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Das Weltraumzeitalter beginnt

Freitag, 31.12.99, Stuttgart

Einkaufen.
Cantina Toscana.
Alte Weinsteige 120.
Schloßplatz.
Coco.
Straßenbahn.
Neujahr.

Aus

Donnerstag, 30.12.99, Stuttgart

Leer.
Ask me nothing
about nothing.

Kanzlerverfahren

Mittwoch, 29.12.99, Stuttgart

Ruhetag.
Schreibtisch.
Telefon.
TV.

funland (at the) beach

Dienstag, 28.12.99, Stuttgart

1015: Nochmals Telefonat mit Dirk, wieder wegen aeres, jetzt geht es um die Bilder, blubb blubb ... Wir sehen uns später. OK.
1020: Schreibtisch. Internet. Altavista. Lycos. You've found 1.923 pics of Neil Armstrong. Aha.
1220: OK, per mail als attachment, weg damit, dann sehen wir später weiter.
1345: Ich beende TABU IV definitiv am 31.12.1999 und verweise ab 15.01.2000 auf www.aeres.de.
Ich kann nicht mehr.
Ich will nicht mehr.
Ich beginne. Ich höre auf. Beginne wieder. Ein zu kritisierender Vorgang. Ich weiß.
Ich verzichte auf dpa-Lyrik und zitierte Medien-Verse: Rainald Goetz hat das mit ABFALL FÜR ALLE bereits glanzvoll durchexerziert.
Kathrin schrieb einmal: Muss schwer sein, jeden Tag netztauglich zu machen. Genau, das ist es auch.
Damit es so wird wie ich es gerne hätte müßte ich wie ein Borg durch die Stadt bzw. Städte laufen, mit Standleitung hinterm Ohr, voicecontrolsoftware vor den Lippen, um direkt jeden mir wichtigen Vorgang in das Netz hineinzujagen.
COMPUTER: generiere Generation.

1406: Wie würde ich dabei aussehen? Wäre ich dann nicht doch ein abschreckendes Beispiel?
1409: Ich wollte ja dieses Jahr eigenlich heiraten. Ich denke, es wäre gut, diesen herrlichen Plan auf das nächste Jahr zu verschieben undsoweiterundsofort ...

1445: The Who: Love reign o'er me.
1715: Stöckach, aeres-Grafiken schauen.
1845: Brennerstraße, Cantina Toscana.
1915: Mit Albert im Gespräch.
0115: Wieder zurück.

Vakuumbomben

Montag, 27.12.99, Stuttgart

1205: Telefonat mit Dirk wegen aeres, Formatierung, blubb blubb ... Wir sehen uns morgen. OK.
1400: Schreibtisch, eMails. Auch hier: den Rechner nach Müll durchforsten.
1500: Deep Space Nine.
1630: Schreibtisch.
1842: Immer noch.
1901: Warum bin ich nicht BWL-Student geworden ...?
2000: Zu Besuch bei Thomas und Ute aus Berlin.
2300: Wieder zurück.
0020: Licht aus.

Orkantief Lothar

Sonntag, 26.12.99, Stuttgart

RUHETAG III

Bitte verlassen Sie Ihre Wohnungen nicht.
Wir halten Sie auf dem Laufenden.
Gehen Sie den Bäumen aus dem Weg.
Die Bäume schlagen mit ihren Ästen aus.

Schreibtisch.
aeres-Aufsatz.
Ente mit Knödeln und Rotkraut.

peace orchestra II

Samstag, 25.12.99, Stuttgart

RUHETAG II

1999:

a:
spybreak
let forever be
love theme
hot spot
s'wonderful
fade into you
asleep from day
henry
who am I
free your mind
mister eveready

b:
flying foxes
clubbed to death
donaueschingen
trans fatty acid
trailerpark
she's not dead
what a difference a day makes
missing

peace orchestra

Freitag, 24.12.99, Stuttgart

HEUTE RUHETAG.
Post von Andor und Sabine.
Post von Nina aus Berlin.
Merry Christmas, fellows.
amazon hat mich beschenkt:

tabula rasa

Donnerstag, 23.12.99, Stuttgart

0915: Nach der Weihnachtsfeier sind alle etwas verbeult und verknittert.
1045: Die letzten Schreibtischarbeiten des Jahres, einzwei Rechnungen, Schreibtisch säubern, tabula rasa, die letzten downloads aus dem Netz, den Rechner ausmisten und und und.

1500: So, das war's jetzt hier. Schöne Feiertage & guten Rutsch. (?)
1600: Café Brenner, mit der SZ. Schöne Feiertage.
1700: Brett, dito.
1800: Cantina Toscana, dito.
2000: Petra, Ditmar, Iris, dito.
2300: Wieder zurück, dito.

Song 2 (2:01)

Mittwoch, 22.12.99, Stuttgart

I got my head checked
By a jumbo jet
It wasn't easy but nothing is
no

When I feel heavy metal
And I'm pins and I'm needles
Well, I lie and I'm easy
All the time but I am never sure
why I need you
Pleased to meet you

I got my head down
When I was young
It's not my problem
It's not my problem

When I feel heavy metal
And I'm pins and I'm needles
Well, I lie and I'm easy
All the time but I am never sure
why I need you
Pleased to meet you

Yeah Yeah
Yeah Yeah
Yeah Yeah
Oh Yeah

Kühe in Halbtrauer

Dienstag, 21.12.99, Stuttgart

0959: Zwischen französischem Neusatz, Korrekturabzügen und Internet. Heute müßte Astrid aus Mexico wiederkommen aber ich weiß nicht ob das überhaupt von Interesse ist.

1155: Telefonat mit Martina, wg. heute abend.
1210: Weihnachtsmails. Ich robote dir schöne Weihnacht ...
1230: Ein toter Fisch schwimmt in meinem Teller und in der Küche riecht es nach Weißweinsoße.
1515: Tampon-butées élastiques, caoutchouc noir.
1631: Boredom.
1652: Rückruf von Martina, OK, in einer halben Stunde.
1700: Ich werde jetzt gehen. Jetzt.
1720: Am Treffpunkt. Charlottenplatz. Die kalte Grässlichkeit von U-Bahn-Stationen.
1730: Grüezi.
1740: In der Bücherei, den Baron auf den Bäumen abholen. Der Buchhändler spielt Karten. Mit oder gegen dem/den Computer.
1753: Kaufhaus Breuninger, mit der Milleniumsuhr an der Hausfassade.
1800: Fertig. Ganz erstaunlich. Ich habe tatsächlich all meine Weihnachtsgeschenke.
1815: Weihnachtsmarkt, a Würstl und an Wein, pappsüß und haaß. Jetzt sehe ich wieder die Milleniumsuhr, Countdown.
Rückwarts rasende Zahlen gefallen mir dann doch nicht so sehr.

1840: Markthalle, Merz & Benzing, die Küchen begutachten. An den Blumen schnuppern. Fauteuils inspizieren.
1908: U-Bahn. Halbleer, halbvoll.
1910: Zur Zeit lese ich meinen ersten und letzten Simmel; die abenteuerliche Geschichte von Thomas Lieven.
1932: Wieder zurück, bepackt, durchgefroren und glücklich.
2012: Schreibtisch. Die besprochenen Korrekturen von gestern und Andor.
2156: Die Überschrift und die Einleitung fehlen aber immer noch.

Er lächelte verhalten. Sein Blick fiel auf das breite Armband, dessen Steine im Licht funkelten und glühten, weiß, blau, grün, gelb und rot. Er schnitt die Paprikaschoten zu fingerlosen Streifen.
"Warum sprichst du nicht, Jean?"
"Weil ich nachdenke, mein Herz." [...]
Er begann die Tomaten zu häuten.

p. 148, Knaur Bd. 29, 58. Auflage 1993

Welcome to the working week

Montag, 20.12.99, Stuttgart

0730: Der Wecker brummt, mein Kopf brummt auch noch etwas, es ist noch dunkel draußen. Ich schließe die Türe und hoffe, niemanden zu wecken.

0745: Hallo Frau Kiosk.
0805: Büro. Genau so muß die letzte Arbeitswoche des Jahrtausends anfangen ... genau so.
1230: Burger King, Junk-food. Und eine eiskalte Fanta. Auf VIVA läuft Metallica "nothing else matters".
1430: Die Welt ist wie ein Schiff das irgendwann auf einem Riff zerschellt und langsam auseinander fällt ...
1700: Ich bin immer noch nicht eingeschlafen.
1702: Mit einem Videorecorder unter dem Arm am Bahnsteig.
1705: Wilhelmsplatz, Andor, paßt ja alles.
1738: Zurück.
1746: Noch auf einen Sprung in den Supermarkt.
1815: Wieder zurück. Andor, der Koch und ich: wir braten uns jetzt eine kalorienhaltige Fleischpfanne.
2000: Über die Jahre, die vergangenen, über Lehrer, Stefan Zweig, Dave Brubeck ... kreuz & quer.
2145: Bett. Licht aus. Ich kann zum Schluß die Augen nicht mehr offenhalten.

Noch ein Zitat aus loop, fand ich irgendwie besonders nett:

Jahrelang habe ich nun über eine Softwarefirma aus Redmond gelästert, die sich wie eine besonders üble Krankheit abkürzt. Doch ich habe ihr wohl unrecht getan, diese Firma hat doch Bildung und Humor. Wollte die AutoKorrektur meines alten Programmes doch immer aus „Roger" „Reger" machen, das fand ich schon sympathisch, hat sich doch Reger in meiner Heimatstadt um den Verstand gesoffen. Heute testete ich in der Redaktion die Betaversion von Word-2000 und schrieb dabei." .....und hiermit verweise ich auf die PowerPoint-Datei in der Anlage blablabla usw.". Trotz mehrmaligen Gegenlesens machte das AutoKorrektur-Programm jedesmal einen roten Kringelschlingel unter den Namen des MS-Programms PowerPoint. Nach einigem Zögern machte ich dann beherzt einen Rechtsklick mit der Maus und siehe da: Aus „PowerPoint" wird autokorrigiert „Powerjoint". Hat was.

Aspera, BN, Dreamland - 17.12.99 at 22:50:18

4. Advent

Sonntag, 19.12.99, Stuttgart

1012: Die Welt ist weiß.
1013: Ich habe geträumt, ich hätte mir in den Kopf geschossen und war nach der zweiten Kugel immer noch am Leben.
1014: Jetzt wird es aber entgültig Zeit für ein paar freie Tage; so kann das ja nicht weitergehen, weitergehen ...
1200: Schreibtisch.
1521: Fertig, fast, nur die Einleitung muß neu geschrieben werden und die Überschrift fehlt noch. XXX steht da jetzt, ganz oben, am Anfang des Dokuments.

1523: Noch vier, bzw. dreieinhalb Tage, dann kehrt hoffentlich so viel Ruhe ein um das Jahr zu verabschieden, vornehm und diskret. Aber das habe ich bereits letztes Jahr versucht, und davor auch, wie immer. Silvester und ich, eine ganz besondere Beziehung. Das Leben ist doch kein Abreißkalender.

Rock Is Dead - Marilyn Manson
Spybreak! - Propellerheads (other one)
Bad Blood - Ministry
Clubbed To Death (Kurayamino Mix) - Rob D
Prime Audio Soup - Meat Beat Manifesto
Leave You Far Behind - Lunatic Calm
Mindfields - Prodigy
Dragula - Rob Zombie (Hot Rod Herman remix)
My Own Summer (Shove It) - Deftones
Ultrasonic Sound - Hive
Look To Your Orb For The Warning - Monster Magnet
Du Hast - Rammstein
Wake Up - Rage Against The Machine

Mein erster Gedanke war: falscher Soundtrack. Wieder eine Schrank-CD.
Dann wurde es, durch immer lauteres Anhören, täglich besser, kräftiger, fieser, schöner.
Sonntagmusik. Zum vierten Advent.

1932: Urbanstraße 132, wie jedes Jahr.
0000: Immer noch.
0200: Ja, doch.
0450: Licht aus.

Schreibtisch

Samstag, 18.12.99, Stuttgart

1041: Wach.
1050: Kaffee.
1055: Telefon.
1140: Ditmar.
1345: Noch zwei Schränke aufhängen.
1425: Schreibtisch.
1830: Meine Damen und Herren, der FC Bayern ist der letzte Herbstmeister des Milleniums.
1950: Telefonat mit Petra.
2000: Tagesschau.
2015: Schreibtisch.
2340: Das Rudi-Carrell-Portait, ARD.
0045: Licht aus.

Tag am Meer

Freitag, 17.12.99, Stuttgart

0700: Geweckt im Gästezimmer.
0701: Aua.
0702: Ein Glas Sprudel.
0705: Zwei Talcid und eine Aspirin.
0710: Eine Schale Kaffee.
0711: Die erste Zigarette.
0737: Subway. Nina.
0750: Hallo Frau Kiosk, SZ und fisherman`s, bitte
0810: Bureau.
0812: Ich könnt' genau auch schon ganz woanders sein ...
0813: Der Tag wird faltig werden, er beginnt schon leise zu knittern ...

Versunken in die Nacht. So wie man manchmal den Kopf senkt, um nachzudenken, so ganz versunken sein in die Nacht. Ringsum schlafen die Menschen. Eine kleine Schauspielerei, eine unschuldige Selbsttäuschung, daß sie in Häusern schlafen, in festen Betten, unter festem Dach, ausgestreckt oder geduckt auf Matratzen, in Tüchern, unter Decken, in Wirklichkeit haben sie sich zusammengefunden wie damals einmal und wie später in wüster Gegend, ein Lager im Freien, eine unübersehbare Zahl Menschen, ein Heer, ein Volk, unter kaltem Himmel auf kalter Erde, hingeworfen wo man früher stand, die Stirn auf den Arm gedrückt, das Gesicht gegen den Boden hin, ruhig atmend. Und du wachst, bist einer der Wächter, findest den nächsten durch Schwenken des brennenden Holzes aus dem Reisighaufen neben dir. Warum wachst du? Einer muß wachen, heißt es. Einer muß da sein.
(K.)

1218: Immer noch im Kriegsgebiet.
1500: Geschafft.
1600: Bei meinem alten Herrn.
1800: Wieder zurück.
2010: Schwabstraße. Da ist aber niemand. Außer den Katzen.
2115: Charlottenplatz. Meine U-Bahn ist vor einer Minute gefahren. Ohne mich.
2116: In die Kneipe gegenüber, Einstein-Artikel, nochmal das Goetz-Interview.
2133: Die Welt ist eine Irrenanstalt. Steinhof.
2305: Wieder zurück.
2310: Ein Telefonat bzw. ein Anrufbeantworter.
0000: Licht aus.

December's Children

Donnerstag, 16.12.99, Stuttgart

0805: Nach dem Kaffee die Treppen hinunter, etwas verspätet.
0815: Das Interview mit Dr. Rainald Goetz im Spiegel.
1130: Die Uhrzeiger drehen sich im Kreis.
1131: Tagsüber (nebenbei) schreiben? Nein, das geht wohl doch nicht.
1135: Die Zeit im Internet. Wozu habe ich sie eigentlich doppelt?

Herr Hintze hat eine bestimmte Rechtsauffassung verfolgt wird Angela Merkel in der ZEIT zitiert.
Und Campari wird durch Läuse rot. Aha.

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connect
complete
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und dann:
das erste Weihnachtsessen.
Schnecken
Leber
Sorbet.
Pils
Rotwein
Aquavite
Espresso.
Viel und reichlich von allem
Ein Quiz war zu beantworten.
Chauffiert und ausser Haus übernachtet
bei meinem Ex-Kollegen.
Und dann
Irgendwann: Licht aus.
Rock and Roll.

Koh Lanta City

Mittwoch, 15.12.99, Stuttgart

0645: Ich habe geträumt, aeres wäre fertig. Im Traum sah das ganze Projekt schön aus. In Wirklichkeit wird es schön aussehen. Irgendwie bin ich mir da sehr sicher.

0710: Schmidt, das Katzenvieh.
0728: Glatteis, neonlaternenblau schimmert der Frost auf dem dunkelgrauen Asphalt. Brrr.
0732: Subway system.

Lieber S.,
ich haette dich hier gerne dabei, du wuerdest hier nur herumrennen, sammeln, suchen, am ersten Tag schon, weil keine Ruhe in dir waere.Nicht einmal hier, wo selbst die Europaeer, angesteckt von den langsamen Bewegungen der Gaertner, in ihren Liegestuehlen sitzen und ohne jeden Gedanken ins Nichts schauen. Ich kann das auch, eben auf jenem Grat sein, der nicht Entspannung, noch Aufmerksamkeit ist. Eben als wuerde die Zeit stehen und es aber umgekehrt ist, man selbst haengt, in einer Rille, waehrend die Zeit vergeht, ungeruehrt. Dabei bin ich unruhig wie du. Aber ohne Ziel. Die Unruhe kann nicht immer Arbeit sein, nur ohne ist sie furchtbar, wie die Schlaflosigeit. Irgendwann, nach Wochen kommt hier auch fuer mich, unter der immer gleichen Sonne, der Punkt der Ruhe. Sie kommt einfach, eingeatmet, wie ein tieferer Ton. Und schon vermisse ich meine Unruhe, meine ungesunde Unruhe, die ich sonst vor dem Monitor verbringe oder durch die Wohnung und die Stadt laufend. Rauchend, trinkend, mit dem Verlangen nach Feinheit, ja auch nach einer angenehmen Kuenstlicheit, wie sie nur eine Gesellschaft auf der Stufe der Orientierungslosigkeit hervorbringen kann. Heimweh? Nein. Soetwas wie Heimweh habe ich immer nur nach dem Leben gehabt, meistens in einer Stadt, wo ich gebueckt sein kann, verwahrlost, innerlich, gebrochen. Krank. Ich lese Antonio Tabucchi, Erzaehlungen ueber Kleine Missverstaendnisse ohne Bedeutung, Hettche, Animationen und Houellebecq, Die Welt als Supermarkt. Hettche wuerde dir gefallen, es sind alte Stiche drin, Illustrationen, Goethe und Flaubert, ganz nach deinem Geschmack. Aber was allen gemeinsam ist, ich lese sie gern wegen ihrer Sprache. So wie der Text mich in Liedern immer weniger intersessiert hat als die Melodie. In der Strandbar nebenan laeuft Funky Town, dadedadeda dedeedee. Und die sonst so redseligen Traveller sitzen davor, am Feuer, und schweigen.

Sven Lager Koh Lanta City, - 15.12.99 at 11:03:24

1512: Ich bilde mir ein, daß der Text von Sven aus dem pool für mich ist (unwahrscheinlich), ein Text aus Koh Lanta City (für mich) hebt meine Laune immens an, das reicht schon, so wenig, so viel. Es geht mir langsam wieder etwas besser. Ich komme mir wieder etwas gefestigter vor. Und auch wenn es auch jetzt vielleicht nur meine Einbildung ist - egal.

1643: Ich werde jetzt gehen. Jetzt.
1732: In einer U-Bahn, in einer Konservendose. Ich muß mit genau dieser Linie fahren, 70% der übrigen Fahrgäste könnten eine andere Linie benutzen, sie müßten nur 2 Minunten warten, mehr nicht. Aber nein. Auf jeden freien Sitzplatz stürzen sich 2 stehunlustige Menschen.

1802: Zurück.
1900: Telefonabend.
2034: Schreibtisch, der aeres-Text.
0054: Licht aus.

Savoy Truffle

Dienstag, 14.12.99, Stuttgart

Creme tangerine and montelimat
A ginger sling with a pineapple heart
A coffee dessert--yes you know it's good news
But you'll have to have them all pulled out
After the Savoy truffle.

Cool cherry cream and a nice apple tart
I feel your taste all the time we're apart
Coconut fudge--really blows down those blues
But you'll have to have them all pulled out
After the Savoy truffle.

You might not feel it now
But when the pain cuts through
You're going to know and how
The sweat is going to fill your head
When it becomes too much
You're going to shout aloud
Creme tangerine.

You know that what you eat you are,
But what is sweet now, turns so sour -
We all know Obla-Di-Bla-Da
But can you show me, where you are?...

Creme tangerine and montelimat
A ginger sling with a pineapple heart
A coffee dessert - yes you know its good news
But you'll have to have them all pulled out
After the Savoy truffle.

Außenraum

Montag, 13.12.99, Stuttgart

0300: Ich liege wach im Bett.
0330: Ich drehe mich unruhig von links nach rechts.
0400: Halbschlaf.
0450: Nein, es geht nicht.
0645: Der Wecker fiept, ich bin wach, seit Stunden.
0710: Völlig gerädert.
0732: U-Bahn.
0752: Bäcker.
0810: Büro.
1139: Mir fallen gleich die Augen zu.
1610: Draußen ist ein böiger Wind.
1700: Bei Frau Dr.
1715: -Schöne Weihnachten. -Gleichfalls. -Sie melden sich. -Ja.
1800: Gaststätte Brett, ein Gespräch mit meinem alten Herrn.
2015: In der U-Bahn.
2035: Wieder zurück.
2110: Beendet: Tristesse Royale.

Innenraum

Sonntag, 12.12.99, Stuttgart

Heute: Ruhetag.
Im Bett, lesend.
Gedruckte Gespräche.
Und der Song
von Moby.
Bonjour
Tristesse.
Und der Tag
sollte schnell vergehen
weil das Jahr verschwinden soll.
Was war das ERNSTESTE in Ihrem Leben?
Fin de siècle.
Fin
steht
am
Ende
eines
großen
Romans.

Hasenpullover
von Footlocker.
Mexico.
Wo ich jetzt nicht bin.

Deutschland
Rumänien
Portugal
England

Küchenkrieg,
letzter Tag

Samstag, 11.12.99, Stuttgart

1053: Hotzenplotz, der Schreiner ist da. Die Küche ist eine Baustelle.
1237: Telefonat mit Petra.
1301: Telefonat mit Ditmar.
1315: Loop-Lektüre. Dann kurz in den pool. Ich verstehe die Aufregung über Tristesse Royale nicht. Über WAS anderes können denn Kracht, v. Stuckrad-Barre, Bessing, Nickel und v. Schönburg schreiben als über DAS worüber sie drei Tage im Adlon gesprochen haben ... oder, anders deutlicher: Was war denn das ERNSTESTE, was ihnen ihn ihrem Leben bis dato widerfahren ist? Der Kauf einer Kenzo-Jacke? Also, vielleicht sollte man das mal aus dieser Perspektive sehen. Große Literatur ist das nicht, das ist auch nicht tragisch, es ist POP, trauriger Pop, weil vergänglich, so schnell wieder weg, daß sich die aufwendigen Produktionsarbeiten und der letzendliche Abdruck eigentlich nicht mehr lohnen weil die Gedanken bereits wieder ganz woanders sind. Das ist, für mich: Tristesse. Königlich, weil der Kaiser fehlt.

1425: Fade into you, dieses wunderschöne Lied von Mazzy Star – ich habe jetzt fast eine geschlagene Stunde nach dieser verdammten Kassette gefahndet, unbeschriftet, natürlich, fehlerhaft, natürlich. Aber gefunden. Das ist ein ganz großes Lied:
I want to fade into you. Großartig und alt, von 1993, tief und wahr und schwer und leicht und alles.

Why does
my heart
feel so bad?
Who does
my soul
feel so bad?
feel so alone.

1745: In der U-Bahn, im Anzug und mit geputzten Schuhen.
1814: Im Cantina. Der Irrsinn am Samstag und eigentlich sollte man ja man Samstags wirklich nicht außer Haus gehen.
1833: Immer noch da.
2112: Immer noch da.
0120: Im Club.
0320: Immer noch da.
0520: Wieder zurück.
0521: Leer, müde, schrecklich.
0522: What she does in Mexico? Ich weiß es nicht. Mein Herz so weiß. Ich weiß nichts.
0523: Licht aus.

the world is not enough

Freitag, 10.12.99, Stuttgart

0750: Hallo Frau Kiosk, bitte die SZ, 2,20 und schönes Wochenende.
0752: Hallo Herr Bäcker, dieses belegte Brötchen bitte und diesen Durstlöscher.
0758: Die deutschen Schlafzimmer.
0808: Sie empfangen 1 von 8 Nachrichten.
0817: Alles OK? - Nein.
1235: Kurz raus in Freie, vorbei am Friedhof, dann im NANZ, wo wieder nur eine Kasse geöffnet ist und der Rentner vor mir seinen Leergutbon nicht findet.

1525: Nochmal bei Frau Kiosk, einen Tabak und Papier bitte, schönes Wochendende, gleichfalls, danke.
1540: Café Brenner, Bohnenviertel, mit Andor auf einen Plausch. Kino? Kino.
1650: Vorbei am Weihnachtsmarkt, neben uns die Eisbahn, wo die Menschen sorglos ihre Runden ziehen, zur Musik von Pavarotti.
1702: Zwei Karten für's GLORIA und noch einen Blick in den Filmladen gegenüber: Borgfiguren, Star Wars Plastiken, Kaffetassen, Lucas-Produkte.

1715: McDonalds, eine kleine Ess-Müll-Infusion: 2 Cheeseburger (obwohl ich mit dem "Konga-Burger" geliebäugelt habe)
1730: Mein Name ist Bond, James Bond. Und fast ein leeres (!) Cinema.
1848: -Ich hätte dir die Welt geschenkt. -Die Welt ist nicht genug.
1856: -So eine wie mich triffst Du nie wieder. -Ich treffe immer.
1920: Filmbesprechung, wie immer, noch kurz auf drei Gläser Bier in einen Pub, das Old Ascot sieht noch immer genauso aus wie es immer ausgesehen hat und beim Treppen hinuntersteigen muß man immer noch aufpassen, daß man sich nicht den Kopf anschlägt; die Treppe: ausgelaufen, abgenutzt, zertreten.

2000: Zwei Bahnbeamte betreten das Lokal. Die Bahn fährt.
2305: Wieder zurück. Tristesse Royale liegt verpackt auf meinem Tisch, 22,–.
0010: Die Gespräche lesend und im Bett, und dann:
0037: Licht aus.

Krank 3

Donnerstag, 09.12.99, Stuttgart

Krank:
1256: Mail von loop-Kathrin:
Mann bei Frau Kiosk - vernetztverletzt? Auf der Welt oder aus der Welt? rl
- Pause oder Ende ohne Worte? Weihnachtsmarkt klick Pixel klickkrank?
Alles Liebe, K.

Vernetztverletzt.
Klick Klick.

Kopflos.
Ohne Inhalt.
LEER.
Befindlichkeiten.
Schubladengedanken.
Erfassung.
Schokolade.

Krank 2

Mittwoch, 08.12.99, Stuttgart

Why does it hurt when my heart misses the BEAT ?
Tausend Tränen tief.
... hat es bald nichts mehr zu bedeuten.
Weit weg. So weit weit weg von mir.
Moby.
Kill.
Blutlache.
the killer in you is the killer in me.
Aus.
Vorbei
Verweht
Nie wieder.

Krank 1

Dienstag, 07.12.99, Stuttgart

Krank
My life is a mess.
Ich habe solche Zustände
nie für möglich gehalten.

Liebe mich
damit es aufhört:
Dieser Gedanke
wenn Du nicht da bist.

transmission

Montag, 06.12.99, Stuttgart

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end

Mars Polar Lander

Sonntag, 05.12.99, Stuttgart

1035: Wach.
1102: Kaffee, Frühstück, Coca-Cola, Zigaretten.
1211: Anruf bei Astrid.
1230: Rückruf von Astrid.
1244: Aufräumarbeiten, Schreibtisch, Papiere, Ausdrucke, Notizen. Ordnung. Chaos.
1356: Im Augenblick ist jeder Schritt zuviel. Auch die nächste Woche tut sich drohend auf. Termine.
1605: Telefonat mit Astrid, guten Flug, schönen Urlaub, erhol' dich gut - Ja, danke.

Sonntags-TV. ABBA - The Movie. Die 4 Halunken des Königs.
Dann zwischen Tatort, Glücksritter und Jauch.
Ein Primeur mit Ma und über dies und jenes
weil ja im Dezember vieles plötzlich kacke wird
d. h. da weiß man was man hat usw.

0032: Licht aus.

desktop

Samstag, 04.12.99, Stuttgart

Schreibtisch
mit leichten Kopfschmerzen.

2230: Platoon. Scheißfilm.
0037: Licht aus.

too much is not enough

Freitag, 03.12.99, Stuttgart

Die Dose unten gehört meinem Schreiner.
Und ich wusste gar nicht,
daß diese kleinen schwarzen
Luschdinger TABU heißen
und Ähnlichkeiten mit der Munition
für Luftgewehre aufweisen.

0755: Bei Frau Kiosk, SZ, danke, schönes Wochenende.
0756: Hallo Frau Bäcker.
0810: Büro.
1040: Aktualisierung. Mein Herz so kalt, so weiß.
1500: Wochenende.
1530: Bei Gil mit der SZ und dem Magazin.
1700: In der Rosenstraße kommt die Ursel mir entgegen. Wir gehen ins Cantina Toscana.
1833: Mit Thomas Horst über Melville und Billy Budd.
2230: Wieder zurück. Breit. Vom Wein.

Rapid Eye Movement

Donnerstag, 02.12.99, Stuttgart

That's great, it starts with an earthquake,
birds, snakes, and airplanes,
Linny Bruce is not afraid.
I have a hurricane, listen to yourself churn,
World serves its own needs, dummy serve your own needs!
Beat it up a notch speed, grunt knows street
The ladder starts to clatter with fear fight down height
Wire in the fire represents himself in games
With the government for hire in a combat site!
Let in us and come in a hurry with the Furies
Breathing down your neck.
Jeep by jeep reporters baffled, trumps in the front
Look at that low lane, fine, yeah.
Uh oh! Overflow! Population coming through!
What we'll all do: save yourself! Save yourself!
Woreld serves it's own needs, listen to your heart beat.
Dummy, with with rapture and the rapid in the right, right!
Patriotic patriotic slam foot right right, feel it, pretty sight!
It's the end of the world as we know it!
It's the end of the world as we know it!
It's the end of the world as we know it,
And I feel fine!
6:00 TV hour, don't get caught for tower
Slice a bird, return, Listen to yourself churn,
Lock it in a uniform, book-burning flood, yeah,
Every motive escalate, automotive incinerate!
Light a candle, light a motor, step down, step down!
Watch your heel crush crush, uh oh, this means
No fear, cavalier, renegade steer clear,
Turn 'em in, turn 'em in, turn 'em in, fly!
Offer me solution and offer me alternatives, and I decline!
It's the end of the world as we know it!
It's the end of the world as we know it!
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine!
(I feel fine...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine!
The other night I drifted by, continental drifting by,
Mountain said a little lie, laying earth Burnside!
Laying that, brush that, bwetter get some listerine,
Birthday party, cheesecake, jelly bean, boom!
Symbitotic patriotic, slam foot down, right? right!
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine!
It's the end of the world as we know it,
It's the end of the world as we know it,
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine!
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine!
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
It's the end of the world as we know it,
(time has no time alone...)
And I feel fine ...

Krawalle

Mittwoch, 01.12.99, Stuttgart

0645: Der letzte Monat des Jahrtausends hat heute um 0000 begonnen.
0836: Solche Fenstermeldungen machen mich rasend:

There was no response. The server could be down or is not reponding.
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Using previously cached copy instead.

Und der ganzen Irrsinn wird einem erst dann richtig klar, wenn man das vom Bildschirm abschreibt und wieder (!) in den Computer hineinschreibt.

Krawalle gegen grenzenlosen Kapitalismus legen Seattle lahm.
Verhängung des Ausnahmezustandes.
Der Bürgermeister erklärte die Innenstadt für die Nacht zum Sperrbezirk.
Die Situation ist außer Kontrolle.
Nationalgarde und Staatspolizei sind angefordert.
WTO-Generaldirektor Mike Moore eröffnete die Konferenz schließlich formlos.

1305: Dolomiti-Eis von 1971 - leider nur in gedruckter Form unter dem Scanner.
1505: Ich will jetzt nicht mehr. Ich will jetzt in die Ferien.
1623: Ditmar schaut kurz auf einen Sprung vorbei.
1706: Geh' ma.
1745: Lehen, Lehenstraße, hier waren wir öfters, nach Feierabend. Das fehlt natürlich alles jetzt. Es gibt beim ersten Anflug auch keine Parkplätze.

Hast Du Ansprache im Tagesbüro?
Nein, ich auch nicht mehr.
Mögliche Änderungen. Lokalität. Zugpferd, Fürsprecher.

2015: Zurück, böiger Wind mit leichtem Regen.
2020: Telefonat mit Astrid.
Du und mein Abonnement
von mir für dich.
Liebeskummer - weltweit.
Der Schmutz der Welt.
Der Text ist der Text.
Die Tatsache ist unbedingt wahr weil sie nicht zu leugnen ist.
So lebe ich in meinem Zimmer.
Der schweigende Trost der Bücher.
Die langen Rillen in Vinyl.
Das KassettenWirrwarr.
Die CD-Sammlung.

2045: Ich will mir den aktuellen inhalt.htm per ftp vom server zu mir, in meinen Rechner herüberspielen, zum weiterschreiben, den Tag, öffne dann das Dokument, und: November, 30.11.99 wird geladen.

Hä? Was ist denn das? Das stimmt doch nicht.

Ich überprüfe die merkwürdige Angelegenheit via Netscape, index wird geladen und dann habe ich plötzlich November, 30.11.99 auf dem Schirm.

Hä? Was ist denn jetzt?

2101: Der Fehler ist von hier aus nicht zu beheben.
2102: Dann nicht. Dann morgen.
2150: Ein Gespräch über Einsamkeit und Welt und ich
ich weiß nicht genau wohin
wohin soll die Reise gehen
gehen oder fliegen
fliegen fundamentale Gedankengänge kreuz & quer gerade durcheinander.

"Sind sie außer Gefahr? "
wurde Dustin Hofman mehrmals gefragt
in diesem fiesen NewYorkFilm.

2222: NoOneSaid - it would be easy. Lamb, gemischt von Wien aus, das sei Kiffersound (lese ich öfters).
2233: Und dann fangen die Boxen an zu spinnen; die neben mir setzt im refrain aus, (warum?) und die hinter mir bubbelt etwas, weit entfernt. Und dann kommt das gleiche Lied nochmals; Auftragsarbeiten, Wunschkassetten & überhaupt all die verschenkten tapes! 20? 30? Ein tape ist immer eine Liebeserklärung für etwas, das sich nur musikalisch so ausdrücken kann und möchte weil Papier und Tinte bei einer guten Kassette nur zum notieren der Songs da sind und die begleitenden Gedanken daran nur für ein mittelmäßiges GedichtSchriftStück taugen aber so sollten tapes gemacht werden, in Abstimmung mit der Person des Empfängers oder frei Schnauze, einfach loslegen, auflegen, tapen, schreiben, Cover und als Geschenk verpacken. So soll das sein. Ich denke daß heute tapes nicht mehr tapes sind. sad but true.

2315: Feierabend.
2322: Licht aus.