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2003/2004

Mittwoch, 31. Dezember 2003, Stuttgart

0020: Orient-Express auf Gleis 16, zu Dritt im Abteil: eine junge Tramperin und eine ältere Dame aus Wien.

0158: Kaum liegt man bequem ... - da reisst der Schaffner die Türe auf und knippst das Licht an.
0222: Nochmals
0300: An Schlaf ist nicht zu denken
0830: Wien Westbahnhof
wieso regnet es?

IT-Frühstück
Naschmarkt
"Zur Eisernen Zeit" - den Freund von der Fuchsi kennengelernt - is a Gsöchter ...

letzte Besorgungen im BILLA - mein LieblingsLebensMittelLaden

(alter Slogan: - heute - denkt an morgen - neuer Slogan: - heute - das Beste für mich)

2022: In der Wiener Bim, roten SektTrinkend, in verschiedenfärbigen Zahnputzbechern ...
2100: Donauwelle und unglaublich viele große, weiße Spritzer ...
2200: Wien, Wien, nur du allein, sollst stets die Stadt meiner Träume sein ... - singt die Frau Anni im SilvesterKleid ...
2300: Wir sind wirklich der beste und zugleich auch der lauteste Tisch in diesem KellerGewölbe ...
...

2359: Jahreswechsel ...
... rote Rosen ...
... und: ...

0001: Donauwalzer

Ebershaldenfriedhof

Donnerstag, 18. Dezember 2003, Esslingen

Jetzt steht man da, vor dem Sarg, und ist sprachlos

anschließend Pils trinken im dicken Turm.
Schulfreunde.

Zweihundert Freunde werden bei meinem Begräbnis sein und du mußt an meinem Grab eine Rede halten

Abb.: Keine

Suicide

Dienstag, 16. Dezember 2003, Stuttgart

Todesanzeige beim Lesen in der U2:

Nur der Tod schenkt Freiheit - ist Freiheit

Clemens Hudde
* 27.10.1965 † 13.12.2003

1900: Telefonate

irgendwann: Licht aus, ratlos.

Abb.: Keine

Chopsticks

Montag, 24. November 2003, Stuttgart

I met him at a party and he
Told me how to drive him home.
He said he liked to do it backwards.
I said that's just fine with me.
That way we can fuck and watch TV.

It was four a.m. and the light was gray
Like it always is in paperbacks.
He asked if I liked playing jacks.
I told him that I was good to sixes,
But all hell broke loose after that.

I told him that I knew Julia Roberts
When I was twelve at summer camp.
We didn't say anything after that.
I dropped him off and I drove on home
'Cause secretly, I'm timid.

"Whip Smart" - Liz Phair

HerbstWind

Dienstag, 30. September 2003, Stuttgart

Im Zimmer wird es kühl,
das Fenster ist geöffnet:
Schmidt biegt murrend um die Ecke.

In der Küche ist es kalt,
das SenderOrientierte kitchen-radio läuft -
und dudelt vor sich hin.

Die Konten werden ausgeglichen
und die Füße gewaschen:
auch der Balkon wird sauber ausgefegt.

Die Briefe werden gewechselt
und die Telefonate geführt:
Tonbänder werden aufgenommen.

Let me go on - like a blister in the sun:
Ein nackter Busen,
melonig, wohl geformt,
wölbt sich hinaus in diese Welt.
Carpe diem und ab dafür.
Für die Anstecknadeln des Glücks.
HerbstWind.








Fast 44 Millionen Amerikaner ohne Krankenversicherung

30.09.03 at 15:15:45

Washington - Immer mehr Menschen in den USA sind nicht krankenversichert. Ihre Zahl stieg auf 43,6 Millionen, berichtet die US-Statistikbehörde.
Insgesamt waren damit im vergangenen Jahr 15,2 Prozent aller Amerikaner nicht versichert - 2001 waren es 14,6 Prozent. Der Sprung hängt laut
«Washington Post» vor allem mit der hohen Arbeitslosigkeit zusammen. Viele Amerikaner sind über die Firma versichert. Seit dem Amtsantritt von
Präsident George W. Bush vor fast drei Jahren seien 2,7 Millionen Stellen verloren gegangen.
 

Infusion beim Würstelstand

30.09.03 at 10:50:19

Ein sehr schönes Konzert mit dem Herrn Distelmeyer gab's vor über vier (!!!!) Jahren in Wien, in der alten Kaiserstadt, zusammen mit Barbara
Morgenstern und Britta: Simmering, Hauffgasse, SZENE WIEN, ein völlig entspannter Laden.
Die kleine Bassistin von Britta ist mir noch in Erinnerung, sowie ein verklemmtes Micro. Merkwürdigerweise gab es nur Zipfer- und Gösser-Bier.
Und anschließend, bei einer Infusion beim Würstelstand, hatte ich ein Erlebnis der besonderen Art:

Es kommt ein älterer Typ mit seiner jungen Zauberschnecke zum Würstelstand. Der Typ sagt dann:
"Bratwurst, süß, Semmel. Und für mich Burenwurst, scharf, Brot."

Widmung

Sehr geehrter Herr Georg M. Oswald,
manchmal beehren Sie ja dieses Forum. Soeben habe ich Ihr neues Buch bestellt, als Geschenk für meinen Freund Torsten.
Es soll ja sehr gut sein. Könnten Sie bitte hier eine Widmung für Torsten reintippen? Also hier in den Loop?
Ich würde das ausdrucken und reinkleben.
Das wäre sehr nett.

HalfManHalfBiscuit

++++++++++++++++++++++++++++++++++++

Lieber Herr HMHB,
das ist sehr nett und klug von Ihnen, dass Sie Ihrem Freund mein Buch schenken, und es ehrt mich. Danke.

Für Torsten,
herzlich

Georg M. Oswald
 

HerbstFormulation

Mittwoch, 24.September 2003, Stuttgart

Zwei GermanistenSäcke sitzen nackt beim Wein.
Auf dem PlattenTeller drehen in Vinyl: 'The Velvet Underground'.
Beide brüten über zweidrei Sätzen - der Inhalt bleibt geheim.
Ein zweiter RotweinKorken ploppt mit glattem Sound.

Bei erster Strophe ("Das geht so nicht") gibt es schon Streit.
Der PreSufFix - und morphologisch eingeklemmt der Stamm ...
sie stocken. Und es dauert wirklich eine halbe Ewigkeit,
bis sie wieder weiter basteln, dudenfest und syntaxstramm.

Nach der dritten Flasche und den zehnten Korrekturen,
auch die großen Bücher im Regal vom neuen Vers erfuhren
und fassungslos zu Boden fielen - mit Getöse und Geschrei.

So deutlich war's noch nie - die DichterSitzung ist vorbei.
Sie lächeln schwach und sammeln schnell die Bücher ein,
zur Beruhigung wartet im GeheimVersteck noch eine vierte Flasche Wein.
 

Länderspiel - 0:0

Mittwoch, 10.September 2003, Stuttgart

Rudi Völler im ARD-Interview mit Waldemar Hartmann:

"Delling, das ist ein Sauerei, was der sagt. Die Geschichte mit dem Tiefpunkt, und nochmal ein Tiefpunkt. Da gibt’s nochmal einen
niedrigen Tiefpunkt. Ich kann diesen Scheißdreck nicht mehr hören. Das muss ich ganz ehrlich sagen. Da stelle ich mich vor die
Mannschaft. Natürlich war das heute nicht in Ordnung. Aber ich weiß nicht, woher die das Recht nehmen, so etwas zu sagen. Das
verstehe ich nicht. Dann soll er doch Samstagabend Unterhaltung machen und keinen Sport, keinen Fußball. Dann soll er ’Wetten das’
machen und den Gottschalk ablösen."

"Aber ich kann diesen Käse nicht mehr hören nach jedem Spiel, in dem wir kein Tor geschossen haben, dann ist noch eine tieferer
Tiefpunkt. Das ist das Allerletzte. Wechselt den Beruf, das ist besser. Ich sitze jetzt seit drei Jahren hier und muss mir den Schwachsinn
immer anhören. Das ist einfach so."

"Wir haben 0:0 gespielt beim Tabellenführer. Das ist sicher ein Tick zu wenig für unsere Ansprüche, wir sind Vizeweltmeister. Da muss ein
bisschen mehr kommen. Aber der Scheiß, der da immer gelabert wird. Da sollten sich alle wirklich mal Gedanken machen, ob wir in der
Zukunft so weiter machen können. Immer diese Geschichte, alles in den Dreck ziehen, alles runter ziehen. Das ist das Allerletzte - und
ich lasse mir das nicht mehr so lange gefallen, das sage ich euch ganz ehrlich."

"Wieso müssen wir denn die Mannschaften klar beherrschen? Die Isländer sind Tabellenführer, das weißt du Waldi, oder nicht? Sind sie
Tabellenführer oder nicht? Na also. Und da müssen wir den Gegner auswärts beherrschen. In welcher Welt lebt ihr denn alle. Ich habe
doch die Mannschaft kritisiert, das war heute nicht in Ordnung. Ihr müsst doch mal von eurem hohen Ross runter kommen, was ihr euch
immer alle einbildet, was wir für einen Fußball in Deutschland spielen müssen. Der Günter, was die früher für einen Scheiß gespielt haben,
da konntest du doch früher überhaupt nicht hingehen, die haben doch früher Standfußball gespielt."

Zu ARD-Moderator Waldemar Hartmann, bei dem sich Völler später entschuldigt hat:

"Die Schärfe bringt ihr doch rein. Müssen wir uns denn alles gefallen lassen? Du sitzt hier locker auf deinem Stuhl, hast drei Weizenbier
getrunken. Natürlich war das von dem einen oder anderen nicht so, wie ich mir das vorgestellt habe. Es kann doch keiner verlangen, dass
wir hier her fahren und die Isländer 5:0 weg putzen. Aber so redet ihr doch alle."

"Das ist doch richtig, dass wir sicherlich in den letzten Monaten Spiele abgeliefert haben, die nicht in Ordnung waren. Nur wehre ich mich
dagegen, das man nach solchen Spielen alles total in den Dreck zieht. Das ist das Allerletzte, unterste Schublade."

Völler, nachdem er sich nochmals in der ARD zuschalten ließ:

"Gewisse Dinge gehören sich einfach nicht. Ich bin auch nicht so wie der Erich Ribbeck und der Berti Vogts, die jahrelang an ihrem Stuhl
festgehalten haben, egal was die Journalisten geschrieben haben oder im Fernsehen gesagt haben. Das ist mir das Ding nicht wert."

Völler auf der Pressekonferenz:

"Das ist so ein bisschen ein Ausbruch von mir gewesen, das lag mir schon lange auf der Seele. Es war Pech für Delling/Netzer, dass die
Beiden es gerade waren. Das ist doch schon lange so im deutschen Fußball, das geht doch gar nicht so sehr nur um die deutsche
Nationalmannschaft. Alle Gurus, diese Ex-Gurus, die irgendwann mal Fußball gespielt haben. Ob’s der Kaiser ist, den ich ja mag,
der ja mein Trainer war, der mich nicht kritisieren würde. Der aber öfter in seinen Aussagen absolut überzieht, ob es bei Bayern ist oder bei uns.
Und der Günter ja auch, und der Breitner auch. Natürlich sind sie Fußball-Experten. Aber es gibt bei uns im Moment in Deutschland eine
Steilkurve nach oben, diese Häme, diese Kritik, gerade von Ex-Trainer oder Spielern, die früher große Karrieren hatten. Natürlich müssen sie
ihren Lebensunterhalt verdienen, da habe ich absolutes Verständnis dafür. Aber ich finde es eben total überzogen."

"Ich könnte es mir einfach machen, mich kritisiert ja keiner. Da wird der Sturm kritisiert, da wird der kritisiert, da wird die Abwehr kritisiert.
Ich könnte mich locker zurücklehnen uns sagen, och, ich hab ja nichts damit zu tun. Aber da wäre ich natürlich an der falschen Position.
Da müsste ich sofort aufhören. Da wäre ich als Trainer untragbar. Und dieses ganze Gebilde, unsere Nationalmannschaft, die muss ich in
Schutz nehmen."

"Was ich absolut ein Unding finde: Dieser absolut fehlende Respekt auch vor unseren Gegner. Natürlich haben wir schlecht gespielt und
Glück gehabt, dass wir nicht verloren haben, aber diese ganzen Gurus. Wenn ich immer höre, wie gut die früher waren. Gegen die Isländer
und gegen die Albaner haben sie alle nur hoch gewonnen früher. Das ist für mich eine absolute Sauerei. Das ist eine Meinungsmache.
Das ist das Allerletzte. Das lasse ich mir nicht gefallen. Ich habe mit dem Berti Vogts ein sehr gutes Verhältnis, mit dem Erich Ribbeck
sowieso, aber die haben sich das alles gefallen lassen. Die mussten das alles immer runter schlucken. Die haben sich nicht gewehrt. Und
das mache ich nicht. Das ist mir die Geschichte nicht wert."

Völler nach der Pressekonferenz auf die Frage, ob das als Rücktrittsdrohung verstanden werden kann:

"Nein, nein. Ich musste das jetzt mal loswerden, bevor ich Magengeschwüre kriege."

imloop

Freitag, 19. September 2003, Stuttgart

Ich bin allein.
Arschgesichter überall.
Ein schwarzer Nissan hupt.
Das ist ok so.

Sasa. Jacksonville, Florida
 
 

Abendlied

15. September 2003, Stuttgart

Die Pfanne schwitzt im Zwiebeltau,
Das Hackfleisch zittert, nahe dem Verfall,
Um doch und höchst frugal
Die Münder und die Mägen zu befrieden.

Der gräcophile Redakteur auf Urlaub
Ahnt nichts von dem Portraitaltar,
Den ihm der Volontär, schon reichlich keck
Im blauen Plastikrahmen zubereitet.

Mir gegenüber beugen sich die Liebenden
In nahender Verschmelzung übereinander.
Ich, unterdessen, träum von einem Schloss
voll williger Mätressen. Oh, süßes Glück !

Drei Strophen les ich vor dem Freund
Mit sattem Wohlbehagen und Bravour.
Da springt er auf, er bietet mir den Rechner an,
Um auch die Freunde zu entzücken.

anton niergolzingen-west

Sonett

Ein Donnerstag! - Figuren und ein Glas muss her!
Der alte Löwe spielt gern mit Wein ein Schach,
Schmidt zieht sehr bald den Läufer unter Dach und Fach,
Lloyd missfällt der Schachzug sehr.

Er zieht, um ihn zu ärgern, den Springer glatt hinein,
Die Damen blicken, die Herren sauern,
Schmidt kontert mit dem schwarzen Bauern,
So vergehen einzwei Stunden: wir saufen weiter sauren Wein.

Herr Horst kommt jetzt hinzu,
Macht hinter sich sehr leis' die Türe zu,
Verlangt sofort nach Wein: "Ah' - très bon."

Blutig von dem Schachgemetzel, erheben beide ihre reinen Hände
und betrachten wie vom Schlag gerührt die roten Wände.
Währenddessen schlägt ein weißer Bauer, en passant.

imloop # 28

Mittwoch, 27. August 2003, Stuttgart

herrn offermann schenke ich ab und an eine schallplatte.
weil er ein guter zuhörer ist.

SommerZettelKasterl

Im August 2003, Stuttgart

it was the heat of the moment ...
streng geordnete papiere mit etwas sonnenbrand ...