jenny ist jetzt zum viertenmal gestorben. Ich schalte den Fernseher aus.
0018: Nachtstücke. Fragmente. Schnipsel.

a walk in the park

Samstag, 22. April 2000, Stuttgart

Schnell noch die letzten Einkäufe, dann in den Park, dann in den Biergarten, mit Marion, Petra, Petra.
Dann zwei kalte Radler-Maß; von hinten knallt mir die Sonne auf mein Tim & Struppi Shirt.
Dann sich in die Wiese biegen, mit Pommes rotweiß, Menschen schauen.
Dann mit dem Bus in die Schwabstraße.
Dann big brother, weil wir jetzt endlich einmal die merkwürdige Assi-Nudel Sabrina inspizieren müßen.
John sagt zu Manuela: "Die (Sabrina) trägt ja den schwarzen Gürtel im Blasen ..."
Manuela schaut zu John, nixblickerhaft.
John zu Manuela: "Naja, das schwarze Band um den Hals .."
Manuela blickt zu John. Dann dauert das noch dreivier Sekunden, bis sie es versteht.
Dann fängt sie laut an zu lachen.
WeißweinSchörlchen und GummiTiere von HARIBO.
Dann: Mein Mann Picasso.
Dann: Eraser
Dann: VIVAMTV
Dann: Licht aus.

Karfreitag

Freitag, 21. April 2000, Stuttgart

Das schönste an Feiertagen: ausschlafen können so lange wie man will.
Frühling, Sonne, Sonnenschein.
Dann: Die ersten Christenfilme: Quo Vadis, Petronius!
Dann: Das Boot, Face off.
0112: Licht aus.

special service

Donnerstag, 20. April 2000, Stuttgart

0645: Aha.
0830: Büro.
1148: Hippi, Stuttgart, im LOOP: >TABU V: Die Kreutzersonate (Krejcerova Sonata) ist von Leo N. Tolstoi. Danke. Sinnvoll, die Vernetzung.
1600: Rechner aus, raus in die Sonne.
2000: Riedenberg.
2100. Da Nunzio.
0112: Licht aus.

Die Spieler von Galatasaray sollen bis bis zum Anpfiff kugelsichere Westen getragen haben.
Gedanklicher Ausnahmezustand.

to do to day

Mittwoch, 19. April 2000, Stuttgart

0715: Aufgewacht.
0742: Stehkaffee, Butterbrezel, LAVAZZA.
0808: Büro. Ellenbogentag ...
0911: Telefonat mit Hamburg.
1012: Telefonat mit Wien, mit dem Herrn Direktor Pölzl.
1044: Weitverbreitete Musik in einer österreichischen TelefonWarteSchlange: DonauWalzer.
1740: Schwabstraße, die ausgedruckte TokioHotMail, von Petra, für aeres.
1800: U-Bahn, Elementarteilchen, dann Umleitung wegen GasRohrBruch.
Bitte, benutzen Sie die Linie 3 bis Vahingen und dann die S-Bahn - wir bitten um Ihr Verständnis.
1840: Im Supermarkt. Die Welt als Supermarkt. Interventionen.
Am Ende der alten Ordnung:
zwischen > Alpha-Tier > Beta-Tier (Ellenbogen) ... > Omega-Tier (devot auf dem Boden, eher: gepresst)
Petra's große Katze hat mir gestern eine Verwundung zugeführt, das Mistvieh (=Beta-Tier)
Schmidt ist manchmal eher im Omega-Bereich zu bewundern ...
zwischen Kreutzer-Sonate, die kleine Meerjungfrau ; er besaß eine alte 45er Platte mit dem Matrosenlied von Frère Jaques.
zwischen einer Partie Memory, zwischen Cléopâtre, Absolu, L'enfer. Etwas schiach, das alles; ein eher seltsames Buch.
Morgen werde ich durch sein. Soll ich mich dann mit der Heisenberg'schen UnschärfeRelation bzw. quantenphysikalischen Unbestimmtheitsbeziehung beschäftigen? Von wem ist eigentlich die Kreutzer-Sonate? (Keine Schallplatte, ein Buch).
Houellebecq ..., ein giftiges Buch ... Im Klisché denke ich an: Frankreich.

KiWi 514 - orange
KiWi 570 - grün
KiWi 569 - schwarz
Drillinge.
Sieht schön aus
gelesen im Regal.

SoloalbumPhosphorDer gelbe Bleistift

visité

Dienstag, 18. April 2000, Stuttgart

Büro.
Supermarkt.
U-Bahn.
Schwabstraße.
Küche.

2330: Licht aus.

pathfinder

Montag, 17. April 2000, Stuttgart

Der sich biegende Schreibtisch. Sehr interessant.
Zufällig gefunden über yahoo.com:

hinter mir - back HOME Let´s get lost by reading POETRY by Nina Jäckle HINTER miR
http://www.geocities.com/SoHo/Studios/1023/ninas.html

Sonntag

Sonntag, 16. April 2000, Stuttgart

Heute Ruhetag.
 
 

Heldenplatz

Samstag, 15. April 2000, Stuttgart

Zu Hause. Haushalt. Einkauf.

2000: Tagesschau.
2015: 3sat:
Heldenplatz,
Thomas Bernhard,
in der Uraufführung,
Burgtheater Wien
am 4. November 1988.

Besetzung:

Wolfgang Gasser
Kirsten Dene
Elisabeth Rath
Marianne Hoppe
Martin Schwab

Kann schon sein daß Sie sich ein paarmal im Jahr
in dieser Stadt wohlfühlen
wenn Sie über den Kohlmarkt gehen
oder über den Graben
oder die Singerstraße hinunter in der Frühlingsluft

PROFESSOR ROBERT:

Was die Schriftsteller schreiben
ist ja nichts gegen die Wirklichkeit
jaja sie schreiben ja daß alles fürchterlich ist
daß alles verdorben und verkommen ist
daß alles katastrophal ist
und daß alles ausweglos ist
aber alles das sie schreiben
ist nichts gegen die Wirklichkeit
die Wirklichkeit ist so schlimm
daß sie nicht beschrieben werden kann
noch kein Schriftsteller hat die Wirklichkeit so beschrieben
wie sie wirklich ist
das ist das Fürchterliche.

Absoluter Nullpunkt.
Absoluter Hochpunkt.

und wenn die Welt
voller Zladko's wäre ...

Freitag, 14. April 2000, Stuttgart

Zu Hause.
Schlechte Laune.
TV.
Schreibtisch.

American Beauty

Donnerstag, 13. April 2000, Stuttgart

1810: Königstraße, Gloria-Passage und plötzlich PANIK: der Film läuft nicht mehr! KinoWechsel: Donnerstags. f***
1820: Wo ist hier ein Übersichtsplan ...Nein, wird noch gespielt. Ein Kino weiter, um die Ecke. CINEMA.
1830: Marion.
2000: Cinema, Bolzstraße. Das einzige Kino mit Balkon im "Foyer". Für die Raucher.
2001: 20, 25 Zuschauer, ruhiges Publikum, während der Werbung fiept zweimal ein Handy, dann fällt FäkalVokabular und dann herrscht Ruhe.
2018: Von oben eintauchen, in den Film.
Aus dem off: die Stimme aus den Wolken.
Der Erzähler - er klingt: so weit weg.
Ein amerikanischer Film für Europa.
Nach "Eissturm" und "Witch Project" der dritte american-psycho-Film.
Und das irrwitzige Ende. Ein Amerikaner, im Augenblick seines Glückes: erschossen von einem Marine-Zombie, seinem Nachbar.
Lächelnd, fast grinsend, in seinem Blut schwimmend.

DIALOG:
- Und was studieren Sie?
- Amerikanisches Recht.
- Von Anbeginn?
- Ja, seit 1776.
- Und was lesen Sie derzeit?
- COLT BOOK OF HOPE & RIGHTS
- Dokumentenecht?
- INTERNET.

2315: Wieder zurück.
2320: In den Elementarteilchen, Michel Houellebecq.
0000: Licht aus.

Eiliger Korrekturabzug

Mittwoch, 12. April 2000, Stuttgart

pool - loop
München

Dienstag, 11. April 2000, Stuttgart

0011: Da wo ich jetzt nicht bin.

Knorke

Montag, 10. April 2000, Berlin

0950: PensionsFrühstück. Tagesspiegel. Keine Wort über den roten Salon.
1055: Zimmersalat, alles wieder einpacken, verpacken, auspacken, umpacken.
1130: SavignyPlatz, U-Bahn, die vergessenen Photographien, von gestern, BusLinie 100, Pergamonmuseum, das ist aber geschlossen, MuseumsInsel, Oranienburger Straße, dann bekommt Petra einen Krampf in den Fuss, dann finde ich eine günstige Verbindung zum Potsdamer Platz, S-Bahn, dann runter in die dritte Verkehrsebene, dann sind wir plötzlich im SONYcenter, in dieser UfoWeltRaumKonstruktion und: überall wird geschraubt, montiert, geputzt.

1525: Nochmals in der Pension, die Koffer abholen. SavignyPlatz, Berlin, Zoologischer Garten.
1620: we can be heros just for one day und Berlin von Lou Reed - an diese Melodien denke ich da wir im IntercityRestaurant an einem eingedeckten Tisch am Bahnhof Zoo sitzen und ich von oben durch die große Fensterfront auf den Hardenbergplatz schauen kann wo die Gehenden und Ankommenden aneinander vorbeireisen; nur dank ihrer Richtung halbwegs zu erkennen sind. Und dann denke ich plötzlich an Christiane F. und dann habe ich das s/w-Bild ihrer Freundin Stella (?) vor Augen, wie eine Photokopie.
Müde und platt, wie ein geklopfter Stallhase. Puhhh.

1638: StZ und kicker.
1640: Zwischen den Gleisen.
1644: Abfahrt.
1805: Es wäre hilfreich, wenn diese mobilen ZugServiceMiniBars nicht immer an den Sitz donnern würden. Besonders dann wenn man gerade müde eingedöst ist.

2210: Stuttgart Hauptbahnhof.
0003: Licht aus.

Der Himmel über Berlin II

Sonntag, 09. April 2000, Berlin

1340: Kaffee Bleibtreu, Bleibtreustraße. Savigny Platz, Bellevue, Großer Stern, BusLinie 100.
1430: Vor dem Reichstag kaufe ich mir eine Fanta und trinke sie so schnell, daß die Kohlensäure mir fast den Hals zerfrisst. Das ist aber der oder das optimale Erfrischungsmoment. Die Sonne brennt mir auf den Pelz. Meister Petz. Die Schlange ist zu lang und schlagartig haben wir keine Lust mehr, auf den Reichstag.

1501: Potsdamer Platz: Das Mahnmal ist in Wirklichkeit ein Fussballfeld. Oder ein öffentliches Pissoir. Eine RiesenPfütze schwimmt da. Das sieht pervers aus. Wirklich.
1548: Unter den Linden. Graubraune nackte Bäume. Aber die Linden blühen erst im Juli.
1610: Rotunde, Altes Museum, Götter schauen, im Kreis. Nike.
1815: Alexanderplatz, Steakhouse Escados.
1817: Schlimm genug. Aber wir haben Hunger. Und die Füße schmerzen natürlich immer wieder erneut.
2030: Beim Brautpaar, bei Thomas, Ute und Kai. Kai liest Harry Potter. Verabschiedung. Wir nehmen noch eine gebrechliche Tante mit, geleiten sie in den Aufzug und all das und sie sagt nicht einmal: Danke. Oder so etwas. Und plötzlich riecht es in der Pension ganz furchtbar nach bösen unzufriedenen saftlosen alten Menschen. Und plötzlich denken wir daß das hier fast ein Altersheim ist, so komisch riecht das plötzlich und dann müssen wir dann doch noch ganz schnell auf einen Schoppen um die Ecke. Dann kommen Axel und Susanne und die kids vorbei, klopfen an die Scheibe, so groß ist ja Berlin jetzt auch nicht, dann die Gespräche, die man gestern nicht in Ruhe führen konnte, dann will unsere Ma in die Pension, nein, wir kommen nicht mit, wir möchten hier noch ein bißchen versacken. Interessant: weil wir die einzigen sind bzw. waren. Und die Bedienung sagt: Das Jever läuft heute besonders gut.

0115: Black: Wonderful life. Berlin.
0145: Nordhäuser Doppelkorn.
0220: Wieder zurück, in der alten Pension.
0222: Ich hasse TürKlinken, die sich nach dem Zuziehen in meiner Hand befinden.
0224: Fenster auf.
0225: Vorhang zu.
0226: Licht aus.

Scharlachrote Buchstaben
im Roten Salon:

Samstag, 08. April 2000, unterwegs

0505: U-Bahn.
0522: Hauptbahnhof.
0551: ICE 696, Bettina von Arnim.
0627: Mannheim.
0710: Frankfurt am Main. Die Eintracht-Anhänger fachsimpeln im BordRestaurant.
0728: Hanau.
0808: Fulda.
0841: Kassel-Wilhelmshöhe.
0900: Göttingen.
0931: Hildesheim.
0958: Braunschweig.
1017: Wolfsburg.
1117: Berlin Zool. Garten.
1123: Taxi, Kantstraße, Mommsenstraße, Wielandstraße. Pension Alexandra.
1130: Die Zimmer sind nicht schön.
1145: Bei den Gastgebern, um die Ecke. Kaffee, Zigarette.
1220: Ku'damm, Nike-Town. SportTerrorDom.
1300: Vor der Gedächtniskirche steht eine sehr ältere Frau. Sie sieht sehr verrückt aus, sie trägt eine abgewetzte Lederjacke. Hinten auf der Jacke steht, halbrund:
Liebe - Ficken - Frieden. Gestickt, mit goldgelbem Garn, in englischer Schreibschrift. Sie verteilt gefaltete Flugblätter. Ich hole mir keins.

1332: Berlin Alexanderplatz.
1400: Rosa-Luxemburg-Platz. Volksbühne. Die Karten für die Lesung. Beginn 2300 und die Bar öffnet gegen 2200. Danke. Auf Wiedersehn.
1430: Zimmermann's, gegenüber.
1620: Wieder in den Pension. Mit schmerzenden Füßen.
1645: Rauchend auf dem gemachten Bett, die Beine übereinander geschlagen, Radio hörend und ... wegdösen.
1930: Mommsenstraße. Hochzeits-Party von Thomas und Ute in einer alten Berliner Kneipe, kein anderer Ort als dieser wäre möglich gewesen. Entré mit Sekt, dann Begrüssung, dann Gesang, mit Klavierbegleitung. Zu den Köstlichkeiten des Buffetts werden frische, kühle Berliner Pils gereicht, hier Tante sowieso, hier Onkel trallala, aber alles überschaubar. Blitzlichter, hier ein Bild und hier noch eins, - stell Dich doch mal da hin! - Ja so, knipps, blitz. Perfekt. Wunderschön.

2222: Savignyplatz, Alexanderplatz
2245: Rosa-Luxemburg-Platz, Volksbühne, Roter Salon.
2245: An der kartenlosen Schlange vorbei, Petra und ich, rappelvoll, der Salon. Oben in die Wand eingelassen: 3 schwere Lichter, wie quadratische Kronleuchter, es sind aber keine. Dickes Glas, 70er Jahre, ich weiß nicht als was man derartige Lampen (?) überhaupt bezeichnen kann. Schwer, dick, rot. Dann: In die Bar drücken, kleine FlaschenBeck's, es gibt natürlich keine Sitzplätze mehr, über allen Lehnen hängen Jacken und Pullover. Alle Sofas besetzt, alles, fast alles. Halbrechts an der Seite, im vorderen Drittel, finden wir stehend Platz. Das Zigaretten-rauchen wird jetzt zur LieblingsAngewohnheit. Moritz von Uslar und Benjamin von Stuckrad-Barre stehen links im Eck, biertrinkend. Dann entdecke ich Christian Kracht, rauchend, dann: Elke Naters, rauchend. Wie Sven Lager aussieht weiß ich nicht.

2300: Ein großer Mensch sitzt plötzlich an 2 oder 3 schwarz eingedeckten Tischen, auf der Bühne, blättert in Phosphor.
s*pool. Aha. Es geht los.
weltraum Weiß diamanten, p. 42-51
weltjugend rubbeln rumstehen, p. 150-154 (??? fehlt was???)
Dann:
Elke Naters, Kapitel 6 aus Lügen, die Micro-Kappe ist aber noch bei Sven, es hallt und klingt plötzlich so blechern, in der SexSchneeAutoGeschichte.
Dann verrutscht auch noch das Micro, mit oder wegen der Kappe. Dann ist sie genervt und sagt: was issn das für'n Scheiß hier?
Dann:
Christian Kracht, aus Mesopotamia: der scharlachrote Buchstabe von Uwe Kopf, dann aus Der gelbe Bleistift: après nous le déluge.
Schantih. Nach uns die Sinflut. Das be-ein-drückende ist: seine Stimme.
Dann ist die Lesung vorbei, Applaus, Musik setzt ein, die orangefarbenen Stapelstühle werden gestapelt. Viele rennen zur Bar, einige zum Büchertisch.
Dann will ich meine blaue Rose überreichen, bzw. loswerden, nein, schenken, ich traue mich dann da so vor weil mir das jetzt eigentlich peinlich und unangenehm und aufdringlich erscheint und dann sieht mich natürlich auch niemand weil mich ja keiner kennt und ich trage ja auch kein TShirt mit der Aufschrift SCHALLPLATTENTAGEBUCH oder ein LOOP-button oder so einen Scheiß, nein - ich stehe da in Hochzeitsbekleidung und mit schmerzendem Fußwerk, mit einem Bart und einer blauen Rose, so stehe ich da, im roten Salon. Ich gebe sie Sven, er ist gesprächsfrei, mit freundlichen Grüssen vom eurem Schallplattentagebuch - Stefan? Ja. Und dann ist das ein schöner, erhabener Moment. Kein elitärer. Das hört sich jetzt etwas pop an, aber: die Stimmen der gelesenen Bücher dann zu hören und sie dann zu sehen und mit ihnen zu sprechen, ganz ungöttlich oder devot oder so ein Quatsch, dieses kleine etwas "dahinter", wie backstage - obwohl das ja nochmal etwas völlig anderes ist - das ist mehr. Sven tippt Elke die Rose von hinten auf den Kopf und sagt: Unsere erste Rose. Und dann ist mir das wieder peinlich aber eine Blume nach der Lesung hat Tradition. München? Nein. Deswegen jetzt hier im Salon. Dann kommt Christian Kracht angeschritten, er fragt: Stefan? Ja, sage ich wieder und wir reichen uns die Hände zum Händedruck. [Der mißlingt aber leider.]

Der POOL/LOOP ist menschlich. Dann noch ein Beck's an der Bar, Moritz von Uslar sagt zu s*pool, daß es jetzt losgehen soll, alle warten unten, wollen irgendwie ins Green Village oder so. Willst Du mitkommen? Nein, ich kann nicht, ich muß und möchte wieder zu meiner Hochzeit, wir machen alle weiter, sage ich noch, etwas anderes fiel mir gerade nicht ein und da aus-dem-Bauch-reden nicht künstlich und aufgesetzt ist denke ich nicht über den Sinn oder Unsinn dieses Satzes nach.

0120: Vor der Volkbühne ergattern wir ein Taxi, ein Rauchertaxi, fahren unter den Linden rauchend durch das Brandenburger Tor, dann zum Großen Stern, zur Siegessäule. Das ist Glück, sage ich. All das hier und jetzt. Jetzt im Augenblick. Rauchend.

0140: Wieder zurück auf der Hochzeit. Und, wie war deine Lesung? Nein Onkel Tralala, ich habe nicht gelesen, ich war auf einer Lesung.
0200: Dann: Mit dem Brautpaar und den Übriggebliebenen: am Tresen. Einzwei angeswingte Tänze, hier noch was und da noch was und dann war es wirklich:

0410: Bis nachher. Gute Nacht.
0412: Auf dem Rückweg Morgengezwitscher.
0420: Vorhänge zu. Nacht mit Goldrand. Wie Ado.

Hochzeitsvorbereitungen
auf dem Lande

Freitag, 07. April 2000, Stuttgart

0830: Ein HackTag steht mir bevor.
0840: Und: Los.

1600: Versuch eines Telefonats mit dem Roten Salon. Es kommt aber keine Verbindung zustande.
1633: Mail von kika. Und: sehr komisch: send: Wed, 5 Apr 2000 21:06:17. Dann war das ja 36 Stunden digital unterwegs. (?)
1738: Overnight-Express.
1931: Fertig. Nur noch belichten und dann ist das fertig. Es muß einfach so sein. Alle Rechner aus. Tür zu. Baff.
1950: Brennerstraße, kalter Abend-Imbiss, noch kurz ein müder Blick in die Zeitung von Frau Kiosk. Aber eigentlich überfliege ich sie nur.
2050: Alte Weinsteige: der Schlüssel für Ditmar. Daß Schmidt nicht hungert und gekrault wird.
2058: An der Tankstelle kaufe ich mir ein Dosenbier weil ich weiß, daß ich warten muß, auf die U-Bahn. Dann lese ich den Bleistift fertig, rauche drei Zigaretten, werfe die dumm designte Beck's-Dose in den vorgeschriebenen Mülleimer, dann kommt die U-Bahn, dann steige ich ein und swing mich in einen freien Sitz, schließe wohlig Gesicht und die brennenden Augen, schlafe fast. Verfolge aber alles, was um mich passiert, mit dem Ohr, in dem heute kein kleiner SonyKnopf steckt, kein "Magaritaville", kein "end of the night", kein "then", kein "Marakesh", kein "Stiff upper lip".
Dann steige ich aus. Es ist:

2145: Und ich bin wieder zurück. Reisevorbereitungen. Koffer packen.
2200: Am Vorabend einer Reise verfalle ich entweder: in Panik. Oder Lethargie. Oder und beides. Quanten. Was soll ich überhaupt anziehen?
2215: Koffer auf. Smoking, das Oberteil jedenfalls, passt ja zu mir: Raucher. Dann: einen Schal. then: a pullover. Eine beigebequeme, weit geschnittene Hochzeitshose, einen Wedding-Gürtel für Charlottenburg, ein Taschentuch, zwei Krawatten, eine dunkelblaue Weste mit Taschen, socks, shoes. Zwei mal Unterwäsche, 3 T-Shirts, davon ist eins von Tim & Struppi. Eine KrawattenNadel - obwohl ich das jetzt affig finde.

0103: Koffer zu.
0110: Zahnbürste und -pasta: Nachher. Später. Rasierzeug: später. Es stimmt: der Bart juckt wie verrückt.
0139: ICE-Lektüre: auch später.

beendet: Der gelbe Bleistift

Geschlossen bis Montag, 10.April. 2000
TABU geht auf Reise.
Und auf Partys.
Und kommt zurück.

then

Donnerstag, 06. April 2000, Stuttgart

I wanna bomb your submarines
You don't do anything for me
You were sometimes hard to find
You were never safe to be with
then

You, you're nothing next to me
I'm a phenomena you see
You were sometimes hard to find
You were never safe to be with
then

Furious again, furious again
You don't do anything for me
We are a phenomena you see
You were sometimes hard to find
You were never safe to be with
then

Furious again, furious again
And you
You give it all to me
You never listen to a thing I said
You're furious, I'm glorious
You never hurt me that much

FBI und Deutsche Bank

Mittwoch, 05. April 2000, Stuttgart

2000: Tagesschau.
2014: Soeben ereicht uns die Meldung, daß der Bundestag das Kunstwerk von Hans Haacke mit 260 zu 258 Stimmen angenommen hat.
2015: Der ARD-Brennpunkt. Zu Gast: Dr. Breuer.

damit sich die Tage unterscheiden

Dienstag, 04. April 2000, Stuttgart

2141: Das Tagebuch läßt sein einiger Zeit auch zu wünschen ürig (kika - loop). Jaja, das stimmt: Erklärung liegt aber im / am zu beschreibenden Tag. Da gibt es gerade nichts zu beschreiben bzw. zu würdigen. Es wären immer textliche Wiederholungen, jedes dritte Wort wären "Datenstrang" oder so. Das ist natürlich nicht sehr abwechslungsreich. Dann würde sich mein Tag heute so lesen:

0645: Fiep. Der Wecker.
0732: U-Bahn. Ein "Guten Morgen" nicken, dann: vergraben im Spiegel, blättern, immer wieder anlesen, dann p. 139, Titelstory.
0810: Bureaux. Telefon. Fax. Bildschrim. Datenstrang. ISDN. Quark, Photoshop, Illustrator, Freehand 9, Corel 8. Mein selbstgewählter TagesTerror.
1230: Essen aus der Alu-Schale, auf einem Teller. Ungarisches Paprika-Gulasch. Nr. 1030, DM 5,90.
1245: Tischfussball. Dem dritten Stock ein safftiges 7:0 verpaßt ... dafür zwei Eis gewonnen. Erdbeer-Vanille-Becher.
1310: Weiter.
1415: Immer weiter.
1600: Und immer weiter.
1700: Und noch immer weiter.
1800: Scanner. Was für ein Wort.
1910: U-Bahn.
2000: Wieder zurück.
2030: big brother und zwei Mettwurstbrote mit weißem Pfeffer und gehackten Zwiebeln. Dazu Beck's aus dem Eisschrank.
2115: Ein müdes Telefonat auf dem Sofa. Geplättet, beide Gesprächsteilnehmer.
2200: Wieder vor dem Rechner: Tabulatoren setzen für Petra in Word 6.0 unter Windows 3.11. Weil das JETZT fertig werden muß.
2227: Am TABU. Mit ganz müdem Kopf und leeren Gedanken. Und: Wo ist mein Tag geblieben?

Wie in einer Strafkolonie: so lese ich das jetzt hier. Aber: soll das SO geschrieben sein? Was soll das denn dann hier sein? Eine betextete Schallplatten/CD/Sammelstation? Jeder dritterfünfter loop-Eintrag wäre interessanter, wäre "more webed". Und ist es auch.
Das wird sich hier ab und an etwas reduziert darstellen.
Zitate, Songtexte. Vielleicht auch nur ein Cover oder ein Bild. Songtexte: die, die ich früher gerne so schnell in einem Netz gefunden hätte ...

Ein etwas Anderes aber Wichtiges - das ist die Dauer dieses schallplattenTAgeBUches:
September 1998 bis Juli 1999, dann November 1999 bis heute, April 2000.
Jeder Tag. Mit einigen wenigen Ausnahmen. Aber ohne Gejammer. Nur: bitte nicht immer Highlights erwarten. Die downloads sind "more pussy".
Und München und der Salvatorplatz ist immer noch extrem weit weg. Zu dick, zu groß, zu alles. Und ich: ohne feste Ellbogen.

Manuel Castells, 58, Professor für Soziologie und Regionalplanung:
Nein, der Mechanismus ist anders. An der Stelle der Ausbeutung der Schwächeren, wie wir sie aus der industriellen Ära kennen, tritt eine viel schrecklichere Form der Ausschließung: Menschen, die nicht über die nötige Bildung und Technologie verfügen, werden irgnoriert, weil sie weder als Produzenten noch als Konsumenten gebraucht werden, wenn sie nicht mit dem Netz verbunden werden können.

Beendet: the code book - Simon Singh
Auf dem Nachttisch: Der gelbe Bleistift

2245: Jetzt gleich.

white album

Montag, 03. April 2000, Stuttgart

Helter Skelter

(Lennon/McCartney) Lead vocal: McCartney

When I get to the bottom I go back to the top of the slide
Where I stop and I turn and I go for a ride
Till I get to the bottom and I see you again.

Do you, don't you want me to love you
I'm coming down fast but I'm miles above you
Tell me tell me tell me come on tell me the answer
Well you may be a lover but you ain't no dancer.

Helter skelter helter skelter
Helter skelter.

Will you, won't you want me to make you
I'm coming down fast but don't let me break you
Tell me tell me tell me the answer
You may be a lover but you ain't no dancer.

Look out helter skelter helter skelter
Helter skelter

Look out, cause here she comes.

When I get to the bottom I go back to the top of the slide
And I stop and I turn and I go for a ride
And I get to the bottom and I see you again

Well do you, don't you want me to make you
I'm coming down fast but don't let me break you
Tell me tell me tell me the answer
You may be a lover but you ain't no dancer.

Look out helter skelter helter skelter
Helter skelter
Look out helter skelter

She's coming down fast
Yes she is
Yes she is.

[I got blisters on my fingers]
 
 

Leserkreis

Sonntag, 02. April 2000, Stuttgart

1700: Olgastraße 130, bei Marion. Und: Ricarda, Joachim, Annette. Der Lesezirkel. Bei schönstem Wetter.
1722: Das Prozedere über das Regelwerk.
1740: Zum letztenmal: Stefan Zweig, Monotonisierung ... ich höre ja schon auf.

2030: Hat Spaß gemacht, will ich weiterhin haben, so etwas. Es war schöner als wie es hier steht. Warum? Oder blick ich's heute nicht?
2100: April-Abo-Marke und noch ein wenig die Beine vertreten.
2207: Wieder zurück.
2222: Elementarteilchen bestellt. Ich übergehe meinen Buchhändler.

Monotonisierung der Welt

Samstag, 01. April 2000, Stuttgart