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Palmenblätter im Regen

Donnerstag, 31. Dezember 2009, Stuttgart

Genau um Mitternacht,
Silvester 1973 in Los
Angeles, fing es an
zu regnen auf die
Palmenblätter vor
meinem Fenster, das
Hupen und Ballern
ging los, es war
ein Höllenlärm.

Ich war schon um neun
ins Bett gegangen,
hatte das Licht aus-
gemacht und die Decke
hochgezogen ...
Ihre Ausgelassenheit, ihre
Fröhlichkeit, ihr Geschrei,
ihre Papierhüte, ihre
Autos, ihre Frauen,
ihre amateurhaften
Besäufnisse ...

In der Silvesternacht
packt mich immer das
Grausen. Das Leben,
denke ich, ist doch kein
Abreißkalender.

Jetzt hat das Hupen
aufgehört. Keine
Feuerwerkskörper mehr,
kein Donnern. In fünf
Minuten was alles vorbei.
Alles, was ich höre,
ist Regen auf Palmen-
blättern, und ich sage mir:
Ich werde die Menschen nie
verstehen. Aber ich habe es
geschafft, mit ihnen zu
leben.
 

Charles Bukowski, Flinke Killer, KiWi 65, 1984, aus dem Amerikanischen von Carl Weissner
 
 

Allen alles. Die "Nullerjahre" sind vorbei.
 
 






Nachträge und Notizen, November ...nein.








Maladie

Mittwoch, 21. Oktober 2009, Stuttgart

0830: Hab' mir schon wieder eine Erkältung eingefangen. Hatte ich nicht mal körpereigene Abwehrkräfte?. Falls ja, wo sind die hin?
0900: ACC 600, Aspirin, Heiße Zitrone, IngwerTee und Unmengen Wasser.

1703: MatschBirne, immer noch.
 
 

Pragfriedhof

Mittwoch, 14. Oktober 2009, Stuttgart

1200: Pragfriedhof, nochmal eine Beerdigung, Elke, das reicht jetzt für dieses Jahr. Wenn man 80 ist, meinetwegen.
1300: Leichenschmaus im Finstermann, alles wirklich sehr, sehr finster... Scheißjahr.
1515: Treffen mit Ma im alten Café Sommer, dann raus Richtung Bad-Cannstatt, die Beine vertreten.
 

"Hölle, Hölle, Hölle"

Donnerstag, 08. Oktober 2009, Stuttgart

1515: Treffpunkt Fruchtsäule, bei Kaiserwetter ... und ab ins Bierzelt. Roland (Carmen kommt nach), mein alter Herr und meinereiner.
1545: Halber Goldbroiler, RadlerMaß und der ganze BierZeltHeckmeck. HumbaHumbaTätererä.
 
 

Kurztrip zum See

Mittwoch, 30. September - Sonntag, 04. Oktober 2009, Bodensee

Mal wieder ein paar Tage fortfahren.Und ich schnapp' mir wirklich die letzten Sonnentage im Oktober ab.
Die Sonne beschien den See oktoberfrisch. Mettnau. MiniGolf zocken mit den Jungs. Viele Spaziergänge, Rundwege.
Alles Scheinrentner hier, mit ihren Adenauer-, Erhard-, Schmidt- und Kohl-Villen.

Wiedersehen mit Franzi auf der Mettnau. Von der Liebe keine Spur - aber das gehört nicht hierher.

Herbstblues mit Iggy

Dienstag, 15. September 2009, Stuttgart

1845: Den Wittgenstein-Artikel in der SZ und den Heidegger-Artikel in der STN gelesen, in der Stadtbahn, ohne Kopfhörer.
1920: Kurz wirbeln, Müll und Leergut wegbringen, kurz hoch zum Tengelmann, dann (oberflächlichen) Küchenzauber.
2045: Vor dem Rechner, in den Nachträgen. (Was es mittlerweile alles zu aktualisieren gibt: facebook, twitter, myspace, blog, loop etc...)
...
2258: OK, vieles drin im TABU, nicht alles, aber mit Notizen und Kopfstütze und Kalender.

Nachtrag mit Bild: Die Erdhörnchen-Story aus der SZ vom 21.08.2009:

Das US-Pärchen Jackson und Melissa Brandts macht sich vor einem See im kanadischen Banff Nationalpark für ein Foto
per Selbstauslöser (als Erinnerung) bereit. Plötzlich posiert, vom Geräusch des Fokussierens magisch angezogen,
ein Erdhörnchen vor der Kamera.
Und Klick!

Bin urlaubsreif. Vielleicht sollte ich mich auch einmal nach einem interessanten KurOrt umsehen, mit allem Tschisslaweng, wie man es phonetisch nur noch selten hört. Mit allem drum und dran.

Zuviele Trennungen dieses Jahr: HerbstBlues.

2341: Die CD lässt optisch leider sehr zu wünschen übrig aber Track 4 ist wirklich hörenswert. Das ist Iggy Pop, 2009?

Vodafone-Easy-Box

Samstag, 12. September 2009, Stuttgart

1400: Termin mit Knut, der alten Schildkröte, den Vodafone-Anschluß einrichten, Telefon, WLAN, das ganze Zinnober mit Hotline & Warteschleife und DNS-Server. Kein Problem, geht ja wie LEGO stecken. Geht aber doch nicht so. Also: Mit dem Handy kostenlos in die Hotline, Bandansagen, Tastatureingaben. Ab und an ein Operator, menschliche Stimmen:

- "Bitte drücken Sie mit einer Büroklammer (sic!!!) die Reset-Taste. Blinkt jetzt alles?"
- "Nein. Nur Netz und DSL."
Pause.
- "Wer gewinnt heute? Wir oder der HSV?"
Pause.
- "Bin St. Pauli Fan. Blinken jetzt alle Leuchten?"
-"Nein."
Pause.
- "Mal auf ein Pils treffen im Silbersack?"
- "Nein - Da ist mal meine Karre aufgerbrochen worden. Tut sich was?"
...
1745: Es funktioniert.
1825: Pünktlich zum Bundesligaspiel in der Kneipe.
2009: 3:1 für den HSV.
2212: Noch ein Verzweiflungsbier mit Knut, wegen dem fehlenden Mittelfeld und den Ballverlusten - aber im Inneren sind wir stolz wie Bolle:
er, weil er seine ungenutzte Technik wieder nutzen kann und ich, weil ich's eingerichtet hab'.
Aber Knut denkt ja noch immer, daß ihn die ComputerMaus beißt.
Die Silver Generation des Internets surft WLAN mit Flatrate. Und mit sehr guten NoteBooks.

Es herbstelt

Mitwoch, 02. September 2009, Stuttgart

Krank, zu Hause mit fieser Erkältung. Ohne Abwehrkräfte. Ganz einfach platt von allem.
TV, DVD, Bett, Tee & Taschentücher.
Bitte kein Mitleid. Und keine Ratschläge bitte.

Du bist da aber fehlst

Freitag, 28. August 2009, Kornwestheim

1330: Beerdigung. Schlechter Treffpunkt, wenn man sich länger nicht mehr gesehen hat, nicht in diesem Alter.
Viele Menschen, alle da (denke ich).
Viele Sonnenblumen.
Und wieder sieht man zu einem Sarg herunter und versteht die Welt nicht.

1600: Ich muss was essen, sonst kipp' ich um. Mit Petra & Seb kurz im Paulaner
1730: Kurz aufs Sofa, ich bin fertig mit der Welt.
2000: Im Schlesinger, mit vielen von heute in Kornwestheim. Und das ist sehr gut jetzt. Sie ist weg aber sie ist trotzdem da.

Donnerstag, 27. August 2009, Kornwestheim

1800: Schwester holt mich oben im Pressehaus ab, Blumen kaufen, noch kurz zusammensetzen, wegen morgen.
Eigentlich wollte ich zur Ablenkung morgen noch einen halben Tag arbeiten - aber ich pack' das nicht.
Ich dachte, ich pack' das, aber das war so dahingedacht.

Goldkind

Sonntag, 23. August 2009, Stuttgart

Nachtrag:
Ich bin oben bei Muttern zum DSL einrichten als ich einen furchtbaren Anruf von Isabel erhalte. Petra Matuschek ist tot.
Zack. Von heute auf morgen. Weg. Unwiederbringlich sehe ich meine vertraute Freundin nie wieder, mit der ich über alles reden konnte.
(Wenn sie zuhören wollte). Mit 39 Jahren, an einer Lungenembolie.

Abends, wieder zurück, lese ich ältere Einträge hier, versuche zu weinen aber das sitzt alles wie ein klumpiger Kloß im Hals.
 

Fiesta (1926)

Sonntag, 2. August 2009, Stuttgart

0423: Gewitter & Regen. Umdrehen.
1220: Aufstehen & Frühstück.
1330: Die Küche & die Teller & die Töpfe & die Gläser & das Besteck ... Budenzauber
1620: TV auf dem Sofa, SAT1 ... und wegdösen bei geöffneten Fenstern ...
1830: Abendessen, rechts aus die Haustür, dann links. Dunkle Wolken am Himmel. Ich gehe rein, obwohl ich lesen und rauchen wollte.
Am Freitag hat das Gericht besser geschmeckt (beim probieren) - die Hälfte der Muscheln sind zu, ob gar oder nicht, man kommt nicht ran,
mit einem Viertel Weiß und einem Salat kostet der Spaß mit Trinkgeld bei Fatty Arbuckle auch wieder 17,- Euronen. Alleine essen ist komisch.

2145: Doku auf 3sat: "Der Fluch der Hemingways". Eher schwach, aber, was mir neu war (und die Frage ist, wie wichtig das denn überhaupt ist):
Der Sohn von Ernest hat sich operieren lassen ("He changed his sex" heißt es im OrginalMittschnitt) und starb in einem FrauenGefängnis, einer Woche
nach seiner Einlieferung, an einen HerzInfarkt.
Interessant der Satz von Norman Mailer: "Hemingway war für uns alle ein Vorbild aber sein Selbstmord war uns sofort ein Korrektiv: Bis hierher und nicht weiter! Alleine, seiner Zeit voraus und in dieser Lebensphase völlig einsam war er einfach fertig."

0054: ftp - Nachtflug










Meddle

Freitag, 31. Juli 2009, Stuttgart

0645: Der ScheissWecker
0815: Pressehaus
1125: Der Speiseplan sieht sehr bescheiden aus.
1645: Abflug mit der Frau Kollegin.
1715: Tengelmann, und es ist nicht viel. Kostet aber wieder: 19,75.
1805: Roland & Carmen abholen, zum PizzaEssen.
2000: Ex-Volare, draußen, Nana bedient.
2308: Noch auf einen Sprung zu mir, in die Sofas, auf den PlattenTeller. Auf ein Bier und einen Roten. Meddle.
0003: In der U2, Richtung Rathaus. Kommt noch jemand mit in die Uhu-Bar?
0021: Und dann, ziemlich genial, DJ Guido vor seinem iPod-Set und ich winke mit der Miles-Davis-CD und er mit einem USB-Stick.
Wie vor einer Woche nach dem Bohnenviertelfest verabredet. Ich kenne hier sonst niemand, bestelle Weißweinschorle mit Eis,
bezahle sofort, die Sofas sind alle besetzt, ich stehe im Weg, der alte Patron trägt eine gefärbte Fliegerbrille und hat seinen zwölften
GinTonic intus. Gute Nacht.
0112: Stadtmitte. Alle verpeilt. Ich laufe den alten Weg Richtung Berliner Platz, durch den kleinen Park (keine Leichen)
und ziehe, in alter Manier, am Berg zum Dillmann an und öffne mir das verschwitzte Sommerhemd. Ich wehe praktisch durch die Straßen.
0130: Wieder zurück, alles war gut: der frühe Tagesbeginn, die Mitfahrgelegenheit, das Essen, der Absacker bei mir, die Uhu-Bar mit dem MusikAustausch.
0230: Licht aus.
 
 

Überlandgespräch

Donnerstag, 30. Juli 2009, Stuttgart

2003: Orginal-Chevappen mit Orginal-DuvejReis von Renata in der Heusteig, serviert auf der BalkanPlatte. Sen-sat-tio-nell!!!!
2312: Nachtschwatz mit BodenseeSigi, nach sehr, sehr langer Zeit. Tut gut: reden und wenig erklären zu wollen.

Auf dem Nachttisch:
 
 

Double Cheeseburger

Dienstag, 30. Juni 2009, Stuttgart

0947: Wach, abhusten, WC, Bad, dann BronchialTee zum Frühstück. Ich gestehe: SAT1 Frühstücksfernsehen oder wie das heißt.
1112: Heißhunger auf einen gut gebauten, doppelten Cheeseburger: Ab zu UdoSnack.
1220: Schlossplatz, Zeitungslektüre auf der Bank.
1238: Beim Fräulein vom Herrn Kiosk. Spiegel, Tobak & Papierchen bitte.
1245: Bistro Brenner, wo rechts außen die Tische jetzt anders angeordnet sind.
- "Cafè, bitte."
Ob ich auch etwas essen möchte. So genannter Service kann auch eine Belästigung sein. Wie am Sonntag im Paulaner. Erst muss ich ewig auf die Kalbsbratwürschtl warten, dann kommt das Essen an wie Kraut und Rüben (ich habe geschwiegen, ich hatte Hunger), Senf aus Aufreißtüten, ein KartoffelGurkenSalat vom VorTag und dann, nach dem Essen, als ich gerade die letzten Seiten von "Unabhängigkeitstag" (Richard Ford) fertiglesen wollte, wieder die Frage: Darf's noch etwas sein? Sind sie zufrieden? Wollen sie meinen Arsch sehen?
Wirklich, "Service" kann auch eine Belästigung sein.

Jackson-Nachruf im Spiegel. Perfekt geschrieben. Was für eine arme Sau.
- "Cafè, bitte."
Saublöde Bedienung, das dauert wieder ewig. Ich esse nicht. Mit mir macht man wenig Umsatz. Ich bin nicht relevant.
Abflug in der U2, MittagsSchlaf ist etwas herrliches, Musik hören & eindösen ...

1643: Anruf von Petra. Wann und wo. Marktplatz, Festival, etwas essen, etwas palestinänsisches oder indisches oder serbokroatisches.
1800: Immer noch nicht da.
1805: - "Tut mir Leid (?), zwei Plätze sind leider besetzt."
1815: Stehend, winkend. Hier bin ich. Hier sitze ich.
Sehr kurzes Intermezzo. Die Musik gefällt beiden nicht und die Sonne scheint zu sehr. (???)
2005: Wieder in der U2, Anruf von Franzi.
2109: Telefonat mit München.
2130: Schreibtisch, Ablage, Ordnung.
2203: Telefonat mit Olaf.
2230: Schreibtisch, Ablage, Ordnung, KontoAuszüge.
2300: Telefonat mit Ma, auf dem Plattenteller: Jackson 5, wir telefonieren und reden von ZeitBeschleunigung.

Was sagte John neulich? - "Wir sind nicht cool, wir sind depressiv."

0244: Licht aus.

Zombie of Pop: 1958-2009

Freitag, 26. Juni 2009, Stuttgart

Zuhause, seit gestern, ganz fiese SommerErkältung, Nase zu, perforierter Hals, grüner BronchialAuswurf.
Anruf von Petra: "Michael Jackson ist tot."
(BILDSchlagzeile heute Morgen beim Kioskmann: "MICHAEL JACKSON: HERZSTILLSTAND!" - Hab dann doch lieber die SZ gekauft)
- "Ach? Jetzt doch?"
- "Bad"
- "Billy Jean"

Was haben manche Menschen eigentlich für Idole? Das ist doch krank.
 
 











KriminalTango

18. April 2009, Stuttgart

0216: Es war eine reine SortierArbeit: Zettel sichten, für notizen.doc abschreiben, Altpapier.
Storyboard steht bis zum fünften Kapitel. Ich kann sonst nicht arbeiten an so etwas.

Schönste Formulation des Abends:

"Wie war denn das mit dem Überfall?"
"Ach was, das war parfümierte Panikô, dozierte Schmidt.

0238: Licht aus.
 
 
 

Nur in Deinem Kopf

15. April 2009, Stuttgart

Die StZRedaktion und die Leser im Haus der Wirtschaft bei den Fantastischen Vier, erste Reihe.
Und der Manager erzählt vom Müsli, dem Musicland, und ich muss an den Air-Guitar-Award damals denken:
"Wer spielt die beste Luftgitarre?" - Frank (?) & ich moshten zu "Smells like teen spirit" wie die größten
GitarrenAffen. Wir wurden Dritter. In der Jury saß "Bär", der Manager der F4.
Eine CD gab's: Raggamuffin' - nur, was hatte das mit Air-Guitar zu tun?

Ich hab' Michi Beck im Wildparkstüble eine James-Brown-CD gemopst.
Grooved immer noch wie die Wutz. Sorry. Trotzdem gute Aktion.

Nach einer Sause im RedDog lud Monique aus Blackpool in die Gaststätte Brett im Bohnenviertel. 1993.
Smudo steuerte einen schwarzen 190er und fuhr sehr sicher. Auf der Rückbank kreischten die wilden Weiber.
Wir tranken Poppers und haben uns dann sehr schnell verloren.
 
 

Modern Times

März 2009, Stuttgart

Die Kehrseite von Intimität ist:
Wenn dich der Andere verläßt,
bleibst du auch mit eurer Sprache allein.
Plötzlich bist du eine Sprache, die niemand mehr versteht.
(J.F.)










Fasching

24.02.2009 2009, Stuttgart

Es ist seit Jahren so: aber das kann doch nicht wahr sein ...
Bin auch nicht kostümiert.
Nichts.











Was ist eine Milliarde?

Januar/Februar 2009, Stuttgart

1. Gedanklich:
Wenn Du ein Jahr jede Woche Lotto spielst, jedesmal 20 Millionen Euro gewinnst und Dir nur zu Ostern und Weihnachten eine SpielPause gönnst.

2. Visuell
Eine Milliarde Dollar, gestapelt auf zwölf IndustriePaletten (!)