archiv___________ home___________links___________ tabu@z.zgs.de __________ twitter



diese versteinerten verhältnisse
dadurch zum tanzen zwingen
daß man ihnen ihre eigene melodie vorspielt

Dienstag, 30.11.99, Stuttgart

0645: Aha.
0732: U-Bahn. Mit Herrn und Frau Jedermann.
0755: Hefe-Frucht-Teilchen: 1,50.
0757: Hallo Frau Kiosk.
0810: Guten Morgen.
0816: Französische Übersetzungen. s.v.p.
1226: Draußen weht ein eisiger Wind.
1256: eMail an Petra.
1619: Wir stolpern noch kurz über ein Glas Sekt. Der Arbeitstag neigt sich.
1621: Rückwärts zählen: 1 Monat, 7 Stunden, 38 Minuten, 28 Sekunden.
1741: Beim SCHLECKER liegen MeisenKnödel aus, draußen, für im Vorbeigehen, zum Mitnehmen.
Vor diesem Wort hat jemand mit einem schwarzen edding (?) ein großes A gemalt.

1921: James. OK, nächste Woche. Können wir machen. Pfüati, grüß Gott, jaja. Bis denne. Tschö.
1946: Wieder zurück.
2000: Küchen-Kung-Fu.
2130: BarGeldAngelegenheiten.
2230: OK. Wie seht ihr eigentlich Weihnachten? Scampis, dickes Boeff Stroganoff, Desert ...

Der Schlaf:
- Gott der Nacht.
- kleiner Bruder des Todes.
- Voyage au bout der la nuit.
- Nachtgewächs.
- NachtSongs von the Doors.
- Père lachaise, à Paris.
- Cher hat sich dort vorgestern ein Grab gekauft.
- $ 10,000

Ich glaube,
die Sozialdemokratie
ist perdu.
Oder
war nie da
in unserer Zeit.

Not Found.
The requested URL was not found on this server

Montag, 29.11.99, Stuttgart

0810: Ich habe Muskelkater. Alles tut weh.
0820: Mail von Carolin, ja wie? Jahre nicht gesehen ...
1330: Ich bin müde.
1608: Hundemüde.
1810: Wieder zurück, Hotzenplotz, der Schreiner kniet in der Küche und bohrt und sägt und macht und tut.
1938: Anruf von Carolin, kichernd mit tiefer Stimme und frisch geschieden.
1950: Noch ganz schnell in den Supermarkt. Sorry, ich ruf zurück.
2005: Anruf bei Carolin. Ist das jetzt wirklich 7 Jahre her ...? Freitag? Freitag.
2030: Küchenabschlußgespräch mit Hotzenplotz, dem Schreiner.
2213: Spiegel durchgeblättert, schwache Nummer, Licht aus.

Das Buch der Unruhe

Sonntag, 28.11.99, Stuttgart

0945: Mir tut alles weh. Ich ziehe meinen Hut (den ich nicht habe und nicht trage) vor: Packern & Spediteuren.
1016: loop:

"Alinia schreibt persönlich.

Als ich das erste Mal pooloop las, habe ich zwischen und in den Zeilen eine Menge persönlichen Austausch gefunden und den Eindruck, es sei eine feste Gruppe. Für jemand der aus dem off kommt scheint dies ein wenig undurchdringlicher Who is Who Dschungel zu sein, und ich habe mich auf die Texte beschränkt, die mich interessierten, gleichwohl dazwischen das Geplänkel als eine weitere Farbe im Bild war. Schade um Britta, aber auch manchmal schade um Thomas, die Gemüter zu erhitzen scheint von Nöten zu sein. Zu einem Fuck you sich hinreissen lassen , bedarf einiger Verquickung mit dem Ganzen sowieso. Die ganze Frage mit dem ICHICH und es schützen, wovor? Jeder Liebesbrief ist eine Art Hülle, in schöne Briefe kann man sich verlieben, obwohl der Mensch, der sie schreibt vielleicht einen Buckel hat. Worte sind doch immer nur fragmentarisch über die Echtheit von etwas oder jemand.

„die Welt schreibend neu erfinden“ für einen Journalisten kaum, aber für einen Dichter ja, sie zu beschreiben wie sie ist wird wohl niemand gelingen, es sei denn jemand könnte einen Betrachtungspunkt für das ist setzen. Nicht nur die Welt erfinden , nein darüber hinaus erschliessen, hineinfühlen in das was sich vom jemals Gewesenen und Erlebten unterscheidet, Sprache als Bilder, sicher , hier gibt es weniger Dichter als in meiner Heimat. Da ist ein Sprung um die Welt, da gibt es eine Welt, die dieser hier sehr fremd ist, höchstens Pipi Langstrumpf könnte das noch verstehen.

Ich bin eine Kinderbuchschreiberin, jawohl und ich bearbeite Gedichte und schreibe auch welche, aber nicht in Deutsch. Es gibt keine deutsche Ausgabe meiner Bücher, ich arbeite daran einen Kurzgeschichtenband über das „neue Europa“ herauszugeben, in Deutsch. Das heisst für mich sich kulturell davon machen aus meinen ohnehin nomadenhaftigen Wurzeln, und wirklich zu empfinden wie ich mit deutschen Fühlern die Spanier finde oder die Griechen oder die Belgier. Ohne Wirtschaftsgipfel, und ohne Blair, sondern mit Obelix und Pinocchio oder Bacchus. Dabei ist für mich Wien die europäischte Stadt, aus meiner Perspektive, der Mittelschnitt, Wien wird eine Wiege sein für die Identität.

Genug jetzt auch. Mein Gips juckt, er gibt mir Zeit zu Schreiben. und Lesen.
BÜCHER:
Werner Koch Seeleben
Sir Galahad Kegelschnitte Gottes
Fernando Pessoa Buch der Unruhe
Rosendorfer Ruinenbaumeister
L.Caroll Abenteuer im Wandschrank

alinia wyler santa cruz, europe - 28.11.99 at 09:32:41"

DAS BUCH DER UNRUHE:
"In diesem Augenblick kommen mir so viele fundamentale Gedanken, so viele wahrhaft metaphysische Dinge möchte ich mitteilen, daß ich auf einmal müde werde und die Entscheidung fälle, nicht weiterzuschreiben, nicht weiterzudenken, sondern geschehen zu lassen, daß mir das Ausdrucksfieber Schlaf schenkt und ich mit geschlossenen Augen all das, was ich gesagt haben könnte, wie eine Katze streichle."
240 (520), p. 295 der ungekürtzten Ausgabe, Fischer, November 1987

why she does porn?
and why does my heart feel so bad?

you always find me at kitchen parties

Samstag, 27.11.99, Stuttgart

Küchenmöbelgeschleppe
mit Laufkarte von 1969.
Kupi, Hugo, der Nobbie, der aussieht wie der Räuber Hotzenplotz.
Danach: Noch kurz auf zweidrei Bier inne Kneipe.
Zurück: Komplett erledigt, platt. Bett.
Kein Wecker.

artist: OASIS
title: Live Forever

Freitag, 26.11.99, Stuttgart

Maybe I don't really want to know
How your garden grows
I just want to fly
Lately did you ever feel the pain
In the morning rain
As it soaks to the bone

Maybe I just want to fly
I want to live I don't want to die
Maybe I just want to breathe
Maybe I just don't believe
Maybe you're the same as me
We see things they'll never see
You and I are gonna live forever

Maybe I will never be
All the things that I want to be
But now is not the time to cry
Now's the time to find out why
I think you're the same as me
We see things they'll never see
You and I are gonna live forever
We're gonna live forever
Gonna live forever
Live forever
Forever

Kein Thema

Donnerstag, 25.11.99, Stuttgart

0733: Wieder dieses traurigschöne Lied von den Eurythmics im Radio.
0745: Tagespresse: Schröder rettet die Holzmann AG.
0825: Büro.
1230: Tischfussball fällt heute flach, es ist nämlich so gut wie niemand da.
1233: Linsen mit Wursteinlage.
1530: Loop und Pool, mit den Texten von Britta Höper. Wenn es überhaupt sagbar ist: "Ich vermisse jemanden textlich" dann Britta Höper. Baby come back.
1715: Texte formatieren.
1745: Fertig. Liegt jetzt ausgedruckt vor. Kann nicht mehr gelöscht werden. Nur noch verloren gehn.
1747: Zur Aeres-Besprechung.
1810: Elvis.
2000: Ausländerintegration beginnt erst dann wenn man auch die ausländischen Speisen zu sich nimmt, 7,– bezahlt und sich wieder gesättigt in den Verkehr einreiht.
2035: Aeres-Besprechung.
2258: Noch kurz auf ein Glas Bier.
2313: 6 Polizisten (!) kontrollieren 1 (!) Person im Haltestellenbereich.
2314: In der Untergrundbahn, zurück nach Hause.
2319: Britta Höper: die reinigende Loop-R'n'R-Wumme.
2335: Alter Schnee knirscht so schön, als ob man auf Keksen geht.
2340: Nochmals wegen dem Küchenprozedere, morgen.
0111: Licht aus.

Wochenmittelmaß

Mittwoch, 24.11.99, Stuttgart

0850: Mail von Olaf, Billy Budd von Melville wurde "in empfang genommen und sofort ansatzlos eingepfiffen. erstklassige arbeit." Genau so muß es auch sein.
1152: Der Tag sucht am Horizont sein Ende.
1250: Verheerende TischFussBallNiederlage. Aua.
1645: Ein bißchen loop, ein bißchen pool, in den Archiven blätternd ...
1833: Wieder zurück.
1920: Kulturzeit, Globalisierung, sozialer Friede, funktionierende Weltwirtschaft sind nicht kompatibel, sich abstoßende Systeme.
2000: Tagesschau, mit fadem Auge.
2018: Schreibtisch.
2028: Anruf bei Olaf.
2029: Anruf bei Astrid.
2030: Anruf bei Petra.
2031: Anruf bei Elvis.
2035: Schreibtisch.
2120: Anruf von Astrid.
2158: Anruf von Elvis.
2243: Angel, don't take those sleeping pills, you don't need them.
Einer der schönsten Songs der vielen vergangenen Jahren ...
2257: Licht aus. Hergé: König Ottokars Zepter, Tintin.

snowhite
we could send letters

Dienstag, 23.11.99, Stuttgart

0645: Aha. Und draußen liegen ungefähr 5 Meter Schnee (!). Und ich habe Schneedienst. Und ich trage Schneeschuhe. Sicher ist sicher. Gestern noch am aeres-aufsatz, Besprechung wegen der Küche, 2300 zu Bett. Die Leere ist schwer zu ertragen.

0744: U-Bahn.
0801: Beim Herrn Bäcker.
0802: Hallo Frau Kiosk.
0820: Büro.
1305: 32 Eis gewonnen. Beim Tischkicker.
1522: Fax nach Paris, nicht eingespeichert, händische Eingabe, 14 mal tipp tipp.
1706: Nieselregen. Leicher Schnürlregen.

Schnee in der Stadt ist nicht sehr schön
nur wenn er fällt
und flockt.
REAL ®
verhält es sich aber so
dass der Schnee
zermatscht und dreckig ist.
und gegenüber:
das Christmas CocaColaPoster und
noch nicht mal Weihnachtsmarkt ist.

2000: KellerArbeiten. DosenBier. Lange WohnzimmerLeisten. Ein SchlagZeug. PapierMüllTonnen. BioMüllTonnen. HolzMüll. Gelber Sack.
2031: Das ist ein Schachtisch > jetzt aus dem Keller > jetzt ein Schachtisch.
2045: Teppiche (bekommen die Knicke?), Kartons, viel Krimskrams. Wo ist mein Brotmesser?
2130: Fertig. Der eine Keller ausgeräumt. Dauer: Eine FussBallSpielLänge. Nicht von der Hand zu weisen. Korrekt. (Wie Lorant sagen würde)
2145: Petra > vom Abendstudium.
2200: Wie ist der Stand der Dinge? BWL - ? privat -? Nein, kellertechnisch ...
2300: Über Holzmann, deutsche Bank, Millenium ...
2314: Hat es draussen angezogen?
2351: Hallo Herr Bitter ... sind sie noch da? Überhaupt: wer ist denn eigentlich noch da?

Als Jane Bolwes 1973 starb
schrieb er nichts mehr.
>Wem hätte ich denn vorlesen sollen?<
antwortete er.
Etwas enttäuscht aber irgendwie doch sehr gefestigt.
Im Augenblick des Satzes.

Einsamkeit zu zweit
Tanger, 1989

Montag, 22.11.99, Stuttgart

Niemand kann sich abonnieren

Sonntag, 21.11.99, Stuttgart

Heute RUHETAG.

it's all over now
them
almost hear you sigh
rolling stones
someone who cares
nikki sudden & dave kusworth

Samstag, 20.11.99, Stuttgart

0810: Wach, etwas automatisch. Gewohnheiten. Der Körpereigene Wecker.
0811: Sich wieder in die warme Decke einrollen. Sofort. Sekündlich.
0812: Taumelnd wach. Was habe ich geträumt, heute Morgen, zehn Sekunden nach dem Erwachen sehe ich es vor mir, dann ist der Traum weg. Es bleiben: Bruckstücke, zusammenhangslos, blind.
Dann die gedanklichen Nachforschungen.
Abbruch. Zu früh. Aber wo ist mein Notizbuch?

1020: Der erste Kaffee.
1021: Die ersten Zigaretten.
1022: Für lange oder immer die letzte Nacht hier in der Rotenwaldstraße, das weiß ich seit heute morgen, 0230 oder so.
1028: Ein Bettgespräch.
1033: Das geht nur uns zwei an.

1200: High noon. Das Ende einer Beziehungskiste in der "Kiste".
1244: 44, ein Bus.
1248: Die überfüllte Straße.
1312: Brenner, Brennerstraße, SZ, Weißbier. Die gespielte Ablenkung. Wo soll ich hin. Was soll ich tun.
Ich les die SZ fast komplett durch
bekannte Gesichter
vor mir
hinter mir
und neben mir.
Wo die Prüfer der Poesie lauern.
Marion Gräfin von Dönhoff wird 90
Ablenkung
um nicht daran zu denken.

1530: Zurück.
1545: Ein zweckmäßiger Einkauf ohne Besonderheiten
(ausser, daß viele nicht mit Einkaufswagen blind herumfahren sollten)

1633: Es ist dunkel und kalt.
1702: Loveless durch den Nachmittag – kennt jeder – weiß auch jeder: Leere, leer.
1800: Petra, Ma & Schmidt. It's WAR – outside.
1844: Asked me nothing 'bout nothing – Bob Dylan.
1950: Ich muß wieder weg, nach Wien ...
2101: Ein Gedicht:

Schluß damit
daß ich Dir nie
begegnet bin.
Schluß mit den ganzen Geschichten
Schluß damit!
Diese kleine tägliche Angst,
die Ihr Liebe nennt,
Schluß damit!
Für eine große Liebe
braucht es zwei Einzelgänger
und ein Gebet.
Sei meines,
wenn die Liebenden schlafen
und in den Häusern die Stille steht.
Dann komm, dann geh'
(geh' nicht.)
Tu beides mit der Heftigkeit
eines Sommergewitters

Wondratschek gelesen von Otto Sander.
Klagendes Leid - Schaurige Lust
Performance mit Klavier, Rampe, damals, Jahre her:
damals: die Lesung vom einen der Engel aus Himmel über Berlin.
Und der andere trägt den Iffland-Ring.

2116: Sozialdemokratie. Monarchie. Topologie. Ein Gespräch.
2122: Life's what you make it.
TALK TALK.

Vodafone:
242500000000 DM

Freitag, 19.11.99, Stuttgart

0700: Fiep.
0715: Furchtbar müde.
0730: Fast erschlagen.
0740: Jetzt aber.
0752: Bus.
0756: S-Bahn.
0816: Guten Morgen.
0835: Es schneit.
0852: Es schneit wie verrückt.
1001: Auf einzwei Blicke im pool, Goetz, der Abfall-für-Alle-Raver, hat seinen Führerschein wieder. Und irgendwie ist das lustig: wer den "Abfall" mitverfolgt hat, weiß, wie Rainald immer sehr ausführliche Führerscheintestbogen-Besprechungen geschrieben hat, natürlich gewürzt mit seinem Groll gegen all dieses. Und Oswald aus München, der Schachspieler schreibt, praktisch als erster Gratulant: "So hat einer der Fortsetzungsromane aus Abfall sein historisch notwendiges Ende genommen und bekommen."
So etwas gefällt mir.

1205: Die Arbeitswoche ist fast vorüber. Ich will mal wieder lange ausschlafen und nicht durch Piepsgefiepe daran gehindert werden.
1207: Der Asphalt ist nass und dunkelgrau, fast ins Schwarze übergehend. Die Temperatur beträgt wahrscheinlich nicht mehr als 2 Grad Celsius.
1215: Nein, heute habe ich irgendwie zu nichts Lust, aber auch zu gar nichts.
1216: Dieter Baumann, die dumme schwäbische bebrille Lauf-Sau zweimal positiv getestet. Lese ich gerade nicht ohne Heiterkeit.
1335: Es ist keinem von uns bisher gelungen, wirklich zu leben. Wir hängen beide am Rand des Lebens und sind überzeugt davon, beim nächsten Hindernis abgeworfen zu werden.'' sagt Port's Frau in "Der Himmel über der Wüste". Paul Bowles ist neunundachtzigjährig in Tanger gestorben.

1520: Wir stolpern im Bureau noch über einen Sekt, betratschen uns, technisch, zwischenmenschlich, human in between the bottom, farewell, es ist gut so wie es ist.
1635: Aktualisierung, dann in den mausgrauen Novemberfreitag.
1700: Bei Frau Kiosk, ich hole mir meine SZ mit dem Freitagsmagazin ab, bei meiner Frau Kiosk,
und dann bitte noch ein Packet Old Holborn.
Und das macht dann,
surr surr surr  - - -: 8 Mark 10
- hier bitte
- schönen Dank. Und schönes Wochenende.
- danke, Ihnen auch.

1710: Auf ein Glas Bier, zeitungslesend. Feuilleton, Seite 15:
Nur Finsternis und völlige Nacht:
der große amerikanische Erzähler
Paul Bowles ist im Alter von 88 Jahren
in seiner Wahlheimat Marokko gestorben
Und im unteren Teil des Textes ist dieses großartige Bild von Bowles und der Darstellerin seiner Frau im Kino,
Debra Winger, zu sehen:
Einsamkeit zu zweit
heißt die Bildunterschrift.
Das Bild scanne ich ein.
Auf jeden Fall.

1711: Das magazin, Eine Nacht in New York ist verschnitten, fast das komplette Unterteil ist angeschnitten, fast wie Konfetti-Streifen.
1711: Kacke. Soll ich das jetzt noch umtauschen?
Es gibt ja wohl nichts fieseres: zerstörte magazine.
Sammler.
Messie. Messy? Mazzy?
Bei dem Design-Rätsel erreiche ich 9 klägliche Punkte (großartig gerätselt).
Und das großartige Gespräch mit UDO, in der Atlantik-Bar.

1759: Ich beschließe umzutauschen.
- Hallo Frau Kiosk.
- Hallo.
Und dann wird umgetauscht, die Makulatur in die Remittenden, ein unversehrtes Exemplar zu mir.
- Vielen Dank.
- Keine Ursache.
- Schönes WochenEnde.
- Danke, gleichfalls.

1900: Zurück. Müde. Ich bieg mich kurz in die Polster mit der grünen K&D-CD.
2000: Tagesschau, im ARD.
2100: Amazonen auf dem Mond, VOX, ein Trashfilm aus den Spätsechzigern (?)
2301: In the subway, downtown, und wieder hoch, zum Westbahnhof, Rotenwaldstraße.
2315: Primeur, der Wein ist da. Ein Reiseführer über Mexico. Gummibärchen. Zigaretten. Stan Getz & João Gilberto. Dann die grüne K&D-CD aus Wien.
0030: Das Zahlensystem der Maja, der Kalender der Maja und dann steht da: die Welt wurde an einem 13. August -4000-irgendwas geboren. Aha.
0220: Licht aus. Müde & frio.

eXistenZ

Donnerstag, 18.11.99, Stuttgart

0645: Aha.
0646: Und Schmidt liegt wie ein Stein im Bett, am Fußende.
0650: Piepston.
0655: Wieder.
0700: Und nochmal.
0705: Und nochmal wieder.
0710: Schon wieder.
0715: Und wieder piepst es.
0720. Aber jetzt.
0725: Jetzt aber.
0730: Ja, jetzt.
0747: U-Bahn. Fast immer die gleichen Leute, jeder auf seinem angestammten Platz.
0805: Bäckerei, dann bei Frau Kiosk.
0825: Bureau.
0921: Der Tag plätschert.
1020: Entrümpelung im Filmarchiv. Kellerarbeit.
1215: Und dann ab in die Metzgerei, wie Bauarbeiter.
1249: TABU und aeres, für das Treffen nachher, die to-do-Liste von gestern fertig machen.
1250: per ftp digital versenden, auf den Server. Techno-Technik, wie bei Moebius-Comics.
1515: ...
1720: Für aeres.
1915: Stöckach, Redaktionsbesprechung.
2140: Westbahnhof.
0000: Licht aus.

pure as New York snow

Mittwoch, 17.11.99, Stuttgart

0753: Stuttgart, angeschneit, kühl und ganz feiner Nieselregen, ganz wenig nur.
0758: S-Bahn. Einige frühstücken in der S-Bahn, haben Stofftaschen dabei und sehen sehr müde aus.
0814: U-Bahn.
0839: Loop:
-Was denn nun? Wild und abschreiben oder ruhig und ausdenken oder basteln?
-DER TEXT IST DER TEXT.
kathrin glosch - 17.11.99 at 02:54:54

Glücklich, wer sich um die Uhrzeit werktags mit TEXT-Gedanken beschäftigen kann ...

1223: Martina?
1224: Und die anderen? Is there anybody out there ...?
1353: ..........
Genauer betrachtet
dauert die Gegenwart
kürzer als eine
Sekunde
Andreas Neumeister
am 22.3.1999
für NULL

1354: ..........
1418: Kathrin, von oben, meldet sich: Glücklich, wer sich um die Uhrzeit werktags mit TEXT-Gedanken beschäftigen muss ...
1514: Das ist genau das was mir am loop so sehr gefällt: diese Art der Kommunikation, der Verständigung, möglicherweise sogar weltweit, wer der Sprache mächtig bzw. ohnmächtig ist. Nein, die Antworten untereinander: ich mache so, derart, wenn du mir sagen willst wie du es machst dann schreib es auf. Schreib es auf ein Stück Papier und warte wie die Zeit vergeht. So ist es gut. Sehr gut sogar. Danke. Ja, vielen Dank.

1630: Anruf von Ditmar. Nein, geht nicht. Heute nicht.
1705: Rechner aus, raus in die kühlen Novemberabend.
1708: Jetzt.
1717: U-Bahn. Im stuttgart subway system. Und das Buch Tazacorte, ein Inselroman, Sammlung Luchterhand, Udo Oskar Rabsch.
1718: paginas, 311 an der Zahl. Ich les das nicht ganz durch. Arzt und Romancier steht hinten, irgendwo.
Das ist schon sehr merkwürdig. Der Text ist der Text, das stimmt. Was aber, wenn das Cover wie der Inhalt ist ?
Arzt und Romancier. Das liest sich lächerlich und ist lächerlich. Herren & Formen: brüllt der Qualtinger, der Herr Karl.

1800: Mit den Kathrin_Glosch_Texten
an einem Holztisch
und vor einem Glas Bier
in einer Gaststätte namens Wickinger
und ich lese und lese in Ruhe die Einzeltexte.
Die quadratische Katze.
Der Kauf des Monitors.
Das Aldi-Ding, römisch 1, den Dreizeiler.
Den Physik-Papa-Text mit dem "2001-Katalog".
Dann das: "Zwei Leckmuscheln, bitte"
Das kenn ich.
Aus meinen Schultagen.
Die dumme Bäckerei zwei Haltestellen weiter unten,
wo viel Süssigkeiten mitgenommen wurden und sehr wenig bezahlt worden sind ...
... einen SCHULROMAN schreiben ...
wäre ja mal wieder wirklich Zeit.

Dann das von heute morgen, oben zitiert.
Dieses harte:
DER TEXT IST DER TEXT.
Ja. Zweifelsohne. Sicherlich.

1900: Lost in the supermarket. Und die Kassa, wo I steh, is immer die langsamste ...
1920: Zurück.
1931: Schreibtisch, Zettelwirtschaft, ein versuchtes Telefonat.
2000: Has anybody seen my baby, dann aber doch Levitation, die needfor_not-cd.
2015: "Sometimes I feel like everyone knows", Song Nr. 4.

Aber steckt hierdrin nicht bittere Wahrheit:

Aber für Vorname Nachname selber war es alles in allem doch ein Leben, das danebengegangen war.
Muß das denn immer wieder der Preis sein: ein schönes Werk, auf Kosten eines schönen Lebens?"

Urs Widmer im Nachwort zu den ausgewählten Geschichten und Aufsätzen von Robert Walser.

2159: Aus einem Lehrer wurde ein Beamter. Sozialdemokratie. SPD-Nazi, Kracht's Begriff aus Faserland.
2326: Was waren wir nicht einmal ...
2327: I would like to go out and,
nevertheless,
my mind was not pacified;
and full of a restless curiosity [.]
Bartleby, Melville,
rote Fremdsprachenbücher von Reclam ...

2334: FTP, nackte Technik.
2337: Kursive Texte im Monitor sind komisch.
2340: Auf dem Nachttisch. Nein. Regenerieren. Ausruhen.
2341: Licht aus.

follow the white rabbit
& zieh dich warm an ...

Dienstag, 16.11.99, Stuttgart

0740: Klirrende Kälte. Bärenfellmantel, mit hochgeschlagenem Kragen.
0800: Bäckerei.
0802: Noch kurz bei Frau Kiosk.
0817: Büro.
1215: Mail an Astrid.
1227: Raus, ein klein wenig die Beine vertreten und einen kleinen Imbiss irgendwo organisieren ...
1239: Nanz, ein Leberkäsweckle (wie man hier sagt). Ob ich bitte Senf draufbekommen könnte. Nein, sagt die Verkäuferin, ich darf das nicht. Aha, weshalb denn nicht ... Nein, sagt sie.

1702: So, das war's hier und jetzt für heute, im Büro.
1705: Jetzt beginnt das, was vom Tage übrig bleibt. Und morgenfrüh fängt das alles wieder an. In der Dunkeheit des Todesmonats November. Millenium.
1800: Zuhause.
1840: Ein heißes Vollbad mit der Musik von Spiritualised.
1930: Eine Weißwurscht (!).
2001: U-Bahn.
2035: Bus, der 44er Richtung Westbahnhof.
2045: Rotenwaldstaße.
2130: Nocheinmal ein saures Nachtmenu mit kleinen Paulaner-Flaschen.
2330: Licht aus.

Nein

Montag, 15.11.99, Stuttgart

0742: Bus.
0816: Büro.
0817: Wish the day would fade away.
0818: Mail von Sven und Elke, loop. Danke. Allerdings wollte ich ja ein Passwort haben.
1231: Appetitlos.
1600: Weg.
1645: Frau Dr. steckt micht nicht ins Krankenhaus.
1800: Zuhause.
1830: Kurz mit Schmidt in die Polster biegen. Die Katze schnurrt wie ein Hubschrauber.
2000: Tagesschau.
2045: Telefonat mit Astrid.
2101: Klirrende Kälte. Bärenfellmantel. I look like a trapper. Naja.
2142: Rotenwaldstraße.

Ruhe II

Sonntag, 14.11.99, Stuttgart

2230: Astrid. Im Flugzeug aus Madrid.
0030: Rotenwaldstraße. Licht aus.

Ruhe

Samstag, 13.11.99, Stuttgart

Ruhetag.
Renovierung.

Let it rock

Freitag, 12.11.99, Stuttgart

0710: Wach.
0749: Schwierigkeiten, unangenehm, nein, heute nicht. Alles zu öffentlich, Krieg, sick, sorry.
0750: Eine mail, Zeichen der Zeit.
0759: Gestern noch: Über Wittgenstein, physikalische Wahrheiten.
Aber irgendwie sind wir doch keine Wissenschaftler.
Das Wort "Hobby" bzw. "Hobbie" klingt irgendwie auch ganz eisenhart.
Ich war mal in Wien und habe Hobby Filter geraucht.
Haben Sie ein Hobby?

1004: Jetzt dieses Lied von Mazzy Star. Dieses eine: "I want to go ..." Irgendwie so. Wunderschön.
1014: American Guitars, The auteurs, eine ganz feine Scheibe."
1029: Bubbles. Vom loop. Naja.
1117: Pink Floyd, The Wall. Die Mauer in den Köpfen. Die Musik ist weg und immer noch da. Vorallem auch: Weil das sehr alt ist & gut ist & man das auch wissen und verstehen muss, nicht blind, nicht eyes wide shut sondern wach, ach so wach, gähnend interessiert, im Kopf und Herzen oder da wo das Zentrum ist - entstellt; wegen der quälenden Öffentlichkeit.
Das ist natürlich alles sehr schade; das ist der Schmutz der Welt.

1125: Do you think they like the song ?
1126: Should I run for president ?
1127: Is it just a waste of time ?

1132: Fürsprecher, Kafka hatte recht, Fürsprecher.
1133: Ditmar & das große Haus. Die guten Menschen untereinander. WG.
1136: Seite 3, i need a dirty woman & XXX.
1139: All all that your guitars? May a have a bad ? What "ja watchin' ? "Do you feeling okay?"

Cold as as a razorblade
Would you like to watch TV ?

Sehr viele Menschen kotzen mich an.
much / content
aufgesetzt, Pop-Star, nichts, das Herz geklaut
leer geliebt
ja
nein

nicht wirklich
ich-Personen
ich-ich-ich

1158: Ich will, ich kann, ich darf.
1150: Ich denke: ich bin ok. Ich denke daß ich kein Arschloch bin.
1202: Ich schreibe hier ...
1206: Der Globus. DIE WELT. Reisen. Immer reisen, wenn's möglich ist ..
1212: Down & out.

Amokläufer

Donnerstag, 11.11.99, Stuttgart

0802: Bus.
0811: S-Bahn.
0827: U-Bahn.
1024: Büro, Büro. Und das Telefon. Und das Fax.
1111: Das närrische Treiben hat begonnen. Hossa. Hossa.
1210: Mail an den pool in Berlin. Ich will wieder im loop schreiben.
1230: 2 Rinderrouladen.
1240: Die ZEIT, Seite 42: Ein Kind sieht rot, von Karen Duve, mit dem bemerkenswerten Satz: "... und überlassen es den Filmhelden, für uns zu morden, so, wie wir es ihnen bereits überlassen haben, an unserer Stelle zu lieben und zu leben."

1253: Tischfussball. Sieger. Vom feeling her ein gutes Gefühl ...
1518: Internet. Lohnt nicht. Wenig mails, keine Bewegung im pool und im loop.
1538: Mir ist langweilig. Ich bin müde und lustlos. Jetzt.
1632: Kopien für Andor fertigmachen, wir treffen uns in 1½ Stunde im Café Brenner.
1645: Ich summ' jetzt fast schon den ganzen Tag dieses Golden Slumbers, von Lennon/McCartney:

Once there was a way to get back homeward
Once there was a way to get back home
Sleep pretty darling do not cry
And I will sing a lullabye

Golden slumbers fill your eyes
Smiles awake you when you rise
Sleep pretty darling do not cry
And I will sing a lullabye

Once there was a way to get back homeward
Once there was a way to get back home
Sleep pretty darling do not cry
And I will sing a lullabye

1710: Ich gehe jetzt. Jetzt.
1759: Andor. Netzgespräch, ob Interesse am "Kriminaltango" im aeres-projekt besteht,
Harry James P. Ganer,
ja, mach ich, versuche ich,
ich probiere es aus.
wieder jemanden rekrutiert.
Papiere übergebe ich auch,
wie in Geheimdienstfilmen
aeresbilder sollten immer mit Sonnenbrille sein,
was macht die Studien?
2000: Cantina Toscana, beim Sulz.
2017: Über Deutschlehrerinnen und Amokläufer
2050: Stefan Zweig:
Die Monotonisierung der Welt.
Ein Aufsatz aus dem Jahr:
37 ?
38 ?
39 ?
40 ?
> Horst befragen.
2110: Über Benjamin von Stuckrad-Barre und über mein Herz so weiß.
2300: Wieder zurück.
2301: Die Haut macht wieder Schwierigkeiten.
Ärgerlich.

Tabu & aeres
let it rock
in faserland.

Amplified Heart

Mittwoch, 10.11.99, Stuttgart

0732: Regen. Novemberregen.
0813: Regen. Nieselregen.
1222: Bei Frau Imbiss, Curry spezial, Bulette spezial, Mezzo Mix. Es nieselt. Es ist kalt.
1308: Tischfussball: wieder verloren. Jetzt reicht es. Wieso schickt Petra keine Mail?
1423: Regen.
1555: Regen.
1723: Nieselregen, Dunkelheit, plattgetretenes Laub.
1756: Charlottenplatz.
1830: Zuhause.
1900: Möbel rücken.
2030: Telefonat mit Petra.
2101: In der U-Bahn.
2144: Rotenwaldstrasse.

Wieder auf dem Sofa eingeschlafen, wieder beide, vor dem laufenden TV. Unglaublich.

0417: Müde ins Bett geschleppt. Zweiter Versuch.

ten years after

Dienstag, 09.11.99, Stuttgart

0825: Büro.
1058: 10 Jahre Haft im Nivel-Prozeß.
1106: Xanadu, Olivia Newton-John, im Radio.
1245: Tischfussball, wieder verloren. Ich geb's auf, die Tischkickerei: 5-0 geführt, 5-7 verloren.
1310: Infusion vom Burger King.
1416: Ich sitze hier fest. Draussen regnet es. Jetzt irgendwo im Süden sein, ein paar Cocktails schlürfen ...
1637: Tagwerk vollbracht.
1830: Zu Hause. Und ein einundsechzigster Geburtstag.
0130: Licht aus.

All around the world

Montag, 08.11.99, Stuttgart

0820: Verehrter Herr Bitter, Ihr Lese-Interesse erfreut mich, besonders aber, daß Sie das Uhrzeit-Prinzip anwenden. Gefällt mir gut, besonders, daß Sie sich gemeldet haben. Machen ja die wenigsten. Danke. Lesen Sie weiter, grüssen Sie so oft sie möchten. Covers kommen Ihnen bekannt vor? Mir auch. Aber so langsam geht mir die Ware aus. Können Sie mir diesbezüglich aus der Klemme helfen? > communicator.

0950: Kurz den aktuellen pool lesen von snafu in Berlin. Aha. Die Herren Schriftsteller streiten sich über eine nicht autorisierte e-book-Publikation. Benjamin Lebert meldet sich mit einem traurigen Tankstellenpoem.

1026: Wieso dreht man am Drehknopf mit dem roten Punkt vom Wasserhahn und es kommt kaltes Wasser dabei heraus?
1208: Sozialdemokratische Sexualpraktiken: der Begriff von Iris Radisch aus der ZEIT vor 2 oder 3 Wochen. Find ich gerade in Kopie wieder. Ich dachte, ich hätte den Artikel weggeworfen ... Das ist so ähnlich wie das Gepräch über sozialdemokratische Fussballmannschaften mit Olaf in Salem.

1230: Haxenfleisch, Gmüs, Kartoffeln.
1253: Tischfussball, verloren.
1733: Königstraße, Wittwer, vor den Büchern im überhitzten Geschäft.
1820: Nanz, nein, Allfrisch heißt der ja jetzt.
1845: Café Brenner, bei Gil.
1848: Herr Straub.
1941: 44er, Richtung Westbahnhof
1958: Rotenwaldstraße, bei Astrid.
2001: Feierabend.

Sehr müde und vor dem TV auf den Sofa eingeschlafen.
Zu zweit.

Reisen ...

Sonntag, 07.11.99, Salem

1100: Ein wunderschöner Tag mit Sonne.
1148: Spaghetti alla Puttanesca.
1220: Spaziergang mit Olaf, Seepromenade. Mazzy Star.
1300: Telefonat mit Astrid, d.h. ein Versuch: das Gespräch dauert 5 Sekunden, dann ist die Verbindung weg und das Markstück ist auch weg. Dann macht der Fernsprecher keinen Mucks mehr. Tot.

1315: Nochmal, es gibt ja kaum noch Münzfernsprecher.
1415: Bahnhof-Bistro, bewaffnet mit BamS und NZZ.
1519: Abfahrt. Der Beginn einer widerlichen Zugfahrt.
1610: Rottweil.
1620: Am schlimmsten sind ja Raucher, die zum Rauchen kurz ins Raucherabteil kommen, rauchen und dann wieder verschwinden.
1652: Eutingen im Gäu. Ich hasse Regional-Expresszüge.
1815: Wieder zurück. Telefonat mit Astrid.
1857: TABU-Nachträge.
1858: Per ftp auf den Server.
1905: Dusche.
1931: Weg

Kurztrip zum See

Samstag, 06.11.99, Stuttgart

0800: Wach.
0920: Bus.
1018: Im Regional-Express.
1240: Singen. Olaf wartet am Bahnsteig unten. Grüezi.
1322: Noch kurz in den REAL-Supermarkt, Nahrungsmittel & Getränke.
1500: In der Wohnung, wir biegen uns in die Sofa-Polster, vis-à-vis.

Und dann ist das ein sehr schöner Abend. Über Biomechanoiden, das Y2K-Problem und das man jetzt langsam alle privaten Dokumente ausdrucken sollte. Wer weiß ob das noch alles funktioniert am 01.01.2000. Über Oliver Kahn, den deutschen Torwart-Titanen, über sozialdemokratische Fussball-Mannschaften, generell über die Champions-League, über Demokratie und Monarchie und Alltag. Und dabei wird fleissig geraucht, Becks getrunken, Schach gespielt, Schallplatten gehört. It is very nice, it is paradise.

0320: Ablegen, Licht aus.

other things

Freitag, 05.11.99, Stuttgart

0818: Büro.
1400: Telefonat mit Andor.
1540: Hauptbahnhof, Ticket organisieren. Stuttgart - Singen: DM 70,–. ???.
1650: Wieder zurück, packen etc.
1945: Rotenwaldstrasse, Spargel-Risotto.
2305: Zu zweit. Und das ist sehr gut so.

hey, hey, i've saved the world today

Donnerstag, 04.11.99, Stuttgart

0802: Büro.
1112: Mail an Astrid.
1230: Bohneneintopf mit Wiener Würstchen.
1248: Tischfussball.
1302: Rückmail von Astrid.
1515: Angst vor heute abend. Ich habe Bauchschmerzen und zittere.
1700: U-Bahn.
1722: Gallier, etwas Wein für heute abend.
1810: In der Wohnung.
1822: Das Auf und Ab, wegen Astrid, nachher. Ich pack Ihre Sachen in meinen Rucksack. Neben mir brummt Schmidt.
1834: Ein Gespräch mit Mama.
1900: Bad, der Rasierer, es kommt mir vor, als gehe ich zu meiner eigenen Hinrichtung.
1910: Duschen, lange und ausgiebig.
1920: Zähne geputzt.
1931: U-Bahn. Mit dem gepackten Rucksack.
2015: Astrid.
2210: She cried, I cried. I've never cried since 1985.
2300: hey, hey, we've saved the world today, everyone is happy now ...
0005: Licht aus, zusammen, zu zweit.

Das Leben ist eine Baustelle

Mittwoch, 03.11.99, Stuttgart

0820: Büro.
1230: Gulasch.
1250: Tischfusball.
1420: Telefonat mit Olaf.
1645: Duke Nukem, mit den Kollegen im Computernetzwerk.
1900: Am neuen TABU-Web.
2015: Das Leben ist eine Baustelle, ARD.
2215: LIcht aus.

Do you
believe in love
after
love?
CHER

Rekonvaleszent

Dienstag, 02.11.99, Stuttgart

1234: Blubb. Bin wieder aufgetaucht, aus der Tiefe des Datennetzes ... Dabei stimmt die Zeit überhaupt nicht. Es ist nämlich wirklich erst: 1134. Nein. es ist: 1134 und mein Rechner zeigt mir unten an: 1234. Und ich glaube es blind. Dann schick ich einen Verteiler an die verehrte Leserschaft und dann steht da: 1234. Obwohl es doch wirklich erst 1134 oder doch eigentlich 1034 ist. 0834 ?

1515: Das Archiv. Neu, es sieht so besser aus. Das war irgendwie ein fieser Zahlensalat, die letzten dreimal TABU. Entwurf einer Navigation. Und irgendwie sieht die Tabelle komisch aus: Ein Archiv mit einem Verweis auf etwas "altes", zugleich aber mit Plätzen für die Tage, die noch gar nicht da waren. Sieht ein bißchen aus wie ein Spielbrett.

1715: Ihre Karte kann nicht gelesen werden. Nochmal. Der empfindsame Magnetstreifen. Dann das Monatsticket für 129,– ...

1817: Im Kühlschrank sitzen die Mäuse mit verheulten Augen.
1830: Auf dem Weg zum Supermarkt kommt mir Schmidt völlig durchnässt entgegen. Und will natürlich sofort nach oben, vor den Fressnapf. Wenn ich sie nicht hochbringe läuft sie mir hinterher und springt mir im Supermarkt hin & her.

1831: Oben.
1833: Wieder unten. Nochmals, der Weg in den Supermarkt, um drei Ecken.

Es nieselt,
es ist dunkel,
es regnet, es wird Nacht.

1944: Scobel und der Präsident der Goethe-Institute im Gespräch. Kurz über Naumann. Wo ist Naumann, der heutige Leitartikel der StZ. Dann das High-tech-Krematorium in Berlin: schaurig, angemessen, kalt, funktionell und das Ei in der Luft über dem Wasser: – das eigentliche Denkmal von Berlin. Was eine Kamera einfängt und der Schnitt zum Film macht –   ... Gerd Scobel – amerikanische TV-Leitung und doch nicht, Bildungsbürgerfernsehen und doch nicht, braveheart, kultureller Schwiegersohn ...

2023: Hier, vor dem Schirm. Navigation, Begehbarkeit ... Arbeit.
2100: Wenn Rainald sagen würde: das design ist wie abfall für alle dann hätte er damit recht.
wenn christian ihm dann auch höflich zunicken würde hätte er auch recht.
will damit sagen: ideen recycling - falsch: aber anzutreffen. am jeder ecke.

ich habe hier nur
einen weissen bildschirm
und arial, 10 pt.
navigation.
lesbar.
danke.

2318: Petra und die "nike-Story", die "FA-Story" und dann die "Toblerone-Story":
Re-Learning by Re-Erzählen
Zahlenmanagement
Feature.

0110: jeder text ist viel arbeit
und wille zum abdruck.
jedes buch
ein meilenstein.
jeder satz nur ein versuch.

0118: ausruhen. licht aus.

halloween-party

Montag, 01.11.99, Stuttgart

0000: In einer Wohnung in der Schwabstraße, stehend in der leichten Hüftbewegung, der Musik freundlich zugetan: dreiunddreissig Jahre alt werden ... alleine und irgendwie doch nicht.

0130: Mit Petra über die Straße. Gute Nacht.
0138: Alt. Kalt. Verlassen. Guter Geburtstag. Mag ich wie Bauchweh.
0155: Im Taxi. Und es stinkt plötzlich fürchterlich nach altem Achselschweiß. Und der Fahrer kennt den Weg nicht, ich muß ihn lotsen.

0312: Zuhause. Licht aus.